Salattomaten schützen: Netze, Nützlinge, Braunfäule-Vorsorge
- Kraut- und Braunfäule trifft Salattomaten im Freiland über das nasse Laub: braune Flecken, weißer Pilzrasen unter dem Blatt, harte braune Stellen an den Früchten.
- Regenschutz, trockenes Laub und Abstand – bei Stabtomaten 50 bis 70 cm in der Reihe und 80 bis 100 cm zwischen den Reihen – nehmen dem Pilz die Nässe.
- Befallene Blätter und Früchte kommen sofort in den Hausmüll, nie auf den Kompost; Kartoffeln gehören nicht in die Nachbarschaft.
- Feinmaschige Kulturschutznetze können Weiße Fliege und Blattläuse fernhalten, wenn sie früh und lückenlos aufgelegt sind.
- Marienkäfer, Florfliegen, Schlupfwespen und Raubmilben helfen gegen viele Schädlinge, wenn du sie mit Blühpflanzen förderst.
- Nachtschattengewächse brauchen vier Jahre Anbaupause; die alte Regel von drei Jahren ist zu kurz.

Salattomaten sind die klassischen Tomaten für das Freilandbeet: als Stabtomaten gezogen, mit viel Laub, großen, saftigen Früchten und einer langen Saison unter offenem Himmel. Genau das macht sie im Freiland anspruchsvoll – Regen fällt auf das Laub, große Früchte trocknen langsam ab, und die Kraut- und BraunfäuleDie Kraut- und Braunfäule, kurz Braunfäule oder Krautfäule, ist eine Pilzkrankheit vor allem an Tomaten und Kartoffeln, ausgelöst durch Phytophthora infestans. Sie verursacht braune Flecken an Blättern, Stängeln und Früchten. wartet auf den ersten nassen Sommer.
Dieser Beitrag konzentriert sich auf das, was im Freiland für Salattomaten zählt: dem Erreger der Kraut- und Braunfäule die Nässe nehmen, Kulturschutznetze als Barriere gegen fliegende Schädlinge einsetzen und Blattläuse, Weiße Fliege und Spinnmilben mit Nützlingen in Schach halten. Die Krankheiten selbst – Braunfäule, Mehltau, Viren, Blattflecken – bekommen hier nur den Anriss, denn sie laufen an Salattomaten nicht anders als an jeder Tomate; ihre Tiefe trägt der Beitrag zum Erkennen und Behandeln von Tomatenkrankheiten.
Warum Salattomaten im Freiland besonders gefordert sind
Was eine Tomate grundsätzlich braucht – Sonne, Wärme, Wasser an den Fuß, Nährstoffe – und wie Stab- und Buschtomaten wachsen, trägt der Tomaten-Ratgeber im Kurzporträt und in den Abschnitten zu Standort und Boden; lies dort nach, was Tomaten brauchen und wie sie wachsen. Hier geht es um das, was das Freiland mit einer großfrüchtigen Stabtomate macht.
Salattomaten bilden viel Blattmasse, tragen schwere Rispen und stehen bis in den Herbst. Jeder Regen benetzt eine große Blattfläche, die im dichten Bestand nur langsam abtrocknet; jede große Frucht hält Feuchte länger als eine kleine Beere. Das ist der Grund, warum die Kraut- und Braunfäule im Freiland so oft an Salattomaten zuschlägt – und warum alles, was das Laub trocken hält, hier doppelt zählt.
Kraut- und Braunfäule an Salattomaten: der Anriss
Die Kraut- und Braunfäule zeigt sich nach Regentagen zuerst an den unteren Blättern als braune, unscharf begrenzte Flecken mit weißlichem PilzrasenPilzrasen nennt man den sichtbaren Belag, den ein Pilz auf befallenen Blättern oder Stängeln bildet, etwa den grauen Pilzrasen beim Grauschimmel. Der Begriff beschreibt ein Merkmal des Schadbilds, nicht die Krankheit selbst. auf der Unterseite; an den großen Früchten der Salattomate entstehen harte, braune Stellen. Befallene Blätter, Triebe und Früchte kommen sofort ab und in den Hausmüll. Woran du die Braunfäule sicher erkennst, wie du sie von Blattflecken unterscheidest und was du bei Befall Schritt für Schritt tust – bis zum Nachreifen grüner Früchte –, trägt der Beitrag darüber, wie du Tomatenkrankheiten erkennst und behandelst. Ich kontrolliere nach jedem Regentag die untersten Blätter meiner Salattomaten und schneide braune Flecken samt Blatt sofort ab.
Was bei Salattomaten im Freiland dazukommt, ist die Nässe auf viel Laub und großen Früchten. Ein Dach mit offenen Seiten – Tomatenhaus, Folienbogen, Dachüberstand – hält den Regen vom Laub, ohne die Luft zu sperren, und der Abstand lässt die Blätter abtrocknen. Die untersten Blätter entfernst du, sobald sie die Erde berühren, gießt morgens nur an den Fuß und mulchst gegen Spritzwasser; Kartoffeln gehören nicht in die Nachbarschaft, und auf demselben Beet gilt für Nachtschattengewächse eine Anbaupause von vier Jahren, die begründete Spanne reicht bis fünf – die früher verbreitete Regel von drei Jahren ist zu kurz. Welche Sorten mit ausgewiesener ToleranzBei Pflanzensorten bedeutet Toleranz: Die Pflanze wird von einer Krankheit oder einem Schaderreger zwar befallen, verkraftet das aber so gut, dass in der Regel keine Ertragseinbußen zu befürchten sind. sich für das Freiland eignen, steht im Sortenabschnitt des Tomaten-Ratgebers. Ich baue meinen Salattomaten im Freiland jedes Jahr ein Dach aus zwei Bögen und einer Folie und lasse die Seiten offen.
50 bis 70 cm in der Reihe und 80 bis 100 cm zwischen den Reihen – so viel Platz brauchen Stabtomaten. Das klingt nach Verschwendung, ist aber bei Salattomaten im Freiland gut angelegt: Luft zieht durch, das Laub trocknet nach jedem Regen ab, und du kommst zum Kontrollieren überall heran.
Mehltau, Viren und Blattflecken: der Anriss
Echter Mehltau zeigt sich als weißer, mehliger Belag auf der Blattoberseite bei warmem, trockenem Wetter und dichtem Stand; befallene Blätter entfernst du, sorgst für Luft und düngst maßvoll. Das Tomatenmosaik-Virus wandert über Hände, Schere und Saatgut: hell-dunkle Mosaikblätter, gekräuseltes Laub, kleine fleckige Früchte – bei diesem Bild Pflanze samt Wurzeln entfernen, Hände waschen, Werkzeug reinigen, eine Behandlung gibt es nicht. Blattflecken durch Septoria oder Alternaria beginnen wie die Braunfäule unten und wandern nach oben, sehen aber anders aus.
Woran du diese Krankheiten auseinanderhältst und wie du Grauschimmel und bakterielle Welke erkennst, steht ebenfalls im Beitrag zum Erkennen und Behandeln von Tomatenkrankheiten; die Grundlagen zum Vorbeugen von Pilzkrankheiten trägt der Tomaten-Ratgeber im Abschnitt zu den Krankheiten.
Kranke Blätter und Früchte auf den Kompost werfen, „weil der ja heiß wird”. Im Hausgarten wird er selten heiß genug, und der Erreger der Braunfäule überdauert in den Resten. Alles Befallene gehört in den Hausmüll – und im Herbst auch die gesunden Pflanzenreste, wenn im Sommer Braunfäule im Beet war.
Kulturschutznetze: die Barriere gegen Weiße Fliege und Blattläuse
Ein Kulturschutznetz ist eine einfache Art, fliegende Schädlinge von Salattomaten fernzuhalten. Ein feinmaschiges Netz kann Weiße Fliege und geflügelte Blattläuse draußen halten, gröbere Maschen reichen nur gegen größere Insekten. Entscheidend ist der Zeitpunkt: Das Netz kommt direkt nach der Pflanzung auf das Beet, bevor die ersten Schädlinge einfliegen – ein Netz über einem schon befallenen Bestand sperrt die Schädlinge ein statt aus.
Spanne das Netz über Bögen oder Stäbe, sodass es nicht auf den Pflanzen liegt, und befestige es rundum lückenlos am Boden oder Beetrand; jede Lücke schwächt den Schutz. Zum Gießen, AusgeizenAusgeizen ist das Entfernen der Geiztriebe, also der Seitentriebe, die bei Tomaten in den Blattachseln wachsen. Ohne Ausgeizen bildet die Pflanze sehr viel Blattmasse und trägt später Früchte., Aufbinden und Ernten öffnest du eine Seite und schließt sie danach wieder, nach Sturm prüfst du den Sitz. Die Bestäubung stört das Netz kaum, denn Tomaten bestäuben sich überwiegend selbst – der Pollen löst sich vor allem durch Wind und Bewegung, ein kurzes Schütteln beim Öffnen hilft nach. Bei großer Hitze achtest du darauf, dass Luft durchzieht und das Netz nicht direkt auf dem Laub liegt. Ich lege das Netz bei meinen Freiland-Salattomaten am Pflanztag auf und nehme es erst ab, wenn die Pflanzen für die Bögen zu hoch werden.
Blattläuse, Weiße Fliege, Spinnmilben: Nützlinge zuerst
Blattläuse sitzen in Kolonien an Triebspitzen und jungen Rispen, kräuseln die Blätter und hinterlassen klebrigen HonigtauHonigtau ist die zuckerhaltige Ausscheidung von Blattläusen, die die Blätter verklebt. Auf ihm können sich schwarze Rußtaupilze ansiedeln, außerdem fressen Ameisen ihn., auf dem Rußtau wächst; sie können außerdem Viren übertragen. Die Weiße Fliege, eine Mottenschildlaus, sitzt an den Blattunterseiten und fliegt beim Schütteln auf – im Freiland unter dem Netz selten ein Thema, im Gewächshaus dagegen häufig. Spinnmilben verraten sich durch helle Sprenkel und feine Gespinste und lieben warme, trockene Luft. Wie diese Schädlinge leben und welche Mittel gegen sie zugelassen sind, trägt der Beitrag darüber, wie du Tomatenschädlinge erkennst und in den Griff bekommst; hier geht es um die Nützlinge.
Marienkäfer und ihre Larven, Florfliegen- und SchwebfliegenlarvenSchwebfliegenlarven sind die Larven der Schwebfliegen und zählen zu den wirksamsten natürlichen Gegenspielern der Blattläuse im Garten. Sie fressen alle Blattlausstadien und gehören auch zu den natürlichen Feinden verschiedener Milben. fressen Blattläuse, SchlupfwespenSchlupfwespen sind nützliche Insekten, die mit ihrem Legestachel Eier in Schädlinge wie Blattläuse legen. Die Larve wächst im Inneren der befallenen Tiere heran und ernährt sich von ihnen. parasitieren Blattläuse und Weiße Fliege, RaubmilbenRaubmilben sind winzige Milben, die andere Milben wie Spinnmilben und je nach Art auch Thripslarven fressen. Als Nützlinge werden sie im Gewächshaus und im Garten gezielt gegen Spinnmilben eingesetzt. wie Phytoseiulus persimilis fressen Spinnmilben samt Eiern, und Ohrwürmer jagen nachts. Du holst sie ins Beet, indem du Blühpflanzen an die Tomaten setzt – Ringelblumen locken mit ihren Blüten Schwebfliegen und Schlupfwespen und eignen sich als Beeteinfassung, Tagetes locken ebenfalls Nützlinge – und Unterschlupf bietest, etwa Holzwolle oder Stroh zwischen den Pflanzen. Bei akutem Blattlausbefall kann zuerst ein kräftiger Wasserstrahl helfen, bei Spinnmilben gleichmäßig feuchte Erde und das Abbrausen der Blattunterseiten am Morgen. Was Kirschtomaten im Kübel und Gewächshaus zusätzlich plagt – Platzen, Fruchtfäule, Blütenendfäule –, steht im Beitrag darüber, wie du Kirschtomaten vor Schädlingen und Fruchtproblemen schützt.
Ich hänge im Gewächshaus Gelbtafeln zwischen die Salattomaten und schaue bei den ersten weißen Punkten die Blattunterseiten durch, lüfte konsequenter und entferne welke Blätter; nimmt der Befall trotzdem zu, setze ich die Schlupfwespe Encarsia formosa aus. Draußen liegt das Netz vom Pflanztag an – so ist meine Aufteilung, mehr Anspruch hat sie nicht.
Kulturmaßnahmen zuerst
Alles, was in diesem Beitrag steht, ist Kultur und Hygiene: trockenes Laub, Abstand, Netz, Nützlinge, Hausmüll statt Kompost, Anbaupause. Diese Maßnahmen senken das Risiko, versprechen aber keine befallsfreie Saison – gerade in nassen Sommern gehört ein gewisser Verlust zum Freilandanbau. Ob und wann Pflanzenschutzmittel überhaupt infrage kommen und welche Regeln dann gelten, trägt der Tomaten-Ratgeber im Abschnitt Pflanzenschutz mit Augenmaß.
Fazit: Laub trocken, Netz drauf, Nützlinge rein
Bei Salattomaten im Freiland entscheidet die Nässe auf dem Laub. Ein Dach, Abstand, freie Füße und trockenes Laub nehmen dem Erreger der Braunfäule viel von seiner Grundlage, schnelles Ausschneiden und der Hausmüll bremsen ihn im Befall, die Anbaupause senkt den Druck im Beet. Fliegende Schädlinge kann das Kulturschutznetz fernhalten, gegen den Rest helfen Nützlinge, die du mit Blühpflanzen ins Beet holst. Alles Weitere trägt der Tomaten-Ratgeber.





