Knollensellerie vorziehen: Aussaat, Pikieren und Abhärten auf der Fensterbank
- Säe Knollensellerie Ende Februar geschützt aus, ins Beet kommt er ab Mitte Mai nach den letzten Nachtfrösten.
- Knollensellerie ist ein Lichtkeimer: Säe oberflächlich, mit höchstens 0,5 cm Erde darüber.
- Die Samen keimen bei 18 bis 22 °C und brauchen dafür Geduld.
- Pikiere mit den ersten Laubblättern und setz jeden Sämling einzeln in einen Topf.
- Halte pikierte Jungpflanzen am hellsten Platz und kontrolliere die Temperatur mit einem Thermometer.
- Härte schrittweise ab und meide längere Kälte, denn ab dem Zweiblattstadium kann sie Schossen auslösen.

Wenn du Knollensellerie vorziehen willst, brauchst du einen hellen, warmen Platz und Geduld. Die Samen keimen langsam, und die Jungpflanzen reagieren empfindlich auf längere Kälte. Ich säe meinen Sellerie Ende Februar in eine flache Schale. Auf der Fensterbank bleibt er, bis er ab Mitte Mai ins Beet darf. Dazwischen liegen vier Arbeitsschritte: Aussaat, Pikieren, die Wochen am Fenster und das Abhärten.
Warum startet Knollensellerie im Haus?
Knollensellerie ist eine lange Kultur: Seine Kulturdauer liegt bei 196 bis 224 Tagen. Vorgezogen wird er geschützt, im Haus oder unter Glas. Seine Samen keimen bei 18 bis 22 °C. Ab dem Zweiblattstadium kann längere Kälte außerdem das SchossenSchossen nennt man es, wenn eine Gemüsepflanze vorzeitig in die Höhe wächst und Blütenstände bildet, statt weiter Blätter oder Knollen zu entwickeln. Typisch ist das bei Salat, Spinat und Radieschen. auslösen, also die vorzeitige Bildung eines Blütentriebs. Am Fenster steuerst du Wärme und Licht selbst, und genau das braucht die Anzucht.
Wann säe ich Knollensellerie aus?
Für die geschützte Vorkultur ist Ende Februar ein guter Aussaattermin. Die Sorte Bruno kannst du schon ab Februar in Schalen unter Glas vorziehen. Ins Freiland pflanzt du ab Mitte Mai, wenn die letzten Nachtfröste vorbei sind. Bis dahin wachsen die Pflanzen geschützt heran. Welche Monate für deine übrigen Wurzelgemüse passen, zeigt dir der Aussaatkalender für Wurzelgemüse zum Ausdrucken.
Ich stecke beim Säen ein Etikett mit dem Aussaatdatum in die Schale. So sehe ich während der langen Keimzeit jederzeit, wie lange die Saat schon liegt.
Aussaat: Wie säe ich Knollensellerie richtig?
Erde und Schale
Für die Aussaat nehme ich torffreie Aussaaterde. Die Erde soll nährstoffarm, feinkörnig und locker sein. Ich fülle sie in eine flache Schale, streiche die Oberfläche glatt und feuchte sie an.
Aussaaterde soll einen Salzgehalt unter 0,5 g je Liter haben. Das Substrat zum Pikieren darf bis 1,5 g je Liter enthalten. Ich säe deshalb in reine Aussaaterde und nehme erst beim Pikieren das Pikiersubstrat.
Oberflächlich säen und feucht halten
Knollensellerie ist ein Lichtkeimer. Deshalb streue ich die Samen oberflächlich auf die feuchte Erde und drücke sie mit einem Brettchen an. Höchstens 0,5 cm Erde darf darüber liegen. Damit nichts verschwemmt, befeuchte ich die Oberfläche mit einem Zerstäuber. Eine durchsichtige Haube hält die Feuchte in der Schale und lässt trotzdem Licht an die Saat. Wird es unter der Haube wärmer als 22 °C, lüfte ich.
Während QuellungQuellung ist die Wasseraufnahme eines trockenen Samens und der erste Schritt der Keimung. Der Same schwillt dabei an, bis der innere Druck die Samenschale öffnet und die Keimwurzel austreten kann. und Keimung soll die Erde feucht bleiben, ohne zu vernässen. Torffreie Erde kann oben trocken wirken, obwohl sie darunter noch nass ist. Prüfe deshalb vor dem Gießen mit dem Finger, wie feucht die Erde unter der Oberfläche ist.
Wie warm und wie lange keimt Knollensellerie?
| Keimung | Wert |
|---|---|
| Saattiefe | 0 bis 0,5 cm, oberflächlich säen |
| Keimtemperatur | 18 bis 22 °C |
| Keimdauer | 14 bis 30 Tage |
Die Keimung braucht Geduld. Ich stelle die Schale an einen hellen, warmen Platz und lege ein Thermometer daneben. So sehe ich, ob die Temperatur im Keimbereich bleibt.
Liegt dein Saatgut schon länger, mach vorab eine Keimprobe. Bring dafür eine abgezählte Menge Samen feucht zum Keimen und zähl die Keimlinge. Keimen nur wenige, nimm frisches Saatgut.
Pikieren: Wann kommen die Sämlinge in eigene Töpfe?
Ich pikiere, sobald die Sämlinge ihre ersten Laubblätter zeigen. Jeder Keimling kommt einzeln in einen Topf und wächst dort weiter. Mit dem PikierstabDer Pikierstab ist ein Werkzeug zum Pikieren: Mit ihm bohrst du Pflanzlöcher in die Erde, hebst Sämlinge vorsichtig aus dem Aussaatgefäß und drückst ihre Wurzel ins neue Loch. löse ich ihn vorsichtig von unten aus der Schale. Dabei halte ich ihn am Keimblatt und nicht am Stängel. Im neuen Pflanzloch achte ich darauf, dass die Wurzeln nicht nach oben gebogen sind.
Einzeltöpfe mit PikiererdePikiererde ist ein humoses, nur schwach gedüngtes Substrat, in das du Sämlinge beim Pikieren einzeln umsetzt. Sie kommt nach der Aussaat zum Einsatz, wenn die Jungpflanzen aus der Aussaatschale in eigene Töpfe wandern. füllen, Pflanzloch vorstechen, Sämling von unten lösen, Wurzeln gerade ins Loch führen, Erde leicht andrücken, angießen und die Töpfe an den hellsten Platz stellen.
Die Wochen am Fenster: Licht, Wärme, Wasser
Nach dem Pikieren brauchen die Jungpflanzen den hellsten Platz, den du hast. Ich drehe die Töpfe dabei, damit sie nicht einseitig zum Fenster wachsen. Für die Temperatur gelten in dieser Phase eigene Werte:
| Phase | Temperatur |
|---|---|
| Jungpflanzen, spätestens ab zwei Blättern über 2 cm | mindestens 16 °C |
| Wachstum | günstig bei etwa 20 °C |
| Lüften | regelmäßig bei Lufttemperaturen über 22 °C |
Das Thermometer lege ich nach dem Pikieren direkt zu den Töpfen und lese es auch abends ab. Gegossen wird wie bei der Aussaat erst nach der Fingerprobe.
Die Töpfe stehen im warmen Zimmer, aber zu weit vom Fenster entfernt. Zu wenig Licht oder zu hohe Temperatur nach dem Pikieren führen zu blassen, dünnen und weichen Jungpflanzen. Solche Pflanzen sind nach dem Auspflanzen anfälliger und wachsen langsamer an.
Abhärten: Wie gewöhne ich die Jungpflanzen an draußen?
Bevor die Jungpflanzen ins Beet kommen, gewöhne ich sie schrittweise an draußen. Bei gutem Wetter stelle ich sie zunächst zeitweise an einen geschützten Platz ins Freie. Dort stehen sie tagsüber erst im Schatten. Allmählich rücke ich sie in die volle Sonne. Wirken die Blätter welk oder verfärbt, gehe ich einen Schritt zurück in den Schatten.
Kalte Nächte verbringen die Töpfe bei mir drinnen. Deine Pflanzen haben beim Abhärten das Zweiblattstadium längst hinter sich, und ab diesem Stadium reagiert Knollensellerie auf längere Kälte.
Beim Knollensellerie kann ab dem Zweiblattstadium eine Kälteeinwirkung über 2 bis 5 Wochen das Schossen auslösen. Besonders kritisch sind 5 bis 8 °C. Stell die Töpfe deshalb nicht über längere Zeit an Plätze, an denen es so kühl bleibt.
Härtest du im Frühbeet ab, hebe die Fenster an sonnigen, frostfreien Tagen zum Lüften an. Die Luft darunter kann sich sonst stark erwärmen.
Ab Mitte Mai ins Beet
Nach den letzten Nachtfrösten, ab Mitte Mai, pflanzt du die abgehärteten Jungpflanzen ins Freiland. Setz sie nur bis zum WurzelhalsDer Wurzelhals ist die Übergangszone zwischen Sprossachse und Hauptwurzel einer Pflanze. Botanisch ist er der untere Teil des Keimstängels und oft etwas verdickt. in die Erde. Wie Vorkultur und Pflanzung bei anderen Wurzel- und Knollengemüsen ablaufen, liest du im Abschnitt zu Aussaat, Vorkultur und Pflanzung im Wurzelgemüse-Überblick.
Nach dem Auspflanzen: das Wichtigste in Kürze
Mit dem Auspflanzen ist die Anzucht geschafft. Wie es danach weitergeht, zeigt dir die Anleitung, wie du Knollensellerie phasenweise bis zur gelagerten Knolle begleitest. Die Grundlagen zu Gießen, Düngen, Krankheiten und Lagern stehen außerdem im Wurzelgemüse-Überblick. Hier die Kurzfassung.
Standort und Abstand: Geeignet ist ein offener, sonniger Standort mit nährstoffreichem, feuchtem Boden. In der Reihe setzt du die Pflanzen 30 cm auseinander. Zwischen den Reihen bleiben 40 cm frei, damit sich die breit aufgefächerte Blattmasse entwickeln kann.
Gießen: Während des Wachstums braucht Knollensellerie reichlich Bodenfeuchte, denn Wassermangel führt zu kleinen, zähen Knollen. Im Freiland-Erwerbsanbau ist der Wasserbedarf von Mitte Juli bis Anfang September besonders hoch.
Düngen: Sellerie gehört zu den Kulturen mit hohem Stickstoffbedarf. Vor der Pflanzung bekommt das Beet Kompost, ergänzend wird in mehreren Gaben gedüngt. Hoher Bedarf heißt aber nicht viel auf einmal: Sehr schnelles, üppiges Knollenwachstum durch zu viel leicht verfügbaren Stickstoff erhöht das Risiko hohler Knollen.
Boden pflegen: Mulch aus Grasschnitt, Ernteresten oder Stroh vermindert die Verdunstung und begrenzt Beikraut. Hacke nur vorsichtig, damit die oberflächennahen Wurzeln geschont werden. Anhäufeln entfällt beim Knollensellerie, sonst bilden sich keine guten Knollen.
Krankheiten und Schädlinge: Lange BlattnässeBlattnässe ist Wasser, das als Film oder Tropfen auf den Blättern steht, etwa nach Regen, Tau oder Gießen über die Blätter. Hält sie länger an, können Pilzerreger die Blätter leichter infizieren. und Temperaturen über 20 °C begünstigen Septoria-Blattflecken. Stell die Pflanzen so, dass das Laub nach Regen rasch abtrocknet. Gegen die MöhrenfliegeDie Möhrenfliege ist ein Gartenschädling: eine Fliege, deren weiße Maden meist über die Wurzeln in Möhren eindringen. Befallene Möhren sind von rostbraunen Fraßgängen durchzogen, und dieses Schadbild heißt Eisenmadigkeit. empfiehlt sich ein Insektenschutznetz mit 1,2 × 1,6 mm Maschenweite.
Ernte und Lagerung: Erntereif ist Knollensellerie zwischen September und November, sobald die äußeren Blätter gelb zu werden beginnen. Ernte bei trockenem Wetter, befreie die Knollen grob von Erde und schneide Wurzeln und Laub bis auf die Herzblätter glatt zurück. Worauf es für einen hohen Ertrag ankommt, erklärt der Ratgeber, wie du beim Knollensellerie eine ertragreiche Ernte erreichst.
Fruchtfolge und Beetnachbarn: Plane für Knollensellerie eine FruchtwechselpauseDie Fruchtwechselpause ist die Zeit, in der auf einem Beet weder dieselbe Gemüseart noch eine verwandte Art aus derselben Pflanzenfamilie wächst, damit sich Krankheitserreger und Schädlinge im Boden nicht so leicht vermehren. von 4 Jahren ein. Wo er zuletzt stand, kannst du im Beetplaner für deine Beete festhalten. Tomaten, Gurken, Blumenkohl und weitere Kohlarten gelten als bewährte Mischkulturpartner, auch wenn sich Nachbarschaftseffekte oft schwer nachweisen lassen. Welche Pflanzen gut nebeneinander passen, zeigt dir das Mischkultur-Werkzeug.
Wenn du ins Hochbeet pflanzt, lies nach, was Knollensellerie im Hochbeet braucht. Für Stangensellerie gibt es eine eigene Anleitung, wie du ihn von der Aussaat bis zur Ernte ziehst.




