Knollensellerie für Einsteiger: Anbau, Pflege und wie viel Frost er verträgt
- Aussaat Ende Februar in geschützter Vorkultur; die Samen sind Lichtkeimer und werden nur oberflächlich gesät.
- Jungpflanzen warm und hell weiterziehen, denn Kälte ab dem Zweiblattstadium kann das Schossen auslösen.
- Ab Mitte Mai nach den letzten Nachtfrösten pflanzen, nur bis zum Wurzelhals und ohne Anhäufeln.
- Abstand als System: Einzelpflanzen mit 30 cm in der Reihe bei 40 cm Reihenabstand.
- Im Herbst verträgt Knollensellerie leichte Fröste; geerntet wird von September bis November aus ungefrorenem Boden.

Verträgt Sellerie Frost? Im Herbst übersteht Knollensellerie leichte Fröste, als Jungpflanze reagiert er dagegen schon auf längere Kühle empfindlich. Für Einsteiger heißt das: warm vorziehen, erst nach den letzten Nachtfrösten pflanzen und im Sommer gleichmäßig feucht halten. Ich säe deshalb Ende Februar in geschützter Vorkultur und halte die Anzucht warm und hell, bis die Pflanzen ins Beet dürfen.
Knollensellerie ist eine Varietät des Echten Selleries und gehört wie Möhre und Pastinake zu den DoldenblütlernDoldenblütler (Apiaceae) sind eine Pflanzenfamilie, deren Blüten meist in Doppeldolden, seltener in einfachen Dolden stehen. Dazu gehören Nutzpflanzen wie Möhre, Petersilie, Sellerie, Dill und Kümmel, aber auch tödlich giftige Wildpflanzen wie Schierling.. Seine Kulturdauer liegt bei 196 bis 224 Tagen. Weil er zugleich erst ab Mitte Mai ins Freie darf, beginnt die Kultur lange vor der Pflanzung in der Anzucht.
Knollensellerie auf einen Blick
Diese Werte brauchst du für die Planung:
| Schritt | Wert für Knollensellerie |
|---|---|
| Aussaat | Ende Februar, geschützte Vorkultur |
| Saattiefe | 0 bis 0,5 cm, Lichtkeimer |
| Keimtemperatur, Minimum | 18 bis 20 °C |
| Keimtemperatur, Maximum | 20 bis 24 °C |
| Keimdauer | 14 bis 30 Tage |
| Jungpflanzen, spätestens ab zwei Blättern über 2 cm | mindestens 16 °C |
| Lüften in der Anzucht | bei Lufttemperaturen über 22 °C |
| Pflanzung | ab Mitte Mai nach den letzten Nachtfrösten |
| Abstand | Einzelpflanzen, 30 cm in der Reihe, 40 cm Reihenabstand |
| Pflanzhöhe | nur bis zum WurzelhalsDer Wurzelhals ist die Übergangszone zwischen Sprossachse und Hauptwurzel einer Pflanze. Botanisch ist er der untere Teil des Keimstängels und oft etwas verdickt., nicht anhäufeln |
| Kulturdauer | 196 bis 224 Tage |
| Erntezeit | September bis November |
| Anbaupause auf derselben Fläche | 4 Jahre |
Welcher Standort passt zu Knollensellerie?
Knollensellerie wächst in Sonne und Halbschatten, ich gebe ihm ein offenes, sonniges Beet. Der Boden soll fruchtbar, nährstoffreich und gleichmäßig feucht sein und trotzdem gut durchlassen. Für Knollensellerie im Freiland-Erwerbsanbau gilt ein Boden-pHDer Boden-pH-Wert beschreibt, ob ein Boden sauer, neutral oder alkalisch ist. Er beeinflusst die Tätigkeit der Bodenorganismen und zeigt, ob ein Gartenboden eine Kalkgabe braucht. von 6 bis 7,5. Ob dein Beet dort liegt, zeigt dir eine Bodenuntersuchung, und gekalkt wird nur nach Bodenart und gemessenem pH-Wert. Wie du den Boden prüfst, lockerst und mit Kompost vorbereitest, erklärt der Abschnitt zu Standort, Boden und Gefäß im Überblick über Wurzel- und Knollengemüse.
Für große Knollen braucht die Pflanze Platz für eine üppige, breit aufgefächerte Blattmasse. Setz die Jungpflanzen deshalb als Einzelpflanzen mit 30 cm Abstand in der Reihe. Zwischen den Reihen lässt du 40 cm frei. Wo das Laub so viel Raum hat, kann es nach Regen auch rascher abtrocknen, und genau das gehört zur Vorbeugung gegen Septoria. Ausführlich geht es im eigenen Ratgeber darum, wie du die Beetfläche für Knollensellerie aufteilst. Gärtnerst du im Hochbeet, lies nach, was beim Knollensellerie im Hochbeet anders läuft.
Vorkultur: So ziehst du Knollensellerie aus Samen
Für die geschützte Vorkultur ist Ende Februar der empfohlene Aussaattermin. Ich säe in eine Schale mit torffreier Aussaaterde, die nährstoffarm, feinkörnig und locker ist. Selleriesamen sind Lichtkeimer, deshalb streue ich sie nur auf die Oberfläche und drücke sie leicht an. Die Saattiefe liegt damit bei 0 bis 0,5 cm.
Zum Keimen braucht die Saat Wärme: Als Minimum der Keimtemperatur gelten 18 bis 20 °C. Nach oben liegt die Grenze bei 20 bis 24 °C. Bis die ersten Keimlinge erscheinen, vergehen 14 bis 30 Tage. Während QuellungQuellung ist die Wasseraufnahme eines trockenen Samens und der erste Schritt der Keimung. Der Same schwillt dabei an, bis der innere Druck die Samenschale öffnet und die Keimwurzel austreten kann. und Keimung bleibt das Saatbett feucht, ohne zu vernässen.
Ich gieße die Anzuchtschale nie nach Augenschein. Torffreie Erde kann oben trocken wirken, obwohl sie darunter noch nass ist. Deshalb prüfe ich vorher mit dem Finger unter der Oberfläche.
Welche Aussaatmonate für deine übrigen Wurzelgemüse gelten, zeigt der Aussaatkalender für Wurzelgemüse zum Ausdrucken.
Pikieren und warm weiterziehen
Sobald die ersten Laubblätter da sind, pikierst du die Sämlinge. Löse sie vorsichtig von unten und setz sie so ein, dass die Wurzeln im Pflanzloch nicht nach oben gebogen sind. Ich setze jeden Keimling einzeln in einen eigenen Topf. Danach brauchen die Jungpflanzen einen hellen Platz und gleichmäßige Wärme.
Spätestens ab zwei Blättern, die größer als 2 cm sind, ziehst du Knollensellerie bei mindestens 16 °C weiter. Steigt die Lufttemperatur in der Anzucht über 22 °C, lüftest du regelmäßig.
Zu warm ist allerdings ebenso ungünstig wie zu dunkel. Zu wenig Licht oder zu hohe Temperatur nach dem Pikieren machen die Jungpflanzen blass, dünn und weich. Solche Pflanzen sind nach dem Auspflanzen anfälliger und wachsen langsamer an. Hast du ein Gewächshaus, lies nach, worin sich der Anbau unter Glas vom Freiland unterscheidet.
Abhärten vor dem Auspflanzen
Vor dem Auspflanzen gewöhnst du die Jungpflanzen schrittweise an draußen. Bei gutem Wetter stehen sie zunächst zeitweise geschützt im Freien. Ich stelle sie tagsüber erst in den Schatten und gewöhne sie dann allmählich an die volle Sonne.
Sellerie und Frost: was Jungpflanzen und Knollen vertragen
Beim Frost musst du zwei Phasen auseinanderhalten: die Jungpflanze im Frühjahr und die fertige Knolle im Herbst. Für beide gelten ganz unterschiedliche Grenzen.
Im Frühjahr: Kälte kann das Schossen auslösen
Ab dem Zweiblattstadium kann Kälte über 2 bis 5 Wochen bei Knollensellerie das SchossenSchossen nennt man es, wenn eine Gemüsepflanze vorzeitig in die Höhe wächst und Blütenstände bildet, statt weiter Blätter oder Knollen zu entwickeln. Typisch ist das bei Salat, Spinat und Radieschen. auslösen. Besonders kritisch sind Temperaturen von 5 bis 8 °C. Frostfrei allein reicht für jungen Sellerie also nicht, denn diese Werte liegen deutlich über dem Gefrierpunkt. Ins Freiland kommt Knollensellerie ab Mitte Mai, wenn die letzten Nachtfröste vorbei sind.
Sellerie ist eine zweijährige Pflanze. Nicht geernteter Sellerie blüht regulär im zweiten Standjahr. Schossen heißt, dass er schon im ersten Jahr in die Blüte treibt.
Im Herbst: leichte Fröste verträgt die Knolle
„Sellerie verträgt keinen Frost.“ Für die Knolle im Herbst stimmt das so nicht, denn leichte Fröste verträgt Knollensellerie. Winterhart ist er trotzdem nicht.
Wie gut die Pflanze einen Frost übersteht, hängt von Entwicklungszustand, Pflanzengesundheit, Sorte, Standort und Witterung ab. Im Beet überwintern lässt du Knollensellerie deshalb nicht. Ernten kannst du ihn nur aus ungefrorenem Boden, weil die Wurzeln sonst abbrechen können. Ich behalte im Spätherbst die Wettervorhersage im Blick und hole die Knollen, solange der Boden offen ist.
Auspflanzen: flach setzen und nicht anhäufeln
Setz die Jungpflanzen nur bis zum Wurzelhals in den Boden. Ich drücke die Erde rundherum leicht an und gieße die Pflanzen an. Auch später bleibt die Knolle frei, denn Knollensellerie wird während der ganzen Kultur nicht angehäufelt.
Knollensellerie anhäufeln wie andere Gemüse. Wird Erde um die Knolle gezogen, bilden sich keine guten Knollen. Pflanze deshalb nur bis zum Wurzelhals und lass die Knolle frei stehen.
Die MöhrenfliegeDie Möhrenfliege ist ein Gartenschädling: eine Fliege, deren weiße Maden meist über die Wurzeln in Möhren eindringen. Befallene Möhren sind von rostbraunen Fraßgängen durchzogen, und dieses Schadbild heißt Eisenmadigkeit. tritt schon im Frühjahr auf, und ein Schutznetz soll spätestens ab Flugbeginn liegen. Ich lege das Netz deshalb direkt nach dem Pflanzen auf und schließe die Ränder dicht.
Pflege im Sommer: gleichmäßig feucht, vorsichtig hacken
Im Sommer braucht Knollensellerie vor allem gleichmäßige Feuchtigkeit. Halte den Boden während des Wachstums ausreichend feucht, denn Wassermangel führt zu kleinen, zähen Knollen. Im Freiland-Erwerbsanbau gilt die Zeit von Mitte Juli bis Anfang September als Phase mit besonders hohem Wasserbedarf. Wie du so gießt, dass das Wasser die Wurzelzone erreicht, steht im Gießen-Abschnitt des Wurzelgemüse-Überblicks.
Ich mulche zwischen den Selleriepflanzen mit Grasschnitt, Erntereste und Stroh eignen sich ebenso. Die Bodenbedeckung vermindert die Verdunstung, hält die Oberfläche für Regenwasser aufnahmefähig und begrenzt BeikrautBeikraut nennt man jede Pflanze, die zwischen den angebauten Kulturpflanzen mitwächst, egal ob wild oder domestiziert, nützlich oder schädlich. Das Wort ist neutral gemeint, während „Unkraut“ eine persönliche Wertung ausdrückt..
Wo du trotzdem hackst, arbeitest du vorsichtig, damit die oberflächennahen Wurzeln geschont bleiben.
Beim Düngen gilt: Sellerie gehört im Gemüsegarten zu den Kulturen mit hohem Stickstoffbedarf. Vor der Pflanzung bekommt das Beet Kompost, ergänzend düngst du in mehreren Gaben, angepasst an den Nährstoffvorrat deines Bodens. Hoher Bedarf heißt aber nicht viel Dünger: Übermäßig viel leicht verfügbarer Stickstoff lässt die Knolle sehr schnell und üppig wachsen, und das erhöht das Risiko hohler Knollen. Wie du Wasser und Nährstoffe über die Saison verteilst, liest du im Ratgeber dazu, wie du Knollensellerie über die Wachstumsphasen gießt und düngst.
Krankheiten und Schädlinge: worauf du achtest
Am Laub kann Septoria auftreten, erkennbar an gelbbraunen bis graubraunen Flecken mit schwarzen Punkten; lange BlattnässeBlattnässe ist Wasser, das als Film oder Tropfen auf den Blättern steht, etwa nach Regen, Tau oder Gießen über die Blätter. Hält sie länger an, können Pilzerreger die Blätter leichter infizieren. und Temperaturen über 20 °C begünstigen sie. Weil starker Blattverlust den Knollenzuwachs beeinträchtigt, lohnt es sich nachzulesen, wie du das Selleriekraut gesund hältst. Gegen die Möhrenfliege, deren Larven braune Fraßgänge an der Knolle verursachen, wird ein Insektenschutznetz mit 1,2 × 1,6 mm Maschenweite empfohlen. Wie du im ganzen Wurzelbeet vorbeugst, steht im Abschnitt zu Krankheiten und Schädlingen des Wurzelgemüse-Überblicks.
Fruchtfolge und Beetnachbarn
Sellerie gehört wie Möhre und Pastinake zu den Doldenblütlern, und für Knollensellerie gilt eine Anbaupause von 4 Jahren auf derselben Fläche. Ein rechtzeitig abgeerntetes Salatbeet kannst du anschließend mit Sellerie für die Herbsternte bepflanzen. Tomaten, Gurken, Blumenkohl und weitere Kohlarten gelten als bewährte Nachbarn, auch wenn sich solche Effekte schwer nachweisen lassen; welche Beetnachbarn zu Knollensellerie passen, erklärt der Mischkultur-Ratgeber. Die Anbaupausen behältst du im Beetplaner über mehrere Jahre im Blick.
Ernte und Lagerung in Kürze
Geerntet wird von September bis November, sobald die äußeren Blätter gelb zu werden beginnen. Ich ernte bei trockenem Wetter, befreie die Knollen grob von Erde und schneide Wurzeln und Laub bis auf die Herzblätter glatt zurück. Unter optimalen Bedingungen im Kühlraum halten die Knollen 4 bis 6 Monate, für den Haushalt ist das keine Zusage. Schritt für Schritt zeigt der Ratgeber zu Ernte und Lager, wie du Knollensellerie schonend erntest und einlagerst.
Knollensellerie in der Küche
Die Knolle kannst du roh als Salat essen, braten, dünsten oder pürieren. Sellerie kann Lebensmittelallergien auslösen und muss als verwendete Zutat als Allergen gekennzeichnet werden. Ideen von Rohkost bis Püree sammelt der Ratgeber dazu, wie vielseitig du Knollensellerie roh und gegart verwenden kannst.




