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Knollensellerie im Gewächshaus oder Freiland anbauen: was wohin gehört

Zuletzt geprüft: Lesezeit: 7 Min.Von der samen.live Redaktion
Kurz & knappDie Antwort in 20 Sekunden
  • Im Gewächshaus ziehst du Knollensellerie geschützt vor, gesät wird Ende Februar.
  • Ins Freiland kommt er ab Mitte Mai nach den letzten Nachtfrösten, nur bis zum Wurzelhals gesetzt und nie angehäufelt.
  • Abstand an beiden Orten: 30 cm in der Reihe, 40 cm zwischen den Reihen.
  • Unter Glas das Laub trocken halten, denn Wärme über 20 °C und lange Blattnässe begünstigen Septoria.
  • Geerntet wird von September bis November, sobald die äußeren Blätter gelb werden.
Knollensellerie mit knorriger beiger Schale und dichtem Wurzelgeflecht am Knollenboden, mehrere Knollen nebeneinander
Foto: NoName_13 · Pixabay Content License · Quelle ↗

Wer Knollensellerie im Gewächshaus anbauen will, muss früh entscheiden, ob die Pflanzen dort nur starten oder bis zur Ernte bleiben. Ich ziehe meinen Knollensellerie unter Glas vor und setze die Jungpflanzen danach ins offene Beet. Das Gewächshaus liefert die Wärme für die Anzucht, das Beet einen offenen, sonnigen Platz mit nährstoffreichem, feuchtem Boden. Bleibt die Pflanze bis zur Ernte unter Glas, kommen Lüften, Schattieren und das komplette Gießen auf dich zu.

Gewächshaus oder Freiland: wo liegen die Unterschiede?

Unterschiede zeigen sich vor allem beim Pflanztermin, bei der Temperatur, beim Wasser und bei der Blattgesundheit. Pflanztiefe und Abstand bleiben dagegen an beiden Orten gleich.

Thema Im Gewächshaus Im Freiland
Anzucht geschützte Vorkultur, Aussaat Ende Februar, Samen nur oberflächlich Jungpflanzen aus geschützter Vorkultur
Pflanztermin richtet sich nach der Nachttemperatur unter Glas ab Mitte Mai nach den letzten Nachtfrösten
Kältegrenze ab dem Zweiblattstadium kann Kälte über 2 bis 5 Wochen Schossen auslösen, besonders kritisch sind 5 bis 8 °C gilt ebenso
Pflanztiefe nur bis zum Wurzelhals, nicht anhäufeln nur bis zum Wurzelhals, nicht anhäufeln
Abstand 30 cm in der Reihe, 40 cm Reihenabstand 30 cm in der Reihe, 40 cm Reihenabstand
Wärme Wachstum günstig um 20 °C, Dachlüftung und Schattierung einplanen offener, sonniger Platz
Wasser jede Gabe kommt von dir, direkt an den Fuß gießen im Freiland-Erwerbsanbau besonders viel Bedarf von Mitte Juli bis Anfang September
Septoria Wärme über 20 °C plus lange Blattnässe begünstigt Befall, Laub trocken halten Pflanzen so stellen, dass das Laub nach Regen rasch abtrocknet
Aussaatkalender Knollensellerie
GartenkalenderVorkultur: Februar, März, April, Mai; Blüte: Juni, Juli, August; Ernte: September, Oktober, November; Pflanzung: Mai, JuniJFMAMJJASONDVorkulturVorkultur: FebruarVorkultur: MärzVorkultur: AprilVorkultur: MaiBlüteBlüte: JuniBlüte: JuliBlüte: AugustErnteErnte: SeptemberErnte: OktoberErnte: NovemberPflanzungPflanzung: MaiPflanzung: JuniVorkulturBlüteErntePflanzung

Anzucht unter Glas: wie warm muss es im Gewächshaus sein?

Knollensellerie wird geschützt vorgezogen, gesät wird dafür Ende Februar. Die Samen sind Lichtkeimer und kommen nur oberflächlich auf die Erde. Wie Aussaat, Pikieren und Abhärten Schritt für Schritt ablaufen, beschreibe ich in einem eigenen Beitrag.

Im Gewächshaus steuerst du bei der Anzucht vor allem die Temperatur, und zwar in beide Richtungen. Nachts darf es für die Jungpflanzen nicht zu kalt werden. Tagsüber kann sich die Luft unter Glas an sonnigen Tagen stark erwärmen.

Zahl im Blick

Keimung: untere Temperaturgrenze 18 bis 20 °C. Jungpflanzen: spätestens ab zwei Blättern über 2 cm bei mindestens 16 °C weiterziehen. Lüften: während der Anzucht regelmäßig, sobald die Luft wärmer als 22 °C wird.

Stehen pikierte Pflanzen zu dunkel oder zu warm, werden sie blass, dünn und weich. Nach dem Auspflanzen sind sie dann anfälliger und wachsen langsamer an. Wer das Haus an warmen Tagen geschlossen hält, riskiert also genau diese weichen Pflanzen, weil die Wärme ohne Lüften nicht abzieht. Ich hänge deshalb ein Min-Max-Thermometer auf Höhe der Anzuchtschalen und stelle danach die Fenster ein.

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Pflanzen: wann und wie kommt der Sellerie an seinen Platz?

Ins Freiland: nach dem Frostkalender

Ins Freiland pflanzt du Knollensellerie ab Mitte Mai, wenn die letzten Nachtfröste vorbei sind. Vorher härtest du die Jungpflanzen schrittweise ab und stellst sie bei gutem Wetter zunächst zeitweise geschützt nach draußen. Kommen sie von der Fensterbank, stehen sie tagsüber erst im Schatten und gewöhnen sich allmählich an volle Sonne. Ein rechtzeitig abgeerntetes Salatbeet kannst du anschließend mit Sellerie für die Herbsternte bepflanzen.

Ins Gewächshaus: nach dem Thermometer

Unter Glas hilft dir der Frostkalender allein nicht weiter, denn dort zählt, wie kalt die Nächte im Haus tatsächlich werden. Ab dem Zweiblattstadium kann Kälte, die über 2 bis 5 Wochen anhält, bei Knollensellerie das Schossen auslösen. Besonders kritisch sind Temperaturen von 5 bis 8 °C. Wer früh in ein kühles Haus pflanzt, gewinnt deshalb keine Zeit, wenn die Nächte dort über diesen Zeitraum im kritischen Bereich liegen. Ich pflanze unter Glas erst, wenn mein Thermometer nachts nicht mehr in diesem Bereich landet. Auch für den Umzug ins Gewächshaus gewöhne ich Pflanzen von der Fensterbank allmählich an volle Sonne.

Kurz erklärt

Schossen heißt, dass die Pflanze vorzeitig einen Blütenstand treibt. Regulär blüht nicht geernteter Sellerie erst im zweiten Standjahr.

Tiefe und Abstand: drinnen wie draußen gleich

Setz die Jungpflanzen an beiden Orten nur bis zum Wurzelhals in die Erde. Häufle sie auch später nicht an, denn dann bilden sich keine guten Knollen. Große Knollen setzen eine üppige, breit aufgefächerte Blattmasse voraus, und die braucht Platz.

Zahl im Blick

In der Reihe 30 cm, zwischen den Reihen 40 cm. Einzelne Angaben nennen für die Reihe auch 40 oder 50 cm. Die Wuchsbreite liegt bei 30 bis 40 cm.

Pflanz unter Glas deshalb nicht enger als im Beet. Die Blattmasse braucht den Platz, und dicht stehendes Laub trocknet langsamer ab, was Septoria begünstigen kann.

Sellerie im Gewächshaus anbauen: was braucht er unter Glas?

Bleibt der Knollensellerie bis zur Ernte im Gewächshaus, liegen drei Aufgaben bei dir: Wärme abführen, gießen und das Laub trocken halten.

Wärme abführen: lüften und schattieren

Für das Wachstum von Sellerie gilt eine Temperatur um 20 °C als günstig. Bleibt das Laub lange nass und steigt die Temperatur über 20 °C, wächst dagegen das Risiko für Septoria-Blattflecken. Unter Glas liegen die günstige Wachstumstemperatur und die Schwelle für Septoria damit direkt beieinander, deshalb kommt es dort auf trockenes Laub an. Über Fenster im Dach zieht die Wärme im Kleingewächshaus besonders schnell ab. Plane zusätzlich eine Möglichkeit zum Schattieren ein. Blattnässeperioden von über 70 Stunden solltest du vermeiden. Kürzere Nässe schließt einen Befall aber nicht aus.

Gießen, ohne das Laub zu nässen

Unter Glas fällt kein Regen, also hängt jede Wassergabe an dir. Knollensellerie soll während des Wachstums ausreichend feucht stehen, denn Wassermangel führt zu kleinen, zähen Knollen. Prüf vor dem Gießen mit dem Finger, ob die Erde auch unter der Oberfläche noch feucht ist. Eine Mulchdecke aus Grasschnitt, Ernteresten oder Stroh vermindert die Verdunstung, und beim Hacken schonst du die oberflächennahen Wurzeln, indem du vorsichtig arbeitest.

Marias Erfahrung

Ich gieße unter Glas mit der Kanne ohne Brause direkt an den Wurzelhals, damit die Blätter trocken bleiben.

Nährstoffe und Nachbarn kurz gefasst

Sellerie hat einen hohen Stickstoffbedarf, doch übermäßig viel leicht verfügbarer Stickstoff erhöht das Risiko hohler Knollen. Ich arbeite vor der Pflanzung Kompost ein und richte weitere Gaben nach dem Boden aus.

Teilst du das Gewächshaus mit Tomaten oder Gurken, stehen dort zwei Arten, die als bewährte Mischkulturpartner für Sellerie gelten. Nachweisen lassen sich solche Nachbarschaftseffekte allerdings schwer, und Erfahrungsberichte widersprechen sich häufig. Welche Partner sonst infrage kommen, liest du im Beitrag darüber, wie Knollensellerie in Mischkultur wächst und welche Partner passen, und einzelne Kombinationen kannst du im Mischkultur-Werkzeug prüfen.

Freiland: was bietet das offene Beet?

Draußen wächst Knollensellerie an einem offenen, sonnigen Platz mit nährstoffreichem, feuchtem Boden. Im Freiland-Erwerbsanbau braucht er von Mitte Juli bis Anfang September besonders viel Wasser. Fehlt es dann, bleiben Knollenentwicklung und Ertrag begrenzt. Mulch aus Grasschnitt, Ernteresten oder Stroh hält die Bodenoberfläche für Regenwasser aufnahmefähig.

Zur Vorbeugung gegen Septoria wählst du widerstandsfähige Sorten und stellst die Pflanzen so, dass das Laub nach Regen rasch abtrocknet. Im Herbst verträgt Knollensellerie leichte Fröste. Wie gut, hängt von Entwicklungszustand, Pflanzengesundheit, Sorte, Standort und Witterung ab.

Ein dritter Weg ist das Hochbeet. Es erwärmt sich rascher und trocknet dadurch auch schneller aus, und eine Mulchdecke aus Rasenschnitt kann dem entgegenwirken. Worauf du dabei achtest, liest du im Beitrag darüber, wie du Knollensellerie im Hochbeet ziehst.

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Boden und Fruchtfolge: was gilt drinnen wie draußen?

Für Sellerie wird im Erwerbsanbau ein Boden-pH von 6 bis 7,5 angegeben, und der Boden soll fruchtbar, gleichmäßig feucht und gut durchlässig sein. Nach Knollensellerie gilt eine Fruchtwechselpause von 4 Jahren, auch im Gewächshausbeet, und deine Beetfolge über die Jahre kannst du im Beetplaner festhalten. Wie du Standort und Boden vorbereitest, zeigt dir der Beitrag darüber, wie Einsteiger Knollensellerie vom Standort bis zur Ernte anbauen, die Grundlagen zu Boden, Düngen und Fruchtfolge stehen im Wurzelgemüse-Ratgeber.

Krankheiten und Schädlinge: woran erkennst du Probleme?

Gelbbraune bis graubraune Blattflecken mit schwarzen Punkten können auf Septoria hindeuten, und starker Blattverlust beeinträchtigt den Knollenzuwachs. Braune Fraßgänge an der Knolle können von Möhrenfliegenlarven stammen, deshalb lege ich ein Insektenschutznetz mit 1,2 × 1,6 mm Maschenweite auf. Die übrigen Schadbilder findest du im Beitrag darüber, woran du Krankheiten und Schädlinge am Knollensellerie erkennst, die Grundlagen zur Vorbeugung im Wurzelgemüse-Ratgeber im Abschnitt zu Krankheiten und Schädlingen.

Ernte und Lagerung: was ändert sich unter Glas?

Sobald die äußeren Blätter anfangen zu vergilben, ist die Knolle reif, im Beet wie unter Glas. Geerntet wird bei trockenem Wetter, und dafür musst du im Gewächshaus nicht auf eine Regenpause warten. Wie du danach Wurzelgemüse erntest und kühl und feucht lagerst, steht im Wurzelgemüse-Ratgeber.

Was lohnt sich wofür?

Das Gewächshaus lohnt sich für Knollensellerie vor allem als Anzuchtort, denn gesät wird geschützt und die Jungpflanzen brauchen Wärme. Die ganze Kultur unter Glas kommt infrage, wenn du lüften, schattieren und zuverlässig gießen kannst. Ich nutze das Gewächshaus für die Anzucht und setze die abgehärteten Pflanzen ab Mitte Mai ins offene Beet.

Mini-Checkliste

Die ganze Kultur unter Glas passt, wenn diese Punkte stimmen:

  • Lüftung vorhanden, am besten im Dach
  • Schattierung möglich
  • Thermometer auf Pflanzenhöhe
  • du übernimmst jede Wassergabe und prüfst die Erde vorher mit dem Finger
  • im Haus ist Platz für denselben Abstand wie im Beet

Welche Monate für Aussaat und Pflanzung deiner übrigen Wurzelgemüse passen, zeigt dir der druckbare Kalender für dein Wurzelbeet. Wie du den Sellerie danach Phase für Phase durchs Gartenjahr begleitest, liest du in einem weiteren Beitrag.

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Häufige Fragen

Worin unterscheiden sich Freilandanbau und Gewächshauskultur bei Knollensellerie?
Im Gewächshaus ziehst du Knollensellerie geschützt vor, und bleibt er dort, übernimmst du Lüften, Schattieren und das komplette Gießen. Ins Freiland pflanzt du ab Mitte Mai nach den letzten Nachtfrösten an einen offenen, sonnigen Platz. Unter Glas begünstigen Wärme über 20 °C und lange Blattnässe Septoria, deshalb hältst du dort das Laub trocken. Pflanztiefe und Abstand bleiben an beiden Orten gleich.
Wann ist der optimale Zeitpunkt für die Jungpflanzenanzucht von Sellerie?
Für die geschützte Vorkultur säst du Knollensellerie Ende Februar. Die Samen kommen nur oberflächlich auf die Erde, weil Knollensellerie ein Lichtkeimer ist. Ins Freiland pflanzt du die abgehärteten Jungpflanzen ab Mitte Mai nach den letzten Nachtfrösten.
Was bedeutet es für die Aussaat, dass Knollensellerie ein Lichtkeimer ist?
Lichtkeimer brauchen Licht zum Keimen, deshalb säst du die Samen oberflächlich aus. Die Saattiefe liegt bei 0 bis 0,5 cm. Für die Keimung liegt die untere Temperaturgrenze bei 18 bis 20 °C. Halte die Aussaat hell und feucht, ohne sie zu vernässen.
Wie frostempfindlich ist Knollensellerie und wie schützt du die Pflanzen?
Knollensellerie ist nicht winterhart und kommt erst ab Mitte Mai nach den letzten Nachtfrösten ins Freiland. Für junge Pflanzen ist auch anhaltende Kälte riskant, denn ab dem Zweiblattstadium kann sie über 2 bis 5 Wochen das Schossen auslösen. Besonders kritisch sind 5 bis 8 °C, deshalb pflanzt du auch unter Glas erst, wenn die Nächte dort nicht mehr in diesem Bereich liegen. Im Herbst verträgt Knollensellerie leichte Fröste, abhängig von Entwicklungszustand, Pflanzengesundheit, Sorte, Standort und Witterung.
Was sind die wichtigsten Pflegemaßnahmen beim Anbau von Knollensellerie?
Halte den Boden während des Wachstums ausreichend feucht, denn Wassermangel führt zu kleinen, zähen Knollen. Eine Mulchdecke aus Grasschnitt, Ernteresten oder Stroh vermindert die Verdunstung, und beim Hacken gehst du vorsichtig vor, weil die Wurzeln oberflächennah liegen. Angehäufelt wird nicht, sonst bilden sich keine guten Knollen. Im Gewächshaus kommen Lüften und trockenes Laub dazu.
Welche Rolle spielt die Fruchtfolge beim Anbau von Selleriepflanzen?
Für Knollensellerie gilt eine Fruchtwechselpause von 4 Jahren. Sellerie zählt wie Möhre und Pastinake zu den Doldenblütlern, und Arten derselben Familie sollen auf einem Beet nicht direkt aufeinander folgen. Das gilt im Gewächshausbeet genauso wie draußen. Ein rechtzeitig abgeerntetes Salatbeet kann danach Sellerie für die Herbsternte aufnehmen.
Wie wirkt sich die Mischkultur auf den Erfolg beim Knollensellerie-Anbau aus?
Als bewährte Mischkulturpartner für Sellerie gelten Tomaten, Gurken, Blumenkohl und weitere Kohlarten. Günstige Nachbarschaftseffekte lassen sich allerdings schwer nachweisen, und Erfahrungsberichte widersprechen sich häufig. Plane deshalb für jede Pflanze ihre endgültige Größe ein und leg die Reihen für zusätzliche Partner nicht enger an.
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