Porree ernten: Woran du die Reife von Sommer-, Herbst- und Winterporree erkennst
- Die Gruppe deiner Sorte bestimmt, wann du erntest: Sommer-, Herbst- und Winterporree haben eigene Erntefenster.
- Sommerporree erntest du bei früher Anzucht von Ende Juni bis Ende August, Herbstporree von Ende August bis Ende Dezember.
- Winterporree erntest du je nach Sorte und Kulturführung von Oktober bis Mai, solange der Boden nicht gefroren ist.
- Herbst- und Winterporree bilden kürzere, dickere Stangen als Sommerporree; eine kurze, kräftige Stange ist bei ihnen kein Zeichen von Unreife.
- Ertastest du unterhalb des Laubes eine dünne Verhärtung, deutet das auf einen beginnenden Blütentrieb hin: Diese Stange erntest du zuerst.

Holst du Porree zu früh aus dem Beet, hat die Stange ihre KulturzeitDie Kulturzeit ist die Zeitspanne, die eine Gemüseart von der Aussaat oder Pflanzung bis zur Ernte braucht. Je nach Art ist sie kurz wie bei Radieschen oder lang wie bei Herbstkohl. noch nicht ausgeschöpft. Lässt du überwinterten Porree zu lange stehen, kann im Frühjahr ein verhärteter Blütentrieb in der Stange sitzen. Dazwischen liegt bei jeder Porree-Gruppe ein Erntefenster, in dem du Stange für Stange ernten kannst. Ich richte mich dabei nach drei Dingen: nach der Gruppe meiner Sorte, nach dem Erntefenster dieser Gruppe und nach dem Griff an die Stange.
Porree gibt es in drei Gruppen: Sommer-, Herbst- und Winterporree. Die Gruppe bestimmt den Kalender, also wann gesät, gepflanzt und geerntet wird. Die Frage nach der Reife beantwortest du deshalb immer zuerst über die Gruppe.
Woran du erntereifen Porree erkennst
Drei Prüfungen sagen dir, ob eine Stange erntereif ist. Ein Maßband brauchst du dafür nicht.
Steht die Gruppe in ihrem Erntefenster?
Der Kalender ist dein erster Anhaltspunkt. Steht deine Sorte im Erntefenster ihrer Gruppe, kannst du ernten. Zu welcher Gruppe sie gehört, verrät die Sortenbeschreibung auf der Saatgutpackung. Bei den Terminen hat die Packungsangabe deiner Sorte Vorrang vor jedem allgemeinen Kalender. Ich schreibe Gruppe und Saattag deshalb schon bei der Aussaat auf das Stecketikett.
Hat die Stange die Form ihrer Gruppe?
Herbst- und Winterporree bilden kürzere, dickere Stangen als Sommerporree und schmecken intensiver. Eine einheitliche Mindestdicke für alle Gruppen taugt deshalb nicht als Reifezeichen. Vergleiche jede Stange mit dem, was ihre Gruppe ausbildet.
Den weißen Teil formst du schon während der Kultur: Anhäufeln bleicht die Schäfte, die BlattachselnDie Blattachsel ist der Winkel zwischen Blattstiel und Zweig oder Stängel, also die Stelle, an der ein Blatt am Spross ansetzt. Aus ihr wachsen häufig Seitentriebe, bei Tomaten etwa die Geiztriebe. hältst du dabei frei von Erde. Wie das im Einzelnen geht, zeigt der Ratgeber dazu, wie du Porree anhäufelst und bis zur Ernte pflegst.
Steckt ein Blütentrieb in der Stange?
Beginnende Blütentriebe kannst du als dünne Verhärtung unterhalb des Laubes ertasten. Fahr dafür mit Daumen und Zeigefinger an der Stange hoch bis unter den BlattansatzDer Blattansatz ist die Stelle am Trieb oder Stängel, an der ein Blatt entspringt. Dort ist der Trieb oft zu einem Knoten verdickt; direkt darüber, im Winkel zwischen Blatt und Trieb, liegt die Blattachsel.. Spürst du dort eine harte Stelle, kommt diese Stange als Erste aus dem Beet.
SchossenSchossen nennt man es, wenn eine Gemüsepflanze vorzeitig in die Höhe wächst und Blütenstände bildet, statt weiter Blätter oder Knollen zu entwickeln. Typisch ist das bei Salat, Spinat und Radieschen. heißt, dass eine Pflanze einen Blütentrieb bildet. Beim Porree lässt sich ein beginnender, verhärteter Blütentrieb unterhalb des Laubes mit den Fingern ertasten.
Vor jedem Erntegang prüfst du fünf Punkte.
- Gruppe und Erntefenster mit dem Stecketikett abgleichen.
- Die Stangenform mit dem vergleichen, was die Gruppe ausbildet.
- Unterhalb des Laubes nach einer dünnen Verhärtung tasten.
- Winterporree bei ungefrorenem Boden ernten.
- Ein KulturschutznetzEin Kulturschutznetz, auch Gemüsefliegennetz genannt, ist ein engmaschiges Kunststoffnetz, das du locker über Gemüsebeete legst. Es hält Gemüsefliegen wie Möhren-, Kohl- und Zwiebelfliege von den Pflanzen fern, außerdem Vögel und Kaninchen. erst zum Ernten öffnen und danach wieder schließen.
Sommer-, Herbst- und Winterporree: das Erntefenster je Gruppe
Die Tabelle zeigt den Kalender der drei Gruppen von der Aussaat bis zur Ernte.
| Gruppe | Aussaat | Pflanzung | Ernte |
|---|---|---|---|
| Sommerporree | Mitte Januar bis Ende Februar unter Glas | Anfang April bis Mitte Mai | Ende Juni bis Ende August |
| Herbstporree | Mitte März bis Anfang April im FrühbeetEin Frühbeet, auch Frühbeetkasten genannt, ist ein Beetkasten, der die Wachstumsbedingungen für Gemüse verbessert. Darin kannst du früher aussäen und ein bis drei Wochen früher ernten als im offenen Beet. | Ende Mai bis Ende Juni | Ende August bis Ende Dezember |
| Winterporree | April im Frühbeet | Anfang Juli bis Anfang August | Anfang Januar bis Mai des Folgejahres |
Sommer-, Herbst- und Winterporree schließen im Kalender aneinander an. Je nach Sorte und KulturführungKulturführung bezeichnet alle Pflegearbeiten, mit denen du angebaute Pflanzen während ihres Wachstums begleitest. Dazu gehören vor allem Bewässerung, eine an den Bedarf der Pflanzen angepasste Düngung, Unkrautregulierung und vorbeugender Pflanzenschutz. kann Herbstporree schon ab Mitte August erntereif sein, Winterporree ab Oktober. Welche Sorten zu welcher Gruppe gehören, zeigt der Ratgeber dazu, welche Porree-Sorten zu Sommer-, Herbst- und Winterernte passen.
Sommerporree
Sommerporree ist die früheste Gruppe. Sein Fenster von Ende Juni bis Ende August gilt bei früher Anzucht unter Glas. Die Stangen sind länger und schlanker als bei den späteren Gruppen, der Geschmack ist milder. Weil das Beet bis Ende August frei wird, bleibt Zeit für eine NachkulturEine Nachkultur ist Gemüse, das im Sommer auf einem frei gewordenen Beet gesät oder gepflanzt wird, nachdem die erste Kultur abgeerntet ist. Es wird noch vor den ersten Frösten reif oder bleibt über den Winter stehen.: Feldsalat und Spinat kannst du nach einer rechtzeitig geräumten Vorkultur bis Mitte September direkt säen. Festhalten lässt sich die Beetfolge im Beetplaner für Haupt- und Nachkulturen.
Herbstporree
Herbstporree folgt ab Ende August und bleibt bis Ende Dezember im Erntefenster. Weil das Fenster lang ist, erntest du Stange für Stange nach Bedarf. Damit fällt die Ernte in die Zeit, in der du Allium-Bestände gegen die herbstliche Lauchminierfliege abdeckst. Von Mitte August bis Oktober sollte dafür ein feinmaschiges Netz lückenlos aufliegen. Ich schlage das Netz zum Ernten nur an einer Seite zurück und lege es danach wieder dicht auf. Den Anbau nach Bio-Grundsätzen beschreibt der Ratgeber, wie du Porree mit organischer Düngung und Mischkultur biologisch anbaust.
Winterporree: flexibel ernten, solange der Boden offen ist
Winterporree ist die Gruppe für die kalte Jahreszeit. Geeignete Winterporreesorten können über Winter im Freiland stehen bleiben. Geerntet wird dann nach Bedarf, solange der Boden nicht gefroren ist.
Gesät wird im April im Frühbeet, gepflanzt ab Anfang Juli. Nach diesem Kalender beginnt die Ernte im Januar und reicht bis in den Mai des Folgejahres. Je nach Sorte und Kulturführung kann das Fenster schon im Oktober aufgehen. Unempfindlich gegen jeden Frost ist Winterporree trotzdem nicht; was Kahlfrost und Wintersonne anrichten können, steht im Abschnitt zum Wetter.
Frühjahrsernte von überwintertem Porree
Im Frühjahr wird die Zeit knapper. Porree ist botanisch zweijährig, überwinterte Pflanzen stehen also in ihrem zweiten Jahr und damit im Jahr der Blüte. Beginnende Blütentriebe zeigen sich als dünne Verhärtung unterhalb des Laubes. Bei überwintertem Porree gehört der Tastgriff deshalb ab dem Frühjahr zu jeder Ernte, und Stangen mit Verhärtung haben Vorrang. Das Erntefenster endet im Mai.
Bei überwintertem Porree taste ich ab dem Frühjahr jede Stange ab, bevor ich die Grabegabel ansetze. Stangen mit einer harten Stelle ernte ich sofort, die übrigen bleiben stehen, bis ich sie brauche.
Wie das Wetter den Erntetag bestimmt
Beim Porree entscheidet das Wetter vor allem darüber, ob du an die Stangen herankommst und in welchem Zustand sie sind.
Winterporree erntest du bei ungefrorenem Boden. Frischer Porree hält im Gemüsefach ungefähr 5 Tage. Bleibt der Boden über eine längere Frostphase gefroren, reicht ein Vorrat aus dem Kühlschrank also nicht bis zum nächsten Erntetag. Ich hole deshalb an Tagen mit offenem Boden vor einer angekündigten Frostphase mehr Stangen als sonst und lagere sie kühl ein.
Frost kann den Stangen auch direkt schaden. Selbst Winterporree kann bei Kahlfrost, also Frost ohne schützende Schneedecke, Schäden erleiden. Starke Wintersonne begünstigt dann das Austrocknen der Blätter.
Aussaattermin und Kulturdauer: so planst du das Erntefenster
Wann du erntest, legst du schon bei der Aussaat fest. Verschiebst du den Saattermin, verschiebt sich auch das Erntefenster.
Die Kulturdauer von Porree liegt bei 140 bis 210 Tagen. Für die Termine deiner Sorte gilt die Angabe auf der Packung.
Sommerporree wird von Mitte Januar bis Ende Februar unter Glas gesät. Bei der eigenen Anzucht sollte die Temperatur vor allem beim Sommerporree nicht unter 16 °C fallen, sonst droht vorzeitige Blütenbildung. Für eine Sommerernte brauchst du also schon ab Mitte Januar einen Anzuchtplatz, der diese Wärme hält. Herbst- und Winterporree starten später im Frühbeet, Herbstporree ab Mitte März und Winterporree im April.
Alle Saattermine für Zwiebelgewächse hast du mit dem Aussaatkalender für Zwiebeln, Lauch und Knoblauch zum Ausdrucken auf einen Blick.
Zu früh oder zu spät geerntet: was dann passiert
Zu früh geerntet
Holst du Porree vor seinem Erntefenster, hat er seine Kulturdauer nicht ausgeschöpft. Bei Herbst- und Winterporree kann dir dann genau das fehlen, wofür du diese Gruppen anbaust: die kürzere, dickere Stange und der intensivere Geschmack.
Winterporree an der Länge von Sommerporree messen. Herbst- und Winterporree bleiben kürzer und werden dicker, eine kurze, kräftige Stange ist bei ihnen also kein Zeichen von Unreife.
Zu spät geerntet
Wer zu spät erntet, riskiert einen verhärteten Blütentrieb in der Stange. Auch Sommerporree kann nach einer zu kühlen Anzucht vorzeitig Blüten bilden, den Tastgriff machst du deshalb bei allen Gruppen.
Beim Herbstporree setzt der Kalender die Grenze. Sein Fenster endet Ende Dezember, und für das Stehenbleiben über Winter sind geeignete Winterporreesorten vorgesehen. Herbstporree planst du deshalb so, dass er bis zum Jahresende geerntet ist. Beim Winterporree schließt das Fenster im Mai.
Ernte, Lagerung, Winterschutz und Küche in Kürze
Zum Ernten hebelst du die Stangen mit der Grabegabel aus dem Boden. Kürzt du danach die Wurzeln, lässt du den Zwiebelboden unbeschädigt, damit Bakterien nicht leichter eindringen können. Für längere Zeit schlägst du Porree in einer Kiste mit feuchtem Sand ein, deckst ihn mit Stroh ab und stellst ihn in einen kühlen Keller. Verschimmelte Stangen entsorgst du ganz, denn Wegschneiden macht befallenes Gemüse nicht verzehrsicher. Alles Weitere steht im Ratgeber, wie du Porree schonend erntest und lange lagerst.
Beim Überwintern im Beet hast du es mit Kahlfrost und starker Wintersonne zu tun. Porree ist ein Starkzehrer und gedeiht in Boden, der reich an organischer Substanz, feucht und gut durchlässig ist. Beides vertieft der Überblick zu Standort, Boden und Klima bei Zwiebeln, Lauch und Knoblauch.
In der Küche kannst du Porree roh oder gegart verwenden. Zum Putzen halbierst du die Stange längs und wäschst die eingeschlossene Erde gründlich heraus; die grünen Enden schneidest du feiner und garst sie länger als den weißen Teil. Mehr zur Verwendung steht im Küchenabschnitt desselben Überblicks.





