Porree-Sorten im Überblick: Sommer-, Herbst- und Winterporree richtig wählen
- Bei Porree kommt vor der Sorte die Gruppe: Sommer-, Herbst- oder Winterporree legt Aussaat, Pflanzung und Ernte fest.
- Sommerporree erntest du von Ende Juni bis Ende August, bei der Anzucht sollte die Temperatur nicht unter 16 °C fallen.
- Herbst- und Winterporree bilden kürzere, dickere Stangen mit intensiverem Geschmack als die früheren Gruppen.
- Winterporree bleibt im Beet und wird bei ungefrorenem Boden von Januar bis Mai des Folgejahres geerntet.
- Für eigenes Saatgut wählst du samenfeste Sorten, denn Nachkommen von F1-Hybriden können andere Eigenschaften aufweisen.

Wer im Januar frischen Porree aus dem Beet holen will, braucht eine Sorte, die als Winterporree gedacht ist. Sommerporree ist für die Ernte von Ende Juni bis Ende August angelegt. Winterporree erntest du dagegen von Januar bis Mai des Folgejahres. Ich lege deshalb zuerst fest, wann ich ernten will, und suche erst danach die Sorte aus. Bei Porree kommt vor dem Sortennamen die Gruppe, denn sie legt Termine und Verwendung fest.
Porree oder Lauch: kurz zur Pflanze
Porree und Lauch sind zwei Namen für dasselbe Gemüse mit dem wissenschaftlichen Namen Allium porrum aus der Familie der Amaryllisgewächse. Botanisch ist Porree zweijährig, im Garten wird er meist als einjähriges Gemüse kultiviert. Wie er mit Zwiebel, Knoblauch und Schnittlauch zusammenhängt, zeigt der Überblick, wie Zwiebel, Porree, Knoblauch und Co. als Familie zusammengehören.
Sommer, Herbst oder Winter: die drei Porree-Gruppen im Kalender
Die drei Gruppen unterscheiden sich vor allem darin, wann du säst, pflanzt und erntest. Die Tabelle zeigt den üblichen Kulturkalender. In der letzten Spalte steht das Erntefenster, das sich je nach Sorte und KulturführungKulturführung bezeichnet alle Pflegearbeiten, mit denen du angebaute Pflanzen während ihres Wachstums begleitest. Dazu gehören vor allem Bewässerung, eine an den Bedarf der Pflanzen angepasste Düngung, Unkrautregulierung und vorbeugender Pflanzenschutz. ergeben kann.
| Gruppe | Aussaat | Pflanzung | Ernte | Erntefenster je nach Sorte |
|---|---|---|---|---|
| Sommerporree | Mitte Januar bis Ende Februar unter Glas | Anfang April bis Mitte Mai | Ende Juni bis Ende August | etwa Ende Juni bis September |
| Herbstporree | Mitte März bis Anfang April im FrühbeetEin Frühbeet, auch Frühbeetkasten genannt, ist ein Beetkasten, der die Wachstumsbedingungen für Gemüse verbessert. Darin kannst du früher aussäen und ein bis drei Wochen früher ernten als im offenen Beet. | Ende Mai bis Ende Juni | Ende August bis Ende Dezember | Mitte August bis Dezember |
| Winterporree | April im Frühbeet | Anfang Juli bis Anfang August | Anfang Januar bis Mai des Folgejahres | Oktober bis Mai |
Sommer-, Herbst- und Winterporree sind keine einzelnen Sorten, sondern Gruppen. Jede Gruppe hat ihren eigenen Kalender für Aussaat, Pflanzung und Ernte, die einzelnen Sorten ordnen sich darin ein.
Herbst- und Winterporree bilden kürzere, dickere Stangen als die früheren Gruppen und schmecken intensiver. Zwischen dem letzten Winterporree im Mai und dem ersten Sommerporree Ende Juni bleibt im Kalender eine Lücke. Bei Termin und Abstand hat die Angabe auf der Packung deiner Sorte Vorrang. Ich schreibe die Gruppe schon bei der Aussaat aufs Etikett, damit Sommer- und Winterporree im Beet nicht durcheinandergeraten. Alle Termine für Zwiebelgemüse auf einen Blick liefert der Aussaatkalender für Zwiebel und Knoblauch zum Ausdrucken.
Sommerporree: früh ernten, warm anziehen
Sommerporree ist die Gruppe für die früheste Ernte. Du kannst ihn bereits ab Januar im Haus vorziehenVorziehen heißt, Samen im Haus, im Gewächshaus oder im Frühbeet auszusäen und dort zu Jungpflanzen heranzuziehen. Später pflanzt du sie ins Beet oder in den Kübel aus.. Bei der eigenen Anzucht sollte die Temperatur nicht unter 16 °C fallen, sonst droht vorzeitige Blütenbildung.
Ein Beispiel für diese Gruppe ist Hilari, eine schossfeste Sommerporreesorte für die Sommer- und Frühherbsternte. Die Sorte bildet schmale, geschlossene Schäfte von 25 bis 30 cm Länge. Weil eine zu kühle Anzucht beim Sommerporree zu vorzeitiger Blütenbildung führen kann, achte ich in dieser Gruppe auf das Merkmal schossfest in der Sortenbeschreibung.
Im Sommer taste ich die Stangen unterhalb des Laubs ab. Dünne Verhärtungen an dieser Stelle können auf einen beginnenden Blütentrieb hindeuten. Weitere Zeichen für den richtigen Moment beschreibt der Ratgeber, woran du erntereifen Sommer-, Herbst- und Winterporree erkennst.
Herbstporree: dicke Stangen bis in den Dezember
Herbstporree säst du von Mitte März bis Anfang April ins Frühbeet und pflanzt ihn von Ende Mai bis Ende Juni. Geerntet wird von Ende August bis Ende Dezember, je nach Sorte auch schon ab Mitte August. Ein Beispiel ist Herbstriesen 2, ein Herbst- und Winterlauch mit dicken, geraden Schäften von 25 bis 30 cm Länge. Hilari und Herbstriesen 2 haben damit dieselbe Schaftlänge, den Unterschied macht die Dicke: schmal bei Hilari, dick bei Herbstriesen 2.
Winterporree: im Beet lassen und nach Bedarf ernten
Winterporree säst du im April ins Frühbeet und pflanzt ihn von Anfang Juli bis Anfang August. Alternativ säst du ihn von Mai bis Juni direkt ins Freiland. Zu den Winterporree-Sorten zählen etwa Blaugrüner Winter und Blaugrüner Winter/Atlanta.
Geeignete Winterporree-Sorten bleiben im Freiland stehen, und du erntest sie bei ungefrorenem Boden nach Bedarf. Im üblichen Kalender reicht das Erntefenster von Januar bis Mai des Folgejahres, je nach Sorte und Kulturführung beginnt es schon im Oktober. Dünge Winterporree im August zum letzten Mal, denn spätere Gaben können seine WinterhärteWinterhärte, auch Frosthärte genannt, beschreibt, wie viel Frost eine Pflanze verträgt. Winterharte Arten überstehen den Winter im Freien, empfindliche musst du vor dem Frost ernten oder schützen. beeinträchtigen.
Für die Winterernte lockere ich den Boden neben der Reihe mit der Grabegabel und hebe die Stangen dann heraus. Das mache ich nur an Tagen, an denen der Boden nicht gefroren ist.
„Winterporree hält jeden Frost aus.“ Er ist für die Überwinterung im Beet gedacht, kann bei Kahlfrost aber Schäden erleiden. Starke Wintersonne begünstigt dann das Austrocknen der Blätter, an sehr sonnigen Plätzen gibt ein Vlies zusätzlichen Schutz.
Samenfest oder F1: was die Sortenform für dich bedeutet
Bei Porree gibt es F1-HybridenF1-Hybriden sind Sorten, deren Saatgut aus der gezielten Kreuzung zweier ausgewählter Elternlinien stammt. Die Pflanzen dieser ersten Nachkommengeneration (F1) wachsen häufig sehr einheitlich, ihre eigenen Samen bringen die Sorte aber nicht zuverlässig wieder hervor. wie Jumper F1 und samenfeste Sorten wie Blaugrüner Herbst/Lancelot. Willst du eigenes Saatgut gewinnen, wählst du eine samenfeste Sorte, denn Nachkommen von F1-Hybriden können andere Eigenschaften aufweisen. Wer eine Sorte selbst erhält, wählt in jeder Vermehrungsgeneration geeignete sortentypische Pflanzen als Samenträger aus.
Wie Auslese eine Sorte prägt, zeigt Sevino. Die Sorte entstand aus Blaugrüner Herbst/Sevilla durch positive Massenauslese, dabei wurden ältere Generationen einbezogen, um die genetische Basis zu erweitern. Für den Biogarten erkennst du Saatgut aus ökologischer Vermehrung an den Herkunftsangaben des Anbieters.
Nach welchen Kriterien wählst du deine Porree-Sorte?
Ich gehe die Auswahl immer in derselben Reihenfolge durch: erst die Erntezeit, dann die Eigenschaften der Sorte.
Diese Fragen kläre ich vor dem Saatgutkauf.
- Wann willst du ernten? Danach richtet sich, ob du Sommer-, Herbst- oder Winterporree brauchst.
- Soll der Porree im Beet überwintern? Dann wählst du eine Sorte, die als Winterporree ausgewiesen ist.
- Schlank oder kräftig? Sommerporree wie Hilari bildet schmale Schäfte, Herbst- und Winterporree kürzere, dickere Stangen mit intensiverem Geschmack.
- Hast du einen warmen Anzuchtplatz? Beim Sommerporree sollte die Anzucht nicht unter 16 °C abkühlen.
- Willst du Saatgut gewinnen? Dann nimmst du eine samenfeste Sorte statt einer F1-Hybride.
Nennt eine Sortenbeschreibung eine Widerstandsfähigkeit gegen eine Krankheit, prüfe, gegen welchen Erreger sie gilt. Eine Garantie gegen Befall ist das nicht.
Auch der Platz zählt. Ein klassisch mit Reisig, Kompost und Gartenerde gefülltes Hochbeet setzt im ersten Jahr viel Stickstoff frei und bietet damit günstige Bedingungen für StarkzehrerStarkzehrer sind Gemüsearten mit hohem Nährstoffbedarf, vor allem an Stickstoff, etwa Kohl, Kürbis, Tomaten und Zucchini. In der Fruchtfolge kommen sie zuerst auf ein frisch versorgtes Beet, zum Beispiel nach einer Kompostgabe. wie Porree. Was im erhöhten Beet sonst anders ist, liest du im Ratgeber, worauf du beim Porree im Hochbeet achtest.
So planst du Porree über Sommer, Herbst und Winter
Im Frühjahr überschneiden sich alter und neuer Porree: Winterporree wird bis in den Mai geerntet, Sommerporree schon ab Anfang April gepflanzt. Plane deshalb so, dass der Winterporree abgeerntet ist, bevor die neuen Jungpflanzen ins Beet kommen. So senkst du das Risiko, dass überwinternder Porreerost auf sie übergeht.
Pflanzen derselben Familie sollen nicht unmittelbar aufeinander folgen, also auch Porree nicht direkt nach Zwiebeln. Gute VorfrüchteDie Vorfrucht ist die Kultur, die vor der aktuellen Kultur auf derselben Fläche stand, in der Fruchtfolge meist im Vorjahr. Sie kann Boden, Nährstoffe und Krankheitsdruck für die nachfolgende Kultur positiv oder negativ beeinflussen. sind Erbsen oder Bohnen, nach dem Porree passt Wurzelgemüse. Die Beetfolge über mehrere Jahre lege ich im Beetplaner für Beete und Fruchtfolge fest.
Als Nachbarn kommen Kohl, Möhren, Petersilie, Salat, Sellerie, Spinat und Tomaten infrage. Ob solche Nachbarschaften wirken, ist oft schwer nachzuweisen, plane Mischkultur also als Ergänzung und nicht als Schutz. Passende Kombinationen stellst du im Mischkultur-Planer für Beetnachbarn zusammen.
Anbau und Pflege kurz gefasst
Porree gilt als starkzehrend und wächst sonnig bis halbschattig in einem Boden, der reich an organischer Substanz, feucht und gut durchlässig ist. Aussaat und Pflanzung zeigt die Anleitung, wie du Porree Schritt für Schritt selbst anbaust, Düngen und Anhäufeln der Ratgeber, wie du Porree nach dem Anwachsen pflegst. Die Grundlagen für alle Zwiebelgewächse stehen im Abschnitt „Säen, stecken, pflanzen“ des Ratgebers zu Zwiebeln, Lauch und Knoblauch.
Krankheiten und Schädlinge kurz gefasst
Am Porree können unter anderem Porreerost, Purpurfleckenkrankheit, Thripse, Lauchmotte und Lauchminierfliege auftreten. Ein KulturschutznetzEin Kulturschutznetz, auch Gemüsefliegennetz genannt, ist ein engmaschiges Kunststoffnetz, das du locker über Gemüsebeete legst. Es hält Gemüsefliegen wie Möhren-, Kohl- und Zwiebelfliege von den Pflanzen fern, außerdem Vögel und Kaninchen., das gleich nach der Pflanzung aufliegt, kann den Befall durch Lauchmotte und Lauchminierfliege bremsen, gewöhnlichen Thripsbefall kannst du im Hausgarten meist tolerieren. Schadbilder und Vorbeugung erklärt der Abschnitt „Krankheiten und Schädlinge“ im Ratgeber zu Zwiebeln, Lauch und Knoblauch.
Porree in Küche und Vorrat
Porree kannst du roh oder gegart essen. Zum Putzen halbierst du die Stange längs und wäschst die eingeschlossene Erde gründlich heraus. Die grünen Enden sind essbar, schneide sie aber feiner und gare sie länger als den weißen Teil. Frischer Porree hält im Gemüsefach ungefähr 5 Tage. Winterporree, der im Beet stehen bleiben kann, holst du deshalb erst heraus, wenn du ihn brauchst. Vor dem Einfrieren blanchierst du ihn. Verschimmelte Porreestangen entsorgst du ganz, denn Wegschneiden macht sie nicht verzehrsicher.
Porree zusammen mit Äpfeln, Birnen oder Tomaten lagern. Deren Ethylenabgabe beschleunigt seinen Verderb, lagere ihn deshalb getrennt davon.






