Porree im Gewächshaus oder Freiland: Anbauvergleich nach Porree-Gruppe
- Beim Porree ist das Gewächshaus vor allem ein Anzuchtplatz: Sommerporree wird von Mitte Januar bis Ende Februar unter Glas gesät.
- Bei der Anzucht von Sommerporree sollte die Temperatur nicht unter 16 °C fallen, sonst droht vorzeitige Blütenbildung.
- Herbst- und Winterporree säst du im Frühbeet und pflanzt sie danach ins Beet.
- Geeigneter Winterporree bleibt im Freiland stehen, ein ungeheiztes Gewächshaus ist bei stärkerem Frost nicht zuverlässig frostfrei.
- Unter Glas kommt alles Wasser aus der Gießkanne, im Beet hilft der Regen mit.
- Gedüngt wird an beiden Orten nach Bodenprobe, die erste Hälfte der Gabe kommt zur Pflanzung.

Du hast ein Gewächshaus und fragst dich, ob dein Porree dort besser aufgehoben ist als im Beet. Ich frage dann zuerst zurück, wann du ernten willst, denn davon hängt die Antwort ab. Sommerporree braucht einen warmen Start unter Glas: Fällt die Temperatur bei der Anzucht unter 16 °C, droht vorzeitige Blütenbildung. Geeigneter Winterporree bleibt dagegen im Beet stehen, und du erntest ihn nach Bedarf, solange der Boden nicht gefroren ist.
Die beiden Wege schließen sich beim Porree also nicht aus. Das Gewächshaus ist vor allem der Platz für die frühe Anzucht, im Freiland wachsen die Stangen bis zur Ernte heran. Unterschiede gibt es bei Porree-Gruppe, Aussaat, Gießen und Düngung.
Gewächshaus oder Freiland: was lohnt sich wann?
Das Gewächshaus lohnt sich für Porree, wenn du früh ernten willst. Für eine frühe Ernte säst du Sommerporree von Mitte Januar bis Ende Februar unter Glas und pflanzt ihn von Anfang April bis Mitte Mai aus. Für Herbst- und Winterporree genügt ein FrühbeetEin Frühbeet, auch Frühbeetkasten genannt, ist ein Beetkasten, der die Wachstumsbedingungen für Gemüse verbessert. Darin kannst du früher aussäen und ein bis drei Wochen früher ernten als im offenen Beet. als Anzuchtplatz, danach geht es ins Beet. Wer weder Glas noch Frühbeet hat, kann im Freilandsaatbeet vorziehenVorziehen heißt, Samen im Haus, im Gewächshaus oder im Frühbeet auszusäen und dort zu Jungpflanzen heranzuziehen. Später pflanzt du sie ins Beet oder in den Kübel aus. und auspflanzen, sobald Platz frei wird. Diesen Weg wählst du für kleinere oder spätere Pflanzen.
| Frage | Gewächshaus | Freiland |
|---|---|---|
| Wofür nutzt du es beim Porree? | frühe Anzucht, vor allem von Sommerporree | Wachstum bis zur Ernte, Anzucht im Frühbeet oder SaatbeetDas Saatbett ist die vorbereitete obere Bodenschicht eines Beetes, in die du säst. Es soll eben, frei von Steinen und groben Schollen und feinkrümelig sein, und zwar umso feiner, je feiner die Samen sind. |
| Wann säst du? | Sommerporree ab Mitte Januar | Herbstporree ab Mitte März, Winterporree im April |
| Worauf achtest du besonders? | Anzucht nicht unter 16 °C, rechtzeitig lüften | Netze gegen Lauchmotte und Lauchminierfliege |
| Woher kommt das Wasser? | nur aus der Gießkanne | aus Regen, ergänzt je nach Witterung, Sonne und Wind |
| Was passiert im Winter? | ungeheizt bei stärkerem Frost nicht zuverlässig frostfrei | geeigneter Winterporree bleibt stehen, Ernte bei ungefrorenem Boden |
Welche Porree-Gruppe gehört wohin?
Beim Porree bestimmt die Gruppe den Kalender und damit auch den Anbauweg. Diese Termine gelten für die drei Gruppen:
| Gruppe | Aussaat | Pflanzung | Ernte |
|---|---|---|---|
| Sommerporree | unter Glas, Mitte Januar bis Ende Februar | Anfang April bis Mitte Mai | Ende Juni bis Ende August |
| Herbstporree | im Frühbeet, Mitte März bis Anfang April | Ende Mai bis Ende Juni | Ende August bis Ende Dezember |
| Winterporree | im Frühbeet, im April | Anfang Juli bis Anfang August | Anfang Januar bis Mai des Folgejahres |
Daraus ergibt sich eine klare Arbeitsteilung: Das Glas liefert dir den frühen Porree, das Beet den späten. Sommerporree startet unter Glas und ist ab Ende Juni erntereif, Winterporree steht über den Winter draußen. Herbst- und Winterporree haben kürzere, dickere Stangen und schmecken intensiver als Sommerporree. Bei Termin und Abstand hat die Angabe auf der Packung deiner Sorte Vorrang. Alle Saat- und Pflanztermine findest du gesammelt im Aussaatkalender für Zwiebeln, Lauch und Knoblauch.
Porree im Gewächshaus: warm vorziehen, dann auspflanzen
Auf die Wärme kommt es vor allem beim Sommerporree an. Seine Aussaat liegt zwischen Mitte Januar und Ende Februar, und die Anzucht soll in dieser Zeit nicht unter 16 °C abkühlen. Hält dein Gewächshaus das nicht, ziehst du im Haus vor; Sommerporree kannst du dort schon ab Januar anziehen. Ich stelle ein Thermometer direkt neben die Saatschalen und lese es ab, bevor ich lüfte.
Porree keimt bei mindestens 15 bis 16 °C, die Obergrenze liegt bei 18 bis 20 °C. Die Keimdauer beträgt 10 bis 21 Tage. Vorgezogener Sommerporree ist pflanzreif, wenn er ungefähr bleistiftdick ist.
Wegen dieser Obergrenze öffne ich an sonnigen Tagen rechtzeitig die Fenster. Automatische Fensteröffner lüften ein Kleingewächshaus auch dann, wenn du nicht da bist. Ausgepflanzt wird Sommerporree von Anfang April bis Mitte Mai. Beim Setzen lasse ich die Wurzeln ungekürzt, denn Einkürzen kann das Anwachsen verzögern und Ertrag kosten.
Bleibt die Frage, ob Porree ganz unter Glas wachsen soll. Seine Kulturdauer liegt bei 140 bis 210 Tagen, so lange wäre ein Gewächshausbeet belegt. Als Winterquartier taugt ein ungeheiztes Gewächshaus nur bedingt, weil es bei stärkerem Frost nicht zuverlässig frostfrei bleibt. Ich ziehe Porree deshalb unter Glas nur vor und pflanze ihn danach ins Beet.
Porree im Freiland: Beet, Frühbeet und Winter
Im Beet steht Porree sonnig bis halbschattig. Der Boden soll reich an organischer Substanz, feucht und gut durchlässig sein. Herbst- und Winterporree säst du im Frühbeet, denn unter der Abdeckung erwärmen sich Boden und Luft rasch. So lässt sich die Saison verlängern.
An sonnigen, frostfreien Tagen hebe ich die Frühbeetscheiben zum Lüften an. Seitlich packe ich den Kasten mit Stroh oder Laub ein, weil das Wärmeverluste vermindert.
Geeignete Winterporreesorten bleiben im Beet stehen, und du erntest nach Bedarf, solange der Boden nicht gefroren ist. Ganz ohne Risiko ist das nicht: Bei Kahlfrost kann auch Winterporree Schaden nehmen. Starke Wintersonne begünstigt dann das Austrocknen der Blätter.
Eine Zwischenlösung ist das Hochbeet: Sonne auf den Seitenwänden kann die Erde schneller erwärmen und einen früheren Start ermöglichen. Klassisch mit Reisig, Kompost und Gartenerde gefüllt, setzt ein Hochbeet im ersten Jahr viel Stickstoff frei, und das kommt StarkzehrernStarkzehrer sind Gemüsearten mit hohem Nährstoffbedarf, vor allem an Stickstoff, etwa Kohl, Kürbis, Tomaten und Zucchini. In der Fruchtfolge kommen sie zuerst auf ein frisch versorgtes Beet, zum Beispiel nach einer Kompostgabe. wie Porree entgegen. Was dort sonst zählt, zeigt der Ratgeber, wie du Porree im Hochbeet anbaust.
Als Nachbarn im Beet passen Kohl, Möhren, Petersilie, Salat, Sellerie, Spinat und Tomaten. Verlass dich dabei auf keine Schutzwirkung, denn günstige Nachbarschaftswirkungen sind oft schwer nachzuweisen. Kombinationen für dein Beet schlägst du nach, indem du prüfst, welche Nachbarn zu Porree passen.
Gießen unter Glas und im Beet
Porree will feuchten, gut durchlässigen Boden. Wie viel Wasser er braucht, hängt von Sorte, Witterung und Substrat ab, dazu von Sonne und Wind am Standort. Unter Glas regnet es nicht, dort kommt alles Wasser aus deiner Kanne. Im Beet übernimmt der Regen einen Teil, und du gießt nach, wenn die Erde abtrocknet.
Porree wurzelt flach und braucht feuchten Boden, deshalb zeigt dir die obere Erdschicht, ob Wasser fehlt. Ich stecke vor dem Gießen einen Finger hinein und gieße, sobald sie sich trocken anfühlt. In der Anzucht kommt das Gefäß dazu: Mehr wasserspeichernde Erde im Topf kann das Gießintervall verlängern. Kleine Anzuchtzellen prüfst du deshalb öfter als große Töpfe.
Nach einem Regentag das Gewächshaus vergessen. Unter Glas ist davon nichts angekommen, also prüfst du die Erde dort trotzdem.
Düngen: dieselbe Rechnung unter Glas und im Beet
Porree ist ein Starkzehrer, unter Glas wie im Beet. Ich dünge an beiden Orten nach demselben Schema und beginne mit einer Bodenprobe. Eine Standarduntersuchung erfasst Phosphat, Kalium und den Kalkbedarf, Stickstoff und Humus beauftragst du gesondert. Genau diese Standardwerte entscheiden über die Menge: Die Obergrenze für HorndüngerHorndünger ist der Oberbegriff für organische Dünger aus gemahlenen Hörnern und Hufen von Rindern, etwa Hornmehl und Hornspäne. Sie liefern vor allem Stickstoff und geben ihn je nach Körnung schneller oder langsamer ab. gilt für Boden, der reich an Phosphor und Kalium ist, und die Probe zeigt dir, ob deiner dazugehört.
Die Bayerische Gartenakademie empfiehlt bei unbekannten Nährstoffgehalten jährlich 3 l Kompost je m², im Frühjahr leicht eingearbeitet. Bei stark erhöhten Phosphor- oder Kaliumwerten gibst du weniger Kompost. Auf phosphor- und kaliumreichem Boden kommen zur Kompostbasis höchstens 150 g Horndünger je m²; Bodenvorrat, Humus und Klima können diese Menge senken. Die Düngung teilst du: die Hälfte zur Pflanzung, die andere Hälfte 3 bis 4 Wochen später.
Für vorgezogenen Porree heißt das: Die erste Gabe fällt auf den Pflanztag und landet im Beet, in das die Jungpflanzen umziehen. Dort hilft dir die VorfruchtDie Vorfrucht ist die Kultur, die vor der aktuellen Kultur auf derselben Fläche stand, in der Fruchtfolge meist im Vorjahr. Sie kann Boden, Nährstoffe und Krankheitsdruck für die nachfolgende Kultur positiv oder negativ beeinflussen., denn Porree eignet sich als FolgekulturEine Folgekultur ist das Gemüse, das auf einem Beet als Nächstes angebaut wird, sobald die vorige Kultur abgeerntet ist – noch im selben Gartenjahr oder im nächsten. nach Erbsen oder Bohnen. Er gedeiht außerdem besonders gut auf Boden, der schon für die Vorkultur gut versorgt wurde. Wie viel du während der Kultur nachlegst, richtet sich trotzdem nach der Bodenprobe.
Als Gründüngung vor oder nach Porree passen Lupine, Phacelia und Gelbsenf, als Nachfrucht eignet sich Wurzelgemüse. Die Folge über mehrere Jahre planst du im Beetplaner für dein Gemüsebeet. Wie du Porree ohne chemische Dünger versorgst, zeigt der Ratgeber zum Porree-Anbau nach Bio-Grundsätzen.
Pflanzen, Pflege, Netze und Ernte: was für beide Wege gilt
Gepflanzt wird in Reihen, mit 10 bis 20 cm Abstand in der Reihe. Zwischen den Reihen lässt du 30 bis 50 cm Platz; den ganzen Ablauf zeigt der Ratgeber, wie du Porree von der Saat bis zur Überwinterung anbaust.
Danach hältst du Unkraut kurz, gießt nach Bedarf und häufelst an, damit die Schäfte bleichen. Wie du dabei vorgehst und wann du nachdüngst, steht im Ratgeber zu Anhäufeln, Bleichen und Düngen von Porree.
Gegen die Lauchmotte legst du KulturschutznetzeEin Kulturschutznetz, auch Gemüsefliegennetz genannt, ist ein engmaschiges Kunststoffnetz, das du locker über Gemüsebeete legst. Es hält Gemüsefliegen wie Möhren-, Kohl- und Zwiebelfliege von den Pflanzen fern, außerdem Vögel und Kaninchen. direkt nach dem Pflanzen auf, befestigst die Ränder gut und lässt sie bis kurz vor der Ernte liegen. Gegen die Herbstgeneration der Lauchminierfliege deckst du von Mitte August bis Oktober lückenlos mit feinmaschigem Netz ab. Welche Maschenweite wogegen passt, erklärt der Abschnitt zu Krankheiten und Schädlingen bei Zwiebeln, Lauch und Knoblauch.
Frischer Porree hält im Gemüsefach des Kühlschranks ungefähr 5 Tage, deshalb holst du Winterporree lieber nach Bedarf aus dem Beet. Verschimmelte Stangen entsorgst du ganz, denn Wegschneiden macht sie nicht verzehrsicher. Den Weg bis zur Ernte begleitet der Pflege-Ratgeber für Porree, Reifezeichen und Lagerung aller Zwiebelgewächse stehen im Ratgeber zu Zwiebeln, Lauch und Knoblauch.





