Stickstoffbindung beim Alexandrinerklee: Was bei der Folgekultur ankommt
- Alexandrinerklee (Trifolium alexandrinum) ist eine einjährige, nicht winterharte Leguminose aus der Familie Fabaceae.
- Knöllchenbakterien an seinen Wurzeln bilden aus Luftstickstoff Ammonium und erhalten dafür unter anderem Zucker.
- Eine rötliche Innenfärbung der Wurzelknöllchen weist auf aktive Stickstofffixierung hin.
- Pauschale Rechenhilfe für den Garten: Einem Gründüngungsbestand von 15–30 cm Höhe werden 4 g/m² Stickstoff angerechnet.
- Der Stickstoff im Aufwuchs steht der Folgekultur je nach Boden, Witterung und Umbruch nicht vollständig zur Verfügung.
- Hohe Stickstoffgaben können die Knöllchenbakterien hemmen, eine zusätzliche Stickstoffdüngung braucht der Klee nicht.

Du säst Alexandrinerklee, damit er Stickstoff ins Beet bringt, und willst wissen, ob dein Kohl danach mit weniger Dünger auskommt. Der Klee bindet tatsächlich Luftstickstoff. Bei der FolgekulturEine Folgekultur ist das Gemüse, das auf einem Beet als Nächstes angebaut wird, sobald die vorige Kultur abgeerntet ist – noch im selben Gartenjahr oder im nächsten. kommt davon aber nicht alles an, und wie viel es wird, hängt an Aufwuchs, Witterung und Zeitpunkt. Ich hebe deshalb vor dem Mähen einzelne Pflanzen aus, schaue mir die Knöllchen an und messe die Höhe des Bestands. Erst danach plane ich die Düngung für das Gemüse, das folgt.
Was ist Alexandrinerklee?
Alexandrinerklee heißt botanisch Trifolium alexandrinum und wird auch Ägyptischer Klee genannt. Er ist eine einjährige, nicht winterharte Leguminose aus der Familie FabaceaeFabaceae ist der botanische Name der Pflanzenfamilie der Hülsenfrüchtler, die auch Leguminosen heißen. Dazu gehören etwa Erbsen, Bohnen, Linsen, Lupinen und Klee. Sie versorgen sich mithilfe von Knöllchenbakterien an den Wurzeln selbst mit Stickstoff aus der Luft. und blüht von Mai bis September. Angebaut wird er vor allem als ZwischenfruchtEine Zwischenfrucht ist eine Kultur, die zwischen zwei Hauptfrüchten auf derselben Fläche wächst, oft von der Ernte im Spätsommer bis zum nächsten Frühjahr. Sie wird als Gründüngung zur Bodenverbesserung oder, in der Landwirtschaft, als Futter angebaut. und Gründüngung, außerdem als Futterpflanze. Was Gründünger grundsätzlich bewirken, zeigt der Überblick dazu, was Gründüngung im Boden leistet.
Wie bindet Alexandrinerklee Luftstickstoff?
Der Klee holt den Stickstoff nicht selbst aus der Luft. An seinen Wurzeln leben Knöllchenbakterien, fachlich Rhizobien, die aus Luftstickstoff Ammonium bilden und die Pflanze damit versorgen. Im Gegenzug liefert ihnen der Klee unter anderem Zucker. Diese Symbiose unterscheidet Leguminosen von allen anderen Gründüngern.
Senf und Phacelia nehmen nur den Stickstoff auf, der schon im Boden vorhanden ist, und halten ihn in ihrer Pflanzenmasse fest. Das kann die Auswaschung vermindern, bringt aber keinen neuen Stickstoff ins Beet. Zusätzlichen Stickstoff tragen nur Leguminosen ein.
Fertiger Dünger liegt danach trotzdem nicht in der Erde. Leguminosen binden den Luftstickstoff in organischer Form, er steckt also im Klee selbst. Organisch gebundene Nährstoffe werden erst verfügbar, wenn das Pflanzenmaterial verrottet. Beides zusammen heißt: Der Stickstoff aus der Luft erreicht dein Gemüse erst über den verrottenden Klee.
Woran erkennst du, ob die Knöllchen arbeiten?
Heb eine Pflanze mit der Grabegabel aus dem Boden und schüttle die Erde vorsichtig ab. An den Wurzeln sitzen die Knöllchen. Schneide eines auf und schau auf die Farbe im Inneren: Eine rötliche Innenfärbung weist bei Leguminosen auf aktive Stickstofffixierung hin. Fehlt sie, fehlt dir dieser Hinweis, und du rechnest den Klee besser vorsichtig an.
Ich prüfe die Knöllchen an mehreren Stellen im Beet und nicht nur am Rand. Dafür hebe ich die Pflanzen samt Erdballen heraus, damit die feinen Wurzeln dranbleiben, und schneide die Knöllchen mit dem Fingernagel auf.
Was hemmt die Knöllchenbakterien?
Eine zusätzliche Stickstoffdüngung braucht Alexandrinerklee als stickstoffsammelnde Pflanze nicht. Für den Zwischenfruchtanbau wird nur eine Grundversorgung mit Phosphat und Kali genannt. Wie viel davon dein Beet braucht, richtet sich nach Bodenversorgung und Nährstoffentzug. Das klärt eine Bodenuntersuchung, bevor du düngst.
Den Klee zum Start kräftig mit Stickstoff düngen. Hohe Stickstoffgaben können bei Klee die Tätigkeit der Knöllchenbakterien hemmen. Du gibst dann Dünger für etwas aus, das die Bakterien übernehmen sollen.
Wie viel Stickstoff kommt bei der Folgekultur an?
Eine feste Menge gibt es nicht. Wie viel eine Gründüngung nachliefert, hängt von Pflanzenart, Aufwuchs, Jahreszeit, Bodenfeuchte und Temperatur ab. Im Garten hilft dir deshalb ein Maß, das du selbst nehmen kannst: die Höhe des Bestands.
Wie rechnest du den Klee bei der Düngung an?
Für die Gartendüngung gibt es eine pauschale Rechenhilfe. Sie rechnet einem Gründüngungsbestand je nach Aufwuchshöhe eine Stickstoffmenge an und gilt für Gründüngung allgemein, nicht nur für Klee.
| Aufwuchshöhe des Bestands | Anrechenbarer Stickstoff |
|---|---|
| unter 5 cm | 1 g/m² |
| 5–14 cm | 2 g/m² |
| 15–30 cm | 4 g/m² |
| über 30 cm | 6 g/m² |
Für Alexandrinerklee werden 20–30 cm Wuchshöhe genannt. Ein voll entwickelter Bestand liegt damit in der zweithöchsten Stufe der Tabelle. Miss trotzdem nach, denn es zählt, was in deinem Beet steht. Wird dein Bestand höher, gilt die oberste Stufe. Ich lege vor dem Mähen an mehreren Stellen den Zollstock an und trage die Stufe in meinen Düngeplan für das Folgegemüse ein.
Die Rechenhilfe bleibt eine Pauschale. Die Düngung richtest du weiter am Bedarf der Folgekultur aus und ziehst nur ab, was du dem Klee anrechnest.
In einem ökologischen Feldversuch in Köln-Auweiler enthielt der Aufwuchs der Sorte Alex vor dem Umbruch 2,43 % Stickstoff in der TrockenmasseTrockenmasse ist das Gewicht eines Materials, etwa von Erntegut oder Futter, nach Abzug des enthaltenen Wassers. Sie macht Vergleiche möglich, die nicht davon abhängen, wie feucht das Material gerade ist.. Das ist der Gehalt im Pflanzenmaterial dieses Versuchs und keine Düngegutschrift für dein Beet.
Warum kommt nicht alles an?
Der Stickstoff im Aufwuchs steht der Folgekultur je nach Boden, Witterung und Umbruch nicht vollständig zur Verfügung. Die Menge allein entscheidet außerdem nicht, weil die Freisetzung zeitlich zum Bedarf der Folgekultur passen muss.
Nachmessen kannst du den Gewinn im Garten kaum. Eine übliche Gartenbodenanalyse erlaubt keine dauerhafte Aussage über den verfügbaren Stickstoff, denn sein Gehalt schwankt stark und wird häufig gar nicht mitgemessen. Weil die Freisetzung am Wetter hängt und die Analyse den Stickstoff nicht verlässlich zeigt, bleiben dir die Aufwuchshöhe und der Blick auf die Folgekultur.
Wie weit die Angaben bei Leguminosen auseinanderliegen, zeigt der Feldanbau einer anderen Art. Im landwirtschaftlichen Lupinenanbau wird der für die Nachfrucht wieder verfügbare Stickstoff mit 20–120 kg N/ha angegeben. Auf Alexandrinerklee im Gartenbeet überträgst du diese Feldzahl nicht; sie gehört zu dem Thema, wie Lupinen Stickstoff binden.
„Leguminosen reichern den Boden immer mit Stickstoff an.“ So pauschal stimmt das nicht. Bei Körnererbsen kann der Stickstoffsaldo für die Folgefrucht trotz biologischer Stickstofffixierung positiv bis schwach negativ ausfallen. Auch beim Klee zählt, ob die Knöllchen arbeiten und wie viel vom Stickstoff die Folgekultur erreicht.
Was ändert der Schnittzeitpunkt?
Junge Pflanzen haben ein engeres Verhältnis von KohlenstoffKohlenstoff ist ein chemisches Element und der Hauptbestandteil des Humus. Pflanzen holen ihn als Kohlendioxid aus der Luft und bilden daraus bei der Photosynthese Zucker. zu Stickstoff als ältere und werden deshalb schneller umgesetzt. Verholzte Reste verrotten langsamer und können dabei vorübergehend Stickstoff aus dem Bodenvorrat binden. Schneide Alexandrinerklee deshalb früh, bevor die Stängel verholzen; für den ersten Schnitt wird spätestens der Blühbeginn genannt. Wer den Bestand zu lange stehen lässt, bekommt also eine langsamere Freisetzung und riskiert, dass dem Gemüse zunächst Stickstoff fehlt.
Wann geht Stickstoff verloren?
Zeitlich unpassendes Einarbeiten von Leguminosenaufwuchs kann die Nitratfreisetzung und die Stickstoffauswaschung verstärken. Im Frühherbst bleibt der Klee deshalb stehen, damit frei werdende Nährstoffe nicht vor der Folgekultur ausgewaschen werden. Alexandrinerklee ist nicht winterhart, und abgefrorene Gründüngung bleibt über Winter als Mulch liegen. Bei einem spät gesäten Bestand arbeitest du im Herbst also nichts ein und kümmerst dich erst im Frühjahr um die Reste.
Auch der Stickstoff aus den Knöllchen zählt zur Stickstoffzufuhr. Überschüsse können Verluste als Nitrat, Ammoniak und Lachgas begünstigen. Dünge das Gemüse nach dem Klee deshalb nicht so, als hätte dort nichts gestanden.
Was baust du nach Alexandrinerklee an?
Leguminosen-Gründüngung eignet sich als Vorfrucht für stark zehrendes Gemüse. Klee meidest du dagegen auf Beeten, auf denen kürzlich Bohnen oder Erbsen standen oder als nächste HauptkulturDie Hauptkultur ist die Gemüseart, die im Gartenjahr am längsten auf einem Beet steht, zum Beispiel Tomaten. Nach ihr richtet sich die Beetplanung: Vor-, Nach- und Zwischenkulturen werden um sie herum eingeplant. vorgesehen sind. Für Alexandrinerklee wird eine Anbaupause von 3 Jahren angesetzt, die du als Anbaupause im Beetplaner festhalten kannst. Die Regeln für alle Gründünger stehen im Gründünger-Überblick im Abschnitt zu Fruchtfolge und Mischkultur.
Wie arbeitest du den Klee ein?
Frische Gründüngungsmasse arbeitest du nur flach ein, weil sie tief vergraben unter Luftabschluss faulen kann. Danach wartest du meist etwa 2–3 Wochen bis zur nächsten Saat oder Pflanzung. Welche Technik zu Boden und Folgekultur passt, erklärt der Artikel dazu, wann und wie du Alexandrinerklee einarbeitest. Die allgemeinen Regeln stehen im Gründünger-Überblick unter Mähen und Einarbeiten.
Wann und wie säst du Alexandrinerklee?
Gesät wird von April bis September, breitwürfig in ein feinkrümeliges, gut rückverfestigtes Saatbett. Der Klee passt auf leichte bis mittelschwere, nährstoffreiche Böden mit guter Wasserversorgung; als geeigneter Boden-pH-Bereich wird 6–8 angegeben. Saatmenge, Pflege und SchröpfschnittEin Schröpfschnitt ist ein früher Schnitt im ersten Jahr nach dem Aussäen einer Blumenwiese. Er kürzt schnell wachsende Beikräuter zurück, damit die langsameren eingesäten Wildkräuter nicht überwuchert werden und genug Licht bekommen. beschreibt der Artikel dazu, wie du Alexandrinerklee anbaust und pflegst. Die Saattermine aller Arten zeigt der Aussaatkalender für Gründünger, die Grundregeln der Aussaat stehen im Gründünger-Überblick.
Was leistet der Klee außer Stickstoff im Boden?
Die Pflanzenreste bringen organische Substanz für die Folgekultur ein, und verrottende Wurzeln hinterlassen Kanäle, durch die Wasser und Luft in den Boden gelangen können. Wie sich das auf Struktur und Nährstoffe auswirkt, liest du im Artikel darüber, wie Alexandrinerklee den Gartenboden verbessert. Was Knöllchenbakterien, MykorrhizaMykorrhiza ist eine Lebensgemeinschaft zwischen bestimmten Bodenpilzen und Pflanzenwurzeln zum beiderseitigen Nutzen. Die Pilzfäden liefern der Pflanze Wasser und Nährsalze und erhalten dafür einen Teil der Kohlenhydrate, die die Pflanze durch Photosynthese bildet. und das übrige Bodenleben vom Klee haben, steht im Beitrag dazu, wie Alexandrinerklee Mikroorganismen im Boden fördert. Die Grundlagen für alle Gründünger stehen im eingangs verlinkten Überblick.





