Bodenvorbereitung für Rhabarber: Welche Bodenbeschaffenheit er braucht und wie du das Beet vorbereitest
- Rhabarber will humusreichen, mittleren bis schweren Boden mit guter Wasserhaltefähigkeit, der nicht zu Staunässe neigt.
- Lockere den Boden vor dem Pflanzen mindestens 30 cm tief und brich Verdichtungen auf.
- Für die Bodenprobe mischst du 10 bis 15 Einzelproben aus der künftigen Rhabarberfläche.
- Rhabarber wächst in sauren, neutralen und alkalischen Böden; kalke nur, wenn der Befund dazu rät.
- Pflanzzeit ist September bis Oktober; bis dahin sind Probe, Lockerung und Kompost erledigt.
- Auf eine frühere Rhabarberfläche kommt er erst nach 5 Jahren Pause wieder.

Rhabarber pflanzt du einmal und lässt ihn dann viele Jahre am selben Platz stehen. Staunässe und verdichteter Boden beeinträchtigen sein Wachstum und die Gesundheit seiner Wurzeln, und vor der Pflanzung kommst du an beides noch mit der Grabegabel heran. Ich nehme mir für ein neues Rhabarberbeet deshalb mehr Zeit als für ein Beet, das nur einen Sommer hält: erst die Bodenprobe, dann die Lockerung, zum Schluss der Kompost.
Welche Bodenbeschaffenheit braucht Rhabarber?
Rhabarber wächst am besten in humusreichem, mittlerem bis schwerem Boden mit guter Wasserhaltefähigkeit. Dieser Boden darf allerdings nicht zu Staunässe neigen. Meide Staunässe und BodenverdichtungBodenverdichtung bedeutet, dass der Boden zusammengedrückt ist und seine lockere Struktur verloren hat, vor allem durch Betreten oder Befahren in feuchtem Zustand. Wurzeln dringen dann kaum ein, und Regenwasser bleibt oft in Pfützen stehen., denn beide beeinträchtigen Wachstum und Wurzelgesundheit.
Damit fällt Rhabarber unter den Exoten und Raritäten aus der Reihe. Maracuja und Pepino wollen gut drainierten Boden, Mais einen nährstoffreichen und gut durchlässigen. Beim Rhabarber zählt dagegen, dass der Boden Wasser hält. Ein schwerer Gartenboden ist für ihn deshalb kein Mangel, solange er locker bleibt und kein Wasser staut.
Bodenart mit der Fingerprobe erkennen
Ob dein Boden eher leicht oder schwer ist, prüfst du mit der Fingerprobe. Nimm etwas feuchte Erde zwischen die Finger und versuche, sie zu formen. Feuchter Sandboden lässt sich schlecht formen. Tonreicher Boden fühlt sich klebrig an und lässt sich gut formen.
Ich mache die Probe an mehreren Stellen des geplanten Beets und vergleiche die Ergebnisse. Klebt die Erde und hält ihre Form, liegt dein Boden im schweren Bereich, mit dem Rhabarber gut zurechtkommt. Lässt sie sich kaum formen, ist er eher leicht. Dann achtest du besonders auf Humus und später während des Wachstums auf eine ausreichende Wasserversorgung.
Wo das Rhabarberbeet hinkommt
Für kräftige Stiele und hohe Erträge braucht Rhabarber einen sonnigen Platz, leichten Schatten verträgt er. Er ist eine Dauerkultur und bleibt als Richtwert über 10 Jahre stehen, wähle deshalb eine Stelle, die du langfristig entbehren kannst. Was Sonne, Wärme und Durchlässigkeit für Exoten und Raritäten allgemein bedeuten, steht im Abschnitt Standort und Boden im Überblick zu Exoten und Gemüse-Raritäten.
Bodenanalyse: Was die Probe über dein Rhabarberbeet verrät
Die Fingerprobe zeigt dir die Bodenart, aber nicht, welche Nährstoffe im Boden stecken. Das klärt eine Standard-Bodenuntersuchung: Sie erfasst Kalium, Phosphor und den pH-Wert. Diese Werte sind die Grundlage, auf der du die Düngung planst. Beim Rhabarber gehören die Ergebnisse in die Düngeplanung, denn als StarkzehrerStarkzehrer sind Gemüsearten mit hohem Nährstoffbedarf, vor allem an Stickstoff, etwa Kohl, Kürbis, Tomaten und Zucchini. In der Fruchtfolge kommen sie zuerst auf ein frisch versorgtes Beet, zum Beispiel nach einer Kompostgabe. braucht er viele Nährstoffe.
So nimmst du die Mischprobe
Für eine repräsentative Probe stichst du innerhalb einer einheitlich genutzten Fläche 10 bis 15 Einzelproben aus und mischst sie. Einheitlich heißt hier: nur der Bereich, in den der Rhabarber kommt. Rasenkanten und Nachbarbeete bleiben draußen. Ich ziehe die Einzelproben im Zickzack über die Fläche und mische sie in einem sauberen Eimer.
Nur die künftige Rhabarberfläche beproben. 10 bis 15 Einzelproben ziehen und gründlich mischen. Die Probe mit Datum und Beetnamen beschriften. Den Befund aufheben, denn du brauchst ihn auch bei späteren Düngungen.
pH-Wert: Muss der Boden für Rhabarber gekalkt werden?
Beim pH-Wert ist Rhabarber unkompliziert. Er wächst auf sauren, neutralen und alkalischen Böden. Einen bestimmten pH-Wert musst du für ihn deshalb nicht ansteuern.
Messen lässt du den pH-Wert trotzdem, er steht ja im Standardumfang der Bodenuntersuchung. Weil Rhabarber mit sauren wie alkalischen Böden zurechtkommt und der Befund den pH-Wert ohnehin zeigt, kalkst du nicht auf Verdacht. Kalke nur, wenn der Befund dazu rät, und leite die Menge aus dem Befund ab statt aus einer Faustregel.
„Rhabarber braucht sauren Boden.“ Das stimmt so nicht, er kommt mit sauren, neutralen und alkalischen Böden zurecht. Worauf es beim Rhabarberboden ankommt, sind Humus, gute Wasserhaltefähigkeit und ein Untergrund ohne Staunässe.
Boden lockern: Wie tief und womit?
Lockere den Boden für Rhabarber mindestens 30 cm tief. Dabei brichst du vor allem verdichtete Schichten auf, denn Verdichtung beeinträchtigt Wachstum und Wurzelgesundheit. Gelockert wird die ganze Fläche, die der Staude später zusteht, nicht nur das Pflanzloch.
Ich arbeite mit der Grabegabel: einstechen, den Stiel nach hinten ziehen, einen Schritt zurück. Dabei lockere ich vom Rand aus und trete nicht mehr auf die Fläche, die schon gelockert ist. Arbeite nur bei abgetrocknetem Boden. Nasser Gartenboden verdichtet, sobald du ihn betrittst.
Gleich beim Lockern arbeitest du Kompost ein. Regelmäßig eingearbeiteter Kompost verbessert bei schweren Gartenböden die KrümelstrukturKrümelstruktur bedeutet: Die Bodenteilchen halten zu lockeren, mit bloßem Auge sichtbaren Krümeln zusammen, zwischen denen viele Hohlräume bleiben. Der Boden baut sie selbst auf, getragen von aktivem Bodenleben, gutem Humus und ausreichend Ton und Kalk. und damit Luftführung und Wasserdurchlässigkeit.
Rhabarber bleibt als Richtwert über 10 Jahre am selben Platz. Eine verdichtete Schicht, die du jetzt übersiehst, liegt also über viele Jahre unter der Staude.
Ich stecke die Ecken des künftigen Rhabarberbeets mit Stäben ab, bevor ich die Grabegabel ansetze. So sehe ich beim Arbeiten, wie weit die Fläche reicht, und lockere nicht nur rund um das Pflanzloch.
Drainage: Feucht ja, nass nein
Rhabarber mag feuchten Boden, der Wasser gut hält. Staunässe solltest du dagegen meiden, denn sie beeinträchtigt Wachstum und Wurzelgesundheit. Die DrainageDrainage bedeutet, dass überschüssiges Wasser aus der Erde abfließen kann, damit keine Staunässe entsteht. Im Pflanzgefäß sorgen dafür Abzugslöcher und eine grobe Drainageschicht, etwa aus Tonscherben oder Blähton. entsteht beim Rhabarber deshalb nicht durch einen leichteren Boden, sondern durch eine offene Struktur ohne verdichtete Schichten.
Ob das gelingt, siehst du nach dem nächsten kräftigen Regen. Ich gehe dann am Beetrand entlang und schaue, ob sich auf der gelockerten Fläche irgendwo Wasser sammelt. Bleibt in einer Senke Wasser stehen, lockere die Stelle nach dem Abtrocknen noch einmal und arbeite Kompost ein. Sammelt es sich dort auch danach, passt der Platz nicht zu einer Dauerkultur, und du suchst dir eine andere Stelle.
Das Beet gleich nach einem Regen umgraben. Nasser Boden verdichtet beim Betreten, und genau diese Verdichtung willst du beim Lockern loswerden. Warte, bis die Erde nicht mehr am Werkzeug klebt und beim Lockern krümelt.
Wie du deinen Rhabarber später auf Hitze, Trockenheit und Extremwetter einstellst, steht im Ratgeber, wie du den Rhabarberanbau an den Klimawandel anpasst.
Und was ist mit Mulch?
Mulch gehört zur Pflege nach der Pflanzung. Organisches Material bringst du im Gemüsegarten in einer etwa 2 bis 3 cm dicken Schicht auf, Rindenmulch ist für Gemüsebeete ungeeignet. Wie es nach dem Setzen weitergeht, zeigt der Ratgeber, wie du Rhabarber pflanzt und bis zur ersten Ernte pflegst.
Grunddüngung: Kompost und Nährstoffe nach Befund
Die LWG beschreibt Rhabarber als Starkzehrer. Er bekommt im zeitigen Frühjahr Kompost und ergänzend Stickstoff, bevorzugt in organischer Form. Als Kompostgabe gelten für Rhabarber ca. 3 Liter je Quadratmeter. Was der Boden darüber hinaus braucht, liest du aus deinem Befund ab.
Zu einer Düngergabe gehört Wasser. Für Gemüse wie Rhabarber wird eine begleitende Wassergabe von mindestens 20 Litern je Quadratmeter empfohlen. Die Grundlagen zum Düngen findest du im Überblick zu Exoten und Gemüse-Raritäten unter Gießen und Düngen. Welche Arbeiten im Jahreslauf folgen, zeigt der Kalender, wann beim Rhabarber Frühjahrsdüngung, Ernte und Winterschutz anstehen.
Zeitplanung: In welcher Reihenfolge du vorgehst
Rhabarber pflanzt du von September bis Oktober. Bis dahin ist die Bodenvorbereitung abgeschlossen, und die Reihenfolge ergibt sich aus den Arbeitsschritten:
- Fläche prüfen: Stand dort schon Rhabarber, kommt er erst nach 5 Jahren Pause wieder auf dieselbe Fläche.
- Probe nehmen: Schick die MischprobeEine Mischprobe ist eine Bodenprobe, die aus Erde von mehreren Stellen derselben Fläche zusammengemischt wird. So zeigt die Untersuchung im Labor den Zustand der ganzen Fläche und nicht nur den einer einzelnen Stelle. so früh ins Labor, dass der Befund vor dem Lockern vorliegt.
- Lockern: Bei abgetrocknetem Boden mindestens 30 cm tief lockern und Kompost einarbeiten.
- Kalk nach Befund: Nur kalken, wenn die Bodenuntersuchung dazu rät.
- Wasser beobachten: Nach einem kräftigen Regen prüfen, ob sich irgendwo Wasser sammelt.
- Pflanzen: In der Pflanzzeit von September bis Oktober setzen.
Liegt die Fläche vorher noch frei, kannst du eine Gründüngung säen. LeguminosenHülsenfrüchte sind die in einer Hülse reifenden Samen von Schmetterlingsblütlern wie Erbse, Bohne und Linse; die Pflanzen heißen Hülsenfrüchtler oder Leguminosen. Die meisten binden mit Knöllchenbakterien an den Wurzeln Stickstoff aus der Luft. wie Klee, Wicken und Lupinen können mithilfe ihrer KnöllchenbakterienKnöllchenbakterien, auch Rhizobien genannt, sind Bodenbakterien, die mit Hülsenfrüchtlern wie Erbsen und Bohnen zusammenleben. In kleinen Knöllchen an deren Wurzeln binden sie Stickstoff aus der Luft und machen ihn für die Pflanze nutzbar. Luftstickstoff binden und die Nährstoffversorgung der FolgekulturEine Folgekultur ist das Gemüse, das auf einem Beet als Nächstes angebaut wird, sobald die vorige Kultur abgeerntet ist – noch im selben Gartenjahr oder im nächsten. verbessern.
Ich trage jede Rhabarberfläche in meinen Beetplan ein, damit ich die Anbaupause später nicht schätzen muss. Dafür eignet sich der Beetplaner, mit dem du deine Flächen über mehrere Jahre ordnest. Die Pflanztermine für Rhabarber und die übrigen Exoten findest du gesammelt im Aussaatkalender für Exoten und Raritäten zum Ausdrucken.
Das Rhabarberbeet in Zahlen
| Was | Wert |
|---|---|
| Pflanzzeit | September bis Oktober |
| Lockerungstiefe | mindestens 30 cm |
| Abstand in der Reihe | 150 cm, als Einzelstaude |
| Abstand zwischen den Reihen | 130 cm |
| Wuchshöhe | 100 bis 150 cm |
| Mischprobe | 10 bis 15 Einzelproben je einheitlich genutzter Fläche |
| Kompostgabe | ca. 3 Liter je Quadratmeter |
| Wasser zu einer Düngergabe | mindestens 20 Liter je Quadratmeter |
| Standdauer | über 10 Jahre, Richtwert |
| Anbaupause auf derselben Fläche | 5 Jahre |
Planst du daneben ein Beet für Lampionblumen, läuft die Vorbereitung anders, denn die Lampionblume will gut durchlässigen Boden. Schritt für Schritt steht das im Ratgeber, wie du den Boden für Lampionblumen vorbereitest.





