Rhabarber im Klimawandel: So passt du Schatten, Abstand und Ernte an
- Rhabarber braucht Sonne für kräftige Stiele und verträgt leichten Schatten.
- An warmen Standorten kann Schatten am späten Nachmittag die Umgebung der Staude im Sommer kühler halten.
- Abstand: 150 cm in der Reihe und 130 cm zwischen den Reihen.
- Bei Wasserstress ist auch etablierter Rhabarber deutlich weniger produktiv.
- Reguläres Ernteende ist der 24. Juni, eine Spätsommerernte kann Ertrag und Wuchskraft im Folgejahr mindern.
- Mulch kommt unter die Blätter, das Pflanzenherz bleibt frei.

Ein heißer, trockener Sommer zeigt sich beim Rhabarber im Ertrag: Eine etablierte Staude kann Trockenheit überstehen, ist bei WasserstressWasserstress bedeutet, dass eine Pflanze zu wenig Wasser bekommt. Bei Gehölzen zeigt er sich oft erst einige Monate später durch Blatt- oder Nadelfall, schwaches Wachstum und höhere Anfälligkeit für Schädlinge und Krankheiten. aber deutlich weniger produktiv. Ich setze deshalb an drei Stellen an, die ich selbst in der Hand habe: am Platz mit Schatten zur passenden Tageszeit, am Abstand und am Ende der Ernte. Beim Gießen, Düngen und Pflanzenschutz ändere ich nur, was Hitze, Trockenheit oder Nässe betrifft.
Rhabarber ist eine winterharte, mehrjährige Staude und bleibt als Richtwert über 10 Jahre am selben Platz. Was du bei der Pflanzung entscheidest, gilt also für viele Sommer.
Wie viel Schatten verträgt Rhabarber?
Für kräftige Stiele und hohe Erträge gehört Rhabarber an einen sonnigen Platz, leichten Schatten verträgt er. An warmen Standorten kann Schatten am späten Nachmittag die Umgebung der Staude im Sommer kühler halten. Ein dauerhaft schattiger Platz hat dagegen einen Nachteil: Feuchte Jahre und Schattenlagen können Blattflecken begünstigen. Für heiße Sommer suchst du also keinen Schattenplatz, sondern einen sonnigen Platz, auf den ab dem späten Nachmittag Schatten fällt. So bekommen die Stiele ihr Licht, und um die Staude kann es am Nachmittag kühler bleiben.
So findest du den Platz mit Nachmittagsschatten
Schatten am späten Nachmittag werfen Hecken, Zäune, Schuppen oder Hauswände, die westlich vom Beet stehen. Steht dein Rhabarber schon in voller Sonne, kann ein Schattiernetz auf der Westseite an heißen Nachmittagen diese Aufgabe übernehmen. Achte bei der Platzwahl auch auf Wind: Er kann Gartenpflanzen sogar bei bedecktem Himmel und mäßiger Wärme stark austrocknen.
Bevor ich einen neuen Rhabarberplatz festlege, gehe ich an einem heißen Nachmittag durch den Garten und schaue, wohin der Schatten von Hecke und Schuppen fällt. Die Stelle markiere ich mit einem Stab, gepflanzt wird dann im Herbst.
Abstand und Dauerplatz: mit der ausgewachsenen Staude planen
Rhabarber wird 100 bis 150 cm hoch und bleibt viele Jahre stehen. Ich pflanze ihn als Einzelstaude in Reihen und rechne mit diesen Maßen:
| Maß | Wert |
|---|---|
| Abstand in der Reihe | 150 cm |
| Abstand zwischen den Reihen | 130 cm |
| Wuchsform | Einzelstaude, Dauerkultur |
| Wuchshöhe | 100 bis 150 cm |
| Standdauer am selben Platz | über 10 Jahre (Richtwert) |
| AnbaupauseDie Anbaupause ist die Zeit, die vergehen sollte, bevor dieselbe Pflanzenart oder eine Art derselben Pflanzenfamilie wieder auf demselben Beet wächst. Sie beugt Krankheiten und Schädlingen vor, die sich im Boden anreichern. für Rhabarber auf derselben Fläche | 5 Jahre |
Auf einer frischen Pflanzung wirken diese Lücken groß. Kurzlebige ZwischenkulturenEine Zwischenkultur ist eine schnell wachsende Gemüsekultur, die gleichzeitig mit einer langsam wachsenden Hauptkultur auf dem Beet steht, meist in Reihen dazwischen. Sie ist geerntet, bevor die Hauptkultur den ganzen Platz braucht. können sie nutzen, solange du sie erntest, bevor sie die HauptkulturDie Hauptkultur ist die Gemüseart, die im Gartenjahr am längsten auf einem Beet steht, zum Beispiel Tomaten. Nach ihr richtet sich die Beetplanung: Vor-, Nach- und Zwischenkulturen werden um sie herum eingeplant. bedrängen.
Wer einen zu sonnigen Platz später korrigieren will, muss die Staude umsetzen und die alte Fläche für Rhabarber 5 Jahre lang meiden. Den Nachmittagsschatten plane ich deshalb schon bei der Pflanzung ein. Welche Fläche wann wieder frei ist, kannst du im Beetplaner über mehrere Jahre festhalten.
Sorten und Pflanzgut: welche Staude du vermehrst
Bei der Sortenwahl verlasse ich mich auf das, was ich im eigenen Garten sehe, und nicht auf Versprechen zur Hitzetoleranz. Ich notiere mir im Sommer, welche Staude in trockenen Wochen ihre Blätter länger aufrecht hält. Diese Staude teile ich im Oktober, damit die Teilstücke vor dem Winter noch Wurzeln bilden.
Den Weg über Samen gehe ich dafür nicht. SämlingeSämlinge sind junge Pflanzen, die durch Keimung aus dem Embryo eines Samens entstanden sind. Anders als Stecklinge oder veredelte Pflanzen gehen sie also aus einem Samen hervor. gleichen wegen Fremdbestäubung selten der Ausgangssorte, und aus Samen gezogener Rhabarber wird erst in seiner dritten Wachstumssaison geerntet. Willst du eine Staude erhalten, die bei dir gut durch heiße Sommer kommt, nimmst du also ein Rhizomstück.
Ein Teilstück braucht mindestens eine Knospe, bevorzugt nimmst du eines mit mehreren. Als Pflanzgut rechnest du mit Rhizomstücken von 400 bis 500 g. Gepflanzt wird von September bis Oktober, den Termin findest du auch im Aussaatkalender für Exoten und Raritäten zum Ausdrucken. Vor der Pflanzung lockerst du den Boden mindestens 30 cm tief. Im ersten Pflanzjahr erntest du nicht, und die junge Staude darf nicht länger austrocknen. Wie das Schritt für Schritt geht, zeigt der Ratgeber, wie du Rhabarber durch Teilung oder Aussaat vermehrst und bis zur ersten Ernte pflegst.
Häng der Staude, die du teilen willst, schon im Sommer ein Etikett an. Im Herbst zieht das Laub ein, dann lassen sich die Stauden schwer auseinanderhalten.
Erntezeit flexibel nutzen, das Ende einhalten
Die Rhabarberernte fällt in den Mai und Juni. Mit einer Vliesabdeckung im Frühjahr kannst du Austrieb und Ernte nach vorn holen. Das reguläre Ende bleibt der 24. Juni, der Grund dafür ist die Einlagerung von Reservestoffen. Flexibel bist du also am Anfang der Saison, nicht am Ende: Vlies verschiebt den Start, das Datum im Juni bleibt.
Erntereif sind mittelstarke bis dicke Stiele, deren Blätter sich glatt ausgebreitet haben. Du löst jeden Stiel mit einer ziehenden Drehbewegung vom Wurzelstock. In ein feuchtes Tuch gewickelt halten die Stiele im Kühlschrank mehrere Tage.
Junge Stauden erntest du zurückhaltender:
| Situation | Ernte |
|---|---|
| Pflanzjahr | keine Ernte |
| Zweites Jahr | nur April bis Mitte Mai |
| Aus Samen gezogen | erst in der dritten Wachstumssaison |
| Reguläres Ernteende | 24. Juni |
Im Spätsommer, wenn es wieder kühler wird, noch einmal ernten. Eine Spätsommerernte kann die Reife im nächsten Frühjahr verzögern und Ertrag sowie Wuchskraft im Folgejahr mindern. Ich lasse meine Stauden nach dem 24. Juni stehen und gieße sie nur weiter.
Wird Rhabarber nach dem 24. Juni giftig? Das Datum markiert in der gewöhnlichen Rhabarberkultur das reguläre Ernteende und ist keine allgemeine Giftgrenze. Unabhängig vom Erntetag verwendest du nur die Stängel und entfernst die oxalsäurereichen Blätter und Blattansätze vor der Zubereitung.
Trockenheit: Gießen, Mulch und Boden
Damit der Rhabarber nicht in Wasserstress gerät, gießt du in sommerlichen Trockenperioden gründlich und seltener statt ständig oberflächlich. Als Beispielwert für solche Phasen gilt eine durchdringende Gabe von 40 l je m² pro Woche. Welke Blätter allein sind kein Gießsignal, denn sie können auch von faulenden Wurzeln bei zu viel Wasser kommen. Wie du Fruchtgemüse und Raritäten gleichmäßig und mit Maß gießt und düngst, erklärt die Übersicht zu Exoten und Gemüse-Raritäten.
Mulch verteilst du unter den Blättern, das Pflanzenherz bleibt dabei frei. Auf gutem Gemüsebeetboden dürfen die abgeschnittenen gesunden Rhabarberblätter und das im Herbst einziehende Laub zur Humuserhaltung im Beet bleiben. Rasenschnitt bringst du angewelkt und so dünn aus, dass der Boden noch durchscheint, RindenmulchRindenmulch ist rohe, nicht kompostierte Baumrinde, mit der du den Boden unter Gehölzen abdeckst. Er enthält wachstumshemmende Stoffe und bindet Stickstoff im Boden, deshalb gehört er nicht ins Gemüsebeet. ist für Gemüsebeete ungeeignet.
Rhabarber braucht humusreichen, mittleren bis schweren Boden, der Wasser gut hält und nicht zu Staunässe neigt. Nach Starkregen betrittst du das nasse Beet nicht, weil das den Boden verdichtet und Verdichtung Wachstum und Wurzelgesundheit beeinträchtigt. Wie du einen neuen Platz herrichtest, zeigt der Ratgeber, wie du den Boden für Rhabarber vorbereitest. Die Grundlagen zu Sonne, Wärme und Durchlässigkeit stehen in derselben Übersicht unter Standort und Boden.
Düngen, Pflege und Gesundheit bei Hitze und Nässe
Als StarkzehrerStarkzehrer sind Gemüsearten mit hohem Nährstoffbedarf, vor allem an Stickstoff, etwa Kohl, Kürbis, Tomaten und Zucchini. In der Fruchtfolge kommen sie zuerst auf ein frisch versorgtes Beet, zum Beispiel nach einer Kompostgabe. bekommt Rhabarber im zeitigen Frühjahr Kompost und ergänzend Stickstoff, bevorzugt organisch und abgestimmt auf eine Bodenuntersuchung. Organische Dünger setzen bei Trockenheit oder stauender Nässe kaum Nährstoffe frei, feucht-warmes Wetter kann dagegen größere Nährstoffschübe auslösen. Zu jeder Düngergabe gehört deshalb Wasser: Für Rhabarber gilt eine begleitende Gabe von mindestens 20 l je m², und der Dünger kommt auf feuchten Boden. Die Grundsätze dazu stehen in der Übersicht im Abschnitt Gießen und Düngen.
Den Sommer über hältst du das Beet frei von Unkraut und entfernst bei der Stielkultur regelmäßig die BlütenständeEin Blütenstand (botanisch: Infloreszenz) ist der Teil einer Pflanze, an dem sich der Spross verzweigt und mehrere Blüten trägt. Je nach Bauweise unterscheidet man zum Beispiel Traube, Ähre, Dolde, Köpfchen und Rispe.. In den ersten ein bis zwei Jahren jätest du von Hand oder hackst flach, damit die junge Pflanze unverletzt bleibt. Einen Überblick, welche Arbeiten am Rhabarber übers Jahr anstehen, gibt der Pflegekalender, den artübergreifenden Teil findest du in der Übersicht unter Pflege und Überwintern.
Nach nassen Wochen schaue ich mir vor allem die Blätter halbschattig stehender Stauden genauer an. Wie du Krankheiten und Schädlingen bei Exoten und Raritäten vorbeugst und was du absammelst, steht in der Übersicht im Abschnitt Krankheiten und Schädlinge.





