Buschbohnen richtig gießen: Wann, wie viel und welche Fehler du vermeidest
- Gieß nach der Bodenfeuchte, nicht nach einem festen Wochentag.
- Zwischen Auflaufen und Blüte wässerst du Buschbohnen vor allem bei ausgeprägter Trockenheit.
- Nach der Hauptblüte und zur Hülsenbildung werden je nach Regen 2 bis 4 Zusatzgaben von jeweils 20 l/m² Beetfläche empfohlen.
- Gieß morgens durchdringend an den Fuß der Pflanzen statt über das Laub.
- Im Topf trocknet die Erde schneller aus: Ablauflöcher gegen Staunässe, Feuchteprobe unter der Oberfläche.

Beim Gießen von Buschbohnen kann es in zwei Richtungen schiefgehen. Nässe und verdichteter Boden beeinträchtigen die Pflanzen, doch sobald die Hülsen wachsen, brauchen sie ausreichend Wasser. Ich gieße meine Buschbohnen deshalb nicht nach Wochentag, sondern prüfe vorher die Erde. Hier liest du, wann Buschbohnen Wasser brauchen, wie viel nach der Blüte empfohlen wird und was im Topf anders läuft.
Wann brauchen Buschbohnen Wasser?
Buschbohnen brauchen nicht die ganze Saison gleich viel Wasser. Gleichmäßige Feuchte ist vor allem zu Kulturbeginn und während der Blüte gefragt, zur Hülsenbildung kommen zusätzliche Gaben dazu. Zwischen AuflaufenAuflaufen nennt man es, wenn nach der Aussaat die Keimlinge sichtbar aus der Erde kommen. Man sagt dann auch, die Saat ist aufgegangen. und Blüte hältst du dich zurück.
| Phase | So gießt du | Richtwert |
|---|---|---|
| Aussaat bis Keimung | Saat gleichmäßig feucht halten, ohne dass sich Wasser staut | Keimdauer 7 bis 21 Tage |
| Nach dem Auflaufen bis zur Blüte | vor allem bei ausgeprägter Trockenheit wässern | kein fester Wert |
| Blüte | Boden gleichmäßig feucht halten, keine Staunässe | kein fester Wert |
| Nach der Hauptblüte und zur Hülsenbildung | zusätzlich gießen, abhängig vom natürlichen Niederschlag | 2 bis 4 Gaben von jeweils 20 l/m² |
Die 20 l/m² gelten für die Beetfläche, nicht für die einzelne Pflanze. Wie viele Zusatzgaben du gibst, richtet sich nach dem Regen: In nassen Phasen bleibst du am unteren Ende der Spanne, in trockenen gehst du nach oben. Wann du säst, zeigen dir alle Aussaattermine für Bohnen und Erbsen auf einem Blatt. Die allgemeinen Regeln für alle HülsenfrüchteHülsenfrüchte sind die in einer Hülse reifenden Samen von Schmetterlingsblütlern wie Erbse, Bohne und Linse; die Pflanzen heißen Hülsenfrüchtler oder Leguminosen. Die meisten binden mit Knöllchenbakterien an den Wurzeln Stickstoff aus der Luft. findest du im Ratgeber, wie du Hülsenfrüchte je Wachstumsphase, Boden und Wetter gießt.
Typische Gießfehler bei Buschbohnen und wie du sie vermeidest
Nach Kalender gießen statt nach der Erde
Wie viel Wasser Gemüse braucht, hängt von Art und Sorte, Witterung und Boden sowie von Sonne und Wind am Standort ab. Ein fester Gießtag bildet diese Unterschiede nicht ab. Ich stecke vor dem Gießen einen Finger oder einen Holzstab neben der Reihe in die Erde. Ist sie darunter noch feucht, bleibt die Kanne stehen.
Buschbohnen müssen nicht jeden Tag gegossen werden. Zwischen Auflaufen und Blüte brauchen sie Wasser vor allem bei ausgeprägter Trockenheit. Auch später richtet sich jede Gabe nach Regen und Bodenfeuchte.
Vor der Blüte zu viel gießen
Nach dem Auflaufen gießt du Buschbohnen bis zur Blüte vor allem dann, wenn es ausgeprägt trocken ist. Nässe und Bodenverdichtungen beeinträchtigen Buschbohnen, und Hülsenfrüchte brauchen allgemein einen Standort ohne Staunässe. Wer in dieser Phase aus Gewohnheit nachgießt, obwohl die Erde noch feucht ist, schafft also genau die Nässe, die Buschbohnen beeinträchtigt.
Nach der Blüte zu knapp gießen
Zur Hülsenbildung brauchen Buschbohnen wieder ausreichend Wasser. Nach der Hauptblüte sind deshalb Zusatzgaben vorgesehen, deren Zahl sich nach dem Regen richtet. Frühes und häufiges Pflücken fördert weitere Blüten, und während der Blüte brauchen Bohnen gleichmäßige Feuchte. Die Gießsaison endet also nicht mit den ersten pflückreifen Hülsen. Ich pflücke regelmäßig und fühle dabei gleich, wie feucht die Erde unter den Pflanzen ist.
Nur die Oberfläche anfeuchten
Damit das Wasser bis zu den Wurzeln kommt, braucht es Menge. Für einen durchdringenden Gießgang im Gemüsebeet werden etwa 20 bis 25 l/m² genannt. Die Erde wird so bis ungefähr 20 cm tief feucht. Auch die Zusatzgaben für Buschbohnen liegen mit 20 l/m² in dieser Größenordnung, es sind also kräftige Durchgänge und kein kurzes Überbrausen der Reihe. Eine größere Gabe teile ich auf und lasse das Wasser zwischendurch einsickern.
Über das Laub oder in der Mittagshitze gießen
Gieß Gemüse vorzugsweise morgens direkt in den Wurzelbereich, damit die Blätter nicht unnötig nass werden. Am späten Abend verdunstet zwar ebenfalls weniger Wasser als in der Mittagshitze. Ich bleibe trotzdem beim Morgen, weil morgendliches Gießen neben Absammeln und Barrieren zu den Maßnahmen gegen Schnecken gehört. Unabhängig vom Gießen gelten gegen die Fettfleckenkrankheit an Bohnen gesundes Saatgut und das Entfernen erkrankter Pflanzen als wichtige Vorbeugung. Mehr dazu steht im Abschnitt Krankheiten und Schädlinge des Hülsenfrüchte-Ratgebers.
Buschbohnen wie Stangenbohnen oder Erbsen gießen
Stangenbohnen brauchen mehr Wasser als Buschbohnen. Gießt du beide Reihen im gleichen Takt, bekommen die Buschbohnen leicht zu viel. Das gilt besonders vor der Blüte, wenn sie Wasser vor allem bei ausgeprägter Trockenheit brauchen. Wenn du deine Beete im Beetplaner anlegst, plane beide so, dass du sie getrennt gießen kannst. Bei Erbsen steigt der Wasserbedarf mit der Fruchtbildung nach der Blüte deutlich an. Wie du damit umgehst, zeigt der Ratgeber zum Gießen von Zuckererbsen in ihren einzelnen Wachstumsphasen.
Welke Blätter sofort mit Wasser beantworten
Welke Blätter sind ein Hinweis, keine Diagnose. Kaliummangel kann sich zum Beispiel durch Welke trotz Wasserversorgung zeigen, dazu durch Vergilbungen an den Rändern und zwischen den Adern älterer bis mittelalter Blätter. Ich prüfe deshalb erst die Erde, bevor ich nachgieße. Ob tatsächlich KaliumKalium ist neben Stickstoff und Phosphor einer der wichtigsten Pflanzennährstoffe. Es regelt den Wasserhaushalt der Pflanze, festigt ihr Gewebe und macht sie widerstandsfähiger gegen Frost sowie Schaderreger wie Pilze und Insekten. fehlt, zeigt eine Bodenuntersuchung, und bei Buschbohnen gilt ohnehin, die Kaliumversorgung im Blick zu behalten. Mehr zur Versorgung mit natürlichen Mitteln liest du im Ratgeber, wie du Buschbohnen mit Kompost und Mulch natürlich düngst. Welche Zeichen bei Hülsenfrüchten eher für zu viel und welche für zu wenig Wasser sprechen, fasst der oben verlinkte Gieß-Ratgeber für Hülsenfrüchte zusammen.
Gießkanne, Tropfschlauch oder Regner?
Für Buschbohnen zählt, dass das Wasser am Fuß der Pflanzen ankommt, deshalb passt ein Regner, der über das Laub sprüht, schlecht. Die Gießkanne direkt an der Reihe leistet das ebenso wie Tropfbewässerung, die allerdings einen Filter gegen verstopfende oder verkalkende Tropfer braucht. Mehr dazu steht in den Gieß-Grundlagen für Bohnen, Erbsen und andere Hülsenfrüchte.
Boden und Mulch: Wasser im Beet halten
Eine gute BodenstrukturDie Bodenstruktur, auch Bodengefüge genannt, beschreibt, wie die festen Bestandteile des Bodens räumlich angeordnet sind. Sie bestimmt, wie viele und welche Poren es gibt, in denen sich Luft und Wasser halten. und mehr HumusHumus ist die tote organische Substanz im Boden. Er entsteht, wenn Bodenlebewesen abgestorbene Pflanzenteile, tote Tiere und Pilze zersetzen; der Humusgehalt gibt an, wie viel davon ein Boden enthält. verbessern die Wasserspeicherung, verdichtete Stellen lockerst du vor der Aussaat. Konkrete Schritte für Buschbohnen findest du im Ratgeber, wie du das Beet für Buschbohnen von der Bodenprobe bis zum Saatbeet vorbereitest.
Eine organische Mulchauflage verringert Verdunstung und Aufheizung des Bodens, Rasenschnitt legst du dafür angewelkt und dünn auf. Wo kein Mulch liegt, hacke ich flach und entferne Unkraut besonders in den ersten 4 bis 6 Wochen nach der Aussaat gründlich. Die Grundlagen zu Bodenpflege und Hacke stehen in den Abschnitten Gießen sowie Rankhilfen und Pflege des Hülsenfrüchte-Ratgebers.
Welches Gießwasser bekommen Buschbohnen?
Ob Gießwasser geeignet ist, hängt nicht nur vom pH-Wert ab. Auch die Wasserhärte und gelöste Stoffe wie Natrium und Chlorid sind dafür wichtig. Für den Boden wird bei Buschbohnen ein pH-Bereich von 5,8 bis 7,5 als geeignet genannt. Ob dein Beet darin liegt, zeigt eine Bodenuntersuchung, die im Hausgarten etwa alle 4 bis 5 Jahre empfohlen wird.
Regenwasser sammeln
Gesammeltes Regenwasser kannst du zum Gießen nutzen, und es schont die Trinkwasservorräte. Ich fange es in einer Tonne auf und prüfe vorher, von welchem Dach es kommt.
Kupfer- und Zinkdächer sowie bestimmte wurzelfest ausgerüstete Bitumenbahnen können Schadstoffe abgeben. Regenwasser von solchen Flächen nimmst du nicht für deine Bohnen.
Buschbohnen im Topf und im Hochbeet gießen
Kübelerde trocknet schneller aus als ein Beet, also greifst du dort häufiger zur Feuchteprobe. Je kleiner das Gefäß im Verhältnis zur Pflanze ist, desto häufiger musst du gießen, weil weniger Erde weniger Wasser speichert.
Für Busch- und Stangenbohnen werden je nach Sorte Gefäße mit 20 bis 60 l Volumen und mindestens 40 cm Tiefe empfohlen. Ein größeres Speichervolumen erlaubt längere Abstände zwischen den Gießgängen.
Ohne Ablauflöcher staut sich das Wasser im Gefäß, deshalb gehören sie in jeden Bohnenkübel. Als Erde eignet sich Blumen- oder Kübelpflanzenerde, möglichst torffrei, und mineralische Anteile wie Bims oder Blähton machen sie strukturstabiler. Bei torffreier Erde kann die Oberfläche schon trocken sein, während es darunter noch nass ist. Prüf die Feuchte deshalb unter der Oberfläche oder am Gewicht des Topfes.
Meine Bohnenkübel hebe ich vor dem Gießen kurz an. Ist der Topf noch schwer, warte ich mit der Kanne.
Welkt eine Kübelbohne in der Hitze, obwohl die Erde feucht ist, gießt du nicht sofort nach. Bei Topfpflanzen kann Welke unter Hitze auch in feuchter Erde auftreten, deshalb prüfst du zuerst das Substrat. Schwarze Kunststofftöpfe stellst du in einen Übertopf, damit sich der WurzelballenDer Wurzelballen ist das Geflecht aus Wurzeln und anhaftender Erde, das beim Austopfen oder Ausgraben einer Pflanze zusammenhält. Ist daran kaum noch Erde zu sehen, ist er stark durchwurzelt. nicht stark erwärmt. Sind Bohnen im Topf an WurzelfäuleBei Wurzelfäule faulen die Wurzeln einer Pflanze und sterben ab, meist weil die Erde ständig nass ist und Sauerstoff fehlt. Oft sind Schadpilze beteiligt, und die Pflanze welkt trotz feuchter Erde. eingegangen, verwendest du diese Erde nicht noch einmal.
Für den Kübel wird zum Beispiel die Buschbohne Mascotte beschrieben, die gegen Mosaikvirus und Fettfleckenkrankheit resistent ist. Auch im HochbeetEin Hochbeet ist ein erhöhtes, stabil eingefasstes Beet, das mit Erde gefüllt wird, etwa aus Holz, Stein, Beton, Metall oder Kunststoff. Es erlaubt rückenschonendes Gärtnern auf wenig Grundfläche. schaust du öfter nach, denn es erwärmt sich schneller als ein Bodenbeet und trocknet dadurch schneller aus.
Rund um Aussaat, Abstand und Ernte gibt es weitere Fehlerquellen. Welche Fehler Einsteigern bei Buschbohnen sonst noch unterlaufen, zeigt ein eigener Ratgeber.





