Buschbohnen düngen: wie viel Kompost reicht und was du weglässt
- Buschbohnen sind Schwachzehrer und brauchen auf ausreichend versorgtem Boden keinen zusätzlichen Dünger.
- Braucht das Beet etwas, kannst du bei der Bodenvorbereitung etwa 2 l reifen Kompost je m² einarbeiten.
- Keine reine Stickstoffdüngung: Hornspäne, Horngrieß und Hornmehl sind Stickstoffdünger.
- Die Kaliumversorgung behältst du im Blick, Holzasche lässt du trotzdem weg.
- Jauche und frischen Stallmist gibst du nicht unmittelbar zur Bohnenkultur.
- Notwendige Düngergaben bringst du im Frühjahr aus, nicht im Herbst.

Buschbohnen düngen heißt vor allem: erst prüfen, dann entscheiden. Bohnen zählen zu den SchwachzehrernSchwachzehrer sind Gemüse und Kräuter mit geringem Stickstoffbedarf, etwa Feldsalat, Radieschen, Rucola, Bohnen und Erbsen. Sie sind die genügsamste der drei Gruppen, nach denen man Kulturen für die Fruchtfolge einteilt. und brauchen auf einem ausreichend versorgten Beet keinen zusätzlichen Dünger. Ich schaue deshalb im Frühjahr zuerst in meinen letzten Bodenbefund, bevor irgendetwas aufs Bohnenbeet kommt. Fehlt dem Boden wirklich etwas, arbeitest du vor der Aussaat reifen Kompost ein, und reine Stickstoffdünger lässt du ganz weg.
Brauchen Buschbohnen überhaupt Dünger?
Auf ausreichend versorgtem Boden nicht. Buschbohnen sind Leguminosen, und bei ihnen können Knöllchenbakterien an den Wurzeln Luftstickstoff binden. Für ihre Versorgung gelten trotzdem zwei Regeln: keine reine Stickstoffdüngung, und die Kaliumversorgung behältst du im Blick. Was für alle Hülsenfrüchte gilt, steht im Abschnitt über das Düngen von Bohnen, Erbsen und anderen Hülsenfrüchten.
„Trotz ihrer Knöllchen brauchen Buschbohnen meist zusätzlichen Stickstoff.“ So pauschal stimmt das nicht. Als Schwachzehrer kommen Buschbohnen auf ausreichend versorgtem Boden ohne Extra-Dünger aus, und eine reine Stickstoffdüngung gehört nicht zur Bohnenkultur. Ob dein Beet überhaupt etwas braucht, zeigt die Bodenuntersuchung.
Welche Nährstoffe zählen bei Buschbohnen?
Zu den HauptnährstoffenHauptnährstoffe sind die Nährstoffe, die Pflanzen in größeren Mengen brauchen: Stickstoff, Phosphor, Kalium, Calcium, Magnesium und Schwefel. Beim Düngen im Garten stehen Stickstoff, Phosphor, Kalium und Magnesium im Vordergrund. gehören Stickstoff, Phosphor, Kalium, Magnesium, Calcium und SchwefelSchwefel ist einer der wichtigsten Pflanzennährstoffe. Pflanzen brauchen ihn vor allem für den Eiweißaufbau und nehmen ihn überwiegend als Sulfat aus dem Boden auf, zum Teil auch aus der Luft.. SpurenelementeSpurenelemente sind Nährstoffe, die Pflanzen nur in kleinen Mengen brauchen, ohne die sie aber nicht normal wachsen: Eisen, Mangan, Kupfer, Zink, Bor, Molybdän und Chlor. Man nennt sie auch Spurennährstoffe oder Mikronährstoffe. brauchen Pflanzen in viel kleineren Mengen, und im Gartenboden sind sie meist ausreichend vorhanden. Am Bohnenbeet kommt es auf drei Punkte an.
Stickstoff: keine reine Stickstoffdüngung
Auch Buschbohnen brauchen Stickstoff, eine reine Stickstoffdüngung bekommen sie trotzdem nicht. Das gilt ebenso für Hornspäne, Horngrieß und Hornmehl, denn diese Hornprodukte enthalten etwa 10 bis 14 % Stickstoff und sind damit Stickstoffdünger. Wer Hornmehl als Phosphorquelle fürs Bohnenbeet kauft, bringt also genau die reine Stickstoffgabe aus, die Buschbohnen nicht bekommen sollen.
Phosphor: nur nach Befund
Phosphor ist für den Energiehaushalt der Pflanzen wichtig. Eine zusätzliche Phosphorgabe fördert Blüten und Hülsen aber nicht pauschal. Ob dein Beet Phosphor braucht, zeigt dir der Bodenbefund und nicht der Blick auf die Blüten.
Kalium: im Blick behalten
Bei Buschbohnen achtest du auf die Kaliumversorgung. Zeigt der Bodenbefund sehr viel Phosphor und wenig Kalium, ergänzt du gezielt nur das fehlende Kalium. Ein Mehrnährstoffdünger würde sonst zusätzlich Phosphor ausbringen, den das Beet nicht braucht. Welke trotz Wasserversorgung sowie Vergilbungen an den Rändern und zwischen den Adern älterer bis mittelalter Blätter können auf Kaliummangel hindeuten. Sicher klären lässt sich das nur über den Bodenbefund.
Holzasche taucht in manchen Gartentipps als Kaliumquelle auf. Dabei reagiert Asche mit einem pH-Wert von 11 bis 13 stark alkalisch und kann Schwermetalle in den Gartenboden eintragen. Ich gebe sie deshalb nicht aufs Bohnenbeet.
Wie viel Dünger brauchen Buschbohnen?
Wie viel dein Beet braucht, zeigt eine Bodenuntersuchung, denn aus ihr ergibt sich eine Empfehlung zu Düngerart und Düngermenge. Im Hausgarten empfiehlt sie sich etwa alle 4 bis 5 Jahre, untersucht werden dabei Phosphor, Kalium und der pH-Wert. Wie du die Probe nimmst und das Beet herrichtest, liest du im Beitrag darüber, wie du den Boden für Buschbohnen vorbereitest; die Grundlagen stehen im Abschnitt Standort und Boden der Hülsenfrüchte-Übersicht.
Braucht das Beet etwas, arbeitest du bei der Bodenvorbereitung reifen Kompost ein. Für Kompost gelten diese Richtwerte:
| Was | Richtwert | Bezug |
|---|---|---|
| Kompost für Hülsenfrüchte, wenn der Boden etwas braucht | 1 bis 3 l/m² | im Jahr |
| Kompost zur Bodenvorbereitung für Buschbohnen | etwa 2 l/m² | reifer Kompost, eingearbeitet |
| Kompost-Grunddüngung im Gemüsegarten allgemein | höchstens 3 l/m² | im Frühjahr, vorhandene Nährstoffversorgung berücksichtigen |
Ich messe den Kompost mit einem Eimer mit Literskala ab, statt ihn nach Augenmaß zu verteilen. Wer zur Sicherheit mehr Kompost gibt, riskiert einen Nährstoffüberschuss: Auch häufiges Einarbeiten von Kompost kann ihn verursachen, und als Schwachzehrer brauchen Buschbohnen auf versorgtem Boden nichts dazu. Wie du Buschbohnen ausschließlich mit natürlichen Mitteln versorgst, liest du im Beitrag über Kompost, Mulch und andere natürliche Dünger für Buschbohnen.
Und mineralisch?
Organische Dünger wie Kompost wirken meist langfristiger, die Nährstoffe gewöhnlicher mineralischer Dünger sind überwiegend rasch verfügbar. Bei der Bodenvorbereitung kann ein mineralischer Dünger die Kompostgabe für Buschbohnen ersetzen. Die Menge richtest du nach der Empfehlung zu deinem Bodenbefund und nach der Gebrauchsanweisung. Reine Stickstoffdünger scheiden auch hier aus.
Wann düngst du Buschbohnen?
Notwendige Düngergaben bringst du im Frühjahr aus, nicht im Herbst, damit weniger Nährstoffe ausgewaschen werden. Den Kompost arbeitest du bei der Bodenvorbereitung vor der Aussaat ein. Gesät wird ab Mitte Mai nach den letzten Frösten, und je nach Empfehlung liegt die letzte Aussaat zwischen Anfang und Mitte Juli. Alle Termine auf einem Blatt findest du im Aussaatkalender für Hülsenfrüchte zum Ausdrucken.
Ich schreibe für jedes Beet auf, wann und wie viel Kompost es bekommen hat, dazu das Jahr der letzten Bodenuntersuchung. Vor der Bohnenaussaat lese ich dort nach, bevor ich den Eimer fülle.
Brauchen Buschbohnen eine Nachdüngung?
Auf ausreichend versorgtem Boden nicht. Während Blüte und Hülsenbildung achtest du stattdessen auf ausreichend Wasser.
Buschbohnen im Sommer mit Jauche nachdüngen. Jauche und frischen StallmistStallmist ist ein Wirtschaftsdünger aus der Tierhaltung, etwa von Rindern oder Pferden, bei dem der Dung der Tiere meist mit Einstreu vermischt ist. Er verbessert den Boden und liefert zugleich reichlich Nährstoffe. gibst du nicht unmittelbar zur Bohnenkultur.
Wirken deine Bohnen schwach, fehlt nicht automatisch ein Nährstoff. Nässe und Bodenverdichtungen beeinträchtigen Buschbohnen. Kälte, Staunässe, Trockenheit oder Verdichtung können zudem die Phosphataufnahme hemmen, obwohl genug Phosphor im Boden steckt. Mehr Phosphordünger behebt diese Ursache also nicht. Sehen meine Bohnen schlapp aus, greife ich zuerst mit dem Finger in die Erde und prüfe Feuchte und Struktur.
Buschbohnen im frisch angelegten Hochbeet
Ein klassisch mit Reisig, Kompost und Gärtnererde aufgebautes Hochbeet setzt im ersten Jahr viel organisch gebundenen Stickstoff frei. Buschbohnen bekommen ohnehin keine reine Stickstoffdüngung und brauchen auf versorgtem Boden keinen Extra-Dünger. In einem frisch gefüllten Hochbeet gebe ich meinen Buschbohnen im ersten Jahr deshalb nichts dazu. Weil ein Hochbeet schneller austrocknet als ein Bodenbeet, greife ich dort dafür öfter prüfend in die Erde.
Fruchtfolge und Gründüngung kurz gefasst
Buschbohnen kommen erst nach einer FruchtwechselpauseDie Fruchtwechselpause ist die Zeit, in der auf einem Beet weder dieselbe Gemüseart noch eine verwandte Art aus derselben Pflanzenfamilie wächst, damit sich Krankheitserreger und Schädlinge im Boden nicht so leicht vermehren. von 4 Jahren wieder auf dasselbe Beet. Unmittelbar nach Buschbohnen oder anderen Leguminosen baust du sie nicht an; als Vorkultur eignen sich Salat oder Blumenkohl, als NachkulturEine Nachkultur ist Gemüse, das im Sommer auf einem frei gewordenen Beet gesät oder gepflanzt wird, nachdem die erste Kultur abgeerntet ist. Es wird noch vor den ersten Frösten reif oder bleibt über den Winter stehen. Spinat. Als Gründüngung eignet sich Phacelia in der Fruchtfolge, weil sie mit den gängigen Gemüsearten nicht verwandt ist. Klee, Wicken und Lupinen planst du dagegen nicht unmittelbar vor oder nach Bohnen ein. Nach dem Einarbeiten einer Gründüngung wartest du meist etwa zwei bis drei Wochen bis zur Aussaat.
Welche Nachbarn zum Bohnenbeet passen, prüfst du mit dem Werkzeug für Mischkultur-Partner, auch wenn viele Nachbarschaftseffekte schwer nachzuweisen sind. Damit die Anbaupausen stimmen, trägst du deine Beete in einen Plan für Fruchtfolge und Beetbelegung ein. Die Grundlagen dazu stehen im Abschnitt Fruchtfolge und Mischkultur der Hülsenfrüchte-Übersicht.
Was neben dem Dünger für die Ernte zählt
Nach der Hauptblüte und zur Hülsenbildung empfehlen sich, abhängig vom natürlichen Niederschlag, 2 bis 4 zusätzliche Wassergaben. Jede dieser Gaben umfasst 20 l/m² Beetfläche. Frühes und häufiges Pflücken fördert weitere Blüten und kann so die Erntemenge erhöhen. Konkurrierendes Unkraut entfernst du besonders gründlich in den ersten 4 bis 6 Wochen nach der Aussaat.
Nach dem letzten Durchpflücken lasse ich die Wurzeln meiner Buschbohnen im Beet, denn verbleibende Wurzeln von Hülsenfrüchten erhalten Stickstoff, weitere Nährstoffe und organische Substanz im Boden. Welche Stolperfallen Einsteiger bei Buschbohnen sonst kennen sollten, zeigt der Beitrag über typische Anfängerfehler bei Buschbohnen.
Und bei anderen Hülsenfrüchten?
Die Regeln für Buschbohnen lassen sich nicht einfach auf die ganze Familie übertragen.
- Stangenbohnen: Für sie gilt dieselbe Grundregel ohne reine Stickstoffdüngung, sie brauchen aber mehr Wasser als Buschbohnen. Die Versorgung in den einzelnen Wachstumsphasen beschreibt der Beitrag, wie du Stangenbohnen düngst.
- Puffbohnen: Puffbohnen decken ihren Nährstoffbedarf gewöhnlich aus dem Boden, und zusätzlicher Stickstoff kann bei ihnen die StickstoffbindungStickstoffbindung heißt, dass Knöllchenbakterien an den Wurzeln von Leguminosen wie Bohnen, Erbsen oder Klee Stickstoff aus der Luft aufnehmen und in eine Form umwandeln, die Pflanzen nutzen können. der Knöllchenbakterien behindern und verzögern. Mehr dazu steht im Beitrag, wie du Puffbohnen ohne Überdüngung versorgst.
- Markerbsen: Die Nährstoffversorgung richtest du am Bodenbefund aus, und Kompost kann dort Mineraldüngung ersetzen. Details liefert der Beitrag, wie du Markerbsen bedarfsgerecht düngst.
- Sojabohnen: Das Saatgut wird vor der Aussaat mit passenden Knöllchenbakterien geimpft, und eine Stickstoff-Startdüngung unterbleibt. Wie du Soja sonst versorgst, zeigt der Beitrag, wie du Sojabohnen düngst.





