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Markerbsen im Jahresverlauf: Aussaat- und Erntekalender von April bis August

Zuletzt geprüft: Lesezeit: 8 Min.Von der samen.live Redaktion
Kurz & knappDie Antwort in 20 Sekunden
  • Markerbsen säst du vorzugsweise ab April, das Aussaatfenster reicht bis in den Mai.
  • Gesät wird erst, wenn der Boden abgetrocknet und schon etwas erwärmt ist.
  • Geerntet wird von Juni bis August, jung und in mehreren Durchgängen, bevor die grünen Kerne hart werden.
  • Die Ernte streckst du eher über Sorten mit unterschiedlicher Reifezeit als über viele Folgesaaten.
  • Für einen späten Anbau im Juni oder Juli eignen sich bei Erbsen nur frühe Sorten.
Nahaufnahme von Erbsenschoten und Blättern an einer Pflanze im Freiland
Foto: www.kaboompics.com · Pexels License · Quelle ↗

Wer Markerbsen nach Gefühl sät, legt sie schnell in sehr nasse Erde, in der die Samen faulen können. Ich plane meine Markerbsen deshalb vom Kalender her: wann ich säe, wann die Rankhilfe kommt, wann ich pflücke und was danach aufs Beet folgt. Markerbsen baust du für die frischen Kerne an, Zuckererbsen für die junge Hülse und Palerbsen auch für die Trockensamen. Das Aussaatfenster ist bei Markerbsen kürzer als bei Pal- oder Zuckererbsen. Auch die Ernte lässt sich nur begrenzt in den Sommer strecken. Hier gehe ich das Jahr Monat für Monat mit dir durch.

Der Markerbsen-Kalender auf einen Blick

Die Tabelle fasst das Gartenjahr zusammen. Die Abschnitte darunter erklären, worauf es bei den einzelnen Schritten ankommt.

Zeitpunkt Was im Beet ansteht
Februar oder März Frühe Sorten auf Wunsch in Töpfen vorziehen
Anfang März Spinat in die späteren Zwischenräume säen, wenn die Erbsen Anfang April mit 50 cm Reihenabstand folgen
März bis April Vorgezogene Erbsen auspflanzen
April bis Mai Direktsaat ins Freiland, sobald der Boden abgetrocknet und etwas erwärmt ist
bei etwa 10 cm Pflanzenhöhe Rankhilfe für hochwachsende Sorten stecken
nach dem Auflaufen Zwischen den Reihen hacken oder jäten
Mai bis Juni Blütezeit, zugleich Eiablage des Erbsenwicklers
nach der Blüte Mit der Fruchtbildung steigt der Wasserbedarf stark an
Juni bis August Ernte: jung pflücken und den Bestand mehrmals durchgehen
Juni oder Juli Später Anbau nur noch mit frühen Sorten
Mitte Juni Nach früh geräumten Erbsen zum Beispiel Rosenkohl pflanzen
Juli Frei werdende Beete bis Monatsende mit vorgezogenen Winterendivien, Zuckerhut, Fenchel oder Chinakohl bepflanzen, wenn die Pflanzenfamilien in die Fruchtfolge passen
September Auf spät geräumten Beeten noch Feldsalat oder Spinat säen, wenn die Fruchtfolge passt

Für die Pinnwand gibt es alle Aussaattermine der Hülsenfrüchte auf einem Blatt zum Ausdrucken.

Marias Erfahrung

Ich übertrage diese Tabelle jeden Winter in meinen Gartenkalender und trage die Sorten ein, die ich säen will. Am Aussaattag notiere ich das Datum, beim ersten Pflücken ebenfalls. Im nächsten Winter lege ich die Notizen neben den neuen Plan.

Aussaatkalender Markerbsen
GartenkalenderVorkultur: Februar, März; Aussaat: März, April, Mai, Juni; Blüte: Mai, Juni; Ernte: Juni, Juli, AugustJFMAMJJASONDVorkulturVorkultur: FebruarVorkultur: MärzAussaatAussaat: MärzAussaat: AprilAussaat: MaiAussaat: JuniBlüteBlüte: MaiBlüte: JuniErnteErnte: JuniErnte: JuliErnte: AugustVorkulturAussaatBlüteErnte

Wann säst du Markerbsen?

Markerbsen säst du im Garten vorzugsweise ab April, das Fenster reicht bis in den Mai. Palerbsen dürfen schon ab März in die Erde, Zuckererbsen noch bis in den Juni. Die Tabelle stellt die drei Gruppen nebeneinander:

Angabe Markerbse Palerbse Zuckererbse
Aussaat April bis Mai März bis Mai April bis Juni
Keimtemperatur 12 bis 18 °C 10 bis 16 °C 12 bis 18 °C
Keimdauer 7 bis 14 Tage 7 bis 14 Tage 7 bis 14 Tage
Saattiefe 3 bis 4 cm 3 bis 4 cm 3 bis 4 cm
Abstand in der Reihe 3 bis 5 cm 3 bis 5 cm 3 bis 5 cm
Reihenabstand 50 cm 40 cm 50 cm
Stütze hohe Sorten stützen hohe Sorten stützen hohe Sorten stützen
Kulturdauer 56 bis 91 Tage 77 bis 91 Tage 77 bis 91 Tage
Ernte Juni bis August Juni bis Juli Juni bis September

Der spätere Start der Markerbsen passt zu zwei Angaben: Palerbsen vertragen leichten Frost, und ihre Keimtemperatur liegt niedriger. Die Saattiefe deiner Sorte auf der Saatguttüte geht der Tabelle vor. Die anderen Erbsengruppen findest du in der Übersicht, wie du Erbsen im Garten anbaust.

Der Boden gibt den Starttermin vor

Der Monat allein entscheidet nicht. Für frühe Aussaaten muss der Boden ausreichend abgetrocknet und schon etwas erwärmt sein. Sehr nassen Boden meidest du, weil Erbsensamen darin faulen können. Ich greife vor dem Säen in die obere Erdschicht: Krümelt sie, säe ich, schmiert sie, warte ich ab.

Markerbsen gelten nicht als winterhart, eine Herbstsaat zum Überwintern sieht ihr Kalender nicht vor. Ihr Platz ist sonnig, der Boden tiefgründig, humos und ohne Staunässe. Auf ausreichend versorgtem Boden brauchen sie als Schwachzehrer keinen zusätzlichen Dünger. Die Grundlagen stehen im Abschnitt Standort und Boden für Bohnen, Erbsen und andere Hülsenfrüchte.

Hochbeet und Abdeckung: früher starten

Ein Hochbeet erwärmt sich schneller als ein Bodenbeet, trocknet dafür aber auch schneller aus. Plane dort ein, dass Erbsen die Fläche bis Juni oder Juli belegen. Welche Unterschiede es sonst gibt, erkläre ich im Beitrag darüber, was bei Markerbsen im Hochbeet anders ist als im Gartenbeet.

Frühbeetkästen und andere Verfrühungsabdeckungen können die Ernte im Gemüsebau um 1 bis 3 Wochen vorziehen. Einen festen Vorsprung für deine Erbsen garantiert das nicht. Bei Temperaturen über 30 °C bilden Erbsen weniger Blüten. Steigen die Temperaturen stark, nimmst du Vlies oder Folie ab, damit sich darunter keine Hitze staut. Wähle dafür einen trüben oder regnerischen Tag, dann trifft die Sonne die Pflanzen nicht abrupt.

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Kann man Markerbsen vorziehen?

Die übliche Methode bei Markerbsen ist die Direktsaat. Frühe Sorten kannst du aber ab Februar oder März in Töpfen vorziehen, um früher zu ernten. Nimm dafür tiefe Töpfe und säe etwa 5 cm tief. Die Jungpflanzen brauchen einen hellen Platz und regelmäßig Wasser. Zu wenig Licht bei zu warmer Anzucht macht sie bleich, dünn und weich. Ich stelle die Töpfe deshalb ans hellste Fenster und prüfe die Erde mit dem Finger, bevor ich gieße. Ausgepflanzt werden vorgezogene Erbsen im März und April.

Staffelaussaat: Wie weit lässt sich die Ernte strecken?

Die Erntezeit der Markerbsen reicht von Juni bis August. Folgesaaten strecken die Erbsenernte nur bedingt, Sorten mit unterschiedlicher Reifezeit dagegen verteilen sie. Du kombinierst deshalb lieber eine frühe mit einer später reifenden Sorte, statt dieselbe Sorte immer wieder nachzusäen.

Das eigentliche Fenster der Markerbsen endet im Mai. Wer im Juni oder Juli noch sät, greift ausschließlich zu frühen Sorten. Einzelne Sorten sind ausdrücklich für den Satzanbau beschrieben: Bei ‘Evita’ verlängert ein satzweiser Anbau die Erntezeit. Du verteilst die Aussaat dann auf mehrere Termine im April und Mai.

Von der Aussaat bis zur Ernte vergehen bei Markerbsen 56 bis 91 Tage. Wo deine Sorte in dieser Spanne liegt, verrät ihre Reifeangabe.

Mythos-Check

„Wer nur oft genug nachsät, erntet Markerbsen bis in den Herbst.“ Bei Erbsen strecken Folgesaaten die Ernte nur bedingt. Verteilen lässt sie sich über Sorten mit unterschiedlicher Reifezeit. Für einen späten Anbau im Juni oder Juli eignen sich nur frühe Sorten.

Welche Sorten passen zu welchem Termin?

Für den Kalender zählen bei der Sortenwahl vor allem Reifezeit und Wuchshöhe. Diese Markerbsen sind mit Eigenschaften beschrieben, die deine Planung betreffen:

Sorte Beschriebene Eigenschaft Bedeutung für deinen Kalender
‘Wunder von Kelvedon’ frühe Pflückreife erster Satz im April; als frühe Sorte grundsätzlich auch für späte Termine denkbar
‘Evita’ satzweiser Anbau verlängert die Erntezeit mehrere Sätze im April und Mai
‘Maxigolt’ wird bis etwa 100 cm hoch Reisig oder Maschendraht bei etwa 10 cm Pflanzenhöhe stecken
‘Style’ stützt sich über die Rankenblätter gegenseitig, für Kübel geeignet keine Kletterhilfe einplanen
‘Karina’ für Beete und Hochbeete, sonniger Standort passt auch ins Hochbeet
‘Buddy’ samenfestes Saatgut aus biologischem Anbau eigenes Saatgut für das nächste Jahr möglich

Ob eine frühe Sorte auch für den späten Anbau im Juni oder Juli gedacht ist, prüfst du vor dem Kauf in der Sortenbeschreibung. Welche Markerbse sonst zu deinem Platz und deiner Küche passt, zeigt dir der Vergleich der Markerbsensorten nach Garten, Platz und Verwendung.

Für eigenes Saatgut lässt du ausgewählte Hülsen bis zur raschelnd trockenen Reife an der Pflanze. Samenfeste Sorten wie ‘Buddy’ geben ihre Sortenmerkmale dabei an die nächste Generation weiter. Wie du die Samen trocknest und aufbewahrst, steht im Hülsenfrüchte-Ratgeber unter „Eigenes Saatgut“.

Und was heißt das für deine Region?

Feste Aussaattermine nach Region lassen sich für Markerbsen nicht angeben, den Start bestimmt dein Boden. Bleibt deine Erde im Frühjahr lange nass und kalt, rückt dein erster Satz innerhalb des Fensters von April bis Mai nach hinten. Frühe Sorten geben dir dann mehr Spielraum, weil bei Erbsen nur sie für einen späten Anbau im Juni oder Juli taugen. Wer früher starten will, nutzt das Hochbeet, das sich schneller erwärmt als ein Bodenbeet.

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Wann und wie erntest du Markerbsen?

Markerbsen erntest du von Juni bis August, nach der Blüte im Mai und Juni. Für den Frischverzehr pflückst du die Hülsen jung. Du gehst den Bestand mehrmals durch, bevor die grünen Samen hart werden. Ich öffne vor jedem Durchgang eine Hülse und drücke einen Kern zwischen den Fingern: Ist er noch weich, pflücke ich die Reihe durch.

Zahl im Blick

Beim Auslösen frischer Erbsen beträgt der Schälverlust etwa 60 %. Aus 1 kg Hülsen bleiben rechnerisch ungefähr 400 g Erbsenkerne.

Junge grüne Kerne verwendest du als süßes Gemüse, gegart oder eingefroren. In ein feuchtes Tuch eingeschlagen bleiben frische Erbsen im Kühlschrank etwa 1 bis 2 Tage frisch. Für den Vorrat blanchierst du sie und frierst sie ein. Ideen für die Küche findest du bei den Gerichten mit frisch gepalten Markerbsen.

Was zwischen Aussaat und Ernte ansteht

Bei hochwachsenden Sorten steckst du die Rankhilfe, wenn die Pflanzen etwa 10 cm hoch sind. Das Hacken zwischen den Reihen beginnt nach dem Auflaufen, und mit der Fruchtbildung nach der Blüte steigt der Wasserbedarf stark an. Alle Handgriffe im Detail stehen in der Anleitung, wie du Markerbsen von der Aussaat bis zur Ernte pflegst.

Der Erbsenwickler legt seine Eier im Mai und Juni ab, also in der Blütezeit der Markerbsen. Eine frühe Aussaat und früh blühende Sorten können den Befall verringern, wenn die Blüte dadurch nicht mit dem Hauptflug zusammenfällt. Im Hausgarten ist eine Bekämpfung normalerweise nicht nötig, Anzeichen und Vorbeugung beschreibe ich im Beitrag darüber, woran du Krankheiten und Schädlinge an Markerbsen erkennst.

Beetnachbarn und Nachkultur: das Beet übers Jahr nutzen

Salat, Kohlrabi, Möhren und Dill gelten als geeignete Nachbarn für Erbsen, auch wenn sich solche Nachbarschaftseffekte schwer nachweisen lassen. Zwischen zwei Erbsenreihen hat eine Reihe Radieschen Platz, solange sie die Erbsen nicht bedrängt. Weitere Kombinationen prüfst du mit dem Mischkultur-Werkzeug für gute und schlechte Nachbarn.

Die Erbsenwurzeln bleiben nach der Ernte im Boden, damit der gebundene Stickstoff der Folgekultur zugutekommen kann. Welche Nachkultur in welchem Monat passt, zeigt die Kalendertabelle oben. Erbsen selbst kehren erst nach einer Fruchtwechselpause von 5 Jahren auf dasselbe Beet zurück, die Jahre dazwischen planst du mit dem Beetplaner für deine Fruchtfolge.

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Häufige Fragen

Wann ist die beste Zeit, um Markerbsen zu säen?
Markerbsen säst du im Garten vorzugsweise ab April, das Aussaatfenster reicht bis in den Mai. Den genauen Tag bestimmt der Boden: Er soll abgetrocknet und schon etwas erwärmt sein. In sehr nassem Boden können die Samen faulen, dann wartest du besser ab.
Bei welcher Temperatur keimen Markerbsen?
Als Keimtemperatur werden für Markerbsen 12 bis 18 °C angegeben. Bis die Keimlinge erscheinen, vergehen 7 bis 14 Tage. Palerbsen sind mit einer niedrigeren Keimtemperatur angegeben und werden schon ab März gesät.
Wie funktioniert die Staffelaussaat bei Markerbsen?
Bei Erbsen verlängern Folgesaaten die Ernte nur bedingt. Besser staffelst du über Sorten mit unterschiedlicher Reifezeit, die du im Fenster von April bis Mai säst. Einzelne Sorten wie 'Evita' sind ausdrücklich für den satzweisen Anbau beschrieben. Für einen späten Anbau im Juni oder Juli eignen sich nur frühe Sorten.
Wann kann man Markerbsen ernten?
Die Erntezeit der Markerbsen reicht von Juni bis August. Du pflückst die Hülsen jung und gehst den Bestand mehrmals durch, bevor die grünen Kerne hart werden. Von der Aussaat bis zur Ernte vergehen 56 bis 91 Tage.
Worin unterscheiden sich die Aussaattermine von Mark-, Pal- und Zuckererbsen?
Palerbsen vertragen leichten Frost und werden vorzugsweise ab März gesät, ihr Fenster reicht bis Mai. Markerbsen folgen ab April und werden bis Mai gesät. Zuckererbsen kannst du von April bis Juni säen.
Unterscheiden sich die Aussaatzeiten für Markerbsen je nach Region?
Feste Termine nach Region lassen sich nicht angeben, den Start gibt dein Boden vor. Bleibt die Erde im Frühjahr lange nass und kalt, rückt dein erster Satz innerhalb des Fensters von April bis Mai nach hinten. Ein Hochbeet erwärmt sich schneller als ein Bodenbeet. Frühe Sorten lassen dir mehr Spielraum, weil bei Erbsen nur sie für einen späten Anbau im Juni oder Juli taugen.
Kann ich Markerbsen vorziehen?
Ja, frühe Sorten kannst du ab Februar oder März in tiefen Töpfen vorziehen, um früher zu ernten. Stell die Jungpflanzen hell, denn zu wenig Licht bei zu warmer Anzucht macht sie bleich und dünn. Ausgepflanzt wird im März und April, der übliche Weg bleibt aber die Direktsaat.
Was pflanze ich nach den Markerbsen?
Nach früh geräumten Erbsen kannst du zum Beispiel Mitte Juni Rosenkohl pflanzen. Beete, die im Juli frei werden, bepflanzt du bis Monatsende mit vorgezogenen Winterendivien, Zuckerhut, Fenchel oder Chinakohl, sofern die Pflanzenfamilien in die Fruchtfolge passen. Die Erbsenwurzeln lässt du dabei im Boden. Erbsen selbst kommen erst nach einer Fruchtwechselpause von 5 Jahren auf das Beet zurück.
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