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Erbsen anbauen: Aussaat, Rankhilfe und Ernte für Pal-, Mark- und Zuckererbsen

Zuletzt geprüft: Lesezeit: 11 Min.Von der samen.live Redaktion
Kurz & knappDie Antwort in 20 Sekunden
  • Palerbsen ab März säen, Markerbsen und Zuckererbsen ab April.
  • Früh erst säen, wenn der Boden abgetrocknet und etwas erwärmt ist, in sehr nasser Erde können Samen faulen.
  • Die Samen kommen je nach Sortenangabe 3 bis 5 cm tief in die Erde.
  • In der Reihe 3 bis 5 cm Abstand, zwischen den Reihen je nach Gruppe 40 oder 50 cm, hohe Sorten an eine Rankhilfe.
  • Rankhilfe stecken, wenn hohe Sorten etwa 10 cm hoch sind.
  • Mit der Fruchtbildung nach der Blüte steigt der Wasserbedarf stark an.
  • Jung und wiederholt durchpflücken, bevor die grünen Samen hart werden.
  • Erbsen erst nach 5 Jahren Pause wieder auf dasselbe Beet setzen.
Eine grüne Erbsenschote hängt an einer Erbsenpflanze, umgeben von Blättern
Foto: NewWorldPics · Pixabay Content License · Quelle ↗

Erbsen kommen schon ab März ins Beet, und das hat einen Haken: In sehr nasser Erde können die Samen faulen, bevor überhaupt etwas aufläuft. Ich greife deshalb im Frühjahr zuerst mit der Hand in den Boden und säe erst, wenn er abgetrocknet ist und sich nicht mehr kalt anfühlt. Danach kommt es beim Erbsenanbau auf drei Entscheidungen an: welche Erbse du säst, wann die Rankhilfe kommt und wann du pflückst.

Palerbse, Markerbse oder Zuckererbse: was du säst

Die Ursprungszentren der Erbse liegen im östlichen Mittelmeerraum sowie in Vorder- und Mittelasien. Im Garten unterscheidest du drei Nutzungsgruppen: Markerbsen für frische Kerne, Zuckererbsen für junge Hülsen samt Samenanlagen und Palerbsen, die du auch ausgereift als Trockensamen nutzen kannst. Für Zuckererbsen gibt es eine eigene Anleitung, die ich weiter unten bei der Vorkultur verlinke.

Empfehlungen für den Garten

Standort und Boden

Bodenart

Tonige, lehmige, sandige oder humusreiche Böden sind geeignet; auf guten Wasserabzug achten.

Bodenreaktion

Geeignet sind Böden mit pH 6-8.

Substrat

Der Boden sollte feucht, aber gut durchlässig sein.

Anbauort

Je nach Sorte ist die Kultur im Freiland, im Gewächshaus, im Hochbeet oder im Topf möglich.

Aussaat und Vermehrung

Vermehrung

Direktsaat oder Vorkultur in tiefen Anzuchtzellen beziehungsweise Töpfen sind möglich; bei Vorkultur etwa 5 cm tief säen. Jungpflanzen hell halten und regelmäßig wässern; im Freiland sehr nassen Boden meiden, da Samen faulen können.

Pflege

Pflege

Der Pflegeaufwand ist mittel.

Düngung

Erbsen benötigen in den meisten Böden keine Zusatzdüngung. Für Gefäßkultur wird ab den ersten Blüten ein kaliumbetonter organischer Flüssigdünger empfohlen.

Lebensform und Verwendung

Lebensform

Die Pflanze ist einjährig.

Verwendung

Die angebotenen Sorten eignen sich für kleine Pflanzgruppen.

Aussaatkalender Artengruppe Erbse
GartenkalenderAussaat: März, April, Mai, Juni; Blüte: April, Mai; Ernte: Juni, Juli, August, September; Pflanzung: März, AprilJFMAMJJASONDAussaatAussaat: MärzAussaat: AprilAussaat: MaiAussaat: JuniBlüteBlüte: AprilBlüte: MaiErnteErnte: JuniErnte: JuliErnte: AugustErnte: SeptemberPflanzungPflanzung: MärzPflanzung: AprilAussaatBlüteErntePflanzung

Standort und Boden: Sonne und durchlässige Erde

Erbsen brauchen einen sonnigen Platz. Halbschatten vertragen sie, für Blüte und Fruchtentwicklung ist volle Sonne aber wichtig. Der Boden sollte tiefgründig, gut strukturiert und humos sein und Wasser gut abziehen lassen. Schwere, nasse Böden mit Staunässe meidest du, denn in sehr nasser Erde können die Samen faulen. Ein Boden-pH von 6 bis 8 passt für Erbsen.

Lockere das Beet im Frühjahr mit der Grabgabel, sobald es ausreichend abgetrocknet ist. Gute Bodenbelüftung unterstützt außerdem die Stickstoffbindung der Erbsen. Was für Standort und Boden aller Hülsenfrüchte gilt, liest du im Hülsenfrüchte-Ratgeber unter Standort und Boden.

Bodenverbesserung und Düngung

Erbsen sind Schwachzehrer und brauchen in den meisten Böden keine Zusatzdüngung. Richte die Nährstoffversorgung deshalb am Bodenbefund aus, statt auf Verdacht zu düngen. Eine Standarduntersuchung erfasst Bodenart, pH-Wert, Phosphat und Kalium, Magnesium lässt du ergänzen. Zeigt der Befund Bedarf, kann Kompost eine Mineraldüngung ersetzen. Als Richtwert für eine Kompostgabe gelten 1 bis 3 l/m² im Jahr.

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Erbsen säen: Termine, Tiefe und Abstände

Den Termin bestimmt die Nutzungsgruppe. Palerbsen säst du vorzugsweise ab März, Markerbsen ab April. Bei Zuckererbsen reicht der Frühjahrsbeginn je nach Kulturhinweis von Anfang März bis April. Palerbsen vertragen leichten Frost, winterhart ist aber keine der drei Gruppen.

Nutzungsgruppe Aussaat Abstand in der Reihe Reihenabstand Wuchshöhe Ernte
Palerbse März bis Mai 3 bis 5 cm 40 cm 30 bis 80 cm Juni bis Juli
Markerbse April bis Mai 3 bis 5 cm 50 cm 50 bis 80 cm Juni bis August
Zuckererbse April bis Juni 3 bis 5 cm 50 cm 60 bis 100 cm Juni bis September

Die Saattiefe liegt bei Erbsen je nach Angabe zwischen 3 und 5 cm. Steht auf der Samentüte ein Wert, gilt die Sortenangabe. Ohne Angabe lege ich die Samen eher tiefer, weil Vögel keimende Samen in etwa 5 cm Tiefe schlechter aufnehmen können.

In der Reihe liegen die Samen 3 bis 5 cm auseinander. Den Reihenabstand nimmst du aus der Tabelle, und hohe Sorten bekommen ihre Rankhilfe direkt in die Reihe. Die frühreifende Schalerbse ‘Blauwschokker’ kannst du statt in Einzelreihe auch als Doppelreihe mit Rankhilfe ziehen, mit einem 60 bis 80 cm breiten Weg daneben.

Du kannst das Saatgut vor der Aussaat etwa 12 bis 24 Stunden in Wasser vorquellen lassen, um die Keimung zu beschleunigen. Folgesaaten staffeln die Ernte bei Erbsen nur bedingt, Sorten verschiedener Reifegruppen dagegen schon. Für den späten Anbau im Juni oder Juli eignen sich nur frühe Sorten.

Wenn du die Termine lieber auf Papier hast, druck dir alle Aussaattermine der Hülsenfrüchte auf einem Blatt aus. Den Jahreslauf der Markerbse zeigt dir der Kalender, wann du Markerbsen säst und erntest.

Direktsaat Schritt für Schritt

  1. Prüf den Boden mit der Hand: Er soll abgetrocknet und schon etwas erwärmt sein.
  2. Zieh eine Saatrille in der Tiefe, die die Samentüte nennt.
  3. Leg die Samen einzeln hinein, jeweils 3 bis 5 cm auseinander.
  4. Schließ die Rille, drück die Erde leicht an und gieß die Reihe an.
  5. Halte die Saat bis zur Keimung gleichmäßig feucht, ohne dass sich Wasser staut.
  6. Rechne mit einer Keimdauer von 7 bis 14 Tagen.
Häufiger Fehler

Die erste Reihe in nassen, kalten Boden legen, weil der Kalender März zeigt. In sehr nasser Erde können Erbsensamen faulen. Über den Termin entscheidet deshalb der abgetrocknete, etwas erwärmte Boden, nicht das Datum.

Marias Erfahrung

Ich stecke beim Säen an beide Reihenenden einen Stab und schreibe Sorte und Datum aufs Etikett. Beim Kontrollgang sehe ich so, wo Keimlinge kommen müssen, und entdecke Lücken früh.

Vorkultur in Töpfen

Frühe Erbsensorten kannst du ab Februar oder März in Töpfen vorziehen und später auspflanzen. Nimm tiefe Töpfe und leg die Samen etwa 5 cm tief. Halte die Jungpflanzen hell und gieß sie regelmäßig. Ist die Anzucht zu warm und zu dunkel, werden die Jungpflanzen bleich, dünn und weich. Ins Beet setzt du sie von März bis April.

Vor dem Auspflanzen stelle ich die Töpfe tagsüber erst in den Halbschatten und danach in die Sonne, damit sich die Pflanzen an draußen gewöhnen. Wie du speziell Zuckererbsen vorziehst, zeigt die Anleitung, wie du Zuckererbsen vom Vorziehen bis zum Pflanzenschutz anbaust.

Die ersten Wochen nach der Aussaat

Nach dem Auflaufen regulierst du Unkraut mechanisch mit der Hacke. Hast du unter Vlies oder Folie gesät, nimm die Abdeckung bei stark steigenden Temperaturen an einem trüben oder regnerischen Tag ab. So vermeidest du Hitzestau und plötzliche Sonnenbelastung. Sobald hohe Sorten etwa 10 cm erreichen, steht die Rankhilfe an. Keimen deine Palerbsen, die auch Schalerbsen heißen, lückenhaft, hilft dir die Anleitung, wie du Schalerbsen aussäst und bei Keimproblemen nachsäst.

Rankhilfe für Erbsen: wann und woraus

Erbsen halten sich mit Ranken fest. Bei hochwachsenden Sorten steckst du die Rankhilfe, wenn die Pflanzen etwa 10 cm hoch sind. Viel Aufwand braucht sie nicht: Ich nehme Reisig vom Gehölzschnitt, ein Stück Drahtzaun, Bambusstäbe oder ein Netz erfüllen denselben Zweck. Junge Triebe leitest du vorsichtig an die Stütze und führst sie bei Bedarf weiter.

Wie hoch die Stütze sein muss, hängt an der Sorte. Zuckererbsen werden 60 bis 100 cm hoch. Markerbsen erreichen 50 bis 80 cm. Manche Sorten kommen ganz ohne Stütze aus: Die standfeste Zuckererbse ‘Ambrosia’ braucht bei etwa 70 cm Wuchshöhe keine Rankhilfe. Auch die Schalerbse ‘Kleine Rheinländerin’ benötigt keine Kletterhilfe.

Pflege bis zur Ernte: Wasser, Hacke, Mulch

Gießen nach Bedarf

Bis zur Keimung hältst du die Saat gleichmäßig feucht. Danach gießt du bei Bedarf, und ob Bedarf besteht, zeigt der Griff in die Erde, nicht der Kalender. Mit der Fruchtbildung nach der Blüte steigt der Wasserbedarf von Erbsen stark an. Gerade in dieser Phase gießt du durchdringend an den Fuß der Pflanzen statt über das Laub, denn Feuchtigkeit begünstigt bei Erbsen den Falschen Mehltau.

Hacken und Mulchen

Unkraut entfernst du bei Bedarf. Ich hacke zwischen den Reihen und zupfe direkt an den Erbsen mit der Hand, damit ich die Pflanzen nicht verletze. Rasenschnitt als Mulch legst du angewelkt, dünn und wiederholt auf, sodass der Boden noch leicht durchscheint. In dünnen Schichten verklebt und schimmelt er nicht. Mulch kann Beikraut unterdrücken, ausdauernde Wurzelunkräuter reduziert er aber nur bedingt. Stützen, Netze und Hacke für alle Hülsenfrüchte behandelt der Hülsenfrüchte-Ratgeber im Abschnitt Rankhilfen und Pflege.

Mischkultur und Fruchtwechsel

Gute Nachbarn im Erbsenbeet

Salat, Kohlrabi, Möhren und Dill passen als Mischkulturpartner zu Erbsen. Plane für jede Art genug Platz bis zu ihrer endgültigen Größe ein, damit keine die andere bedrängt. Welche Nachbarn in dein Beet passen, prüfst du im Mischkultur-Planer für deine Beetnachbarn.

Anbaupausen einhalten

Erbsen kommen erst nach einer Fruchtwechselpause von 5 Jahren wieder auf dasselbe Beet. Zur Vorbeugung von Fußkrankheiten werden teils auch 6 bis 7 Jahre Pause empfohlen. Der Grund: Wiederholter Anbau derselben Pflanzenfamilie kann bodenbürtige Schädlinge und Krankheiten vermehren und den Wuchs schwächen. Bohnen gehören zur selben Familie, deshalb folgen Erbsen und Bohnen auf einer Fläche nicht unmittelbar aufeinander.

Klee, Wicke und Lupine zählen als Gründüngung ebenfalls zu dieser Familie. Säst du nach den Erbsen Klee als Gründüngung, läuft die Pause auf dem Beet also noch nicht. Planst du Leguminosen als Gründüngung mit ein, rechnest du bei Erbsen eher mit 6 Jahren Abstand.

Als Vorgänger eignen sich Spinat, Mangold und Rote Bete. Nach früh geräumten Erbsen kannst du beispielsweise Mitte Juni Rosenkohl pflanzen. Damit du die Pausen über Jahre im Blick behältst, trägst du deine Erbsenbeete im Beetplaner ein. Die Anbaupausen aller Hülsenfrüchte stehen gesammelt im Hülsenfrüchte-Ratgeber unter Fruchtfolge und Mischkultur.

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Schädlinge und Krankheiten bei Erbsen

Gesundes Saatgut und eine weit gestellte Fruchtfolge helfen, Krankheiten und Schädlinge an Erbsen zu begrenzen. Dazu kommen Sorten mit Resistenzen: ‘Norli’ ist gegen Fusarium-Welke resistent, ‘Sweet Horizon’ gegen Brennflecken und Echten Mehltau. Bei meinen Kontrollgängen drehe ich Blätter um und schaue mir die Triebspitzen an.

Erbsenwickler: Larven in den Hülsen

Erbsenwickler legen ihre Eier im Mai und Juni ab. Etwa 1 Woche nach der Eiablage schlüpfen die Larven und dringen in die Hülsen ein. Ein Kulturschutznetz, das du nach der Aussaat auflegst, kann die nachtaktiven Falter abhalten, verlass dich aber nicht allein darauf. Frühe Aussaat und früh blühende Sorten können den Befall verringern, wenn die Blüte dadurch nicht mit dem Hauptflug zusammenfällt. Erbsen können sich selbst befruchten, deshalb musst du das Netz zur Blüte nicht für Bestäuber öffnen.

Grüne Erbsenläuse

Grüne Erbsenläuse bilden häufig Kolonien an Blütenständen und jungen Trieben. Dort schaust du zuerst nach. Bei Befall versuchst du zunächst, die Läuse mit einem kräftigen Wasserstrahl abzuspritzen. Korb- und Doldenblütler in der Nähe können Schwebfliegen fördern, deren Larven zu den natürlichen Blattlausgegnern gehören.

Falscher Mehltau

Falscher Mehltau durch Peronospora viciae kann sich an Erbsen mit weißgelben Flecken auf der Blattoberseite und einem grauvioletten Pilzbelag auf der Unterseite zeigen. Feuchtigkeit und Temperaturen von 15 bis 20 °C begünstigen ihn. In solchen Phasen drehe ich einzelne Blätter um. Flecken und Beläge sind Hinweise, keine sichere Diagnose, denn ähnliche Bilder können andere Ursachen haben. Als Vorbeugung gilt der Fruchtwechsel, und Gießen an den Fuß hält das Laub trocken. Befallsmerkmale an weiteren Hülsenfrüchten beschreibt der Hülsenfrüchte-Ratgeber im Abschnitt Krankheiten und Schädlinge.

Erbsen ernten: der richtige Zeitpunkt je Gruppe

Die Nutzungsgruppe bestimmt den Erntezeitpunkt. Zuckererbsen pflückst du als junge Hülsen, solange die Körner noch klein und weich sind. Weil sie keine Pergamentschicht in der Hülse bilden, isst du die fleischige Hülse samt den kleinen Samen. Markerbsen erntest du für die frischen Kerne, jung und in mehreren Durchgängen, bevor die grünen Samen hart werden. Palerbsen kannst du ebenso jung für den Frischverzehr pflücken oder an der Pflanze als Trockensamen ausreifen lassen. Bei Palerbsen für den Frischverzehr beschleunigt Hitze den Qualitätsverlust, in warmen Wochen pflückst du sie deshalb rechtzeitig durch.

Ich öffne vor jedem Durchgang eine Probehülse und schaue, ob die Kerne noch grün und weich sind. Beim Pflücken halte ich mit einer Hand den Trieb und löse mit der anderen die Hülse, damit ich die Ranken nicht abreiße.

Zahl im Blick

Beim Auslösen frischer Erbsen beträgt der Schälverlust etwa 60 %. Aus 1 kg Hülsen bleiben rechnerisch ungefähr 400 g Erbsenkerne.

Mythos-Check

Keine Hülsen, weil keine Bienen da waren? Erbsen können sich selbst befruchten. Fehlende Bienen sind deshalb keine allgemeine Erklärung für ausbleibende Hülsen.

Achtung

Erbsen und Zuckererbsen enthalten vergleichsweise wenig Lektine und können in Maßen roh gegessen werden. Das lässt sich nicht auf andere Hülsenfrüchte übertragen: Samen und Hülsen grüner Gartenbohnen enthalten Phasin und müssen ausreichend durchgegart werden.

Von der Ernte in die Küche: lagern, einfrieren, trocknen

Für den Kühlschrank schlägst du frische Erbsen in ein feuchtes Tuch ein. Für längere Aufbewahrung blanchierst du sie und frierst sie anschließend ein. Palerbsen für den Vorrat lässt du an der Pflanze ausreifen. Selbst getrocknete Samen lagerst du trocken und dicht verschlossen. Die Tabelle zeigt, wie lange sich was als Orientierung hält.

Vorrat So lagerst du Orientierung
Frische Erbsen im Kühlschrank, in ein feuchtes Tuch eingeschlagen etwa 1 bis 2 Tage
Blanchiert und eingefroren bei −18 °C 9 bis 15 Monate
Gegarte Erbsen im Gericht abgedeckt im Kühlschrank 1 bis 2 Tage

Was in Erbsen steckt

Abgetropfte Erbsenkerne aus der Konserve liefern 48 kcal je 100 g. Sie enthalten außerdem 4 g Ballaststoffe je 100 g. Nährwerte und Küchenhinweise zu allen Hülsenfrüchten sammelt der Hülsenfrüchte-Ratgeber.

Erbsen im Topf, im Hochbeet und unter Glas

Topf und Balkonkasten

Für Gefäße wählst du niedrige Sorten. Die Schalerbse ‘Kleine Rheinländerin’ eignet sich für Hochbeete und Töpfe, und die niedrig wachsende Palerbse ‘Monopol’ ist für den Balkon interessant. Rankende Sorten brauchen ein ausreichend großes, standfestes Gefäß. Jedes Gefäß braucht Abzugslöcher, damit sich keine Staunässe bildet. Füll es mit torffreier Kübelpflanzenerde.

Im Topf trocknet die Erde schneller aus als im Beet, deshalb prüfst du sie dort öfter. Ab den ersten Blüten gibst du Topferbsen einen kaliumbetonten organischen Flüssigdünger. Schwarze Kunststofftöpfe stellst du in einen Übertopf, damit sich der Wurzelballen nicht stark erwärmt.

Tipp

Bei torffreier Erde täuscht die trockene Oberfläche. Prüf vor dem Gießen mit dem Finger die Feuchte im unteren Bereich des Topfes.

Hochbeet

Sonne auf den Seitenwänden lässt die Erde im Hochbeet schneller warm werden. Weil frühe Aussaaten abgetrockneten, schon etwas erwärmten Boden brauchen, kann die erste Erbsenreihe im Hochbeet früher in die Erde als im Gartenbeet. Plane ein, dass Erbsen die Fläche bis Juni oder Juli belegen. Die Markerbse ‘Karina’ eignet sich für Beete und Hochbeete.

Gewächshaus und Winterkultur

Erbsen lassen sich im Freiland und im Gewächshaus ziehen. Die wintergeeignete Zuckererbse ‘Norli’ kannst du in geschützter Winterkultur von September bis Oktober oder im Januar säen. Die Sorte reift früh und wächst niedrig und standfest.

Erbsen in Hydrokultur

Wer Erbsen ohne Erde ziehen will, braucht ein hydroponisches System. Bei NFT wachsen Pflanzen an einem Nährstofffilm in Wasserrinnen, bei DWC an einer nährstoffhaltigen Wasserfläche. In der Tiefwasserkultur durchmischt eine Pumpe die Nährlösung und führt Sauerstoff zu. Lichtundurchlässige Behälter vermindern die Algenbildung, und Temperatur, Salzgehalt und Säuregehalt kontrollierst du regelmäßig.

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Eigenes Erbsensaatgut gewinnen

Für eigenes Saatgut nimmst du samenfeste Sorten und lässt an gesunden, sortentypischen Pflanzen Hülsen ausreifen. Geerntet werden brüchige, trockene Hülsen bei trockenem Wetter. Vor dem Auslösen lagerst du sie 2 bis 3 Wochen trocken nach. Danach sortiere ich schrumpelige und beschädigte Samen aus und beschrifte jede Tüte mit Sorte und Erntejahr. Bei guter, kühler und trockener Lagerung bleibt Erbsensaatgut etwa 3 bis 4 Jahre verwendbar. Wie du Saatgut aller Hülsenfrüchte ausreifen lässt und aufbewahrst, steht im Hülsenfrüchte-Ratgeber im Abschnitt Eigenes Saatgut.

Häufige Fragen

Wann säe ich Erbsen im Freiland aus?
Palerbsen säst du vorzugsweise ab März, Markerbsen ab April und Zuckererbsen von April bis Juni. Entscheidend ist der Boden: Er muss abgetrocknet und schon etwas erwärmt sein, denn in sehr nasser Erde können die Samen faulen. Für den späten Anbau im Juni oder Juli eignen sich nur frühe Sorten.
Welche Bodenbedingungen brauchen Erbsen im Gemüsegarten?
Erbsen wachsen in tiefgründigem, gut strukturiertem und humosem Boden mit gutem Wasserabzug. Schwere, nasse Böden mit Staunässe meidest du. Ein Boden-pH von 6 bis 8 passt, und der Platz sollte sonnig sein, weil volle Sonne für Blüte und Fruchtentwicklung wichtig ist.
Stimmt es, dass Erbsen keine Düngung brauchen?
Für die meisten Böden stimmt das: Erbsen sind Schwachzehrer und brauchen dort keine Zusatzdüngung. Pauschal gilt es aber nicht, deshalb richtest du die Versorgung am Bodenbefund aus. Braucht der Boden etwas, gelten für Kompost 1 bis 3 l/m² im Jahr als Richtwert. Im Topf gibst du ab den ersten Blüten einen kaliumbetonten organischen Flüssigdünger.
Wie gieße ich Erbsen richtig?
Bis zur Keimung hältst du die Saat gleichmäßig feucht, ohne dass sich Wasser staut. Mit der Fruchtbildung nach der Blüte steigt der Wasserbedarf stark an. Gieß dann durchdringend an den Fuß der Pflanzen statt über das Laub, weil Feuchtigkeit den Falschen Mehltau begünstigt. Ob du nachgießen musst, zeigt dir der Griff in die Erde.
Welche Gemüsearten eignen sich als Mischkultur-Partner für Erbsen?
Salat, Kohlrabi, Möhren und Dill passen als Partner zu Erbsen. Plane für jede Art genug Platz bis zu ihrer endgültigen Größe ein, damit sich die Nachbarn nicht bedrängen. Bohnen gehören zur selben Pflanzenfamilie und sollen auf derselben Fläche nicht unmittelbar auf Erbsen folgen.
Wie lange sollte die Anbaupause bei Erbsen dauern?
Für Erbsen gilt eine Fruchtwechselpause von 5 Jahren. Zur Vorbeugung von Fußkrankheiten werden teils auch 6 bis 7 Jahre empfohlen. Klee, Wicke und Lupine zählen als Gründüngung zur selben Familie und gehören deshalb mit in die Planung.
Welche Schädlinge und Krankheiten treten beim Erbsenanbau häufig auf?
An Erbsen können Erbsenwickler, Grüne Erbsenläuse und Falscher Mehltau auftreten. Ein Kulturschutznetz nach der Aussaat und eine frühe Aussaat können den Wicklerbefall verringern, verlassen solltest du dich darauf aber nicht. Läuse spritzt du zunächst mit einem kräftigen Wasserstrahl ab. Gesundes Saatgut und eine weit gestellte Fruchtfolge helfen, Probleme zu begrenzen.
Wie erkenne ich den richtigen Erntezeitpunkt bei Erbsen?
Zuckererbsen pflückst du als junge Hülsen, solange die Körner noch klein und weich sind. Markerbsen und Palerbsen für frische Kerne erntest du jung und in mehreren Durchgängen, bevor die grünen Samen hart werden. Palerbsen für den Vorrat lässt du an der Pflanze ausreifen.
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