Gemüse · Bohnen, Erbsen & Hülsenfrüchte · Pflege

Markerbsen düngen: Wann sie Kompost brauchen und wann nichts

Zuletzt geprüft: Lesezeit: 5 Min.Von der samen.live Redaktion
Kurz & knappDie Antwort in 20 Sekunden
  • Auf ausreichend versorgtem Boden brauchen Markerbsen keinen zusätzlichen Dünger.
  • Knöllchenbakterien binden Luftstickstoff, deshalb brauchen Erbsen in der Regel keine Stickstoffgabe.
  • Zeigt der Bodenbefund Bedarf, arbeitest du im Frühjahr vor der Aussaat Kompost ein, Richtwert 1 bis 3 l/m² im Jahr.
  • Im Topf bekommen Markerbsen ab den ersten Blüten einen kaliumbetonten organischen Flüssigdünger.
  • Vergilbte Blätter sind nur ein Hinweis: Auch Wurzel-, Fuß- oder Welkekrankheiten können dahinterstecken.
Eine grüne Erbsenschote hängt an einer Erbsenpflanze, umgeben von Blättern
Foto: NewWorldPics · Pixabay Content License · Quelle ↗

Markerbsen kommen auf einem ausreichend versorgten Beet ohne zusätzlichen Dünger aus. Wer trotzdem jedes Frühjahr nach Schema düngt, bringt Nährstoffe aus, die das Beet nicht braucht, und kann mit der Zeit einen Überschuss aufbauen. Ich schaue deshalb vor jeder Erbsensaat zuerst in meinen letzten Bodenbefund und erst danach in den Kompostkasten.

Markerbsen sind die Gartenerbsen, die du für die frischen Kerne anbaust. Bedarfsgerecht düngen heißt bei ihnen: den Befund lesen, eine nötige Gabe zur richtigen Zeit geben und Warnzeichen an den Blättern richtig einordnen.

Brauchen Markerbsen überhaupt Dünger?

Meist nicht. Bohnen und Erbsen sind Schwachzehrer und brauchen auf ausreichend versorgtem Boden keine zusätzliche Düngung. Erbsen zählen zu den Kulturen mit geringem Stickstoffbedarf. Weil Knöllchenbakterien an ihren Wurzeln Luftstickstoff binden, benötigen sie in der Regel keine Stickstoffgabe.

Für Markerbsen gilt derselbe Grundsatz wie für Zucker- und Trockenerbsen: du richtest die Nährstoffversorgung am Bodenbefund aus, und Kompost kann dabei Mineraldüngung ersetzen. Neben Stickstoff zählen Phosphor, Kalium, Magnesium, Calcium und Schwefel zu den Hauptnährstoffen. Spurenelemente sind im Gartenboden meist ausreichend vorhanden. Wie Bohnen und Erbsen grundsätzlich versorgt werden, erklärt der Abschnitt Düngen im Überblick zu Bohnen, Erbsen und Hülsenfrüchten. Welche Aufgaben Phosphor und Kalium bei Erbsen übernehmen, vertieft der Beitrag, wie du Zuckererbsen bedarfsgerecht düngst.

Ein klassisch aus Reisig, Kompost und Gärtnererde aufgebautes Hochbeet setzt im ersten Jahr viel Stickstoff frei. Stehen Markerbsen mit ihrem geringen Stickstoffbedarf darin, gibt es für eine Stickstoffgabe dort erst recht keinen Grund.

Aussaatkalender Markerbsen
GartenkalenderVorkultur: Februar, März; Aussaat: März, April, Mai, Juni; Blüte: Mai, Juni; Ernte: Juni, Juli, AugustJFMAMJJASONDVorkulturVorkultur: FebruarVorkultur: MärzAussaatAussaat: MärzAussaat: AprilAussaat: MaiAussaat: JuniBlüteBlüte: MaiBlüte: JuniErnteErnte: JuniErnte: JuliErnte: AugustVorkulturAussaatBlüteErnte

Wie findest du heraus, ob deinem Beet etwas fehlt?

Das zeigt eine Bodenuntersuchung auf Phosphor, Kalium und pH-Wert, die du um Magnesium ergänzen lässt. Im Hausgarten empfiehlt sie sich etwa alle 4 bis 5 Jahre, und aus dem Befund ergibt sich eine Empfehlung zu Düngerart und Düngermenge.

Für Markerbsen im Freiland gilt je nach Bodenart ein pH-Bereich von 6,5 bis 7,5 als passend. Kalk ist nur sinnvoll, wenn der gemessene Wert unter dem Bereich liegt, der zu Bodenart und Humusgehalt passt. Mehr zu Struktur und pH-Wert steht im Beitrag, welchen Boden Markerbsen brauchen, und im Hülsenfrüchte-Überblick unter Standort und Boden.

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Wann und womit düngst du Markerbsen?

Zeigt der Befund eine unzureichende Versorgung, arbeitest du vor der Aussaat Kompost ein. Notwendige Gaben bringst du im Frühjahr aus und nicht im Herbst, weil so weniger Nährstoffe ausgewaschen werden. Die Aussaatzeit für Markerbsen reicht von April bis Mai. Deine Termine behältst du mit dem druckbaren Aussaatkalender für Bohnen und Erbsen im Blick.

Befund oder Situation Was du tust
Boden ausreichend versorgt nicht düngen
Versorgung unzureichend Kompost vor der Aussaat einarbeiten, Richtwert 1 bis 3 l/m² im Jahr
Kompost als Grunddüngung höchstens 3 l/m² im Frühjahr, vorhandene Versorgung berücksichtigen
sehr viel Phosphor, wenig Kalium gezielt den fehlenden Nährstoff ergänzen statt eines Mehrnährstoffdüngers
Markerbsen im Topf ab den ersten Blüten kaliumbetonter organischer Flüssigdünger

Beim Kompost entscheidet auch das Wetter, wann Nährstoffe frei werden. Organische Dünger setzen bei Frost, Trockenheit oder stauender Nässe wenige Nährstoffe frei. Bei feuchtwarmer Witterung können sie dagegen starke Nährstoffschübe liefern.

Mythos-Check

„Junge Markerbsen brauchen eine Stickstoff-Startgabe.“ Erbsen benötigen wegen ihrer Knöllchenbakterien in der Regel keine Stickstoffgabe. Hornspäne, Horngrieß und Hornmehl enthalten etwa 10 bis 14 % Stickstoff und sind damit Stickstoffdünger. Für die Grundgabe im Markerbsenbeet brauchst du sie deshalb in der Regel nicht.

Marias Erfahrung

Ich notiere im Gartenheft, auf welches Beet wann Kompost kam und wann der letzte Befund war. Vor der Erbsensaat schlage ich dort nach, und während der Kultur lege ich im Beet nichts nach.

Wie düngst du Markerbsen im Topf?

Im Beet brauchen Erbsen in den meisten Böden keine Zusatzdüngung, im Gefäß sieht das anders aus. Im Topf bekommen sie ab den ersten Blüten einen kaliumbetonten organischen Flüssigdünger. Die Menge richtest du nach den Angaben auf der Packung und schaust dabei auf Blätter und Blüten.

Das passt zusammen: Mit der Fruchtbildung nach der Blüte steigt der Wasserbedarf von Erbsen stark an, und Kalium verbessert ihre Wassereffizienz.

Als Substrat nimmst du torffreie Kübelpflanzenerde, und das Gefäß braucht Abzugslöcher gegen Staunässe. Gemüseerbsen gelten als topfgeeignet. Die Markerbse ‘Style’ stützt sich mit ihren Rankenblättern gegenseitig und braucht deshalb im Kübel keine Kletterhilfe.

Woran erkennst du Über- und Unterversorgung?

Zu viel kann auch aus organischen Quellen kommen. Häufiges Einarbeiten von Kompost oder Stallmist kann im Gartenboden einen Nährstoffüberschuss verursachen. Zeigt der Befund hohe Werte, lässt du die Gabe weg.

Blätter liefern Hinweise, aber keine sichere Diagnose. Welke trotz Wasserversorgung und Vergilbungen an den Rändern und zwischen den Adern älterer bis mittelalter Blätter können auf Kaliummangel hindeuten. Vergilbte Erbsenblätter können aber auch von Wurzel-, Fuß- oder Welkekrankheiten stammen. Zu feuchte und verdichtete Standorte begünstigen solche Krankheiten.

Bei Phosphor prüfst du zuerst die Bedingungen im Boden. Kälte, Staunässe, Trockenheit oder Verdichtung können seine Aufnahme hemmen, obwohl genug davon im Boden ist. Zusätzlicher Phosphor behebt die Ursache dann nicht. Als pauschaler Förderer von Blüten und Hülsen taugt eine Extragabe ohnehin nicht.

Bei vergilbten Blättern stecke ich zuerst einen Stock in die Erde und prüfe, wie nass und fest der Boden ist. Danach entscheide ich, ob eine Bodenprobe fällig ist.

Achtung

Holzasche ist als Dünger heikel, weil sie mit einem pH-Wert von 11 bis 13 stark alkalisch reagiert. Außerdem kann sie beim Düngen Schwermetalle in den Gartenboden eintragen.

Was hilft der Versorgung außer Dünger?

Lockerer Boden

Gute Bodenbelüftung unterstützt die Stickstoffbindung, und Verdichtung kann, wie beschrieben, die Phosphataufnahme hemmen. Ein lockerer Boden ohne Staunässe hilft Markerbsen also bei zwei Nährstoffen zugleich. Hacke und Rankhilfen behandelt der Hülsenfrüchte-Überblick unter Rankhilfen und Pflege.

Organisch oder mineralisch

Organische Dünger wirken meist langfristiger, die Nährstoffe gewöhnlicher mineralischer Dünger sind überwiegend rasch verfügbar. Wer ohne chemische Mittel gärtnert, findet den Rahmen im Beitrag, wie du Markerbsen nach biologischen Grundsätzen anbaust.

Fruchtfolge

Nach der Ernte lässt du die Erbsenwurzeln im Boden, damit der gebundene Stickstoff der Folgekultur zugutekommen kann. Auf dasselbe Beet kommen Erbsen erst nach einer Fruchtwechselpause von 5 Jahren wieder, die du im Beetplaner über mehrere Jahre festhältst. Passende Nachbarn zeigt das Mischkultur-Werkzeug, die Grundlagen stehen im Hülsenfrüchte-Überblick unter Fruchtfolge und Mischkultur.

Passt dazu

Bei Bohnen kommen eigene Hinweise dazu, etwa zur Kaliumversorgung und zu frischem Stallmist. Nachlesen kannst du das im Beitrag, wie du Buschbohnen passend düngst.

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Häufige Fragen

Wie viel Dünger brauchen Markerbsen im Vergleich zu anderem Gemüse?
Erbsen zählen zu den Kulturen mit geringem Stickstoffbedarf und gelten als Schwachzehrer. Auf einem ausreichend versorgten Boden brauchen sie keinen zusätzlichen Dünger. Zeigt der Bodenbefund Bedarf, gilt für Kompost ein Richtwert von 1 bis 3 l/m² im Jahr.
Stimmt es, dass Markerbsen keinen zusätzlichen Stickstoff brauchen?
In der Regel ja. Knöllchenbakterien an den Wurzeln binden Luftstickstoff, deshalb benötigen Erbsen meist keine Stickstoffgabe. Hornspäne, Horngrieß und Hornmehl sind Stickstoffdünger, du brauchst sie für Markerbsen also in der Regel nicht.
Welche Rolle spielen Phosphor und Kalium bei Markerbsen?
Bei Erbsen unterstützt Phosphor die Stickstoffbindung der Knöllchenbakterien, Kalium verbessert die Wassereffizienz. Eine zusätzliche Phosphorgabe ist aber kein pauschaler Förderer von Blüten und Hülsen. Zeigt der Befund sehr viel Phosphor und wenig Kalium, ergänzt du gezielt den fehlenden Nährstoff statt eines Mehrnährstoffdüngers.
Wie nehme ich eine Bodenprobe für das Markerbsenbeet?
Du nimmst an 10 bis 15 gleichmäßig über das Beet verteilten Stellen eine Einzelprobe. Beprobt wird die obere Bodenschicht, 25 bis 30 cm tief. Die Einzelproben mischst du und schickst rund 500 g davon ins Labor. Im Hausgarten empfiehlt sich eine solche Untersuchung etwa alle 4 bis 5 Jahre.
Wann dünge ich Markerbsen am besten?
Notwendige Gaben bringst du im Frühjahr aus statt im Herbst, damit weniger ausgewaschen wird. Kompost arbeitest du vor der Aussaat ein, und Markerbsen werden vorzugsweise ab April gesät. Im Topf kommt ab den ersten Blüten ein kaliumbetonter organischer Flüssigdünger dazu.
Organisch oder mineralisch: Was passt zu Markerbsen?
Organische Dünger wirken meist langfristiger, mineralische überwiegend rasch. Bei Erbsen kann Kompost die Mineraldüngung ersetzen. Bedenke, dass organische Dünger bei Frost, Trockenheit oder stauender Nässe wenig freisetzen und bei feuchtwarmer Witterung starke Nährstoffschübe liefern können.
Woran erkenne ich, dass Markerbsen falsch versorgt sind?
Welke trotz Wasserversorgung und Vergilbungen an Rändern und zwischen den Adern älterer bis mittelalter Blätter können auf Kaliummangel hindeuten. Vergilbte Erbsenblätter können aber auch von Wurzel-, Fuß- oder Welkekrankheiten kommen, die zu feuchte und verdichtete Standorte begünstigen. Ein Bodenbefund hilft zu klären, ob wirklich ein Nährstoff fehlt. Umgekehrt kann häufiges Einarbeiten von Kompost oder Stallmist einen Nährstoffüberschuss verursachen.
Brauchen Markerbsen extra Magnesium oder Calcium?
Magnesium und Calcium zählen wie Stickstoff, Phosphor, Kalium und Schwefel zu den Hauptnährstoffen. Ob Magnesium fehlt, zeigt eine Bodenuntersuchung, die du um diesen Wert ergänzen lässt. Kalk ist nur sinnvoll, wenn der gemessene pH-Wert unter dem Bereich liegt, der zu Bodenart und Humusgehalt passt. Spurenelemente sind im Gartenboden meist ausreichend vorhanden.
Zuletzt geprüft:
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