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Boden für Markerbsen: Struktur, pH-Wert und Wasserabzug prüfen und pflegen

Zuletzt geprüft: Lesezeit: 6 Min.Von der samen.live Redaktion
Kurz & knappDie Antwort in 20 Sekunden
  • Markerbsen wachsen in tiefgründigem, gut strukturiertem und humosem Boden mit gutem Wasserabzug.
  • Schwere, nasse Böden und Staunässe meidest du, denn in sehr nassem Boden können die Samen faulen.
  • Für Markerbsen im Freiland gilt je nach Bodenart ein pH-Bereich von 6,5 bis 7,5.
  • Kalk ist nur sinnvoll, wenn der gemessene pH-Wert unter dem zur Bodenart passenden Bereich liegt.
  • Im Frühjahr lockerst du den abgetrockneten Boden mit Grabgabel oder Krail, statt ihn umzugraben.
  • Nach der Ernte bleiben die Erbsenwurzeln im Boden und halten organische Substanz auf der Fläche.
Eine grüne Erbsenschote hängt an einer Erbsenpflanze, umgeben von Blättern
Foto: NewWorldPics · Pixabay Content License · Quelle ↗

Legst du Markerbsen in sehr nasse Erde, können die Samen faulen. Ich prüfe deshalb im Frühjahr zuerst das Beet und greife erst danach zur Saattüte. Markerbsen wollen tiefgründigen, gut strukturierten und humosen Boden, aus dem überschüssiges Wasser gut abzieht.

Im Folgenden prüfst du Struktur, pH-Wert und Wasserabzug deines Beets. Danach bereitest du es für die Saat vor und hältst es über die Jahre in gutem Zustand.

Welchen Boden brauchen Markerbsen?

Markerbsen wachsen in tiefgründigem, gut strukturiertem und humosem Boden mit gutem Wasserabzug. Schwere, nasse Böden und Staunässe meidest du. Bei der Bodenart selbst sind Erbsen weniger wählerisch: Ton-, Lehm-, Sand- oder humusreicher Boden kommt infrage, solange die Drainage stimmt. Wichtiger als die Bodenart ist deshalb, ob überschüssiges Wasser aus deinem Boden abziehen kann.

Bodeneigenschaft Was Markerbsen brauchen Was du dafür tust
Struktur tiefgründig, gut strukturiert, im Saatbett feinkrümelig abgetrockneten Boden lockern, Saatbett ebnen
Humus humoser Boden, der Wasser speichert organische Substanz zurückgeben, etwa Kompost und Erbsenwurzeln
Wasserabzug keine Staunässe, keine schweren, nassen Böden nasse Stellen meiden, bei viel Nässe ein Hochbeet erwägen
Luft gut belüftet, das unterstützt die Stickstoffbindung mit Grabgabel oder Krail lockern statt umgraben
pH-Wert 6,5 bis 7,5 je nach Bodenart Bodenprobe nehmen, nur bei zu niedrigem Wert kalken

Zum Boden gehört ein sonniger Platz. Halbschatten vertragen Erbsen, für Blüten und Hülsen ist volle Sonne aber wichtig. Was Hülsenfrüchte allgemein brauchen, fasst der Abschnitt Standort und Boden im Hülsenfrüchte-Überblick zusammen.

Aussaatkalender Markerbsen
GartenkalenderVorkultur: Februar, März; Aussaat: März, April, Mai, Juni; Blüte: Mai, Juni; Ernte: Juni, Juli, AugustJFMAMJJASONDVorkulturVorkultur: FebruarVorkultur: MärzAussaatAussaat: MärzAussaat: AprilAussaat: MaiAussaat: JuniBlüteBlüte: MaiBlüte: JuniErnteErnte: JuniErnte: JuliErnte: AugustVorkulturAussaatBlüteErnte

Wie prüfst du deinen Boden?

Den pH-Wert und die Nährstoffe siehst du der Erde nicht an, dafür brauchst du eine Bodenuntersuchung. Die Standarduntersuchung für den Gemüsegarten erfasst Bodenart, pH-Wert, Phosphat und Kalium. Magnesium lässt du zusätzlich bestimmen.

Zahl im Blick

Für eine Mischprobe stichst du auf einer einheitlich genutzten Fläche 10 bis 15 Mal gleichmäßig verteilt ein. Beprobt wird die obere Schicht, 25 bis 30 cm tief. Die Einzelproben mischst du und schickst rund 500 g davon ins Labor.

Ich stelle mir dafür einen sauberen Eimer bereit, verteile die Einstiche über das ganze Beet und mische die Erde darin gründlich durch. Beete, die du unterschiedlich nutzt, beprobst du getrennt.

Die Standarduntersuchung steht alle 4 bis 5 Jahre an. Erbsen kehren erst nach einer Fruchtwechselpause von 5 Jahren auf dasselbe Beet zurück. Nimmst du die Probe im Jahr vor der nächsten Erbsensaat, liegen dir frische Werte genau dann vor, wenn du über Kalk entscheidest.

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Welcher pH-Wert passt, und wann kalkst du?

Für Markerbsen im Freiland wird je nach Bodenart ein pH-Bereich von 6,5 bis 7,5 empfohlen. Das ist der Bereich rund um neutral. Welcher Wert innerhalb dieser Spanne zu deinem Beet passt, hängt von Bodenart und Humusgehalt ab. Kalk bringst du nur aus, wenn der gemessene Wert unter dem Bereich liegt, der zu deinem Boden passt. Bei sandigem Lehmboden ist ab pH 7 keine Kalkung erforderlich.

Die Standarduntersuchung liefert dir Bodenart und pH-Wert in einem Befund. Genau diese beiden Angaben brauchst du für die Entscheidung, ob Kalk sinnvoll ist. Deshalb kalke ich nie ohne aktuellen Messwert.

Mythos-Check

„Ins Erbsenbeet gehört jedes Frühjahr Kalk.“ Das stimmt so nicht. Kalk ist nur sinnvoll, wenn der gemessene pH-Wert unter dem Bereich liegt, der zu Bodenart und Humusgehalt passt. Liegt dein Wert im Bereich oder darüber, lässt du den Kalk weg.

Wie verhinderst du Staunässe?

Hülsenfrüchte brauchen einen Standort ohne Staunässe. Trocken soll die Erde trotzdem nicht sein, denn Erbsen wollen feuchten, aber gut durchlässigen Boden. Eine gute Bodenstruktur und mehr Humus verbessern dabei die Wasserspeicherung deines Gartenbodens.

Marias Erfahrung

Nach einem kräftigen Regen gehe ich meine Beete ab und merke mir die Stellen, an denen Wasser stehen bleibt. Dort säe ich keine Erbsen.

Neigt dein Garten zu Nässe, ist ein Hochbeet eine Möglichkeit. Es erwärmt sich schneller als ein Bodenbeet und trocknet dadurch auch schneller aus. Eine klassische Füllung aus Reisig, Kompost und Gärtnererde setzt im ersten Jahr allerdings viel Stickstoff frei. Davon profitieren vor allem Starkzehrer, während Markerbsen als Schwachzehrer auf ausreichend versorgtem Boden ohne zusätzliche Düngung auskommen. Ein frisch gefülltes Hochbeet überlässt du im ersten Jahr deshalb besser den Starkzehrern und säst die Erbsen später dort.

Wie bereitest du den Boden im Frühjahr vor?

Ein bestehendes Gemüsebeet gräbst du im Frühjahr nicht noch einmal um. Du lockerst es mit Grabgabel oder Krail, sobald der Boden ausreichend abgetrocknet ist. Für frühe Aussaaten sollte er zudem schon etwas erwärmt sein. Ich nehme die Grabgabel erst in die Hand, wenn die Erde nicht mehr an den Zinken klebt.

Bei Markerbsen hat das Lockern auch mit Stickstoff zu tun. Gute Bodenbelüftung unterstützt die Stickstoffbindung, und in den meisten Böden brauchen Erbsen keine Zusatzdüngung. Ein lockerer Boden kann also zur Stickstoffversorgung beitragen, ohne dass du düngst.

Danach bereitest du auf der abgetrockneten Fläche ein ebenes, feinkrümeliges Saatbett vor. Vor der Aussaat kannst du zusätzlich ein falsches Saatbett anlegen. Dabei lässt du Unkräuter auflaufen und entfernst sie oberflächlich, ohne den Boden erneut tief zu durchmischen.

Häufiger Fehler

Das Beet an den ersten warmen Tagen umgraben, obwohl der Boden darunter noch nass ist. Warte, bis er ausreichend abgetrocknet ist, und lockere ihn dann mit Grabgabel oder Krail, statt ihn zu wenden.

Mini-Checkliste

Der Boden ist abgetrocknet und etwas erwärmt. Er ist gelockert, nicht umgegraben. Nirgends steht Wasser. Der pH-Wert aus der Bodenprobe ist bekannt. Das Saatbett ist feinkrümelig und eben.

Aussaat und Hacken im vorbereiteten Boden

Markerbsen säst du vorzugsweise ab April in das vorbereitete Saatbett, die Termine aller Hülsenfrüchte zeigt der Aussaatkalender zum Ausdrucken. Nach dem Auflaufen beginnt das Hacken oder Jäten zwischen den Reihen. Alle Schritte von der Saat bis zur Ernte findest du in der Anleitung, wie du Markerbsen anbaust und pflegst.

Gießen und Düngen: was der Boden dazu beiträgt

Gießen

Die Saat braucht bis zur Keimung gleichmäßige Feuchte, aber kein stehendes Wasser. Mit der Fruchtbildung nach der Blüte steigt der Wasserbedarf von Erbsen stark an. Wie du darauf je nach Boden und Wetter reagierst, erklärt der Beitrag, wie du Markerbsen in jeder Wachstumsphase richtig bewässerst.

Düngen

Als Schwachzehrer kommen Markerbsen auf ausreichend versorgtem Boden ohne zusätzliche Düngung aus. Maßstab für jede Gabe ist der Bodenbefund, und Kompost kann Mineraldünger dabei ersetzen. Grunddüngung, Zeitpunkt und die Folgen von zu viel oder zu wenig behandelt der Beitrag, wie du Markerbsen bedarfsgerecht düngst.

Welche Erde brauchen Markerbsen im Kübel?

Markerbsen lassen sich auch im Kübel ziehen. Das Gefäß braucht ein Abflussloch, damit Regenwasser ablaufen kann und sich keine Staunässe bildet. Als Substrat eignet sich strukturstabile Blumen- oder Kübelpflanzenerde, wobei torffreie Erde aus Umweltschutzgründen vorzuziehen ist. Mineralische Bestandteile wie Bims oder Blähton können die Stabilität der Erde verbessern.

Bei torffreier Erde prüfst du vor dem Gießen die Feuchte auch unterhalb der Oberfläche. Die Oberfläche kann schon trocken sein, während die Erde darunter noch nass ist. Krankheitsfreie Kübelerde aus dem Vorjahr kannst du erneut nutzen, Substrat mit Erregern von Wurzelfäule ersetzt du.

Wie bleibt der Boden über die Jahre in Form?

Zwischen den Reihen kannst du mit Rasenschnitt mulchen. Du legst ihn angewelkt auf, sodass der Boden noch leicht durchscheint. Auf schweren Lehmböden fällt die Schicht flacher aus als auf leichten Sandböden, damit der Schnitt nicht verklebt oder schimmelt. Mulch kann Beikraut unterdrücken, ausdauernde Wurzelunkräuter reduziert er aber nur bedingt.

Nach der Ernte schneide ich das Erbsenkraut ab und lasse die Wurzeln im Beet. So bleiben Nährstoffe und organische Substanz auf der Fläche, und der gebundene Stickstoff kann der Folgekultur zugutekommen.

Erbsen brauchen auf demselben Beet eine Fruchtwechselpause von 5 Jahren. Klee, Wicken oder Lupinen als Gründüngung gehören zur selben Pflanzenfamilie und zählen in der Fruchtfolge mit, Phacelia ist dagegen mit den gängigen Gemüsearten nicht verwandt. Die Pausen über die Jahre hältst du im Beetplaner für deine Beete fest.

Setzt du ganz auf Bio, findest du im Beitrag, wie du Markerbsen nach biologischen Grundsätzen anbaust, alles zum Anbau ohne chemische Mittel.

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Häufige Fragen

Welche Bodenart eignet sich am besten für den Anbau von Markerbsen?
Markerbsen wachsen in tiefgründigem, gut strukturiertem und humosem Boden, aus dem überschüssiges Wasser gut abzieht. Mit Ton, Lehm, Sand oder humusreicher Erde kommen Erbsen zurecht, solange die Drainage stimmt. Schwere, nasse Böden mit Staunässe meidest du, weil die Samen darin faulen können.
Wie bereitest du den Boden für die Aussaat von Markerbsen vor?
Du wartest, bis der Boden ausreichend abgetrocknet und etwas erwärmt ist, und lockerst ihn dann mit Grabgabel oder Krail, statt ihn umzugraben. Danach bereitest du ein feinkrümeliges, gut geebnetes Saatbett vor. Den pH-Wert kennst du am besten schon vorher aus einer Bodenprobe, damit du nur bei zu niedrigem Wert kalkst.
Welcher pH-Wert ist ideal für das Wachstum von Markerbsen?
Für Markerbsen im Freiland wird je nach Bodenart ein pH-Bereich von 6,5 bis 7,5 empfohlen. Welcher Wert innerhalb dieser Spanne zu deinem Beet passt, hängt von Bodenart und Humusgehalt ab. Kalk ist nur sinnvoll, wenn der gemessene Wert darunter liegt, und bei sandigem Lehmboden ist ab pH 7 keine Kalkung erforderlich.
Warum ist eine krümelige Bodenstruktur für Markerbsen wichtig?
Eine gute Bodenstruktur und mehr Humus verbessern die Wasserspeicherung, und gute Belüftung unterstützt die Stickstoffbindung der Erbsen. Für die Saat soll das Beet feinkrümelig und gut geebnet sein. Im Alltag heißt das: nur abgetrockneten Boden lockern und nach der Ernte die Wurzeln als organische Substanz im Beet lassen.
Wie wirken sich Knöllchenbakterien auf die Bodenfruchtbarkeit bei Markerbsen aus?
Erbsen binden als Hülsenfrüchtler mit Hilfe von Knöllchenbakterien Stickstoff und brauchen in den meisten Böden keine Zusatzdüngung. Gute Bodenbelüftung unterstützt diese Stickstoffbindung. Nach der Ernte lässt du die Wurzeln im Boden, damit der gebundene Stickstoff der Folgekultur zugutekommen kann.
Worin unterscheiden sich Markerbsen von anderen Hülsenfrüchten bei der Bodenvorbereitung?
Markerbsen säst du vorzugsweise ab April, sobald der Boden abgetrocknet und etwas erwärmt ist. Für Gartenbohnen soll der Boden bei der Freilandaussaat dagegen wärmer als 10 °C sein. Puffbohnen wachsen besonders gut auf mittleren bis schweren, tiefgründigen Böden, während du für Erbsen schwere, nasse Böden meidest.
Wie kannst du die Bodenfeuchtigkeit bei Markerbsen praktisch kontrollieren?
Ob du gießt, entscheidest du mit der Hand in der Erde, nicht nach dem Kalender. Bis zur Keimung braucht die Saat gleichmäßige Feuchte ohne stehendes Wasser, und mit der Fruchtbildung nach der Blüte steigt der Wasserbedarf stark an. Im Kübel mit torffreier Erde prüfst du die Feuchte auch unter der Oberfläche, weil diese trocken sein kann, während die Erde darunter noch nass ist.
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