Markerbsen im Bioanbau: Saatgut, Kompost und Pflanzenschutz ohne Chemie
- Bio-Saatgut wird ökologisch vermehrt, samenfeste Sorten erlauben dir eigene Saatgutgewinnung.
- In den meisten Böden kommen Erbsen ohne Zusatzdüngung aus, Kompost richtest du nach dem Bodenbefund.
- Markerbsen säst du vorzugsweise ab April, das Aussaatfenster reicht bis Mai.
- Ein dicht abschließendes Kulturschutznetz unter 1 mm Maschenweite kann den Erbsenwickler abhalten, ist aber kein sicherer Schutz.
- Gegen Blattläuse versuchst du es zuerst mit einem kräftigen Wasserstrahl, Korb- und Doldenblütler können Schwebfliegen fördern.
- Für Erbsen gilt eine Fruchtwechselpause von 5 Jahren, Leguminosen als Gründüngung zählen dabei mit.

Wer Markerbsen ohne Spritzmittel und Mineraldüngung anbaut, arbeitet vor allem vorbeugend. Gegen Blattläuse, Erbsenwickler und Falschen Mehltau setzt du im Bio-Beet auf gesundes Saatgut, Fruchtwechsel, Netze und den regelmäßigen Blick auf die Pflanzen. Ich plane meine Markerbsen deshalb vom Saatgut aus und lege das KulturschutznetzEin Kulturschutznetz, auch Gemüsefliegennetz genannt, ist ein engmaschiges Kunststoffnetz, das du locker über Gemüsebeete legst. Es hält Gemüsefliegen wie Möhren-, Kohl- und Zwiebelfliege von den Pflanzen fern, außerdem Vögel und Kaninchen. bereit, bevor ich die erste Rille ziehe.
Gartenerbsen teilt man in 3 Nutzungsgruppen ein. Markerbsen erntest du für die frischen Kerne, Zuckererbsen für die jungen Hülsen samt Samenanlagen. Palerbsen nutzt du auch ausgereift als Trockensamen.
Welches Saatgut gehört ins Bio-Beet?
Bio-Saatgut wird ökologisch vermehrt, und im Bio-Hausgarten greifst du zu Saatgut aus ökologischem Anbau. Gesundes Saatgut und eine weit gestellte Fruchtfolge helfen dir, Krankheiten und Schädlinge an Erbsen in Grenzen zu halten.
Lies die Sortenbeschreibung mit Blick auf Toleranzen und ResistenzenResistenz ist bei Pflanzensorten die Fähigkeit, einen bestimmten Schaderreger abzuwehren: Bei einer resistenten Sorte bleibt ein Befall stark begrenzt, und weder Wachstum noch Ertrag leiden auffällig. gegen Krankheiten und Schädlinge. Im ökologischen Gemüsebau zählen sie zu den wichtigen Auswahlkriterien, weil du später nicht mit Spritzmitteln gegensteuerst.
Achte außerdem darauf, ob eine Sorte samenfest ist. Bei samenfesten Sorten gehen die Sortenmerkmale auf die nächste Generation über, deshalb kannst du von ihnen eigenes Saatgut gewinnen. ‘Buddy’ ist ein Beispiel: Diese Markerbse gibt es als samenfestes Saatgut aus kontrolliert biologischer Landwirtschaft. Kaufst du einmal samenfestes Bio-Saatgut, kannst du daraus in den folgenden Jahren dein eigenes Saatgut ziehen.
Welche Sorten passen?
Für eine frühe Ernte gibt es Sorten wie ‘Wunder von Kelvedon’ mit früher Pflückreife. Bei ‘Style’ halten sich die Pflanzen mit ihren Rankenblättern gegenseitig, sodass diese Kübelsorte ohne Kletterhilfe auskommt. Die Kleine Rheinländerin ist übrigens eine Schalerbse und keine Markerbse. Was bei der Kultur im Gefäß zählt, liest du im Beitrag, wie du Markerbsen im Kübel auf dem Balkon ziehst.
Boden und Kompost: Wie viel Dünger brauchen Bio-Markerbsen?
Für Markerbsen soll der Boden tiefgründig, humos und gut strukturiert sein und Wasser gut abführen. Schwere, nasse Böden mit Staunässe meidest du. Beim pH-Wert liegt die Empfehlung für Markerbsen im Freiland je nach Bodenart bei 6,5 bis 7,5. Wie du diese Struktur schaffst und erhältst, zeigt der Beitrag über die Bodenansprüche von Markerbsen.
Beim Düngen bleibt das Bio-Beet schlicht. Als SchwachzehrerSchwachzehrer sind Gemüse und Kräuter mit geringem Stickstoffbedarf, etwa Feldsalat, Radieschen, Rucola, Bohnen und Erbsen. Sie sind die genügsamste der drei Gruppen, nach denen man Kulturen für die Fruchtfolge einteilt. kommen Erbsen in den meisten Böden ohne Zusatzdüngung aus. Maßstab ist der Bodenbefund, und wo der Boden etwas braucht, kommt Kompost anstelle von Mineraldüngung in Frage. Als Richtwert für Kompost gelten 1 bis 3 l/m² im Jahr.
Ob überhaupt etwas fehlt, zeigt eine Standarduntersuchung des Bodens, die im Gemüsegarten alle 4 bis 5 Jahre vorgesehen ist. Geprüft werden dabei Bodenart, pH-Wert, Phosphat und Kalium, und Magnesium lässt du ergänzend mitbestimmen. Kalk gibst du nur, wenn der gemessene pH-Wert unter dem Bereich liegt, der zu Bodenart und Humusgehalt passt. Wie viel und wann du Markerbsen versorgst, erklärt der Beitrag zum bedarfsgerechten Düngen von Markerbsen.
Ein gut durchlüfteter Boden unterstützt die StickstoffbindungStickstoffbindung heißt, dass Knöllchenbakterien an den Wurzeln von Leguminosen wie Bohnen, Erbsen oder Klee Stickstoff aus der Luft aufnehmen und in eine Form umwandeln, die Pflanzen nutzen können. der Erbsen. Ich lockere das Beet im Frühjahr deshalb mit der Grabgabel, sobald der Boden ausreichend abgetrocknet ist, statt es umzugraben.
Füllst du ein Hochbeet klassisch mit Reisig, Kompost und Gärtnererde, gibt es im ersten Jahr viel Stickstoff ab, was vor allem Starkzehrern entgegenkommt. Markerbsen brauchen als Schwachzehrer diesen Stickstoffschub nicht. Was im Hochbeet für Markerbsen sonst anders ist, steht in einem eigenen Beitrag.
Aussaat: Saatbett und Schutz vor Vögeln
Markerbsen säst du vorzugsweise ab April in ein feinkrümeliges, gut eingeebnetes Saatbett, das AussaatfensterDas Aussaatfenster ist der Zeitraum im Jahr, in dem eine Pflanzenart sinnvoll ausgesät werden kann. Es richtet sich vor allem nach dem Temperaturanspruch der Art, der Bodentemperatur und der Frostgefahr. reicht bis Mai. Für Gartenerbsen wird eine Saattiefe von etwa 5 cm empfohlen, auch damit Vögel die keimenden Samen schlechter aufnehmen können. Nennt deine Sorte eine andere Tiefe, gilt die Angabe auf der Tüte.
Abstände, Vorkultur und Pflege beschreibt die Schritt-für-Schritt-Anleitung für Markerbsen von der Aussaat bis zur Ernte. Alle Termine auf einem Blatt findest du im Druckkalender mit allen Aussaatterminen für Hülsenfrüchte.
Wie hältst du Unkraut ohne Chemie klein?
Ohne chemische Mittel regulierst du Unkraut mit Vorlauf und Handarbeit. Für ein falsches Saatbeet bereitest du das Beet vor, wartest, bis die ersten Unkräuter aufgelaufen sind, und entfernst sie flach, ohne tief umzuarbeiten. Das kann die spätere Unkrautkonkurrenz begrenzen.
Nach dem Auflaufen der Erbsen hackst du zwischen den Reihen. Ich gehe mit der Hacke durch, sobald die Reihen sichtbar sind, und ziehe Unkraut direkt an den Pflanzen von Hand.
Eine Mulchdecke kann BeikrautBeikraut nennt man jede Pflanze, die zwischen den angebauten Kulturpflanzen mitwächst, egal ob wild oder domestiziert, nützlich oder schädlich. Das Wort ist neutral gemeint, während „Unkraut“ eine persönliche Wertung ausdrückt. unterdrücken, ausdauernde Wurzelunkräuter drängt sie aber nur bedingt zurück. Rasenschnitt lasse ich erst anwelken, verteile ihn in dünnen Lagen und lege lieber mehrmals nach, sodass der Boden noch leicht durchscheint. Auf schweren Lehmböden trägst du ihn dünner auf als auf leichten Sandböden.
Pflanzenschutz ohne Chemie: vorbeugen, kontrollieren, schützen
Bio-Pflanzenschutz bei Markerbsen stützt sich auf Saatgut, Fruchtwechsel, Netze und Kontrolle. Spritzmittel kommen darin nicht vor. Den Erbsenwickler musst du bei Gemüseerbsen im Hausgarten normalerweise ohnehin nicht bekämpfen.
Erbsenwickler: früh säen und Netz auflegen
Die Eiablage des Erbsenwicklers fällt in den Mai und Juni. Rund 1 Woche später schlüpfen die Larven und bohren sich in die Hülsen. Markerbsen blühen je nach Aussaat und Sorte ebenfalls im Mai und Juni, Blüte und Eiablage fallen also in dieselben Monate. Säst du früh und wählst früh blühende Sorten, kann der Befall deshalb geringer ausfallen, sofern die Blüte so nicht in den Hauptflug der Falter fällt.
Direkt nach der Aussaat kannst du ein Kulturschutznetz über die Reihen legen. Es sollte dicht abschließen und eine Maschenweite unter 1 mm haben. Netze können Erbsenwickler abhalten, verlass dich aber nicht allein darauf. Ich lege das Netz gleich nach dem Säen auf und beschwere die Ränder rundum, damit keine Lücke bleibt. Zur Vorbeugung gehören außerdem ein windoffener Standort, regelmäßiges Hacken und der Fruchtwechsel.
Unter Netzen und anderen Abdeckungen kann sich an heißen Tagen Wärme stauen. Steigt es über 30 °C, setzen Erbsen weniger Blüten an. Eine Vlies- oder Folienabdeckung nimmst du bei stark steigenden Temperaturen an einem trüben oder regnerischen Tag ab.
Blattläuse: abspritzen und Schwebfliegen fördern
Die Grüne Erbsenlaus sitzt häufig in Kolonien an den Blütenständen und jungen Trieben. Beim Kontrollgang schaue ich deshalb zuerst in die Triebspitzen und zwischen die Blüten. Findest du Läuse, versuch es zunächst mit einem kräftigen Wasserstrahl, der sie von den Pflanzen spült.
Bei einigen Schwebfliegenarten fressen die Larven Blattläuse, während die erwachsenen Fliegen sich von Pollen und Nektar ernähren. Mit Korb- und DoldenblütlernDoldenblütler (Apiaceae) sind eine Pflanzenfamilie, deren Blüten meist in Doppeldolden, seltener in einfachen Dolden stehen. Dazu gehören Nutzpflanzen wie Möhre, Petersilie, Sellerie, Dill und Kümmel, aber auch tödlich giftige Wildpflanzen wie Schierling. lassen sich Schwebfliegen fördern. Blühende Korb- und Doldenblütler am Beetrand versorgen also die erwachsenen Tiere, deren Larven zu den natürlichen Gegenspielern der Läuse gehören. Ich lasse sie deshalb am Rand meines Erbsenbeets stehen und blühen.
Bleiben die Hülsen aus, liegt das nicht automatisch an fehlenden Bienen. Erbsen sind in der Lage, sich selbst zu befruchten. Ausbleibende Hülsen lassen sich deshalb nicht allgemein mit einem Mangel an Bienen erklären.
Falscher Mehltau: am Fuß gießen, Fruchtwechsel einhalten
Weißgelbe Flecken auf der Blattoberseite und ein grauvioletter Pilzbelag auf der Unterseite können auf Falschen Mehltau (Peronospora viciae) hindeuten. Ähnliche Bilder können auch andere Ursachen haben, die Flecken sind also nur ein Hinweis. Feuchte Bedingungen bei 15 bis 20 °C begünstigen ihn. In solchen Phasen drehe ich beim Kontrollgang einzelne Blätter um. Das Gießwasser bringst du an den Stängelfuß und nicht auf die Blätter, und als Vorbeugung zählt der Fruchtwechsel.
gesundes Bio-Saatgut mit Toleranzen oder Resistenzen wählen; FruchtwechselpauseDie Fruchtwechselpause ist die Zeit, in der auf einem Beet weder dieselbe Gemüseart noch eine verwandte Art aus derselben Pflanzenfamilie wächst, damit sich Krankheitserreger und Schädlinge im Boden nicht so leicht vermehren. für Erbsen einhalten; Kulturschutznetz direkt nach der Aussaat auflegen; Blütenstände und Triebspitzen regelmäßig ansehen; Läuse zuerst mit dem Wasserstrahl abspritzen; am Fuß der Pflanzen gießen; Korb- und Doldenblütler am Beetrand blühen lassen.
Rankhilfe, Gießen und Mischkultur in Kürze
Rankhilfe
Markerbsen erreichen 50 bis 80 cm Höhe und klammern sich mit ihren Ranken fest, höhere Sorten brauchen eine Rankhilfe. Ich nehme dafür unbelaubte, etwa 100 cm lange Zweige, die ich von den eigenen Sträuchern schneide. Stecke sie, sobald die Pflanzen etwa 10 cm hoch sind.
Gießen
Bis die Erbsen keimen, bleibt die Saat gleichmäßig feucht, stehendes Wasser vermeidest du. Sobald sich nach der Blüte die Früchte bilden, steigt ihr Wasserbedarf stark. Ob du nachgießt, prüfst du mit dem Finger in der Erde. Mehr zu Stützen und Wasser steht im Überblick zu Rankhilfen, Pflege und Gießen bei Hülsenfrüchten.
Mischkultur
Als Mischkulturpartner für Erbsen gelten Salat, Kohlrabi, Möhren und Dill, als ungeeignet werden Tomaten, Bohnen, Lauch, Knoblauch und Kartoffeln geführt. Nachweisen lassen sich solche Nachbarschaftseffekte oft nur schwer, Mischkultur unterstützt also, garantiert aber nichts. Wie du ein Beet mit passenden Partnerpflanzen für Markerbsen planst, zeigt ein eigener Beitrag.
Ernte und eigenes Saatgut
Markerbsen erntest du von Juni bis August jung und pflückst die Pflanzen wiederholt durch, bevor die grünen Samen hart werden. Rechne beim Auslösen der Kerne mit etwa 60 % Schälverlust. Im Kühlschrank hältst du frische Erbsen in einem feuchten Tuch etwa 1 bis 2 Tage frisch, für länger blanchierst du sie und frierst sie ein.
Für eigenes Saatgut bleiben bei samenfesten Sorten einige ausgesuchte Hülsen hängen, bis sie raschelnd trocken ausgereift sind. Ich markiere dafür beim ersten Durchpflücken einige Pflanzen mit einem Band und pflücke an ihnen keine grünen Hülsen. Die brüchigen, trockenen Hülsen erntest du bei trockenem Wetter. Vor dem Auslösen der Samen lagerst du sie 2 bis 3 Wochen trocken nach. Lagerst du es gut, kühl und trocken, kannst du Erbsensaatgut etwa 3 bis 4 Jahre lang verwenden.
Nach der Ernte: Gründüngung und Fruchtfolge
Für Erbsen gilt eine Fruchtwechselpause von 5 Jahren. Weil Erbsen und Bohnen zur selben Pflanzenfamilie zählen, stellst du sie nicht direkt nacheinander auf dieselbe Fläche. Wiederholst du eine Pflanzenfamilie zu oft auf demselben Beet, können sich dort bodenbürtige Schädlinge und Krankheiten vermehren. Welche Vor- und Nachkulturen zu Markerbsen passen, zeigt ein eigener Beitrag.
Bei der Gründüngung kommt es im Bio-Garten auf die Pflanzenwahl an. Klee, Wicken und Lupinen gehören zur selben Familie wie Erbsen und Bohnen. Auf Beeten, auf denen unmittelbar davor oder danach Erbsen oder Bohnen stehen, lässt du sie deshalb weg. Kommen Leguminosen als Gründüngung dazu, rechnest du sie in die Fruchtfolge ein, und für Erbsen liegt die Empfehlung dann eher bei 6 Jahren Abstand.
Phacelia passt dagegen gut, denn mit den gängigen Gemüsearten ist sie nicht verwandt. Senf, Ölrettich und Raps gehören zur Familie von Kohl, Rettich und Radies. Baust du diese Gemüse häufig an, sollten die drei als Gründüngung möglichst entfallen.
Die Erbsenwurzeln dürfen nach der Ernte im Beet bleiben, so kann der gebundene Stickstoff der nächsten Kultur zugutekommen. Ich schneide die abgeernteten Pflanzen deshalb über dem Boden ab und lasse die Wurzeln stecken.
Ich notiere für jedes Beet, welche Gründüngung dort stand. Beim Planen sehe ich so, ob Klee oder Wicken bei der Pause für Erbsen mitzählen.





