Rauke anbauen für Anfänger: Standort, Aussaat, Pflege und Sorten
- Aussaat direkt ins Beet von März bis August.
- Samen etwa 1 cm tief säen, Rauke ist kein Lichtkeimer.
- Abstand: 5 bis 10 cm in der Reihe, 15 bis 20 cm zwischen den Reihen.
- Keimung nach 5 bis 21 Tagen, am besten bei 15 bis 20 °C.
- Ernte im Sommer ab 3 Wochen, im Frühjahr und Herbst nach etwa 7 Wochen.
- Sonne bis lichter Halbschatten, im Sommer etwas Schatten.
- Auf demselben Beet 6 Jahre Anbaupause einplanen.
Rauke ist einfach und rasch zu kultivieren. Im Sommer kannst du schon nach 3 Wochen die ersten Blätter schneiden. Dafür kommt es auf drei Dinge an: die passende Saattiefe, genug Platz in der Reihe und im Hochsommer etwas Schatten. Ich zeige dir, wie ich Rauke vom Standort über Aussaat und Keimung bis zur Pflege anbaue und welche Rauke sich für den Anfang eignet.
Rauke oder Rucola: was wächst da im Beet?
Rauke und Rucola meinen im Alltag dasselbe würzige Blattgemüse. Im Handel laufen unter dem Namen Rucola allerdings zwei verschiedene Pflanzen. Die Wilde Rauke (Diplotaxis tenuifolia) erkennst du an schmalen, stark gezähnten Blättern. Breitere, gebuchtete Blätter trägt dagegen die Gartenrauke.
Die Gartenrauke heißt auch Salat-Rauke oder Garten-Senfrauke, botanisch Eruca sativa. Sie gehört zu den Kreuzblütlern und ist eine einjährige Pflanze. Alle Werte in diesem Ratgeber gelten für diese Salat-Rauke.
Einjährig heißt, dass die Salat-Rauke in einem Gartenjahr keimt, wächst, blüht und Samen bildet. Den Winter übersteht sie nicht, denn sie ist nicht winterhart.
Standort und Boden: der passende Platz für Rauke
Sonne oder Halbschatten?
Rauke wächst in der Sonne und im lichten Halbschatten. Im Sommer ist ihr etwas Schatten lieber. Meine Sommersätze säe ich deshalb an Stellen, die einen Teil des Tages im Schatten liegen. Wie Licht, Wind, Temperatur und Feuchte am Beet zusammenwirken und wie du sie beeinflusst, erklärt der Ratgeber zum passenden Mikroklima für Rauke.
Welcher Boden passt?
Wichtig ist vor allem ein durchlässiger Boden. Sandige, lehmige und tonige Böden eignen sich, solange das Wasser abziehen kann. Beim pH-Wert ist Rauke tolerant: Schwach sauer, neutral und schwach alkalisch passen. Trockene bis frische Bedingungen verträgt sie, verdichtete und nasse Stellen meidest du dagegen.
Vor der Aussaat lockere ich das Beet mit der Grabegabel, ziehe Wurzelunkraut heraus und harke die Oberfläche feinkrümelig. Auf gelockertem Boden kann sich Rauke sogar selbst aussäen.
Ist dein Boden schwer und tonig, lockere ihn vor jeder Aussaat gründlich. Säe nicht in Senken, in denen nach Regen Wasser stehen bleibt.
Beet, Gehölzrand oder Topf?
Rauke wächst im Gemüsebeet ebenso wie an sonnigen Gehölzrändern. Sie ist außerdem topfgeeignet. Wie du Rauke in Kästen und Töpfen auf dem Balkon ziehst, von Gefäß und Substrat bis zur Ernte, zeigt ein eigener Ratgeber.
Aussaat: wann, wie tief und mit welchem Abstand
Die wichtigsten Kulturdaten der Salat-Rauke stehen in dieser Übersicht. Die Abschnitte darunter erklären, was du daraus im Beet machst.
| Kulturdaten Salat-Rauke | Wert |
|---|---|
| Aussaatzeit | März bis August, direkt ins Beet |
| Saattiefe | etwa 1 cm |
| Abstand in der Reihe | 5 bis 10 cm nach dem VereinzelnVereinzeln heißt, zu dicht aufgegangene Sämlinge in der Saatreihe auszudünnen, damit die übrigen Pflanzen genug Platz, Wasser und Nährstoffe haben. Manchmal ist auch das Pikieren gemeint, also das Umsetzen junger Sämlinge in einzelne Töpfe. |
| Reihenabstand | 15 bis 20 cm |
| Kulturform | ReihensaatReihensaat ist eine Saatweise, bei der die Samen in flache, gerade Rillen gesät werden, sodass die Pflanzen später in Reihen stehen. Gegenüber der Breitsaat, bei der die Samen flächig ausgestreut werden, erleichtert sie die Pflege., keine Stütze nötig |
| Keimdauer | 5 bis 21 Tage |
| Keimtemperatur | am besten 15 bis 20 °C |
| KulturzeitDie Kulturzeit ist die Zeitspanne, die eine Gemüseart von der Aussaat oder Pflanzung bis zur Ernte braucht. Je nach Art ist sie kurz wie bei Radieschen oder lang wie bei Herbstkohl. | etwa 7 Wochen im Frühjahr und Herbst, ab 3 Wochen im Sommer |
| Erntezeit | März bis Oktober |
| Wuchshöhe | 5 bis 30 cm |
| Anbaupause auf demselben Beet | 6 Jahre |
Wann säst du Rauke?
Rauke säst du von März bis August direkt ins Beet. Die Samen keimen am besten bei 15 bis 20 °C. Im Frühjahr und im Herbst dauert die Kultur etwa 7 Wochen. Im Sommer geht es schneller, dann kannst du schon nach 3 Wochen ernten.
Ich säe lieber mehrere kleine Sätze über die Saison verteilt als ein großes Beet auf einmal. Die Saattermine aller Salate und Blattgemüse hast du im Aussaatkalender für Salate und Blattgemüse zum Ausdrucken beisammen.
So säst du Rauke
Rauke kommt als Direktsaat in Reihen ins Beet:
- Lockere das Beet und harke es feinkrümelig.
- Ziehe Rillen mit 15 bis 20 cm Abstand zueinander.
- Säe die Samen in die Rillen und bedecke sie etwa 1 cm hoch mit Erde.
- Drücke die Erde leicht an und gieße mit feinem Strahl.
- Halte die Rillen feucht, bis die Keimlinge erscheinen.
- Vereinzele die Sämlinge später auf 5 bis 10 cm in der Reihe.
Ich ziehe die Rillen mit dem Stiel der Harke und stecke an jedes Reihenende ein Etikett mit dem Saatdatum.
Rauke gilt oft als Lichtkeimer, dessen Samen nur obenauf liegen sollen. Das stimmt nicht: Rauke gehört nicht zu den Lichtkeimern. Ihre Samen kommen etwa 1 cm tief in die Erde.
Wie lange dauert die Keimung?
Rauke keimt nach 5 bis 21 Tagen, die Spanne ist also groß. Bis dahin darf die SaatrilleEine Saatrille ist eine flache, gerade Furche im feinkrümeligen Saatbett, in die du Samen in einer Reihe säst. Nach der Aussaat schiebst du sie wieder zu und drückst die Erde an. nicht austrocknen, Wasser soll aber auch nicht darin stehen. Bevor ich gieße, prüfe ich die Feuchte mit dem Finger.
Am besten keimt Rauke bei 15 bis 20 °C. Die Mindesttemperatur zum Keimen liegt bei 10 bis 18 °C, die Höchsttemperatur bei 18 bis 25 °C.
Wie viel Platz braucht Rauke?
Sind die Sämlinge aufgegangen, vereinzelst du sie auf 5 bis 10 cm in der Reihe. Zwischen den Reihen bleiben 15 bis 20 cm frei. Beim Vereinzeln ziehe ich die schwächeren Sämlinge heraus und lasse die kräftigsten stehen. Die ausgezupften Pflänzchen wandern bei mir gleich in den Salat.
Pflege: gießen, düngen, jäten und schützen
Rauke braucht wenig Pflege. Die Grundlagen für alle Salate findest du im Überblick zu Salaten und Blattgemüse, in den Abschnitten Gießen und Pflegen, Düngen sowie Krankheiten und Schädlinge. Hier geht es um das, was bei Rauke zählt.
Gießen
Rauke verträgt trockene bis frische Bedingungen, am liebsten steht sie aber in feuchtem Boden. Bis zum Aufgehen hältst du die Saatrillen feucht. Danach gießt du, sobald die Erde unter der Oberfläche abgetrocknet ist; das prüfst du mit dem Finger. Staunässe vermeidest du, denn Rauke braucht einen durchlässigen Boden. Zwischen die Reihen lege ich nach dem Vereinzeln Mulch. Er kann die Oberfläche länger feucht halten und Unkraut bremsen.
Düngen
Wächst Rauke als sich erneuernder Salatbestand, braucht sie in der Regel keine zusätzliche Düngung. Ein gut vorbereiteter Boden reicht dann aus. Das gilt für diese Gartenkultur, aber nicht, wenn dein Boden nachweislich zu wenig Nährstoffe hat. Blasse Blätter allein sind noch kein Nachweis, Klarheit bringt eine Bodenuntersuchung. Viel Stickstoff solltest du ohnehin vermeiden, weil überdüngte Pflanzen stärker von Blattläusen befallen werden können.
Unkraut jäten
Rauke-Sämlinge sind anfangs klein und gehen zwischen BeikräuternBeikraut nennt man jede Pflanze, die zwischen den angebauten Kulturpflanzen mitwächst, egal ob wild oder domestiziert, nützlich oder schädlich. Das Wort ist neutral gemeint, während „Unkraut“ eine persönliche Wertung ausdrückt. leicht unter. Ich jäte die Reihen deshalb früh und von Hand, solange sich das Unkraut noch gut ziehen lässt.
Ernte nur Blätter, die du sicher als Rauke erkennst. Mitgeerntetes Kreuzkraut oder Greiskraut kann Pyrrolizidinalkaloide in den Salat bringen. Unbekannte Pflanzenteile sortierst du deshalb vor dem Essen aus.
Schädlinge im Blick behalten
ErdflöheErdflöhe sind winzige, sprungstarke Blattkäfer, die Blätter von Kohlgewächsen wie Radieschen, Rucola und Kohl siebartig durchlöchern. Am häufigsten sind Kohlerdflöhe, kleine Käfer mit gelben Streifen an der Seite., Schnecken und Kohlweißlinge können an Rauke zum Problem werden. Bei Kohlarten, die als Blattgemüse wachsen, kann ein rundum dicht geschlossenes KulturschutznetzEin Kulturschutznetz, auch Gemüsefliegennetz genannt, ist ein engmaschiges Kunststoffnetz, das du locker über Gemüsebeete legst. Es hält Gemüsefliegen wie Möhren-, Kohl- und Zwiebelfliege von den Pflanzen fern, außerdem Vögel und Kaninchen. unter anderem Erdflöhe und Kohlweißlinge abhalten. Ich lege ein solches Netz direkt nach der Saat auch über die Rauke und beschwere die Ränder mit Erde. Schnecken fressen überwiegend nachts, bei feuchtem Wetter auch tagsüber. Absammeln und ein Schneckenzaun können den Befall begrenzen.
Welche Rauke passt zu dir?
Für den Anfang empfehle ich die Salat-Rauke. Sie ist einfach und rasch zu kultivieren, und alle Angaben in diesem Ratgeber beziehen sich auf sie. Achte beim Kauf auf den botanischen Namen: Eruca sativa steht für Salat-Rauke, Diplotaxis tenuifolia für Wilde Rauke. Für die Wilde Rauke gelten die Angaben auf ihrer eigenen Samentüte.
Unter den Sorten der Garten-Senfrauke eignen sich etwa ‘Astra’ und ‘Sweet Oakleaf’ für einen Salatbestand, der sich laufend erneuert.
Willst du später eigenes Saatgut gewinnen, wähle eine samenfeste Sorte. Der Zusatz F1 auf der Samentüte kennzeichnet HybridenHybriden sind Pflanzen der ersten Tochtergeneration (F1) aus der gezielten Kreuzung zweier möglichst reinerbiger Elternlinien. Sie wachsen einheitlich und kräftig, lassen sich aber nicht zuverlässig mit ihren Eigenschaften über eigenes Saatgut weitervermehren., deren Eigenschaften in der nächsten Generation stark aufspalten. Samenfeste Sorten geben ihre Merkmale dagegen an die Nachkommen weiter.
Starte mit einer samenfesten Salat-Rauke. Dann kannst du im ersten Jahr ernten und einzelne Pflanzen für eigenes Saatgut blühen lassen.
Mischkultur und Fruchtfolge mit Rauke
Schnelle Arten können Lücken zwischen langsamer wachsenden Kulturen füllen, und Rauke ist im Sommer schon nach 3 Wochen erntereif. Sie eignet sich deshalb als Lückenfüller im Gemüsebeet. Mischkultur kann dein Beet unterstützen, ein Erfolgsversprechen ist sie nicht. Welche Nachbarn zusammenpassen, kannst du im Mischkultur-Planer prüfen; dein ganzes Beet samt Folgesätzen planst du im Beetplaner.
Für den Fruchtwechsel gilt bei Rauke eine lange Pause. Auf demselben Beet sind für Salat-Rauke 6 Jahre Anbaupause vorgesehen, genauso lange wie bei Blattsenf. Das ist länger als bei Kopfsalat, Spinat oder Feldsalat. Ich notiere mir deshalb im Gartenbuch, auf welchem Beet die Rauke stand. Die Pausen aller Salate und Blattgemüse findest du im Überblick zu Salaten und Blattgemüse unter Fruchtfolge und Mischkultur.
Typische Fehler beim Rauke-Anbau
- Samen offen liegen lassen: Rauke ist kein Lichtkeimer. Bedecke die Samen etwa 1 cm hoch mit Erde.
- Nicht vereinzeln: Zu dicht stehende Sämlinge konkurrieren um Licht und Wasser. Vereinzele auf 5 bis 10 cm in der Reihe. Zwischen den Reihen bleiben 15 bis 20 cm.
- Volle Sonne im Hochsommer: Im Sommer ist Rauke etwas Schatten lieber. Wähle für Sommersätze einen Platz, der zeitweise im Schatten liegt.
- Nasser, verdichteter Boden: Rauke braucht einen durchlässigen Boden. Lockere schwere Böden vor der Aussaat gründlich.
- Zu viel Stickstoff: Überdüngte Pflanzen können stärker von Blattläusen befallen werden. In der Regel reicht ein gut vorbereiteter Boden.
- Jedes Jahr dasselbe Beet: Für Salat-Rauke sind 6 Jahre Anbaupause vorgesehen. Wechsle das Beet und notiere dir den Standort.
Saatgut von Rauke selbst gewinnen
Weil die Salat-Rauke einjährig ist, blüht sie und bildet Samen im selben Gartenjahr. So gehe ich vor:
- Ich wähle eine samenfeste Sorte und lasse einzelne kräftige Pflanzen stehen.
- Die Blüten dürfen sich öffnen. Sie sind übrigens essbar und schmecken pfeffrig.
- Sind die Samenschoten trocken und braun, schneide ich die Samenstände ab.
- Die Schoten trocknen an einem luftigen Ort nach, dann löse ich die Samen heraus und entferne Pflanzenreste.
- Die Samen lagere ich kühl, trocken und beschriftet.
Rauke-Samen zählen zu den orthodoxen Samen, die sich getrocknet lagern lassen. Lass die Schoten nicht im Beet aufspringen: Auf gelockertem Boden kann sich Rauke selbst aussäen, und dann wächst sie wieder auf demselben Beet, obwohl dort 6 Jahre Pause vorgesehen sind.
Über reifende Samenstände stülpe ich eine Papiertüte und binde sie unten locker zu. Dann fallen aufspringende Samen in die Tüte statt ins Beet.
Ernten, frisch halten und genießen
Ernte und Lagerung
Wann die Blätter reif sind und wie du mehrfach schneidest, erklärt der Ratgeber dazu, wie du Rauke schneidest und bis in den Herbst erntest. In feuchtes Küchenpapier gewickelt, hält Rucola im Gemüsefach etwa 2 bis 3 Tage. Lagere ihn kühl und sauber, denn Rucola kann reichlich Nitrat enthalten, aus dem bei falscher Lagerung durch Mikroben Nitrit werden kann.
Länger ernten
Folgesätze, Hitzeschutz im Sommer und die Frage nach dem Winter behandelt der Ratgeber zum Rauke-Anbau durch alle Jahreszeiten. Denk dabei daran, dass die Salat-Rauke nicht winterhart ist.
Rauke in der Küche
Junge Blätter kommen roh in den Salat, ältere kannst du kurz garen oder anbraten. Rezepte von Pesto bis Suppe findest du in den Küchenideen für Rauke von Salat bis Garnitur, weitere Vorschläge unter Rauke in Pasta, Sandwiches und internationalen Gerichten.
Gesund und lecker
Rauke ist ein Lebensmittel und kein Heilmittel. Sie gehört als Teil einer abwechslungsreichen Gemüseküche auf den Teller. Wie sich die Arten bei Nährwerten, Nitrat und Frischhaltung unterscheiden, zeigt der Überblick über Nährwerte und Frischhaltung von Salaten und Blattgemüse.





