Mikroklima für Rauke: Keimtemperatur, Licht, Wind und Feuchte
- Rucola keimt am besten bei 15 bis 20 °C, miss deshalb direkt in der Saatrille.
- Rauke ist kein Lichtkeimer: Die Samen kommen etwa 1 cm tief in die Erde.
- Sonne bis lichter Halbschatten passt, im Sommer bevorzugt Rauke etwas Schatten.
- Luft zwischen den Reihen und Gießen am Morgen helfen den Blättern beim Abtrocknen.
- Rauke braucht durchlässigen Boden und verträgt trockene bis frische Bedingungen.
- Rauke ist nicht winterhart, späte Sätze bekommen den geschütztesten Platz.
Du säst Rucola, und in der Rille tut sich nichts? Dann lohnt zuerst der Blick aufs Thermometer, denn Rauke keimt am besten bei 15 bis 20 °C. Vor jeder Aussaat stecke ich ein Bodenthermometer in die SaatrilleEine Saatrille ist eine flache, gerade Furche im feinkrümeligen Saatbett, in die du Samen in einer Reihe säst. Nach der Aussaat schiebst du sie wieder zu und drückst die Erde an. und beobachte den Platz über den Tag. Wo steht mittags die Sonne, wo zieht der Wind durch, wie schnell trocknet die Erde ab? Aus diesen Antworten setzt sich das MikroklimaMikroklima ist das besondere Klima eines kleinen Areals in den bodennahen Luftschichten. Es hängt stark von Untergrund, Bewuchs und Bebauung ab und kann sich schon auf engem Raum deutlich unterscheiden. zusammen, und danach richte ich jeden Satz Rauke aus.
Mikroklima heißt das Klima direkt am Beet. Dazu zählen die Wärme im Boden, Licht und Schatten über den Blättern, der Wind zwischen den Reihen und die Feuchte in Erde und Luft. Zwei Beete im selben Garten können sich darin deutlich unterscheiden.
Bei welcher Temperatur keimt Rucola?
Rauke keimt am besten bei 15 bis 20 °C. Keimen kann sie auch in einer breiteren Spanne. Für die untere Grenze werden Werte von 10 bis 18 °C genannt. Die obere Grenze liegt bei 18 bis 25 °C. Bis die Saat aufläuft, vergehen 5 bis 21 Tage.
Unter dem Namen Rucola bekommst du zwei Pflanzen. Die Salat-Rauke, auch Gartenrauke genannt, hat breitere, gebuchtete Blätter; botanisch heißt sie Eruca sativa. Für sie gelten die Werte oben. Die Wilde Rauke hat schmale, stark gezähnte Blätter und keimt bei 14 bis 20 °C. Bei dieser Wärme läuft sie in etwa 7 bis 14 Tagen auf.
| Rauke | Angabe | Wert |
|---|---|---|
| Salat-Rauke | keimt am besten bei | 15 bis 20 °C |
| Salat-Rauke | untere Keimtemperatur | 10 bis 18 °C |
| Salat-Rauke | obere Keimtemperatur | 18 bis 25 °C |
| Salat-Rauke | Keimdauer | 5 bis 21 Tage |
| Salat-Rauke | Saattiefe | etwa 1 cm |
| Wilde Rauke | keimt bei | 14 bis 20 °C |
| Wilde Rauke | Keimdauer bei dieser Wärme | etwa 7 bis 14 Tage |
Rauke sei ein Lichtkeimer und gehöre nur obenauf? Das stimmt nicht. Rauke ist kein Lichtkeimer, die Samen kommen etwa 1 cm tief in die Erde.
Ich messe in der Saatrille, nicht in der Luft. Gesät wird erst, wenn das Thermometer morgens und am Nachmittag im Bereich von 15 bis 20 °C liegt. Bis zum AuflaufenAuflaufen nennt man es, wenn nach der Aussaat die Keimlinge sichtbar aus der Erde kommen. Man sagt dann auch, die Saat ist aufgegangen. halte ich die Rille feucht. Ist nach 21 Tagen nichts zu sehen, säe ich neu.
Weil die obere Keimgrenze bei 18 bis 25 °C liegt und Rauke im Sommer etwas Schatten bevorzugt, ziehe ich Sommerrillen dort, wo mittags Schatten fällt. Früh im Jahr lege ich dagegen Vlies über die Rille.
Das Vlies bleibt an einem sonnigen Frühlingstag einfach liegen. Darunter kann es wärmer werden als die obere Keimgrenze von 18 bis 25 °C. Schau deshalb mittags aufs Thermometer, solange die Saat keimt, und nimm das Vlies ab, wenn der Wert darüber liegt.
Gesät wird Rauke von März bis August direkt ins Beet. Den Ablauf vom Ziehen der Rille bis zum VereinzelnVereinzeln heißt, zu dicht aufgegangene Sämlinge in der Saatreihe auszudünnen, damit die übrigen Pflanzen genug Platz, Wasser und Nährstoffe haben. Manchmal ist auch das Pikieren gemeint, also das Umsetzen junger Sämlinge in einzelne Töpfe. zeigt dir die Schritt-für-Schritt-Anleitung für Rauke-Einsteiger. Mit den Aussaatterminen für Salate zum Ausdrucken verteilst du die Sätze übers Jahr.
Wie viel Sonne braucht Rauke?
Rauke wächst in der Sonne und im lichten Halbschatten. Im Sommer bevorzugt sie etwas Schatten. Ein guter Platz ist deshalb ein sonniger Gehölzrand, an dem Sträucher einen Teil des Tages Schatten werfen. Im Frühjahr und Herbst gebe ich ihr den hellsten Platz im Beet. Fehlt im Sommer ein natürlicher Schattenspender, spanne ich ein Schattiernetz über die Reihe.
Geh an einem sonnigen Sommertag mittags durch den Garten und merk dir, wo Sträucher oder Mauern Schatten werfen. Dort ziehst du die Rillen für die Sommersätze.
Was die Zeigerwerte über den Platz sagen
Die ZeigerwerteZeigerwerte sind Kennzahlen, die angeben, unter welchen Standortbedingungen eine Pflanzenart in der Natur bevorzugt vorkommt, etwa bei Licht, Feuchte, Bodenreaktion oder Stickstoff. Umgekehrt kannst du aus wild wachsenden Pflanzen so auf die Bedingungen am Standort schließen. nach Ellenberg ordnen eine Pflanzenart auf festen Skalen ein. Für Salat-Rauke sehen sie so aus:
| Zeigerwert | Skala | Salat-Rauke |
|---|---|---|
| Lichtzahl | 1 Tiefschatten bis 9 Volllicht | 8 |
| Temperaturzahl | 1 kühl oder alpin bis 9 warm oder mediterran | 6 |
| FeuchtezahlDie Feuchtezahl ist eine botanische Kennzahl (Zeigerwert nach Ellenberg) dafür, wie feucht der Boden ist, auf dem eine Pflanzenart in der Natur typischerweise wächst: von 1 (trocken) bis 9 (nass), bei Wasserpflanzen bis 12. | 1 TrockenheitszeigerTrockenheitszeiger sind Wildpflanzen, die vor allem auf trockenem Boden wachsen. Kommen sie an einer Stelle im Garten gehäuft vor, ist das ein Hinweis darauf, dass der Boden dort eher trocken ist. bis 9 NässezeigerNässezeiger sind Pflanzen, deren gehäuftes Vorkommen einen sehr nassen Boden anzeigt, oft mit Staunässe. Typische Beispiele sind Ackerminze, Huflattich und Kriechender Hahnenfuß. | 4 |
Mit einer Lichtzahl von 8 steht Rauke nahe am Volllicht. Ein dunkler Platz unter dichten Gehölzen passt deshalb nicht, der sonnige Rand davor schon. Die Feuchtezahl liegt auf der trockeneren Hälfte der Skala. Dazu passt, dass Rauke trockene bis frische Bedingungen verträgt.
Wärme übers Jahr: Hitze, Kühle und Glas
Wie schnell Rauke erntereif wird, hängt an der Jahreszeit. Im Frühjahr und Herbst braucht sie etwa 7 Wochen. Im Sommer kannst du schon nach 3 Wochen ernten. Wie du dabei vorgehst, zeigt der Ratgeber, wie du Rauke mit der passenden Technik bis in den Herbst erntest.
Im Hochsommer bekommt Rauke bei mir Mittagsschatten. Zeigen sich Blüten, kannst du sie mitessen: Sie sind essbar und schmecken pfeffrig. Junge Blätter gehören in den Salat, ältere lassen sich kurz garen oder anbraten. Weitere Ideen findest du bei den Tipps, was du in der Küche aus Rauke machen kannst.
Weil Rauke nicht winterhart ist und im Herbst länger bis zur Ernte braucht als im Sommer, bekommen späte Sätze bei mir den geschütztesten Platz im Garten. Unter Glas lüfte ich rechtzeitig, damit sich keine feuchte Luft staut. Wie du Rauke durch alle Jahreszeiten bringst, vom Hitzeschutz im Sommer bis zur kalten Jahreszeit, vertieft der Ratgeber zum Raukeanbau in jeder Jahreszeit.
Feuchte: frische Erde, trockene Blätter
Rauke braucht feuchte Erde, verträgt aber trockene bis frische Bedingungen. Wichtig ist ein durchlässiger Boden, in dem kein Wasser stehen bleibt. Geeignet sind sandige, lehmige und tonige Böden, beim pH-Wert reicht die Spanne von schwach sauer bis schwach alkalisch. Wie du den Boden für Rauke prüfst und verbesserst, steht in einem eigenen Ratgeber.
Wächst Rauke als Salatbestand, der sich selbst erneuert, ist zusätzliche Düngung in der Regel nicht nötig. Bei nachgewiesenem Nährstoffmangel gilt das nicht, dann hilft dir der Ratgeber, wie du Rauke ohne Überdüngung versorgst.
Gieße gleichmäßig und am Morgen, damit die Blätter über Tag abtrocknen. Das gilt für Rauke wie für alle Salate; im Salat-Überblick steht, wie du Salate und Blattgemüse gleichmäßig und am Morgen gießt. Mengen je nach Wetter, Boden und Anbauort findest du im Ratgeber, wie viel und wie oft du Rauke gießt.
Die Luftfeuchte messe ich im Beet nicht. Ich schaue stattdessen, ob die Blätter am Vormittag abgetrocknet sind. Dafür gieße ich mit der Kanne direkt auf den Boden zwischen den Reihen, nicht über die Blätter. Bleiben die Blätter lange nass, kann das auf zu dichte Reihen hindeuten.
Wind und Luft zwischen den Reihen
Wind hat im Raukebeet zwei Seiten. Er trocknet nasse Blätter ab, er trocknet aber auch die Saatrille aus. Bis die Saat aufgelaufen ist, liegt an zugigen Stellen deshalb Vlies über der Rille. Danach soll Luft durch den Bestand ziehen.
Bei Salaten zählen Reihen in Hauptwindrichtung und ausreichend weite Pflanzabstände zur Vorbeugung gegen Falschen Salatmehltau. Raukereihen lege ich nach demselben Prinzip an, damit die Blätter nach Regen schneller abtrocknen. Stehen die Keimlinge zu dicht, ziehe ich die überzähligen heraus und gebe sie in den Salat.
Salat-Rauke vereinzelst du auf 5 bis 10 cm in der Reihe, bei 15 bis 20 cm Reihenabstand. Für Wilde Rauke gelten 10 cm in der Reihe und 20 cm zwischen den Reihen.
Beim Vereinzeln sehe ich mir die Blätter auch auf Fraßspuren an. Wie du Schädlingen vorbeugst und wann du eingreifst, steht im Salat-Überblick im Abschnitt über Krankheiten und Schädlinge.
Rauke im Balkonkasten
Rauke ist topfgeeignet, und im Kasten gelten dieselben Punkte wie im Beet. Weil sich ein Kasten verschieben lässt, stelle ich ihn im Sommer an eine Stelle mit Mittagsschatten. Gefäß, Substrat und Pflege beschreibt der Ratgeber, wie du Rauke in Töpfen und Kästen auf dem Balkon ziehst.
Nachbarn und Anbaupause
Höhere Nachbarn können Rauke im Sommer Schatten geben, Mischkultur unterstützt aber nur und garantiert nichts. Beim Planen zählt auch die Anbaupause: Salatrauke kommt erst nach 6 Jahren wieder auf dasselbe Beet. Welche Nachbarn neben Rauke passen, prüfst du im Planer; die Pausen aller Arten stehen im Salat-Überblick unter Fruchtfolge und Mischkultur.





