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Pflücksalat-Rezepte aus dem Garten: Zubereitung, Dressings, Toppings

Zuletzt geprüft: Lesezeit: 11 Min.Von der samen.live Redaktion
Kurz & knappDie Antwort in 20 Sekunden
  • Ganze Blätter kurz und gründlich waschen, schleudern und erst kurz vor dem Essen zupfen.
  • Das Dressing kommt erst am Tisch an den Salat, damit die zarten Blätter knackig bleiben.
  • Grundsoße aus Öl, Essig oder Zitrone, Salz und Pfeffer, abgewandelt etwa mit Senf, Joghurt, Honig und Kräutern.
  • In Soßen ohne Erhitzen kein rohes Ei verwenden und nicht sicher bestimmte Pflanzen aussortieren.
  • Im Freiland erntest du Pflücksalat von Mai bis Oktober, im Winter übernehmen Feldsalat und Winterportulak.
Pflücksalat mit lockeren, rotbraun gefärbten Blattrosetten in einer Beetreihe, dahinter Zwiebellaub
Foto: Kathas_Fotos · Pixabay Content License · Quelle ↗

Pflücksalat aus dem eigenen Beet ist zart, und genau das macht ihn in der Küche empfindlich. Frisch geernteter Salat verträgt weder Druck noch Wärme gut, und eine zu früh untergemischte Soße lässt die Blätter zusammenfallen. Ich gehe deshalb erst zum Beet, wenn Dressing und Toppings fertig auf dem Tisch stehen.

Hier findest du, wie du die Blätter wäschst, zupfst und vor braunen Rändern schützt. Danach folgen Klassiker, kreative Rezeptideen, Dressings, Toppings und Rezepte für jede Jahreszeit. Lollo, Eichblatt und Batavia schmecken verschieden kräftig. Ich schmecke jedes Dressing an einem Salatblatt ab und passe es an die Ernte an.

Vom Beet in die Schüssel: das Wichtigste vorab

Pflücksalat bildet keinen festen Kopf, seine Blätter erntest du wiederholt. Lollo bionda trägt grüne, Lollo rossa rötliche Blätter, beide stark gekraust und mit herb-nussigem Geschmack. Eichblatt ist zart und herzhafter als Kopfsalat, Batavia im Vergleich kräftiger, und angemacht hält er sich länger knackig.

Pflücksalat wächst sonnig bis halbschattig auf gut durchlässigem, humusreichem Boden und wird von März bis August gesät. Was er vom Standort bis zur Pflege braucht, erklärt der Ratgeber zum Pflücksalat-Anbau. Für Balkon und Terrasse gibt es eine eigene Anleitung, wie du Pflücksalat im Kübel ziehst.

Die Blätter pflückst du einzeln von außen, ohne auf einen Kopf zu warten. Du kannst früh am Morgen pflücken; willst du weniger Nitrat im Salat, ist eine Ernte am Nachmittag oder Abend günstiger. Worauf es beim Pflücken ankommt, damit die Pflanze lange liefert, steht im Ratgeber, wie du Pflücksalat Blatt für Blatt erntest.

Frisch gepflückte Blätter lagerst du in einem feuchten Tuch im Gemüsefach, getrennt von Äpfeln, Birnen und Tomaten. In Blattsalaten kann viel Nitrat stecken, aus dem bei unsachgemäßer Lagerung mikrobiell Nitrit entstehen kann; abwechslungsreich Gemüse zu essen, bleibt trotzdem die Empfehlung. Warum sich Blattsalat nicht als Gefriervorrat für knackige Rohkost eignet, liest du im Ratgeber, wie du Pflücksalat nach der Ernte frisch hältst.

Auf den Teller kommt Pflücksalat als Lebensmittel, nicht als Heilmittel. Er bereichert eine vielseitige Küche, doch wer Beschwerden hat, fragt eine Ärztin oder einen Arzt. Tabellenwerte im Vergleich der Arten findest du im Abschnitt Nährwerte, Küche und Oxalsäure im Überblick zu Salaten und Blattgemüse.

Empfehlungen für den Garten

Standort und Boden

Standort

Im Sommer etwas Schatten vorsehen, um vorzeitiges Schossen zu bremsen.

Bodenart

Leichter sandiger Lehm bevorzugt; auch andere gut durchlässige, humusreiche Böden geeignet.

Bodenreaktion

Geeignet sind neutrale bis schwach alkalische Böden.

Substrat

Geeignet ist gut durchlässiger, humusreicher Boden; bevorzugt leichter sandiger Lehm.

Anbauort

Die Kultur im Freiland ist möglich; für eine verlässlichere Winterernte eignet sich geschützte Kultur im Frühbeet.

Pflege

Pflege

Trockenheit vermeiden; bei heißem, trockenem Wetter schossen die Pflanzen schnell. Bei nasser Witterung auf Pilzerkrankungen achten.

Lebensform und Verwendung

Lebensform

Die Pflanze ist einjährig bis zweijährig.

Verwendung

Die Blätter eignen sich als Salatgemüse.

Aussaatkalender Pflücksalat
GartenkalenderVorkultur: März, April, Mai, Juni, Juli; Aussaat: März, April, Mai, Juni, Juli, August; Blüte: Juli, August; Ernte: Mai, Juni, Juli, August, September, Oktober; Pflanzung: April, Mai, Juni, Juli, August, SeptemberJFMAMJJASONDVorkulturVorkultur: MärzVorkultur: AprilVorkultur: MaiVorkultur: JuniVorkultur: JuliAussaatAussaat: MärzAussaat: AprilAussaat: MaiAussaat: JuniAussaat: JuliAussaat: AugustBlüteBlüte: JuliBlüte: AugustErnteErnte: MaiErnte: JuniErnte: JuliErnte: AugustErnte: SeptemberErnte: OktoberPflanzungPflanzung: AprilPflanzung: MaiPflanzung: JuniPflanzung: JuliPflanzung: AugustPflanzung: SeptemberVorkulturAussaatBlüteErntePflanzung

So bereitest du die zarten Blätter richtig zu

Aussortieren, waschen, trocknen

Ich lege die Ernte zuerst auf ein Brett und sehe mir jedes Blatt an. Welke, sonst einwandfreie Blätter legst du in Wasser, bis sie wieder straff sind. Blätter mit Schimmel, faulen oder schmierigen Stellen oder auffällig muffigem Geruch kommen weg. Waschen oder Auffrischen macht verschimmelte Blätter nicht wieder brauchbar.

Achtung

Sortiere alles aus, was du nicht sicher als essbar erkennst. Rutscht Kreuzkraut oder Greiskraut mit in die Ernte, können Pyrrolizidinalkaloide in den Salat gelangen. Ich schaue deshalb besonders auf Beikraut, das direkt zwischen den Salatpflanzen wächst.

Danach wäschst du die ganzen Blätter kurz und gründlich in einer großen Schüssel. Liegen die Blätter lange im Wasser, werden Nährstoffe ausgelaugt, deshalb hole ich sie gleich wieder heraus. Zum Schluss brause ich sie noch einmal unter fließendem Wasser ab.

Getrocknet werden die Blätter am besten in einer Salatschleuder. Ich schleudere in kleinen Portionen, damit die Blätter in der Trommel nicht gequetscht werden. Ohne Schleuder tupfst du sie mit einem sauberen Küchentuch trocken.

Wenn du schwanger oder immunsupprimiert bist, lässt du vorgeschnittene, verpackte Salate vorsichtshalber weg. Salat bereitest du dann selbst zu, aus frischen Zutaten, die du kurz vor dem Essen gründlich wäschst.

Mini-Checkliste

Blätter sortieren, im Ganzen kurz waschen, abbrausen, schleudern und erst am Tisch zupfen und anmachen.

Zupfen oder schneiden

Salatblätter zerkleinerst du erst kurz vor dem Essen. Die meisten Blätter zupfe ich mit der Hand in mundgerechte Stücke. Kleine, zarte Blätter lasse ich ganz, so liegt der Salat locker in der Schüssel. Für feine Streifen rollst du größere Blätter auf und schneidest sie quer, in der Küche heißt das Chiffonade. Bei Salaten mit vielen gewürfelten Zutaten schneide ich die Blätter in Quadrate, damit sich alles gleichmäßig mischt.

Wenn ich schneide, nehme ich ein scharfes Messer und ziehe es durch das Blatt, statt zu drücken. Weil geerntete Blätter empfindlich auf Druck reagieren, will ich sie so wenig wie möglich quetschen.

Braune Blattränder vermeiden

Braune Ränder können in der Küche entstehen oder schon am Beet. Pflücksalat und Kopfsalat gehören beide zur Art Lactuca sativa. Beim Kopfsalat tritt an der Schnittstelle Milchsaft aus, der sich beim Antrocknen braun verfärben kann. Stielenden schneide ich erst direkt vor dem Anrichten nach, und die Ernte verarbeite ich zügig.

Ränder, die schon beim Pflücken braun und trocken sind, haben mit dem Messer nichts zu tun. Dahinter kann ein gestörter Calciumtransport stecken, ausgelöst durch Überdüngung oder schwankende Wasserversorgung. Solche Ränder schneide ich ab und achte beim nächsten Satz auf gleichmäßiges Gießen.

Vorbereiten, wenn Gäste kommen

Du kannst den Salat auch am Vortag vorbereiten. Gewaschen, aber noch ohne Dressing, hält er sich in einem geschlossenen Behälter im Kühlschrank bis zum nächsten Tag. Vor dem Essen wäschst du ihn noch einmal kurz, trocknest ihn und zupfst ihn erst dann klein.

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Klassiker mit Pflücksalat

Diese drei Klassiker mache ich mit dem, was das Beet gerade liefert. Wer vor allem Eichblattsalat erntet, findet Rezepte speziell für Eichblattsalat in einem eigenen Beitrag.

Gemischter Gartensalat mit Feta und Pinienkernen

Zutaten: Pflücksalat aus Lollo rossa und Eichblatt, Rucola, rote Zwiebel, Cherrytomaten, Salatgurke, Pinienkerne, Feta

Dressing: Olivenöl, Balsamico, Dijon-Senf, Salz, frisch gemahlener Pfeffer

Röste die Pinienkerne ohne Fett in der Pfanne, bis sie duften und leicht golden sind. Die Zwiebel schneidest du in hauchdünne Ringe, die Tomaten halbierst du, die Gurke kommt in Scheiben. Für das Dressing verrührst du Balsamico, Senf, Salz und Pfeffer und schlägst das Öl nach und nach darunter, bis die Soße bindet. Probier sie an einem Salatblatt und gleiche mit Öl oder Balsamico aus. Am Tisch gießt du das Dressing über Salat und Gemüse, hebst alles locker durch und verteilst Feta und Pinienkerne darüber.

Caesar-Salat ohne rohes Ei

Zutaten: Batavia, Bacon, Parmesan, Croutons aus altem Brot

Dressing: Joghurt, Dijon-Senf, Knoblauch, Sardellenfilets, Zitronensaft, Olivenöl, geriebener Parmesan, Salz, Pfeffer

Achtung

Das klassische Caesar-Dressing wird mit rohem Eigelb aufgeschlagen. Bei Salatsoßen, die ohne weiteres Erhitzen auf den Tisch kommen, verzichtest du besser auf rohes Ei. Ich nehme stattdessen Joghurt und Senf als cremige Grundlage.

Brate den Bacon knusprig und lass ihn auf Küchenpapier abtropfen. Knoblauch und Sardellen zerdrückst du fein und verrührst sie mit Joghurt, Senf, Zitronensaft und Parmesan. Das Olivenöl rührst du zum Schluss unter, bis die Soße glänzt, dann schmeckst du mit Salz und Pfeffer ab. Angemacht bleibt Batavia länger knackig, darum nehme ich ihn für diese cremige Soße statt ganz zarter Blätter. Croutons und Bacon kommen erst obenauf, wenn der Salat angemacht ist.

Griechischer Salat mit Lollo bionda

Zutaten: Lollo bionda, Feta, rote Paprika, Salatgurke, Kirschtomaten, rote Zwiebel, Kalamata-Oliven, getrockneter Oregano

Dressing: Olivenöl, Rotweinessig, Knoblauch, Salz, Pfeffer

Paprika schneidest du in Streifen, die Gurke in Halbmonde und die Zwiebel in dünne Ringe. Tomaten werden halbiert, der Feta gewürfelt. Lollo bionda bringt helles Grün zwischen das Rot von Tomaten und Paprika. Verrühre Essig, Knoblauch, Salz und Pfeffer, schlag das Öl darunter und heb alles erst am Tisch unter. Den Oregano streust du zuletzt darüber.

Kreative Rezeptideen mit Pflücksalat

Lauwarmes Grillgemüse auf Pflücksalat

Zucchini, Aubergine, Paprika und Champignons schneidest du in Scheiben, bepinselst sie mit Olivenöl und grillst sie, bis sie Röstspuren zeigen. Wärme setzt geerntetem Salat zu. Lass das Gemüse deshalb abkühlen, bis es nur noch lauwarm ist, und leg es erst dann auf die Blätter. Dazu passt ein Dressing aus Balsamico, Olivenöl, Honig und frisch gehackten Kräutern.

Fruchtig-nussiger Sommersalat

Blattsalate lassen sich gut mit Obst und Nüssen kombinieren. Für diesen Salat röstest du Walnüsse ohne Fett in der Pfanne, bis sie duften. Erdbeeren, Himbeeren und Heidelbeeren legst du erst obenauf, wenn der Salat angemacht ist, so werden sie nicht zerdrückt. Ein Honig-Senf-Dressing verbindet die süßen Beeren mit dem herb-nussigen Lollo.

Salatwraps mit asiatischer Soße

Für Wraps nimmst du die größten, unbeschädigten Außenblätter. Ich nehme dafür gern Batavia, weil seine Blätter knackig sind. Gefüllt werden die Blätter mit gebratenem Hähnchen, feinen Streifen von Möhre und Gurke sowie Minze und Koriander. Für eine vegetarische Fassung brätst du Tofu statt Hähnchen an. Die Soße rührst du aus Sojasoße, Reisessig und Sesamöl an und gibst Zucker dazu, bis sie rund schmeckt. Ich reiche sie zum Dippen, damit die Blätter nicht vorher durchweichen.

Pesto aus Pflücksalat

Salatblätter, Basilikum, Knoblauch, Pinienkerne und Parmesan zerkleinerst du im Mixer fein. Dann lässt du Olivenöl einlaufen, bis das Pesto cremig ist, und schmeckst mit Salz ab. Es passt zu Pasta, als Dip und aufs Brot.

Tipp

Kräuteröl aus eigener Herstellung und Gemüse, das du in Öl einlegst, gehören in den Kühlschrank und sind spätestens am Folgetag aufgebraucht. Ich halte es beim Salatpesto genauso und mache nur so viel, wie wir bis dahin essen.

Dressings: welche Soße zu welchem Salat passt

Die Grundsoße besteht aus Öl, Essig oder Zitrone, Salz und Pfeffer. Senf, Joghurt, Honig und frische Kräuter wandeln sie ab. Frische Kräuter kommen erst kurz vor dem Essen unter den Wasserhahn und aufs Brett.

Dressing Das kommt hinein Passt zu
Leichte Vinaigrette Olivenöl, Weißweinessig, Salz, Pfeffer, Honig zartem grünem Pflücksalat
Kräuter-Vinaigrette Olivenöl, milder Essig, Petersilie, Schnittlauch, Dill Frühlingssalat mit Radieschen
Joghurt-Dressing Joghurt, Zitronensaft, Honig, Knoblauch, Kräuter, Salz, Pfeffer Batavia und Salat als Hauptgericht
Tahini-Dressing Tahini, Zitronensaft, Wasser, Knoblauch, Kreuzkümmel Grillgemüse und gerösteten Kichererbsen
Senf-Honig-Dressing Öl, Essig, Senf, Honig, Salz, Pfeffer Mischungen mit Asia-Salat und Beerensalat
Balsamico-Ahorn-Dressing Olivenöl, Balsamico, Ahornsirup Herbstsalat mit Kürbis und Walnüssen

Mischst du frisch geschnittene Asia-Salatblätter unter den Pflücksalat, passt ein Dressing mit Senf besonders gut dazu. Red Giant, ein Blattsenf, wird umso schärfer, je größer seine Blätter sind. Für eine milde Mischung pflückst du also junge Blätter und nimmst das Senf-Honig-Dressing.

Gib das Dressing nach und nach dazu und hebe den Salat dabei locker um. Sobald alle Blätter leicht glänzen, hörst du auf, bevor sich Soße am Schüsselboden sammelt.

Häufiger Fehler

Der Salat wird schon in der Küche angemacht und wartet dann auf die Gäste. Zarte Blattsalate bleiben länger knackig, wenn die Soße erst unmittelbar vor dem Essen dazukommt.

Marias Erfahrung

Ich rühre das Dressing in einem Schraubglas an, stelle es neben die Salatschüssel und schüttle es am Tisch noch einmal kräftig durch.

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Toppings für Biss und Farbe

Auf Blattsalat machen sich Obst, Nüsse und Samen gut, ebenso Mais, Oliven, Käsewürfel und Schinken. Diese knusprigen Toppings mache ich selbst:

  • Geröstete Nüsse und Samen: Walnüsse, Mandeln, Kürbiskerne und Sonnenblumenkerne röstest du ohne Fett in der Pfanne, bis sie duften.
  • Croutons aus altem Brot: Das Brot würfelst du, mischst es mit Olivenöl, Salz und Kräutern und röstest es im Ofen goldbraun.
  • Gemüsechips: Rote Bete und Süßkartoffel hobelst du hauchdünn und backst sie im Ofen, bis sie trocken und knusprig sind.
  • Geröstete Kichererbsen: Gekochte Kichererbsen tupfst du trocken, mischst sie mit Olivenöl, Paprikapulver und Kreuzkümmel und röstest sie im Ofen knusprig.

Knusprige Toppings streue ich erst am Tisch über den Salat. So liegen sie nicht im Dressing und bleiben kross.

Pflücksalat in der modernen Küche

Grüner Smoothie mit Pflücksalat

Grüne Pflücksalatblätter mixe ich mit Banane, Apfel, Zitronensaft und Wasser, bis der Smoothie glatt ist. Wasch die Blätter vorher gründlich unter fließendem Wasser, denn sie kommen roh ins Glas.

Salat-Bouquets mit essbaren Blüten

Für eine Festtafel binde ich kleine Sträuße aus Lollo rossa, Lollo bionda und Eichblatt mit einem Schnittlauchhalm. Die Sträuße stehen in Gläsern auf dem Tisch, und jeder zupft sich Blätter zum Dippen in Kräuterquark ab. Essbare Blüten machen die Sträuße bunter, aus dem Garten nimmst du dafür nur sicher bestimmte, etwa von Gänseblümchen und Löwenzahn. Pflücke die Blüten jung und frisch geöffnet, möglichst kurz vor dem Anrichten und bei den meisten Arten am Vormittag. Das Portulakröschen ist dagegen eine Zierblume und gehört nicht in den Salat.

Microgreens und Baby Leaf als Garnitur

Kurz erklärt

Baby Leaf sind jung geerntete Blätter verschiedener Salat-, Kräuter- und Gemüsearten. Microgreens schneidest du fingerbreit über dem Boden, sobald sich zusätzlich zu den Keimblättern mindestens 2 Laubblätter gebildet haben.

Als Akzent auf einem Pflücksalat eignen sich zum Beispiel Microgreens der Blattsenfsorte Red Katana. Mizuna kannst du vom Microgreen-Stadium bis zur ganzen Rosette ernten. Für die eigene Anzucht brauchst du gute Hygiene und Saatgut aus dem Fachhandel.

Rezepte durch die Jahreszeiten

Im Freiland erntest du Pflücksalat von Mai bis Oktober. Säst du etwa alle 10 bis 14 Tage einen kleinen Satz nach, ist eine fortlaufende Ernte möglich. Passende Termine zeigt der Aussaatkalender für Salate und Blattgemüse.

Frühling: junge Blätter mit Kräutern

Die ersten Blätter im Mai kombiniere ich mit Schnittlauch, Kerbel und Radieschen. Dazu kommt grüner Spargel, den du bissfest garst und abkühlen lässt. Ein Joghurt-Zitronen-Dressing hält den Teller leicht.

Junge Löwenzahnblätter passen ebenfalls. Von März bis Juni sind sie zart und besonders gut für die Küche, und je jünger das Blatt, desto weniger bitter schmeckt es. Löwenzahn sammelst du nur sicher bestimmt und an wenig verschmutzten Stellen, nicht an Straßen- oder Wegrändern.

Sommer: Salatteller vom Grill

An Grillabenden ist Pflücksalat bei mir die Grundlage für einen großen Salatteller. Darauf kommen lauwarmes Grillgemüse und marinierter Grillkäse, für Fleischesser auch Hähnchenstreifen. Zitrone, frische Kräuter und Olivenöl reichen als Dressing. Wer lieber Bowls mit mehreren Salatarten baut, findet eine eigene Anleitung, wie du verschiedene Schnittsalate zu Bowls kombinierst.

Bei hohen Temperaturen und Trockenheit kann Gartensalat vorzeitig Blüten bilden. Essen kannst du geschossene Pflanzen weiterhin, ihre Blätter sind dann aber meist bitterer und zäher. Solche Blätter schneide ich fein und mische sie unter zartere.

Herbst: warme Zutaten, kräftige Soße

Im Herbst röste ich Hokkaido-Kürbis im Ofen und brate Champignons in der Pfanne. Dazu kommen karamellisierte Walnüsse und Birnenspalten. Die warmen Zutaten lässt du lauwarm werden, bevor sie auf den Pflücksalat kommen. Das Balsamico-Ahorn-Dressing aus der Tabelle passt zu den kräftigen Aromen.

Winter: Zitrussalat mit Feldsalat und Winterportulak

Wenn im Oktober die letzten Pflücksalatblätter kommen, beginnt schon die Ernte von Feldsalat und Winterportulak, die bis März reicht. Feldsalat bringt eine würzige, leicht nussige Note mit, Winterportulak schmeckt frisch säuerlich bis leicht nussig. Beide übernehmen im Winter den Platz des Pflücksalats in der Schüssel.

Feldsalat verträgt sich mit Nüssen, Käse, Pilzen, Roter Bete und Obst, auch mit Zitrusfrüchten. Für meinen Wintersalat mische ich Feldsalat und Winterportulak mit Orangenfilets, Granatapfelkernen und gerösteten Pinienkernen. Das Dressing aus Olivenöl, Zitronensaft und Honig würze ich mit Zimt nach Geschmack. Sandigen Feldsalat schwenkst du vorsichtig in einer Schüssel mit kaltem Wasser und lässt ihn gut abtropfen. Gefrorene Blätter erntest du erst, wenn sie an der Pflanze aufgetaut sind.

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Häufige Fragen

Worin unterscheidet sich Pflücksalat von Kopfsalat und Feldsalat?
Pflücksalat bildet keinen festen Kopf, du erntest seine Blätter wiederholt. Kopfsalat schließt seine zarten, mild schmeckenden Blätter dagegen zu einem deutlichen Kopf. Feldsalat bildet Blattrosetten mit würzigem, leicht nussigem Geschmack und wird von Oktober bis März geerntet.
Welche Pflücksalat-Sorten gibt es und wie unterscheiden sie sich im Geschmack?
Lollo bionda trägt grüne, Lollo rossa rötliche Blätter, beide stark gekraust und herb-nussig. Eichblatt verbindet zarte Blätter mit einem herzhafteren Geschmack als Kopfsalat. Batavia ist kräftiger als Kopfsalat und hält angemacht länger seinen Biss. Zum Mischen bringt der Asia-Salat Red Giant einen scharfen Senfgeschmack mit.
Wie bereitest du Pflücksalat richtig zu und vermeidest braune Blattränder?
Wasche die ganzen Blätter kurz und gründlich, trockne sie in der Salatschleuder und zupfe sie erst kurz vor dem Essen klein. Weil geernteter Salat Druck und Wärme schlecht verträgt, verarbeitest du ihn zügig. Braune Ränder, die schon am Beet zu sehen sind, können auf einen gestörten Calciumtransport durch Überdüngung oder schwankende Wasserversorgung hindeuten.
Welche Dressing-Varianten passen am besten zu Pflücksalat?
Die Grundsoße aus Öl, Essig oder Zitrone, Salz und Pfeffer ist der Ausgangspunkt, abgewandelt etwa mit Senf, Joghurt, Honig und frischen Kräutern. Mischst du Asia-Salat unter, passt ein Dressing mit Senf. Gib die Soße erst kurz vor dem Essen dazu und verzichte in ungekochten Soßen auf rohes Ei.
Zu welchen Jahreszeiten kannst du Pflücksalat anbauen und ernten?
Pflücksalat säst du von März bis August und erntest ihn im Freiland von Mai bis Oktober. Winterhart ist er nicht. Für Salat aus dem Winterbeet bieten sich Feldsalat und Winterportulak an, die von Oktober bis März geerntet werden.
Wie unterscheiden sich Microgreens von normalem Pflücksalat?
Microgreens erntest du ganz jung: Du schneidest sie fingerbreit über dem Boden ab, wenn neben den Keimblättern mindestens 2 Laubblätter stehen. Wer sie selbst zieht, achtet auf gute Hygiene und kauft das Saatgut im Fachhandel. Pflücksalat erntest du dagegen über einzelne Außenblätter, und die Pflanze liefert wiederholt.
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