Spinat richtig düngen: wie viel Stickstoff, wann und womit
- Spinat hat einen mittleren Stickstoffbedarf: mehr als Kopf- und Feldsalat, weniger als Chinakohl.
- Für einen Spinatsatz im Hausgarten liegt der Tabellenwert bei 17 g Stickstoff je m², vor Abzug dessen, was der Boden liefert.
- Zur Grunddüngung dienen reifer Kompost oder gut verrotteter Mist; Kompost höchstens 3 l je m² und Jahr.
- Zur Saat passt Hornmehl, das in etwa 6 Wochen umgesetzt ist; Hornspäne brauchen mehrere Monate.
- Zu späte Stickstoffgaben, Trockenheit und lichtarme Winterkultur unter Glas können den Nitratgehalt erhöhen.
- Ernte Spinat am Nachmittag oder Abend statt früh morgens, weil Licht den Nitratabbau fördert.

Spinat steht nur 42 bis 56 Tage im Beet. In dieser Zeit muss er den Stickstoff aufnehmen, den er für seine Blätter braucht. Gibst du zu viel oder zu spät, kann sich der Überschuss als Nitrat im Blatt anreichern. Bevor ich Spinat säe, kläre ich deshalb zwei Fragen: Was liefert mein Boden schon, und was fehlt dann noch?
Wie viel Stickstoff braucht Spinat?
Im Gemüsegarten gilt Spinat als Kultur mit mittlerem Stickstoffbedarf, genau wie Endivien. Kopf- und Feldsalat liegen darunter, Chinakohl liegt darüber. Wie du Kopfsalat düngst und woran du Mangel oder Überschuss erkennst, steht in einem eigenen Ratgeber.
Für einen Spinatsatz im Hausgarten liegt der Tabellenwert bei 17 g Stickstoff je m². Das ist ein Bruttowert, kein Düngerrezept. Davon ziehst du ab, was der Boden an mineralischem Stickstoff enthält und nachliefert. Erst der Rest ist dein Düngebedarf.
| Kennwert | Wert | Vorbehalt |
|---|---|---|
| Stickstoffbedarf je Spinatsatz im Hausgarten | 17 g N je m² | vor Abzug von Bodenvorrat und NachlieferungBeim Düngen meint Nachlieferung die Nährstoffe, vor allem Stickstoff, die der Boden selbst für die Pflanzen freisetzt: aus dem Bodenvorrat, aus organischer Düngung der Vorjahre und aus Vorfrüchten oder Gründüngung. Diese Menge zieht man vom Düngebedarf ab. |
| Stickstoffbedarf im Erwerbsanbau, je nach Ertrag und Ernteform | 10 bis 20,5 g N je m² | ebenfalls vor Abzug der vorhandenen Stickstoffversorgung |
| Einordnung im Gemüsegarten | mittlerer Stickstoffbedarf | Kopf- und Feldsalat gering, Chinakohl hoch |
Den pflanzenverfügbaren Stickstoff misst eine Standard-Bodenuntersuchung nicht mit, dafür brauchst du eine eigene Messung. Ohne diese Messung schätze ich den Vorrat über die Geschichte des Beets.
Hat das Beet in diesem Jahr schon Kompost bekommen, kommt kein zweiter dazu; den Stickstoff prüfst du trotzdem. Zeigt der Bodenbericht hohe Phosphat- und Kaligehalte, genügt ein reiner Stickstoffdünger. Ist der Boden sehr humos, reduzierst du die Stickstoffgabe. Stand vorher eine Gründüngung mit Leguminosen dort, rechnest du ihren Beitrag mit ein.
Welche Nährstoffe braucht Spinat außer Stickstoff?
Neben Stickstoff für das Wachstum braucht Spinat Phosphor für die Wurzeln, Kalium für den Wasserhaushalt und Magnesium für das Blattgrün. Meldet die Bodenanalyse bei einem Nährstoff zu viel und bei einem anderen zu wenig, füllst du gezielt nur die Lücke, mit einem EinzelnährstoffdüngerEin Einzelnährstoffdünger enthält nur einen einzigen Pflanzennährstoff, zum Beispiel nur Stickstoff oder nur Kalium. Ein Mehrnährstoffdünger liefert dagegen mehrere Nährstoffe als Mischung.. Welche Nährstoffe Blattgemüse brauchen und wie du sie grundsätzlich versorgst, auch bei SpurenelementenSpurenelemente sind Nährstoffe, die Pflanzen nur in kleinen Mengen brauchen, ohne die sie aber nicht normal wachsen: Eisen, Mangan, Kupfer, Zink, Bor, Molybdän und Chlor. Man nennt sie auch Spurennährstoffe oder Mikronährstoffe. und pH-Wert, erklärt ein eigener Ratgeber.
Grunddüngung: Kompost oder Mist vor der Saat
Zur Bodenvorbereitung bekommt Spinat reifen Gartenkompost oder gut verrotteten Mist. Kompost setzt du als GrunddüngungDie Grunddüngung ist die Düngergabe unmittelbar zu Beginn einer Kultur oder der Wachstumszeit. Was die Pflanzen danach noch brauchen, bekommen sie mit einer oder mehreren Nachdüngungen, den sogenannten Kopfdüngungen. im Frühjahr an, höchstens 3 l je m² und Jahr. Ich arbeite ihn nur leicht in die obere Bodenschicht ein. Den Stickstoff beurteilst du dabei gesondert.
Auf nährstoffarmem Boden kannst du zusätzlich einen organischen Universaldünger einarbeiten. Ist der Boden bereits gut versorgt, bekommt er keine pauschale Zusatzdüngung.
Spinat mag fruchtbaren Boden, reich an organischer Substanz und gleichmäßig feucht. Warum Blattgemüse einen humosen, durchlässigen Boden und eine Düngung nach Art statt nach Schema brauchen, erklären die Abschnitte Standort und Boden sowie Düngen im Überblick zu Salaten und Blattgemüse. Wie du das Spinatbeet lockerst und das Saatbett vorbereitest, zeigt der Ratgeber zur Beetvorbereitung.
Horndünger oder Mineraldünger zur Saat?
Fehlt nach der Kompostgabe noch Stickstoff, kommt er zur Saat ins Beet. Zeigt der Bodenbericht bereits hohe Phosphat- und Kaligehalte, deckst du den verbleibenden Bedarf mit einem reinen Stickstoffdünger, organisch oder mineralisch.
Auf kompostversorgten, phosphat- und kalireichen Böden gelten für Spinat höchstens 100 g HorndüngerHorndünger ist der Oberbegriff für organische Dünger aus gemahlenen Hörnern und Hufen von Rindern, etwa Hornmehl und Hornspäne. Sie liefern vor allem Stickstoff und geben ihn je nach Körnung schneller oder langsamer ab. je m² zur Saat. Die mineralische Alternative sind höchstens 50 g Ammonsulfatsalpeter je m². Bei hohem Humusgehalt reduzierst du beide Mengen.
Hornmehl setzt der Boden in etwa 6 Wochen um. Grobe Hornspäne brauchen mehrere Monate und würden noch Stickstoff abgeben, wenn der Spinat nach 42 bis 56 Tagen schon geerntet ist. Ich nehme zur Saat deshalb Hornmehl und wiege die Menge mit der Küchenwaage ab, statt sie aus der Hand zu streuen.
Organische Dünger geben ihre Nährstoffe über längere Zeit ab; lösliche Mineraldünger sind meist schneller verfügbar, werden aber auch leichter ausgewaschen. Über das Blatt gedüngt, lässt sich ein kurzer Engpass überbrücken, doch eine einzelne Anwendung liefert gewöhnlich nur einen kleinen Teil dessen, was die Pflanze insgesamt braucht. Mehr zu den Düngerarten steht im Nährstoff-Ratgeber für Blattgemüse.
Wann düngst du Spinat?
Den Stickstoff bekommt Spinat zur Saat. Kommt er zu spät, setzt die Pflanze ihn womöglich nicht mehr in Wachstum um, und er kann sich als Nitrat anreichern. Gesät wird Spinat von März bis Juni und wieder von August bis Oktober. Die Termine zum Ausdrucken findest du im druckbaren Aussaatkalender für Salate und Blattgemüse.
Frühjahrsspinat: Kompost und Hornmehl in einem Gang
Beim Frühjahrssatz fallen die Kompostgabe im Frühjahr und die Saat zusammen. Ich arbeite Kompost und bei Bedarf Hornmehl im selben Arbeitsgang ein und ziehe danach die Saatrillen. Auf einem gut versorgten Boden bleibt es beim Kompost.
Herbstspinat nach einer Vorkultur
Säst du im August auf ein Beet, das im Frühjahr schon Kompost bekommen hat, hat es seine Kompostgabe für dieses Jahr schon. Dazu kommt: Ein humusreicher Gartenboden setzt im warmen, feuchten Sommer häufig so viele Nährstoffe frei, dass es auch für eine neue Kultur reicht. Jahresgrenze beim Kompost und Nachlieferung im Sommer zusammen heißen: Herbstspinat nach einer kompostversorgten Vorkultur braucht häufig keine eigene Grundgabe.
In trockenen Phasen kann Spinat mehr Nitrat anreichern. Halte den Boden deshalb gleichmäßig feucht. Wie oft und wie viel du Spinat gießt, steht im Gieß-Ratgeber.
Winterspinat im Gewächshaus
Steht Spinat im Winter unter Glas, bekommt er wenig Licht und sammelt leichter Nitrat an als im sommerlichen Freiland. Unter Glas gibst du im Winter deshalb keinen Stickstoff über den berechneten Bedarf hinaus.
Kurz vor der Ernte noch Stickstoff nachlegen, weil die Blätter hell wirken. Eine zu späte Gabe kann Nitrat anreichern, und vergilbte Blätter können bei Spinat auch von zu nassem, verschlämmtem Boden kommen.
Spinat im Topf düngen
Spinat eignet sich auch für Topf und Hochbeet. Ins Gefäß gehört ein faserreiches, möglichst torffreies Kompostsubstrat, das Luft, Wasser und Nährstoffe gut hält. Allerdings können manche Bestandteile torffreier oder torfreduzierter Erden Stickstoff festlegen, der dann den Pflanzen fehlt. Gerade die empfehlenswerte torffreie Erde kann also einen zusätzlichen Stickstoffbedarf verursachen.
Beim Topfspinat achte ich deshalb früh auf Anzeichen von Stickstoffmangel und ergänze ihn, wenn sie sich zeigen. Abzugslöcher im Gefäß sind Pflicht, denn Staunässe schädigt die Wurzeln und kann Spinatblätter ebenfalls vergilben lassen.
Nitrat im Blick: was Düngung, Wetter und Erntezeit ausmachen
Spinat gehört zu den Blattgemüsen, die viel Nitrat enthalten können. Ein reichliches StickstoffangebotDas Stickstoffangebot ist die Menge an Stickstoff, die den Pflanzen im Boden tatsächlich zur Verfügung steht. Fachleute bestimmen diesen pflanzenverfügbaren Stickstoff mit einer Bodenanalyse, der sogenannten Nmin-Methode. kann den Nitratgehalt weiter erhöhen und die Pflanzen zugleich anfälliger für Krankheiten und Schädlinge machen. Im Anbau kannst du vier Dinge tun: Stickstoff nach Bedarf statt reichlich geben, auf späte Gaben verzichten, den Boden gleichmäßig feucht halten und für viel Licht sorgen.
Morgens geernteter Spinat soll am wenigsten Nitrat enthalten. Für Spinat ist eine Ernte am Nachmittag oder Abend günstiger als eine frühe Morgenernte, weil Licht den Nitratabbau fördert.
Frischen Spinat bewahre ich höchstens 2 Tage im Gemüsefach des Kühlschranks auf. Nitrat kann bei unsachgemäßer Lagerung durch Mikroben zu Nitrit werden. Eine abwechslungsreiche Gemüseernährung bleibt weiterhin die Empfehlung. Wie du den Nitratgehalt von Spinat bei Ernte, Lagerung und Zubereitung senkst, erklärt ein eigener Ratgeber.
Gelbe Blätter: erst den Boden prüfen, dann düngen
Stickstoffmangel kann sich durch schwachen Wuchs und flächig aufgehellte Blätter zeigen, häufig zuerst an den älteren. Bei Spinat kann dasselbe Bild aber auch aus dem Boden kommen: Steht er zu nass, ist er verschlämmt oder fehlt den Wurzeln Sauerstoff, stockt das Wachstum und die Blätter vergilben. Werden die Blätter gelb, grabe ich neben der Reihe vorsichtig nach und prüfe, ob der Boden nass und dicht ist, bevor ich Dünger nachlege. Weitere Mangelbilder und die Rolle des pH-Werts behandelt der Nährstoff-Ratgeber für Blattgemüse.
Vorfrucht und Gründüngung mitrechnen
Stand vorher eine Gründüngung aus Leguminosen wie Klee auf dem Beet, hat sie mit ihren KnöllchenbakterienKnöllchenbakterien, auch Rhizobien genannt, sind Bodenbakterien, die mit Hülsenfrüchtlern wie Erbsen und Bohnen zusammenleben. In kleinen Knöllchen an deren Wurzeln binden sie Stickstoff aus der Luft und machen ihn für die Pflanze nutzbar. Stickstoff aus der Luft gesammelt. Ist ihre Pflanzenmasse verrottet, kann davon die FolgekulturEine Folgekultur ist das Gemüse, das auf einem Beet als Nächstes angebaut wird, sobald die vorige Kultur abgeerntet ist – noch im selben Gartenjahr oder im nächsten. profitieren, also auch dein Spinat. Grobe Reste von Stroh oder Holz nehme ich vor der nächsten Bodenbearbeitung vom Beet, denn beim Abbau im Boden legen die Mikroben Stickstoff fest. Auf dasselbe Beet kommt Spinat erst nach einer Anbaupause von 3 Jahren. Vorkultur, Folgekultur und Anbaupausen planst du im Beetplaner für dein ganzes Beet.
Für jedes Beet führe ich eine Zeile im Gartenheft: Vorkultur, Kompostgabe mit Datum, Dünger in Gramm je m². Im August sehe ich dort auf einen Blick, ob das Beet seine Kompostgabe für das Jahr schon hatte.





