Rhabarber düngen: So versorgst du die Staude übers Jahr und in jedem Standjahr
- Rhabarber gilt als Starkzehrer und kann weit über zehn Jahre am selben Platz stehen.
- Im zeitigen Frühjahr bekommt er jährlich etwa 3 l reifen Kompost je Quadratmeter.
- Den Stickstoff ergänzt du bevorzugt organisch, etwa mit Hornmehl in zwei Gaben.
- Die Ergebnisse einer Bodenuntersuchung fließen in die Düngung ein.
- Nach dem Johannistag am 24. Juni braucht die Staude eine Ruhephase zur Regeneration.
- Ältere Stauden werden geteilt, um Nährstoffangebot und Wuchskraft zu erneuern.

Ich plane die Düngung meines Rhabarbers nicht für eine Saison, sondern für die vielen Jahre, die er am selben Platz steht. Rhabarber gilt als StarkzehrerStarkzehrer sind Gemüsearten mit hohem Nährstoffbedarf, vor allem an Stickstoff, etwa Kohl, Kürbis, Tomaten und Zucchini. In der Fruchtfolge kommen sie zuerst auf ein frisch versorgtes Beet, zum Beispiel nach einer Kompostgabe. und kann als Staude weit über zehn Jahre an einer Stelle bleiben. Beides zusammen heißt: Düngen ist bei ihm keine einmalige Starthilfe, sondern eine Aufgabe für jedes Frühjahr.
Im zeitigen Frühjahr bekommt Rhabarber jedes Jahr etwa 3 l reifen Kompost je m². Den Stickstoff decken zusätzlich 150 g HornmehlHornmehl ist fein gemahlenes Horn, das als organischer Stickstoffdünger verwendet wird. Es gibt den Stickstoff im Boden nach und nach frei, aber schneller als die gröberen Hornspäne., die du auf zwei Gaben verteilst. Die Ergebnisse einer Bodenuntersuchung berücksichtigst du dabei.
Wie viel Dünger braucht Rhabarber?
Die Grundversorgung ruht auf zwei Bausteinen: Kompost für Phosphor und Kali, dazu eine ergänzende Stickstoffgabe. Für den Stickstoff sind organische Dünger die bevorzugte Wahl.
| Baustein | Menge | Verteilung | Deckt |
|---|---|---|---|
| Reifer Kompost | etwa 3 l je m² | jährlich im zeitigen Frühjahr | Phosphor und Kali |
| Hornmehl | 150 g | auf zwei Gaben verteilt | Stickstoff |
| Ammonsulfatsalpeter als mineralische Alternative | 75 g | auf drei Teilgaben verteilt | Stickstoff |
Warum braucht es neben dem Kompost noch Hornmehl? Gartenkompost enthält durchschnittlich 1 % Stickstoff. HornspäneHornspäne sind ein organischer Stickstoffdünger und die gröbste Form der Horndünger. Mikroorganismen müssen sie im Boden erst abbauen; wegen der groben Körnung geben sie ihren Stickstoff langsamer frei als das feiner vermahlene Hornmehl., Horngrieß und Hornmehl kommen auf 10 bis 14 %. Die Kompostgabe, die Phosphor und Kali deckt, bringt also vergleichsweise wenig Stickstoff mit, und genau diese Lücke schließt das Hornmehl.
Die Kompostmenge gilt je Quadratmeter Beetfläche. Ich messe deshalb die Fläche rund um die Staude ab, bevor ich den Eimer fülle, und wiege das Hornmehl für jede Gabe ab.
Auch selbst angesetzte BrennnesseljaucheBrennnesseljauche ist ein selbst angesetzter Flüssigdünger aus Brennnesselblättern, die zehn bis 14 Tage in Wasser gären. Sie liefert schnell verfügbaren Stickstoff und eignet sich besonders für stark zehrendes Gemüse. ist ein organischer Dünger. Zum Gießen verdünnst du sie in der Regel im Verhältnis 1:10. Eine allgemeingültige Menge oder Häufigkeit gibt es dafür nicht, weil der Bedarf der Pflanze und der Nährstoffvorrat im Boden entscheiden.
Nur Kompost geben und den Stickstoff vergessen. Beim Rhabarber deckt der Kompost Phosphor und Kali, den Stickstoff ergänzt du zusätzlich, bevorzugt organisch.
Der Jahresplan: wann Rhabarber welche Gabe bekommt
Über das Jahr verteilt sich die Arbeit am Rhabarber auf wenige feste Punkte. Die Übersicht gilt für eine Staude, die bereits beerntet wird.
| Zeitraum | Was ansteht |
|---|---|
| vor der Frühjahrsgabe | Ergebnisse der Bodenprobe auswerten |
| zeitiges Frühjahr | etwa 3 l reifer Kompost je m², bei mir zusammen mit der ersten Stickstoffgabe |
| Austrieb und Blüte | BlütenständeEin Blütenstand (botanisch: Infloreszenz) ist der Teil einer Pflanze, an dem sich der Spross verzweigt und mehrere Blüten trägt. Je nach Bauweise unterscheidet man zum Beispiel Traube, Ähre, Dolde, Köpfchen und Rispe. bei der Stielkultur regelmäßig entfernen |
| Ernte | im zweiten Standjahr von April bis Mitte Mai, traditionell spätestens bis zum Johannistag am 24. Juni |
| nach der Ernte | Ruhephase zur Regeneration, ausreichend Wasser ohne Staunässe |
| September und Oktober | Pflanzzeit für neue und geteilte Stauden |
Zeitiges Frühjahr: Kompost und erste Stickstoffgabe
Vor der Frühjahrsgabe schaue ich auf die Bodenprobe, denn ihre Ergebnisse gehören beim Rhabarber in die Düngeplanung. Eine Standarduntersuchung erfasst Bodenart, pH-Wert, Phosphat und Kalium. Stickstoff wird im Hausgarten normalerweise nicht mitgemessen. Die Probe sagt dir also vor allem etwas über den Kompost: Zeigt sie stark überhöhte Phosphor- oder Kaliumwerte, schränkst du die Kompostgabe ein.
Den reifen Kompost verteile ich rund um die Staude und arbeite ihn oberflächlich ein. Die erste Hornmehlgabe streue ich im selben Arbeitsgang dazu. Für die zweite Gabe halte ich mich an kein festes Datum. Ich schaue auf die Staude: Wie kräftig treibt sie neue Stiele, und wie sehen die Blätter aus?
Austrieb und Ernte
Schiebt die Staude Blütenstände, entferne ich sie bei der Stielkultur regelmäßig. Während des Wachstums achtest du auf ausreichend Wasser, ohne dass sich Staunässe bildet.
Die erste Ernte fällt ins zweite Standjahr. In diesem Jahr erntest du von April bis Mitte Mai. Traditionell endet die Rhabarberernte spätestens am Johannistag, dem 24. Juni. Die Ernte selbst beschreibe ich in der Anleitung, wie du Rhabarber erntest, ohne die Staude zu schwächen.
Nach der Ernte: Ruhephase
Nach dem Johannistag braucht die Staude eine Ruhephase zur Regeneration. Ich ernte dann keine Stiele mehr und lasse alle Blätter stehen. Auch in dieser Zeit achte ich darauf, dass sie genug Wasser bekommt.
Herbst: Zeit für neue und geteilte Stauden
Eine feste Herbstgabe plane ich für die stehende Staude nicht ein, ihre Grundversorgung bekommt sie bei mir im zeitigen Frühjahr. Der Herbst ist bei mir die Zeit zum Pflanzen, denn die Pflanzzeit für Rhabarber liegt im September und Oktober. Einen neuen Platz bereite ich mit reifem Kompost vor. Er lockert schwere Böden und verbessert in leichten Böden die Speicherung von Wasser und Nährstoffen.
Düngung nach Standjahr: von der Pflanzung bis zur alten Staude
Wie du Rhabarber versorgst, hängt auch vom Alter der Staude ab.
| Phase | Was ansteht | Versorgung |
|---|---|---|
| Pflanzung | Rhizomstücke von 400 bis 500 g, etwa 1 m² Platz je Pflanze | Platz mit reifem Kompost vorbereiten, Boden untersuchen lassen |
| Pflanzjahr | keine Ernte, alle Blätter bleiben an der Staude | Wasser während des Wachstums, Blütenstände entfernen |
| ab dem zweiten Standjahr | erste Ernte von April bis Mitte Mai | jährlich Kompost im zeitigen Frühjahr, Hornmehl auf zwei Gaben verteilt |
| nach rund 7, spätestens 8 bis 10 Jahren | teilen oder umpflanzen | Teilstücke an einen neuen, mit Kompost vorbereiteten Platz |
Junge Stauden im Pflanzjahr
Im Pflanzjahr erntest du nicht, die Staude behält alle Blätter. Plane für jede Pflanze etwa einen Quadratmeter Platz ein. Weil dieser Platz viele Jahre belegt bleibt, trage ich ihn im Beetplaner für deinen Garten ein. Die ersten Schritte findest du im Beitrag, wie du Rhabarber als Einsteiger pflanzt und pflegst.
Etablierte Stauden: jedes Jahr dieselbe Grundversorgung
Ab dem zweiten Standjahr läuft der Jahresplan von oben. Ich bleibe bei derselben Grundversorgung und passe sie an, wenn die Bodenprobe stark überhöhte Phosphor- oder Kaliumwerte zeigt. Zum Vergleich lohnt ein Blick auf einen SchwachzehrerSchwachzehrer sind Gemüse und Kräuter mit geringem Stickstoffbedarf, etwa Feldsalat, Radieschen, Rucola, Bohnen und Erbsen. Sie sind die genügsamste der drei Gruppen, nach denen man Kulturen für die Fruchtfolge einteilt.: Im Beitrag über Herbstrüben liest du, wie wenig Dünger Herbstrüben brauchen.
Alte Stauden: teilen und an neuer Stelle pflanzen
Auch wenn eine Staude sehr lange am selben Platz stehen kann, teilst du sie in den meisten Hausgärten nach rund 7 Jahren oder pflanzt sie um. Spätestens nach 8 bis 10 Jahren ist es so weit. Das erneuert Nährstoffangebot und Wuchskraft.
Vor einer Neupflanzung an derselben Stelle wird eine Anbaupause von 5 Jahren empfohlen. Die Teilstücke setzt du deshalb an einen neuen Platz, den du vorher mit reifem Kompost vorbereitest. Zum Pflanzen sollten die Rhizomstücke 400 bis 500 g wiegen.
Ich schreibe das Pflanzjahr auf ein Etikett, das neben der Staude steckt. Lässt eine alte Staude nach, schaue ich zuerst auf dieses Datum, bevor ich an der Düngermenge etwas ändere.
Dünger, Boden, Mangel: kurz eingeordnet
Düngemittel. Für den ergänzenden Stickstoff sind organische Dünger wie Hornmehl beim Rhabarber die bevorzugte Wahl, ein mineralischer Stickstoffdünger ist die Alternative. Düngermengen im Hausgarten richtest du nach dem Bodenvorrat, der Angabe auf der Packung und zusätzlichen Gaben wie Kompost. Wie organische und mineralische Dünger grundsätzlich wirken, liest du im Kapitel „Düngen: je nach Art und Boden“ im Ratgeber zu Wurzel- und Knollengemüse.
Boden. Rhabarber wächst am besten in mittleren bis schweren, humusreichen Böden, die Wasser gut halten und nicht zu Staunässe neigen. Beim pH-Wert verträgt er saure, neutrale und alkalische Böden. Mehr zum Boden steht im Abschnitt „Standort, Boden und Gefäß“ desselben Ratgebers.
Mangel. Blasse oder schwache Blätter können auf Nährstoffmangel hindeuten, aber auch auf Staunässe oder einen verdichteten Boden, die Wachstum und Wurzelgesundheit beeinträchtigen. Bevor ich gezielt nachdünge, lasse ich deshalb den Boden untersuchen. Wie sich Mangel an Gemüse zeigen kann, ordnet das Kapitel zum Düngen im Ratgeber ein.
Nachhaltig düngen. Wird ein alter Rhabarberplatz frei, kann eine Gründüngung das unbedeckte Beet schützen. Sie bindet vorhandene Nährstoffe und vermindert so deren AuswaschungAuswaschung ist der Verlust von Nährstoffen, die Niederschlagswasser aus dem Wurzelraum in tiefere Bodenschichten und bis ins Grundwasser spült. Besonders betroffen ist Nitrat, die Form, in der mineralischer Stickstoff im Boden größtenteils vorliegt.. Weitere Grundlagen zur nachhaltigen Düngung stehen ebenfalls im Kapitel zum Düngen.
Wie du einen MittelzehrerMittelzehrer sind Pflanzen mit mittlerem Nährstoffbedarf, vor allem an Stickstoff: Sie brauchen mehr als Schwachzehrer, aber weniger als Starkzehrer. Typische Mittelzehrer sind Möhren, Rote Bete, Spinat, Fenchel und viele Salate. versorgst, liest du im Beitrag darüber, wie du Schwarzwurzeln düngst.





