Stangensellerie gesund halten: Septoria, Fliegen, Läuse und gute Nachbarn
- Septoria zeigt sich als gelblich braune bis graubraune Blattflecken mit schwarzen Punkten.
- Lange Blattnässe bei über 20 °C begünstigt Septoria, deshalb soll das Laub nach Regen rasch abtrocknen können.
- Selleriefliegenlarven fressen breite Minen ins Blatt, Möhrenfliegenlarven hinterlassen an Sellerieknollen braune Fraßgänge.
- Gegen Gemüsefliegen beugst du vor allem mit einem an allen Rändern geschlossenen Kulturschutznetz vor, das aber Septoria-Bedingungen verbessern kann.
- Blattläuse spritzt du zuerst mit einem kräftigen Wasserstrahl ab und schonst dabei die Nützlinge.
- Als gute Nachbarn gelten Tomaten, Gurken, Blumenkohl und andere Kohlarten, einen verlässlichen Schutz bietet Mischkultur aber nicht.
- Plane gegen Blattfleckenpilze eine mindestens dreijährige Fruchtfolge ein.

Braune Flecken mit schwarzen Punkten, breite Fraßminen im Laub, gekräuselte junge Triebe: Stangensellerie zeigt viele Probleme zuerst an den Blättern. Schaust du früh hin, kannst du eingreifen, solange erst einzelne Blätter betroffen sind. Ich gehe meine Selleriereihe dafür in Ruhe ab und sehe mir die Pflanzen Blatt für Blatt an, die jungen inneren Blätter eingeschlossen.
Welche Krankheiten und Schädlinge treffen Stangensellerie?
Am Sellerie achtest du vor allem auf Blattflecken, minierende Fliegenlarven und Schnecken. Dazu kommen die MöhrenfliegeDie Möhrenfliege ist ein Gartenschädling: eine Fliege, deren weiße Maden meist über die Wurzeln in Möhren eindringen. Befallene Möhren sind von rostbraunen Fraßgängen durchzogen, und dieses Schadbild heißt Eisenmadigkeit. und Blattläuse. Die Tabelle ordnet zu, was du siehst. Ein Symptom bleibt dabei ein Hinweis und keine sichere Diagnose.
| Was du siehst | Kann hindeuten auf | Erster Schritt |
|---|---|---|
| Gelblich braune bis graubraune Blattflecken mit schwarzen Punkten | Septoria-Blattflecken | Befallene Blätter aus dem Beet nehmen, Laub abtrocknen lassen |
| Breite Fraßminen in den Blättern | Selleriefliege | Minierte Blätter abzupfen, Netz auflegen |
| Braune Fraßgänge, beim Knollensellerie in der Knolle | Möhrenfliege | Netz spätestens ab Flugbeginn, Ränder geschlossen |
| Gekräuselte, verkrüppelte junge Blätter und Triebe | Blattläuse | Kräftiger Wasserstrahl, Nützlinge schonen |
| Schnecken an den Pflanzen, angefressene Blätter | Schneckenfraß | Abends kontrollieren und absammeln |
| Pflanze schießt vorzeitig | KältereizDer Kältereiz ist eine mehrwöchige kühle Phase mit Temperaturen um den Gefrierpunkt, die die Samen sogenannter Kaltkeimer durchlaufen müssen, bevor sie keimen können. Typisch ist das für viele Stauden wie Akelei, Christrose oder Schlüsselblume. nach mehreren Tagen unter 4 °C | Jungpflanzen vor längerer Kälte schützen |
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Septoria-Blattflecken erkennen und eindämmen
Woran erkennst du Septoria?
Septoria ist ein Blattfleckenpilz. An Sellerie verursacht er gelblich braune bis graubraune Flecken, in denen schwarze Punkte sitzen. Diese Punkte sind die Fruchtkörper des Pilzes. Findest du Flecken mit solchen Punkten, kann das auf Septoria hindeuten. Flecken ohne Punkte deute ich zurückhaltender und behalte sie im Auge.
Welches Wetter begünstigt Septoria?
Feuchte Witterung fördert die Krankheit. Kritisch wird es, wenn lange BlattnässeBlattnässe ist Wasser, das als Film oder Tropfen auf den Blättern steht, etwa nach Regen, Tau oder Gießen über die Blätter. Hält sie länger an, können Pilzerreger die Blätter leichter infizieren. auf Temperaturen über 20 °C trifft. Vermeide Blattnässeperioden von über 70 Stunden. Kürzere Nässe ist allerdings keine Garantie gegen Befall.
Sellerie wächst bei etwa 20 °C gut. Die Wärme, in der er zulegt, liegt also genau an der Schwelle, ab der nasses Laub Septoria begünstigt. In warmen, nassen Wochen sehe ich mir die Blätter deshalb besonders genau an.
So beugst du Septoria vor
Bei der Vorbeugung geht es um zwei Dinge: Es soll kein Erreger mit ins Beet kommen, und das Laub soll nach Regen rasch abtrocknen. Setze deshalb nur gesunde Jungpflanzen und wähle eine widerstandsfähige Sorte, wenn die Sortenbeschreibung das hergibt. Beim Pflanzen lässt du 30 cm Abstand in der Reihe. Zwischen den Reihen bleiben 40 cm frei, und jede Pflanze steht einzeln. Staunasse Stellen meidest du. Auf dasselbe Beet kommt Sellerie erst nach einer mindestens dreijährigen Fruchtfolge wieder.
Kaufst du Jungpflanzen, sieh dir vorher jedes Blatt auf Flecken an. Pflanzen mit verdächtigen Flecken lässt du stehen.
Gesunde Jungpflanzen setzen. Eine widerstandsfähige Sorte wählen, wenn die Beschreibung das hergibt. 30 cm in der Reihe und 40 cm zwischen den Reihen lassen. An den Boden gießen statt über das Laub. Staunasse Stellen meiden. Befallene Blätter früh aus dem Beet nehmen. Sellerie mindestens drei Jahre nicht auf dasselbe Beet setzen.
Was tust du, wenn Septoria schon da ist?
Nimm befallene Blätter früh ab und bring sie aus dem Beet. Das kann die Ausbreitung bremsen, sicher verhindern kann es sie nicht. Gieße danach möglichst nur an den Boden, damit das übrige Laub trocken bleibt. Erntereste sind sonst eine brauchbare Bodendecke gegen Verdunstung, befallenes Sellerielaub gehört aber nicht in die Mulchschicht.
Finde ich ein fleckiges Blatt, breche ich es am Grund ab und lege es sofort in einen Eimer, den ich beim Kontrollgang dabeihabe. Ins Beet oder unter die Pflanzen fällt davon nichts zurück.
Selleriefliege und Möhrenfliege auseinanderhalten
Selleriefliege: breite Minen im Laub
Die Larven der Selleriefliege fressen breite Minen in die Blätter. Solche Fraßminen können deshalb auf diese Fliege hindeuten. Blätter mit Minen zupfe ich ab und nehme sie aus dem Beet. Vorbeugend liegt über meinem Sellerie von der Pflanzung an ein Kulturschutznetz.
Möhrenfliege: Fraßgänge statt Minen
Die Möhrenfliege geht nicht nur an Möhren, sondern auch an Sellerie. Ihre Larven minieren nicht im Blatt, sondern hinterlassen an Sellerieknollen braune Fraßgänge. Die Fliege tritt gewöhnlich im Frühjahr auf, etwa ab Anfang Mai. Eine zweite Generation folgt ab Juli. In warmen Jahren und in Weinbaulagen kann ab September eine dritte dazukommen.
Stangensellerie steht von der Pflanzung bis zur Ernte im Hausgarten etwa 12 Wochen im Beet. Bei dieser Standzeit überschneidet sich fast jede Pflanzung mit mindestens einer Flugphase. Plane das Netz deshalb für jeden Satz ein und nicht erst für den, an dem du Schäden entdeckst.
Das Netz: rechtzeitig, dicht und eng genug
Gegen Gemüsefliegen wie Möhren- und Selleriefliege beugst du vor allem mit einem Kulturschutznetz vor. Es liegt spätestens ab Flugbeginn und ist an allen Rändern geschlossen. Für die Maschenweite gibt es je nach Einsatz verschiedene Werte:
| Einsatz | Maschenweite |
|---|---|
| Gegen die Möhrenfliege auf Kleinflächen | höchstens 1 × 1 mm |
| Gegen die Möhrenfliege an Knollensellerie | 1,2 × 1,6 mm |
| Gegen Gemüsefliegen allgemein | 1,35 mm |
| Gegen die Möhrenfliege im ökologischen Erwerbsanbau | 1,5 mm |
Für mein Selleriebeet im Hausgarten nehme ich ein Netz nach dem Wert für Kleinflächen, weil es der engste in dieser Übersicht ist.
Das Netz liegt zwar, aber an einer Seite klafft eine Lücke oder der Stoff endet über dem Boden. Leg es so auf, dass es an allen Rändern geschlossen aufliegt, und beschwere die Kanten.
Unter einem Insektenschutznetz können sich bei Sellerie die Bedingungen für eine Septoria-Infektion verbessern. Schau darunter deshalb besonders genau nach Blattflecken. Ich hebe das Netz dafür an einer Seite an und lege es danach wieder dicht auf.
Blattläuse am Stangensellerie
Woran erkennst du Blattläuse?
Blattläuse verursachen an Sellerie Kräuselungen und Verkrüppelungen, vor allem an jungen Blättern und Trieben. Sind die inneren Blätter verdreht oder gekraust, lohnt sich der genaue Blick auf die jungen Triebe.
Was hilft gegen Blattläuse?
Versuch es zuerst mit einem kräftigen Wasserstrahl und schone dabei die Nützlinge, die schon auf den Pflanzen sitzen. Vor dem Abspritzen schaue ich nach Marienkäfern und SchwebfliegenlarvenSchwebfliegenlarven sind die Larven der Schwebfliegen und zählen zu den wirksamsten natürlichen Gegenspielern der Blattläuse im Garten. Sie fressen alle Blattlausstadien und gehören auch zu den natürlichen Feinden verschiedener Milben. und spare diese Triebe aus.
Marienkäfer, Florfliegen und Schwebfliegen können einem Blattlausbefall entgegenwirken. Blühende Korb- und Doldenblütler im Garten fördern Schwebfliegen, deren Larven zu den Gegenspielern der Läuse gehören. Mehr zum Pflanzenschutz im Wurzelbeet, auch zu Nützlingen, findest du im Überblick zu Krankheiten und Schädlingen bei Wurzel- und Knollengemüse.
SchmierseifeEine Schmierseifenlösung ist in Wasser aufgelöste Schmierseife, die als altes Hausmittel auf Pflanzen gesprüht wird. Sie legt sich als flüssiger Film über Schädlinge wie Blattläuse, die dadurch ersticken. steht in vielen Hausmittel-Listen gegen Läuse. Ihr wird nachgesagt, die Tiere beim Besprühen zu schwächen. Beim Sprühen können auch Nützlinge auf denselben Blättern getroffen werden.
Schnecken: früh nachsehen
Schnecken gehören am Sellerie zu dem, worauf du achten solltest. Nach dem Pflanzen gehe ich abends mit einer Lampe durchs Beet und sammle ab, was an den Pflanzen sitzt. Welche natürlichen Methoden sonst infrage kommen, zeigt dir der Beitrag darüber, wie du Knollensellerie mit natürlichen Methoden vor Schädlingen bewahrst.
Kälte und schwache Jungpflanzen: Schäden ohne Erreger
Nicht jeder Schaden hat einen Erreger. Mehrere Tage mit Temperaturen unter 4 °C erhöhen bei Stangensellerie das Risiko, dass er vorzeitig schießt. Pflanzungen im April brauchen eine Vlies- oder Folienabdeckung. Ab Anfang Mai ist sie normalerweise nicht mehr nötig, das hängt aber von deiner Gegend ab.
Zu wenig Licht oder zu viel Wärme nach dem Pikieren machen Jungpflanzen blass, dünn und weich. Solche Pflanzen sind nach dem Auspflanzen anfälliger und wachsen langsamer an. Gegen Septoria sollen nur gesunde Jungpflanzen ins Beet, also beginnt der Pflanzenschutz schon bei der Anzucht. Die Schritte stehen in der Anleitung, wie du Stangensellerie vom Samen bis zur Pflanzung vorziehst. Den passenden Termin findest du im Beitrag, wann du Stangensellerie am besten aussäst.
Gute Nachbarn für Stangensellerie
Als gute Nachbarn für Sellerie gelten Tomaten, Gurken, Blumenkohl und andere Kohlarten. Einen verlässlichen Schutz vor Krankheiten oder Schädlingen darfst du davon aber nicht erwarten. Günstige Einflüsse zwischen Gemüsearten sind schwer nachzuweisen, und Erfahrungsberichte dazu widersprechen sich häufig. Netz und Fruchtfolge ersetzt eine gute Nachbarschaft deshalb nicht.
Plane für jede Pflanze ihre endgültige Größe ein und lege die Reihen für zusätzliche Partner nicht enger an. Kurzlebige ZwischenkulturenEine Zwischenkultur ist eine schnell wachsende Gemüsekultur, die gleichzeitig mit einer langsam wachsenden Hauptkultur auf dem Beet steht, meist in Reihen dazwischen. Sie ist geerntet, bevor die Hauptkultur den ganzen Platz braucht. erntest du, bevor sie den Sellerie bedrängen. Gegen Septoria soll das Sellerielaub nach Regen rasch abtrocknen, und in der Mischkultur werden die Reihen nicht enger. Beides zusammen heißt: Nachbarn bekommen eigene Reihen und keine Lücken zwischen den Selleriepflanzen.
Möhren sind als Nachbarn ein Sonderfall, weil sie sich mit dem Sellerie die Möhrenfliege teilen. Stehen beide nebeneinander, lege ich ein gemeinsames Netz über beide Reihen. Welche Partner sonst zusammenpassen, schlägst du im Mischkultur-Werkzeug für dein Beet nach.
Duftende Nachbarn vertreiben die Fliegen? Selbst Zwiebeln neben Möhren mindern den Möhrenfliegenbefall nur leicht, einen verlässlichen Schutz bieten sie nicht. Für meinen Sellerie verlasse ich mich deshalb auf das Netz.
Fruchtfolge: Wann darf Sellerie zurück aufs Beet?
Gegen Blattfleckenpilze an Sellerie planst du eine mindestens dreijährige Fruchtfolge ein. Die Pause zählst du innerhalb der Pflanzenfamilie: Sellerie gehört wie Möhre, Pastinake und Petersilie zu den Doldenblütlern. Stand in dieser Zeit einer von ihnen auf dem Beet, ist die Pause für den Sellerie noch nicht erfüllt.
Auch für die Kulturen nach dem Sellerie spielt das eine Rolle. Möhren brauchen nach Doldenblütlern eine Anbaupause von vier bis fünf Jahren. Für Pastinaken meidest du Sellerie als Vorfrucht, Bohnen und Erbsen passen dort besser. Damit du später noch weißt, wo der Sellerie stand, trägst du ihn im Beetplaner für deine Fruchtfolge ein.
Pflanzenschutz im Hausgarten: erst vorbeugen, Chemie zuletzt
Vorbeugen, beobachten, mechanisch eingreifen und Nützlinge schonen: In dieser Reihenfolge gehst du bei Stangensellerie vor. Das Prinzip dahinter heißt integrierter Pflanzenschutz, und im Überblick zum Wurzelgemüse findest du es im Abschnitt Krankheiten und Schädlinge ausführlicher.
BrennnesseljaucheBrennnesseljauche ist ein selbst angesetzter Flüssigdünger aus Brennnesselblättern, die zehn bis 14 Tage in Wasser gären. Sie liefert schnell verfügbaren Stickstoff und eignet sich besonders für stark zehrendes Gemüse. und SchachtelhalmbrüheSchachtelhalmbrühe ist ein gekochter Auszug aus Ackerschachtelhalm. Die gelöste Kieselsäure soll das äußere Zellgewebe der Pflanzen festigen; die Brühe wird vorbeugend gegen Pilzkrankheiten an Obst und Gemüse gesprüht. werden oft als Stärkung gegen Blattkrankheiten genannt. Verlass dich beim Schutz vor Septoria nicht auf diese Jauchen und Brühen. Eine allgemeingültige Menge oder Häufigkeit gibt es für Pflanzenjauche ohnehin nicht, weil Pflanzenbedarf und Nährstoffvorrat des Bodens entscheiden.
Chemischer Pflanzenschutz ist im Hausgarten die letzte Möglichkeit. Wenn es so weit kommt, ist nur ein Mittel mit Zulassung für den Haus- und Kleingarten eine Option, und du hältst dich genau an die Gebrauchsanweisung. Du trägst Schutzkleidung, beachtest die Wartezeit bis zur Ernte und entsorgst Reste vorschriftsmäßig. Solche Mittel können auch die Nützlinge treffen, die dir gegen Blattläuse helfen. In meinem Selleriebeet bleibt es bei Netz, Abstand und Fruchtfolge.
Standort, Pflege und Ernte in Kürze
Stangensellerie steht in voller Sonne oder lichtem Schatten auf einem zuverlässig feuchten Boden, der nicht zu Staunässe neigt. Gieße gleichmäßig, eine Mulchdecke aus Grasschnitt oder Stroh vermindert dabei die Verdunstung. Mehr dazu steht im Überblick zum Wurzelgemüse in den Abschnitten zu Standort, Boden und Gießen.
Von der Pflanzung bis zur Ernte vergehen im Hausgarten etwa 12 Wochen. Gebleichte Stangen sind zur Ernte etwa 25 bis 35 cm lang. Pflege und Ernte im Detail findest du in der Anleitung, wie du Stangensellerie im Beet bis zur Erntereife bringst.


