Inkarnatklee im Fruchtwechsel: Zeitplan, Überwinterung und Folgekulturen
- Inkarnatklee passt auf Beete, die nach der Sommerernte frei werden: Aussaat bis August, als Nachkultur auch im September.
- Nach dem Klee eignet sich stark zehrendes Gemüse, Hülsenfrüchte folgen nicht direkt, weil sich sonst Leguminosenmüdigkeit einstellen kann.
- Auf dasselbe Beet kommt Inkarnatklee erst nach einer Anbaupause von 4 Jahren wieder.
- Harte, lange, kalte und schneereiche Winter verträgt Inkarnatklee schlecht; ein überwinterter Bestand muss im Frühjahr aktiv beendet werden.
- Beende den Bestand vor der Samenreife und warte nach dem Einarbeiten meist etwa 2–3 Wochen bis zur Folgekultur.

Im August wird bei mir das erste Gemüsebeet frei, und dann überlege ich, was dort bis zum Frühjahr wachsen soll. Inkarnatklee kann diese Lücke als ZwischenfruchtEine Zwischenfrucht ist eine Kultur, die zwischen zwei Hauptfrüchten auf derselben Fläche wächst, oft von der Ernte im Spätsommer bis zum nächsten Frühjahr. Sie wird als Gründüngung zur Bodenverbesserung oder, in der Landwirtschaft, als Futter angebaut. füllen und ist eine passende Vorfrucht für stark zehrendes Gemüse. Das funktioniert aber nur, wenn Aussaat, Winter, Umbruch und Nachfrucht zusammenpassen. Typische Planungsfehler sind eine zu späte Saat, Erbsen direkt nach dem Klee und dasselbe Kleebeet Jahr für Jahr.
Inkarnatklee (Trifolium incarnatum) gehört zu den Hülsenfrüchtlern (FabaceaeFabaceae ist der botanische Name der Pflanzenfamilie der Hülsenfrüchtler, die auch Leguminosen heißen. Dazu gehören etwa Erbsen, Bohnen, Linsen, Lupinen und Klee. Sie versorgen sich mithilfe von Knöllchenbakterien an den Wurzeln selbst mit Stickstoff aus der Luft.) und wird einjährig kultiviert. Er wurzelt tief, wird 30–60 cm hoch und stammt ursprünglich von der Iberischen Halbinsel. Säst du ihn auch als BienenweideAls Bienenweide bezeichnet man Blütenpflanzen, die Honig- und Wildbienen reichlich Nektar und Pollen bieten. Auch eine Fläche, die mit solchen Pflanzen bepflanzt oder eingesät ist, heißt Bienenweide. oder Zierpflanze, findest du im Porträt, was Inkarnatklee als Gründünger, Bienenweide und Zierpflanze ausmacht, die passenden Hintergründe.
Wo Inkarnatklee in den Fruchtwechsel passt
Ich plane den Klee immer vom Folgebeet aus. Erst lege ich fest, was im nächsten Jahr auf dem Beet wachsen soll, dann entscheide ich, ob Inkarnatklee davor passt.
Vorfrucht: Beete, die im Spätsommer frei werden
Inkarnatklee braucht ein Beet, das von der Sommerernte bis zum nächsten Frühjahr frei bleibt. Für eine Gründüngung nach der Gemüseernte eignen sich besonders August und September. Das deckt sich mit seinem SaatfensterDas Aussaatfenster ist der Zeitraum im Jahr, in dem eine Pflanzenart sinnvoll ausgesät werden kann. Es richtet sich vor allem nach dem Temperaturanspruch der Art, der Bodentemperatur und der Frostgefahr.: Gesät wird er von April bis August, als Nachkultur auch noch im September. Gute Kandidaten sind Beete nach Frühkartoffeln oder anderem Frühgemüse, das im Sommer geräumt ist.
Zähl den Klee bei den Hülsenfrüchtlern mit. Zur Vorbeugung spezifischer Wurzelkrankheiten sollen im Gemüsegarten höchstens 25 % der wechselnden BeetbelegungDie Beetbelegung beschreibt, welche Kultur wann und wie lange auf einem Beet steht. Dazu gehören die Hauptkultur sowie Vor-, Nach- und Zwischenkulturen, die das Beet vor, nach oder neben ihr nutzen. auf Leguminosen entfallen, Erbsen und Bohnen eingeschlossen. Weil Inkarnatklee selbst eine Leguminose ist, belegt jedes Kleebeet einen Teil dieses Anteils. Ein Beet, auf dem gerade Erbsen oder Bohnen standen, nimmst du deshalb besser nicht, sonst folgen dort zwei Hülsenfrüchtler direkt aufeinander.
Nachfrucht: was nach dem Klee aufs Beet darf
Eine Gründüngung mit Leguminosen eignet sich als Vorfrucht für stark zehrendes Gemüse. Nach Inkarnatklee passen also Kulturen wie Kohl, Tomaten oder Kürbis. Hülsenfrüchte setzt du nicht direkt danach, weil sich sonst eine Leguminosenmüdigkeit einstellen kann.
Planst du im nächsten Jahr Kohl, ist Inkarnatklee davor die passendere Gründüngung als Ölrettich. Ölrettich soll nicht unmittelbar vor oder nach Kohlgewächsen stehen, eine Leguminosen-Gründüngung eignet sich dagegen als Vorfrucht für stark zehrendes Gemüse.
| Folgekultur | Passt sie nach Inkarnatklee? |
|---|---|
| Stark zehrendes Gemüse wie Kohl, Tomaten, Kürbis | ja, eine Leguminosen-Gründüngung ist dafür eine geeignete Vorfrucht |
| Erbsen, Bohnen und andere Hülsenfrüchte | nicht direkt danach, Leguminosenmüdigkeit ist möglich |
| Inkarnatklee | erst nach einer Anbaupause von 4 Jahren |
| Kultur, die ein feines Saatbett braucht | ja, wenn du den Klee abräumst und kompostierst, statt ihn einzuarbeiten |
Mit Leguminosenmüdigkeit ist gemeint, dass Hülsenfrüchtler auf Flächen schlechter gedeihen können, auf denen zuvor schon Leguminosen standen. Bei der verwandten Kleemüdigkeit kommen bodenbürtige SchaderregerSchaderreger ist im Pflanzenschutz der Sammelbegriff für Schädlinge und Krankheitserreger, die Pflanzen befallen: etwa Insekten oder Fadenwürmer (Nematoden) sowie Pilze, Bakterien und Viren., Ungleichgewichte in der Nährstoffversorgung und Giftstoffe als Ursachen infrage. Deshalb hält der Fruchtwechsel Hülsenfrüchte auf Abstand zueinander.
„Nach Klee braucht das Folgebeet keinen Dünger mehr.“ Das stimmt so nicht. Die Nährstoffwirkung einer Gründüngung hängt von Pflanzenart, Aufwuchs, Jahreszeit, Bodenfeuchte und Temperatur ab und ersetzt zusätzliche Düngung nicht automatisch. Beobachte die Folgekultur und dünge nach, wenn sie es braucht.
Anbaupause: nicht jedes Jahr dasselbe Beet
Für Inkarnatklee gilt auf derselben Fläche eine Anbaupause von 4 Jahren. Das Kleebeet wandert also durch den Garten, statt jeden Herbst am selben Platz neu gesät zu werden. Ich trage jedes Kleebeet mit Jahreszahl in meinen Plan ein, damit ich die Pause nicht aus dem Gedächtnis schätzen muss. Digital kannst du Kulturen und Anbaupausen im Beetplaner festhalten.
Der Klee wird jedes Jahr nach der Ernte wieder auf dasselbe Beet gesät. Damit fällt die Anbaupause weg, und auf diesem Beet stehen Jahr für Jahr Leguminosen. Säe ihn stattdessen auf das Beet, das in diesem Jahr als Nächstes frei wird und lange genug keinen Klee hatte.
Rotklee ist mehrjährig und braucht mit 7 Jahren eine deutlich längere Anbaupause. Welche Kulturen nach ihm passen, steht im Beitrag darüber, wie Rotklee als Vorfrucht in die Anbaufolge passt.
Empfehlungen für den Garten
Aussaat und Vermehrung
- Saattiefe
Die Samen 0,5-1 cm tief säen.
Zeitplan im Gartenjahr
Im Gemüsebau gilt eine Gründüngung mit bis zu 3 Monaten Vegetationszeit als Kurzzeitgründüngung. Inkarnatklee braucht eine Kulturdauer von 90–120 Tagen. Er liegt damit an der Grenze zur Langzeitgründüngung oder darüber, und für eine kurze Lücke zwischen zwei Gemüsesätzen passt er schlecht. Dazu kommt ein langsamer Start, denn die Keimdauer liegt bei 14–21 Tagen.
| Zeitpunkt | Was ansteht |
|---|---|
| April bis August | Aussaat möglich; im Frühjahr gesät, belegt der Klee das Beet über den Sommer |
| August und September | Saat nach der Gemüseernte, im September als Nachkultur |
| Frühherbst | Bestand stehen lassen, nicht einarbeiten |
| Winter | Bestand überwintert; harte, lange, kalte und schneereiche Winter sind kritisch |
| Frühjahr | Bestand vor der Samenreife beenden: einarbeiten, mulchen oder abräumen |
| meist etwa 2–3 Wochen danach | Folgekultur säen oder pflanzen |
Ein Hochbeet, das über den Winter leer stünde, ist ebenfalls ein Platz für die Wintergründüngung. In kleinen Gefäßen lohnt sie sich meist wenig, weil du die Erde dort einfach austauschen kannst. Die Saatfenster der Gründünger hast du mit dem druckbaren Aussaatkalender für Gründünger im Blick.
Wird dein Beet erst im Oktober frei, ist das Saatfenster für Inkarnatklee vorbei. Winterroggen kann dann noch ausgesät werden. Den Klee planst du fürs nächste Jahr auf einem Beet ein, das schon im August oder September frei wird.
Überwinterung: womit du rechnen musst
Inkarnatklee wird als überwinternde Zwischenfrucht genutzt, verlässlich winterhart ist er aber nicht. Harte, lange, kalte und schneereiche Winter verträgt er schlecht. Zu den wichtigen Zuchtzielen bei dieser Art gehören eine bessere Winterhärte und eine höhere Widerstandsfähigkeit gegen Kleekrebs.
Im Frühherbst lässt du den jungen Bestand in Ruhe. Wer dann einarbeitet, setzt Nährstoffe vorzeitig frei, die anschließend ausgewaschen werden können. Auf schweren Böden darf eine Gründüngung auch bis zum Frühjahr stehen bleiben.
Übersteht der Klee den Winter, steht er im Frühjahr noch grün auf dem Beet. Abfrierende Gründüngung bleibt als Mulch liegen, ein Bestand, der den Winter übersteht, muss vor der nächsten Kultur dagegen aktiv beendet werden. Der Termin für Mähen und Einarbeiten gehört deshalb in den Plan des Folgebeets, sonst steht der Klee noch, wenn gepflanzt werden soll.
Friert der Klee in einem strengen Winter ab, kannst du trotzdem weiterplanen. Abgefrorene Gründüngung bleibt über Winter als Mulch liegen und wird im Frühjahr bei Bedarf abgerecht, kompostiert oder flach eingearbeitet.
Im landwirtschaftlichen Anbau hinterlässt Inkarnatklee vor dem Winter 10–12 dt Wurzelrückstände als TrockenmasseTrockenmasse ist das Gewicht eines Materials, etwa von Erntegut oder Futter, nach Abzug des enthaltenen Wassers. Sie macht Vergleiche möglich, die nicht davon abhängen, wie feucht das Material gerade ist. je Hektar, nach dem Winter 20–25 dt. Für ein Gartenbeet sind das keine Planwerte. Die Angabe für die Zeit nach dem Winter liegt aber deutlich über der aus dem Herbst.
Frühjahrsnutzung: den Klee rechtzeitig beenden
Im Frühjahr entscheidest du, wie der Klee das Beet verlässt. Maßstab ist der Saat- oder Pflanztermin der Folgekultur, denn nach dem Einarbeiten vergehen bis dahin meist etwa 2–3 Wochen. In jedem Fall beendest du den Bestand vor der Samenreife, damit er sich nicht selbst aussät.
- Einarbeiten: Du mähst und arbeitest die frische Masse nur flach ein, weil sie tief vergraben unter Luftabschluss faulen kann.
- Mulchen: Das Mähgut bleibt als Mulch auf dem Beet liegen.
- Abräumen: Brauchst du ein feines Saatbett, räumst du den Bestand ab und kompostierst ihn.
- Blühen lassen: Für Insekten lässt du einen Teil des Bestands blühen und beendest ihn nach der Blüte, aber vor der Samenreife. Die Folgekultur kommt dann entsprechend später.
Wie die Einarbeitung im Detail abläuft und was sie dem Boden bringt, liest du im Beitrag darüber, wie Inkarnatklee den Boden verbessert und wann du ihn einarbeitest.
Ich lege den Umbruchtermin erst fest, wenn ich im Frühjahr gesehen habe, wie der Bestand über den Winter gekommen ist. Steht er dicht, mähe ich und arbeite das Grün flach ein. Soll danach direkt gesät werden, räume ich ab und bringe den Klee auf den Kompost.
Diese Punkte gehe ich vor dem Umbruch durch.
- Saat- oder Pflanztermin der Folgekultur steht fest
- Bestand geprüft: abgefroren oder noch grün
- gemäht, bevor sich Samen bilden
- flach eingearbeitet, gemulcht oder abgeräumt
- Wartezeit bis zur Folgekultur eingeplant
- keine Hülsenfrüchte als Nachfrucht
Kurz zu Standort, Aussaat, Pflege und Boden
Standort: Inkarnatklee steht am liebsten sonnig, Halbschatten geht auch. Einen besonders nährstoffreichen Boden braucht er nicht. Welche Gründüngung zu welchem Boden passt, zeigt der Abschnitt zu Standort und Boden für Gründünger.
Aussaat: Gesät wird breitwürfig in ein feinkrümeliges, gut rückverfestigtes Saatbett, 0,5–1 cm tief. Für den Hausgarten reichen die Saatmengenangaben von 3–6 g/m². Zeitpunkt, Methode und Saatgut behandelt die Anleitung, wann und wie du Inkarnatklee säst.
Pflege: Als Gründüngung im Garten braucht Inkarnatklee keine zusätzliche Düngung. Bei trockenem Wetter kann er besonders in der Keimphase wiederholtes Gießen brauchen, und bis zum Auflaufen hältst du die Saat feucht. Mehr dazu steht in der Gründünger-Übersicht im Abschnitt Pflege, Gießen und Düngen.
Mischungen und Nachbarn: In der Landwirtschaft ist Inkarnatklee Teil des Landsberger Gemenges mit Welschem Weidelgras und Zottelwicke. Für eine Mischung im Garten müssen alle enthaltenen Pflanzenfamilien zu deiner bisherigen und geplanten Gemüsefolge passen. Mit Markerbsen, Puffbohnen und Prunkbohnen gilt Klee als unverträglich; welche Nachbarn zu Klee passen, prüfst du in der Mischkultur-Übersicht.
Stickstoff: Alle Gründüngungspflanzen binden vorhandenen Bodenstickstoff, Leguminosen wie Inkarnatklee bringen über Knöllchenbakterien zusätzlich Luftstickstoff ein. Wie diese Symbiose arbeitet, erklärt der Beitrag, wie Inkarnatklee mit Knöllchenbakterien Stickstoff bindet.
Bodenschutz: Über Winter bedeckt der Bestand das Beet, und eine Bodenbedeckung schützt vor Erosion, VerschlämmungVerschlämmung bedeutet, dass sich die oberste Bodenschicht nach starkem Regen dicht zusetzt. Die Oberfläche verliert ihre offenen Poren, nimmt Wasser schlechter auf und kann beim Abtrocknen verkrusten. und Verkrustung. Was der Klee darüber hinaus für die Bodenstruktur tut, steht im Beitrag zur Bodenverbesserung mit Inkarnatklee.
Klima: Wo der Klee in der Landwirtschaft bei Klimaschutz und Klimaanpassung hilft und wo seine Grenzen liegen, ordnet der Beitrag ein, was Inkarnatklee im Klimawandel leisten kann.



