Rotklee im Fruchtwechsel: Vorfrucht, Nachfrüchte und Anbaupause
- Rotklee bindet mit Knöllchenbakterien Luftstickstoff und verbessert so die Stickstoffversorgung der Folgekulturen.
- Danach passen Kulturen mit hohem Nährstoffbedarf, etwa Kohlarten, Mais oder Weizen.
- Rotklee verträgt sich weder mit sich selbst noch mit den meisten anderen Leguminosen, Erbsen und Bohnen gehören deshalb auf ein anderes Beet.
- Für Rotklee gilt eine Anbaupause von 7 Jahren auf derselben Fläche.
- Im Gemüsegarten sollen Leguminosen höchstens 25 % der wechselnden Beetbelegung einnehmen.

Wenn dein Rotklee auf dem Beet steht, kommt bald die Frage: Was wächst danach? Setzt du Erbsen oder Bohnen, folgt Leguminose auf Leguminose, und damit verträgt sich Rotklee schlecht. Ich lege den Nachfolger deshalb fest, bevor ich den Klee säe. So behalte ich im Blick, wann das Beet wieder eine Leguminose bekommen darf.
Was Rotklee im Fruchtwechsel besonders macht
Rotklee (Trifolium pratense) gehört zur Familie FabaceaeFabaceae ist der botanische Name der Pflanzenfamilie der Hülsenfrüchtler, die auch Leguminosen heißen. Dazu gehören etwa Erbsen, Bohnen, Linsen, Lupinen und Klee. Sie versorgen sich mithilfe von Knöllchenbakterien an den Wurzeln selbst mit Stickstoff aus der Luft., also zu den Leguminosen. Er ist eine kurzlebige mehrjährige Pflanze und winterhart, sein Bestand kann also über den Winter stehen bleiben. Seine Wurzeln reichen tief, als Nährstoffverbraucher gilt er als schwachzehrend. Für den Fruchtwechsel zählen vor allem zwei Eigenschaften. Er bringt Luftstickstoff in den Boden, und er verträgt sich weder mit sich selbst noch mit den meisten anderen Leguminosen. Daraus ergibt sich, was nach ihm wachsen darf und wann er selbst wiederkommt.
| Eigenschaft | Rotklee |
|---|---|
| Botanischer Name | Trifolium pratense |
| Familie | Fabaceae (Leguminosen) |
| Lebensdauer | kurzlebig mehrjährig, winterhart, keine Dauerkultur |
| Wurzel | tiefwurzelnd |
| Nährstoffbedarf | schwachzehrend |
| Stickstoff | bindet mit KnöllchenbakterienKnöllchenbakterien, auch Rhizobien genannt, sind Bodenbakterien, die mit Hülsenfrüchtlern wie Erbsen und Bohnen zusammenleben. In kleinen Knöllchen an deren Wurzeln binden sie Stickstoff aus der Luft und machen ihn für die Pflanze nutzbar. Luftstickstoff |
| Wuchshöhe | 30–50 cm |
| Blütezeit | Mai bis September, nützlingsfreundlich |
| Licht | sonnig bis halbschattig |
| Boden | bevorzugt schwach sauer und stickstoffarm, nicht mit Mist gedüngt |
| Anbaupause | 7 Jahre auf derselben Fläche |
| Verträglichkeit | unverträglich mit sich selbst und den meisten anderen Leguminosen |
Empfehlungen für den Garten
Aussaat und Vermehrung
- Saattiefe
Die Samen 0,5-1 cm tief säen.
Rotklee als Vorfrucht: was er dem Beet hinterlässt
Alle Gründüngungspflanzen binden Stickstoff, der schon im Boden ist, Leguminosen wie Rotklee bringen über ihre Symbiose mit Knöllchenbakterien zusätzlich Luftstickstoff ein. So verbessert Rotklee die Stickstoffversorgung der Kulturen, die nach ihm wachsen. Wie das im Boden abläuft, findest du im Gründünger-Überblick unter was Gründüngung im Boden leistet.
Mit einer festen Düngerersparnis rechne ich trotzdem nicht. Die Nährstoffwirkung einer Gründüngung hängt von Pflanzenart, Aufwuchs, Jahreszeit, Bodenfeuchte und Temperatur ab. Eine zusätzliche Düngung ersetzt sie deshalb nicht automatisch. Ich beobachte die FolgekulturEine Folgekultur ist das Gemüse, das auf einem Beet als Nächstes angebaut wird, sobald die vorige Kultur abgeerntet ist – noch im selben Gartenjahr oder im nächsten. beim Wachsen und entscheide dann, ob sie nachgedüngt werden muss.
Auch der Platz für den Klee will überlegt sein. Rotklee bevorzugt schwach sauren, stickstoffarmen Boden, etwa ein Beet, das nicht mit Mist gedüngt wurde. Stickstoff holt er sich über die Knöllchenbakterien zusätzlich aus der Luft. Ein frisch mit Mist gedüngtes Beet ist deshalb der falsche Platz für ihn.
Welche Kulturen nach Rotklee passen
Eine Gründüngung aus Leguminosen ist eine geeignete Vorfrucht für stark zehrendes Gemüse. Wird Kleegras umgebrochen, also Klee im Gemenge mit Gräsern, eignen sich danach Kulturen mit hohem Nährstoffbedarf wie Weizen, Mais und Kohlarten. Im Gemüsegarten heißt das: Kohl oder Mais kommen auf das frühere Kleebeet. Ich plane nach Rotklee meist Kohl ein, weil Kohlarten zu den Kulturen mit hohem Nährstoffbedarf zählen.
Als Gründünger passt Klee, also die Gattung Trifolium, unter anderem zu Möhren, Pastinaken, Knollenfenchel, Petersilie und Dill. Dasselbe gilt für Kerbel, Kümmel, Koriander, Stangensellerie, Liebstöckel, Basilikum, Artischocken und Asia-Salate. Die Partner und die unverträglichen Nachbarn für Klee kannst du in der Mischkultur-Übersicht nachschlagen.
| Nach Rotklee | Kulturen |
|---|---|
| passt | stark zehrendes Gemüse wie Kohlarten, außerdem Mais; nach Kleegras auch Weizen |
| lieber auf ein anderes Beet | Rotklee selbst und die meisten anderen Leguminosen, etwa Erbsen, Bohnen, Lupinen, Luzerne oder Wicken |
Leguminosen sollen im Gemüsegarten höchstens 25 % der wechselnden BeetbelegungDie Beetbelegung beschreibt, welche Kultur wann und wie lange auf einem Beet steht. Dazu gehören die Hauptkultur sowie Vor-, Nach- und Zwischenkulturen, die das Beet vor, nach oder neben ihr nutzen. einnehmen, Erbsen und Bohnen mitgerechnet. Die Grenze dient der Vorbeugung spezifischer Wurzelkrankheiten. Rotklee zählt als Leguminose mit. Jedes Kleebeet belegt damit einen Teil der Fläche, die sonst für Erbsen und Bohnen frei wäre.
Erbsen oder Bohnen direkt auf das frühere Kleebeet säen. Rotklee verträgt sich mit den meisten anderen Leguminosen nicht, plane Erbsen und Bohnen deshalb auf einem Beet ein, auf dem zuletzt kein Klee stand.
In meinem Beetplan bekommen Rotklee, Erbsen und Bohnen dieselbe Farbe. So sehe ich auf einen Blick, wie viel Fläche die Leguminosen im laufenden Jahr belegen.
Wann die Folgekultur aufs Beet kann
Rotklee ist winterhart und friert nicht ab, du musst den Bestand vor der Folgekultur also selbst beenden. Nach dem Einarbeiten vergehen meist etwa 2–3 Wochen bis zur nächsten Saat oder Pflanzung, diese Spanne rechne ich vom Pflanztermin rückwärts. Zeitpunkt und Methode erklärt der Ratgeber dazu, wann und wie du Rotklee einarbeitest.
Kleemüdigkeit: warum Rotklee lange Pausen braucht
Rotklee verträgt sich weder mit sich selbst noch mit den meisten anderen Leguminosen. Kommt er zu schnell wieder auf dieselbe Fläche, kann Kleemüdigkeit auftreten. Dafür gibt es mehrere mögliche Ursachen: bodenbürtige SchaderregerSchaderreger ist im Pflanzenschutz der Sammelbegriff für Schädlinge und Krankheitserreger, die Pflanzen befallen: etwa Insekten oder Fadenwürmer (Nematoden) sowie Pilze, Bakterien und Viren., Ungleichgewichte in der Nährstoffversorgung und Giftstoffe. Welche davon auf einem Beet zutrifft, bleibt ohne Untersuchung offen.
Die GrunduntersuchungDie Grunduntersuchung ist der Standardumfang einer Bodenuntersuchung im Labor: Bestimmt werden Phosphor, Kalium, Magnesium und der pH-Wert. Sie zeigt, wie gut der Boden mit diesen Nährstoffen versorgt ist und ob er Kalk braucht. einer Gartenbodenprobe erfasst Phosphat, Kalium und den Kalkbedarf. Damit prüfst du die Nährstoffseite der möglichen Ursachen, Schaderreger gehören nicht zu diesem Umfang.
Für Rotklee setze ich eine Anbaupause von 7 Jahren auf derselben Fläche an. Ich notiere für jedes Beet, wann dort Klee, Erbsen oder Bohnen standen. Das gelingt gut, wenn du mit dem Beetplaner die Belegung deiner Beete über mehrere Jahre planst.
Bevor Rotklee auf ein Beet kommt
- Stand dort in den letzten 7 Jahren schon Rotklee? Dann wähle ein anderes Beet.
- Stand dort zuletzt eine andere Leguminose wie Erbsen oder Bohnen? Dann weiche ebenfalls aus.
- Bleibt der Leguminosen-Anteil an der wechselnden Beetbelegung bei höchstens 25 %?
- Wurde das Beet frisch mit Mist gedüngt? Dann passt es nicht zu Rotklee.
- Steht der Nachfolger fest, und ist die Wartezeit nach dem Einarbeiten eingeplant?
Reinsaat, Kleegras oder Untersaat: die Anbauformen
Rotklee lässt sich als Reinsaat anbauen, im Gemenge mit Gräsern oder als UntersaatEine Untersaat ist eine zweite Pflanzenart, die du zusätzlich zwischen oder unter eine Hauptkultur säst. Sie wächst zunächst mit und entwickelt sich nach der Ernte der früher erntereifen Hauptkultur weiter. in Getreide. Im Gemüsegarten bietet sich die Reinsaat an. Du säst den Klee flächig auf ein freies Beet und lässt ihn stehen, bis die Folgekultur dran ist. Das Gemenge mit Gräsern heißt Kleegras, nach seinem Umbruch folgen Kulturen mit hohem Nährstoffbedarf.
Als Untersaat zwischen Gemüse oder Beerenkulturen nimmt man niedrig wachsende Gelb- oder Weißkleearten. Rotklee wird 30–50 cm hoch und gehört deshalb eher auf ein eigenes Beet als zwischen die Gemüsereihen. Wie das mit dem niedrigen Klee klappt, zeigt der Ratgeber, wie du Weißklee als Untersaat in den Fruchtwechsel einbaust.
Wie lange Rotklee stehen bleibt
Im Gemüsebau gilt eine Gründüngung mit bis zu 3 Monaten Vegetationszeit als Kurzzeitgründüngung. Was länger wächst, zählt als Langzeitgründüngung. Als winterharte, mehrjährige Art eignet sich Rotklee für Flächen, die länger frei bleiben. Auf stark verdichteten oder geschädigten Gartenböden kann eine Gründüngung ein Jahr oder länger stehen bleiben.
Soll nur über Winter etwas wachsen, wird auch Inkarnatklee als überwinternde ZwischenfruchtEine Zwischenfrucht ist eine Kultur, die zwischen zwei Hauptfrüchten auf derselben Fläche wächst, oft von der Ernte im Spätsommer bis zum nächsten Frühjahr. Sie wird als Gründüngung zur Bodenverbesserung oder, in der Landwirtschaft, als Futter angebaut. genutzt. Harte, lange, kalte und schneereiche Winter übersteht er allerdings schlecht. Als Leguminose zählt er beim Anteil genauso mit wie Rotklee. Wie du ihn einplanst, liest du im Ratgeber, wie du Inkarnatklee als Vor- und Zwischenfrucht einbindest.
Futternutzung und Sorten
In der Landwirtschaft wird Rotklee auch als Futter geschnitten, im Feldfutterbau liegt die Schnitthöhe bei 8 cm. Im Gemüsegarten zählt er dagegen als Gründüngung und Vorfrucht. Welche Sorte zu welchem Zweck taugt, erfährst du im Überblick, welche Rotklee-Sorte zu Zweck, Standort und Anbausystem passt.
Rotklee anbauen: das Wichtigste in Kürze
Rotklee steht gern sonnig bis halbschattig auf schwach saurem, stickstoffarmem Boden. Gesät wird von März bis Juni und von August bis September, für die Planung kannst du dir den Aussaatkalender für Gründünger ausdrucken. Die einzelnen Schritte findest du in der Anleitung, wie du Rotklee im Garten aussäst, pflegst und über den Winter bringst.




