Gartenpraxis · Gründünger & Bodenkur · Anbau

Alexandrinerklee-Saatgut: Qualität erkennen, richtig lagern und selbst prüfen

Zuletzt geprüft: Lesezeit: 7 Min.Von der samen.live Redaktion
Kurz & knappDie Antwort in 20 Sekunden
  • Der Mindestwert für die Keimfähigkeit von Alexandrinerklee liegt bei 80 %.
  • Die technische Reinheit liegt bei mindestens 97 % Gewichtsanteil der angegebenen Art.
  • Hartschalige Körner zählen in der gesetzlichen Keimfähigkeitsbewertung bis zu einem Anteil von 20 % als keimfähig.
  • Tausendkorngewicht und Keimfähigkeit bestimmen zusammen die Aussaatmenge.
  • Trockenes Saatgut lagerst du geschlossen und dunkel bei 4–15 °C.
  • Restsaatgut prüfst du vor der Aussaat mit einem Keimtest über die Keimdauer von 14–21 Tagen.
Ein blühender Stängel von Alexandrinerklee (Trifolium alexandrinum) mit Blättern vor einem weißen Hintergrund.
Foto: Depositphotos-Contributor 85325210 · Depositphotos Standard License · Quelle ↗

Wer Alexandrinerklee kauft, sieht der Tüte nicht an, wie viele Körner darin keimen. Davon hängt aber mit ab, ob deine Fläche gleichmäßig zuwächst oder Lücken zeigt. Ich lese deshalb vor jedem Kauf zuerst die Angaben zu Keimfähigkeit und Reinheit. Restsaatgut aus dem Vorjahr lege ich vor der Aussaat zum Keimtest aus.

Was ist Alexandrinerklee?

Alexandrinerklee heißt botanisch Trifolium alexandrinum und wird auch Ägyptischer Klee genannt. Er ist ein einjähriger, nicht winterharter Schmetterlingsblütler aus der Familie Fabaceae. Die Grundlagen dazu, was Gründüngung im Boden leistet, und die Einordnung der Pflanzenfamilien findest du im Gründünger-Ratgeber.

Genutzt wird er vor allem als Zwischenfrucht, daneben als Futterpflanze. Was er als Gründünger für deinen Boden tut, erklärt der Beitrag darüber, wie Alexandrinerklee als Gründünger dem Boden nützt. Und wie Biobetriebe ihn im ökologischen Landbau einsetzen, liest du in einem eigenen Beitrag.

Aussaatkalender Alexandrinerklee
GartenkalenderAussaat: April, Mai, Juni, Juli, August, September; Blüte: Mai, Juni, Juli, August, SeptemberJFMAMJJASONDAussaatAussaat: AprilAussaat: MaiAussaat: JuniAussaat: JuliAussaat: AugustAussaat: SeptemberBlüteBlüte: MaiBlüte: JuniBlüte: JuliBlüte: AugustBlüte: SeptemberAussaatBlüte

Welche Werte zeigen dir die Saatgutqualität?

Vier Angaben beschreiben die Qualität einer Partie Alexandrinerklee. Fehlt eine davon auf der Packung, frag beim Anbieter nach, bevor du bestellst.

Merkmal Was es dir sagt Wert bei Alexandrinerklee
Keimfähigkeit Anteil der Körner einer Probe, die keimen mindestens 80 %
Technische Reinheit Gewichtsanteil der samen.liver angegebenen Art in der geprüften Probe mindestens 97 %
Hartschalige Körner werden in der gesetzlichen Keimfähigkeitsbewertung als keimfähig angerechnet bis zu einem Anteil von 20 %
Tausendkorngewicht Gewicht von tausend Körnern, dient mit der Keimfähigkeit zur Berechnung der Aussaatmenge 2,95 g

Keimfähigkeit: wie viele Körner keimen

Die Keimfähigkeit gibt an, welcher Anteil der Körner einer Probe keimt. Für Alexandrinerklee liegt der Mindestwert bei 80 %. Eine Eigenheit betrifft hartschalige Körner: Die gesetzliche Keimfähigkeitsbewertung rechnet sie bis zu einem Anteil von 20 % als keimfähig an. Was das für deinen eigenen Test bedeutet, steht beim Keimtest weiter unten.

Kurz erklärt

Hartschalig nennt man Körner mit einer harten Schale, die kein Wasser durchlässt. Im Keimtest können sie hart und unverändert liegen bleiben. Bei Alexandrinerklee zählt die gesetzliche Bewertung sie bis zu einer festen Grenze trotzdem als keimfähig.

Technische Reinheit: wie viel in der Tüte wirklich Alexandrinerklee ist

Die technische Reinheit beschreibt den Gewichtsanteil der samen.liver angegebenen Art in der geprüften Probe. Bei Alexandrinerklee liegt sie bei mindestens 97 %. Gewogen wird also, nicht gezählt, und der Rest der Probe besteht aus anderen Bestandteilen als Samen dieser Art. Über das Keimen sagt die Reinheit nichts: Ein Korn kann zur richtigen Art gehören und trotzdem nicht keimen. Erst beide Werte zusammen zeigen dir, wie viel keimfähiger Alexandrinerklee in der Packung steckt.

Tausendkorngewicht: die Grundlage für die Saatmenge

Das Tausendkorngewicht ist das Gewicht von tausend Körnern. Bei Alexandrinerklee liegt es bei 2,95 g. Für Wild- und Genbankmaterial der Art reicht die Spanne von 1,257 bis 4,072 g. Zusammen mit der Keimfähigkeit dient das Tausendkorngewicht dazu, die Aussaatmenge zu berechnen.

Je schwerer das einzelne Korn, desto weniger Körner stecken in einem Gramm. Je niedriger die Keimfähigkeit, desto mehr Körner brauchst du für dieselbe Zahl an Pflanzen. Als Ausgangspunkt für die Saatmenge nimmst du die Angabe auf der Tüte deiner Sorte. Ich notiere Tausendkorngewicht und Keimfähigkeit jeder Partie auf dem Vorratsglas, damit ich beide Werte bei der nächsten Aussaat zur Hand habe.

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Zertifiziertes Saatgut: was die Anerkennung prüft

Hinter zertifiziertem Saatgut steht die amtliche Saatgutanerkennung. Sie setzt voraus, dass zwei Dinge geprüft wurden: der Vermehrungsbestand, auf dem das Saatgut gewachsen ist, und die Beschaffenheit der Saatgutpartie. Für dich heißt das: Kontrolliert wurde nicht nur die fertige Ware, sondern auch der Bestand, aus dem sie stammt. Eine Zusage für deinen Aufgang ist das nicht, denn der hängt auch an Saatbett, Wetter und Lagerung.

Achte auf der Packung außerdem auf den botanischen Namen Trifolium alexandrinum. Perserklee und Inkarnatklee sind eigene Arten mit den Namen Trifolium resupinatum und Trifolium incarnatum.

Mini-Checkliste

botanischer Name Trifolium alexandrinum auf der Packung; Keimfähigkeit von mindestens 80 %; technische Reinheit von mindestens 97 %; Tausendkorngewicht für die Saatmenge; eine Sorte, deren Bodenempfehlung zu deinem Beet passt; Hinweis auf die amtliche Anerkennung, wenn du zertifizierte Ware willst.

Welche Sorte passt zu deinem Boden?

Bei der Sortenwahl lese ich zuerst, für welche Böden der Hersteller die Sorte empfiehlt. Für die Sorte Cleopatra sind das leichte bis mittelschwere, nährstoffreiche Böden. Die Art als Ganzes braucht warme Bedingungen und regelmäßig reichliche Niederschläge, trockene Jahre sind für sie ungünstig. Auf sauren Böden säst du Alexandrinerklee besser nicht, der geeignete Boden-pH liegt bei 6–8.

Weil der Klee keinen sauren Boden verträgt und Gartenboden nur bei einem für seine Bodenart zu niedrigen pH-Wert gekalkt werden sollte, lohnt sich vor dem Kauf eine Bodenprobe. Die Grunduntersuchung erfasst Phosphat, Kalium und den Kalkbedarf.

Passt Alexandrinerklee in deine Fruchtfolge?

Bevor ich Kleesaatgut kaufe, schaue ich in meinen Beetnotizen nach, was in den letzten Jahren auf der Fläche stand. Plane für Alexandrinerklee eine Anbaupause von 3 Jahren ein. Zur Vorbeugung spezifischer Wurzelkrankheiten sollen höchstens 25 % der wechselnden Beetbelegung im Gemüsegarten auf Leguminosen entfallen, Erbsen und Bohnen eingeschlossen. Die Belegung über mehrere Jahre kannst du im Beetplaner für deine Beete festhalten.

Kaufst du Alexandrinerklee als Teil einer Mischung, müssen alle enthaltenen Pflanzenfamilien zu deiner bisherigen und geplanten Fruchtfolge passen. Buchweizen lässt sich in Gründüngungsmischungen mit Phacelia, Alexandrinerklee und Sommerwicke kombinieren. Bei fertigen Buchweizenmischungen richtet sich die Saatmenge nach der Angabe auf der Verpackung. Mehr zu passenden Nachbarn liest du im Beitrag darüber, welche Partner von Gemüse bis Blühmischung zu Alexandrinerklee passen.

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So lagerst du Alexandrinerklee-Saatgut

Die Samen von Alexandrinerklee haben ein orthodoxes Lagerverhalten, sie lassen sich also trocken lagern. Bewahre trockenes Saatgut in einem geschlossenen Gefäß an einem dunklen Platz auf. Die allgemeine Herstellerempfehlung nennt dafür 4–15 °C.

Ich fülle angebrochene Tüten in ein Schraubglas und beschrifte es mit Art, Sorte und Kaufdatum. Ein Thermometer neben dem Glas zeigt mir, ob der Schrank im empfohlenen Bereich bleibt. Wie lange eine Partie keimfähig bleibt, prüfe ich am Saatgut selbst: Vor jeder Aussaat mit Resten mache ich einen Keimtest.

Häufiger Fehler

Körner aus dem Keimtest zurück ins Vorratsglas schütten. Die Lagerempfehlung gilt für trockenes Saatgut, und angefeuchtete Körner gehören nicht mehr dazu.

Keimtest: so prüfst du dein Saatgut selbst

Ein Keimtest zeigt dir, wie deine eigene Partie keimt. Du brauchst dafür eine flache Schale, Küchenpapier, eine Abdeckung und ein Thermometer.

Zahl im Blick

Alexandrinerklee keimt bei mindestens 10 °C und höchstens 15 °C. Die Keimdauer beträgt 14–21 Tage.

  1. Nimm Körner aus verschiedenen Stellen der Tüte und zähl sie ab. Eine runde Zahl macht die Rechnung am Ende leichter.
  2. Leg die Körner mit etwas Abstand auf feuchtes Küchenpapier in die Schale.
  3. Deck die Schale ab, damit das Papier nicht austrocknet. Halte es feucht, ohne dass Wasser in der Schale steht.
  4. Stell die Schale an einen Platz, dessen Temperatur zwischen Mindest- und Höchstwert für die Keimung liegt. Miss dort mit dem Thermometer nach, bevor du sie hinstellst.
  5. Zähl erst, wenn die volle Keimdauer verstrichen ist. Als gekeimt zähle ich Körner mit sichtbarem Keimling. Harte, ungequollene Körner notierst du gesondert.
  6. Rechne aus, welcher Anteil der ausgelegten Körner gekeimt ist.

Liegt dein Ergebnis unter dem Wert auf der Packung, schau zuerst auf die harten Körner. Die gesetzliche Bewertung rechnet hartschalige Körner bei Alexandrinerklee bis zu einem Anteil von 20 % als keimfähig an. Wer sie im eigenen Test als tot abschreibt, vergleicht sein Ergebnis also mit einem Wert, der nach anderen Regeln zustande kam. Bleibt dein Ergebnis deutlich unter dem Etikett, nimm für die Fläche eine neue Partie, deren Werte du auf der Packung nachlesen kannst.

Marias Erfahrung

Ich setze den Keimtest so früh an, dass die volle Keimdauer vor meinem geplanten Saattermin verstrichen ist. So weiß ich vor dem Bestellen, ob die alte Tüte noch für das Beet reicht.

Aussaat, Pflege und Ernte in Kürze

Aussaat

Gesät wird von April bis September, und zwar höchstens 1 cm tief in ein feinkrümeliges, gut rückverfestigtes Saatbett. Den Ablauf von der Bodenvorbereitung bis zur Ernte zeigt der Beitrag darüber, wann und wie du Alexandrinerklee säst und erntest. Die Termine behältst du mit dem Aussaatkalender für Gründünger zum Ausdrucken im Blick.

Pflege

Bis zum Auflaufen hältst du die Saat feucht. Zusätzlichen Stickstoff braucht die stickstoffsammelnde Pflanze nicht, für den Zwischenfruchtanbau ist eine Grundversorgung mit Phosphat und Kali vorgesehen. Die allgemeinen Regeln zum Gießen und Düngen stehen im Gründünger-Ratgeber, und wie viel Wasser Alexandrinerklee in welcher Wachstumsphase braucht, erklärt ein eigener Beitrag.

Ernte und Ende des Bestands

Setze den ersten Schnitt spätestens zum Blühbeginn, bevor die Stängel verholzen. Wegen seiner Krankheitsanfälligkeit planst du nur eine kurze Nutzungsdauer ein. Als Gründüngung beendest du den Bestand in jedem Fall vor der Samenreife, damit er sich nicht selbst aussät.

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Häufige Fragen

Was ist Alexandrinerklee und wofür wird er verwendet?
Alexandrinerklee, botanisch Trifolium alexandrinum, wird auch Ägyptischer Klee genannt und ist ein einjähriger, nicht winterharter Schmetterlingsblütler. Genutzt wird er vor allem als Zwischenfrucht und daneben als Futterpflanze. Als Leguminose bringt er über die Symbiose mit Knöllchenbakterien zusätzlich Luftstickstoff ein, und seine Pflanzenreste tragen organische Substanz für die Folgekultur bei.
Welche Qualitätsmerkmale sind bei Alexandrinerklee-Saatgut wichtig?
Wichtig sind vor allem Keimfähigkeit, technische Reinheit und Tausendkorngewicht. Die Keimfähigkeit sollte mindestens 80 % erreichen. Die technische Reinheit, also der Gewichtsanteil der samen.liver angegebenen Art in der geprüften Probe, liegt bei mindestens 97 %. Das Tausendkorngewicht brauchst du zusammen mit der Keimfähigkeit, um die Aussaatmenge zu berechnen.
Welche Rolle spielt das Tausendkorngewicht bei Alexandrinerklee?
Das Tausendkorngewicht gibt an, wie viel tausend Körner wiegen. Bei Alexandrinerklee liegt es bei 2,95 g. Zusammen mit der Keimfähigkeit dient es dazu, die Aussaatmenge zu berechnen: Schwerere Körner bedeuten weniger Körner je Gramm, eine niedrigere Keimfähigkeit bedeutet mehr Körner für denselben Bestand.
Worauf achtest du beim Kauf von zertifiziertem Alexandrinerklee-Saatgut?
Prüf zuerst, ob auf der Packung der botanische Name Trifolium alexandrinum steht, denn Perserklee und Inkarnatklee sind andere Arten. Zertifiziertem Saatgut liegt die amtliche Saatgutanerkennung zugrunde, für die der Vermehrungsbestand und die Beschaffenheit der Saatgutpartie geprüft werden. Achte außerdem auf eine Keimfähigkeit von mindestens 80 % und auf eine Sorte, deren Bodenempfehlung zu deinem Beet passt.
Wie machst du einen Keimtest mit Alexandrinerklee-Saatgut?
Leg eine abgezählte Probe auf feuchtes Küchenpapier in eine abgedeckte Schale und stell sie an einen Platz mit mindestens 10 °C. Wärmer als 15 °C sollte es dabei nicht werden, denn das ist die Höchsttemperatur für die Keimung. Zähl die Keimlinge nach Ablauf der Keimdauer von 14–21 Tagen. Harte, ungequollene Körner notierst du gesondert, weil hartschalige Körner in der gesetzlichen Bewertung von Alexandrinerklee bis zu einem Anteil von 20 % als keimfähig zählen.
Wie lagerst du Alexandrinerklee-Saatgut richtig?
Lagere nur trockenes Saatgut, und zwar in einem geschlossenen Gefäß an einem dunklen Platz. Die allgemeine Herstellerempfehlung nennt dafür Temperaturen von 4–15 °C. Die Samen haben ein orthodoxes Lagerverhalten, lassen sich also trocken lagern. Vor der nächsten Aussaat zeigt dir ein Keimtest, wie gut die Partie noch keimt.
Stimmt es, dass Alexandrinerklee ohne zusätzliche Stickstoffdüngung auskommt?
Ja, im Zwischenfruchtanbau braucht diese stickstoffsammelnde Pflanze keine zusätzliche Stickstoffdüngung. Vorgesehen ist stattdessen eine Grundversorgung mit Phosphat und Kali. Wie es um diese Nährstoffe in deinem Boden steht, zeigt eine Grunduntersuchung, die Phosphat, Kalium und den Kalkbedarf erfasst.
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