Weißklee säen: Saatbett, Zeitpunkt, Saattiefe und erste Pflege
- Weißklee säst du von März bis September, sobald der Boden abgetrocknet ist.
- Die Saat keimt ab einer Temperatur von 10 °C.
- Die Samen kommen 0,5 bis 1 cm tief in den Boden und werden danach angedrückt.
- Weißklee ist kein Lichtkeimer, die feine Saat gehört flach unter die Erde.
- Bis zum Auflaufen vergehen 7 bis 14 Tage, so lange bleibt die Saat feucht.
- Problemunkräuter entfernst du vor der Aussaat, weil Weißklee in der Jugend langsam wächst.

Weißklee ist schnell gesät, doch die feine Saat verzeiht wenig. Fehlt ihr der Bodenkontakt oder trocknet sie in der Keimphase aus, kann sie ungleichmäßig auflaufen. Außerdem wächst Weißklee in der Jugend langsam, sodass Unkraut aus einem schlecht vorbereiteten Beet ihm früh Konkurrenz macht. Ich nehme mir deshalb für das Saatbett mehr Zeit als für die Aussaat selbst. Hier gehe ich mit dir alle Schritte durch, vom Zeitpunkt über Saatbett, Saatmenge und Saattiefe bis zu den ersten Wochen danach.
Weißklee-Aussaat auf einen Blick
Die wichtigsten Werte für die Aussaat im Garten habe ich dir hier zusammengestellt.
| Was | Wert |
|---|---|
| Aussaatzeit | März bis September |
| Keimtemperatur | ab 10 °C, höchstens 18 °C |
| Saattiefe | 0,5 bis 1 cm |
| Keimdauer | 7 bis 14 Tage |
| Saatmenge | nach Angabe auf der Saatguttüte |
| Tausendkorngewicht | 0,65 g |
| Standort | sonnig bis halbschattig, nicht zu sauer, nicht staunass |
| Wuchshöhe | 20 bis 30 cm |
| Lebensdauer | mehrjährig, winterhart |
| Anbaupause | 3 Jahre |
Empfehlungen für den Garten
Aussaat und Vermehrung
- Saattiefe
Die Samen 0,5-1 cm tief säen.
Weißklee kurz vorgestellt
Weißklee (Trifolium repens) gehört zu den Schmetterlingsblütlern, botanisch zur Familie FabaceaeFabaceae ist der botanische Name der Pflanzenfamilie der Hülsenfrüchtler, die auch Leguminosen heißen. Dazu gehören etwa Erbsen, Bohnen, Linsen, Lupinen und Klee. Sie versorgen sich mithilfe von Knöllchenbakterien an den Wurzeln selbst mit Stickstoff aus der Luft.. Er ist mehrjährig und winterhart, wurzelt flach und blüht von Mai bis Oktober. Wie er sich in die Familien und Wuchsformen der übrigen Gründünger einreiht, zeigt der Überblick über Gründüngerpflanzen und ihre Wuchsformen.
Wann säst du Weißklee?
Weißklee kannst du von März bis September säen. Die Saat keimt ab 10 °C. Die obere Keimtemperatur liegt bei 18 °C. Einige Anbaukalender führen als Starttermine nur März bis Juni und dann wieder August bis September, der Juli fehlt dort. Ich säe erst, wenn der Boden abgetrocknet ist und beim Lockern krümelt, statt zu schmieren.
Weißklee ist winterhart, und winterharte Gründüngung friert nicht ab, sondern muss vor der nächsten Kultur aktiv beendet werden. Säst du im Spätsommer und soll das Beet im Frühjahr wieder Gemüse tragen, steht der Klee dann also noch. Plane dafür Zeit ein, denn das Entfernen oder Einarbeiten eines Winterbestands kann viel Handarbeit machen.
Welche Gründünger in welchem Monat an der Reihe sind, zeigt dir der Aussaatkalender für Gründünger zum Ausdrucken.
Standort und Boden
Weißklee kommt mit einem breiten Bodenspektrum zurecht, von Sand über Lehm und Ton bis zu Kalkboden. Zu sauer oder staunass sollte der Boden nicht sein, als Lage passen Sonne und Halbschatten. Welche Gründüngerart zu welchem Boden passt, vergleicht der Gründünger-Überblick Art für Art.
Das Saatbett vorbereiten
Räume zuerst Erntereste ab oder arbeite sie flach ein. Problemunkräuter wie Wurzelunkräuter bekämpfst du vor der Aussaat. Weißklee entwickelt sich in der Jugend langsam: Wer das Jäten auf später verschiebt, lässt Unkraut genau in der Phase wachsen, in der der Klee noch wenig Masse hat.
Lockere den Boden erst, wenn er ausreichend abgetrocknet ist. Ich nehme dafür den Krail und lockere nur die Oberfläche.
Das Beet wird gelockert, solange es noch nass ist. Gerade bei Tonboden ist die Verdichtungsgefahr dann besonders hoch. Warte, bis die Erde beim Lockern krümelt und nicht mehr am Werkzeug klebt.
Harke die Fläche anschließend feinkrümelig und eben. Das Saatbett soll abgesetzt sein. Ich lasse das Beet nach dem Lockern deshalb ruhen, bis sich die Erde gesetzt hat, und ziehe es erst dann glatt. Kalk bringst du nur aus, wenn eine Bodenuntersuchung einen für deine Bodenart zu niedrigen pH-Wert zeigt.
Erntereste sind abgeräumt oder flach eingearbeitet. Problemunkräuter sind entfernt. Der Boden war beim Lockern abgetrocknet. Die Fläche ist feinkrümelig, eben und hat sich gesetzt.
Wie viel Saatgut brauchst du?
Wie viel Saatgut auf eine Fläche gehört, ergibt sich aus Tausendkornmasse und KeimfähigkeitDie Keimfähigkeit gibt an, wie viel Prozent der Samen einer Saatgutpartie unter optimalen Bedingungen zu normalen, gesunden Keimlingen auswachsen. Sie ist ein wichtiges Qualitätsmerkmal von Saatgut.. Weißklee hat ein Tausendkorngewicht von 0,65 g, seine Samen sind also sehr fein. Halte dich an die Angabe auf der Saatguttüte deiner Sorte, denn sie ist auf genau dieses Saatgut berechnet.
Der Saatguthersteller Sativa nennt für sein Weißklee-Angebot zur Gründüngung eine Saatstärke von 100 bis 150 g je 100 m². Dieser Wert gehört zu genau diesem Saatgut; bei anderem Saatgut gilt die Angabe auf dessen Packung.
Übrige Saat bewahrst du trocken, dunkel und in einem geschlossenen Gefäß auf, bei 4 bis 15 °C.
Weißklee säen: Schritt für Schritt
Breitwürfig säen
Im Garten säst du Weißklee breitwürfig, also flächig von Hand. Ich wiege die Saat für das Beet ab, teile sie auf und streue die eine Hälfte längs, die andere quer über die Fläche. Danach rechst du die Samen flach ein und drückst die Fläche an. Bei Breitsaat ist das Risiko ungleichen Auflaufens höher als bei einer Drillsaat in Reihen. Deshalb kommt es nach der Saat auf guten Bodenkontakt an.
Saattiefe: flach, aber bedeckt
Weißklee gehört 0,5 bis 1 cm tief in den Boden. Ich ziehe den Rechen dafür nur mit den Zinkenspitzen über die Oberfläche, damit die Samen nicht zu tief geraten.
Weißklee sei ein Lichtkeimer und dürfe nicht mit Erde bedeckt werden. Das stimmt nicht: Weißklee wird nicht als Lichtkeimer geführt, und zur Keimung wird sogar geraten, die Saat dunkel zu halten. Bedecke die Samen flach mit Erde, 0,5 bis 1 cm tief.
Andrücken für den Bodenschluss
Anwalzen stellt nach der Saat den Bodenschluss her. Auf großen Flächen nimmst du eine Walze, im Beet reicht ein Brett, das du Stück für Stück auflegst und mit dem Fuß andrückst. Walze und Brett kommen nur auf abgetrocknete Erde.
Als Untersaat zwischen Gemüse und Beeren
Weil Weißklee niedrig bleibt, kannst du ihn als UntersaatEine Untersaat ist eine zweite Pflanzenart, die du zusätzlich zwischen oder unter eine Hauptkultur säst. Sie wächst zunächst mit und entwickelt sich nach der Ernte der früher erntereifen Hauptkultur weiter. zwischen Gemüse oder Beerenkulturen säen. Den Zeitpunkt wählst du so, dass der langsam startende Klee gegen die HauptkulturDie Hauptkultur ist die Gemüseart, die im Gartenjahr am längsten auf einem Beet steht, zum Beispiel Tomaten. Nach ihr richtet sich die Beetplanung: Vor-, Nach- und Zwischenkulturen werden um sie herum eingeplant. bestehen kann. Wie du ihn dafür in deine Beetfolge einplanst, erklärt der Ratgeber, wie du Weißklee als Untersaat in den Fruchtwechsel einbaust.
Rasen, Hochbeet und Kübel
Weißklee verträgt Betreten und steckt auch in Rasenmischungen. Für eine Kleefläche als Rasenersatz gibt es eine eigene Anleitung, wie du einen Weißkleerasen anlegst und pflegst. Im Hochbeet lohnt Gründüngung, wenn es nach der Ernte frei bleibt, etwa über Winter. In kleinen Gefäßen bringt sie meist wenig, weil sich die Erde dort einfach austauschen lässt.
Die ersten Wochen nach der Saat
Feucht halten bis zum Auflaufen
Bis die ersten Keimlinge erscheinen, vergehen 7 bis 14 Tage. So lange hältst du die Saat feucht, bei Trockenheit auch mit wiederholtem Gießen. Ich gieße morgens mit einer feinen Brause, weil ein weicher Strahl die Oberfläche vor VerschlämmungVerschlämmung bedeutet, dass sich die oberste Bodenschicht nach starkem Regen dicht zusetzt. Die Oberfläche verliert ihre offenen Poren, nimmt Wasser schlechter auf und kann beim Abtrocknen verkrusten. und Verkrustung schützt. Gieß, bevor die Oberfläche völlig austrocknet, denn ausgetrockneter Boden nimmt Wasser schlecht auf.
Ich notiere mir den Saattag und schaue ab dem siebten Tag nach den ersten KeimblätternKeimblätter sind die ersten Blätter einer keimenden Pflanze und gehören schon zum Embryo im Samen. Sie ernähren den Keimling, bis die ersten Laubblätter seine Versorgung übernehmen.. Bis dahin prüfe ich die Oberfläche mit dem Finger, bevor ich zur Brause greife.
Unkraut im Blick behalten
Solange der Klee klein ist, ziehe ich aufkommendes Unkraut von Hand. Die Hacke bleibt in dieser Zeit im Schuppen, weil die Keimlinge flächig und nicht in Reihen stehen.
Düngen und Mähen
Düngen musst du Weißklee als Gründüngung nicht, der Saatguthersteller Sativa bezeichnet es als unnötig. Für die weitere Pflege rät Sativa, regelmäßig zu mähen und das Schnittgut abzuführen; das soll die Stickstoffsammlung steigern. Nutzt du den Klee als Gründüngung, mähst du vor der Samenbildung, damit er nicht selbst zu unerwünschtem Aufwuchs wird. Wie viel Pflege Gründüngung nach dem Auflaufen sonst braucht, fasst der Gründünger-Überblick im Abschnitt zu Pflege, Gießen und Düngen zusammen.
Fruchtfolge und Krankheiten
Für Leguminosen wie Weißklee gilt im Gemüsegarten eine Grenze: Höchstens 25 % der wechselnden BeetbelegungDie Beetbelegung beschreibt, welche Kultur wann und wie lange auf einem Beet steht. Dazu gehören die Hauptkultur sowie Vor-, Nach- und Zwischenkulturen, die das Beet vor, nach oder neben ihr nutzen. sollen auf sie entfallen, um spezifischen Wurzelkrankheiten vorzubeugen. Für Weißklee selbst planst du eine Anbaupause von 3 Jahren ein, zum Beispiel im Beetplaner für deine Fruchtfolge. Welche Krankheiten Gründünger treffen können und wo die Bodenkur an Grenzen stößt, ordnet der Gründünger-Überblick ein.
Was Weißklee dir bringt
Eine Gründüngungsdecke schützt den Boden vor Verschlämmung, Verkrustung und Erosion, und Weißklee gilt als nützlingsfreundlich. Mehr zu BodenstrukturDie Bodenstruktur, auch Bodengefüge genannt, beschreibt, wie die festen Bestandteile des Bodens räumlich angeordnet sind. Sie bestimmt, wie viele und welche Poren es gibt, in denen sich Luft und Wasser halten., Unkrautunterdrückung und dem Vergleich mit anderen Gründüngern findest du im Ratgeber, was Weißklee im Garten als Bodenverbesserer leistet.
Als Leguminose bringt Weißklee über Wurzelbakterien zusätzlichen Luftstickstoff ein, während Nichtleguminosen nur vorhandenen Bodenstickstoff nutzen. Wie du diese Leistung für Folgekulturen nutzt, erklärt der Beitrag, wie Weißklee als Stickstofflieferant im Garten arbeitet. Wie sich Weißklee auf landwirtschaftlichen Flächen auf Stickstoffversorgung, Fruchtfolge und Folgeerträge auswirkt, behandelt der Beitrag über den Nutzen von Weißklee in der Landwirtschaft.
Suchst du eine höher wachsende Kleeart, schau dir Rotklee an, der 30 bis 50 cm hoch wird. Dafür gibt es eine eigene Anleitung, wie du Rotklee im Garten aussäst und pflegst.
Wenn du den Bestand später beendest, arbeitest du die Masse flach ein. Bis zur nächsten Saat oder Pflanzung wartest du danach meist etwa 2 bis 3 Wochen. Wie Mähen und Einarbeiten im Einzelnen gehen und was Gründüngung langfristig für den Boden bedeutet, zeigt der Gründünger-Überblick.




