Gartenpraxis · Gründünger & Bodenkur · Anbau

Rotklee säen und pflegen: Aussaat, Schnitt und Überwinterung im Garten

Zuletzt geprüft: Lesezeit: 6 Min.Von der samen.live Redaktion
Kurz & knappDie Antwort in 20 Sekunden
  • Rotklee säst du von März bis Juni oder im August und September.
  • Die Samen gehören nur 0,5–1 cm tief in die Erde.
  • Für die Saatmenge zählt die Angabe auf der Saatguttüte deiner Sorte.
  • Bis die Keimlinge aufgelaufen sind, hältst du die Saat feucht.
  • Rotklee ist winterhart, du musst ihn vor der nächsten Kultur selbst beenden.
  • Auf derselben Fläche gilt für Rotklee eine Anbaupause von 7 Jahren.
Nahaufnahme eines blühenden Rotklees mit seinen charakteristischen violetten Blütenköpfen und grünen Blättern im Hintergrund.
Foto: Mehmet PİŞİRGEN · Pexels License · Quelle ↗

Rotklee ist schnell gesät, aber er bleibt. Er ist winterhart, anders als nicht winterharte Gründünger wie Senf oder Phacelia, und muss vor der nächsten Kultur aktiv beendet werden. Ich kläre deshalb vor jeder Aussaat, wie lange das Beet frei bleiben darf und was danach dort wachsen soll.

Rotklee kurz vorgestellt

Rotklee (Trifolium pratense) gehört zu den Schmetterlingsblütlern und wird 30–50 cm hoch. Er ist eine kurzlebige mehrjährige Pflanze mit tiefen Wurzeln, blüht von Mai bis September und gilt als nützlingsfreundlich. Über Knöllchenbakterien an den Wurzeln bindet er Luftstickstoff und verbessert so die Stickstoffversorgung der Kulturen, die nach ihm wachsen. Wie das im Boden abläuft, erklärt der Gründünger-Ratgeber im Abschnitt darüber, was Gründüngung im Boden leistet. Familien, Wuchsformen und den Wert für Insekten ordnet er dort ebenfalls ein.

Empfehlungen für den Garten

Aussaat und Vermehrung

Saattiefe

Die Samen 0,5-1 cm tief säen.

Aussaatkalender Rotklee
GartenkalenderAussaat: März, April, Mai, Juni, Juli, August, September; Blüte: Mai, Juni, Juli, August, SeptemberJFMAMJJASONDAussaatAussaat: MärzAussaat: AprilAussaat: MaiAussaat: JuniAussaat: JuliAussaat: AugustAussaat: SeptemberBlüteBlüte: MaiBlüte: JuniBlüte: JuliBlüte: AugustBlüte: SeptemberAussaatBlüte

Wo Rotklee hinpasst

Rotklee wächst in Sonne und Halbschatten und kommt mit Ton-, Lehm- und Sandböden zurecht. Am liebsten steht er auf leicht saurem, feuchtem und stickstoffarmem Boden. Mehr zur Wahl von Standort und Boden steht im Gründünger-Ratgeber unter „Standort und Boden“.

Freie Fläche statt Gemüsereihe

Rotklee lässt sich als Reinsaat, im Gemenge mit Gräsern oder als Untersaat in Getreide anbauen. Für eine Untersaat zwischen Gemüse oder Beerenkulturen nimmt man dagegen niedrig wachsende Gelb- oder Weißkleearten. Rotklee wird mit 30–50 cm höher, deshalb gehört er im Garten eher auf eine freie Fläche als zwischen die Gemüsereihen. Wie du Weißklee als Untersaat einsetzt, ohne dass er überhandnimmt, steht in einem eigenen Beitrag.

Rotklee im Hochbeet und im Kübel

Im Hochbeet lohnt sich Rotklee, wenn das Beet mehrere Wochen oder über den Winter frei bleibt. In kleinen Gefäßen bringt Gründüngung meist wenig, weil du die Erde dort einfach austauschen kannst.

Anbaupause und Nachbarn

Rotklee ist mit sich selbst und den meisten anderen Leguminosen unverträglich. Plane auf derselben Fläche eine Anbaupause von 7 Jahren ein und trage sie im Beetplaner für deine Beete ein. Neben Markerbsen, Puffbohnen und Prunkbohnen gilt Klee als unverträglicher Nachbar. Du prüfst in der Mischkultur-Übersicht, welche Nachbarn zu deinen Kulturen passen. Eine Leguminosen-Gründüngung eignet sich als Vorfrucht für stark zehrendes Gemüse, und welche Kulturen nach Rotklee am besten folgen, liest du im Beitrag zur Fruchtfolge.

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Wann du Rotklee säst

Rotklee säst du von März bis Juni und noch einmal im August und September. Für eine Gründüngung nach der Gemüseernte passen August und September besonders gut, und der Klee steht dann über den Winter. Im Frühjahr gesät, eignet er sich für Flächen, die du länger nicht brauchst.

Zum Keimen braucht Rotklee mindestens 10 °C. Da das Saatfenster schon im März öffnet, entscheidet bei frühen Saaten die Bodentemperatur und nicht das Datum. Ich stecke im März deshalb ein Bodenthermometer in Saattiefe, bevor ich die Tüte öffne. Die Saatzeiten der anderen Gründünger hast du im Aussaatkalender für Gründünger zum Ausdrucken im Blick.

Rotklee säen: so gehst du vor

Räum Erntereste ab, lockere den abgetrockneten Boden oberflächlich mit Grabgabel oder Krail und harke ihn feinkrümelig und eben. Dann streust du die Samen breitwürfig, rechst sie ein und drückst sie an. Grundlagen zu Saatbett, Breit- und Reihensaat findest du im Gründünger-Ratgeber unter „Aussaat“.

Die Werte für Rotklee im Überblick:

Was Rotklee
Aussaatzeit März bis Juni, August bis September
Saattiefe 0,5–1 cm
Saatmenge 4 g/m² oder 5 g/m², je nach Angabe
Keimtemperatur min. 10 °C, max. 18 °C
Keimdauer 7–14 Tage

Bei der Saatmenge gehen die Angaben auseinander, deshalb richtest du dich nach der Saatguttüte deiner Sorte. Welche Rotklee-Sorte zu Standort und Zweck passt, klärst du am besten vor dem Kauf.

Häufiger Fehler

Die Saat nach dem Streuen tief einzuharken. Rotklee gehört nur 0,5–1 cm tief in die Erde, deshalb rechst du ihn flach ein und drückst die Fläche danach an.

Mini-Checkliste

Saatfenster passt; Boden feinkrümelig und eben; Saatmenge von der Tüte abgelesen; Samen flach eingerecht und angedrückt; Saat bis zum Auflaufen feucht gehalten.

Vorquellen und Vorziehen

Wer mag, quillt die Samen zwölf Stunden in warmem Wasser vor und sät sie direkt danach aus. Ich quelle nur so viel Saat vor, wie ich danach gleich ausbringe. Ist das Saatgut knapp, ziehst du Rotklee in Töpfen im Frühbeet vor und pikierst die Sämlinge anschließend.

Passt dazu

Weißklee gehört genauso flach in die Erde wie Rotklee. Die Anleitung, wie du Weißklee aussäst, begleitet dich von der Bodenvorbereitung bis zur Pflege nach der Saat.

Pflege nach der Aussaat

In der Keimphase hältst du die Saat feucht, bei trockenem Wetter braucht sie dann wiederholt Wasser. Was beim Gießen und Jäten von Gründüngung allgemein gilt, steht im Gründünger-Ratgeber unter „Pflege, Gießen und Düngen“.

Beikräuter hoch abschneiden

Wachsen Beikräuter über den jungen Rotklee hinaus, kannst du sie mit einem Schröpfschnitt begrenzen. Den Schnitt setzt du so hoch an, dass nur die Beikräuter erfasst werden. Ich nehme dafür eine Grasschere und schneide oberhalb der Kleeblätter.

Düngen: Mist bleibt draußen

Rotklee gilt als schwachzehrend und bevorzugt stickstoffarmen Boden.

Mythos-Check

„Eine Startgabe Mist hilft dem jungen Klee.“ Rotklee wächst lieber auf Flächen, die nicht mit Mist gedüngt wurden. Ich bereite sein Beet deshalb ohne Mist vor und gebe auch später keinen nach.

Blüte, Schnitt und Samenreife

Lässt du Rotklee für Insekten blühen, beendest du ihn nach der Blüte, aber vor der Samenreife. Den Schnitt lasse ich im Gemüsegarten als Mulch auf dem Beet liegen; wer Tiere hält, kann ihn auch als Futter trocknen und einlagern.

Achtung

Reifen die Samen aus, sät sich der Bestand selbst aus. Ich kontrolliere meinen Rotklee deshalb gegen Ende der Blüte und mähe, bevor sich Samen bilden.

Rotklee über den Winter bringen

Rotklee ist winterhart und geht als kurzlebige mehrjährige Pflanze ins nächste Jahr. Im Feldfutterbau schickt man ihn mit kurzem Bestand in den Winter, um Kleekrebs einzudämmen. Die übliche Schnitthöhe liegt dort bei 8 cm. Ich mähe meinen Rotklee im Herbst ebenfalls kurz, bevor er in den Winter geht. Einarbeiten solltest du ihn im Frühherbst aber nicht, weil frei werdende Nährstoffe dann ausgewaschen werden können.

Im Frühjahr: stehen lassen oder beenden

Weil Rotklee nicht abfriert, musst du ihn vor der nächsten Kultur selbst beenden. Auf schweren Böden lässt du ihn bis zum Frühjahr stehen; wer früher umgraben will, tut das erst im Dezember kurz vor dem Durchfrieren. Brauchst du im Frühjahr ein feines Saatbett, räumst du den Bestand ab und kompostierst ihn. Bei stark verdichteten Böden darf eine Gründüngung auch ein Jahr oder länger stehen, und als winterharte, mehrjährige Art kommt Rotklee dafür infrage.

Marias Erfahrung

Wenn ich Rotklee im Spätsommer säe, notiere ich mir gleich, wann das Beet im Frühjahr wieder frei sein muss. Von diesem Termin rechne ich die Wartezeit nach dem Einarbeiten zurück und lege fest, wann der Klee weichen muss.

Im zweiten Jahr

Bleibt der Bestand stehen, treibt er im Frühjahr wieder aus und blüht ab Mai. Rotklee ist aber keine Dauerkultur, sondern kurzlebig. Auch dann mähst du, bevor die Samen reifen.

Einarbeiten und Wartezeit

Frischen Rotklee arbeitest du nur flach ein oder lässt ihn als Mulch liegen, weil er tief vergraben unter Luftabschluss faulen kann. Danach wartest du meist etwa 2–3 Wochen, bevor du säst oder pflanzt. Zeitpunkt und Methoden beschreibt der Beitrag, wann und wie du Rotklee einarbeitest, die Grundlagen der Gründünger-Ratgeber unter „Mähen und Einarbeiten“.

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Häufige Fragen

Wie funktioniert die Stickstoff-Fixierung beim Rotklee?
Rotklee lebt an seinen Wurzeln mit Knöllchenbakterien zusammen, die Luftstickstoff binden. Das verbessert die Stickstoffversorgung der Kulturen, die nach ihm auf dem Beet wachsen. Wie viel davon ankommt, hängt von Aufwuchs, Jahreszeit, Bodenfeuchte und Temperatur ab, deshalb ersetzt Rotklee eine nötige Düngung nicht automatisch.
Worin unterscheidet sich Rotklee von Weißklee im Garten?
Rotklee wird 30–50 cm hoch und wurzelt tief. Weißklee bleibt mit 20–30 cm niedrig, wurzelt flach und eignet sich als niedrig wachsende Art für eine Untersaat zwischen Gemüse oder Beerenkulturen. Rotklee steht dagegen besser als Reinsaat auf einer freien Fläche und braucht auf demselben Beet eine Anbaupause von 7 Jahren.
Wie bereitet man den Boden für die Rotklee-Aussaat vor?
Räum Erntereste ab oder arbeite sie ein, lockere den abgetrockneten Boden oberflächlich und harke ihn feinkrümelig und eben. Auf Mist und stickstoffreiche Gaben verzichtest du, denn Rotklee bevorzugt stickstoffarmen Boden. Kalk kommt nur aufs Beet, wenn eine Bodenuntersuchung einen für deine Bodenart zu niedrigen pH-Wert zeigt.
Welche Pflege benötigt Rotklee nach der Keimung?
In der Keimphase hältst du den Boden feucht und gießt bei trockenem Wetter wiederholt. Wachsen Beikräuter über den jungen Klee hinaus, kann ein so hoch angesetzter Schnitt, dass er nur die Beikräuter erfasst, sie begrenzen. Mist und stickstoffreiche Gaben lässt du weg, weil Rotklee stickstoffarmen Boden bevorzugt. Vor der Samenreife mähst du den Bestand, damit er sich nicht selbst aussät.
Stimmt es, dass Rotklee den Boden auslaugt?
Eher nicht: Rotklee gilt als schwachzehrend und bindet über Knöllchenbakterien zusätzlich Luftstickstoff, der die Stickstoffversorgung nachfolgender Kulturen verbessert. Schwierig wird es, wenn er zu oft auf derselben Fläche steht, denn er ist mit sich selbst und den meisten anderen Leguminosen unverträglich. Plane deshalb auf einem Beet eine Anbaupause von 7 Jahren ein.
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