Rotklee säen und pflegen: Aussaat, Schnitt und Überwinterung im Garten
- Rotklee säst du von März bis Juni oder im August und September.
- Die Samen gehören nur 0,5–1 cm tief in die Erde.
- Für die Saatmenge zählt die Angabe auf der Saatguttüte deiner Sorte.
- Bis die Keimlinge aufgelaufen sind, hältst du die Saat feucht.
- Rotklee ist winterhart, du musst ihn vor der nächsten Kultur selbst beenden.
- Auf derselben Fläche gilt für Rotklee eine Anbaupause von 7 Jahren.

Rotklee ist schnell gesät, aber er bleibt. Er ist winterhart, anders als nicht winterharte Gründünger wie Senf oder Phacelia, und muss vor der nächsten Kultur aktiv beendet werden. Ich kläre deshalb vor jeder Aussaat, wie lange das Beet frei bleiben darf und was danach dort wachsen soll.
Rotklee kurz vorgestellt
Rotklee (Trifolium pratense) gehört zu den Schmetterlingsblütlern und wird 30–50 cm hoch. Er ist eine kurzlebige mehrjährige Pflanze mit tiefen Wurzeln, blüht von Mai bis September und gilt als nützlingsfreundlich. Über KnöllchenbakterienKnöllchenbakterien, auch Rhizobien genannt, sind Bodenbakterien, die mit Hülsenfrüchtlern wie Erbsen und Bohnen zusammenleben. In kleinen Knöllchen an deren Wurzeln binden sie Stickstoff aus der Luft und machen ihn für die Pflanze nutzbar. an den Wurzeln bindet er Luftstickstoff und verbessert so die Stickstoffversorgung der Kulturen, die nach ihm wachsen. Wie das im Boden abläuft, erklärt der Gründünger-Ratgeber im Abschnitt darüber, was Gründüngung im Boden leistet. Familien, Wuchsformen und den Wert für Insekten ordnet er dort ebenfalls ein.
Empfehlungen für den Garten
Aussaat und Vermehrung
- Saattiefe
Die Samen 0,5-1 cm tief säen.
Wo Rotklee hinpasst
Rotklee wächst in Sonne und Halbschatten und kommt mit Ton-, Lehm- und Sandböden zurecht. Am liebsten steht er auf leicht saurem, feuchtem und stickstoffarmem Boden. Mehr zur Wahl von Standort und Boden steht im Gründünger-Ratgeber unter „Standort und Boden“.
Freie Fläche statt Gemüsereihe
Rotklee lässt sich als Reinsaat, im Gemenge mit Gräsern oder als UntersaatEine Untersaat ist eine zweite Pflanzenart, die du zusätzlich zwischen oder unter eine Hauptkultur säst. Sie wächst zunächst mit und entwickelt sich nach der Ernte der früher erntereifen Hauptkultur weiter. in Getreide anbauen. Für eine Untersaat zwischen Gemüse oder Beerenkulturen nimmt man dagegen niedrig wachsende Gelb- oder Weißkleearten. Rotklee wird mit 30–50 cm höher, deshalb gehört er im Garten eher auf eine freie Fläche als zwischen die Gemüsereihen. Wie du Weißklee als Untersaat einsetzt, ohne dass er überhandnimmt, steht in einem eigenen Beitrag.
Rotklee im Hochbeet und im Kübel
Im Hochbeet lohnt sich Rotklee, wenn das Beet mehrere Wochen oder über den Winter frei bleibt. In kleinen Gefäßen bringt Gründüngung meist wenig, weil du die Erde dort einfach austauschen kannst.
Anbaupause und Nachbarn
Rotklee ist mit sich selbst und den meisten anderen Leguminosen unverträglich. Plane auf derselben Fläche eine Anbaupause von 7 Jahren ein und trage sie im Beetplaner für deine Beete ein. Neben Markerbsen, Puffbohnen und Prunkbohnen gilt Klee als unverträglicher Nachbar. Du prüfst in der Mischkultur-Übersicht, welche Nachbarn zu deinen Kulturen passen. Eine Leguminosen-Gründüngung eignet sich als VorfruchtDie Vorfrucht ist die Kultur, die vor der aktuellen Kultur auf derselben Fläche stand, in der Fruchtfolge meist im Vorjahr. Sie kann Boden, Nährstoffe und Krankheitsdruck für die nachfolgende Kultur positiv oder negativ beeinflussen. für stark zehrendes Gemüse, und welche Kulturen nach Rotklee am besten folgen, liest du im Beitrag zur Fruchtfolge.
Wann du Rotklee säst
Rotklee säst du von März bis Juni und noch einmal im August und September. Für eine Gründüngung nach der Gemüseernte passen August und September besonders gut, und der Klee steht dann über den Winter. Im Frühjahr gesät, eignet er sich für Flächen, die du länger nicht brauchst.
Zum Keimen braucht Rotklee mindestens 10 °C. Da das SaatfensterDas Aussaatfenster ist der Zeitraum im Jahr, in dem eine Pflanzenart sinnvoll ausgesät werden kann. Es richtet sich vor allem nach dem Temperaturanspruch der Art, der Bodentemperatur und der Frostgefahr. schon im März öffnet, entscheidet bei frühen Saaten die Bodentemperatur und nicht das Datum. Ich stecke im März deshalb ein Bodenthermometer in Saattiefe, bevor ich die Tüte öffne. Die Saatzeiten der anderen Gründünger hast du im Aussaatkalender für Gründünger zum Ausdrucken im Blick.
Rotklee säen: so gehst du vor
Räum Erntereste ab, lockere den abgetrockneten Boden oberflächlich mit Grabgabel oder Krail und harke ihn feinkrümelig und eben. Dann streust du die Samen breitwürfig, rechst sie ein und drückst sie an. Grundlagen zu Saatbett, Breit- und ReihensaatReihensaat ist eine Saatweise, bei der die Samen in flache, gerade Rillen gesät werden, sodass die Pflanzen später in Reihen stehen. Gegenüber der Breitsaat, bei der die Samen flächig ausgestreut werden, erleichtert sie die Pflege. findest du im Gründünger-Ratgeber unter „Aussaat“.
Die Werte für Rotklee im Überblick:
| Was | Rotklee |
|---|---|
| Aussaatzeit | März bis Juni, August bis September |
| Saattiefe | 0,5–1 cm |
| Saatmenge | 4 g/m² oder 5 g/m², je nach Angabe |
| Keimtemperatur | min. 10 °C, max. 18 °C |
| Keimdauer | 7–14 Tage |
Bei der Saatmenge gehen die Angaben auseinander, deshalb richtest du dich nach der Saatguttüte deiner Sorte. Welche Rotklee-Sorte zu Standort und Zweck passt, klärst du am besten vor dem Kauf.
Die Saat nach dem Streuen tief einzuharken. Rotklee gehört nur 0,5–1 cm tief in die Erde, deshalb rechst du ihn flach ein und drückst die Fläche danach an.
Saatfenster passt; Boden feinkrümelig und eben; Saatmenge von der Tüte abgelesen; Samen flach eingerecht und angedrückt; Saat bis zum Auflaufen feucht gehalten.
Vorquellen und Vorziehen
Wer mag, quillt die Samen zwölf Stunden in warmem Wasser vor und sät sie direkt danach aus. Ich quelle nur so viel Saat vor, wie ich danach gleich ausbringe. Ist das Saatgut knapp, ziehst du Rotklee in Töpfen im FrühbeetEin Frühbeet, auch Frühbeetkasten genannt, ist ein Beetkasten, der die Wachstumsbedingungen für Gemüse verbessert. Darin kannst du früher aussäen und ein bis drei Wochen früher ernten als im offenen Beet. vor und pikierst die Sämlinge anschließend.
Weißklee gehört genauso flach in die Erde wie Rotklee. Die Anleitung, wie du Weißklee aussäst, begleitet dich von der Bodenvorbereitung bis zur Pflege nach der Saat.
Pflege nach der Aussaat
In der Keimphase hältst du die Saat feucht, bei trockenem Wetter braucht sie dann wiederholt Wasser. Was beim Gießen und Jäten von Gründüngung allgemein gilt, steht im Gründünger-Ratgeber unter „Pflege, Gießen und Düngen“.
Beikräuter hoch abschneiden
Wachsen BeikräuterBeikraut nennt man jede Pflanze, die zwischen den angebauten Kulturpflanzen mitwächst, egal ob wild oder domestiziert, nützlich oder schädlich. Das Wort ist neutral gemeint, während „Unkraut“ eine persönliche Wertung ausdrückt. über den jungen Rotklee hinaus, kannst du sie mit einem SchröpfschnittEin Schröpfschnitt ist ein früher Schnitt im ersten Jahr nach dem Aussäen einer Blumenwiese. Er kürzt schnell wachsende Beikräuter zurück, damit die langsameren eingesäten Wildkräuter nicht überwuchert werden und genug Licht bekommen. begrenzen. Den Schnitt setzt du so hoch an, dass nur die Beikräuter erfasst werden. Ich nehme dafür eine Grasschere und schneide oberhalb der Kleeblätter.
Düngen: Mist bleibt draußen
Rotklee gilt als schwachzehrend und bevorzugt stickstoffarmen Boden.
„Eine Startgabe Mist hilft dem jungen Klee.“ Rotklee wächst lieber auf Flächen, die nicht mit Mist gedüngt wurden. Ich bereite sein Beet deshalb ohne Mist vor und gebe auch später keinen nach.
Blüte, Schnitt und Samenreife
Lässt du Rotklee für Insekten blühen, beendest du ihn nach der Blüte, aber vor der Samenreife. Den Schnitt lasse ich im Gemüsegarten als Mulch auf dem Beet liegen; wer Tiere hält, kann ihn auch als Futter trocknen und einlagern.
Reifen die Samen aus, sät sich der Bestand selbst aus. Ich kontrolliere meinen Rotklee deshalb gegen Ende der Blüte und mähe, bevor sich Samen bilden.
Rotklee über den Winter bringen
Rotklee ist winterhart und geht als kurzlebige mehrjährige Pflanze ins nächste Jahr. Im Feldfutterbau schickt man ihn mit kurzem Bestand in den Winter, um Kleekrebs einzudämmen. Die übliche Schnitthöhe liegt dort bei 8 cm. Ich mähe meinen Rotklee im Herbst ebenfalls kurz, bevor er in den Winter geht. Einarbeiten solltest du ihn im Frühherbst aber nicht, weil frei werdende Nährstoffe dann ausgewaschen werden können.
Im Frühjahr: stehen lassen oder beenden
Weil Rotklee nicht abfriert, musst du ihn vor der nächsten Kultur selbst beenden. Auf schweren Böden lässt du ihn bis zum Frühjahr stehen; wer früher umgraben will, tut das erst im Dezember kurz vor dem Durchfrieren. Brauchst du im Frühjahr ein feines Saatbett, räumst du den Bestand ab und kompostierst ihn. Bei stark verdichteten Böden darf eine Gründüngung auch ein Jahr oder länger stehen, und als winterharte, mehrjährige Art kommt Rotklee dafür infrage.
Wenn ich Rotklee im Spätsommer säe, notiere ich mir gleich, wann das Beet im Frühjahr wieder frei sein muss. Von diesem Termin rechne ich die Wartezeit nach dem Einarbeiten zurück und lege fest, wann der Klee weichen muss.
Im zweiten Jahr
Bleibt der Bestand stehen, treibt er im Frühjahr wieder aus und blüht ab Mai. Rotklee ist aber keine Dauerkultur, sondern kurzlebig. Auch dann mähst du, bevor die Samen reifen.
Einarbeiten und Wartezeit
Frischen Rotklee arbeitest du nur flach ein oder lässt ihn als Mulch liegen, weil er tief vergraben unter Luftabschluss faulen kann. Danach wartest du meist etwa 2–3 Wochen, bevor du säst oder pflanzt. Zeitpunkt und Methoden beschreibt der Beitrag, wann und wie du Rotklee einarbeitest, die Grundlagen der Gründünger-Ratgeber unter „Mähen und Einarbeiten“.




