Weißklee auf großen Flächen: Untersaat, Saatstärke und Fruchtfolge
- Weißklee bleibt mit 20–30 cm niedrig, wurzelt flach und breitet sich über Kriechtriebe aus.
- Für die Untersaat in Winterweizen wird aus einem Feldversuch ein Kleegemenge mit 5 kg/ha Weißklee empfohlen, ergänzt um Gelbklee.
- Für eine Weißklee-Gründüngung nennt ein Hersteller 100–150 g Saatgut je 100 m², maßgeblich bleibt die Angabe auf deiner Tüte.
- Regelmäßiges Mähen mit Abfuhr des Schnittguts steigert nach Herstellerangabe die Stickstoffsammlung, entzieht der Fläche aber Stickstoff.
- Für Kleegrasgemische mit Weißklee werden im Feldfutterbau fünf Jahre Anbaupause genannt.
- Weißklee ist winterhart und mehrjährig, der Bestand muss vor der Folgekultur aktiv beendet werden.

Du planst Weißklee als UntersaatEine Untersaat ist eine zweite Pflanzenart, die du zusätzlich zwischen oder unter eine Hauptkultur säst. Sie wächst zunächst mit und entwickelt sich nach der Ernte der früher erntereifen Hauptkultur weiter. oder ZwischenfruchtEine Zwischenfrucht ist eine Kultur, die zwischen zwei Hauptfrüchten auf derselben Fläche wächst, oft von der Ernte im Spätsommer bis zum nächsten Frühjahr. Sie wird als Gründüngung zur Bodenverbesserung oder, in der Landwirtschaft, als Futter angebaut. auf einer größeren Fläche und brauchst zuerst eine Zahl: die Saatstärke. Viele Angaben dazu stammen vom Acker und stehen in Kilogramm je Hektar. Ich übernehme solche Zahlen nie ungeprüft für mein Beet, sondern schaue zuerst, für welche Nutzung sie gelten. Ob der Klee der Folgefrucht am Ende nützt, entscheidet sich an drei Stellen: beim Saattermin, beim Schnittgut und beim Umbruch.
Was bringt Weißklee für große Flächen mit?
Weißklee ist eine mehrjährige, winterharte Leguminose. Er bleibt mit 20–30 cm niedrig und wurzelt flach. Seine Kriechtriebe liegen auf dem Boden auf und bilden an ihren Knoten Wurzeln, so breitet er sich in der Fläche aus. Dazu kommt ein starkes Nachwuchsvermögen: Die Art verträgt intensive Schnittnutzung und auch Betreten.
Niedrig wachsende Kleearten eignen sich als Untersaat, und Weißklee treibt nach dem Schnitt kräftig wieder aus. Beides zusammen erklärt, warum er dort gesät wird, wo eine Fläche lange bedeckt bleiben und trotzdem genutzt werden soll.
| Eigenschaft | Weißklee |
|---|---|
| Wuchshöhe | 20–30 cm |
| Wuchsbreite | 30–40 cm |
| Wurzel | flach |
| Lebensdauer | mehrjährig, winterhart |
| Blütezeit | Mai bis Oktober |
| Standort | sonnig bis halbschattig |
| Boden | breites Spektrum, nicht zu sauer und nicht staunass |
| Nährstoffbedarf | schwachzehrend |
Stickstoff und Bodenstruktur in Kürze
Als Leguminose bindet Weißklee mithilfe von Knöllchenbakterien Luftstickstoff, den Nichtleguminosen wie Senf oder Phacelia nicht einbringen. Wie viel davon bei der FolgekulturEine Folgekultur ist das Gemüse, das auf einem Beet als Nächstes angebaut wird, sobald die vorige Kultur abgeerntet ist – noch im selben Gartenjahr oder im nächsten. ankommt, hängt von Aufwuchs, Jahreszeit, Bodenfeuchte und Temperatur ab. Den Vorgang selbst beschreibt der Ratgeber dazu, wie Weißklee Luftstickstoff bindet und wie du das im Garten nutzt.
Für den Boden zählt zuerst die Decke: Sie schützt die Oberfläche vor VerschlämmungVerschlämmung bedeutet, dass sich die oberste Bodenschicht nach starkem Regen dicht zusetzt. Die Oberfläche verliert ihre offenen Poren, nimmt Wasser schlechter auf und kann beim Abtrocknen verkrusten., Verkrustung und Erosion. Weil Weißklee flach wurzelt, liegt seine Wirkung im Oberboden; leichte Verdichtungen können eher Ölrettich und Luzerne aufbrechen. Die Grundlagen dazu stehen im Überblick, was Gründüngung im Boden leistet.
Empfehlungen für den Garten
Aussaat und Vermehrung
- Saattiefe
Die Samen 0,5-1 cm tief säen.
Welche Saatstärke braucht Weißklee als Untersaat?
Das hängt davon ab, ob der Klee allein oder im Gemenge steht. Zwei Angaben helfen dir weiter, und sie gelten für verschiedene Nutzungen.
| Nutzung | Saatstärke | Einordnung |
|---|---|---|
| Untersaat in Winterweizen, Gemenge | 5 kg/ha Weißklee und 8 kg/ha Gelbklee | Empfehlung aus einem Feldversuch für eine legume Gründüngungsuntersaat |
| Weißklee-Gründüngung | 100–150 g je 100 m² | herstellergebundene Angabe von Sativa für das eigene Saatgut |
Die Feldangabe gilt für ein Kleegemenge unter Winterweizen, die Herstellerangabe für eine Weißklee-Gründüngung. Eine Menge für Weißklee allein als Untersaat lässt sich aus beiden nicht ableiten. Nimm deshalb die Angabe auf der Saatguttüte deiner Sorte als Ausgangspunkt.
Tausend Weißkleekörner wiegen 0,65 g. Gesät wird 0,5–1 cm tief. Bei so feinem Saatgut wiegst du die Menge besser ab, statt sie zu schätzen.
Wann kommt die Untersaat in den Bestand?
Die Landesanstalt LfL nennt Weißklee als Beispiel für eine langsamere Jugendentwicklung. Der Saattermin muss deshalb zweierlei berücksichtigen: diese langsame Jugend und die Konkurrenz der Deckfrucht. Untersaat und Deckfrucht konkurrieren um Wasser und andere Wachstumsfaktoren, eine legume Untersaat braucht also eine ausreichende Wasserversorgung.
Im Gemüsebeet säst du niedrige Kleearten in die bereits gepflanzte HauptkulturDie Hauptkultur ist die Gemüseart, die im Gartenjahr am längsten auf einem Beet steht, zum Beispiel Tomaten. Nach ihr richtet sich die Beetplanung: Vor-, Nach- und Zwischenkulturen werden um sie herum eingeplant. und arbeitest das Saatgut mit dem letzten Hackgang ein. Die Art muss dabei zur Hauptkultur und zur Fruchtfolge passen. Im Mischkultur-Werkzeug siehst du, welche Gemüsearten sich mit Klee als Nachbarn vertragen. Schneide den Klee, sobald er das Gemüse beeinträchtigt.
Ich säe eine Untersaat erst, wenn die Hauptkultur angewachsen ist. In trockenen Phasen schaue ich zuerst auf die Hauptkultur und prüfe, ob der Klee ihr das Wasser streitig macht.
Wie du Weißklee im Garten als Untersaat und unter Obst einsetzt, ohne dass er überhandnimmt, ist ein eigenes Thema.
Aussaat in Kürze
Weißklee lässt sich von März bis September säen; wann andere Arten an der Reihe sind, zeigt der Aussaatkalender für Gründünger zum Ausdrucken. Auf der Fläche braucht er ein feinkrümeliges, abgesetztes Saatbett ohne Pflanzenrückstände, und nach der Saat stellt Anwalzen den Bodenschluss her. Saattiefe, Methode und Pflege im Einzelnen zeigt die Anleitung, wie du Weißklee Schritt für Schritt aussäst.
Wie passt Weißklee in die Fruchtfolge großer Flächen?
Auf großen Flächen steht Weißklee als Untersaat in Winterweizen oder im Kleegras, dem Gemisch mit Gräsern im Feldfutterbau. In beiden Fällen zählt er in der Fruchtfolge als Leguminose.
Welche Anbaupause gilt?
Für Kleegrasgemische mit Weißklee werden im Feldfutterbau fünf Jahre Anbaupause genannt. Im Gartenbeet gilt für Weißklee ein Planungswert von 3 Jahren. Beide Werte gelten für ihre Nutzung, übertrage sie deshalb nicht von der einen auf die andere. Für dein Beet kannst du die Anbaupause im Beetplaner mitführen.
Klee gehört in die Planung der Hülsenfrüchte. Direkt vor oder nach Erbsen und Bohnen sollte er nicht stehen, weil alle zur selben Pflanzenfamilie gehören. Warum die Familie mitzählt, steht im Überblick zur Gründüngung im Abschnitt zu Fruchtfolge und Mischkultur; für das Gemüsebeet liest du weiter, wie du Weißklee in den Fruchtwechsel einbaust.
Was folgt nach Weißklee?
Nach dem Umbruch von Kleegras eignen sich Kulturen mit hohem Nährstoffbedarf wie Weizen, Mais und Kohlarten. Im Garten gilt dasselbe Prinzip: Eine Leguminosen-Gründüngung eignet sich als Vorfrucht für stark zehrendes Gemüse. Plane dabei Pflanzenfamilie und Stickstoffbedarf der Folgekultur gemeinsam.
Einen festen Mehrertrag kann dir niemand zusagen. Der Stickstoff aus dem Aufwuchs steht der Folgekultur je nach Boden, Witterung und Umbruch nicht vollständig zur Verfügung. Außerdem muss die Freisetzung zeitlich zu ihrem Bedarf passen.
Wann und wie wird umgebrochen?
Weißklee ist winterhart, der Bestand friert also nicht ab und muss vor der nächsten Kultur aktiv beendet werden. Beim Kleegras verringert ein Umbruch im Spätherbst oder Frühjahr gegenüber einem frühen Herbstumbruch das Risiko, dass Stickstoff über Winter ausgewaschen wird. Auf sandigen Böden wird Gründüngung besser erst im Frühjahr eingearbeitet.
Beim flachen Umbruch wird die Narbe vollständig horizontal durchtrennt und locker abgelegt, damit sie abtrocknet. Der flächige Schnitt läuft in 3–5 cm Bodentiefe und trennt die Sprosse von den Wurzeln. Andrücken ist danach unerwünscht. Bei Weißklee lohnt diese Sorgfalt, denn die Art wächst nach einem Schnitt kräftig nach und wurzelt an den Knoten ihrer Kriechtriebe.
Den Klee im frühen Herbst umbrechen, weil die Fläche gerade frei ist. Der Aufwuchs setzt dann Stickstoff frei, bevor eine Folgekultur ihn aufnehmen kann, und ein Teil kann über Winter ausgewaschen werden.
Im Garten arbeitest du die Masse nur flach ein und wartest danach meist etwa 2–3 Wochen bis zur nächsten Saat oder Pflanzung. Plane dafür Zeit ein, denn winterharte Bestände bringen im Frühjahr viel Pflanzenmasse mit und machen Handarbeit.
Schnitt, Futter, Blüte: Wie wird der Aufwuchs genutzt?
Was passiert mit dem Schnittgut?
Weißklee verträgt intensive Schnittnutzung. Darin unterscheidet er sich vom Inkarnatklee, der nach dem Schnitt nur wenig Nachwuchs bildet.
Für die Gründüngung rät der Hersteller Sativa, regelmäßig zu mähen und das Schnittgut abzuführen, weil das die Stickstoffsammlung steigert. Mit der abgefahrenen Masse verlässt aber auch ein Teil des Stickstoffs die Fläche. Der Schnitt nützt dir also erst, wenn das Schnittgut dort landet, wo Nährstoffe fehlen: als Mulch auf schwächer versorgten Beeten.
Ich mähe meinen Weißklee, bevor er Samen ansetzt, und verteile das Schnittgut auf den Beeten, die schwächer versorgt sind.
Weißklee im Kleegras und als Futter
Im Feldfutterbau steht Weißklee in Kleegrasgemischen, dort zählt seine Schnittverträglichkeit. Wer den Aufwuchs abfährt, entzieht der Fläche Nährstoffe. Die Versorgung mit Phosphor und Kalium richtet sich deshalb trotz der eigenen StickstoffbindungStickstoffbindung heißt, dass Knöllchenbakterien an den Wurzeln von Leguminosen wie Bohnen, Erbsen oder Klee Stickstoff aus der Luft aufnehmen und in eine Form umwandeln, die Pflanzen nutzen können. nach Bodenversorgung und Nährstoffentzug.
Microclover ist eine kleinblättrige Züchtungsform von Weißklee für Rasenflächen. Geht es dir um eine begehbare grüne Fläche statt um Fruchtfolge, lies weiter, wie du einen Weißkleerasen anlegst und pflegst.
Schnittgut oder Blüten?
Weißklee blüht von Mai bis Oktober und gilt als nützlingsfreundlich. Regelmäßiges Mähen soll die Stickstoffsammlung steigern, wöchentliches Mähen vermindert bei einer Rasenmischung mit Mikroklee aber die Blühwilligkeit deutlich. Eine Fläche liefert also nicht beides in vollem Umfang, Schnittgut und Blüten. Entscheide je Fläche, was sie leisten soll, und beende blühende Bestände nach der Blüte, aber vor der Samenreife.
Rechnet sich Weißklee?
Ob sich eine Zwischenfrucht rechnet, hängt von Saatgut, Aussaatverfahren und Arbeitsaufwand ab. Dazu kommt, ob du die Biomasse nutzt, abfährst oder einarbeitest.
Was zeigt der Feldvergleich?
In einem Feldversuchsvergleich legumer Zwischenfrüchte lag Weißklee als Untersaat wirtschaftlich vorn. Gerechnet wurde dabei ausschließlich mit den Verfahrenskosten und der Ertragsleistung der Nachfrucht. Untersaat und Deckfrucht konkurrieren aber um Wasser und andere Wachstumsfaktoren. Ob die Rechnung auch an einem trockenen Standort aufgeht, beantwortet der Vergleich deshalb nicht.
Wo sparst du Dünger und wo nicht?
Den Klee selbst musst du nicht düngen: Für Weißklee als Gründüngung bezeichnet Sativa Düngung als unnötig. Hohe Stickstoffgaben können sogar die Tätigkeit der Knöllchenbakterien hemmen. Wer Klee mit Stickstoff versorgt, kann also genau die Leistung bremsen, für die er ihn sät.
Bei der Folgekultur berücksichtigst du den Kleeaufwuchs in der Düngung, denn auch gebundener Luftstickstoff zählt zur Stickstoffzufuhr. Überschüsse können Verluste als Nitrat, Ammoniak und Lachgas begünstigen. Automatisch ersetzt die Gründüngung eine zusätzliche Düngung aber nicht.
Wo kommt Weißklee an Grenzen?
Wasser ist die erste Grenze. Eine lebende Kleedecke vermindert die Verdunstung aus dem Boden, verbraucht beim Wachsen aber selbst Wasser und kann bei Trockenheit mit der Hauptkultur konkurrieren. Die zweite Grenze ist der langsame Start: Bekämpfe Problemunkräuter vor der Aussaat und grabe Wurzelunkräuter möglichst vollständig aus.
Bei Kleemüdigkeit kommen neben bodenbürtigen Schaderregern auch Ungleichgewichte der Nährstoffversorgung und Giftstoffe als Ursachen infrage. Zur Vorbeugung spezifischer Wurzelkrankheiten sollen im Gemüsegarten höchstens 25 % der wechselnden BeetbelegungDie Beetbelegung beschreibt, welche Kultur wann und wie lange auf einem Beet steht. Dazu gehören die Hauptkultur sowie Vor-, Nach- und Zwischenkulturen, die das Beet vor, nach oder neben ihr nutzen. auf Leguminosen entfallen, Erbsen und Bohnen eingeschlossen. Mehr dazu steht im Überblick zur Gründüngung im Abschnitt über NematodenNematoden sind mikroskopisch kleine Fadenwürmer im Boden. Verschiedene Gattungen können viele Pflanzenarten schädigen; bestimmte andere Arten werden dagegen gezielt als Nützlinge gegen Schädlingslarven im Boden eingesetzt., Biofumigation und Krankheiten.
Beim Humus bleibt die Wirkung begrenzt: Die zusätzliche Humusspeicherung durch regelmäßigen Zwischenfruchtanbau kann wieder verloren gehen, wenn du ihn aufgibst. Wie das mit Humusbilanz und Klima zusammenhängt, ordnet ebenfalls der Überblick zur Gründüngung ein.




