Puffbohnen düngen: wann Kompost nötig ist und warum du Stickstoff weglässt
- Puffbohnen versorgen sich gewöhnlich aus dem Boden; auf ausreichend versorgtem Beet ist keine zusätzliche Düngung nötig.
- Ob dein Beet etwas braucht, zeigt eine Bodenuntersuchung, die du etwa alle 4 bis 5 Jahre machen lässt.
- Bei unzureichender Versorgung arbeitest du vor der Aussaat Kompost ein, Richtwert 1 bis 3 l/m² im Jahr.
- Stickstoffdünger wie Hornspäne lässt du weg, denn zusätzlicher Stickstoff kann die Knöllchenbakterien behindern.
- Zwergsorten im Gefäß bekommen ab den ersten Blüten einen kaliumbetonten Flüssigdünger.
- Zusätzlicher Phosphor ist kein pauschaler Blütenförderer; ergänzt wird nur, was der Befund als niedrig ausweist.

Ihre Nährstoffe holen sich Puffbohnen gewöhnlich selbst aus dem Boden. Das Risiko beim Düngen liegt deshalb im Zuviel: Gibst du zusätzlich Stickstoff, kann das die Knöllchenbakterien an den Wurzeln behindern und ihre Bindung verzögern. Ich schaue darum zuerst in den letzten Bodenbefund und greife erst danach zum Kompost.
Puffbohnen kennst du vielleicht auch als Dicke Bohnen, Saubohnen oder Ackerbohnen. Gemeint ist immer dieselbe Art, Vicia faba, und für alle gilt: düngen nach Befund, mit Kompost statt Stickstoffdünger und nur so viel, wie der Boden braucht.
Brauchen Puffbohnen überhaupt Dünger?
Als Hülsenfrüchte zählen Puffbohnen zu den Schwachzehrern. Steht im Boden genug zur Verfügung, braucht es keine zusätzliche Düngung. Das heißt nicht, dass jedes Beet ohne Hilfe auskommt: Reicht die Versorgung nicht, arbeitest du vor der Aussaat Kompost ein.
Stickstoff holen sich Puffbohnen mithilfe von Knöllchenbakterien an den Wurzeln aus der Luft, so wie die meisten Hülsenfrüchtler. Impfen musst du das Saatgut in der Regel nicht, selbst nach langer Anbaupause oder auf einem Beet, das noch nie Puffbohnen getragen hat. Wie diese Symbiose funktioniert, liest du im Abschnitt darüber, wie Bohnen und Erbsen als Schwachzehrer ihren Stickstoff selbst binden.
Wann du düngst: nach Befund und vor der Aussaat
Ob dein Beet überhaupt Nährstoffe braucht, zeigt eine Bodenuntersuchung. Aus ihr lässt sich eine Empfehlung zu Düngerart und Düngermenge ableiten. Für den Hausgarten ist etwa alle 4 bis 5 Jahre eine Untersuchung ratsam, und zwar auf Phosphor, Kalium und pH-Wert, sinnvollerweise ergänzt um Magnesium. Ich notiere das Jahr der letzten Probe im Beetplaner für meine Gemüsebeete, damit ich nicht schätzen muss.
Tiefgründige, mittelschwere bis schwere Böden mit einem pH-Wert von 6,5 bis 7,2 sind für Puffbohnen besonders günstig. Kalk gibst du nur, wenn der gemessene pH-Wert unter dem Bereich liegt, der zu Bodenart und Humusgehalt passt. Probenahme, Lockerung und Saatbett findest du im Beitrag darüber, wie du den Boden für Puffbohnen vorbereitest.
Fehlt etwas, düngst du vor der Aussaat. Den Termin legst du ins Frühjahr und nicht in den Herbst, denn so geht weniger durch Auswaschung verloren.
Puffbohnen kannst du bei passendem Boden und Wetter oft schon im Februar säen. Aus organischem Dünger wird bei Frost oder stauender Nässe nur wenig frei, bei feuchtwarmem Wetter dagegen mitunter viel auf einmal. Wer zur Februarsaat Kompost gibt und bei Frost nachlegt, weil sich nichts tut, bekommt die Nährstoffe also womöglich später gebündelt. Alle Aussaattermine hast du im Aussaatkalender für Hülsenfrüchte auf einem Blatt.
Bevor ich im Frühjahr Kompost auf das Puffbohnenbeet bringe, lese ich den letzten Befund nach. Weist er eine ausreichende Versorgung aus, bekommt das Beet in diesem Jahr nichts.
Womit und wie viel: Kompost statt Stickstoffdünger
| Ausgangslage | Was du tust |
|---|---|
| Befund zeigt ausreichende Versorgung | keine zusätzliche Düngung |
| Nährstoffversorgung unzureichend | vor der Aussaat Kompost einarbeiten, Richtwert 1 bis 3 l/m² im Jahr |
| allgemeine Grunddüngung im Frühjahr | höchstens 3 l Kompost je m², vorhandene Versorgung berücksichtigen |
| Phosphor sehr hoch, Kalium niedrig | gezielt Kalium ergänzen statt Mehrnährstoffdünger |
| Zwergsorte im Gefäß | kaliumbetonter Flüssigdünger ab den ersten Blüten |
| Stickstoffdünger, auch Hornspäne | weglassen, auch als Startgabe |
Für Puffbohnen nehme ich Kompost. Kompost und andere organische Dünger wirken meist über längere Zeit, mineralische Dünger stellen ihre Nährstoffe überwiegend rasch bereit. Die Kompostmenge richtest du am Befund aus und bleibst beim Richtwert von 1 bis 3 l/m² im Jahr.
Hornspäne zur Puffbohnensaat. Alle Hornprodukte, ob Späne, Grieß oder Mehl, sind Stickstoffdünger mit etwa 10 bis 14 % Stickstoff. Weil zusätzlicher Stickstoff die Bindung durch die Knöllchenbakterien behindern und verzögern kann, bleiben Hornprodukte bei mir dem Puffbohnenbeet fern.
Einen EinzelnährstoffdüngerEin Einzelnährstoffdünger enthält nur einen einzigen Pflanzennährstoff, zum Beispiel nur Stickstoff oder nur Kalium. Ein Mehrnährstoffdünger liefert dagegen mehrere Nährstoffe als Mischung. nehme ich nur, wenn der Befund einen bestimmten Nährstoff als niedrig ausweist. Ist Phosphor sehr hoch und Kalium niedrig, ergänzt du gezielt Kalium. Ein Mehrnährstoffdünger würde dem Boden sonst noch mehr Phosphor bringen.
Holzasche streue ich nicht auf das Puffbohnenbeet. Mit einem pH-Wert von 11 bis 13 ist sie stark alkalisch, und mit ihr können Schwermetalle in den Gartenboden gelangen.
Phosphor und Kalium: was sie leisten und was nicht
Phosphor hilft bei Puffbohnen den Knöllchenbakterien beim Binden von Stickstoff, Kalium sorgt für eine bessere Wassereffizienz. Beide zählen zu den HauptnährstoffenHauptnährstoffe sind die Nährstoffe, die Pflanzen in größeren Mengen brauchen: Stickstoff, Phosphor, Kalium, Calcium, Magnesium und Schwefel. Beim Düngen im Garten stehen Stickstoff, Phosphor, Kalium und Magnesium im Vordergrund., ebenso wie Stickstoff, Magnesium, Calcium und SchwefelSchwefel ist einer der wichtigsten Pflanzennährstoffe. Pflanzen brauchen ihn vor allem für den Eiweißaufbau und nehmen ihn überwiegend als Sulfat aus dem Boden auf, zum Teil auch aus der Luft..
Selbst bei gut gefülltem Phosphorvorrat nimmt die Pflanze womöglich wenig davon auf, wenn der Boden kalt, staunass, trocken oder verdichtet ist. Streust du im kalten, nassen Frühjahr Phosphor nach, um den Knöllchen zu helfen, behebst du damit die Ursache nicht. Das Problem liegt dann in Kälte oder Nässe, nicht im Vorrat.
„Phosphor treibt die Blüten.“ Phosphor ist für den Energiehaushalt der Pflanze wichtig. Eine zusätzliche Gabe fördert Blüten und Früchte aber nicht pauschal, deshalb richtet sich auch Phosphor nach dem Befund.
SpurenelementeSpurenelemente sind Nährstoffe, die Pflanzen nur in kleinen Mengen brauchen, ohne die sie aber nicht normal wachsen: Eisen, Mangan, Kupfer, Zink, Bor, Molybdän und Chlor. Man nennt sie auch Spurennährstoffe oder Mikronährstoffe. braucht die Pflanze nur in viel kleineren Mengen, und der Gartenboden hält sie meist ausreichend bereit. Die Knöllchenbakterien brauchen für die StickstoffbindungStickstoffbindung heißt, dass Knöllchenbakterien an den Wurzeln von Leguminosen wie Bohnen, Erbsen oder Klee Stickstoff aus der Luft aufnehmen und in eine Form umwandeln, die Pflanzen nutzen können. MolybdänMolybdän (Mo) ist ein Pflanzennährstoff, der für die Stickstoffernährung wichtig ist. Es ist aktiver Bestandteil zweier Enzyme: der Nitratreduktase in der Pflanze und der Nitrogenase in den Knöllchenbakterien., dass es fehlt, kommt im Ackerbau aber sehr selten vor. Einen eigenen Spurenelementdünger plane ich für Puffbohnen deshalb nicht ein.
Puffbohnen im Topf düngen
Im Gefäß gilt eine eigene Empfehlung. Für Zwergsorten in Gefäßen eignet sich ein kaliumbetonter Flüssigdünger, sobald die ersten Blüten erscheinen. Die Menge richtest du nach der Angabe auf der Packung.
Für Gefäße eignet sich zum Beispiel die kompakte Sorte The Sutton. Sie wird je nach Herstellerangabe etwa 30 bis 45 cm hoch. Bei meinen Topf-Puffbohnen fange ich mit dem Flüssigdünger erst an, wenn sich die ersten Blüten zeigen, und nicht schon beim Auspflanzen.
Überdüngung vermeiden und Mangel richtig deuten
Überdüngung vermeidest du an zwei Stellen. Stickstoff lässt du ganz weg, auch als Startgabe für junge Pflanzen. Kompost gibst du nur nach Befund, denn wer Jahr für Jahr Kompost oder StallmistStallmist ist ein Wirtschaftsdünger aus der Tierhaltung, etwa von Rindern oder Pferden, bei dem der Dung der Tiere meist mit Einstreu vermischt ist. Er verbessert den Boden und liefert zugleich reichlich Nährstoffe. einarbeitet, kann im Boden einen Überschuss an Nährstoffen aufbauen.
Blattfarbe und Welke sind Hinweise, keine Diagnose. Welkt eine Pflanze trotz Wasserversorgung oder vergilben ältere bis mittelalte Blätter an den Rändern und zwischen den Adern, kann das auf Kaliummangel hindeuten. Besonders in Blüte und Hülsenansatz brauchen Puffbohnen durchgehend genug Wasser. Welkt eine Pflanze in dieser Zeit, prüfst du deshalb zuerst die Erde: Erst in feuchtem Boden kommt Kaliummangel als Erklärung in Frage.
Im Topf welkt eine Pflanze bei Hitze mitunter, obwohl die Erde noch feucht ist, deshalb greifst du dort vor dem nächsten Gießen erst ins Substrat. Wie du Puffbohnen durch Blüte und Hülsenansatz gleichmäßig mit Wasser versorgst, erklärt der Beitrag darüber, wie du Puffbohnen gießt und pflegst.
Bevor du nachdüngst, gehst du diese Fragen durch. Hat das Beet in diesem Frühjahr schon Kompost bekommen? Ist der Boden gefroren oder staunass, sodass organischer Dünger ohnehin wenig freisetzt? Ist die Erde feucht, bevor du eine Welke als Mangel deutest? Steht auf der Packung ein Stickstoffanteil? Und wie alt ist dein letzter Bodenbefund?
Ist doch zu viel ins Beet gekommen, stellst du das Düngen ein und richtest jede weitere Gabe am nächsten Befund aus. Die Grundlagen zum Düngen aller Hülsenfrüchte stehen im Überblick zu Bohnen, Erbsen und Hülsenfrüchten.
Nach der Ernte: Wurzeln im Beet lassen
Nach der Ernte lasse ich die Wurzeln im Boden, weil Puffbohnen über ihre Reste Stickstoff für die FolgekulturEine Folgekultur ist das Gemüse, das auf einem Beet als Nächstes angebaut wird, sobald die vorige Kultur abgeerntet ist – noch im selben Gartenjahr oder im nächsten. hinterlassen können. Wie viel davon später tatsächlich nachgeliefert wird, entspricht allerdings nicht der Menge, die die Pflanzen gebunden haben. Welche Nachfrüchte passen und wie du Anbaupause und Leguminosen als Gründüngung einplanst, liest du im Beitrag darüber, wie du Puffbohnen in den Fruchtwechsel einbaust.
Wachsen bei dir auch Buschbohnen, findest du ihren Düngeplan im Beitrag darüber, welche Nährstoffe Buschbohnen wann brauchen.





