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Schalerbsen natürlich schützen: Erbsenwickler, Läuse und Erbsenkäfer abwehren

Zuletzt geprüft: Lesezeit: 6 Min.Von der samen.live Redaktion

Grundlagen: Häufige Krankheiten im Gemüsegarten: Mehltau, Braunfäule und Kohlhernie erkennen und bekämpfen · Alle Ratgeber zu Krankheiten & Schädlinge

Kurz & knappDie Antwort in 20 Sekunden
  • Erbsenwickler legen ihre Eier im Mai und Juni ab, ihre Larven fressen in der Hülse an den Samen.
  • Frühe Aussaat und früh blühende Sorten können den Befall senken, wenn die Blüte nicht in den Hauptflug des Wicklers fällt.
  • Ein Kulturschutznetz direkt nach der Aussaat kann die Falter abhalten, ein sicherer Schutz ist es nicht.
  • Gegen Grüne Erbsenläuse reicht häufig ein kräftiger Wasserstrahl, Nützlinge begrenzen den Befall zusätzlich.
  • Erbsenkäfer hinterlassen rundliche Bohrlöcher in den Samen, deshalb kontrollierst du Saatgut und Vorrat.
Eine behandschuhte Hand schüttet Erbsensamen aus einer Tüte in die Hände eines Kindes
Foto: RDNE Stock project · Pexels License · Quelle ↗

Wenn ich die ersten Schalerbsen pflücke, öffne ich einzelne Hülsen gleich am Beet. Angefressene Samen mit Gespinst und Kot können auf den Erbsenwickler hindeuten. Rundliche, tief reichende Bohrlöcher in den Samen sprechen eher für den Erbsenkäfer. Dazu kommen Grüne Erbsenläuse, die an Triebspitzen und Blütenständen saugen.

Ohne Chemie arbeitest du mit dem richtigen Zeitpunkt, einem Netz, deinen Händen und den Nützlingen im Garten. Beim Erbsenkäfer kommt der genaue Blick auf Saatgut und Vorrat dazu. Keine dieser Maßnahmen garantiert eine Ernte ohne Befall, jede kann aber das Risiko senken.

Welche Schädlinge befallen Schalerbsen?

Die drei Schädlinge sitzen an verschiedenen Stellen der Pflanze, deshalb suchst du sie auch an verschiedenen Stellen. Die Spuren in der Tabelle sind Hinweise, keine sichere Bestimmung.

Schädling Wo du ihn findest Mögliche Spuren
Erbsenwickler Falter fliegen nachts, Raupen fressen in der Hülse angefressene Samen, Gespinst und Kot in der Hülse
Grüne Erbsenlaus Kolonien an Triebspitzen, jungen Trieben und Blütenständen saugende Läuse, bei starkem Befall gehemmtes Wachstum
Erbsenkäfer Eier an den Hülsen, Larven in den Samen rundliche, tief reichende Bohrlöcher in den Samen

Erbsenwickler: Der Schaden steckt in der Hülse

Der Erbsenwickler ist ein nachtaktiver Falter, der seine Eier im Mai und Juni ablegt. Etwa eine Woche nach der Eiablage schlüpfen die Larven und bohren sich in die Hülsen. Drinnen fressen sie an den Samen und lassen Gespinst und Kot zurück. Weil die Falter nachts fliegen und die Larven nach dem Schlupf in der Hülse verschwinden, kann der Befall bis zum Auspalen unbemerkt bleiben.

Ob die Falter gerade unterwegs sind, verrät dir eine Pheromonfalle. Sie lockt männliche Falter an und dient zum Überwachen des Falterflugs, nicht zum Schutz der Hülsen.

Grüne Erbsenläuse: Kolonien an Triebspitzen und Blüten

Grüne Erbsenläuse sitzen oft in Kolonien an jungen Trieben und Blütenständen. Bevorzugt saugen sie an den Triebspitzen, und bei starkem Befall können sie das Wachstum hemmen. Außerdem können Blattläuse Viren übertragen. Mosaikartige Hell-Dunkel-Muster, gekrümmte Blätter und missgebildete Hülsen können auf eine Viruskrankheit hindeuten. Wie du Virosen und andere Krankheiten an Schalerbsen erkennst, liest du im Artikel zur Pflege.

Erbsenkäfer: Bohrlöcher im Samen

Erbsenkäfer legen ihre Eier an die Hülsen. Die Larven fressen sich in die Samen hinein und hinterlassen rundliche, tief reichende Bohrlöcher. Daran unterscheidest du den Käfer vom Erbsenwickler: Der Wickler hinterlässt Fraß, Gespinst und Kot in der Hülse, der Käfer ein Loch im Samen selbst.

Empfehlungen für den Garten

Standort und Boden

Bodenart

Tonige, lehmige, sandige oder humusreiche Böden sind geeignet; auf guten Wasserabzug achten.

Bodenreaktion

Geeignet sind Böden mit pH 6-8.

Substrat

Der Boden sollte feucht, aber gut durchlässig sein.

Anbauort

Je nach Sorte ist die Kultur im Freiland, im Gewächshaus, im Hochbeet oder im Topf möglich.

Aussaat und Vermehrung

Vermehrung

Direktsaat oder Vorkultur in tiefen Anzuchtzellen beziehungsweise Töpfen sind möglich; bei Vorkultur etwa 5 cm tief säen. Jungpflanzen hell halten und regelmäßig wässern; im Freiland sehr nassen Boden meiden, da Samen faulen können.

Pflege

Pflege

Der Pflegeaufwand ist mittel.

Düngung

Erbsen benötigen in den meisten Böden keine Zusatzdüngung. Für Gefäßkultur wird ab den ersten Blüten ein kaliumbetonter organischer Flüssigdünger empfohlen.

Lebensform und Verwendung

Lebensform

Die Pflanze ist einjährig.

Verwendung

Die angebotenen Sorten eignen sich für kleine Pflanzgruppen.

Aussaatkalender Artengruppe Erbse
GartenkalenderAussaat: März, April, Mai, Juni; Blüte: April, Mai; Ernte: Juni, Juli, August, September; Pflanzung: März, AprilJFMAMJJASONDAussaatAussaat: MärzAussaat: AprilAussaat: MaiAussaat: JuniBlüteBlüte: AprilBlüte: MaiErnteErnte: JuniErnte: JuliErnte: AugustErnte: SeptemberPflanzungPflanzung: MärzPflanzung: AprilAussaatBlüteErntePflanzung

Wie hältst du den Erbsenwickler fern?

Beim Erbsenwickler setzt du vor der Eiablage an, denn danach fressen die Larven in der Hülse.

Früh säen, damit die Blüte dem Falterflug ausweicht

Eine frühe Aussaat und früh blühende Sorten können den Befall verringern. Voraussetzung ist, dass die Blüte dadurch nicht mit dem Hauptflug des Erbsenwicklers zusammenfällt. Schalerbsen (Palerbsen) säst du im Garten vorzugsweise ab März. Termin, Direktsaat und Vorkultur findest du im Beitrag darüber, wann und wie du Schalerbsen aussäst. Alle Termine auf einem Blatt bietet der Aussaatkalender für Hülsenfrüchte zum Ausdrucken.

Zur Vorbeugung gehören außerdem eine windoffene Lage, regelmäßiges Hacken und Fruchtwechsel. Mit dem Hacken zwischen den Reihen beginne ich, sobald die Erbsen aufgelaufen sind.

Kulturschutznetz direkt nach der Aussaat

Ein Kulturschutznetz kann die Falter von der Eiablage abhalten. Ich lege es direkt nach der Aussaat auf und schließe die Ränder am Boden dicht ab. Wachsen die Erbsen an einer Rankhilfe, spanne ich das Netz über das ganze Gerüst. Weil sich Erbsen schon im Knospenstadium selbst befruchten, musst du das Netz zur Blüte nicht für Bienen öffnen.

Verlassen solltest du dich auf das Netz trotzdem nicht. Beim Pflücken öffne ich weiter einzelne Hülsen und schaue nach Gespinst und Kot.

Zahl im Blick

Gegen die Eiablage des Erbsenwicklers passt bei Erbsen an der Rankhilfe ein Netz mit 1,35 mm Maschenweite. Als allgemeiner Insektenschutz im Gemüsegarten dienen dicht abschließende Netze mit einer Maschenweite unter 1 mm.

Marias Erfahrung

Hülsen mit Gespinst oder Kot lege ich beim Durchpflücken in eine eigene Schale. Dazu notiere ich, an welcher Reihe sie hingen, und lege den Zettel zu meinem Aussaatplan fürs nächste Jahr.

Schlupfwespen fördern

Die Larven des Erbsenwicklers werden von wild lebenden Schlupfwespen parasitiert. Blühstreifen können diese Gegenspieler fördern. Am Rand meines Erbsenbeets lasse ich deshalb einen Streifen blühen.

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Was hilft gegen Blattläuse an Erbsen?

Bei Läusen fange ich mit Wasser und Hand an. Häufig reicht es schon, die Tiere mit einem kräftigen Wasserstrahl abzuspritzen. Beginnende Kolonien an einzelnen Trieben streifst du von Hand ab. Sitzt eine Kolonie an einer Triebspitze, knipse ich den befallenen Teil ab. Natürliche Gegenspieler begrenzen den Befall zusätzlich.

Nützlinge ins Beet holen

Marienkäfer, Schwebfliegen, Florfliegen und Blattlausschlupfwespen zählen zu den natürlichen Gegenspielern der Blattläuse. Bei den Schwebfliegen fressen die Larven einiger Arten Blattläuse, die erwachsenen Fliegen dagegen Pollen und Nektar. Wer Schwebfliegenlarven an den Erbsen haben möchte, versorgt also auch die erwachsenen Fliegen mit Blüten. Mit Korb- und Doldenblütlern im Garten kannst du Schwebfliegen unterstützen. Marienkäfer finden in Laub- und Totholzhaufen Winterquartiere, deshalb bleibt bei mir in der Gartenecke ein Laubhaufen liegen.

Mythos-Check

Brennnesseljauche und Schmierseifenlösung gelten als Hausmittel gegen Läuse. Der Jauche wird nachgesagt, dass ihr Geruch die Tiere vertreibt. Von der Seife heißt es, sie greife die weiche Körperhülle der Läuse an. Ein Wirkversprechen ist das nicht, deshalb beginne ich mit Wasserstrahl und Hand.

Wie schützt du Schalerbsen vor dem Erbsenkäfer?

Beim Erbsenkäfer sitzt der Schaden im Samen selbst. Deine Ansatzpunkte sind deshalb Saatgut und Vorrat. Gesundes Saatgut und eine weit gestellte Fruchtfolge tragen dazu bei, Schädlinge an Erbsen zu begrenzen. Für eigenes Saatgut wählst du gesunde Mutterpflanzen aus.

Meine Trockenerbsen lese ich vor dem Abfüllen durch und sortiere Samen mit Bohrlöchern aus. Getrocknete Erbsen lagerst du kühl, trocken und lichtgeschützt in fest schließenden Gefäßen. Den Vorrat kontrollierst du regelmäßig auf Vorratsschädlinge.

Wann ist welcher Handgriff dran?

Über die Saison verteilt sieht der Schutz so aus:

Zeitpunkt Was du tust
Aussaat früh säen, früh blühende Sorte wählen, Netz direkt danach auflegen und am Boden dicht abschließen
Nach dem Auflaufen zwischen den Reihen hacken
Mai und Juni Eiablage des Erbsenwicklers: Netz geschlossen halten, Falterflug mit der Pheromonfalle beobachten
Ab der Blüte Triebspitzen, junge Triebe und Blütenstände nach Läusen absuchen
Ernte Hülsen öffnen, auf Gespinst, Kot und Bohrlöcher achten, befallene Teile entsorgen
Vorrat Samen mit Bohrlöchern aussortieren, Trockenerbsen auf Vorratsschädlinge kontrollieren

Vorbeugen im Beet: Standort, Gießen, Düngen, Fruchtfolge

Schwerer, nasser Boden, auf dem Wasser steht, ist für Erbsen der falsche Platz. Das Gießwasser gibst du gründlich in den Wurzelbereich und lässt die Blätter trocken, weil Feuchtigkeit bei Erbsen den Falschen Mehltau begünstigt. Wann Wasser besonders zählt und was Erbsen an Nährstoffen brauchen, steht im Überblick zu Gießen und Düngen von Bohnen und Erbsen.

Beim Düngen hältst du dich zurück. Erbsen brauchen in den meisten Böden keine Zusatzdüngung und Stickstoff in der Regel gar nicht, weil Knöllchenbakterien an ihren Wurzeln Luftstickstoff binden. Was dabei im Boden passiert, erklärt der Artikel darüber, wie Schalerbsen mit ihren Knöllchenbakterien den Boden verbessern.

Für Erbsen gilt eine Fruchtwechselpause von 5 Jahren, und der Fruchtwechsel zählt auch zur Vorbeugung gegen den Erbsenwickler. Als Mischkulturpartner gelten Salat, Kohlrabi, Möhren und Dill, doch solche Nachbarschaftseffekte lassen sich schwer nachweisen. Wie du beides einplanst, liest du im Beitrag darüber, wie du Schalerbsen im Garten anbaust; passende Beetnachbarn findest du mit dem Planer für Mischkultur.

Nach der Ernte: befallene Reste aus dem Beet

Schalerbsen für die frische Küche erntest du jung und pflückst wiederholt durch, bevor die grünen Samen hart werden. Befallene Pflanzenteile entsorge ich über die Mülltonne, nicht über den Kompost. Ein Gartenkompost erreicht die Temperaturen, die Erreger abtöten, möglicherweise nicht. Mehr zur Ernte steht im Hülsenfrüchte-Überblick im Abschnitt Ernte.

Und wenn der Befall doch groß ist?

Im Hausgarten musst du den Erbsenwickler an Gemüseerbsen normalerweise nicht bekämpfen. Ich nehme befallene Hülsen heraus und plane für das nächste Jahr eine frühere Aussaat mit Netz.

Achtung

Willst du trotzdem ein Pflanzenschutzmittel einsetzen, kommen im Haus- und Kleingarten nur Mittel infrage, die für nichtberufliche Anwender zugelassen sind. Halte dich genau an die Gebrauchsanweisung, trage Schutzkleidung, beachte die Wartezeit bis zur Ernte und entsorge Reste vorschriftsmäßig. Solche Mittel können auch die Nützlinge treffen, die du am Erbsenbeet förderst.

Häufige Fragen

Welche Schädlinge befallen Schalerbsen?
Zu den Schädlingen an Schalerbsen gehören Erbsenwickler, Grüne Erbsenläuse und Erbsenkäfer. Die Raupen des Erbsenwicklers fressen in der Hülse an den Samen, die Läuse saugen an Triebspitzen und Blütenständen. Erbsenkäfer legen ihre Eier an die Hülsen, und ihre Larven hinterlassen Bohrlöcher in den Samen.
Woran erkennst du Befall durch den Erbsenwickler?
Angefressene Samen mit Gespinst und Kot in der Hülse können auf den Erbsenwickler hindeuten. Rundliche, tief reichende Bohrlöcher in den Samen passen dagegen eher zum Erbsenkäfer. Ob die Falter gerade fliegen, zeigt dir eine Pheromonfalle, die männliche Falter anlockt.
Wie schützt du Schalerbsen ohne Chemie?
Gegen den Erbsenwickler können eine frühe Aussaat mit früh blühender Sorte und ein Kulturschutznetz direkt nach der Aussaat den Befall senken. Läuse spritzt du mit einem kräftigen Wasserstrahl ab und förderst ihre natürlichen Gegenspieler. Beim Erbsenkäfer setzt du auf gesundes Saatgut und kontrollierst Samen und Vorrat.
Hilft Brennnesseljauche gegen Blattläuse an Erbsen?
Brennnesseljauche zählt zu den Hausmitteln, denen eine vertreibende Wirkung auf Läuse nachgesagt wird. Ein Wirkversprechen ist das nicht. Häufig reicht es schon, die Läuse mit einem kräftigen Wasserstrahl abzuspritzen und beginnende Kolonien von Hand abzustreifen.
Welche Nützlinge helfen gegen Erbsenschädlinge?
Marienkäfer, Schwebfliegen, Florfliegen und Blattlausschlupfwespen zählen zu den natürlichen Gegenspielern der Blattläuse. Die Larven des Erbsenwicklers werden von wild lebenden Schlupfwespen parasitiert, und Blühstreifen können diese Helfer fördern. Marienkäfer finden in Laub- und Totholzhaufen Winterquartiere.
Wann ist der richtige Zeitpunkt für Schutzmaßnahmen bei Schalerbsen?
Der Schutz beginnt mit der Aussaat, denn früh gesät und mit früh blühender Sorte kann die Blüte dem Hauptflug des Erbsenwicklers ausweichen. Das Kulturschutznetz legst du direkt nach der Aussaat auf und schließt es am Boden dicht ab. Im Mai und Juni legen die Falter ihre Eier ab, dann bleibt das Netz geschlossen. Ab der Blüte suchst du zusätzlich Triebspitzen und Blütenstände nach Läusen ab.
Brauchst du chemische Mittel gegen Erbsenschädlinge?
Im Hausgarten musst du den Erbsenwickler an Gemüseerbsen normalerweise nicht bekämpfen. Willst du dennoch ein Mittel einsetzen, kommen nur für den Haus- und Kleingarten zugelassene Pflanzenschutzmittel infrage, und zwar genau nach Gebrauchsanweisung. Solche Mittel können auch Nützlinge treffen, die du am Beet förderst.
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