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Blattkohlsamen keimen lassen: So ziehst du aus Kohl-Keimlingen kräftige Jungpflanzen

Zuletzt geprüft: Lesezeit: 11 Min.Von der samen.live Redaktion
Kurz & knappDie Antwort in 20 Sekunden
  • Wann du Grünkohl säst, hängt von der gewünschten Ernte ab: zwischen Ende Mai und Ende Juli, vorgezogen ab Anfang Mai.
  • Als Keimtemperatur für Grünkohl gelten je nach Sorte und Anleitung 14 bis 20 °C.
  • Kohlsamen sind keine Lichtkeimer: Grünkohl kommt 0,5 bis 2 cm tief in die Erde.
  • Je nach Sorte keimt Grünkohl in 6 bis 14 Tagen.
  • Sobald die ersten Keimlinge erscheinen, kommt die Abdeckung ab, danach stehen die Sämlinge heller und kühler.
  • Ausgepflanzt wird Grünkohl abgehärtet und mit höchstens 4 Laubblättern, von Anfang Juni bis Mitte Juli.
Hand liegt auf großen blaugrünen Kohlblättern mit violetten Blattrippen und feinen Wassertropfen
Foto: Marina Leonova · Pexels License · Quelle ↗

Lange, dünne Keimlinge in der Schale oder Sämlinge, die plötzlich umkippen: Beides zeigt sich bei Blattkohl erst nach dem Keimen, und beidem kannst du vorbeugen. Stehen die Sämlinge zu warm und zu dunkel, werden ihre Triebe lang und weich. Bleibt die Erde nass, können die Stängel wässrig werden, an einer Stelle einschnüren und umfallen. Ich säe meinen Blattkohl deshalb in Schalen mit Abzugslöchern und nehme die Abdeckung ab, sobald das erste Grün durch die Erde kommt.

Kurz erklärt

Als Blattkohl bezeichnet man Kohlformen, von denen du Blätter statt eines Kopfes erntest, vor allem Grünkohl und Palmkohl. Auch Zierkohl gehört dazu, er wird wegen seiner farbigen, gekrausten Blattrosetten gezogen.

Hier geht es um die Keimung und die Wochen bis zur abgehärteten Jungpflanze. Wie Kohl insgesamt gesät, vorgezogen und gepflanzt wird, fasst der Überblick zu Aussaat, Anzucht und Pflanzung von Kohl zusammen.

Wann säst du Blattkohl, und was brauchst du dafür?

Den Saattermin nach der Ernte ausrichten

Wann du Grünkohl säst, hängt von der gewünschten Ernte ab: Das Fenster reicht von Ende Mai bis Ende Juli. In Schalen oder Töpfen ziehst du ihn von Anfang Mai bis Mitte Juni vor, damit er von Anfang Juni bis Mitte Juli ins Beet kommt. Palmkohl ‘Nero di Toscana’ lässt sich schon ab März warm vorziehen. Ins Freiland säst du ihn im Mai und Juni.

Die Saattermine der Kohlarten stehen gesammelt im Aussaatkalender für Kohl zum Ausdrucken. Welche Arbeiten nach der Saat bis zur Ernte anfallen, zeigt dir der Arbeitsplan für Blattkohl im Jahreslauf.

Saatgut prüfen und aufbewahren

Lies vor der Aussaat die Angaben auf der Saatguttüte. Keimtemperatur und Keimdauer unterscheiden sich bei Grünkohl je nach Sorte, und danach richtest du Standort und Wartezeit aus. Übrige Samen musst du nicht wegwerfen: Kohlsamen zählen zu den orthodoxen Samen, die sich getrocknet lagern lassen. Ich verschließe angebrochene Tüten, bewahre sie trocken auf und notiere das Jahr der ersten Aussaat darauf.

Aussaaterde und Gefäße

Für die Anzucht nimmst du spezielle Aussaaterde, die nährstoffarm, humos und durchlässig ist. Schalen und Töpfe brauchen Abzugslöcher, damit sich im Wurzelraum keine Staunässe bildet. Frische Erde und gereinigte Gefäße helfen außerdem, der Umfallkrankheit vorzubeugen. Ich spüle gebrauchte Schalen vor der Saat gründlich aus und fülle sie nur mit neuer Aussaaterde.

Mini-Checkliste

frische Aussaaterde, gereinigte Schalen oder Töpfe mit Abzugslöchern, eine durchsichtige Abdeckung, ein Thermometer, Etiketten, ein Pikierstab und ein feines Kulturschutznetz.

Aussaatkalender Blattkohl
GartenkalenderVorkultur: Mai, Juni; Aussaat: März, April, Mai, Juni, Juli, August; Blüte: Mai, Juni; Ernte: Januar, Oktober, November, Dezember; Pflanzung: Juni, JuliJFMAMJJASONDVorkulturVorkultur: MaiVorkultur: JuniAussaatAussaat: MärzAussaat: AprilAussaat: MaiAussaat: JuniAussaat: JuliAussaat: AugustBlüteBlüte: MaiBlüte: JuniErnteErnte: JanuarErnte: OktoberErnte: NovemberErnte: DezemberPflanzungPflanzung: JuniPflanzung: JuliVorkulturAussaatBlüteErntePflanzung

Direktsaat oder Vorkultur: Was passt zu deinem Blattkohl?

Vorkultur in Schalen und Töpfen

In der Schale hast du Temperatur, Feuchte und Licht selbst in der Hand. Grünkohl, den du so vorziehst, kannst du schon im Keimblattstadium pikieren. Die Jungpflanzen lassen sich außerdem noch im Topf mit einem feinen Kulturschutznetz vor zufliegenden Kohlschädlingen schützen. Dafür kostet die Vorkultur Arbeit, denn du pikierst und härtest die Pflanzen vor dem Auspflanzen ab.

Direktsaat ins Beet

Bei der Direktsaat fällt das Umsetzen weg. Palmkohl etwa kommt im Mai und Juni direkt ins Freiland. Die Keimlinge stehen dann vom ersten Tag an draußen, wo überwinterte Kohlerdflöhe meist schon ab April unterwegs sind. Deshalb gehört das Netz unmittelbar nach der Saat über die Reihe. Gehen die Samen zu dicht auf, ziehst du die schwächeren Pflänzchen heraus, bis der endgültige Abstand erreicht ist.

Meine Wahl für Grünkohl

Ich ziehe Grünkohl in Schalen vor. Dort messe ich die Keimtemperatur, halte die Erde gleichmäßig feucht und lasse die Jungpflanzen bis zum Auspflanzen unter dem Netz.

Passt dazu

Du ziehst auch Kopfkohl vor? Dann lies, wie du Rotkohlsamen zum Keimen bringst und bis zur abgehärteten Jungpflanze begleitest.

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Welche Keimbedingungen brauchen Blattkohlsamen?

Die wichtigsten Werte für Grünkohl, Palmkohl und Zierkohl stehen in dieser Übersicht.

Wert Grünkohl Palmkohl ‘Nero di Toscana’ Zierkohl
Saattiefe 0,5 bis 2 cm 1 cm 0,5 bis 1 cm
Keimtemperatur 14 bis 20 °C, je nach Sorte und Anleitung 16 °C 14 bis 18 °C
Keimdauer 6 bis 14 Tage, je nach Sorte 8 bis 12 Tage bei 16 °C 7 bis 14 Tage
Saatzeit Ende Mai bis Ende Juli, Vorkultur Anfang Mai bis Mitte Juni ab März warm vorziehen, Mai und Juni ins Freiland März bis August

Temperatur

Als Keimtemperatur für Grünkohl gelten je nach Sorte und Anleitung 14 bis 20 °C. Palmkohl ‘Nero di Toscana’ keimt bei 16 °C. Maßgeblich ist deshalb die Angabe auf deiner Tüte. Ich stelle ein Thermometer direkt neben die Schale und vergleiche den Wert mit der Packung.

Licht

Mythos-Check

Blattkohl sei ein Lichtkeimer und dürfe nur hauchdünn bedeckt werden. Das stimmt nicht, Kohlsamen zählen nicht zu den Lichtkeimern. Grünkohl kommt 0,5 bis 2 cm tief in die Erde.

Zum Keimen brauchen die Samen also kein Licht, die Keimlinge dagegen vom ersten Tag an. Fehlt ihnen Licht, während es warm ist, bilden sie lange, weiche Triebe. Ich stelle die Schale deshalb gleich nach der Saat an den hellsten Platz, den ich habe. Je wärmer der Standort ist, desto heller muss er sein.

Feuchtigkeit

Halte die Aussaat gleichmäßig feucht, ohne dass Wasser in der Schale steht. Eine durchsichtige Abdeckung hält die Feuchte in der Erde, bis die ersten Keimlinge erscheinen. Dann nimmst du sie ab. Ich befeuchte die Oberfläche mit einer Sprühflasche, damit die Samen an ihrem Platz bleiben. In torffreier Erde prüfst du vor dem Gießen auch die Feuchte unter der Oberfläche, weil die oberste Schicht schnell abtrocknet.

Wie läuft die Keimung ab, und woran erkennst du Probleme?

Wie lange es dauert

Je nach Sorte keimt Grünkohl in 6 bis 14 Tagen. Palmkohl ‘Nero di Toscana’ braucht bei seiner Keimtemperatur 8 bis 12 Tage. Bevor diese Zeit um ist, gräbst du besser nicht nach den Samen.

Marias Erfahrung

Ich schreibe den Saattag auf das Etikett jeder Schale. Ist die Keimdauer von der Tüte vorbei und nichts zu sehen, prüfe ich zuerst Temperatur und Feuchte, bevor ich neu säe.

Was du in der Schale siehst

Zuerst hebt sich die Erdoberfläche leicht an. Dann schieben sich die beiden Keimblätter heraus und entfalten sich. Erst danach wachsen die ersten Laubblätter, die schon nach Kohl aussehen.

Kurz erklärt

Keimblätter sind die ersten beiden Blätter nach dem Keimen. Alle Blätter danach heißen Laubblätter, und nach ihnen richtest du Pikieren und Auspflanzen aus.

Keimprobleme einordnen

Was du an Keimlingen siehst, ist ein Hinweis und keine sichere Diagnose. Die Tabelle hilft dir, typische Bilder einzuordnen.

Was du siehst Das kann dahinterstecken Was du tust
Nach Ablauf der Keimdauer ist nichts zu sehen Temperatur außerhalb der Angabe auf der Tüte, Erde ausgetrocknet oder nass, zu tief gesät, altes Saatgut Temperatur messen, Feuchte unter der Oberfläche prüfen, Saattiefe mit der Tüte vergleichen, neu säen
Lange, dünne, weiche Triebe Lichtmangel bei gleichzeitig hoher Temperatur Schale heller und kühler stellen
Stängel wässrig-weich, an einer Stelle stark verengt, Sämling kippt um kann auf Umfallkrankheit hinweisen betroffene Sämlinge entfernen, Staunässe vermeiden, nächste Saat in frische Erde und gereinigte Gefäße
Flecken oder Welke an den Blättern kann ein Hinweis auf Falschen Mehltau sein gut lüften, Tau auf den Blättern vermeiden, Blätter rasch abtrocknen lassen
Kleine Löcher in den Blättern, winzige Käfer springen weg kann auf Kohlerdflöhe hindeuten Netz auflegen und die Ränder dicht schließen

Wie pflegst du die Keimlinge bis zur Jungpflanze?

Pikieren

Gemüsesämlinge pikierst du, wenn die Keimblätter fertig entwickelt sind und die ersten Laubblätter sichtbar werden. Grünkohl aus der Schale kannst du auch schon früher umsetzen, im Keimblattstadium. Ich lockere die Erde mit dem Pikierstab, hebe den Sämling heraus und halte ihn dabei an einem Keimblatt statt am Stängel. Dann setze ich ihn einzeln in einen Topf, drücke die Erde leicht an und gieße ihn an.

Heller und kühler weiterziehen

Nach dem Keimen und nach dem Pikieren stehen die Jungpflanzen heller und kühler als die Aussaat. Das beugt langen, weichen Trieben vor. Gieße gleichmäßig, sodass die Erde weder austrocknet noch nass steht. Lüfte den Raum und lass die Blätter nach dem Gießen rasch abtrocknen.

Nährstoffe

Aussaaterde ist bewusst nährstoffarm. Pikierst du in torffreie Erde, können die Jungpflanzen trotz vorgedüngter Erde zusätzlichen Stickstoff brauchen. Richte die Düngung dann nach dieser Erde aus und beobachte, wie die Blätter reagieren. Im Beet arbeitest du vor dem Auspflanzen reifen Kompost ein und düngst während der Kultur regelmäßig nach.

Abhärten

Vor dem Auspflanzen gewöhnst du die Jungpflanzen an die Bedingungen draußen. Dafür stellst du sie mehrere Tage tagsüber ins Freie. Abgehärtet wird über niedrigere Temperaturen und frische Luft. Ich stelle die Töpfe zuerst an einen geschützten Platz und lasse das Netz darüber.

Wie schützt du Blattkohl-Keimlinge vor Schädlingen und Krankheiten?

Schädlinge an Keimlingen und Jungpflanzen

Ein Kohlerdfloh ist ein Blattkäfer von etwa 2,5 bis 3 mm Größe. Käfer, die überwintert haben, tauchen meist ab April auf, ab Juli folgt die neue Generation. Weil Grünkohl bis Ende Juli gesät wird, keimen späte Saaten in die Zeit hinein, in der die neue Käfergeneration unterwegs ist. Die Kleine Kohlfliege fliegt in erster Generation je nach Witterung im April oder Anfang Mai. Ihre Eier legt sie ungefähr 8 bis 10 Tage nach diesem Auftreten ab. Auch Raupen können an die Pflanzen gehen, zum Beispiel vom Kohlweißling.

Ein Kulturschutznetz mit 0,6 bis 0,8 mm Maschenweite legst du unmittelbar nach Saat oder Pflanzung auf. Die Ränder schließt du dicht und lässt das Netz bis zur Ernte zu. Auch Jungpflanzen, die noch im Topf stehen, kannst du so abdecken. Saaten und Jungpflanzen kontrollierst du ab April regelmäßig. Wie du Kohl nach dem Auspflanzen schützt und wann du eingreifst, steht im Kohl-Überblick unter Schädlinge und Pflanzenschutz.

Krankheiten in der Keimphase

Ist ein Sämlingsstängel wässrig-weich und an einer Stelle stark verengt, kann das ein Hinweis auf Umfallkrankheit sein. Vorbeugen kannst du mit sauberer, neuer Anzuchterde, gereinigten Gefäßen und Erde ohne Staunässe. Ich nehme umgefallene Sämlinge heraus und säe die nächste Schale in frische Erde.

Um Falschem Mehltau an Jungpflanzen vorzubeugen, lüftest du gut, vermeidest Tau auf den Blättern und lässt nasse Blätter rasch abtrocknen. Flecken oder welke Blätter lassen an Falschen Mehltau denken, beweisen ihn aber nicht.

Zahl im Blick

Temperaturen von 8 bis 12 °C begünstigen, dass die Konidien des Falschen Mehltaus an Kohl keimen. Bei 15 bis 17 °C kann der Erreger besonders rasch in die Blätter gelangen.

Die Kohlhernie befällt die Wurzeln, und ihr Erreger bleibt lange im Beet: Seine Dauersporen halten sich bis zu 20 Jahre im Boden. Temperaturen von 20 bis 25 °C und ein feuchter bis staunasser Boden begünstigen eine Infektion besonders. Für die Anzucht nehme ich deshalb nur frische Aussaaterde und keine Erde aus dem Beet.

Achtung

Von Kohlhernie befallene Pflanzen holst du samt Wurzeln heraus. Die Pflanzen gehören in den Restmüll und nicht auf den Kompost, deine Geräte reinigst du danach gründlich. Erde aus Gefäßen mit wurzelkranken Pflanzen verwendest du nicht wieder.

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Typische Stolpersteine beim Keimen

Häufiger Fehler

Die Abdeckung bleibt auch nach dem Keimen auf der Schale. Die Haube gehört ab, sobald die ersten Keimlinge erscheinen. Unter ihr trocknen die Blätter schlecht ab, dabei beugen gerade rasch abtrocknende Blätter bei Kohljungpflanzen dem Falschen Mehltau vor.

Schalen ohne Abzug

Steht Wasser im Wurzelraum, schadet das den Wurzeln. Nimm deshalb nur Gefäße mit freien Ablauflöchern. Gieße Wasser aus dem Untersetzer weg, sobald sich die Erde vollgesogen hat.

Ein warmer Platz mit zu wenig Licht

Ein Platz über der Heizung passt für Keimlinge nur, wenn er entsprechend hell ist. Fehlt dort das Licht, stellst du die Schale kühler.

Alte Erde und ungespülte Schalen

Krankheitsfreie Erde aus dem Vorjahr kannst du im Gefäß wiederverwenden. Für die Aussaat nimmst du trotzdem neue Aussaaterde und gereinigte Schalen, weil beides hilft, der Umfallkrankheit vorzubeugen.

Das Netz kommt zu spät

Das Netz gehört direkt nach der Saat auf das Beet und nicht erst, wenn Löcher in den Blättern auftauchen. Nach jeder Arbeit darunter prüfst du, ob die Ränder wieder dicht anliegen.

Welche Fehler später im Beet passieren und wie du sie vermeidest, liest du bei den typischen Anfängerfehlern im Blattkohlanbau.

Wann kommen die Jungpflanzen ins Beet?

Grünkohl pflanzt du von Anfang Juni bis Mitte Juli aus. Für die Vorkultur rechnest du je nach Anleitung mit etwa 3 bis 4 Wochen. Andere Anleitungen lassen die Jungpflanzen etwa 6 Wochen in der Vorkultur. Beim Auspflanzen haben sie höchstens 4 Laubblätter und sind abgehärtet. Ich richte mich deshalb eher nach der Blattzahl als nach den Wochen.

Wie du das Beet vorbereitest, welchen Abstand Grünkohl braucht und wie du ihn danach pflegst, zeigt dir die Anleitung, wie du Blattkohl von der Aussaat bis zur Ernte anbaust. Passende Nachbarn für den Kohl findest du im Mischkultur-Planer.

Tipps für Fortgeschrittene

Anzucht im Kleingewächshaus

Ziehst du im Kleingewächshaus vor, lüftest du regelmäßig und behältst das Klima mit einem Minimum-Maximum-Thermometer und einem Hygrometer im Blick. Heiße Luft ziehen Dachlüftungen besonders wirksam ab. Fehlen sie, hilft eine Lüftungsöffnung gegenüber der Tür. Palmkohl, den du ab März warm vorziehst, gehört bei Frostgefahr nicht ins ungeheizte Gewächshaus, denn das kann bei stärkerem Frost innen gefrieren.

Tipp

Das Minimum-Maximum-Thermometer hält auch die Nachtwerte fest. Daran siehst du, ob es am Anzuchtplatz kälter war als die Keimtemperatur auf der Tüte.

Vlies über frühen Saaten

Deckst du frühe Saaten mit wärmehaltendem Vlies ab, nimmst du es bei stark steigenden Temperaturen herunter. Sonst kann sich darunter Hitze stauen.

Das Beet länger nutzen

Ziehst du Grünkohl in Töpfen vor, kann die Kultur davor länger im Beet bleiben. Welche Fläche wann frei wird, planst du im Beetplaner.

Blattkohl für den Kübel

Grün- und Palmkohl lassen sich auch im Kübel ziehen, vorzugsweise niedrige Sorten. Das Gefäß fasst mindestens 25 l. Jede Pflanze bekommt einen eigenen Topf mit 30 cm Durchmesser. Palmkohl ‘Nero di Toscana’ braucht dort durchlässige, nährstoffreiche Erde und einen Topf mit freien Ablauflöchern.

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Grünkohl, Palmkohl, Zierkohl: Was unterscheidet die Anzucht?

Grünkohl, Palmkohl und Zierkohl keimen nach denselben Regeln, die Unterschiede bei Saattiefe, Keimtemperatur und Saatzeit zeigt die Tabelle oben. Welche Blattkohlsorten es gibt und wie du sie in der Küche verwendest, liest du im Beitrag über Blattkohlsorten und ihre Verwendung. Die Anbaupraxis je Sorte beschreibt die Schritt-für-Schritt-Anleitung, Sommer- und Winterformen erklärt der Kohl-Überblick unter Sorten und Jahreszeiten.

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Häufige Fragen

Wann ist der richtige Zeitpunkt für die Aussaat von Blattkohlsamen?
Der Saattermin für Grünkohl richtet sich nach der gewünschten Ernte und liegt zwischen Ende Mai und Ende Juli. In Schalen oder Töpfen ziehst du ihn von Anfang Mai bis Mitte Juni vor und pflanzt ihn von Anfang Juni bis Mitte Juli aus. Palmkohl 'Nero di Toscana' lässt sich schon ab März warm vorziehen, ins Freiland säst du ihn im Mai und Juni.
Welche Keimbedingungen brauchen Blattkohlsamen?
Als Keimtemperatur für Grünkohl gelten je nach Sorte und Anleitung 14 bis 20 °C. Kohlsamen sind keine Lichtkeimer, Grünkohl kommt deshalb 0,5 bis 2 cm tief in die Erde. Halte die Aussaat gleichmäßig feucht ohne Staunässe und nimm die Abdeckung ab, sobald die ersten Keimlinge erscheinen. Je nach Sorte dauert das 6 bis 14 Tage.
Worin unterscheidet sich die Direktsaat von der Voranzucht bei Blattkohl?
Bei der Direktsaat fällt das Umsetzen weg, dafür stehen die Keimlinge von Anfang an draußen, wo Kohlerdflöhe unterwegs sind. In der Voranzucht hast du Temperatur, Feuchte und Licht selbst in der Hand und kannst die Jungpflanzen schon im Topf unter ein feines Kulturschutznetz stellen. Dafür pikierst du und härtest die Pflanzen vor dem Auspflanzen ab. Ich ziehe Grünkohl in Schalen vor.
Welche Schädlinge befallen Blattkohlkeimlinge, und wie erkenne ich sie?
Ein Kohlerdfloh ist ein Blattkäfer von etwa 2,5 bis 3 mm Größe. Käfer, die überwintert haben, tauchen meist ab April auf, ab Juli folgt die neue Generation, und kleine Löcher in den Blättern können auf sie hindeuten. Auch die Kleine Kohlfliege und Raupen, zum Beispiel vom Kohlweißling, können auftreten. Ein Kulturschutznetz mit 0,6 bis 0,8 mm Maschenweite legst du direkt nach der Saat auf und schließt die Ränder dicht.
Welche praktischen Tipps helfen beim Pikieren von Blattkohlsämlingen?
Pikiert wird, wenn die Keimblätter fertig entwickelt sind und die ersten Laubblätter sichtbar werden. Grünkohl aus der Schale kannst du auch schon im Keimblattstadium umsetzen. Fass den Sämling an einem Keimblatt statt am Stängel und setz ihn einzeln in einen Topf. Danach stehen die Jungpflanzen heller und kühler, damit ihre Triebe nicht lang und weich werden.
Wie unterscheidet sich Schwarzkohl von anderen Blattkohlarten in der Anzucht?
Schwarzkohl, auch Palmkohl genannt, lässt sich schon ab März warm vorziehen, während Grünkohl von Mai bis Juli gesät wird. Die Sorte 'Nero di Toscana' keimt bei 16 °C. Die Pflanzen vertragen sonnige bis halbschattige Standorte, sind aber nur bedingt frosthart und eignen sich auch für den Kübel.
Welche Ausrüstung brauche ich für die Anzucht von Blattkohl?
Du brauchst spezielle Aussaaterde, die nährstoffarm, humos und durchlässig ist, dazu Schalen oder Töpfe mit Wasserabzug. Eine durchsichtige Abdeckung hält die Feuchte bis zum Keimen, ein Thermometer zeigt dir die Temperatur am Anzuchtplatz. Zum Pikieren reicht ein Pikierstab, und ein feines Kulturschutznetz kann die Jungpflanzen schon im Topf vor zufliegenden Kohlschädlingen schützen.
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