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Brokkoli im Gewächshaus oder im Freiland? Anzucht, Kosten und Ernte im Vergleich

Zuletzt geprüft: Lesezeit: 7 Min.Von der samen.live Redaktion
Kurz & knappDie Antwort in 20 Sekunden
  • Das Gewächshaus bringt vor allem den frühen Satz: Anzucht ab Februar, Pflanzung ins Freiland ab Ende März.
  • Für Brokkolisätze ab Mai ziehst du die Jungpflanzen etwa 4 Wochen im Frühbeet oder im Freiland vor.
  • Brokkoli ist je nach Jahreszeit etwa 6 bis 8 Wochen nach der Pflanzung erntereif.
  • Ein ungeheiztes Gewächshaus ist bei stärkerem oder länger anhaltendem Frost kein verlässlich frostfreier Raum.
  • Als Warmhaus im Winter verursacht das Gewächshaus hohe Heizkosten und braucht eine Wärmedämmung.
  • Das Kulturschutznetz im Beet kann bei Brokkoli Hitzestau und bei Feuchte Kopffäule begünstigen.
Brokkoli mit hellgrünem Blütenkopf und Seitenröschen am Strunk zwischen blaugrünen Blättern im Beet
Foto: Karen Laårk Boshoff · Pexels License · Quelle ↗

Du hast ein Gewächshaus oder überlegst, eins aufzustellen, und fragst dich, ob Brokkoli dort besser wächst als im Beet. Ich nutze das Gewächshaus für Brokkoli vor allem als Anzuchtplatz für den frühen Satz und pflanze die Jungpflanzen danach ins Freiland.

Der Vorteil des Hauses liegt beim Start: Mit einer Anzucht ab Februar kannst du ab Ende März ins Freiland pflanzen. Die Sätze ab Mai ziehst du im Frühbeet oder im Freiland vor. Was das Gewächshaus kostet, was es beim Ertrag verschiebt und wann das Beet allein genügt, vergleiche ich hier Punkt für Punkt.

Gewächshaus oder Freiland: die Unterschiede auf einen Blick

Punkt Gewächshaus Freiland und Frühbeet
Anzucht früher Satz ab Februar, Pflanzung ins Freiland ab Ende März Sätze ab Mai mit etwa 4 Wochen Vorkultur im Frühbeet oder im Freiland
Temperatur der Anzucht lässt sich stufenweise absenken und über Lüften steuern folgt dem Wetter
Frühjahr und Frost ungeheizt bei stärkerem oder länger anhaltendem Frost nicht verlässlich frostfrei früher Brokkoli profitiert von leicht erwärmbaren, gut abtrocknenden Böden
Kosten als Warmhaus im Winter hohe Heizkosten plus Wärmedämmung keine Heizkosten, dafür ein Kulturschutznetz
Klima-Arbeit regelmäßig lüften, Min-Max-Thermometer und Hygrometer ablesen das Netz kann Hitzestau und bei Feuchte Kopffäule begünstigen
Nützlinge viele eingesetzte Arten brauchen mindestens 15 bis 18 °C, ungeheizt häufig erst ab Anfang bis Mitte Mai ungefüllte Blüten sowie Laub- und Totholzhaufen bieten Nahrung oder Rückzugsräume
Wasser kein Regen, jede Gabe kommt von dir du ergänzt, was Regen und Bodenvorrat nicht decken
Aussaatkalender Brokkoli
GartenkalenderVorkultur: März, April, Mai, Juni; Aussaat: Mai, Juni; Ernte: Juni, Juli, August, September, Oktober; Pflanzung: März, April, Mai, Juni, JuliJFMAMJJASONDVorkulturVorkultur: MärzVorkultur: AprilVorkultur: MaiVorkultur: JuniAussaatAussaat: MaiAussaat: JuniErnteErnte: JuniErnte: JuliErnte: AugustErnte: SeptemberErnte: OktoberPflanzungPflanzung: MärzPflanzung: AprilPflanzung: MaiPflanzung: JuniPflanzung: JuliVorkulturAussaatErntePflanzung

Wo startet welcher Brokkolisatz?

Für den frühen Satz ist eine Gewächshausanzucht ab Februar möglich, gepflanzt wird dann ab Ende März ins Freiland. Früher Brokkoli profitiert dort von leicht erwärmbaren, gut abtrocknenden Böden. Für spätere Sätze werden schwerere Lehm- und Lößböden bevorzugt.

Satz Vorkultur Pflanzung
Früher Satz im Gewächshaus ab Februar ins Freiland ab Ende März
Sätze ab Mai etwa 4 Wochen im Frühbeet oder im Freiland im Anschluss ins Beet
Herbstsatz für die Ernte im September und Oktober Beginn Anfang bis Mitte Juni Beginn Anfang bis Mitte Juli

Vorgezogene Jungpflanzen brauchen das Beet erst zur Pflanzung, deshalb kann die Kultur davor länger stehen bleiben. Vor dem Herbstsatz, den du Anfang bis Mitte Juli pflanzt, kommen rechtzeitig abgeerntete Salate, Erbsen oder Zwiebeln infrage. Die Termine je Saisonsorte findest du ausführlich im Ratgeber dazu, wann du welchen Brokkolisatz säst, pflanzt und erntest.

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Brokkoli im Gewächshaus vorziehen: die Werte für die Anzucht

Im Gewächshaus kannst du die Temperatur der Anzucht stufenweise absenken. Für den ökologischen Brokkolianbau sind dafür diese Richtwerte beschrieben:

Schritt Richtwert für Brokkoli
Pikieren in 5 bis 6 cm große Anzuchttöpfe, im Frühanbau
Temperatur anfangs 18 °C, nach 2 Wochen 16 °C, später 10 bis 12 °C
Abhärten Temperatur senken und mehr lüften
Pflanzreife gut abgehärtete Jungpflanzen mit 4 bis 5 Blättern gelten als günstig
Pflanztiefe im Beet etwa 2 bis 3 cm tiefer als in der Anzucht

Achte dabei auf das Licht: Je wärmer der Platz, desto heller muss er sein, sonst werden die Sämlinge lang und weich. Sind Sämlinge doch vergeilt, setzt du sie beim Pikieren bis an die Keimblätter ein. Saattiefe und Keimdauer für alle Kohlarten findest du im Kohl-Ratgeber unter Aussaat, Anzucht und Pflanzung. Den ganzen Ablauf zeigt dir die Anleitung, wie du Brokkoli Schritt für Schritt säst, pikierst und auspflanzt.

Marias Erfahrung

Ich hänge das Min-Max-Thermometer direkt über die Anzuchttöpfe und lese es ab, bevor ich die Temperatur absenke. Vor dem Auspflanzen lasse ich die Lüftung länger offen, damit die Jungpflanzen die kühlere Luft schon kennen.

Glas oder Netz: Wo braucht der Schutz Luft?

Im Freiland legst du gegen zufliegende Kohlschädlinge ein Kulturschutznetz auf. Bei Brokkoli kann das Netz allerdings Hitzestau begünstigen und unter feuchten Bedingungen vermehrte Kopffäule. Im Gewächshaus führt eine Dachlüftung die heiße Luft ab. Fehlen Dachöffnungen, gehört eine Lüftungsmöglichkeit gegenüber der Tür dazu. Unter Netz wie unter Glas kann sich also Wärme stauen, deshalb kontrollierst du an beiden Orten, ob es darunter zu heiß oder zu feucht wird.

Brokkoli im Haus bis zur Ernte

Lässt du Brokkoli im Gewächshaus ausreifen, plane dieselben Abstände ein wie im Beet. In der Reihe braucht er 50 cm Abstand. Zwischen den Reihen kommen 60 cm dazu. Wie du Klima, Gießen und Schädlinge im Haus bis zur Ernte führst, liest du im Ratgeber dazu, wie Brokkoli im Gewächshaus gelingt und wo es dort hakt.

Was kostet das Gewächshaus für Brokkoli?

Teuer wird das Gewächshaus, sobald du es im Winter als Warmhaus nutzt: Dann kommen hohe Heizkosten dazu, und das Haus braucht eine Wärmedämmung. Für Winterkulturen muss es außerdem sonnig stehen, ohne Schatten von Gebäuden oder immergrünen Gehölzen bei tief stehender Wintersonne. Dazu kommt Zeit, denn im Haus lüftest du regelmäßig und behältst Min-Max-Thermometer und Hygrometer im Blick. Im Beet fallen keine Heizkosten an, dort kommt vor allem das Kulturschutznetz dazu.

Mythos-Check

„Im ungeheizten Gewächshaus kommt Brokkoli sicher durch den Winter.“ Ein Kalthaus kann bei stärkerem Frost innen gefrieren und ist bei länger anhaltender Kälte kein verlässlicher Frostschutz. Frostfrei wird es erst als Warmhaus, und das bedeutet hohe Heizkosten. Für Brokkoli im Winter unter Glas wählst du also zwischen Frostrisiko und Heizkosten.

Bringt das Gewächshaus mehr Ertrag?

Planbar ist vor allem der frühere Erntetermin. Brokkoli ist je nach Jahreszeit etwa 6 bis 8 Wochen nach der Pflanzung erntereif. Weil die Reife ab der Pflanzung zählt, rückt die Gewächshausanzucht mit Pflanzung ab Ende März auch die erste Ernte nach vorn.

Kopfbrokkoli vom Typ Calabrese erntest du vor allem im Sommer und Herbst. Für den frühen Anbau eignet sich Calabrese Natalino. Marathon F1 und Belstar F1 werden für Sommer- und Herbstsätze geführt. Mit welchen Maßnahmen du den Ertrag an beiden Orten steigerst, liest du in den Tipps dazu, was dir mehr Brokkoli pro Beet bringt.

Welche Methode schont die Umwelt mehr?

Beim Energieverbrauch entscheidet die Heizung: Beet und ungeheiztes Haus kommen ohne Heizenergie aus, ein Warmhaus im Winter nicht. Bei den Nützlingen unterscheiden sich die Wege vor allem im Frühjahr.

Im Beet bieten ungefüllte Blüten sowie Laub- und Totholzhaufen Nützlingen Nahrung oder Rückzugsräume. Im Gewächshaus brauchen viele eingesetzte Nützlinge mindestens 15 bis 18 °C. Ihr Einsatz ist im ungeheizten Haus deshalb häufig erst Anfang bis Mitte Mai möglich. Für den frühen Satz, der ab Februar im Haus steht, fallen eingesetzte Nützlinge damit häufig aus, und du kontrollierst und sammelst selbst ab.

Damit du Nützlinge rechtzeitig einsetzen kannst, prüfst du die Pflanzen im Kleingewächshaus 1- bis 2-mal pro Woche auf beginnenden Befall. Wie Brokkoli ganz ohne chemische Dünger und Pflanzenschutzmittel wächst, beschreibt der Ratgeber zum Brokkoli-Anbau nach Bio-Grundsätzen.

Was im Haus und im Beet gleich bleibt

Boden, Düngen, Gießen und Pflanzenschutz behandelt der Kohl-Ratgeber ausführlich. Hier steht nur das, was du für den Vergleich brauchst.

Standort und Boden

Brokkoli will vollsonnig stehen, auf fruchtbarem, gut durchlässigem Boden. Empfohlen wird ein neutraler bis leicht basischer Bereich von pH 6,8 bis 7,5. Mehr dazu steht im Kohl-Ratgeber unter Standort und Boden.

Düngen

Phosphor und Kalium düngst du nach einer Bodenuntersuchung. Kompost verbessert bei sandigen Böden das Wasserhaltevermögen und bei schweren Böden die Krümelstruktur und Durchlüftung. Die Einzelheiten stehen im Abschnitt Düngen des Kohl-Ratgebers.

Gießen

Wie viel Wasser Brokkoli braucht, hängt von Wetter, Boden, Sonne und Wind ab, Näheres steht im Kohl-Ratgeber unter Gießen. Im Beet ergänzt du, was Regen und Bodenvorrat nicht decken, im Gewächshaus kommt jede Gabe von dir. Als Mulch eignet sich unter Brokkoli eine etwa 2 cm dünne Rasenschnittauflage.

Schädlinge und Krankheiten

Das Kulturschutznetz mit einer Maschenweite unter 1 mm legst du direkt nach der Pflanzung auf und hältst die Ränder bis zur Ernte dicht. Für Brokkoli gilt eine Fruchtwechselpause von 4 Jahren, und Kreuzblütler wie Rettich, Radies und Senf zählen mit. Kohlhernie und Falschen Mehltau erklärt der Kohl-Ratgeber im Abschnitt Krankheiten.

Ernte und Lagerung

Du erntest die Blütentriebe, bevor sie aufblühen, und woran du den richtigen Moment für den Schnitt erkennst, liest du im Ernte-Ratgeber. Frischer Brokkoli hält im Gemüsefach des Kühlschranks bis zu 2 Tage. Mehr zur Lagerung steht im Kohl-Ratgeber unter Ernte und Lagerung.

Welcher Weg passt zu deinem Garten?

Ohne Gewächshaus fehlt dir vor allem der frühe Satz. Die Sätze ab Mai ziehst du im Frühbeet oder im Freiland vor, und dazu zählt auch der Herbstsatz mit seiner Vorkultur im Juni.

Mini-Checkliste

So entscheidest du zwischen Haus und Beet

  • Frühe Ernte gewünscht und ein helles Gewächshaus vorhanden: Zieh den frühen Satz dort ab Februar vor.
  • Start erst ab Mai: Frühbeet oder Freiland kommen als Anzuchtplatz infrage.
  • Winterbrokkoli im Kopf: Plane Heizkosten und Dämmung ein, denn ein Kalthaus ist bei stärkerem Frost nicht verlässlich frostfrei.
  • Das Haus liegt im Winter im Schatten von Gebäuden oder immergrünen Gehölzen: Für Winterkulturen fehlt dort das Licht.
  • Frühe Pflanzung ins Beet: Wähle einen leicht erwärmbaren, gut abtrocknenden Boden.
  • Wenig Fläche im Haus: Nutze es als Anzuchtraum und pflanze ins Beet aus.
Passt dazu

Die Saattermine aller Kohlarten hast du mit dem Kohl-Aussaatkalender zum Ausdrucken auf einem Blatt. Wie viele Brokkolipflanzen in dein Beet passen, rechnest du im Beetplaner für deine Gartenfläche durch.

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Häufige Fragen

Was sind die wichtigsten Unterschiede zwischen Freiland- und Gewächshaus-Anbau von Brokkoli?
Im Gewächshaus kannst du den frühen Satz ab Februar vorziehen und die Anzucht stufenweise kühler führen. Ohne Haus startest du mit den Sätzen ab Mai, die du im Frühbeet oder im Freiland vorziehst. Dafür verlangt das Gewächshaus regelmäßiges Lüften, und als Warmhaus im Winter verursacht es hohe Heizkosten. Im Beet legst du ein Kulturschutznetz auf, das bei Brokkoli allerdings Hitzestau und bei Feuchte Kopffäule begünstigen kann.
Welche Vorteile bietet der Brokkoli-Anbau im Gewächshaus gegenüber dem Freiland?
Der planbare Vorteil ist der frühe Start: Mit einer Gewächshausanzucht ab Februar kannst du ab Ende März ins Freiland pflanzen. Weil Brokkoli je nach Jahreszeit etwa 6 bis 8 Wochen nach der Pflanzung erntereif ist, rückt damit auch die erste Ernte nach vorn. Einen verlässlichen Frostschutz bietet ein ungeheiztes Haus bei stärkerem oder länger anhaltendem Frost allerdings nicht.
Welche Anbauplanung ermöglicht mehrere Brokkoli-Ernten im Jahr?
Du staffelst Sätze: Den frühen Satz ziehst du ab Februar im Gewächshaus vor, die Sätze ab Mai etwa 4 Wochen im Frühbeet oder im Freiland. Für eine Ernte im September und Oktober beginnt die Vorkultur Anfang bis Mitte Juni und die Pflanzung Anfang bis Mitte Juli. Calabrese Natalino eignet sich für den frühen Anbau, Marathon F1 und Belstar F1 werden für Sommer- und Herbstsätze geführt.
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