Fruchtfolge nach Brokkoli: Vorkultur, Nachkultur und Kohlpause planen
- Für Brokkoli gilt eine Fruchtwechselpause von 4 Jahren.
- Radieschen, Rettich, Kresse, Senf, Ölrettich und Raps zählen als Kreuzblütler zur Kohlpause.
- Nach im Sommer abgeerntetem Brokkoli passt Endivie, gepflanzt von Mitte Juli bis Mitte August.
- Vor einem Brokkolisatz im Juli kommen rechtzeitig abgeerntete Salate, Erbsen oder Zwiebeln infrage.
- Als Gründüngung vor Kohl eignen sich Phacelia oder Buchweizen.
- Die Dauersporen der Kohlhernie können bis zu 20 Jahre im Boden überdauern.

Wenn der Brokkoli abgeerntet ist, liegt ein Beet frei, und schnell landen dort Radieschen oder eine Senf-Gründüngung. Beide sind Kreuzblütler wie der Brokkoli, damit hat die KohlpauseDie Kohlpause ist eine mehrjährige Anbaupause, in der auf einem Beet weder Kohl noch andere Kreuzblütler wie Radieschen, Rettich oder Rucola wachsen. Sie beugt der Kohlhernie vor, einer Wurzelkrankheit dieser Pflanzenfamilie. auf diesem Beet noch gar nicht begonnen. Ich plane Vor- und NachkulturEine Nachkultur ist Gemüse, das im Sommer auf einem frei gewordenen Beet gesät oder gepflanzt wird, nachdem die erste Kultur abgeerntet ist. Es wird noch vor den ersten Frösten reif oder bleibt über den Winter stehen. deshalb schon im Winter, wenn ich den Beetplan für das neue Jahr zeichne.
Mit Vorkultur meine ich die Kultur, die im selben Jahr vor dem Brokkoli auf dem Beet steht, mit Nachkultur die danach. Das Vorziehen von Jungpflanzen in Töpfen nenne ich Anzucht, damit die Begriffe nicht durcheinandergeraten.
Was nach Brokkoli ins Beet passt
Was nach dem Brokkoli kommt, hängt davon ab, wann du ihn erntest. Nach einer Sommerernte ist Platz für eine Nachfrucht, nach einem Herbstsatz begrüne ich das Beet für den Winter.
Nachfrucht im selben Sommer
Ist der Brokkoli im Sommer abgeerntet, eignet sich Endivie als Nachfrucht. Sie wird von Mitte Juli bis Mitte August gepflanzt. Brokkoli ist je nach Jahreszeit etwa 6 bis 8 Wochen nach der Pflanzung erntereif. Ein früh gepflanzter Satz kann das Beet also rechtzeitig für die Endivie räumen, ein Satz aus dem Juli steht in diesem Fenster dagegen noch mitten im Wachstum.
Ich ziehe die Endivie in Töpfen an, solange der Brokkoli noch steht. So bleibt das Beet länger mit dem Brokkoli belegt, und die Jungpflanzen sind bereit, sobald die Strünke draußen sind.
Nach dem Herbstsatz: das Beet begrünen
Nach einem Brokkoli, der erst im Herbst fertig wird, lasse ich das Beet nicht offen liegen. Eine herbstliche Begrünung durchwurzelt den Boden und schützt ihn vor AuswaschungAuswaschung ist der Verlust von Nährstoffen, die Niederschlagswasser aus dem Wurzelraum in tiefere Bodenschichten und bis ins Grundwasser spült. Besonders betroffen ist Nitrat, die Form, in der mineralischer Stickstoff im Boden größtenteils vorliegt.. Phacelia eignet sich als Gründüngung innerhalb einer Kohlfruchtfolge, weil sie mit keiner gängigen Gemüseart verwandt ist.
Was nach Brokkoli nicht aufs Beet gehört
Radieschen, Rettich und Kresse bieten sich als Lückenfüller an, gehören aber wie der Brokkoli zu den Kreuzblütlern. Dasselbe gilt für die Gründüngungspflanzen Gelbsenf, Ölrettich und Raps. Weil diese Verwandtschaft die KohlhernieKohlhernie ist eine Wurzelkrankheit von Kohl und anderen Kreuzblütlern, verursacht durch den Schleimpilz Plasmodiophora brassicae. Befallene Pflanzen welken und kümmern, an den Wurzeln bilden sich knötchenartige Verdickungen oder fingerförmige Wucherungen. begünstigen kann, zählen sie alle zur Kohlpause. Säst du nach der Ernte Senf ein, steht also weiter ein Kreuzblütler auf dem Beet, und die Pause beginnt erst, wenn er abgeräumt ist.
Ein schneller Satz Radieschen in einem Pausenjahr, weil gerade eine Lücke frei ist. Radieschen zählen als Kreuzblütler zur Kohlpause, auch wenn sie nur kurz im Beet stehen.
In den Jahren danach
In den Pausenjahren passt auf das Beet alles, was nicht zu den Kreuzblütlern gehört, zum Beispiel Salate, Zwiebeln, Erbsen oder Endivie. Kohlrabi, Blumenkohl und Grünkohl sind dagegen kein Wechsel, denn sie sind Kohl wie der Brokkoli.
Was vor Brokkoli stehen darf
Vorkultur im selben Jahr
Für einen Brokkolisatz, den du Anfang bis Mitte Juli pflanzt, kommen rechtzeitig abgeerntete Salate, Erbsen oder Zwiebeln als Vorkultur infrage. Die Anzucht für diesen Satz kann Anfang bis Mitte Juni beginnen. Er ist für eine Ernte im September und Oktober gedacht. Radieschen und Kohlrabi taugen als Vorkultur nicht, weil beide zu den Kreuzblütlern gehören.
Gründüngung und Leguminosen vor dem Kohljahr
Als Gründüngung vor Kohl eignen sich Phacelia oder Buchweizen. Senf, Ölrettich und Raps lässt du weg. Gründüngung kann leichte Böden wasserspeichernder und schwere Böden durchlässiger machen. Im ökologischen Kohlanbau dienen Leguminosengemenge oder Leguminosen-Zwischenfrüchte als VorfrüchteDie Vorfrucht ist die Kultur, die vor der aktuellen Kultur auf derselben Fläche stand, in der Fruchtfolge meist im Vorjahr. Sie kann Boden, Nährstoffe und Krankheitsdruck für die nachfolgende Kultur positiv oder negativ beeinflussen. zur Stickstoffversorgung. Die Grundlagen dazu findest du im Kohl-Ratgeber im Abschnitt Fruchtfolge und Mischkultur.
„Senf als Gründüngung ist nur ein Problem, wenn schon Kohlhernie im Beet war.“ Das stimmt so nicht: Senf ist ein Kreuzblütler und zählt zur Kohlpause. Vor Kohl wird er deshalb gemieden, auch wenn das Beet bisher gesund war.
Brokkoli-Sätze und Beetbelegung übers Jahr
Welche Kultur vorher oder nachher Platz hat, hängt am Pflanztermin des Brokkolis. Die Übersicht zeigt, wie sich die Sätze mit Vor- und Nachkultur verbinden lassen.
| Satz | Anzucht und Pflanzung | Passt davor | Passt danach |
|---|---|---|---|
| Früher Satz | Anzucht im Gewächshaus ab Februar möglich, Pflanzung ins Freiland ab Ende März | Gründüngung aus Phacelia oder Buchweizen | Endivie, wenn der Brokkoli im Sommer abgeerntet ist |
| Sätze ab Mai | Jungpflanzen etwa 4 Wochen im FrühbeetEin Frühbeet, auch Frühbeetkasten genannt, ist ein Beetkasten, der die Wachstumsbedingungen für Gemüse verbessert. Darin kannst du früher aussäen und ein bis drei Wochen früher ernten als im offenen Beet. oder Freiland vorziehen | Gründüngung aus Phacelia oder Buchweizen | Endivie, wenn der Brokkoli im Sommer abgeerntet ist |
| Satz für die Ernte im September und Oktober | Anzucht ab Anfang bis Mitte Juni, Pflanzung ab Anfang bis Mitte Juli | rechtzeitig abgeerntete Salate, Erbsen oder Zwiebeln | herbstliche Begrünung, etwa mit Phacelia |
Früher Brokkoli profitiert von leicht erwärmbaren, gut abtrocknenden Böden. Für spätere Sätze werden schwerere Lehm- und Lößböden bevorzugt. Habe ich die Wahl, setze ich den frühen Satz auf das Beet, das im Frühjahr zuerst abtrocknet.
Für den frühen Satz unter Glas lohnt ein Blick darauf, was für und gegen Brokkoli im Gewächshaus spricht. Anzucht, Pflanztiefe und Abstände erklärt die Anleitung, wie du Brokkoli Schritt für Schritt anbaust, die Grundlagen stehen im Kohl-Ratgeber unter Aussaat, Anzucht und Pflanzung. Die Kohltermine hast du mit dem Kohl-Aussaatkalender zum Ausdrucken auf einem Blatt.
Wie lange die Kohlpause dauert
Für Brokkoli gilt eine FruchtwechselpauseDie Fruchtwechselpause ist die Zeit, in der auf einem Beet weder dieselbe Gemüseart noch eine verwandte Art aus derselben Pflanzenfamilie wächst, damit sich Krankheitserreger und Schädlinge im Boden nicht so leicht vermehren. von 4 Jahren. In dieser Zeit wächst auf dem Beet kein Kreuzblütler, auch kein Radieschen und kein Senf.
Jede Kohlart hat ihren eigenen Wert. Stehen mehrere Arten zusammen auf einem Beet, richte ich mich nach dem längsten.
| Kohlart | Fruchtwechselpause |
|---|---|
| Brokkoli | 4 Jahre |
| Blumenkohl | 5 Jahre |
| Kohlrabi | 4 Jahre |
| Rotkohl | 4 Jahre |
| Wirsing | 4 Jahre |
| Kohlrübe | 4 Jahre |
| Weißkohl | 3 Jahre |
| Rosenkohl | 3 Jahre |
| Grünkohl und Kohl allgemein | Empfehlungen von 3–4 bis 4–5 Jahren |
Für Rosenkohl und Rotkohl gibt es eigene Ratgeber: wie du den Fruchtwechsel beim Rosenkohl planst und wie du die Fruchtfolge beim Rotkohl anlegst.
Ein Grund für die lange Pause liegt im Boden: Die DauersporenDauersporen sind mikroskopisch kleine Sporen, mit denen manche Krankheitserreger im Boden überdauern, etwa der Erreger der Kohlhernie. Sie bleiben über mehrere Jahre lebensfähig und können dann erneut Pflanzen infizieren. des Kohlhernie-Erregers können bis zu 20 Jahre dort überdauern. Die Pause von vier Jahren dient deshalb der Vorbeugung auf gesunden Beeten, nach einem Befall ist eine langjährige Kohlpause nötig. Wann Infektionen besonders drohen und wie du vorbeugst, erklärt der Kohl-Ratgeber unter Krankheiten.
Nicht alles, was dem Kohl schadet, sitzt im Boden. Gegen zufliegende Schädlinge wie den Kohlerdfloh wird ein Kulturschutznetz direkt nach der Pflanzung aufgelegt und bis zur Ernte geschlossen gehalten. Wie du vorbeugst und kontrollierst, steht im Kohl-Ratgeber unter Schädlinge und Pflanzenschutz.
Die Rotation über mehrere Jahre planen
Ich fasse alle Kreuzblütler eines Jahres auf einem Beet zusammen, also Brokkoli, anderen Kohl, Radieschen und Rettich. Diese Kohlgruppe wandert jedes Jahr ein Beet weiter. Sie kommt erst zurück, wenn dort die volle Pause abgelaufen ist, deshalb richtet sich die Zahl der Beete nach der längsten Pause in der Gruppe. Kurze Rotationen mit wenigen Beeten bringen den Kohl zu früh zurück.
So sieht der Weg eines Beetes aus:
| Phase | Auf dem Beet | Worauf ich achte |
|---|---|---|
| Kohljahr | Brokkoli mit Vorkultur oder Nachfrucht ohne Kreuzblütler, etwa Erbsen vor einem Satz im Juli oder Endivie nach einer Sommerernte | Wurzeln beim Abräumen ansehen |
| Pausenjahre | Gemüse ohne Kreuzblütler, etwa Salate und Zwiebeln | keine Radieschen, kein Rettich, keine Kresse |
| Vor dem nächsten Kohljahr | Gründüngung aus Phacelia oder Buchweizen oder eine Leguminosen-Zwischenfrucht | kein Senf, kein Ölrettich, kein Raps |
| Nächstes Kohljahr | Brokkoli oder eine andere Kohlart | Pause der Kohlart ist voll abgelaufen |
Ich trage im Beetplan jede Kultur mit Jahr ein, auch Radieschen und Gründüngungen. Beim Planen im Winter sehe ich so auf einen Blick, wann auf einem Beet zuletzt ein Kreuzblütler stand.
Die Aufteilung kannst du im Beetplaner für deine Beete anlegen.
Bevor Brokkoli auf ein Beet kommt, prüfe ich Folgendes. Ist die Pause der zuletzt dort gewachsenen Kohlart abgelaufen? Standen in der Pause Radieschen, Rettich, Kresse oder Senf dort? Ist die Vorkultur rechtzeitig abgeerntet? Ist klar, was nach der Ernte folgt?
Zwischen zwei Kulturen: Beet abräumen und vorbereiten
Beim Abräumen ziehe ich die Brokkolistrünke samt Wurzeln heraus und sehe mir die Wurzeln an. Wucherungen können auf Kohlhernie hindeuten. Solche Pflanzen kommen samt Wurzeln in den Restmüll statt auf den Kompost, und die Geräte reinige ich danach gründlich.
Bearbeite das Beet erst, wenn keine Erde mehr an den Geräten haften bleibt. Ein bestehendes Gemüsebeet lockerst du mit dem Sauzahn, ohne die Schichten zu wenden. Ob du kalkst, richtet sich nach Bodenart und Bodenuntersuchung; mehr dazu steht im Kohl-Ratgeber unter Standort und Boden.
Phosphor und Kalium werden bei Brokkoli nach Bodenuntersuchung gedüngt. Die Bodenprobe nimmst du im Herbst bis Frühjahr oder nach der Ernte, nicht direkt nach einer Düngung. Wie du die einzelnen Kohlarten versorgst, erklärt der Kohl-Ratgeber unter Düngen.
Mischkultur ergänzt die Fruchtfolge
Die Fruchtfolge regelt, was nacheinander auf einem Beet steht, die Mischkultur, was gleichzeitig nebeneinander wächst. Mischkultur kann den Brokkoli unterstützen, die Kohlpause ersetzt sie nicht. Welche Kräuter und Blühpflanzen neben Brokkoli passen, erklärt der Ratgeber über Partnerpflanzen in der Mischkultur mit Brokkoli, einzelne Paare kannst du im Mischkultur-Werkzeug prüfen.





