Fruchtwechsel bei Rosenkohl: Was vorher und nachher ins Beet passt
- Nach Rosenkohl passen Möhren, Kopfsalat oder Spinat aus anderen Pflanzenfamilien.
- Für Rosenkohl gilt eine Fruchtwechselpause von 3 Jahren.
- Die Pause gilt für alle Kreuzblütler, auch für Radieschen, Rucola und Senf.
- Porree, Zwiebeln, Zucchini, Getreide und Mais sind gute Vorgänger.
- Als Gründüngung passen Phacelia oder Buchweizen, nicht Senf, Ölrettich oder Raps.

Die letzten Röschen erntest du im Januar oder Februar, danach ist das Beet frei. Jetzt stellt sich die Frage, was dort als Nächstes wachsen darf und wann wieder Kohl an die Reihe kommt. Ich plane mein Rosenkohlbeet deshalb über mehrere Jahre und trage jeden Kreuzblütler in meinen Beetplan ein.
Fruchtwechsel heißt: Auf einem Beet folgen Pflanzen aus verschiedenen Familien aufeinander, und dieselbe Familie kehrt erst nach einer Pause zurück. Beim Rosenkohl ist diese Familie groß, denn zu den Kreuzblütlern zählen neben allen Kohlarten auch Radieschen, Rettich, Rucola und Kresse. Die allgemeinen Regeln der Fruchtfolge erkläre ich im Abschnitt zu Fruchtfolge und Mischkultur in meinem Kohl-Ratgeber.
Die VorfruchtDie Vorfrucht ist die Kultur, die vor der aktuellen Kultur auf derselben Fläche stand, in der Fruchtfolge meist im Vorjahr. Sie kann Boden, Nährstoffe und Krankheitsdruck für die nachfolgende Kultur positiv oder negativ beeinflussen. steht vor dem Rosenkohl auf dem Beet, die Nachfrucht danach. Eine ZwischenfruchtEine Zwischenfrucht ist eine Kultur, die zwischen zwei Hauptfrüchten auf derselben Fläche wächst, oft von der Ernte im Spätsommer bis zum nächsten Frühjahr. Sie wird als Gründüngung zur Bodenverbesserung oder, in der Landwirtschaft, als Futter angebaut. füllt die Zeit zwischen zwei Hauptkulturen, meist als Gründüngung.
Fruchtfolge nach Rosenkohl: Was als Nächstes aufs Beet kommt
Auf ein abgeerntetes Rosenkohlbeet setzt du Möhren, Kopfsalat oder Spinat. Diese Kulturen brauchen weniger Nährstoffe als der starkzehrende Kohl und gehören zu anderen Pflanzenfamilien. Ich ziehe nach der letzten Ernte die Strünke samt Wurzeln aus dem Boden und bereite das Beet erst dann für die Nachfrucht vor.
Für die Winterernte pflanzt du Rosenkohl von Mai bis Anfang Juni und erntest von Oktober bis in den Februar. Das Beet ist damit fast ein ganzes Gartenjahr belegt, und die Nachfrucht folgt erst nach der Winterernte.
| Passt nach Rosenkohl | Passt nicht nach Rosenkohl |
|---|---|
| Möhren | alle Kohlarten, auch Kohlrabi und Kohlröschen |
| Kopfsalat | Radieschen, Rettich, Rucola und Kresse |
| Spinat | Gründüngung aus Gelbsenf, Ölrettich oder Raps |
| Phacelia als Gründüngung |
Nach der letzten Rosenkohlernte
- Strünke samt Wurzeln aus dem Beet holen.
- Rosenkohl mit Jahr im Beetplan eintragen.
- Als Nachfrucht Möhren, Kopfsalat oder Spinat einplanen.
- Radieschen, Rucola und Senf für dieses Beet streichen.
Welche Vorfrüchte zu Rosenkohl passen
Gute Vorgänger für Rosenkohl sind Porree, Zwiebeln, Zucchini, Getreide und Mais. Für Kohlröschen, die Kreuzung aus Rosenkohl und Grünkohl, gilt dieselbe Liste. Im ökologischen Kohlanbau kommen Leguminosen als Gemenge oder Zwischenfrucht dazu, weil sie die Stickstoffversorgung unterstützen. Das ergänzt die Grunddüngung, denn für den Stickstoff reicht Kompost allein bei Gemüse nicht aus. Reifen Kompost arbeitest du vor dem Auspflanzen des Rosenkohls ins Beet ein.
Eine Vorkultur im selben Jahr muss bis zur Pflanzung im Mai oder Anfang Juni abgeräumt sein, sonst gehört sie auf ein anderes Beet. Gesät wird Rosenkohl von März bis Mai. Alle Kohltermine hast du mit dem Kohl-Aussaatkalender zum Ausdrucken auf einem Blatt.
Welche Rolle Hülsenfrüchte und Zwiebeln ganz allgemein als Vorfrucht spielen, findest du im Kohl-Ratgeber unter Fruchtfolge und Mischkultur.
Wie lange die Anbaupause dauert
| Fall | Abstand |
|---|---|
| Rosenkohl | FruchtwechselpauseDie Fruchtwechselpause ist die Zeit, in der auf einem Beet weder dieselbe Gemüseart noch eine verwandte Art aus derselben Pflanzenfamilie wächst, damit sich Krankheitserreger und Schädlinge im Boden nicht so leicht vermehren. von 3 Jahren |
| alle Kreuzblütler, vorbeugend | am selben Platz nur alle 3 bis 5 Jahre |
| Kreuzblütler, weite Spanne | 3 bis 6 Jahre |
| Beet mit KohlhernieKohlhernie ist eine Wurzelkrankheit von Kohl und anderen Kreuzblütlern, verursacht durch den Schleimpilz Plasmodiophora brassicae. Befallene Pflanzen welken und kümmern, an den Wurzeln bilden sich knötchenartige Verdickungen oder fingerförmige Wucherungen. | langjährige Kohl-Anbaupause |
Die Pause gilt für die ganze Familie. Radieschen, Rettich, Rucola und Kresse zählen genauso wie Blumenkohl oder Brokkoli, ebenso die Gründüngungen Gelbsenf, Ölrettich und Raps.
Der Grund ist die Verwandtschaft, denn diese kann Kohlhernie begünstigen. Ihre DauersporenDauersporen sind mikroskopisch kleine Sporen, mit denen manche Krankheitserreger im Boden überdauern, etwa der Erreger der Kohlhernie. Sie bleiben über mehrere Jahre lebensfähig und können dann erneut Pflanzen infizieren. halten bis zu 20 Jahre im Boden durch, deshalb sind die üblichen Abstände nur Vorbeugung für gesunde Beete. Nach einem Befall braucht das Beet eine langjährige KohlpauseDie Kohlpause ist eine mehrjährige Anbaupause, in der auf einem Beet weder Kohl noch andere Kreuzblütler wie Radieschen, Rettich oder Rucola wachsen. Sie beugt der Kohlhernie vor, einer Wurzelkrankheit dieser Pflanzenfamilie., und kranke Pflanzen kommen samt Wurzeln in den Restmüll statt auf den Kompost. Woran du Kohlhernie erkennst und was sie im Boden fördert, steht im Kohl-Ratgeber im Abschnitt Krankheiten.
Radieschen oder Rucola als Lückenfüller auf ein Beet säen, auf dem gerade die Kohlpause läuft. Beide sind Kreuzblütler und zählen damit in die Pause. Für solche Lücken nimmst du besser Kopfsalat oder Spinat.
Gründüngung im Rosenkohl-Wechsel
Phacelia hat keine Verwandten unter den gängigen Gemüsearten. Darum darf sie an jeder freien Stelle des Kohlwechsels als Gründüngung stehen. Vor Kohl kommt außerdem Buchweizen infrage. Ein leichter Boden kann durch Gründüngung mehr Wasser speichern, ein schwerer kann durchlässiger werden. Wächst im Herbst eine Begrünung, durchzieht sie den Boden mit Wurzeln und schützt ihn vor AuswaschungAuswaschung ist der Verlust von Nährstoffen, die Niederschlagswasser aus dem Wurzelraum in tiefere Bodenschichten und bis ins Grundwasser spült. Besonders betroffen ist Nitrat, die Form, in der mineralischer Stickstoff im Boden größtenteils vorliegt..
Säen kannst du Winterroggen noch bis Oktober, gebraucht werden darf das Beet dann aber erst wieder ab Ende April. Rosenkohl kommt erst im Mai oder Anfang Juni ins Beet, also passt Winterroggen gut in den Herbst vor dem Rosenkohljahr. Getreide gilt ohnehin als günstige Vorfrucht für Rosenkohl.
Senf taucht in vielen Gründüngungslisten auf, auch für Beete nach Kohl. Für den Rosenkohlwechsel ist er die falsche Wahl: Senf ist ein Kreuzblütler und zählt damit in die Kohlpause. Ölrettich und Raps lässt du aus demselben Grund weg.
Beispielplan: Rosenkohl über fünf Jahre
So kann ein Ablauf aussehen, wenn Rosenkohl im ersten Jahr auf dem Beet steht:
| Jahr | Kultur | Warum sie hier steht |
|---|---|---|
| 1 | Rosenkohl, Ernte bis in den Februar | vor dem Pflanzen reifen Kompost einarbeiten |
| 2 | Möhren, Kopfsalat oder Spinat | weniger nährstoffbedürftig, andere Familien |
| 3 | Erbsen oder Bohnen | Hülsenfrüchte lassen Stickstoff im Boden zurück |
| 4 | Porree oder Zwiebeln | günstige Vorfrüchte; ist das Beet bis Oktober frei, folgt Winterroggen |
| 5 | wieder Rosenkohl | drei Jahre ohne Kreuzblütler liegen dazwischen |
Phacelia kannst du in jedem Zwischenjahr dort einplanen, wo das Beet gerade frei ist. Damit du die Jahre nicht im Kopf behalten musst, trägst du jede Kultur in den Beetplaner für deine Gemüsebeete ein. Wie du Aufzeichnungen führst und die Fläche in einem kleinen Garten aufteilst, beschreibe ich im Kohl-Ratgeber unter Fruchtfolge und Mischkultur. Im Kübel oder Pflanzsack gilt eine eigene Regel: Erde, in der Kohlhernie war, verwendest du nicht wieder.
Ich führe für jedes Beet eine eigene Zeile mit Jahr und Kultur. Radieschen, Rucola und jede Gründüngung schreibe ich dort genauso hinein wie den Rosenkohl. Bevor ich im Frühjahr etwas säe, schaue ich zuerst in diese Zeile.
Und die Mischkultur?
Fruchtwechsel regelt, was nacheinander auf einem Beet steht, Mischkultur, was gleichzeitig nebeneinander wächst. Plane Nachbarn nach Platzbedarf und Erntezeit. Setzt du kurzlebige Kulturen zwischen junge Rosenkohlpflanzen, erntest du sie, bevor sie den Kohl bedrängen. Mögliche Nachbarn prüfst du im Mischkultur-Planer.
Boden und Schädlinge in Kürze
Rosenkohl mag fruchtbaren, gut durchlässigen Boden und bevorzugt mittlere bis schwere, kalkhaltige Böden. Als Ziel für Kohlbeete im Garten gilt ein pH-Wert von 6,5 bis 7. Wie du Boden und pH-Wert prüfst, steht im Kohl-Ratgeber im Abschnitt Standort und Boden.
Gegen KohlerdflöheErdflöhe sind winzige, sprungstarke Blattkäfer, die Blätter von Kohlgewächsen wie Radieschen, Rucola und Kohl siebartig durchlöchern. Am häufigsten sind Kohlerdflöhe, kleine Käfer mit gelben Streifen an der Seite., Kohlfliegen und Raupen legst du direkt nach der Pflanzung ein Kulturschutznetz auf. Hältst du die Ränder bis zur Ernte dicht, kann es den Befall mindern. Wann welche Schädlinge auftreten und wie du kontrollierst, erklärt der Kohl-Ratgeber im Abschnitt Schädlinge und Pflanzenschutz.
Stehen in deinem Beetwechsel noch andere Kohlarten, lies nach, wie du die Fruchtfolge beim Rotkohl planst, was vor und nach Brokkoli ins Beet passt, welche Vor- und Nachkulturen zum Weißkohl passen und wie du Grünkohl und anderen Blattkohl in den Fruchtwechsel einbaust.




