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Kohlgemüse schützen: Krankheiten an Kohlpflanzen erkennen und richtig handeln

Zuletzt geprüft: Lesezeit: 12 Min.Von der samen.live Redaktion

Grundlagen: Häufige Krankheiten im Gemüsegarten: Mehltau, Braunfäule und Kohlhernie erkennen und bekämpfen · Alle Ratgeber zu Krankheiten & Schädlinge

Kurz & knappDie Antwort in 20 Sekunden
  • Welkt Kohl, prüf die Wurzeln: Wucherungen, die innen weiß und nicht hohl sind, deuten auf Kohlhernie.
  • Kohlherniekranke Pflanzen lassen sich nicht heilen; sie kommen samt Wurzeln in den Restmüll, nie auf den Kompost.
  • Nach einem Kohlhernie-Befall gilt für alle Kreuzblütler eine Anbaupause von mindestens 7 Jahren.
  • Falscher Mehltau zeigt gelbliche Flecken oben und hellen Pilzrasen unten; gieße früh am Tag und bodennah.
  • Gegen Adernschwärze und das Turnip mosaic virus gibt es keine direkte Bekämpfung mit Pflanzenschutzmitteln.
  • Resistente Sorten wie Clapton F1 oder Kilastor F1 können das Kohlhernie-Risiko senken.
Nahaufnahme eines Stapels frischer grüner Rosenkohlröschen, die auf ihre Zubereitung warten.
Foto: Hans · Pixabay Content License · Quelle ↗

Eine Kohlpflanze lässt die Blätter hängen, obwohl die Erde feucht ist, und nebenan tauchen gelbe Flecken auf den Blättern auf. Dann willst du wissen, ob eine Krankheit dahintersteckt und ob der Rest des Beets in Gefahr ist. Davon hängt ab, ob du nur ein Blatt abnimmst oder das Beet für Jahre anders planst. Ich schaue in so einem Fall zuerst unter die Blätter und dann an die Wurzeln, bevor ich etwas herausreiße.

Kohl wächst in vielen Formen, von Kohlrabi über Brokkoli bis Grünkohl, und übers Jahr hat fast immer eine Art Saison. Wie du ihn von der Aussaat bis zur Ernte anbaust, steht im Kohl-Ratgeber mit Arten, Anbau und Pflege.

Welche Krankheiten befallen Kohlpflanzen?

An Kohlpflanzen können Pilze, Bakterien und Viren Krankheiten auslösen. Die Kohlhernie sitzt an den Wurzeln, die meisten anderen Krankheiten zeigen sich an Blättern, Strunk oder Kopf. Die Tabelle zeigt, woran du sie erkennen kannst und was du tun kannst.

Krankheit Woran du sie erkennen kannst Was du tun kannst
Kohlhernie Pflanze kümmert oder welkt, knötchen- bis fingerförmige Wucherungen an den Wurzeln, innen weiß und nicht hohl nicht heilbar; Pflanze samt Wurzeln entfernen, lange Anbaupause einhalten
Falscher Mehltau gelbliche Flecken auf der Blattoberseite, darunter weißlicher bis weißgrauer Pilzrasen Blätter rasch abtrocknen lassen, gut lüften
Echter Mehltau weißer, mehliger Belag auf den Blättern an Grünkohl im Hausgarten normalerweise keine Bekämpfung nötig
Weißrost weißliche bis cremefarbene Pusteln auf gelblichgrün verfärbten Blattpartien bei Weißkohl eine resistente Sorte wählen
Alternaria graubraune, rundliche Blattflecken befallene Blätter entfernen, nur gesunde Köpfe lagern
Adernschwärze V-förmige gelbe bis braune Stellen am Blattrand, dunkel verfärbte Blattadern keine direkte Bekämpfung mit Pflanzenschutzmitteln möglich
Fusarium- und Verticilliumwelke Welke, an Blumenkohl häufig einseitig vergilbende ältere Blätter, verfärbte Leitungsbahnen im Strunk sichere Unterscheidung nur im Labor
Bakterielle Kopffäule Brokkolikopf zerfällt breiig und riecht streng Verletzungen und große Nässe vermeiden
Turnip mosaic virus grün-gelbliche, später dunkel umrandete Flecken, verformte Blätter nicht direkt bekämpfbar; Überträger wie Blattläuse fernhalten
Umfallkrankheit Sämlingsstängel wässrig-weich und an einer Stelle stark verengt frisches Anzuchtsubstrat, gereinigte Gefäße, keine Staunässe

Die Zeichen in der Tabelle sind Hinweise und keine sichere Diagnose. Manche Krankheiten sehen sich ähnlich, und manche Schäden stammen gar nicht von einem Erreger. Kohlherniekranke Pflanzen lassen sich nicht heilen, und gegen Adernschwärze und das Turnip mosaic virus gibt es kein direktes Pflanzenschutzmittel. Bei diesen dreien kommt es deshalb vor allem darauf an, was du vor dem Befall tust.

Empfehlungen für den Garten

Standort und Boden

Standort

Ein sonniger Standort wird bevorzugt; auch Halbschatten ist geeignet.

Bodenart

Für Wildkohl eignet sich nährstoffreicher, gut durchlässiger, vorzugsweise alkalischer Boden; auch schwere Lehmböden sind geeignet.

Bodenreaktion

Alkalische Böden werden bevorzugt; leicht saure und neutrale Böden sind ebenfalls geeignet.

Substrat

Fruchtbarer, gut durchlässiger Boden bevorzugt; auch schwere Tonböden werden vertragen.

Anbauort

Wildkohl kann an sonnigen Freilandstandorten wachsen und verträgt deutliche maritime Exposition.

Aussaat und Vermehrung

Vermehrung

Die Pflanze lässt sich durch Aussaat oder Stecklinge vermehren.

Saattiefe

Die angebotenen Sorten von Blumenkohl, Brokkoli, Kohlrabi und Rotkohl etwa 0,5-1 cm tief säen, den Grünkohl Halbhoher Grüner Krauser etwa 1-2 cm.

Lebensform und Verwendung

Lebensform

Die Pflanze ist zwei- bis mehrjährig; Wildkohl ist kurzlebig mehrjährig, viele Kulturformen sind zweijährig.

Verwendung

Die Blätter des Wildkohls sind roh oder gekocht verwendbar; roh können sie etwas bitter schmecken.

Aussaatkalender Kohl
GartenkalenderVorkultur: Februar, März, April, Mai, Juni; Aussaat: April, Mai, Juni, JuliJFMAMJJASONDVorkulturVorkultur: FebruarVorkultur: MärzVorkultur: AprilVorkultur: MaiVorkultur: JuniAussaatAussaat: AprilAussaat: MaiAussaat: JuniAussaat: JuliVorkulturAussaat

Kohlhernie: erst die Wurzeln prüfen

So erkennst du Kohlhernie

Die Kohlhernie befällt die Wurzeln, oben siehst du deshalb zuerst nur die Folgen. Die Pflanzen kümmern oder welken. Hebst du eine davon heraus, findest du knötchenartige bis fingerförmige Wucherungen an den Wurzeln. Auch bei Kohlrabi können Wurzelwucherungen mit anschließender Welke auf Kohlhernie hinweisen.

Verwechseln lassen sich die Wucherungen mit den Gallen des Kohlgallenrüsslers. Schneide eine Verdickung auf: Kohlhernie ist innen weißfleischig und nicht hohl. Eine Rüsslergalle kann dagegen einen Hohlraum mit einer Larve enthalten. Auch die Kohlfliege lässt junge Pflanzen welken, bei ihr findest du aber bis etwa 1 cm lange weißliche Maden an den Wurzeln.

Marias Erfahrung

Ich hebe eine welkende Pflanze mit der Grabegabel samt Wurzelballen aus, statt sie am Stängel herauszuziehen. Dann schüttle ich die Erde ab und schneide die dickste Verdickung längs auf. Erst nach diesem Blick ins Innere entscheide ich, wie es mit dem Beet weitergeht.

Warum die Kohlhernie im Beet bleibt

Der Erreger bildet Dauersporen, die bis zu 20 Jahre im Boden überdauern können. Besonders günstig für eine Infektion sind 20 bis 25 °C bei feuchtem bis staunassem Boden. Neben Kohl können auch Rettich, Radieschen und Raps befallen werden. Dazu kommen die Wildkräuter Hederich, Ackersenf und Hirtentäschel. Weil diese Kräuter Wirte sind und die Sporen so lange im Boden bleiben, jäte ich sie auf einem Beet mit Kohlhernie auch in den Jahren ohne Kohl.

Was du bei Befall tust

Eine Pflanze mit Kohlhernie lässt sich nicht heilen. Bestätigt der Blick auf die Wurzeln den Verdacht, holst du sie samt Wurzeln aus dem Beet. Die Wurzeln kommen in den Restmüll und nicht auf den Kompost. Grabegabel, Spaten und Hacke reinigst du gründlich, bevor du damit in ein anderes Beet gehst.

Für diese Fläche gilt danach eine Anbaupause von mindestens 7 Jahren für alle Kreuzblütler. Selbst nach einer mehrjährigen Pause kann die Kohlhernie zurückkehren, weil ihre Dauersporen lange im Boden überleben. Erde aus Töpfen, in denen kranke Kohlpflanzen standen, verwendest du nicht wieder.

Häufiger Fehler

Kranke Kohlpflanzen wandern samt Wurzeln auf den Kompost. Mit dem fertigen Kompost können die Dauersporen dann auf andere Beete gelangen. Wurzeln mit Verdacht auf Kohlhernie gehören deshalb in den Restmüll.

Kohlhernie vorbeugen

Für Kohl im Garten gilt ein Boden-pH von 6,5 bis 7 als passend. Zur Vorbeugung gegen Kohlhernie wird nach einer Bodenprüfung ein pH von 7 bis 7,5 empfohlen. Ob du kalkst, hängt vom gemessenen Wert, von der Bodenart und vom Humusgehalt ab. Liegt der Wert schon über dem passenden Zielbereich, wird nicht gekalkt. Staunässe vermeidest du, weil feuchte bis staunasse Böden die Infektion begünstigen.

Vorbeugend kommen Kohl und andere Kreuzblütler je nach Empfehlung erst nach drei bis sechs Jahren wieder auf dasselbe Beet. Dazu zählen auch Radieschen, Rettich, Rucola, Senf, Ölrettich und Raps. Der Ratgeber zur Fruchtfolge zeigt dir, wie du Anbaupausen und Vorfrüchte für Kohl planst. Welche Beete wann Kreuzblütler trugen, hältst du im Beetplaner für deine Anbaupausen fest. Resistente Sorten, die das Risiko zusätzlich senken können, findest du weiter unten bei der Vorbeugung.

Mythos-Check

„Nach vier Jahren Pause ist das Beet wieder sauber.“ Darauf kannst du dich nicht verlassen. Die Dauersporen der Kohlhernie können bis zu 20 Jahre im Boden überdauern, und die Krankheit kann auch nach mehrjähriger Pause wieder auftreten. Nach einem Befall gilt deshalb eine Pause von mindestens 7 Jahren für alle Kreuzblütler.

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Blattkrankheiten: Flecken, Beläge und Pusteln unterscheiden

Bei Blattsymptomen lohnt sich der Blick auf die Unterseite. Dort sitzt der Pilzrasen des Falschen Mehltaus, und dort findest du auch Blattläuse und die Larven der Kohlmottenschildlaus. Ich drehe bei jeder Kontrolle ein paar Blätter um, vor allem an Jungpflanzen.

Falscher Mehltau

Falscher Mehltau zeigt sich mit gelblichen Flecken auf der Blattoberseite. Auf der Unterseite liegt darunter ein weißlicher bis weißgrauer Pilzrasen. Bei Romanesco kann er dunkle Verfärbungen im Strunk und am Kopf verursachen, die mit Alternaria verwechselt werden können. Die Keimung seiner Konidien wird bei 8 bis 12 °C begünstigt. Liegen die Temperaturen bei 15 bis 17 °C, kann er besonders rasch ins Blatt eindringen.

Vorbeugen heißt hier vor allem, dass die Blätter rasch abtrocknen. Jungpflanzen stellst du luftig, und Tau auf den Blättern vermeidest du, so gut es geht. Lange Blattnässe vermeidest du auch im Beet, und musst du gießen, dann früh am Tag. In der Anzucht gießt du nicht über die Blätter.

Echter Mehltau

Echter Mehltau beginnt mit einem weißen, mehligen Belag auf den Blättern. An Grünkohl können die Flecken zunächst weißgrau und später fast schwarz werden. Dort braucht er im Hausgarten normalerweise keine Bekämpfung. Bei Chinakohl und Blumenkohl gilt eine vorbeugende Bekämpfung gewöhnlich als nicht erforderlich.

Kurz erklärt

Echter und Falscher Mehltau sind trotz ähnlicher Namen verschiedene Krankheiten. Beim Echten Mehltau liegt ein weißer, mehliger Belag auf dem Blatt. Beim Falschen Mehltau siehst du oben gelbliche Flecken und unten einen hellen Pilzrasen. Die Unterscheidung hilft dir einzuschätzen, ob Handeln überhaupt nötig ist.

Weißrost

Weißrost bildet weißliche bis cremefarbene Pusteln auf gelblichgrün verfärbten Blattpartien. Die Pusteln sind etwa 0,5 bis 3 mm groß. Besonders günstig entwickelt sich Weißrost bei 10 bis 15 °C. Für Weißkohl gibt es mit Kilastor F1 eine Sorte mit Resistenz gegen Weißen Rost. Ich nehme stark befallene Blätter ab und gieße nur am Boden.

Alternaria

Alternaria verursacht graubraune, rundliche Flecken auf den Blättern. Begünstigt wird sie durch 15 bis 25 °C bei hoher Luftfeuchtigkeit. Befallene Blätter entfernst du, um die Ausbreitung zu begrenzen. Von Kopfkohl, den du lagern willst, legst du nur gesunde Köpfe ein.

Adernschwärze

Die Adernschwärze ist eine Bakterienkrankheit. Du erkennst sie an V-förmigen, gelbbraunen bis abgestorbenen Bereichen am Blattrand und an dunkel verfärbten Blattadern. Mit Pflanzenschutzmitteln lässt sie sich nicht direkt bekämpfen. Ich nehme betroffene Blätter ab, gieße nur noch am Boden und setze im nächsten Jahr keinen Kohl an diese Stelle.

Viren: Flecken und verformte Blätter

Das Turnip mosaic virus kann an Kohl grün-gelbliche, später dunkel umrandete Flecken und Blattverformungen verursachen. An Grünkohl können Mehlige Kohlblattläuse dieses Virus übertragen, Erdflöhe das Turnip yellow mosaic virus. Da sich das Turnip mosaic virus mit Pflanzenschutzmitteln nicht direkt bekämpfen lässt, setzt der Schutz bei seinen Überträgern an. Ein Kulturschutznetz mit 0,8 mm Maschenweite kann Erdflöhe und Blattläuse vom Kohl fernhalten. Wie du das Netz auflegst, steht im Kohl-Ratgeber im Abschnitt Pflege.

Welke und Fäulnis an Strunk und Kopf

Fusarium- und Verticilliumwelke

Findest du an einer welken Pflanze weder Wucherungen noch Maden, kommen auch Fusarium oder Verticillium infrage. Bei der Fusariumwelke an Blumenkohl beginnen ältere Blätter häufig einseitig zu vergilben. Im Strunk können die Leitungsbahnen verfärbt sein. Am Schadbild lassen sich Fusarium und Verticillium kaum sicher unterscheiden, dafür braucht es eine Laboruntersuchung. Ich schneide bei so einer Pflanze den Strunk quer an und schaue mir die Leitungsbahnen an.

Kopffäule am Brokkoli

Bei der bakteriellen Kopffäule zerfällt das Gewebe des Brokkolikopfs breiig und riecht streng. Verletzungen und große Nässe begünstigen sie. Unter einem Kulturschutznetz kann bei feuchtem Wetter vermehrt Kopffäule auftreten. Beim Chinakohl kann das Netz bei feuchter Witterung das Risiko für Pilzkrankheiten erhöhen, weil die Blätter darunter langsamer abtrocknen. Das Netz gegen Schädlinge hält also auch Feuchtigkeit im Bestand. In nassen Phasen schaue ich deshalb unter dem Netz öfter nach Köpfen und Blättern.

Zu viel Wasser

Ständige Überwässerung kann Wurzeln faulen lassen. Die Pflanze zeigt dann Zeichen von Wassermangel, obwohl der Boden feucht ist. Bei Kopfkohl kann Starkregen durch Übernässung, verschlämmten Boden und Sauerstoffmangel das Wachstum stocken lassen, bis hin zu Ausfällen. Vor angekündigtem Starkregen gießt du Kopfkohl deshalb nicht zusätzlich.

Umfallkrankheit bei Sämlingen

Wird ein Sämlingsstängel an einer Stelle wässrig-weich und stark verengt, kann das auf die Umfallkrankheit hinweisen. Vorbeugen kannst du mit sauberem, neuem Anzuchtsubstrat und gereinigten Gefäßen. Staunässe in den Anzuchttöpfen vermeidest du.

Welches Wetter Kohlkrankheiten begünstigt

Einige Krankheiten treten bei bestimmten Temperaturen und Feuchteverhältnissen eher auf. Die Werte in der Tabelle helfen dir, in solchen Phasen genauer hinzusehen.

Krankheit Begünstigende Bedingungen
Falscher Mehltau 8 bis 12 °C für die Keimung der Konidien, 15 bis 17 °C für schnelles Eindringen ins Blatt, lange Blattnässe
Weißrost besonders 10 bis 15 °C
Alternaria 15 bis 25 °C bei hoher Luftfeuchtigkeit
Kohlhernie 20 bis 25 °C bei feuchtem bis staunassem Boden

Ob es wirklich zu einem Befall kommt, sagen die Werte nicht voraus. Ich nutze sie als Anlass, in solchen Wochen gründlicher zu kontrollieren.

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Krankheit, Schädling oder Kulturfehler?

Nicht jeder Schaden am Kohl ist eine Krankheit. Fraß, Läuse und Fehler bei Wasser oder Dünger können ähnlich aussehen.

Was du siehst Was dahinterstecken kann
welke Jungpflanze, weißliche Maden an den Wurzeln Kohlfliege
hohle Wurzelgalle mit Larve Kohlgallenrüssler, keine Kohlhernie
viele kleine Löcher in den Blättern Erdflöhe, etwa 2,5 bis 3 mm große springende Käfer
Fraßlöcher mit grünen oder braunen Kotkrümeln Raupen, etwa vom Kohlweißling
blaugraue Läusekolonien unter den Blättern, eingerollte oder buckelige Blätter Mehlige Kohlblattlaus
klebriger Belag mit schwarzem Rußtau Honigtau der Kohlmottenschildlaus
vergilbende Grünkohlblätter, besonders von Anfang August bis Mitte September Wassermangel
hohle Strünke bei Blumenkohl oder Brokkoli sortenbedingt oder zu viel Stickstoff, kein sicherer Hinweis auf Bormangel
abgestorbene Innenblätter beim Chinakohl Innenblattnekrosen nach einseitiger oder übermäßiger Düngung
aufgeplatzte Kohlrabiknollen stark schwankende Bodenfeuchte
kleine Blättchen auf dem Blumenkohlkopf Durchwuchs, wenn der Kopf bei relativ hohen Temperaturen angelegt wurde
Brokkoli ohne Herz mit verdrehten, verkorkten Herzblättern Kohldrehherzmücke
Brokkoli ohne Herz mit trichter- oder nadelförmigem Endblatt genetische Herzlosigkeit

Wie du Erdflöhe, Kohlfliege und Raupen abwehrst, steht im Kohl-Ratgeber im Abschnitt Schädlinge und Pflanzenschutz.

Kohlkrankheiten vorbeugen

Richtig gießen

Gieße früh am Morgen und bodennah, ohne die Blätter zu benetzen. So verdunstet wenig Wasser, und die Pflanzen können über den Tag abtrocknen. Eine Tropfbewässerung bringt das Wasser gezielt an die Pflanzen und kann den Krankheitsdruck mindern. Wie viel du gießt, hängt von Kohlart, Sorte, Wetter, Boden und Lage ab.

Platz und Nachbarn

Pflanze deinen Kohl mit dem Abstand in der Reihe und dem Reihenabstand, den deine Kohlart braucht, damit Luft durch den Bestand kommt. Radieschen und Rettich setzt du nicht direkt neben Kohl. Beide gehören zu den Kreuzblütlern und können selbst an Kohlhernie erkranken. Welche Nachbarn zu deinem Kohl passen, prüfst du im Mischkultur-Planer für passende Beetnachbarn. Eine Mischkultur kann unterstützen, einen sicheren Schutz vor Krankheiten bietet sie nicht.

Maßvoll düngen

Einseitige oder übermäßige Düngung kann beim Chinakohl Innenblattnekrosen und andere Störungen begünstigen. Beim Blumenkohl kann zu viel Stickstoff weiches Wachstum fördern, und das kann besonders bei überwinternden Sorten Kälteschäden begünstigen. Richte die Düngung deshalb nach einer Bodenuntersuchung aus.

Widerstandsfähige Sorten wählen

Einige Sorten bringen eine Resistenz gegen bestimmte Krankheiten mit.

Kohlart Sorte Beschrieben als
Blumenkohl Clapton F1 resistent gegen Kohlhernie
Weißkohl Kilastor F1 resistent gegen Kohlhernie und Weißen Rost
Rotkohl Lodero F1 kohlherniefest
Rosenkohl Crispus F1 und Cronus F1 resistent gegenüber Kohlhernie
Brokkoli Marathon F1 widerstandsfähig gegen Mehltau

Eine Resistenz ist keine Garantie gegen Befall. Ich halte die Anbaupause deshalb auch bei diesen Sorten ein.

Sauber arbeiten und kontrollieren

Nach der Arbeit an kranken Pflanzen reinigst du die Geräte. Mit Kohldrehherzmücken befallenen Brokkoli räumst du nach der letzten Ernte rasch ab. Kohl mit Kohlmottenschildläusen lässt du nicht bis zum Frühjahr im Beet stehen, weil er den Tieren als Winterquartier dient. Ab April sehe ich regelmäßig nach Saaten und Jungpflanzen. Brokkoli kontrolliere ich, bis der Blumenansatz deutlich zu sehen ist.

Mini-Checkliste

So beugst du Kohlkrankheiten vor:

  • Boden-pH prüfen lassen, bevor du kalkst
  • Staunässe vermeiden
  • früh am Morgen und bodennah gießen
  • Anbaupause für alle Kreuzblütler einplanen
  • für die Anzucht frisches Substrat und saubere Töpfe nehmen
  • ab April Blattober- und Blattunterseiten kontrollieren
  • Geräte nach der Arbeit an kranken Pflanzen reinigen

Nützlinge, Hausmittel und Pflanzenschutzmittel kurz eingeordnet

Im Freiland setzt biologischer Pflanzenschutz vor allem auf vorhandene Nützlinge, etwa Schwebfliegen- und Marienkäferlarven als Gegenspieler der Mehligen Kohlblattlaus. Brennnesseljauche wird gern als Stärkung gegen Pilze empfohlen, vergoren ist sie aber vor allem ein stickstoffhaltiger Dünger und kein Mittel gegen Kohlkrankheiten. Wie du Nützlinge schonst und wann du eingreifst, steht im Kohl-Ratgeber im Abschnitt Schädlinge und Pflanzenschutz.

Ein Pflanzenschutzmittel kommt erst ganz zuletzt infrage, denn es kann auch Nützlinge treffen. Es muss für deine Kohlart und den Haus- und Kleingarten zugelassen sein, was du in Gebrauchsanleitung und BVL-Datenbank prüfst. Du wendest es nach Gebrauchsanleitung an, trägst Schutzkleidung, hältst die Wartezeit bis zur Ernte ein und entsorgst Reste sachgerecht.

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Befall entdeckt: so gehst du vor

Jetzt dran

So gehst du bei einem Verdacht vor:

  1. Blattober- und Blattunterseite ansehen, bei Welke die Wurzeln prüfen.
  2. Das Bild mit den Tabellen oben vergleichen und dabei auch an Schädlinge und Kulturfehler denken.
  3. Bei Alternaria befallene Blätter entfernen.
  4. Bei bestätigter Kohlhernie die Pflanze samt Wurzeln in den Restmüll geben und die Geräte reinigen.
  5. Beet und Befall notieren, damit du die nächste Anbaupause planen kannst.

Kann ich befallenen Kohl noch ernten?

Ob du noch erntest, hängt vom Zustand des Kohls ab. Sichtbar verschimmelten Kohl isst du nicht mehr. Für die Lagerung legst du nur gesunde Köpfe ein.

Achtung

Verschimmelte Kohlgerichte entsorgst du ganz. Weder das Wegschneiden sichtbarer Stellen noch starkes Erhitzen beseitigt mögliche Schimmelpilzgifte sicher.

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Häufige Fragen

Welche Krankheiten sind bei Kohlpflanzen typisch?
An Kohl können unter anderem Kohlhernie, Falscher und Echter Mehltau, Weißrost, Alternaria und die bakterielle Adernschwärze auftreten. Dazu kommen Welkekrankheiten wie die Fusariumwelke, Viren wie das Turnip mosaic virus und beim Brokkoli die bakterielle Kopffäule. Die Kohlhernie sitzt an den Wurzeln, die übrigen zeigen sich an Blättern, Strunk oder Kopf.
Wie erkenne ich Kohlhernie an meinen Kohlpflanzen?
Oben kümmern oder welken die Pflanzen, die eigentliche Spur liegt an den Wurzeln. Hebe eine verdächtige Pflanze heraus und suche nach knötchenartigen bis fingerförmigen Wucherungen. Ist eine aufgeschnittene Wucherung innen weißfleischig und nicht hohl, spricht das für Kohlhernie. Ein Hohlraum mit Larve deutet eher auf den Kohlgallenrüssler.
Welche Symptome zeigen Kohlpflanzen bei Adernschwärze?
Typisch sind V-förmige, gelbbraune bis abgestorbene Bereiche am Blattrand. Dazu verfärben sich die Blattadern dunkel. Gegen diese Bakterienkrankheit gibt es keine direkte Bekämpfung mit Pflanzenschutzmitteln, deshalb bleibt dir vor allem die Vorbeugung.
Worin unterscheiden sich Weißrost und Falscher Mehltau bei Kohl?
Weißrost bildet weißliche bis cremefarbene Pusteln auf gelblichgrün verfärbten Blattpartien. Falscher Mehltau zeigt oben gelbliche Flecken und auf der Blattunterseite einen weißlichen bis weißgrauen Pilzrasen. Weißrost entwickelt sich besonders gut bei 10 bis 15 °C. Beim Falschen Mehltau begünstigen 8 bis 12 °C die Keimung der Konidien.
Wie unterscheide ich Alternaria von anderen Blattflecken?
Alternaria macht graubraune, rundliche Flecken auf den Blättern. Begünstigt wird sie durch 15 bis 25 °C bei hoher Luftfeuchtigkeit. Bei Romanesco kann Falscher Mehltau dunkle Stellen an Kopf und Strunk verursachen, die mit Alternaria verwechselt werden können. Schau deshalb auch unter die Blätter, denn ein heller Pilzrasen dort spricht eher für Falschen Mehltau.
Kann ich befallenen Kohl noch ernten und essen?
Sichtbar verschimmelten Kohl isst du nicht mehr. Bei verschimmelten Kohlgerichten reichen weder Wegschneiden noch starkes Erhitzen, um mögliche Schimmelpilzgifte sicher zu beseitigen; sie kommen ganz weg. Für die Lagerung legst du nur gesunde Köpfe ein.
Welchen pH-Wert braucht der Boden gegen Kohlhernie?
Für Kohl im Garten gilt ein Boden-pH von 6,5 bis 7 als passend. Zur Vorbeugung gegen Kohlhernie wird nach einer Bodenprüfung ein pH von 7 bis 7,5 empfohlen. Ob du kalkst, entscheiden gemessener Wert, Bodenart und Humusgehalt. Liegt der Wert schon über dem passenden Zielbereich, wird nicht gekalkt.
Wie lange sollte die Anbaupause nach Kohl sein?
Vorbeugend kommen Kohl und andere Kreuzblütler je nach Empfehlung erst nach drei bis sechs Jahren wieder auf dasselbe Beet. Ist dort Kohlhernie aufgetreten, gilt eine Pause von mindestens sieben Jahren. Radieschen, Rettich, Rucola, Senf, Ölrettich und Raps zählst du dabei mit.
Zuletzt geprüft:
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