Chinakohl-Schädlinge und Krankheiten erkennen: Erdflöhe, Kohlfliege, Kohlhernie und Co.
- Viele kleine Löcher in jungen Blättern deuten auf Kohlerdflöhe hin, die Keimlinge vollständig zerstören können.
- Das feine Kulturschutznetz kommt direkt nach Saat oder Pflanzung aufs Beet und bleibt bis zur Ernte rundum dicht.
- Welkt eine junge Pflanze, zeigt der Blick an die Wurzel mehr: Weiße Maden sprechen für die Kohlfliege, innen weiße Wucherungen für Kohlhernie.
- Für Pflanzen mit Kohlhernie gibt es keine direkte Heilung, sie kommen samt Wurzeln in den Restmüll.
- Echter Mehltau braucht am Chinakohl gewöhnlich keine vorbeugende Bekämpfung, Blätter mit Alternaria-Flecken nimmst du ab.

Wenn du Chinakohl für den Herbst direkt ins Beet säst, liegt die Saat zwischen Anfang Juli und Mitte August. Ab Juli ist aber auch die neue Käfergeneration der KohlerdflöheErdflöhe sind winzige, sprungstarke Blattkäfer, die Blätter von Kohlgewächsen wie Radieschen, Rucola und Kohl siebartig durchlöchern. Am häufigsten sind Kohlerdflöhe, kleine Käfer mit gelben Streifen an der Seite. unterwegs, und die kann Keimlinge und Sämlinge vollständig zerstören. Ich lege das Kulturschutznetz deshalb direkt nach der Saat auf, noch bevor sich die ersten Keimblätter zeigen. Auch die Maden der KohlfliegeDie Kohlfliege (Kleine Kohlfliege) ist ein Schädling an Kohl, Rettich und Radieschen. Ihre weißlichen Maden sitzen im Wurzelbereich junger Kohlpflanzen, die dann welken; in Rettich und Radieschen verursachen sie Fraßgänge. können junge Pflanzen welken und absterben lassen.
Hier ordnest du Löcher, Welke, Flecken und Beläge am Chinakohl ein. Es geht um Erdflöhe, Raupen, Kohlfliege, Schnecken und Blattläuse, dazu um Kohlhernie, Echten Mehltau, Alternaria und Weißrost. Jedes Anzeichen ist ein Hinweis und keine sichere Diagnose. Zu jedem Schadbild findest du die Handgriffe, mit denen du den Schaden begrenzen kannst.
Schnellbestimmung: Was hat mein Chinakohl?
Beim Kontrollgang schaust du auf beide Blattseiten, ins Herz und bei welken Pflanzen an die Wurzel. Die Tabelle ordnet typische Anzeichen einem möglichen Verursacher zu.
| Was du siehst | Möglicher Verursacher | Erster Schritt |
|---|---|---|
| Viele kleine Löcher in den Blättern, Keimlinge verschwinden | Kohlerdflöhe | Netz rundum dicht schließen, Jungpflanzen kontrollieren |
| Lochfraß bis zu freigelegten Blattrippen, grüne oder braune Kotkrümel | Raupen von Kohlweißling oder Kohleule | Raupen und Eigelege von Hand absammeln |
| Minen, später Loch- oder Fensterfraß, feines weißes Gespinst an den Herzblättern | Kohlmotte | Herzblätter kontrollieren, Raupen entfernen |
| Junge Pflanzen welken, weiße Maden im Wurzelbereich | Kohlfliege | Welke Pflanze ziehen, Wurzel ansehen |
| Fraßstellen und silbrige Schleimspuren | Schnecken | Absammeln, Zuwanderung begrenzen |
| Blaugraue bis weißlich-graue Kolonien unter den Blättern, eingerollte Blätter | Mehlige Kohlblattlaus | Kolonien zu Befallsbeginn entfernen |
| Kümmern oder Welke, Wurzelwucherungen innen weißfleischig | Kohlhernie | Wurzel prüfen, kranke Pflanze samt Wurzeln in den Restmüll |
| Kleine Flecken mit mehligem, weißem Belag | Echter Mehltau | Beobachten |
| Gelbliche Flecken oben, weißgrauer PilzrasenPilzrasen nennt man den sichtbaren Belag, den ein Pilz auf befallenen Blättern oder Stängeln bildet, etwa den grauen Pilzrasen beim Grauschimmel. Der Begriff beschreibt ein Merkmal des Schadbilds, nicht die Krankheit selbst. unten | Falscher Mehltau | BlattnässeBlattnässe ist Wasser, das als Film oder Tropfen auf den Blättern steht, etwa nach Regen, Tau oder Gießen über die Blätter. Hält sie länger an, können Pilzerreger die Blätter leichter infizieren. kurz halten |
| Graubraune, rundliche Blattflecken | Alternaria | Befallene Blätter abnehmen |
| Weißliche bis cremefarbene Pusteln auf gelblichgrünen Blattpartien | Weißrost | Befall beobachten |
Im April beginnen deine regelmäßigen Kontrollrunden an Saaten und Jungpflanzen. Dann tauchen meist die überwinterten Kohlerdflöhe auf, und im April oder Anfang Mai folgt je nach Wetter die erste Kohlfliegen-Generation. Ab Juli ist die neue Erdfloh-Generation unterwegs. Wann welche Kohlart gesät wird, zeigt dir der Kohl-Aussaatkalender zum Ausdrucken.
Erdflöhe am Chinakohl: Gefahr für Keimlinge
So erkennst du Kohlerdflöhe
Kohlerdflöhe erkennst du daran, dass sie springen; die Blattkäfer messen etwa 2,5 bis 3 mm. In den Chinakohlblättern bleiben nach ihrem Fraß viele kleine Löcher zurück. Bei Keimlingen und Sämlingen kann der Fraß bis zum vollständigen Verlust gehen. In warmen, trockenen Frühjahren breiten sich die Käfer leichter aus.
Was du gegen Erdflöhe tust
Direkt nach Saat oder Pflanzung kommt ein Kulturschutznetz aufs Beet, dessen Maschen 0,6 bis 0,8 mm weit sind. Lass dabei genug Wachstumsraum und schließ den Rand mit Erde oder Steinen. Das Netz bleibt bis zur Ernte geschlossen und liegt über einer Fläche, auf der vorher keine Erdflöhe saßen. Ich beschwere die Netzränder rundum mit Erde und hebe zum Kontrollieren nur eine Seite kurz an.
Feuchthalten vertreibt Erdflöhe? Allein ist das keine verlässliche Bekämpfung. Bei Pak Choi mindert gleichmäßige Bodenfeuchte zwar den Befall, ein Ersatz für das Netz ist sie aber nicht.
Raupen am Chinakohl: Kohlweißling, Kohleule und Kohlmotte
Findest du Fraßlöcher und grüne oder braune Kotkrümel, suchst du die Blätter nach Raupen und Eigelegen ab. Bei Kohlweißlingsraupen reicht der Lochfraß bis zu freigelegten Blattrippen. Farbe und Länge helfen dir bei der Zuordnung:
| Raupe | Aussehen | Länge |
|---|---|---|
| Großer Kohlweißling | gelb mit schwarzen Flecken | bis 4 cm |
| Kleiner Kohlweißling | grün, samtartig behaart | bis 3 cm |
| Kohleule | grün bis braun | bis 4 cm |
| Kohlmotte | grünlich-grau | bis 1 cm |
Die Kohlmotte fällt zuerst durch Minen im Blatt auf, später durch Loch- oder Fensterfraß. Häufig sitzt dabei ein feines weißes Gespinst an den Herzblättern. Schau deshalb beim Kontrollgang auch ins Herz des Chinakohls.
Raupen und Eigelege entfernst du von Hand. Bei beginnendem oder geringem Befall kann das Absammeln schon ausreichen. Kommt es trotz Netz zu Befall, sammelst du die Larven ab und entfernst befallene Pflanzenteile, so lässt sich der Schaden begrenzen.
Liegen neben toten Kohlweißlingsraupen gelbe Kokonhaufen, stammen sie möglicherweise von der Brackwespe Cotesia glomerata. Diese Kokons lässt du liegen und schützt sie.
Kohlfliege: wenn junge Chinakohlpflanzen welken
Welkt eine junge Pflanze, zieh sie heraus und sieh dir den Wurzelbereich an. Weiße Maden an den Wurzeln sprechen für die Kohlfliege. Die weißlichen Maden werden bis etwa 1 cm lang. Mit ihrem Fraß an den Wurzeln können sie junge Kohlpflanzen welken und absterben lassen.
Die Kleine Kohlfliege tritt mit ihrer ersten Generation im April oder Anfang Mai auf, abhängig von der Witterung. Die Eiablage setzt ungefähr 8 bis 10 Tage danach ein. Frühe Chinakohlpflanzungen fallen in den April und damit in dieselbe Zeit wie diese erste Generation. Schutz braucht früher Chinakohl deshalb vom Pflanztag an.
Leg Pappkragen eng um den WurzelhalsDer Wurzelhals ist die Übergangszone zwischen Sprossachse und Hauptwurzel einer Pflanze. Botanisch ist er der untere Teil des Keimstängels und oft etwas verdickt. der jungen Pflanzen. Die Kärtchen fangen die Kohlfliegeneier auf, und du entfernst Eier und Kärtchen zusammen. Auch ein geschlossenes Kulturschutznetz kann die Eiablage verhindern.
Das Netz über ein Beet legen, in dem schon Kohlfliegenpuppen überwintert haben. Gegen diesen Befall aus dem Boden hilft auch ein dicht geschlossenes Netz nicht, deshalb wählst du für Chinakohl eine Fläche ohne Kohlfliegenpuppen.
Schnecken am Chinakohl: Schleimspur und Fraßstellen
Siehst du silbrige Schleimspuren, deutet das auf Schneckenfraß hin. Früh morgens, spät abends und bei Regenwetter findest du die Tiere am besten, dann sammelst du sie ab. Ein Schneckenzaun bremst die Zuwanderung, wirkt aber nur, wenn er ohne Lücke steht. Achte darauf, dass keine Blätter über den Zaun hängen und eine Brücke bilden. Schnecken, die schon im Beet sitzen, sammelst du innerhalb des Zauns ab. Droht Schneckenfraß, gießt du am Morgen nur direkt an die Pflanzen, die Wege ins Beet bleiben trocken.
Ein Kranz aus Thymian, Salbei oder Pfefferminze hält Schnecken fern? Als gesicherter Schutz gegen Schnecken gelten solche Kräuterbarrieren nicht. Setz lieber auf Absammeln und einen lückenlosen Zaun.
Blattläuse: die Mehlige Kohlblattlaus
Die Mehlige Kohlblattlaus sitzt überwiegend auf den Blattunterseiten. Durch ihre Wachsbepuderung wirkt sie blaugrau. Rollen sich Blätter ein und sitzen darunter weißlich-graue Kolonien, spricht das ebenfalls für diese Laus.
Entferne die Kolonien schon zu Befallsbeginn. Einzelne Kolonien spülst du mit einem kräftigen, kalten Wasserstrahl ab. Längere Blattnässe solltest du wegen des Falschen Mehltaus vermeiden, deshalb spülst du früh am Tag.
Larven von Schwebfliegen und Marienkäfern fressen Blattläuse und lassen sich als Gegenspieler fördern. Harte, kugelige und hellbraune Mumien können Läuse sein, die von der Kohlblattlausschlupfwespe parasitiert wurden. Solche Mumien lasse ich am Blatt.
Am Grünkohl kann die Mehlige Kohlblattlaus das Turnip mosaic virus übertragen. An Kohl können dann grün-gelbliche Flecken auftreten, die sich später dunkel umranden, dazu verformte Blätter. Direkt mit Pflanzenschutzmitteln bekämpfen lässt sich das Virus nicht. Mehr zu Läusen und anderen Schädlingen an Blattkohl findest du im Ratgeber zum Pflanzenschutz beim Grünkohl.
BrennnesseljaucheBrennnesseljauche ist ein selbst angesetzter Flüssigdünger aus Brennnesselblättern, die zehn bis 14 Tage in Wasser gären. Sie liefert schnell verfügbaren Stickstoff und eignet sich besonders für stark zehrendes Gemüse. hält Blattläuse fern? Vergorene Brennnesseljauche ist ein Dünger, der Stickstoff liefert. Wer Brennnesselauszug vorbeugend gegen Blattläuse an Kohl einsetzt, erreicht damit nichts.
Kohlhernie: der Schaden sitzt an der Wurzel
Woran du Kohlhernie erkennst
Kümmert oder welkt Chinakohl, ohne dass du Fraß oder Maden findest, lohnt der Blick an die Wurzeln. Knötchenartige bis fingerförmige Wucherungen deuten dort auf Kohlhernie hin. Schneid eine Verdickung auf: Ist sie innen weißfleischig und nicht hohl, passt das zur Kohlhernie. Hohlräume mit Larven sprechen eher für Gallen des Kohlgallenrüsslers.
Kohlhernie ist eine Wurzelkrankheit, deren Erreger sich lange im Boden hält. Bis zu 20 Jahre können seine DauersporenDauersporen sind mikroskopisch kleine Sporen, mit denen manche Krankheitserreger im Boden überdauern, etwa der Erreger der Kohlhernie. Sie bleiben über mehrere Jahre lebensfähig und können dann erneut Pflanzen infizieren. dort überdauern. Besonders begünstigt werden Infektionen bei 20 bis 25 °C in feuchtem bis staunassem Boden.
Was du bei Kohlhernie tust
Eine direkte Heilung erkrankter Pflanzen gibt es nicht. Zeigen die Wurzeln die typischen Wucherungen, holst du die Pflanze samt Wurzeln aus dem Beet. Entsorg sie über den Restmüll und nicht über den eigenen Kompost. Anschließend reinigst du Spaten, Grabegabel und die übrigen Bodenbearbeitungsgeräte gründlich.
Auf einer befallenen Fläche pausieren alle Kreuzblütler danach mindestens sieben Jahre. Selbst nach dieser Pause kann die Krankheit zurückkommen, denn die Dauersporen halten sich lange im Boden. Befallen werden können außer Kohl auch Rettich, Radieschen und Raps sowie die Wildkräuter Hederich, Ackersenf und Hirtentäschel. Ich ziehe diese Kräuter auf Kohlbeeten deshalb früh heraus.
Für andere Kohlarten wie Weißkohl, Rotkohl, Rosenkohl und Blumenkohl sind kohlhernieresistente Sorten beschrieben. Mehr dazu findest du im Ratgeber über resistente Sorten und Pflanzenschutz beim Weißkohl.
Boden-pH und Kalk gegen Kohlhernie
Zur Vorbeugung gehören ein Beet ohne Staunässe und die eingehaltene Anbaupause. Als allgemeine Empfehlung für Kohl im Garten gilt ein Boden-pH von 6,5 bis 7. Gegen Kohlhernie liegt die Empfehlung höher, bei pH 7 bis 7,5, allerdings erst nach einer Prüfung des Bodens. Kalk gibst du nur, wenn Messwert, Bodenart und Humusgehalt dafür sprechen. Für Chinakohl hängt der Zielbereich von der Bodenart ab, gemessen in Calciumchlorid:
| Bodenart | Ziel-pH für Chinakohl |
|---|---|
| Sand | 5,8 bis 6,0 |
| lehmiger Sand | 6,0 bis 6,5 |
| sandiger Lehm | 6,5 bis 7,0 |
| Lehm, Schluff | 7,0 bis 7,5 |
Auf Lehm und Schluff deckt sich der Chinakohl-Bereich mit der Empfehlung gegen Kohlhernie. Auf leichteren Böden liegt er niedriger, und ist der Boden schon über seinem passenden Zielbereich, bleibt der Kalk weg. Welcher Wert für dein Beet gilt, klärt deshalb eine Bodenuntersuchung.
Echter und Falscher Mehltau: Belag oder Flecken?
Am Chinakohl zeigt sich Echter Mehltau zuerst als kleine Flecken mit mehligem, weißem Belag. Vorbeugend musst du dagegen gewöhnlich nichts unternehmen. Am Blumenkohl wird er bisher ebenfalls nicht zu den besonders ernsten Krankheiten gezählt. Wie du dort weitere Schadbilder einordnest, liest du im Ratgeber zu Krankheiten und Schädlingen am Blumenkohl.
Falscher Mehltau sieht anders aus. Auf der Blattoberseite zeigen sich gelbliche Flecken, auf der Unterseite vor allem ein weißgrauer Pilzrasen. Vorbeugend hältst du Blattnässezeiten kurz und gießt, wenn nötig, früh am Tag. Jungpflanzen schützt du, indem du gut lüftest, Tau auf den Blättern vermeidest und das Laub rasch abtrocknen lässt.
Die Keimung der Konidien des Falschen Mehltaus an Kohl wird durch 8 bis 12 °C begünstigt. Zwischen 15 und 17 °C kann der Erreger besonders schnell in die Blätter eindringen.
Alternaria: graubraune, rundliche Blattflecken
Graubraune, rundliche Blattflecken an Kohl deuten auf Alternaria hin. Der Pilz profitiert von hoher Luftfeuchtigkeit, wenn es dabei 15 bis 25 °C warm ist. Befallene Blätter nimmst du ab, um die Ausbreitung zu begrenzen.
Unter einem Kulturschutznetz trocknet Chinakohl bei feuchter Witterung langsamer ab, und das kann das Risiko für Pilzerkrankungen erhöhen. Zusammen mit der hohen Luftfeuchte, die Alternaria begünstigt, heißt das: In feuchten Phasen suchst du die Blätter unter dem Netz gezielt nach Flecken ab.
Für die Lagerung von Kopfkohl werden nur gesunde Köpfe ausgelesen, und beim Chinakohl halte ich es genauso. Mehr zur Einordnung von Alternaria und Mehltau am Rotkohl findest du im Rotkohl-Ratgeber.
Weißrost: weiße Pusteln auf gelblichgrünen Stellen
Weißliche bis cremefarbene Pusteln auf gelblichgrün verfärbten Stellen deuten auf Weißrost hin. An Kreuzblütlern werden die Pusteln etwa 0,5 bis 3 mm groß. Bei 10 bis 15 °C findet der Erreger besonders günstige Bedingungen. Vom Echten Mehltau unterscheidest du ihn am Bild: Weißrost bildet einzelne Pusteln, Echter Mehltau einen mehligen Belag.
Ich nehme stark befallene Außenblätter ab und beobachte, ob an den jüngeren Blättern neue Pusteln erscheinen. Beim Weißkohl ist mit Kilastor F1 eine Sorte beschrieben, die gegen Kohlhernie und Weißen Rost resistent ist.
Wenn kein Schädling dahintersteckt
Nicht jeder Schaden am Chinakohl hat einen Erreger. Zu reichliche oder einseitige Düngung kann beim Chinakohl Innenblattnekrosen und weitere physiologische Störungen fördern. Als grober Richtwert für die Frosttoleranz von Herbst-Chinakohl gelten etwa −4 °C. Friert und taut er wiederholt, kann das Fäulnis begünstigen. Gerade bei der Kopfbildung und bei Trockenheit braucht Chinakohl gleichmäßig genug Wasser, aber keine Staunässe. Auch eine windexponierte Lage ist für ihn ungünstig.
Vorbeugen, beobachten, eingreifen
Netz, Kontrolle und Nützlinge
Kulturschutznetz, regelmäßige Kontrolle ab April und Absammeln bilden die Grundlage gegen Kohlschädlinge, ausführlich erklärt im Abschnitt Schädlinge und Pflanzenschutz im Kohl-Ratgeber. Draußen im Beet heißt biologischer Pflanzenschutz vor allem, die Nützlinge zu fördern, die schon da sind. Ein geschlossenes Netz kann ihnen allerdings den Zugang versperren, deshalb suchst du darunter selbst nach eingeschlossenen Schädlingen.
Fruchtfolge und Mischkultur
Zwischen Kohlgewächsen gilt eine Anbaupause von mindestens vier Jahren, und auch Radieschen, Rettich, Senf und Raps zählen dazu. Die Grundlagen stehen im Kohl-Ratgeber unter Fruchtfolge und Mischkultur, deine KohlpauseDie Kohlpause ist eine mehrjährige Anbaupause, in der auf einem Beet weder Kohl noch andere Kreuzblütler wie Radieschen, Rettich oder Rucola wachsen. Sie beugt der Kohlhernie vor, einer Wurzelkrankheit dieser Pflanzenfamilie. planst du im Beetplaner für die Fruchtfolge. Schnittsellerie gilt als traditioneller Kohlpartner, doch seine Wirkung gegen Erdflöhe und Raupen zeigt sich nicht an jedem Standort: Mischkultur ergänzt, sicheren Schutz bietet sie nicht.
Chemie nur als letzter Schritt
Pflanzenschutzmittel, die auch Nützlinge treffen können, kommen am Chinakohl erst infrage, wenn Netz, Kontrolle und Absammeln nicht reichen. Vorher prüfst du in der Gebrauchsanleitung und in der BVL-Datenbank, ob das Mittel für Chinakohl im Haus- und Kleingarten zugelassen und für nichtberufliche Anwender erlaubt ist. Schutzkleidung, Wartezeit und fachgerechte Entsorgung gehören dazu, mehr zur Einordnung steht im Kohl-Ratgeber unter Schädlinge und Pflanzenschutz und im Ratgeber zu Krankheiten an Kohlgemüse und ihrer Behandlung.




