Pak Choi im Hochbeet anbauen: Gießen, Nachkultur und Kohlpause
- Pak Choi wurzelt flach und verträgt Trockenheit schlecht, Hochbeeterde trocknet schneller aus.
- Gründlich statt täglich wenig gießen, vorher die Feuchte unter der Oberfläche prüfen.
- Als Nachkultur säst du Pak Choi ab Mitte Juli.
- Direkt gesät ist er nach sieben bis acht Wochen erntereif.
- Radieschen, Rucola und Gelbsenf zählen bei der Kohl-Anbaupause mit.

Pak Choi, oft auch Pac Choi geschrieben, kannst du als sehr junges Gemüse schon 6 Wochen nach der Aussaat ernten. Im Hochbeet hat er allerdings eine Schwachstelle: Seine flachen Wurzeln vertragen Trockenheit schlecht, und Hochbeeterde trocknet schneller aus. Ich kümmere mich bei Pak Choi im Hochbeet deshalb zuerst ums Wasser. Außerdem plane ich ihn gern als NachkulturEine Nachkultur ist Gemüse, das im Sommer auf einem frei gewordenen Beet gesät oder gepflanzt wird, nachdem die erste Kultur abgeerntet ist. Es wird noch vor den ersten Frösten reif oder bleibt über den Winter stehen. ein, wenn im Sommer ein Abschnitt frei wird.
Ursprünglich kommt Pak Choi aus Asien, als Kohlart gehört er zu den Kreuzblütlern. Du erntest seine Blätter mit den ausgeprägten Stielen. Im Hochbeet kommt es bei ihm vor allem auf drei Dinge an: gleichmäßige Feuchte, den passenden Zeitpunkt und die KohlpauseDie Kohlpause ist eine mehrjährige Anbaupause, in der auf einem Beet weder Kohl noch andere Kreuzblütler wie Radieschen, Rettich oder Rucola wachsen. Sie beugt der Kohlhernie vor, einer Wurzelkrankheit dieser Pflanzenfamilie..
Pak Choi im Hochbeet: die Werte für deine Planung
Mit diesen Werten planst du Pak Choi in dein Hochbeet ein.
| Was | Wert |
|---|---|
| Aussaat | Direktsaat, als Nachkultur ab Mitte Juli |
| Pflanzzeit für Jungpflanzen | Juli bis August |
| Saattiefe | 0,5 bis 1 cm |
| Keimdauer | 7 bis 14 Tage |
| Keimtemperatur | 18 bis 22 °C |
| Abstand als Nachkultur | 30 cm in der Reihe, 30 bis 40 cm zwischen den Reihen |
| Kulturdauer als Nachkultur | 50 bis 65 Tage |
| Ernte nach Pflanzung | nach fünf bis sieben Wochen |
| Ernte nach Direktsaat | nach sieben bis acht Wochen |
| Erntezeit | Juni bis Oktober |
| Standort | sonnig bis halbschattig |
| Winterhärte | nicht winterhart |
| Anbaupause | 4 Jahre, alle Kreuzblütler zählen mit |
Was das Hochbeet Pak Choi bietet und worauf du achten musst
Im Hochbeet arbeitest du rückenschonend, und du kannst Gemüse auch dort anbauen, wo der Gartenboden ungeeignet ist. Die Seitenwände nehmen Sonnenwärme auf und können die Erde dadurch schneller erwärmen. So wird ein früherer Start ins Gartenjahr möglich. Günstig ist eine Beetbreite, bei der du die Mitte von beiden Längsseiten bequem erreichst. Dann kommst du beim Säen, beim Netzauflegen und bei der Ernte an jede Pflanze heran.
Die schnelle Erwärmung hat einen Nachteil: Hochbeeterde trocknet dadurch auch schneller aus. Pak Choi mag dagegen kühle, feuchte und mäßig nährstoffreiche Erde, und als flachwurzelnde Kultur verträgt er Trockenheit schlecht. Für gute Blattqualität braucht er gleichmäßig feuchten, fruchtbaren Boden, und genau diese Feuchte geht im Hochbeet schneller verloren.
Pak Choi wächst sonnig bis halbschattig. Welcher Platz in deinem Garten dazu passt, klärt der Beitrag über Licht, Boden und Feuchte am passenden Pak-Choi-Standort.
Wann Pak Choi ins Hochbeet kommt
Für Pak Choi hast du im Hochbeet zwei Zeitfenster: einen Start im Frühjahr und die Nachkultur ab Mitte Juli.
Frühjahr: früher Start, aber Schossgefahr
Das schneller erwärmte Hochbeet lädt zu einem frühen Start ein. Bei Pak Choi kann Kälte nach einer Frühjahrsaussaat aber vorzeitiges SchossenSchossen nennt man es, wenn eine Gemüsepflanze vorzeitig in die Höhe wächst und Blütenstände bildet, statt weiter Blätter oder Knollen zu entwickeln. Typisch ist das bei Salat, Spinat und Radieschen. auslösen. Ich säe im Frühjahr deshalb erst, wenn im Wetterbericht keine Kälteperiode mehr angesagt ist. Wer früher ernten möchte, liest im Beitrag über den frühen und verlängerten Pak-Choi-Anbau im Frühbeet, wie das geht.
Draußen ist Pak Choi nicht winterhart, manche Sorten eignen sich aber für die Aussaat im kalten Gewächshaus als Überwinterungskultur. Wie du dort Temperatur, Wasser und Lüftung steuerst, zeigt der Beitrag zum Pak-Choi-Anbau unter Glas.
Nachkultur: Pak Choi nach der ersten Ernte
Als Nachkultur säst du Pak Choi ab Mitte Juli. Die Kulturdauer liegt dann bei 50 bis 65 Tagen. Jungpflanzen setzt du von Juli bis August ins Hochbeet. Vorgezogene Pflanzen sind fünf bis sieben Wochen nach der Pflanzung erntereif. Bei Direktsaat dauert es sieben bis acht Wochen bis zur Ernte. Die Erntezeit reicht bis in den Oktober.
Ziehst du den Pak Choi für die Nachkultur vor, kann die erste Kultur länger im Hochbeet stehen bleiben. Du pflanzt dann, sobald der Abschnitt frei ist.
In der Reihe lasse ich jeder Pflanze 30 cm Platz. Zwischen den Reihen plane ich 30 bis 40 cm ein und lege die Reihen so, dass ich jede Pflanze von einer Längsseite aus erreiche.
Gesät wird direkt ins Beet, 0,5 bis 1 cm tief. Wie Anzucht, Pikieren und Auspflanzen bei Kohl gehen, steht im Kohl-Ratgeber unter Aussaat, Anzucht und Pflanzung. Für das übrige Kohljahr hilft dir der Kohl-Aussaatkalender zum Ausdrucken.
Gießen im Hochbeet: gründlich, an der Wurzel, unter Mulch
Wie viel Wasser Gemüse braucht, hängt von Kultur und Sorte, Wetter, Substrat sowie Sonne und Wind am Standort ab. Einen festen Gießplan für Pak Choi gibt es deshalb nicht. Klar ist aber: Ist dein Hochbeet dicht bewachsen, braucht es bei Sommerhitze besonders viel Wasser.
Die Bayerische Gartenakademie rät Hobbygärtnern, Gemüse lieber seltener und gründlich zu gießen als täglich in kleinen Mengen. Als Orientierung nennt sie rund 14 Liter je Quadratmeter als wöchentliche Gabe.
Wer Beetpflanzen täglich mit 2 Litern je Quadratmeter gießt, verliert nach Einschätzung der Bayerischen Gartenakademie gut einen Liter davon wieder durch Verdunstung, ohne dass die Pflanze etwas davon hat.
Im Hochbeet übernehme ich den Grundsatz, gründlich statt oft zu gießen. Den Zeitpunkt richte ich aber nach der Erde, nicht nach dem Kalender. Weil Hochbeeterde schneller austrocknet, kann die nächste Gabe dort früher fällig sein als im ebenerdigen Beet.
Bevor ich gieße, schiebe ich den Mulch zur Seite und prüfe mit dem Finger, ob die Erde unter der Oberfläche noch feucht ist. Wirkt sie dort trocken, gieße ich so viel, dass die Erde auch darunter wieder feucht ist.
Das Wasser gebe ich direkt an die Wurzel und lasse die Blätter trocken. Bei jungen Kohlpflanzen helfen gute Lüftung, rasch abtrocknendes Laub und vermiedene Taubildung, dem Falschen Mehltau vorzubeugen. Gleichmäßig feucht heißt dabei nicht nass, denn Staunässe begünstigt bei Kohl die Kohlhernie.
Eine Mulchdecke mindert den Feuchtigkeitsverlust der Hochbeeterde, im Sommer bremst sie zudem die VerschlämmungVerschlämmung bedeutet, dass sich die oberste Bodenschicht nach starkem Regen dicht zusetzt. Die Oberfläche verliert ihre offenen Poren, nimmt Wasser schlechter auf und kann beim Abtrocknen verkrusten.. Angetrockneten Rasenschnitt bringe ich nur bodendeckend aus und ergänze ihn lieber öfter. Wo kein Mulch liegt, verringert flaches Hacken die Verdunstung. Die Grundregeln fürs Gießen von Kohl stehen im Kohl-Ratgeber unter Gießen.
Erde und Dünger: erst den Hochbeet-Aufbau prüfen
Hast du dein Hochbeet frisch mit Reisig, Kompost und Gärtnererde aufgebaut, gibt es im ersten Jahr viel organisch gebundenen Stickstoff frei. Weil Pak Choi mäßig nährstoffreiche Erde mag, gebe ich ihm in so einem Beet im ersten Jahr keinen zusätzlichen Stickstoff und beobachte die Blätter. Wie du Kohl nach Art und Verwendungszweck düngst, steht im Kohl-Ratgeber unter Düngen.
Fruchtfolge im Hochbeet: Radieschen und Rucola zählen mit
Pak Choi ist ein Kohl und damit ein Kreuzblütler. Für ihn gilt eine FruchtwechselpauseDie Fruchtwechselpause ist die Zeit, in der auf einem Beet weder dieselbe Gemüseart noch eine verwandte Art aus derselben Pflanzenfamilie wächst, damit sich Krankheitserreger und Schädlinge im Boden nicht so leicht vermehren. von 4 Jahren, und in diese Pause zählen alle Kreuzblütler auf derselben Fläche.
Radieschen, Rettich, Rucola und Kresse bei der Kohlpause zu vergessen. Auch das sind Kreuzblütler wie Pak Choi, ebenso die Gründüngungen Gelbsenf, Ölrettich und Raps. Durch diese Verwandtschaft können auch sie die Kohlhernie begünstigen.
Für die Nachkultur hat das eine direkte Folge. Standen im Frühjahr Radieschen oder Rucola in einem Abschnitt, kommt der Pak Choi im Sommer dort nicht hin. Ich teile mein Hochbeet deshalb in Abschnitte und notiere für jeden, wann dort zuletzt ein Kreuzblütler stand. Die Aufteilung kannst du im Beetplaner für deine Beete festhalten.
Ist auf einer Fläche einmal Kohlhernie aufgetreten, wird für Kreuzblütler eine Pause von mindestens 7 Jahren empfohlen. Befallene Pflanzen holst du samt Wurzeln aus dem Beet und gibst sie in den Restmüll statt auf den Kompost. Mehr zu Kohlhernie und Falschem Mehltau steht im Kohl-Ratgeber unter Krankheiten.
Soll nach dem Pak Choi eine Gründüngung ins Hochbeet, nehme ich Phacelia, weil sie mit keiner gängigen Gemüseart verwandt ist. Eine Begrünung im Herbst durchwurzelt den Boden und schützt ihn vor AuswaschungAuswaschung ist der Verlust von Nährstoffen, die Niederschlagswasser aus dem Wurzelraum in tiefere Bodenschichten und bis ins Grundwasser spült. Besonders betroffen ist Nitrat, die Form, in der mineralischer Stickstoff im Boden größtenteils vorliegt.. Wie das mit organischer Düngung zusammenpasst, zeigt der Beitrag über Pak Choi nach Bio-Grundsätzen mit Gründüngung und organischem Dünger.
Nachbarlisten für Pak Choi sind keine verlässlichen Wirkungsversprechen, denn günstige Wirkungen zwischen Gemüsearten lassen sich schwer nachweisen. Setzt du ihn als kurze ZwischenkulturEine Zwischenkultur ist eine schnell wachsende Gemüsekultur, die gleichzeitig mit einer langsam wachsenden Hauptkultur auf dem Beet steht, meist in Reihen dazwischen. Sie ist geerntet, bevor die Hauptkultur den ganzen Platz braucht. zwischen länger stehende Gemüse, erntest du ihn, bevor er die HauptkulturDie Hauptkultur ist die Gemüseart, die im Gartenjahr am längsten auf einem Beet steht, zum Beispiel Tomaten. Nach ihr richtet sich die Beetplanung: Vor-, Nach- und Zwischenkulturen werden um sie herum eingeplant. bedrängt. Mögliche Beetnachbarn prüfst du im Mischkultur-Werkzeug für deine Beetnachbarn.
Netz, Ernte und Küche in Kürze
Kulturschutznetz ab der Aussaat
Auch im Hochbeet brauchen Saaten Schutz vor Kohlerdflöhen, deren neue Käfergeneration ab Juli erscheint, also zur Saatzeit der Nachkultur. Direkt nach der Aussaat lege ich ein Netz mit 0,6 bis 0,8 mm Maschenweite auf, befestige es am Rahmen und öffne es erst zur Ernte. Wie du kontrollierst und bei Befall vorgehst, steht im Kohl-Ratgeber unter Schädlinge und Pflanzenschutz.
Ernte
Wann vorgezogener und direkt gesäter Pak Choi erntereif ist, steht in der Tabelle oben. Im Hochbeet erntest du dabei rückenschonend. Wie du den Erntezeitpunkt erkennst und die Ernte frisch aufbewahrst, beschreibt der Beitrag darüber, wie du Pak Choi im Garten Schritt für Schritt anbaust.
Küche
Stiele und Blätter kannst du roh, gedünstet oder kurz angebraten verwenden. Weil die Stiele länger garen, gebe ich sie vor den Blättern in Pfanne oder Topf. Wie du Pak Choi haltbar machst, erklärt der Beitrag darüber, wie du Pak Choi sicher im Glas fermentierst.



