Pak Choi richtig gießen: in jeder Wachstumsphase, im Beet und im Topf
- Pak Choi wurzelt flach und verträgt Trockenheit schlecht: Halte den Boden gleichmäßig feucht, aber ohne Staunässe.
- Gieß lieber gründlich als oft und wenig; nach dem Gießen sollte die Erde 15 bis 20 cm tief durchfeuchtet sein.
- Gieß am frühen Morgen und bodennah, damit die Blätter im Lauf des Tages abtrocknen.
- Im Hochbeet trocknet die Erde schneller aus, kleine Gefäße brauchen häufiger Wasser, und jedes Gefäß braucht freie Ablauflöcher.
- Eine dünne Mulchschicht aus trockenem Grasschnitt oder Stroh vermindert die Verdunstung.
- Welke trotz nasser Erde kann auf faulende Wurzeln hindeuten: erst fühlen, dann gießen.

Pak Choi wurzelt flach und verträgt Trockenheit schlecht. Für eine gute Blattqualität braucht er gleichmäßig feuchten Boden, aber keine Staunässe. Ich halte die Erde deshalb von der Saat bis zur Ernte gleichmäßig feucht und fühle hinein, bevor ich zur Gießkanne greife.
Pak Choi, oft auch Pac Choi geschrieben, stammt ursprünglich aus Asien und zählt wie Kohl zu den Kreuzblütlern. Was ihn mit den übrigen Kohlarten verbindet, steht im Kohl-Ratgeber unter Arten, Ernteorgane und Herkunft. Hier geht es ums Wasser: wie viel, wann, in welcher Wachstumsphase und in welcher Anbauform.
Wie viel Wasser braucht Pak Choi?
Pak Choi mag kühlen, feuchten und mäßig nährstoffreichen Boden. Feucht heißt dabei nicht nass. Sandige, lehmige und tonige Böden kommen infrage, solange überschüssiges Wasser gut abziehen kann. Welcher Platz im Garten diese Bedingungen bietet, liest du im Ratgeber dazu, welcher Standort und welcher Boden zu Pak Choi passen.
Eine feste Literzahl pro Pflanze gibt es für Pak Choi nicht, weil der Bedarf zu stark schwankt. Wie viel Wasser Gemüse braucht, hängt von Art und Sorte ab, vom Wetter, vom Substrat und von der Lage im Garten. Ein sonniger, windiger Platz verlangt deshalb mehr Wasser als ein geschützter.
Wie oft du gießen solltest
Wie oft du gießt, richtet sich nach der Wasserspeicherfähigkeit deines Bodens, nach der Witterung und nach dem Entwicklungsstadium der Pflanzen. Einen festen Rhythmus nach Kalender gibt es deshalb nicht. Entscheidend ist, dass jede Wassergabe tief genug in den Boden gelangt.
Die Bayerische Gartenakademie rät Hobbygärtnern, Gemüse eher einmal wöchentlich mit rund 14 Litern pro Quadratmeter gründlich zu gießen als täglich in kleinen Mengen. Wer Beetpflanzen täglich mit 2 Litern pro Quadratmeter gießt, verliert gut einen Liter davon wieder durch Verdunstung, ohne dass die Pflanze etwas davon hat.
Diese Faustregel gilt für Gemüse allgemein. Weil Pak Choi flach wurzelt, richte ich mich nicht nach dem Wochentag, sondern nach der Feuchte im Boden. Nach dem Gießen sollte die Erde 15 bis 20 cm tief gut durchfeuchtet sein. Ich prüfe das mit einer Handschaufel, die ich neben der Reihe vorsichtig einsteche, damit ich die flachen Wurzeln nicht beschädige.
Wann und wie du Pak Choi gießt
Gieß vorzugsweise am frühen Morgen, solange Boden und Luft noch kühl sind. Dann verdunstet wenig, und die Pflanzen trocknen im Lauf des Tages ab. Das Wasser gehört an den Boden, die Blätter sollen dabei nicht nass werden. Ich führe die Brause dicht über der Erde zwischen den Pflanzen entlang.
Trockenes Laub ist zugleich Vorbeugung. Bei jungen Kohlpflanzen beugen gute Lüftung, vermiedene Taubildung und rasch abtrocknende Blätter dem Falschen Mehltau vor. Bodennahes Gießen am Morgen kann dazu beitragen.
Gießkanne oder Tropfschlauch?
Für wenige Pflanzen genügt die Gießkanne mit Brause. Bei längeren Reihen ist eine Tropfbewässerung eine Überlegung wert. Ein Tropfschlauch bringt das Wasser gezielt an die Pflanzen und kann den Wasserverbrauch und den KrankheitsdruckKrankheitsdruck beschreibt, wie groß die Gefahr ist, dass Pflanzen von Krankheitserregern befallen werden. Er steigt zum Beispiel bei feucht-warmem Wetter, das besonders Pilzkrankheiten fördert. senken.
Lass die Tropfbewässerung langsam laufen. Dann kann das Wasser besser in tiefere Bodenschichten eindringen.
Grauwasser vom Baden, Duschen oder Waschen kommt für die Gartenbewässerung nur infrage, wenn es vorher in einer speziellen Grauwasseranlage gereinigt wurde.
Mulch hält die Feuchte im Boden
Eine dünne Schicht aus trockenem Grasschnitt oder Stroh vermindert die Verdunstung aus offenem Boden. Mulch mindert außerdem die Erhitzung des Bodens und lässt starken Regen besser einsickern. Weil Pak Choi kühlen und feuchten Boden bevorzugt und Mulch sowohl die Erhitzung als auch die Verdunstung mindert, bedient eine Mulchdecke beide Ansprüche zugleich. Angetrockneten Rasenschnitt bringst du nur dünn bodendeckend aus und ergänzt ihn dafür öfter. Wo du nicht mulchst, hilft flaches Hacken, weil es BeikräuterBeikraut nennt man jede Pflanze, die zwischen den angebauten Kulturpflanzen mitwächst, egal ob wild oder domestiziert, nützlich oder schädlich. Das Wort ist neutral gemeint, während „Unkraut“ eine persönliche Wertung ausdrückt. unterdrückt und die Verdunstung vermindert.
Ich lege angetrockneten Rasenschnitt zwischen die Reihen, sobald die Pflanzen so groß sind, dass ich keine Sämlinge mehr zudecke. Scheint die Erde wieder durch, lege ich nach.
Gießen nach Wachstumsphase
Aussaat und Keimung
Pak Choi lässt sich direkt ins Beet säen. Bis die Keimlinge erscheinen, vergehen 7 bis 14 Tage. In dieser Zeit hältst du die Saat gleichmäßig feucht, ohne dass Wasser stehen bleibt. Ich gieße Saatreihen mit feiner Brause. Termine und Saattiefe findest du im Ratgeber, wann und wie du Pak Choi aussäst.
Ziehst du Jungpflanzen in Töpfen vor, brauchen sie während der Anzucht gleichmäßig Wasser. Die Anzuchtgefäße müssen dafür einen Wasserabzug haben. Deckst du die Anzuchtschale ab, entfernst du die Abdeckung, sobald die ersten Keimlinge erscheinen. Wässrig-weiche Sämlingsstängel, die an einer Stelle stark eingeschnürt sind, können auf die Umfallkrankheit hinweisen. Vorbeugen lässt sich mit sauberem, neuem Anzuchtsubstrat, gereinigten Gefäßen und vermiedener Staunässe.
Pflanzung und Anwachsen
Gepflanzt wird Pak Choi von Juli bis August. Gieß die Jungpflanzen direkt nach dem Setzen mit feinem Wasserstrahl an. So bekommen Wurzelballen und umgebende Erde guten Kontakt.
Blattwachstum bis zur Ernte
Mit dem Wachstum steigt auch der Wasserbedarf. Bei Gemüse ist eine ausreichende Versorgung besonders während des Hauptblattwachstums wichtig. Von Pak Choi erntest du die Blätter und ihre ausgeprägten Stiele, also genau das, was in dieser Phase wächst: Eine Trockenphase trifft hier unmittelbar das Erntegut.
Lang ist diese Phase nicht. Nach der Pflanzung ist Pak Choi in fünf bis sieben Wochen erntereif. Bei einer Direktsaat dauert es sieben bis acht Wochen. Bis dahin hältst du den Boden gleichmäßig feucht. Den ganzen Ablauf beschreibt der Ratgeber über die Pak-Choi-Kultur von der Saat bis zur Ernte.
Gießen nach Anbauform
Wie schnell die Erde abtrocknet, hängt stark davon ab, wo dein Pak Choi wächst.
| Anbauform | Worauf du beim Gießen achtest |
|---|---|
| Gartenbeet | durchlässiger Boden, Mulch oder flaches Hacken gegen Verdunstung |
| Hochbeet | Erde erwärmt sich und trocknet schneller aus, Mulchdecke gegen Feuchteverlust |
| Kübel und Balkonkasten | freie Ablauflöcher, kleine Gefäße brauchen häufiger Wasser |
| Gewächshaus | lüften, Temperatur und Luftfeuchte kontrollieren |
Im Gartenbeet
Im Beet bestimmt der Boden, wie lange eine Wassergabe vorhält. Kompost verbessert bei sandigen Böden das Wasserhaltevermögen und bei schweren Böden die KrümelstrukturKrümelstruktur bedeutet: Die Bodenteilchen halten zu lockeren, mit bloßem Auge sichtbaren Krümeln zusammen, zwischen denen viele Hohlräume bleiben. Der Boden baut sie selbst auf, getragen von aktivem Bodenleben, gutem Humus und ausreichend Ton und Kalk. und die Durchlüftung. Beides kommt einer Kultur zugute, die gleichmäßige Feuchte ohne Staunässe braucht.
Im Hochbeet
Hochbeeterde erwärmt sich schneller als Gartenboden und trocknet dadurch auch schneller aus. Eine Mulchdecke mindert den Feuchtigkeitsverlust. Dicht bewachsene Hochbeete brauchen bei sommerlicher Hitze besonders viel Wasser. Im Hochbeet fühle ich vor dem Gießen unter die oberste Erdschicht.
Im Kübel und Balkonkasten
Pak Choi eignet sich auch für Gefäße. Jedes Gefäß braucht freie Ablauflöcher, sonst staut sich Wasser, das die Wurzeln schädigt. Größere Gefäße speichern mehr Wasser und erlauben dadurch längere Gießabstände. Kleine Gefäße brauchen häufiger Wasser, im Hochsommer auch mehrmals am Tag.
Für Gemüse in Gefäßen eignen sich faserreiche, möglichst torffreie Kompostsubstrate, weil sie Luft, Wasser und Nährstoffe speichern. Torffreie Erde trocknet an der Oberfläche schnell ab. Prüf deshalb vor dem Gießen auch die Feuchte darunter.
Gefäß mit freien Ablauflöchern · lieber ein größeres als ein kleines Gefäß · faserreiches, torffreies Substrat · vor dem Gießen unter der Oberfläche fühlen · kleine Gefäße im Hochsommer mehrmals am Tag kontrollieren
Im Gewächshaus
Unter Glas gehören regelmäßiges Lüften und die Kontrolle mit Minimum-Maximum-Thermometer und HygrometerEin Hygrometer ist ein Messgerät für die Luftfeuchtigkeit. Beim Gärtnern zeigt es dir, wie feucht die Luft im Gewächshaus, unter der Anzuchthaube oder bei deinen Zimmerpflanzen ist. zur Klimaführung. Besonders im Sommer musst du dort ausreichend lüften und die Temperatur im Blick behalten. Die Einzelheiten stehen im Ratgeber dazu, wie du Pak Choi im Gewächshaus gießt und lüftest.
Zu viel oder zu wenig Wasser: woran du es merkst
Welke Blätter können auf Wassermangel hindeuten, aber auch auf das Gegenteil. Ständige Überwässerung kann die Wurzeln faulen lassen, und dann zeigt die Pflanze Wassermangelsymptome, obwohl der Boden feucht ist. Welke ist deshalb ein Hinweis und keine sichere Diagnose.
Pak Choi lässt die Blätter hängen, und sofort kommt die Gießkanne. Fühl zuerst unter der Oberfläche in die Erde. Ist sie dort nass, kann zu viel Wasser die Ursache sein; dann gießt du nicht nach, sondern sorgst dafür, dass überschüssiges Wasser abziehen kann.
Staunässe schadet Pak Choi noch auf einem zweiten Weg. Er gehört zu den Kreuzblütlern, und Kohlhernie-Infektionen werden besonders bei 20 bis 25 °C und feuchten bis staunassen Böden begünstigt. Wer Pak Choi im warmen Sommer ständig nass hält, schafft also Bedingungen, die KohlhernieKohlhernie ist eine Wurzelkrankheit von Kohl und anderen Kreuzblütlern, verursacht durch den Schleimpilz Plasmodiophora brassicae. Befallene Pflanzen welken und kümmern, an den Wurzeln bilden sich knötchenartige Verdickungen oder fingerförmige Wucherungen. begünstigen können. Vorbeugen heißt, Staunässe zu vermeiden, die Anbaupause einzuhalten und befallene Pflanzen samt Wurzeln aus dem Beet zu nehmen.
Gießen im Jahreslauf
Frühjahrssaat
Bei einer Aussaat im Frühjahr kann Kälteeinwirkung dazu führen, dass Pak Choi vorzeitig schießt. Siehst du früh Blütenstände, prüf zuerst, ob es nach der Aussaat kalt war, bevor du am Gießen etwas änderst. Warme und trockene Frühjahre begünstigen KohlerdflöheErdflöhe sind winzige, sprungstarke Blattkäfer, die Blätter von Kohlgewächsen wie Radieschen, Rucola und Kohl siebartig durchlöchern. Am häufigsten sind Kohlerdflöhe, kleine Käfer mit gelben Streifen an der Seite.. Gleichmäßig feuchter Boden kann den Erdflohbefall bei Pak Choi mindern.
Sommersaat als Nachkultur
Als NachkulturEine Nachkultur ist Gemüse, das im Sommer auf einem frei gewordenen Beet gesät oder gepflanzt wird, nachdem die erste Kultur abgeerntet ist. Es wird noch vor den ersten Frösten reif oder bleibt über den Winter stehen. säst du Pak Choi ab Mitte Juli. Ab Juli ist auch die neue Generation der Kohlerdflöhe unterwegs. Die Sommersaat läuft also genau in die Zeit der neuen Käfer hinein, und gleichmäßig feuchter Boden kann den Befall dann mindern. Zusätzlich legst du direkt nach der Aussaat ein KulturschutznetzEin Kulturschutznetz, auch Gemüsefliegennetz genannt, ist ein engmaschiges Kunststoffnetz, das du locker über Gemüsebeete legst. Es hält Gemüsefliegen wie Möhren-, Kohl- und Zwiebelfliege von den Pflanzen fern, außerdem Vögel und Kaninchen. mit 0,6 bis 0,8 mm Maschenweite auf und hältst es bis zur Ernte geschlossen.
Wo die Nachkultur nach der ersten Kultur Platz findet, planst du im Beetplaner für Vor- und Nachkulturen.
Gießen und Düngen zusammen denken
Bei großer Hitze und Trockenheit gießt du Flüssigdünger in niedriger Konzentration auf zuvor angefeuchteten Boden und nicht über die Pflanzen. Steht Pak Choi als Nachkultur auf ausreichend versorgtem Boden, kann eine zusätzliche Grunddüngung entfallen. Welche Nährstoffe Pak Choi braucht, erklärt der Ratgeber dazu, wie du Pak Choi ohne Überdüngung versorgst.



