Pak Choi biologisch anbauen: von der Gründüngung bis zur Samenernte
- Vor Pak Choi passt Phacelia oder Buchweizen als Gründüngung; Senf, Ölrettich und Raps sind selbst Kreuzblütler.
- Reifer Kompost ist die Grundgabe, im Frühjahr höchstens 3 l je m²; Stickstoff bringt eine Leguminosen-Vorfrucht oder Hornmehl.
- Das Kulturschutznetz mit 0,6 bis 0,8 mm Maschenweite kommt direkt nach der Saat aufs Beet und bleibt bis zur Ernte dicht.
- Gegen Unkraut hackst du flach und mulchst mit angetrocknetem Rasenschnitt, den du dünn bodendeckend ausbringst.
- Kälte nach einer Frühjahrsaussaat kann Pak Choi schossen lassen; schossende Pflanzen erntest du oder lässt sie für Samen stehen.
- Zwischen zwei Kreuzblütlern auf derselben Fläche liegen mindestens vier Jahre.

Als Nachkultur steht Pak Choi nur 50 bis 65 Tage im Beet. Im Bio-Garten heißt das: Boden, Nährstoffe und der Schutz vor Erdflöhen müssen vorbereitet sein, bevor die ersten Blätter wachsen. Ich plane sein Beet deshalb vom Boden her: erst die passende Gründüngung, dann Kompost, und direkt nach der Saat kommt das Netz darüber. Blüht dein Pak Choi trotzdem zu früh, kann Kälte nach einer Frühjahrsaussaat dahinterstecken. Verloren ist er dann nicht, denn du erntest ihn sofort oder lässt ihn für die Samenernte stehen.
Pak Choi, auch Pac Choi geschrieben, stammt aus Asien und gehört wie alle Kohlarten zu den Kreuzblütlern. Botanisch heißt er Brassica rapa subsp. chinensis, und gegessen werden seine Blätter samt den ausgeprägten Stielen.
Standort, Aussaat und Gießen in Kürze
Pak Choi wächst sonnig bis halbschattig und mag einen kühlen, feuchten, mäßig nährstoffreichen Boden. Er wurzelt flach und verträgt Trockenheit schlecht, deshalb hältst du die Erde gleichmäßig feucht, ohne dass sich Wasser staut.
Du säst Pak Choi direkt ins Beet. Als Nachkultur kommt er ab Mitte Juli auf abgeräumte Flächen. Die Saattermine der Kohlarten hast du mit dem druckbaren Aussaatkalender für Kohl auf einem Blatt.
| Eckdaten zur Aussaat | Wert |
|---|---|
| Saattiefe | 0,5 bis 1 cm |
| Keimtemperatur | 18 bis 22 °C |
| Keimdauer | 7 bis 14 Tage |
| Abstand als Nachkultur | 30 cm in der Reihe, 30 bis 40 cm Reihenabstand, Einzelpflanzen in Reihen |
Wie Aussaat, Anzucht und Pflanzung bei Kohl grundsätzlich ablaufen, erklärt der Kohl-Ratgeber. Standort, Saat und Gießen speziell für Pak Choi vertieft die Anbauanleitung für Pak Choi im Hausgarten. Für Sätze unter Glas liest du nach, wie du Pak Choi im Gewächshaus anbaust.
Den Boden biologisch vorbereiten
Im Bio-Garten verbesserst du den Boden mit Pflanzen und Kompost, bevor der Pak Choi einzieht.
Gründüngung als Vorfrucht
Vor Kohlgewächsen wie Pak Choi eignen sich Phacelia oder Buchweizen als Gründüngung. Phacelia ist mit keiner gängigen Gemüseart verwandt und passt deshalb gut in eine Kohlfruchtfolge. Senf, Ölrettich und Raps lässt du vor Pak Choi weg, weil sie selbst Kreuzblütler sind und zur Anbaupause zählen.
Eine Gründüngung kann leichte Böden wasserspeichernder und schwere Böden durchlässiger machen. Als Herbstbegrünung durchwurzelt sie das Beet und schützt es vor Auswaschung. Willst du vorab Stickstoff in den Boden bringen, säst du Leguminosen als ZwischenfruchtEine Zwischenfrucht ist eine Kultur, die zwischen zwei Hauptfrüchten auf derselben Fläche wächst, oft von der Ernte im Spätsommer bis zum nächsten Frühjahr. Sie wird als Gründüngung zur Bodenverbesserung oder, in der Landwirtschaft, als Futter angebaut. oder im Gemenge.
Winterroggen kannst du noch bis Oktober säen. Er passt aber nur auf Beete, die du erst ab Ende April wieder brauchst.
Sobald ein Beet abgeräumt ist, auf dem im nächsten Jahr Pak Choi wachsen soll, säe ich dort Phacelia. Bei fertigen Gründüngungsmischungen prüfe ich vorher die Zusammensetzung, damit weder Senf noch Ölrettich darin stecken.
Kompost und schonende Bodenbearbeitung
Reifer Kompost verbessert bei sandigen Böden das Wasserhaltevermögen, bei schweren Böden die KrümelstrukturKrümelstruktur bedeutet: Die Bodenteilchen halten zu lockeren, mit bloßem Auge sichtbaren Krümeln zusammen, zwischen denen viele Hohlräume bleiben. Der Boden baut sie selbst auf, getragen von aktivem Bodenleben, gutem Humus und ausreichend Ton und Kalk. und die Durchlüftung. Als jährliche Grundgabe bringst du im Frühjahr höchstens 3 l Kompost je m² aus. Sind Phosphor oder Kalium im Boden schon stark erhöht, fällt die Gabe kleiner aus. Kohlherniebefallene Wurzeln entsorgst du über den Restmüll, denn was auf dem Kompost landet, kommt später wieder aufs Beet.
Ein bestehendes Gemüsebeet lockerst du mit dem Sauzahn, ohne die Bodenschichten zu wenden. Ich ziehe ihn im Frühjahr kreuzweise in etwa 20 cm Abstand durch das Beet. Umgegraben wird vor allem bei Neuanlagen und sehr schweren Böden. Bearbeite den Boden erst, wenn keine Erde mehr an den Geräten haften bleibt.
Ob du kalken musst, entscheiden Bodenart und Bodenuntersuchung. Liegt der pH-Wert über dem passenden Zielbereich, kalkst du nicht. Die Probe nimmst du zwischen Herbst und Frühjahr oder nach der Ernte, getrennt nach Nutzungsbereichen und nicht direkt nach einer Düngung.
Vorfrucht ohne Kreuzblütler gewählt; Kompost eingearbeitet; Boden mit dem Sauzahn gelockert, ohne ihn zu wenden; Kulturschutznetz und Bügel liegen bereit, bevor du säst.
Organisch düngen: Kompost, Horn und Leguminosen
Pak Choi mag einen mäßig nährstoffreichen Boden. Die Basis ist die Kompostgabe aus der Bodenvorbereitung, doch Kompost allein deckt den Stickstoffbedarf von Gemüse nicht. Hatte das Beet eine Leguminosen-Vorfrucht, bringt sie Stickstoff mit, den der Kompost nicht liefert.
Fehlt diese Vorfrucht, ergänzt du organisch mit Horn. Hornspäne, Horngrieß und Hornmehl eignen sich im Bio-Garten als Stickstoffdünger. Weil Hornmehl schneller umgesetzt wird, nehme ich es für die kurze Pak-Choi-Kultur. Die Menge richtest du nach dem Bodenzustand, tastest dich heran und schaust auf die Blätter.
Eine Standard-Bodenanalyse bestimmt pH, Phosphor, Kalium und Magnesium. Löslichen Stickstoff und den Humusgehalt lässt du gesondert untersuchen.
Ein frisch mit Reisig, Kompost und Gärtnererde aufgebautes Hochbeet setzt im ersten Jahr viel organisch gebundenen Stickstoff frei. Dort lasse ich die Horngabe zunächst weg und beobachte die Pflanzen. Was im Hochbeet sonst anders läuft, liest du in der Anleitung für Pak Choi im Hochbeet.
Unkraut ohne Chemie: hacken und mulchen
Unkraut konkurriert mit dem Pak Choi um Wasser und Nährstoffe. Flaches Hacken unterdrückt Beikräuter und vermindert zugleich die Verdunstung. Das kommt einer flach wurzelnden Pflanze entgegen, die Trockenheit schlecht verträgt.
Vor der Saat jäte ich das Beet gründlich. Solange der Boden offen liegt, hacke ich regelmäßig flach zwischen den Reihen. Sobald die Pflanzen stehen, decke ich den Boden mit Mulch ab, der im Sommer Verdunstung und VerschlämmungVerschlämmung bedeutet, dass sich die oberste Bodenschicht nach starkem Regen dicht zusetzt. Die Oberfläche verliert ihre offenen Poren, nimmt Wasser schlechter auf und kann beim Abtrocknen verkrusten. mindert.
Angetrockneten Rasenschnitt bringst du nur dünn bodendeckend aus. Dafür ergänzt du ihn öfter, statt eine dicke Lage auf einmal aufzuschichten.
Biologischer Pflanzenschutz: Netz, Kontrolle, Nützlinge
Im Bio-Garten schützt du Pak Choi mit einer Barriere, mit regelmäßiger Kontrolle und mit Nützlingen. Dafür musst du wissen, wer an die Pflanzen geht und wann.
Diese Schädlinge gehen an Pak Choi
KohlerdflöheErdflöhe sind winzige, sprungstarke Blattkäfer, die Blätter von Kohlgewächsen wie Radieschen, Rucola und Kohl siebartig durchlöchern. Am häufigsten sind Kohlerdflöhe, kleine Käfer mit gelben Streifen an der Seite. sind etwa 2,5 bis 3 mm große Blattkäfer. Viele kleine Löcher in jungen Blättern können auf sie hindeuten. Die Käfer, die überwintert haben, sind meist ab April unterwegs. Ab Juli folgt die neue Käfergeneration, also in der Zeit, in der du die Nachkultur säst.
Die erste Generation der Kleinen KohlfliegeDie Kohlfliege (Kleine Kohlfliege) ist ein Schädling an Kohl, Rettich und Radieschen. Ihre weißlichen Maden sitzen im Wurzelbereich junger Kohlpflanzen, die dann welken; in Rettich und Radieschen verursachen sie Fraßgänge. zeigt sich je nach Witterung im April oder Anfang Mai. Ungefähr 8 bis 10 Tage danach beginnt die Eiablage. Außerdem fressen Raupen an den Blättern, zum Beispiel die des Kohlweißlings.
Das Kulturschutznetz direkt nach der Saat
Ein Kulturschutznetz mit 0,6 bis 0,8 mm Maschenweite legst du unmittelbar nach der Aussaat auf. Es bleibt bis zur Ernte geschlossen, und seine Ränder liegen rundum dicht am Boden. Ich spanne das Netz über Bügel und beschwere die Ränder mit Brettern. So ein Netz kann Befall verhindern oder vermindern, eine Garantie ist es nicht. Bei feuchter Witterung trocknen die Blätter darunter langsamer ab, was das Risiko für Pilzkrankheiten erhöhen kann.
Das Netz erst aufzulegen, wenn die ersten Löcher in den Blättern auftauchen. Dann können die Käfer schon darunter sitzen, deshalb gehört es unmittelbar nach der Saat aufs Beet.
Kontrolle, Absammeln, Nützlinge
Ab April kontrollierst du Saaten und Jungpflanzen regelmäßig, auch unter dem Netz. Raupen und Larven sammelst du ab, befallene Blätter entfernst du. Das kann den Schaden begrenzen, wenn trotz Netz ein Befall auftritt.
Nützlinge brauchen im Garten Nahrung und Rückzugsräume. Ungefüllte Blüten sowie Laub- und Totholzhaufen bieten ihnen Futter oder Unterschlupf.
Duftende Nachbarn wie Zwiebeln, Knoblauch oder Tagetes sollen Schädlinge vom Pak Choi fernhalten. Günstige Wirkungen zwischen Gemüsearten lassen sich aber schwer nachweisen, und Erfahrungsberichte widersprechen sich teilweise. Ich wähle Nachbarn nach Platz und Erntezeit aus und lege das Netz trotzdem auf.
Krankheiten vorbeugen
Feuchte bis staunasse Böden begünstigen Kohlhernie, und die DauersporenDauersporen sind mikroskopisch kleine Sporen, mit denen manche Krankheitserreger im Boden überdauern, etwa der Erreger der Kohlhernie. Sie bleiben über mehrere Jahre lebensfähig und können dann erneut Pflanzen infizieren. ihres Erregers können bis zu 20 Jahre im Boden überdauern. Du beugst vor, indem du Staunässe vermeidest, die Anbaupause einhältst und kranke Pflanzen mitsamt Wurzeln entfernst. Dem Falschen Mehltau beugst du bei Jungpflanzen vor, indem du gut lüftest, Taubildung vermeidest und die Blätter rasch abtrocknen lässt. Beide Krankheiten beschreibt der Kohl-Ratgeber im Kapitel Krankheiten ausführlicher.
Fruchtfolge und Mischkultur
Zur Vorbeugung gegen Kohlhernie lässt du zwischen zwei Kreuzblütlern auf derselben Fläche mindestens vier Jahre Pause. Dazu zählen neben Kohl auch Radieschen, Rettich, Rucola und Kresse. Welche Kultur wann auf welches Beet kommt, planst du mit dem Beetplaner für deinen Garten.
Kurzlebige ZwischenkulturenEine Zwischenkultur ist eine schnell wachsende Gemüsekultur, die gleichzeitig mit einer langsam wachsenden Hauptkultur auf dem Beet steht, meist in Reihen dazwischen. Sie ist geerntet, bevor die Hauptkultur den ganzen Platz braucht. erntest du ab, bevor sie die länger stehende HauptkulturDie Hauptkultur ist die Gemüseart, die im Gartenjahr am längsten auf einem Beet steht, zum Beispiel Tomaten. Nach ihr richtet sich die Beetplanung: Vor-, Nach- und Zwischenkulturen werden um sie herum eingeplant. bedrängen. Passende Nachbarn für dein Pak-Choi-Beet suchst du mit dem Mischkultur-Werkzeug.
Ernte, Lagerung und Küche in Kürze
Nach der Direktsaat erntest du Pak Choi nach 7 bis 8 Wochen. Gepflanzte Jungpflanzen sind ab der Pflanzung nach 5 bis 7 Wochen so weit. Als sehr junges Gemüse kannst du ihn bereits 6 Wochen nach der Aussaat ernten.
In der Küche nutzt du Blätter und Stiele roh, gedünstet oder kurz angebraten, wobei die Stiele länger garen. Mehr dazu, wie du Pak Choi erntest und frisch hältst, liest du im Kulturbeitrag.
Pak Choi blüht: Ursachen und was du jetzt tust
Blüht dein Pak Choi, bevor du ernten konntest, hat er geschosst.
Pak Choi ist botanisch zweijährig. Im Garten erntest du ihn aber schon im ersten Jahr als Blattgemüse, deshalb ist ein Blütenstängel im Aussaatjahr zu früh.
Kälte nach einer Frühjahrsaussaat kann vorzeitiges Schossen auslösen. Als Nachkultur säst du Pak Choi erst ab Mitte Juli, und dieser Satz bekommt die Frühjahrskälte gar nicht erst ab. Frühe Sätze säe ich deshalb erst in warmen Boden und nehme dafür Sorten, die als schossfest angeboten werden. Ganz ausschließen lässt sich eine frühe Blüte damit nicht.
Zeigt sich ein Blütentrieb, entscheide ich gleich: Die meisten Pflanzen ernte ich sofort, die kräftigsten bleiben als Samenträger stehen.
Samen von Pak Choi selbst ernten
Samenträger lässt du blühen und Schoten ansetzen. Die Blütezeit reicht von Mai bis August. Ich schneide die Schoten ab, sobald sie braun und trocken sind, lasse sie nachtrocknen und lagere die Samen kühl und trocken. Für die Samenernte baue ich samenfeste Sorten an.
Meine Samenträger markiere ich mit einem Stab, damit sie beim Abräumen des Beets stehen bleiben. Die abgeschnittenen Schoten hänge ich zum Nachtrocknen in einer Papiertüte auf.



