Pak Choi düngen: wie viel er braucht und wann es zu viel wird
- Pak Choi mag fruchtbaren, gleichmäßig feuchten und nur mäßig nährstoffreichen Boden.
- Als Nachkultur auf ausreichend versorgtem Beet kann die zusätzliche Grunddüngung entfallen.
- Zur Nachdüngung von Pak Choi als Nachkultur kommen 50 g Hornmehl je m² infrage.
- Hornmehl setzt sich im Boden in etwa 6 Wochen um, größere Hornspäne brauchen mehrere Monate.
- Horndünger kommen auch bei Herbstkulturen nicht später als Ende August ins Beet.
- Helle Blätter sind nur ein Hinweis: erst die Bodenfeuchte prüfen, dann über Dünger entscheiden.

Pak Choi ist fünf bis sieben Wochen nach der Pflanzung erntereif. Wer ihn so kräftig düngt wie Weißkohl mit seinem hohen Stickstoffbedarf, gibt ihm mehr, als er braucht. Pak Choi, auch Pac Choi geschrieben, mag fruchtbaren, aber nur mäßig nährstoffreichen Boden. Bevor ich ihn säe, schaue ich deshalb nach, womit ich das Beet in diesem Jahr schon gedüngt habe.
Wie viel Nährstoffe braucht Pak Choi?
Pak Choi wächst am besten in kühlem, feuchtem und mäßig nährstoffreichem Boden. Er wurzelt flach und verträgt Trockenheit schlecht. Für eine gute Blattqualität braucht er gleichmäßig feuchten, fruchtbaren Boden. Den Unterschied zu den stark zehrenden Kohlarten zeigen die Mengen je Quadratmeter.
| Kultur | Menge je m² | Hinweis |
|---|---|---|
| Pak Choi als Nachkultur | 50 g Hornmehl oder alternativ 25 g Kalkammonsalpeter | zur Nachdüngung; auf ausreichend versorgtem Boden kann die zusätzliche Grunddüngung entfallen |
| Kohlarten mit hohem Stickstoffbedarf wie Blumenkohl, Brokkoli, Kopfkohl und Rosenkohl | bis maximal 150 g Hornmehl | aufgeteilt in zwei Teilgaben |
Als Nachkultur folgt Pak Choi im selben Jahr auf eine früher abgeerntete Kultur. Gesät wird er dann ab Mitte Juli, und die Kulturdauer liegt bei 50 bis 65 Tagen.
Grunddüngung: Wann Kompost reicht
Als Nachkultur steht Pak Choi auf einem Beet, das die Vorkultur bereits genutzt hat. Ist dieser Boden noch ausreichend versorgt, kann eine zusätzliche Grunddüngung entfallen. Säst du Pak Choi dagegen im Frühjahr auf ein Beet ohne Vorkultur, gehört die jährliche Kompostgabe dazu. Für diese Grunddüngung im Gemüsegarten gelten höchstens 3 l Kompost je m², ausgebracht im Frühjahr. Bei stark erhöhten Phosphor- oder Kaliumwerten wird auch diese Gabe eingeschränkt. Kompost allein deckt die Stickstoffversorgung von Gemüse allerdings nicht, deshalb kann trotzdem eine Nachdüngung nötig werden.
Ich notiere mir im Frühjahr für jedes Beet, wie viel Kompost und HorndüngerHorndünger ist der Oberbegriff für organische Dünger aus gemahlenen Hörnern und Hufen von Rindern, etwa Hornmehl und Hornspäne. Sie liefern vor allem Stickstoff und geben ihn je nach Körnung schneller oder langsamer ab. hineinkam. Wenn im Juli Pak Choi folgt, entscheide ich mit dieser Notiz und einem Blick auf die abgeräumte Vorkultur, ob er überhaupt Dünger bekommt.
Nachdüngen: welcher Dünger, welche Menge, bis wann
Die Menge für Pak Choi
Braucht das Beet doch Nachschub, gibt es für Pak Choi als Nachkultur zwei Wege.
Zur Nachdüngung von Pak Choi als Nachkultur kommen alternativ 25 g Kalkammonsalpeter oder 50 g Hornmehl je m² infrage. Die Menge bezieht sich auf die Beetfläche, nicht auf die einzelne Pflanze.
Ich nehme Hornmehl, streue es gleichmäßig zwischen die Reihen und arbeite es mit der Hacke flach ein. Hornmehl zählt wie Horngrieß und Hornspäne zu den organischen Stickstoffdüngern.
Warum Hornmehl und nicht Hornspäne?
Horndünger wirken nicht sofort, weil sie erst im Boden umgesetzt werden. Wie lange das dauert, passt unterschiedlich gut zu einer so kurzen Kultur.
| Was | Zeitraum |
|---|---|
| Hornmehl: vollständige Umsetzung im Boden | etwa 6 Wochen |
| Größere Hornspäne: vollständige Umsetzung im Boden | mehrere Monate |
| Pak Choi: Ernte nach der Pflanzung | fünf bis sieben Wochen |
| Pak Choi: Ernte nach der Direktsaat | sieben bis acht Wochen |
| Pak Choi als sehr junges Gemüse | bereits 6 Wochen nach der Aussaat |
Pak Choi aus Direktsaat ist nach sieben bis acht Wochen geerntet, größere Hornspäne brauchen für die Umsetzung mehrere Monate. Ein Teil ihres Stickstoffs wird deshalb erst frei, wenn der Pak Choi schon geerntet ist. Aussaat, Pflanzung und Ernte im Einzelnen beschreibt der Ratgeber dazu, wie du Pak Choi vom Samen bis zur Ernte kultivierst.
Bis wann du düngen kannst
Horndünger bringst du im Gemüsegarten auch bei Herbstkulturen nicht später als Ende August aus. Pak Choi als Nachkultur wird ab Mitte Juli gesät. Für eine Horngabe bleibt also nur die Zeit zwischen Aussaat und Ende August. Ich streue das Hornmehl deshalb lieber früh als spät in der Kultur. Die Aussaattermine der einzelnen Kohlarten zeigt dir der Aussaatkalender für Kohl zum Ausdrucken.
Wasser und Dünger gehören zusammen
Weil Pak Choi flach wurzelt und Trockenheit schlecht verträgt, hängt seine Blattqualität auch an der Bodenfeuchte. Gleichmäßige Bodenfeuchte mindert bei Pak Choi zudem den Erdflohbefall. Bei großer Hitze und Trockenheit gießt du Flüssigdünger in niedriger Konzentration auf zuvor angefeuchteten Boden und nicht über die Pflanzen. Wie du die Wassergaben planst, liest du im Ratgeber dazu, wie du Pak Choi in jeder Wachstumsphase richtig gießt.
Helle oder welke Blätter: Hunger, Durst oder Staunässe?
Vergilbte Blätter verleiten zum Nachdüngen, doch die Ursache kann auch beim Wasser liegen. Bei Grünkohl etwa kann schon Wassermangel die Blätter vergilben lassen. Ständige Überwässerung wiederum kann Wurzeln faulen lassen, sodass Pflanzen trotz feuchten Bodens Wassermangelsymptome zeigen.
Erst wenn die Wasserfrage geklärt ist, lohnt der Blick auf die Nährstoffe. Werden bei feuchtem Boden die älteren Blätter gleichmäßig hell, kann das auf Stickstoffmangel hindeuten. Aufhellungen zwischen den Blattadern älterer Blätter können auf Magnesiummangel hindeuten. Mehr Sicherheit gibt eine Bodenuntersuchung, die unter anderem pflanzenverfügbares Magnesium bestimmen kann.
So gehe ich vor, bevor ich bei hellen Blättern nachdünge.
- Neben einer Pflanze vorsichtig nachgraben und die Feuchte mit der Hand prüfen.
- Boden trocken: zuerst gießen und die Blätter weiter beobachten.
- Boden nass, Blätter welk: an Staunässe denken, nicht an Dünger.
- Boden feucht, ältere Blätter gleichmäßig hell: Nachdüngung mit Hornmehl erwägen.
- Datum prüfen: Nach Ende August kommt kein Horndünger mehr ins Beet.
Zu viel gedüngt: Woran du es merkst und was du tust
Ein Zuviel zeigt sich bei Kohl nicht immer an eindeutigen Zeichen. Bei Chinakohl kann einseitige oder übermäßige Düngung Innenblattnekrosen und andere physiologische Störungen begünstigen. Bei Blumenkohl können hohle Strünke auch bei einem überhöhten StickstoffangebotDas Stickstoffangebot ist die Menge an Stickstoff, die den Pflanzen im Boden tatsächlich zur Verfügung steht. Fachleute bestimmen diesen pflanzenverfügbaren Stickstoff mit einer Bodenanalyse, der sogenannten Nmin-Methode. auftreten. Wächst Pak Choi nach einer Gabe auffallend weich, kann auch das ein Hinweis auf zu viel Stickstoff sein.
Leg in diesem Fall nichts nach. Vor dem nächsten Satz auf demselben Beet klärt eine Bodenuntersuchung, was an Nährstoffen noch vorhanden ist. Löslichen Stickstoff musst du dafür gesondert beauftragen, denn die Standardanalyse erfasst ihn nicht. Nach der Ernte hält eine herbstliche Begrünung den Boden durchwurzelt und schützt ihn vor Auswaschung.
Bor und andere SpurenelementeSpurenelemente sind Nährstoffe, die Pflanzen nur in kleinen Mengen brauchen, ohne die sie aber nicht normal wachsen: Eisen, Mangan, Kupfer, Zink, Bor, Molybdän und Chlor. Man nennt sie auch Spurennährstoffe oder Mikronährstoffe. auf Verdacht streuen. Bei Blumenkohl kann eine Bordüngung schnell zu einer Überversorgung mit Pflanzenschäden führen. Ich lasse bei Problemen erst den Boden untersuchen, bevor ich überhaupt an Spurenelemente denke.
Boden, pH und Düngerwahl in Kürze
Für Kohlkulturen im Garten wird ein Boden-pH von 6,5 bis 7 empfohlen. Ob du kalkst, entscheiden Bodenart und Bodenuntersuchung, und oberhalb des passenden Zielbereichs wird nicht gekalkt. Welcher Platz und welcher Boden zu Pak Choi passen, erklärt der Ratgeber zu den idealen Standortbedingungen für Pak Choi.
Auf Gartenböden mit hohen Phosphat- und Kaligehalten werden reine Stickstoffdünger empfohlen. Die Grundlagen zu Boden, Nährstoffen und Düngerwahl stehen im Kohl-Ratgeber in den Abschnitten Standort und Boden sowie Düngen. Für Grünkohl und Palmkohl findest du eigene Hinweise, wie du Blattkohl bedarfsgerecht düngst.
Pak Choi im Topf, im Hochbeet und in Hydrokultur
In torffreier oder torfreduzierter Kübelerde können Bestandteile Stickstoff binden, und eine stickstoffbetonte Flüssigdüngung kann einen solchen Mangel ausgleichen. Ein frisch mit Reisig, Kompost und Gärtnererde aufgebautes Hochbeet setzt dagegen im ersten Jahr viel organisch gebundenen Stickstoff frei. Alles zu Substrat, Gefäß und Hochbeetaufbau steht im Kohl-Ratgeber im Abschnitt zu Gefäß, Balkon und Hochbeet.
Hydrokultur: Nährlösung statt Boden
In HydrokulturHydrokultur ist eine Kulturmethode ohne Erde: Die Wurzeln wachsen in einem neutralen Füllsubstrat wie Blähton, und eine Nährlösung aus Wasser und gelösten Nährstoffen versorgt die Pflanze. fehlt der Boden, und Pak Choi bekommt jeden Nährstoff aus der NährlösungEine Nährlösung ist ein Gemisch aus Wasser und gelöstem Dünger, das Pflanzen ohne Erde mit Nährstoffen wie Stickstoff, Phosphor und Kalium versorgt. Sie gelangt bei erdelosen Verfahren wie der Hydroponik über die Bewässerung an die Wurzeln.. Kompost und Horndünger passen hier nicht, denn Hornmehl etwa wird erst im Boden umgesetzt. Für LeitfähigkeitDie Leitfähigkeit, oft als EC-Wert angegeben, ist ein Messwert für die Menge gelöster Salze, etwa Düngesalze, in Erde oder Wasser. Gemessen wird, wie gut die Probe Strom leitet: Je mehr Salze gelöst sind, desto höher der Wert. und pH der Lösung richtest du dich nach der Anleitung deines Systems und deiner Nährlösung. Miss beides mit einem Messgerät nach, statt nach Gefühl nachzudosieren.
Geschmack und Inhaltsstoffe: Was Düngung bewirkt
Die Inhaltsstoffe von Gemüse hängen unter anderem von Sorte, Klima, Wetter, Boden und Erntezeitpunkt ab. Dünger ist dabei nur ein Faktor unter mehreren. Den Erntezeitpunkt bestimmst du selbst, und er wirkt auf die Inhaltsstoffe ebenso ein wie der Boden.
„Weniger Dünger, mehr Aroma“ ist eine verbreitete Gärtnerregel für Pak Choi. Gesichert ist dieser Zusammenhang nicht. Ich dünge Pak Choi deshalb nach Bodenvorrat und BlattbildDas Blattbild ist das sichtbare Erscheinungsbild der Blätter: Farbe, Flecken und das Muster von Verfärbungen. Es hilft dir einzuschätzen, ob einer Pflanze Nährstoffe fehlen oder ob eher eine Krankheit dahintersteckt., nicht nach einer Geschmackserwartung.
Fruchtfolge: Stickstoff vom Vorgänger mitnutzen
Pak Choi zählt zu den Kreuzblütlern, genau wie Kohl, Radieschen, Rettich, Rucola und Kresse. Vorbeugend sollten Kreuzblütler nur alle 3 bis 5 Jahre wieder am selben Platz stehen. Im ökologischen Kohlanbau dienen Leguminosen als Vorfrüchte zur Stickstoffversorgung. Folgt Pak Choi auf Erbsen oder Bohnen, rechne diesen Vorrat mit ein, bevor du nachdüngst.
Beim Planen verteilst du zuerst die Hauptkulturen und ergänzt danach Vor-, Nach- und ZwischenkulturenEine Zwischenkultur ist eine schnell wachsende Gemüsekultur, die gleichzeitig mit einer langsam wachsenden Hauptkultur auf dem Beet steht, meist in Reihen dazwischen. Sie ist geerntet, bevor die Hauptkultur den ganzen Platz braucht. mit ihrer Belegungsdauer. Dafür kannst du im Beetplaner Haupt- und Nachkulturen eintragen. Im Mischkulturbeet wachsen Stark- und Schwachzehrer nebeneinander, ihre Nährstoffansprüche unterscheiden sich. Ich dünge dort deshalb reihenweise nach der jeweiligen Kultur und nicht flächig. Gemüse derselben Familie sollte nicht unmittelbar nebeneinanderstehen, und passende Nachbarn prüfst du im Mischkultur-Werkzeug.
Vor Kohl passen Phacelia oder Buchweizen als Gründüngung, Phacelia eignet sich auch danach. Senf, Ölrettich und Raps sind selbst Kreuzblütler und sollten in einer Kohlfruchtfolge als Gründüngung vermieden werden.



