Zucchini pflanzen und anbauen: Standort, Abstand, Nachbarn, Probleme
- Sonnig und warm: Zucchini wachsen bei 18 bis 24 °C besonders günstig.
- Pflanzen erst bei Frostfreiheit, mildem Wetter und erwärmtem Boden, mit höchstens 2 Laubblättern neben den Keimblättern.
- Buschige Zucchini: 60 bis 100 cm in der Reihe bei 100 cm Reihenabstand.
- Fruchtwechsel: frühestens nach 2 Jahren zurück aufs Beet, nie direkt nach Gurke, Kürbis oder Melone.
- Bitter schmeckende Zucchini nicht verwenden, auch nicht gekocht.

Zucchini pflanzen sieht im Mai nach wenig Arbeit aus: ein kleines Pflänzchen, ein Pflanzloch, fertig. Im Hochsommer steht an derselben Stelle ein Busch, der etwa einen Quadratmeter Fläche beansprucht. Wer zu eng setzt, holt sich Lichtmangel ins Beet, und zu dichter Stand begünstigt Krankheiten. Ich plane deshalb jede Zucchini vom ausgewachsenen Busch aus, nicht von der Jungpflanze im Topf.
Hier findest du, was vor und beim Pflanzen zählt: Standort, Boden, Abstand, Sorten, Nachbarn und Fruchtwechsel. Dazu kommen Hochbeet, Vlies, Gewächshaus und Rankhilfe, eigenes Saatgut und die Frage, was hinter gelben Blättern, faulenden oder bitteren Früchten stecken kann.
Bevor die Zucchini ins Beet kommt
- Platz mit mindestens sechs Stunden direkter Sonne am Tag
- Boden locker, humos und gut durchlässig, pH-Wert gemessen
- Keine Gurke, kein Kürbis und keine Melone im Vorjahr auf dieser Fläche
- Jungpflanze abgehärtet, Ballen gut durchwurzelt
- Pflanzplatz nach Wuchsform abgemessen
Die Zucchini botanisch: ein Kürbis, den du jung erntest
Die Zucchini gehört zur Art Cucurbita pepo, dem Garten-Kürbis. Zusammen mit Cucurbita maxima und Cucurbita moschata zählt diese Art zu den 3 Arten, die den deutschen Speisekürbishandel dominieren. Ihren Ursprung haben die Speisekürbisse der Gattung Cucurbita in Mittel- und Südamerika. Die Pflanze ist einjährig und nicht winterhart, du ziehst sie also jedes Jahr neu.
Als Sommerkürbis erntest du die Zucchini jung, während Winterkürbisse wie der Hokkaido ausreifen sollen. Männliche und weibliche Blüten sitzen an derselben Pflanze, die weiblichen erkennst du am kleinen Fruchtansatz. Die Art wächst je nach Sorte rankend oder buschig, und davon hängt später dein Pflanzabstand ab. Zur Familie der KürbisgewächseKürbisgewächse (Cucurbitaceae) sind eine Pflanzenfamilie, aus der vor allem Gurken, Melonen, Wassermelonen und Kürbisse samt Zucchini angebaut werden. Typisch sind frostempfindliche, meist rankende Arten, die männliche und weibliche Blüten getrennt an derselben Pflanze tragen. gehören außerdem Gurke und Melone, was beim Fruchtwechsel wichtig wird.
Standort: sonnig, warm und geschützt
Für Kürbispflanzen, zu denen die Zucchini gehört, gilt als Richtwert ein vollsonniger Platz mit mindestens sechs Stunden direkter Sonne am Tag. Zucchini wachsen bei 18 bis 24 °C besonders günstig. Unter 10 °C findet kein Wachstum statt. Den Platz wählst du deshalb nach Sonne und Wärme, nicht nach der Lücke, die gerade frei ist.
Kälte, Nässe, Lichtmangel und starke Unterschiede zwischen Tag- und Nachttemperatur können dazu führen, dass die Pflanze junge Früchte abstößt. In klaren, windarmen Nächten sammelt sich in Senken und Staulagen Kaltluft, und dort steigt das Spätfrostrisiko. Eine Senke ist für Zucchini also gleich doppelt ungünstig: Sie bringt Frostgefahr im Frühjahr und kalte Nächte, die später Früchte kosten können.
Ich zeichne vor der Saison eine einfache Skizze meines Gartens. Darauf trage ich ein, wo im Tagesverlauf Sonne liegt, woher der Wind kommt und wo nach Regen das Wasser steht. Mit dieser Skizze suche ich den Zucchiniplatz aus.
Boden vorbereiten: nährstoffreich, locker, durchlässig
Zucchini brauchen einen nährstoffreichen und gut durchlässigen Boden. Sandreiche Böden halten wenig Wasser und Nährstoffe fest. Tonreiche Böden lassen Wasser schlecht durch und neigen zu Staunässe. Kompost hilft in beiden Fällen, denn er lockert schwere Böden und verbessert bei sandigen die Wasser- und Nährstoffspeicherung.
Erst messen, dann handeln
Für die meisten Kürbisgewächse, Zucchini eingeschlossen, liegt der günstige Bereich bei pH 5,5 bis 7,0. Zwischen Arten und Sorten sind Unterschiede möglich. Wie es um deinen Boden steht, zeigt eine Standardbodenuntersuchung, die für Gemüsebeete alle 4 bis 5 Jahre üblich ist. Sie erfasst Bodenart, pH-Wert, Phosphat und Kalium, Magnesium lässt du sinnvollerweise ergänzen. Für ein einheitlich genutztes Beet mischst du vor dem Düngen 10 bis 15 verteilte Teilproben. Ob du kalkst, entscheidest du nach Bodenart und gemessenem pH-Wert.
Lockern und Kompost einarbeiten
Im Frühjahr lockerst du den Boden erst, wenn er ausreichend abgetrocknet ist. Nimm dafür Grabgabel, Krail oder Sauzahn, statt ein bestehendes Beet erneut umzugraben. Nur bei Neuanlagen oder sehr schweren Böden kann Umgraben im Spätherbst sinnvoll sein. Als Grundgabe gilt für Gemüsebeete etwa 3 l Kompost je m² und Jahr, die du im Frühjahr vor der Kultur oberflächlich einarbeitest. Zeigt die Bodenuntersuchung stark erhöhte Phosphor- oder Kaliumwerte, schränkst du die Kompostzufuhr ein.
Ich stecke die Grabgabel senkrecht ein und ziehe sie nur leicht nach hinten, damit die Bodenschichten an ihrem Platz bleiben.
Aussäen oder Jungpflanze setzen?
Du kannst Zucchini vorziehen oder direkt ins Beet säen. Für die Vorkultur gilt als Planungsrichtwert eine Aussaat etwa 4 Wochen vor dem vorgesehenen Auspflanzen. Termine und Vorgehen erklärt der Ratgeber, wann und wie du Zucchini aussäst oder vorziehst, und zum Aufhängen gibt es den Aussaatkalender für Kürbis und Zucchini.
Zucchini pflanzen: Zeitpunkt, Jungpflanze und Abstand
Wann du auspflanzt
Frostfreiheit allein reicht nicht. Zum Auspflanzen brauchen Zucchini auch milde Temperaturen und erwärmten Boden, weil Kälte im niedrigen Plusbereich das Wachstum stocken lassen kann. Die aktuelle Temperatur zählt deshalb mehr als ein fester Termin im Kalender. Für warme Regionen Deutschlands gelten als Planungsbeispiele: Pflanzung im Gewächshaus im April, unter Vlies im Mai und ungeschützt im Juni.
Die passende Jungpflanze
Beim Auspflanzen sollte die Jungpflanze höchstens 2 Laubblätter zusätzlich zu den Keimblättern haben. Der Topfballen sollte gut durchwurzelt sein. Vorher gewöhnst du sie ans Freie, zuerst tagsüber im Schatten und dann schrittweise in der Sonne. Anfangs und bei Nachttemperaturen unter 10 °C holst du sie abends wieder ins Haus.
Ich stelle die Töpfe zum Abhärten zuerst unter den Terrassentisch und rücke sie Stück für Stück weiter ins Licht.
Pflanzabstände nach Wuchsform
Welcher Abstand passt, hängt vor allem von der Wuchsform ab. Buschige Zucchini brauchen Fläche in der Breite, rankende Sorten wachsen an einer Rankhilfe in die Höhe.
| Wuchsform | In der Reihe | Reihenabstand | Hinweis |
|---|---|---|---|
| Buschige Zucchini ohne Ranken | 60 bis 100 cm | 100 cm | etwa 1 m² Standfläche je Pflanze |
| Zucchini im Raster der Gartenakademie Rheinland-Pfalz | 0,80 m | 1,00 m | für Zucchini allgemein genannt |
| Zucchini nach der Sächsischen Landesanstalt | nicht unter 1 m | nicht unter 1 m | Mindestabstand 1 m × 1 m |
| Rankende Kletter-Zucchini wie ‘Black Forest’ | 60 cm | 100 cm | an der Rankhilfe, 90 bis 120 cm hoch, Herstellerangabe |
Steht auf der Saatguttüte eine eigene Angabe für die Sorte, richtest du dich nach ihr.
Ich stecke die Pflanzplätze vor dem Setzen mit Bambusstäben ab und messe von Stab zu Stab. Erst wenn alle Plätze markiert sind, hebe ich die Pflanzlöcher aus.
Jungpflanzen schützen: Schnecken, Kälte und Sonne
Junge Zucchinipflanzen sind bei feuchtem Wetter besonders durch Schnecken gefährdet. Ein Schneckenzaun um das Beet und morgendliches Absammeln unter ausgelegten Brettern können sie schützen. Einzelne Pflanzen sicherst du zusätzlich mit einem Schneckenkragen. Ich lege die Bretter abends zwischen die Reihen und drehe sie morgens um.
Bierfallen mitten im offenen Garten. Sie locken zusätzlich Schnecken aus der Umgebung an und gehören deshalb nur in eingegrenzte Flächen, etwa hinter einen Schneckenzaun.
Gegen Kälte hilft eine zeitweilige Vliesabdeckung, die Boden und bodennahe Luft erwärmt. Nach geschützter Anzucht oder langer kühler Witterung kann dagegen plötzliche Hitze zum Problem werden, dann schattierst du die jungen Pflanzen vorübergehend. Organischen Mulch bringst du bei wärmeliebenden Arten wie Kürbis erst ab Mai oder Juni aus, weil er den Boden beschattet und kühlt.
Sorten wählen: Wuchsform, Resistenz, Fruchtform
Auf der Saatguttüte lese ich zuerst Wuchsform und Resistenzangaben, erst danach Farbe und Form. Buschige Sorten brauchen Fläche, rankende Kletter-Zucchini wie ‘Black Forest’ wachsen an der Rankhilfe nach oben.
Für den Zucchinianbau gibt es Sorten mit intermediärer ResistenzResistenz ist bei Pflanzensorten die Fähigkeit, einen bestimmten Schaderreger abzuwehren: Bei einer resistenten Sorte bleibt ein Befall stark begrenzt, und weder Wachstum noch Ertrag leiden auffällig. gegen Echten Mehltau. Eine solche Sorte kann das Risiko senken, gesunde Blätter garantiert sie nicht.
Parthenokarpe Zucchinisorten können ohne BestäubungBestäubung nennt man die Übertragung von Pollen, dem Blütenstaub aus den Staubblättern, auf die Narbe einer Blüte. In unseren Breiten übernehmen vor allem Wind und Insekten diesen Transport. Früchte bilden. Normalerweise brauchen Kürbisse für den Fruchtansatz Bienen oder Hummeln, und bei ungünstiger Witterung kann diese Bestäubung unzureichend sein. Blühen deine Zucchini oft bei schlechtem Wetter, ist eine parthenokarpe Sorte deshalb eine Überlegung wert.
Bei Farbe und Form ist die Auswahl groß. Neben klassisch grünen Sorten wie ‘Black Beauty’ gibt es gelbe wie ‘Gold Rush’, runde wie ‘Tondo di Piacenza’ und gestreifte wie ‘Cocozelle von Tripolis’ oder ‘Striato d’Italia’. Wie Sorte, Boden, Wasser und Erntezeitpunkt den Geschmack prägen, beschreibt der Beitrag, wie Anbaumethoden den Geschmack von Zucchini beeinflussen.
Fruchtfolge und Gründüngung
Fruchtfolge ordnet Kulturen zeitlich nacheinander auf derselben Fläche an. Mischkultur kombiniert verschiedene Pflanzen gleichzeitig nebeneinander.
Die Empfehlungen, wann Zucchini auf dasselbe Beet zurückdürfen, gehen auseinander. Die kürzeste lautet frühestens nach 2 Jahren. Andere Empfehlungen setzen einen vierjährigen Fruchtwechsel mit Kürbisgewächsen an. Gurke, Kürbis, Zucchini und Melone gehören zu derselben Familie und ersetzen einander nicht als Fruchtwechsel. Eine Gurke auf dem Vorjahresbeet zählt für die Zucchini also so, als hätte dort schon eine Zucchini gestanden.
Im kleinen Garten beziehst du den Wechsel auf einzelne Reihen oder abgegrenzte Beetabschnitte. Ich notiere jedes Jahr, wo Kürbisgewächse standen, und plane den Fruchtwechsel über mehrere Jahre im Beetplaner.
Gute Vorfrüchte und Gründüngung
Buschbohnen können als Vorfrucht Stickstoff und einen gut durchlüfteten Boden hinterlassen. Auch eine vorangegangene Gründüngung eignet sich, um eine Fläche für den Kürbisanbau vorzubereiten. Leguminosen binden dabei zusätzlich Luftstickstoff, den du für die Folgekultur nach der Zersetzung der Pflanzenmasse anrechnest.
Winterroggen kannst du noch im Oktober als Gründüngung säen. Er eignet sich für Beete, die erst ab Ende April wieder gebraucht werden. Zucchini kommen ohnehin erst nach den Frösten ins Beet, ein Roggenbeet passt zeitlich also gut davor. Planst du auf der Fläche später Mais, beachte die Verwandtschaft von Roggen und Mais in der Fruchtfolge.
Eine lebende Winterbegrünung schützt den Boden vor Nährstoffauswaschung und Bodenabtrag. Im Frühjahr entfernst du die Pflanzen und kompostierst sie oder nutzt sie als Mulch. Senf, Ölrettich und Raps setzt du möglichst nicht als Gründüngung ein, wenn in deiner Fruchtfolge viel Kohl, Rettich oder Radieschen stehen.
Mischkultur: gute und ungünstige Nachbarn
Zwiebeln und Bohnen gelten als geeignete Mischkulturpartner für Zucchini, Kohlgewächse als ungeeignet. Verlass dich aber nicht blind auf solche Listen, denn positive Nachbarschaftseffekte sind schwer nachzuweisen und hängen auch von Standort und Pflege ab. Andere Kürbisgewächse wie Gurke, Kürbis oder Melone setzt du nicht direkt neben die Zucchini. Welche Beetpartner zueinander passen, kannst du vorab nachschlagen.
Auch in Mischkultur planst du vom endgültigen Platzbedarf der Zucchini aus. Kurzlebige ZwischenkulturenEine Zwischenkultur ist eine schnell wachsende Gemüsekultur, die gleichzeitig mit einer langsam wachsenden Hauptkultur auf dem Beet steht, meist in Reihen dazwischen. Sie ist geerntet, bevor die Hauptkultur den ganzen Platz braucht. erntest du ab, bevor sie die Zucchini bedrängen. Die Zeit bis zum Pflanzen nutzt du mit schnellen Vorkulturen. Mitte März gesäte Radieschen können je nach Witterung Ende April bis Anfang Mai erntereif sein. Spinat, Anfang März unter Verfrühungsvlies gesät, lässt sich bis Mitte Mai ernten.
Blühende Kräuter wie Dill und Thymian bieten Nektar und Pollen für Nützlinge, deren Larven Blattläuse fressen.
Tagetes zwischen den Zucchini halten alle Schädlinge fern? Tagetes patula kann in einem mindestens dreimonatigen Zwischenfruchtanbau Pratylenchus-Nematoden unterdrücken. Einen allgemeinen Schutz gegen sämtliche NematodenNematoden sind mikroskopisch kleine Fadenwürmer im Boden. Verschiedene Gattungen können viele Pflanzenarten schädigen; bestimmte andere Arten werden dagegen gezielt als Nützlinge gegen Schädlingslarven im Boden eingesetzt. bietet sie nicht. Ein paar Pflanzen zwischen den Zucchini sind außerdem kein Zwischenfruchtanbau.
Milpa: Mais, Bohnen und Kürbis
In der Milpa trägt der Mais die Stangenbohnen, während Kürbislaub den Boden bedeckt und Austrocknung, Erosion und Unkrautwuchs mindert. Die Zucchini kann dabei den Platz des Kürbisses einnehmen. In einem geprüften Milpa-Versuch drückten starkwüchsige Bohnen schwachwüchsigen Zuckermais nieder. Wähle die Sorten deshalb so, dass ihre Wuchskraft zueinander passt.
Zuckermais säst du ab Mitte Mai, wenn der Boden wärmer als 10 °C ist. Setze ihn in Blöcken statt in einzelnen Reihen, damit der Wind ihn besser bestäubt. Lichtbedürftige Partner stehen nicht nördlich vom Mais, weil die hohen Pflanzen Schatten werfen. Für die sonnenhungrige Zucchini scheidet die Nordseite des Maisblocks damit aus.
Besondere Anbauformen: Hochbeet, Vlies, Gewächshaus, Rankhilfe
Zucchini im Hochbeet
Ein Hochbeet, das du von beiden Seiten erreichst, sollte höchstens 1 bis 1,20 m breit sein, damit Pflege und Ernte erreichbar bleiben. Eine buschige Zucchini braucht etwa 1 m² Standfläche. In einem solchen Beet füllt eine einzige Pflanze also fast die ganze Breite aus. Plane mehrere Zucchini deshalb hintereinander statt nebeneinander.
Vlies und Folientunnel
Unter einer Abdeckung pflanzt du früher als ungeschützt, weil Vlies Boden und bodennahe Luft erwärmt. Bis zum Blühbeginn kann Vlies bei Kürbis außerdem Blattläuse abhalten. Spätestens zu Blühbeginn nimmst du es aber ab, damit Insekten die Blüten bestäuben können. Bei anhaltenden Temperaturen ab 25 °C entfernst du jede Abdeckung gegen Hitzestau. Am besten nimmst du sie bei trübem, windstillem Wetter ab, damit die Pflanzen keinen plötzlichen Sonnenschaden bekommen. Im Herbst schützt Vlies Kürbis und Zucchini in Frostnächten meist nicht zuverlässig.
Ich beschwere die Ränder der Abdeckung mit Steinen, damit der Wind nicht darunter greift.
Zucchini im Gewächshaus
Im Gewächshaus pflanzt du in warmen Regionen nach dem Planungsbeispiel schon im April. Lüftungsöffnungen und ein Minimum-Maximum-Thermometer helfen dir, Überhitzung und nächtliche Auskühlung zu erkennen und die Temperatur zu führen. Kletternde Kürbisgewächse sind bei kühler Sommerwitterung im Gewächshaus oder an besonders geschützten Plätzen besser aufgehoben. Lüften hilft dort auch gegen lange BlattnässeBlattnässe ist Wasser, das als Film oder Tropfen auf den Blättern steht, etwa nach Regen, Tau oder Gießen über die Blätter. Hält sie länger an, können Pilzerreger die Blätter leichter infizieren.. Achte außerdem darauf, dass Insekten die Blüten erreichen, oder wähle eine parthenokarpe Sorte.
Vertikal an der Rankhilfe
Rankende Kletter-Zucchini wie ‘Black Forest’ leitest du schon als Jungpflanze an einer Rankhilfe hoch. Das Gerüst verankerst du vor dem Pflanzen fest, damit der spätere Aufbau keine Wurzeln verletzt. Bemiss es für das Gewicht der Pflanzen und für den Wind. Glatte Stäbe brauchen zusätzliche Haltepunkte wie Querstreben oder Griffringe. Holz eignet sich für kurzlebige Begrünungen, darf aber nicht mit pflanzenschädlichen Holzschutzmitteln behandelt sein. Aus biegsamen Weiden- oder Hartriegelzweigen flechte ich kleine Tipis als Kletterhilfe.
Zucchini im Kübel
Zucchini wachsen auch im Kübel, brauchen dort aber eigene Regeln für Gefäßgröße, Substrat und Gießen. Pflanzgefäße brauchen in jedem Fall Ablauflöcher, damit keine Staunässe entsteht. Alles Weitere steht in der Anleitung, wie du Zucchini im Kübel auf Balkon oder Terrasse ziehst.
Nach dem Pflanzen: Gießen, Düngen, Bestäubung, Pflege und Ernte
Diese Themen haben jeweils einen eigenen Ratgeber, hier steht nur das Wichtigste.
Gießen. Für Zucchini im Garten wird ein Wasserbedarf von etwa 20 l/m² pro Woche angegeben. Das ist ein Gesamtbedarf und keine Gießgabe, die du unabhängig von Regen und Bodenfeuchte obendrauf gibst. Ab dem Fruchtansatz ist eine regelmäßige Versorgung besonders wichtig, und wie viel du je Phase und Wetter gießt, erklärt der Ratgeber, wie du Zucchini richtig gießt.
Düngen. Eine organische Düngeempfehlung sieht für Zucchini 3 l Kompost je Pflanze vor, dazu kommt Hornmehl. Im Gartenboden ist Zusatzdüngung gewöhnlich nur auf armen Standorten nötig. Welche Nährstoffe Zucchini brauchen und wann du nachdüngst, liest du im eigenen Ratgeber.
Bestäubung. Weibliche Blüten erkennst du am verdickten Fruchtansatz, bestäubt werden sie vorwiegend von Bienen. Reicht das bei ungünstiger Witterung nicht, überträgst du Pollen mit einem Pinsel von einer männlichen Blüte auf die Narbe einer weiblichen. Mehr dazu, wie die Bestäubung bei Zucchini funktioniert und wie du nachhilfst, findest du gesondert.
Pflege. Bis sich der Bestand schließt, hackst du je nach Unkrautbesatz und Bodenfestigkeit 2- bis 3-mal. Wie du über die Saison mit Mulch, Stützen, alten Blättern und Seitentrieben umgehst, zeigt die Anleitung, wie du Zucchinipflanzen über die Saison pflegst.
Krankheiten und Schädlinge. Vorbeugen geht vor Behandeln: passende Sorte, genug Abstand, Fruchtwechsel und Absammeln. Mehltaubefall ist an Kürbis häufig und meist nicht bekämpfungswürdig. Erreger, Schädlinge und Gegenmaßnahmen findest du im Abschnitt Krankheiten und Schädlinge im Überblick zu Kürbis und Zucchini.
Ernte. Gepflanzte Zucchini liefern die erste Ernte ungefähr 4 bis 6 Wochen nach der Pflanzung. Für besonders junge, zarte längliche Früchte werden 10 bis 15 cm Länge empfohlen. Wie du die Erntereife erkennst und Zucchini schonend erntest und lagerst, steht in eigenen Ratgebern.
Wenn etwas nicht stimmt: Blätter und Früchte deuten
Symptome sind Hinweise, keine Diagnosen. Ich schaue zuerst auf Wetter, Boden und Gießen, bevor ich an eine Krankheit denke.
Gelbe oder welke Blätter
| Was du siehst | Kann hindeuten auf | Was du zuerst prüfst |
|---|---|---|
| Blätter welken bei Hitze | Hitze und Trockenheit, aber auch geschädigte Wurzeln | Feuchte unter der Oberfläche, bevor du nachgießt |
| Weißliche bis graue Beläge auf den Blattoberseiten | Echten Mehltau | meist nicht bekämpfungswürdig, im nächsten Jahr eine Sorte mit Resistenzangabe |
| Blattflecken, PilzrasenPilzrasen nennt man den sichtbaren Belag, den ein Pilz auf befallenen Blättern oder Stängeln bildet, etwa den grauen Pilzrasen beim Grauschimmel. Der Begriff beschreibt ein Merkmal des Schadbilds, nicht die Krankheit selbst. auf der Blattunterseite | Falschen Mehltau | Blattnässe verkürzen, Gießwasser auf die Erde |
| Kolonien grüner Läuse | Grüne Gurkenblattlaus | früh kontrollieren, mit kräftigem Wasserstrahl abspülen |
| Pflanze wächst nach dem Pflanzen kaum weiter | Kälte im niedrigen Plusbereich | Nachttemperaturen, Schutz mit Vlies |
| Blätter vergilben ohne Belag | viele Ursachen, darunter die Nährstoffversorgung | Bodenuntersuchung statt Düngen auf Verdacht |
Starke Sonne kann Pflanzengewebe deutlich stärker aufheizen als die Luft, und Bodentrockenheit und Wind verstärken Hitzeschäden. Bei Blattläusen zählt der frühe Blick. Über 20 °C kann die Grüne Gurkenblattlaus an Kürbis zügig eine neue Generation bilden. Das dauert dann nur 5 bis 10 Tage.
Faulende oder abfallende Früchte
Wirft die Pflanze junge Früchte ab, denk zuerst an die Witterung: Kälte, Nässe, Lichtmangel und starke Tag-Nacht-Unterschiede kommen infrage. Bilden sich an den weiblichen Blüten gar keine Früchte, kann die Bestäubung fehlen. Faulen Früchte bei feuchtem, mildem Wetter, kann Grauschimmel dahinterstecken. Sein Erreger Botrytis cinerea entwickelt sich an Zucchini bei 17 bis 23 °C besonders günstig. Eine Luftfeuchte über 97 % begünstigt ihn zusätzlich. Gut durchlüftete Bestände und kurze Blattfeuchtezeiten beugen vor.
Ich gieße mit der Kanne ohne Brause direkt auf die Erde, damit die Blätter trocken bleiben. Einen Überblick über typische Fehler beim Zucchinianbau von Standort bis Fruchtfolge findest du gesondert.
Bittere Zucchini
Bevor ich eine Zucchini zubereite, koste ich sie roh an. Schmeckt sie bitter, verwende ich sie nicht. Die Bitterstoffe heißen Cucurbitacine, und Erhitzen macht eine solche Zucchini nicht genießbar. Ist ein fertiges Gericht bitter, gehört es deshalb ebenfalls in den Abfall.
Wachsen Zierkürbisse in der Nähe, gewinnst du aus deinen Zucchini kein eigenes Saatgut für die nächste Aussaat. Zierkürbisse selbst sind kein Lebensmittel, weil sie hohe Cucurbitacingehalte haben können.
Saatgut selbst gewinnen
Eigenes Saatgut gewinnst du von samenfesten Sorten. Steht auf der Tüte F1, handelt es sich um eine Hybride, und deren selbst gewonnene Nachkommen behalten die Sorteneigenschaften nicht zuverlässig. Auch ein Bio-Siegel belegt nicht, dass eine Sorte samenfest ist.
Sorten derselben Art können sich untereinander kreuzen. Für sortenreines Kürbissaatgut werden mindestens 250 Meter Abstand zwischen Sorten derselben Art empfohlen, auch zu Nachbargärten. Aus genetischer Sicht solltest du für den Samenbau mindestens 10 bis 15 Pflanzen anbauen, damit die Sorte vital bleibt.
Für die Saat lässt du eine Frucht an der Pflanze vollreif werden. Die Samen löst du heraus und lässt sie 2 bis 3 Tage in Wasser vergären. Danach spülst du sie im Sieb ab und trocknest sie auf einer saugfähigen Unterlage vollständig, bevor sie in beschriftete Tüten kommen. Kühl und trocken gelagert, kann Kürbissaatgut etwa 5 bis 6 Jahre keimfähig bleiben. Ich schreibe Sorte und Erntejahr auf jede Tüte.
Ob älteres Saatgut noch taugt, zeigt eine Keimprobe. Du säst eine abgezählte Menge Samen aus und zählst, wie viele innerhalb von 2 bis 3 Wochen keimen. Bei optimaler Lagerung liegt die übliche Keimrate zwischen 50 und 90 %. Unter 50 % gilt die KeimfähigkeitDie Keimfähigkeit gibt an, wie viel Prozent der Samen einer Saatgutpartie unter optimalen Bedingungen zu normalen, gesunden Keimlingen auswachsen. Sie ist ein wichtiges Qualitätsmerkmal von Saatgut. als gering, dann säst du dichter oder nimmst neues Saatgut.





