Sommerportulak anbauen und nutzen: Beet, Balkon, Küche und Bodendecker
- Direktsaat von April bis August, zum Keimen braucht Sommerportulak mindestens 20 °C.
- Samen nur 0 bis 0,5 cm tief legen, leicht andrücken und feucht halten.
- Jung und vor der Blüte ernten, danach können die Blätter bitter werden.
- Roh enthält er relativ viel Oxalsäure, Blanchieren und Wegschütten des Kochwassers senken den Gehalt.
- Die kurze Kultur zur Küchenernte braucht im Beet wie im Topf keinen zusätzlichen Dünger.
- Einjährig und nicht winterhart: Als Bodendecker hält er nur eine Saison.

Sommerportulak wächst schnell, schmeckt leicht säuerlich-salzig und passt in Beet, Hochbeet und Balkonkasten. Zwei Dinge solltest du vorher wissen: Er keimt erst bei Wärme, und nach der Blüte können die Blätter bitter werden. Ich säe ihn deshalb erst in warmen Boden und schneide die Triebe, solange sie jung sind.
Welcher Portulak ist gemeint?
Sommerportulak heißt botanisch Portulaca oleracea und wird oft einfach Portulak genannt. Er ist einjährig, nicht winterhart und blüht von Juni bis September gelb.
Winterportulak ist trotz des ähnlichen Namens eine andere Art, nämlich Claytonia perfoliata. Du erkennst ihn an den tellerförmig verwachsenen oberen Blättern und an weißen Blüten. Sommerportulak bildet solche Blattteller nicht. Winterportulak hat außerdem längere, dünnere Stiele und zartere Blätter. Im Geschmack liegen beide nah beieinander: Winterportulak schmeckt frisch säuerlich bis leicht nussig, Sommerportulak kann zusätzlich eine leicht salzige Note haben.
Sommerportulak braucht zum Keimen mindestens 20 °C. Winterportulak keimt dagegen schon bei 8 °C und ist winterhart. Baust du beide an, erntest du deshalb von Mai bis September Sommerportulak und in der kalten Jahreszeit Winterportulak. Woran du die beiden Portulak-Arten sicher auseinanderhältst, zeigt der ausführliche Vergleich. Das Portulakröschen ist eine Zierblume und gehört nicht in den Salat.
Sommerportulak säen: wann, wie tief, mit welchem Abstand
Gesät wird von April bis August direkt ins Beet. Wegen seines Wärmebedarfs beim Keimen wartest du mit der ersten Saat, bis der Boden warm ist. Die Samen kommen 0 bis 0,5 cm tief in die Erde. Drück sie danach leicht an und halte die Saat feucht. Gieß mit feinem Strahl, damit die Samen nicht weggeschwemmt werden. Nach 7 bis 14 Tagen laufen die Keimlinge auf.
Säe in Reihen und vereinzle die Pflanzen später auf 8 bis 10 cm in der Reihe. Zwischen den Reihen lässt du 20 bis 30 cm Platz. Weil zwischen Saat und Ernte nur 28 bis 42 Tage liegen und die Saatzeit bis August reicht, passen mehrere Sätze nacheinander in einen Sommer. Die Termine aller Salate und Blattgemüse findest du im druckbaren Aussaatkalender.
Ich säe Sommerportulak in Reihen und stecke an jedes Reihenende einen Stab. So weiß ich beim Jäten und beim Ernten, welche Pflanzen ich selbst gesät habe.
Die Kulturdaten im Überblick:
| Merkmal | Sommerportulak |
|---|---|
| Aussaat | April bis August, direkt ins Beet |
| Saattiefe | 0 bis 0,5 cm |
| KeimtemperaturDie Keimtemperatur ist die Temperatur, bei der Samen keimen. Jede Pflanzenart hat dafür ein Minimum, ein Optimum und ein Maximum; unterhalb des Minimums keimt die Saat nicht. | mindestens 20 °C |
| Keimdauer | 7 bis 14 Tage |
| Abstand | ReihensaatReihensaat ist eine Saatweise, bei der die Samen in flache, gerade Rillen gesät werden, sodass die Pflanzen später in Reihen stehen. Gegenüber der Breitsaat, bei der die Samen flächig ausgestreut werden, erleichtert sie die Pflege., in der Reihe 8 bis 10 cm, Reihenabstand 20 bis 30 cm |
| Kulturdauer | 28 bis 42 Tage |
| Ernte | Mai bis September, jung und vor der Blüte |
| Blüte | Juni bis September, gelb |
| Wuchs | 10 bis 20 cm hoch, 20 bis 30 cm breit |
| Licht | sonnig |
| Düngung | keine zusätzliche bei kurzer Kultur zur Küchenernte |
| Anbaupause auf demselben Beet | 3 Jahre |
| Lebensdauer | einjährig, nicht winterhart |
Die ausführliche Anleitung bis hin zu Anbausystemen findest du im Ratgeber, wie du Sommerportulak im Garten anbaust und pflegst.
Standort, Gießen und Pflege in Kürze
Standort: Sommerportulak braucht einen sonnigen Platz und bevorzugt feuchten, leichten, nährstoffreichen und gut durchlässigen Boden. Nasse Stellen meidest du, dort können Stängel- oder WurzelfäulenBei Wurzelfäule faulen die Wurzeln einer Pflanze und sterben ab, meist weil die Erde ständig nass ist und Sauerstoff fehlt. Oft sind Schadpilze beteiligt, und die Pflanze welkt trotz feuchter Erde. auftreten. Wie du Lage und Boden für alle Salate einschätzt, beschreibt der Abschnitt Standort und Boden im Überblick über Salate und Blattgemüse.
Gießen und Pflege: Eingewachsener Portulak verträgt Trockenheit, längere Trockenheit kann aber die Blattqualität mindern. Welke Blätter können auf TrockenstressTrockenstress entsteht, wenn eine Pflanze mehr Wasser verdunstet, als sie aus dem Boden nachholen kann. Sie welkt zuerst, bei anhaltendem Mangel werden Blattränder braun und die Wurzeln können dauerhaft geschädigt werden. wie auf beginnende Wurzelfäule hindeuten. Prüf deshalb zuerst die Bodenfeuchte, und wenn du gießt, dann morgens direkt an den Boden. Zusätzlichen Dünger braucht die kurze Kultur zur Küchenernte im Beet nicht. Die Grundregeln stehen im Salat-Überblick unter Gießen und Pflegen, die Details im Ratgeber, wie du Sommerportulak je nach Standort und Boden gießt.
Schädlinge: Treten Schädlinge auf, gelten die Grundregeln aus dem Abschnitt Krankheiten und Schädlinge im Salat-Überblick: vorbeugen, kontrollieren, mechanisch eingreifen.
Ernten und in der Küche verwenden
Geerntet wird von Mai bis September. Für zarte Blätter erntest du Sommerportulak jung und vor der Blüte, denn danach kann er bitter werden. Blätter und Stängel bringen roh eine leicht säuerlich-salzige Note in den Salat, gekocht isst du sie als Gemüse. Für warme Gerichte blanchiereBlanchieren heißt, gewaschenes und klein geschnittenes Gemüse für wenige Minuten in sprudelnd kochendes Wasser zu geben und sofort in Eiswasser abzukühlen. So bereitest du die meisten Gemüsesorten auf das Einfrieren vor. ich die Triebe und gieße das Kochwasser weg, weil das den Oxalsäuregehalt senkt.
Im Gemüsefach des Kühlschranks hält sich frischer Sommerportulak nur wenige Tage. Weil er so kurz frisch bleibt und nach der Blüte bitter werden kann, erntest du besser öfter und nur so viel, wie du gleich verwendest. Mehr dazu steht im Ratgeber, wie du Sommerportulak frisch hältst und haltbar machst.
Sommerportulak kann mit der giftigen niederliegenden Wolfsmilch verwechselt werden, deren weißer Milchsaft außerdem die Haut reizt. Ernte nur Pflanzen, die du sicher erkennst, und sortiere alles andere aus, denn mitgeerntetes Kreuzkraut kann Pyrrolizidinalkaloide eintragen. Ich ernte deshalb nur aus meinen gesäten Reihen.
Roh enthält Sommerportulak relativ viel Oxalsäure, und bei einer Nierenerkrankung kann oxalsäurehaltiges Gemüse problematisch sein: Sprich das mit deiner Ärztin oder deinem Arzt ab. Auch als Superfood angepriesen bleibt Portulak ein Gemüse, denn das Etikett allein sagt nichts über einen gesundheitlichen Mehrwert gegenüber anderem Gemüse und Obst. Nährwerte und Oxalsäure ordnet der Salat-Überblick im Abschnitt Auf dem Teller ein.
Sommerportulak auf dem Balkon und im Topf
Sommerportulak eignet sich für Topf, Balkonkasten und Hochbeet. Stell das Gefäß an einen sonnigen Platz. Einen Wasserablauf braucht es auf jeden Fall, damit keine Staunässe entsteht. Als Erde passt luftige Blumen- oder Kübelpflanzenerde, torffreie Substrate sind dabei vorzuziehen. Für die feine Saat eignet sich eine weniger grobe AnzuchterdeAnzuchterde ist eine nährstoffarme, feinkrümelige Erde für die Aussaat und das Vorziehen junger Pflanzen. Die geringe Nährstoffmenge regt die zarten Wurzeln zum Wachsen an..
Kleine Gefäße musst du häufiger gießen als große. Weil längere Trockenheit die Blattqualität mindern kann und ein größeres Gefäß mehr Wasser speichert, wähle ich für Portulak lieber einen großen Kasten. Bei eingewachsenen Pflanzen prüfe ich vor dem Gießen mit dem Finger, wie feucht die Erde ist. Zusätzlichen Dünger braucht die kurze Kultur zur Küchenernte auch im Topf nicht.
Gefäß mit Wasserablauf, luftige und möglichst torffreie Erde, sonniger Platz, Saat nur 0 bis 0,5 cm tief und feucht gehalten, Erdfeuchte vor dem Gießen prüfen, kein zusätzlicher Dünger.
Als Bodendecker: dicht, aber nur für eine Saison
Sommerportulak kann dichte Bestände bilden und wird 10 bis 20 cm hoch. Weil er einjährig und nicht winterhart ist, bedeckt er den Boden nur für eine Saison. Für dauerhafte Flächen kommen kriechender Thymian auf vollsonnigen, leichten Böden und Günsel im Schatten infrage.
Wo er sich nicht aussäen soll, entfernst du die Pflanzen vor der SamenreifeSamenreife ist der Zustand, in dem Samen voll ausgereift sind und sich zur Ernte eignen. Du erkennst sie daran, dass sich die Samen leicht oder sogar von selbst aus ihrer Samenhülle lösen.. Ausgejätete Pflanzen trage ich vom Beet, weil sie nach dem nächsten Gießen leicht wieder anwachsen können. Ob sich Sommerportulak als Bodendecker für deine Fläche lohnt, wägt ein eigener Ratgeber mit allen Vor- und Nachteilen ab.
In der Mischkultur: Lückenfüller mit Grenzen
Als schnell wachsende Art kann Sommerportulak Lücken zwischen langsameren Kulturen füllen. Er kann aber Gemüse wie Kohlrabi verdrängen, deshalb erntest du ihn, bevor er die HauptkulturDie Hauptkultur ist die Gemüseart, die im Gartenjahr am längsten auf einem Beet steht, zum Beispiel Tomaten. Nach ihr richtet sich die Beetplanung: Vor-, Nach- und Zwischenkulturen werden um sie herum eingeplant. bedrängt. Der Ratgeber, welche Partner zu Sommerportulak im Mischkulturbeet passen, nennt auch die Pflanzdichte, Anbaupausen je Art stehen im Salat-Überblick unter Fruchtfolge und Mischkultur. Eigene Nachbarschaften prüfst du im Mischkultur-Planer.


