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Weißkohl-Fruchtfolge: Vor- und Nachkulturen, Kohlpause und Bodencheck

Zuletzt geprüft: Lesezeit: 6 Min.Von der samen.live Redaktion
Kurz & knappDie Antwort in 20 Sekunden
  • Für Weißkohl gilt eine Fruchtwechselpause von 3 Jahren.
  • Zur Kohlpause zählen alle Kreuzblütler, auch Radieschen, Rucola, Gelbsenf und Ölrettich.
  • Leguminosen eignen sich als Vorfrucht, um den stickstoffhungrigen Weißkohl zu versorgen.
  • Nach Weißkohl passen weniger nährstoffbedürftige Kulturen wie Möhren, Kopfsalat und Spinat.
  • Den Ziel-pH für Weißkohl bestimmt deine Bodenart; ob du kalkst, entscheidet die Bodenuntersuchung.
  • Nach Kohlherniebefall sollten Kreuzblütler auf der Fläche mindestens 7 Jahre pausieren.
Ein Kopf Weißkohl (Brassica oleracea) wird auf einem Schneidebrett geschnitten
Foto: Natalia S · Pexels License · Quelle ↗

Weißkohl steht lange im Beet und hat einen hohen Stickstoffbedarf. Kommt er zu früh auf eine Fläche, auf der vorher Kreuzblütler wuchsen, kann das die Kohlhernie begünstigen. Die Dauersporen ihres Erregers können bis zu 20 Jahre im Boden überdauern. Bevor ich dem Weißkohl im Frühjahr ein Beet zuteile, schlage ich deshalb mein Beetbuch auf und prüfe, was dort in den letzten Jahren stand.

Für die Planung brauchst du drei Dinge: eine passende Vorfrucht, eine Nachkultur, die in den Kalender passt, und einen Blick auf Bodenprobe und pH-Wert.

Kurz erklärt

Fruchtfolge meint die Reihenfolge der Kulturen auf einem Beet über mehrere Jahre. Die Vorfrucht stand vor dem Weißkohl auf der Fläche, die Nachkultur folgt nach seiner Ernte. Das Wort Vorkultur hat zwei Bedeutungen: Es meint eine Kultur, die vorher im Beet wächst, und ebenso die Anzucht von Jungpflanzen in Schalen oder Töpfen.

Wie lange braucht Weißkohl Pause?

Für Weißkohl gilt eine Fruchtwechselpause von 3 Jahren. Für Kohl und alle anderen Kreuzblütler zusammen liegen die vorbeugenden Wiederkehrabstände bei 3 bis 6 Jahren. Mitgezählt werden auch Radieschen, Rettich, Rucola und Kresse sowie die Gründüngungen Gelbsenf, Ölrettich und Raps. Ihre Verwandtschaft mit dem Kohl kann die Kohlhernie begünstigen. Wie die Pause über alle Kohlarten hinweg funktioniert, steht im Abschnitt zu Fruchtfolge und Mischkultur im Kohl-Ratgeber.

Aussaatkalender Weißkohl
GartenkalenderVorkultur: Februar, März, April, Mai, Juni; Aussaat: April, Mai; Ernte: Juni, Juli, August, September, Oktober, NovemberJFMAMJJASONDVorkulturVorkultur: FebruarVorkultur: MärzVorkultur: AprilVorkultur: MaiVorkultur: JuniAussaatAussaat: AprilAussaat: MaiErnteErnte: JuniErnte: JuliErnte: AugustErnte: SeptemberErnte: OktoberErnte: NovemberVorkulturAussaatErnte

Was passt vor dem Weißkohl aufs Beet?

Weißkohl hat einen hohen Stickstoffbedarf, und bei ihm kommt es auch auf die Schwefelversorgung und einen passenden Boden-pH an. Als Vorfrüchte zur Stickstoffversorgung eignen sich im ökologischen Kohlanbau Leguminosengemenge und Leguminosen-Zwischenfrüchte. Zu den Leguminosen gehören auch Erbsen und Bohnen.

Ich säe Weißkohl im April oder Mai in Schalen unter Folie. Ins Beet kommt er, wenn die Jungpflanzen fünf Blätter haben. Weil Weißkohl üblicherweise vorgezogen wird, darf die Kultur davor länger im Beet stehen, während die Kohljungpflanzen in der Schale wachsen. Die Saattermine der Kohlarten stehen gesammelt im Kohl-Aussaatkalender zum Ausdrucken.

Für Rotkohl und Rosenkohl sind eigene Vorfrüchte beschrieben. Nachlesen kannst du, welche Vorfrüchte zum Rotkohl passen und wie du den Fruchtwechsel beim Rosenkohl planst.

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Was folgt nach der Weißkohlernte?

Wann das Beet frei wird, hängt an Sorte und Witterung. Weißkohl braucht etwa 50 bis 150 Tage von der Pflanzung bis zur Reife. Geerntet wird von Juni bis Oktober. Feldsalat dagegen wird bis Mitte September gesät. Mit der Sortenwahl im Frühjahr entscheidest du also schon mit, ob danach noch Feldsalat ins Beet passt.

Nachkultur Saatfenster Bedingung
Buschbohnen, Direktsaat letzte Saat in der ersten Julidekade Beet ist bis dahin geräumt
Feldsalat Anfang August bis Mitte September Beet ist rechtzeitig geräumt, Ernte ab November bis ins Frühjahr

Als Folgekulturen nach dem starkzehrenden Kohl kommen weniger nährstoffbedürftige Kulturen aus anderen Pflanzenfamilien infrage, etwa Möhren, Kopfsalat und Spinat. Rucola und Radieschen wirken wie schnelle Lückenfüller, zählen aber zur Kohlpause.

Mythos-Check

„Nach Weißkohl ist der Boden ausgelaugt.“ Richtig ist nur, dass Weißkohl viel Stickstoff braucht. Wie es danach um pH, Phosphor, Kalium und Magnesium steht, zeigt dir eine Standard-Bodenanalyse und keine Faustregel.

Gründüngung: ein fester Platz in der Rotation

Gründüngung plane ich fest in die Folge ein, statt nur Lücken damit zu füllen. Sie kann leichte Böden wasserspeichernder und schwere Böden durchlässiger machen. Eine Begrünung im Herbst durchwurzelt den Boden und schützt ihn vor Auswaschung. Bei der Auswahl achtest du auf die Pflanzenfamilie:

Gründüngung Einordnung in der Weißkohl-Folge
Phacelia mit keiner gängigen Gemüseart verwandt, passt vor Kohl
Buchweizen passt vor Kohl
Leguminosengemenge, Leguminosen-Zwischenfrüchte Vorfrucht zur Stickstoffversorgung
Winterroggen Saat bis Oktober, nur für Beete, die erst ab Ende April wieder gebraucht werden
Gelbsenf, Ölrettich, Raps Kreuzblütler: vor Kohl meiden, zählen zur Kohlpause

Über mehrere Jahre kann die Folge so aussehen: Leguminosen als Vorfrucht, dann Weißkohl, danach weniger nährstoffbedürftige Kulturen wie Möhren oder Spinat. Kohl kommt erst nach der Pause zurück, die für alle Kreuzblütler gilt. Festhalten kannst du diese Folge im Beetplaner für deine Gemüsebeete.

Wie behältst du den Boden im Blick?

Bodenprobe nach der Ernte

Ich nehme die Bodenprobe, nachdem ich den Weißkohl abgeräumt habe. Das passt, denn Proben werden im Herbst bis Frühjahr oder nach der Ernte genommen, getrennt nach Nutzungsbereichen und nicht unmittelbar nach einer Düngung.

Mini-Checkliste

Stich über das Beet verteilt 10 bis 15 Teilproben aus den oberen 30 cm. Mische sie gründlich zu einer Mischprobe. Etwa 500 g davon gehen ans Bodenlabor.

Eine Standard-Bodenanalyse kann den pH-Wert sowie pflanzenverfügbares Phosphor, Kalium und Magnesium bestimmen. Löslichen Stickstoff und Humusgehalt beauftragst du gesondert. Gerade der Stickstoff fehlt also im Standardumfang, obwohl Weißkohl einen hohen Stickstoffbedarf hat. Willst du wissen, wie viel davon vor der Pflanzung im Boden steckt, kreuzt du ihn zusätzlich an.

Auch die Kompostgabe richtet sich nach dem Befund, denn bei stark erhöhten Phosphor- oder Kaliumwerten schränkst du die jährliche Grundgabe ein. Den Stickstoffbedarf von Gemüse deckt Kompost allein nicht. Wie du Weißkohl darüber hinaus versorgst, steht im Beitrag darüber, wie du Weißkohl je nach Reifegruppe düngst.

Welcher pH-Wert passt für Weißkohl?

Als Richtwert für Kohl im Garten gilt ein Boden-pH von 6,5 bis 7. Wo der Zielwert auf deinem Beet liegt, hängt aber auch von Bodenart und Humusgehalt ab. Für Weißkohl auf Mineralböden bis 4 % Humus gelten bei Messung nach der CaCl2-Methode diese Zielbereiche:

Bodenart Ziel-pH (CaCl2-Methode)
Sand 5,8 bis 6,0
lehmiger Sand 6,0 bis 6,5
sandiger Lehm 6,5 bis 7,0
Lehm und Schluffböden 7,0 bis 7,5

Weil der Zielbereich an der Bodenart hängt, brauchst du für die passende Tabellenzeile zuerst eine Einschätzung deines Bodens. Einen ersten Anhaltspunkt gibt die Fingerprobe: Leicht feuchter Sandboden zerfällt körnig, toniger Boden klebt und lässt sich gut ausrollen. Ob du kalkst, richtet sich nach Bodenart und Bodenuntersuchung. Liegt der Wert schon oberhalb des passenden Zielbereichs, wird nicht gekalkt.

Worauf achtest du im Beet?

Bei der Kohlhernie sitzt der Befall an den Wurzeln. Nach der Ernte ziehe ich deshalb die Strünke samt Wurzeln aus dem Boden und sehe mir die Wurzeln an. Wucherungen können auf Kohlhernie hindeuten, eine sichere Diagnose sind sie nicht. Infektionen werden besonders durch Temperaturen von 20 bis 25 °C und feuchte bis staunasse Böden begünstigt. Ich merke mir deshalb die Stellen, an denen nach Regen Wasser auf dem Beet stehen bleibt.

Achtung

Befallene Pflanzen gehören samt Wurzeln in den Restmüll und nicht auf den Kompost. Spaten, Grabegabel und Hacke reinigst du danach gründlich.

Ist die Kohlhernie auf einer Fläche aufgetreten, sollten Kreuzblütler dort mindestens 7 Jahre pausieren. Die Dauersporen können jedoch bis zu 20 Jahre überdauern. Auch nach der langen Pause gilt ein befallenes Beet deshalb nicht als saniert.

Marias Erfahrung

Für jedes Beet führe ich im Beetbuch eine Zeile mit Jahr und Kultur. Stand dort ein Kreuzblütler, setze ich ein Kreuz dahinter, auch für die Radieschenreihe am Rand. Beim Planen im Winter lese ich dann nur noch die Kreuze ab.

Die Anbaupause richtet sich gegen die Kohlhernie im Boden. Gegen Kohlerdflöhe und die Kleine Kohlfliege lege ich direkt nach dem Pflanzen ein Kulturschutznetz auf, dessen Ränder bis zur Ernte geschlossen bleiben. Kontrollzeiten und weitere Schritte findest du im Kohl-Ratgeber im Abschnitt Schädlinge und Pflanzenschutz.

Wie pflegst du den Boden zwischen den Kohljahren?

Zwischen zwei Kohljahren lockere ich den Boden, ohne seine Schichten zu wenden. Ein bewirtschaftetes Beet bearbeite ich im Frühjahr kreuzweise mit dem Sauzahn, in etwa 20 cm Abstand. Umgraben ist vor allem bei Neuanlagen und sehr schweren Böden sinnvoll. Ich fange erst an, wenn keine Erde mehr an den Geräten haften bleibt.

Im Sommer vermindert Mulch Verdunstung und Verschlämmung. Auf ungemulchten Beeten hacke ich flach, das unterdrückt Beikräuter und vermindert ebenfalls die Verdunstung. Beim Weißkohl entferne ich Unkraut früh und möglichst, bevor es Samen bildet. Kompost verbessert bei sandigen Böden das Wasserhaltevermögen, bei schweren Böden die Krümelstruktur und die Durchlüftung.

Steht dein Weißkohl im Hochbeet, erwärmt sich die Erde schneller und trocknet dadurch auch schneller aus. Was das für Anbau und Pflege heißt, liest du im Beitrag darüber, wie du Weißkohl im Hochbeet ziehst.

Passt dazu

Fruchtfolge regelt, was nacheinander auf einem Beet wächst. Welche Pflanzen im selben Jahr neben dem Weißkohl stehen können, liest du bei den passenden Begleitern für Weißkohl. Kombinationen schaust du im Mischkultur-Werkzeug nach. Nachbarlisten versprechen allerdings keine sichere Wirkung, weil sich günstige Wechselwirkungen schwer nachweisen lassen.

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Häufige Fragen

Wie lange muss Weißkohl pausieren, bevor er wieder aufs gleiche Beet darf?
Für Weißkohl gilt eine Fruchtwechselpause von 3 Jahren. Für Kohl und alle anderen Kreuzblütler zusammen liegen die vorbeugenden Wiederkehrabstände bei 3 bis 6 Jahren, weil ihre Verwandtschaft die Kohlhernie begünstigen kann. Ist auf der Fläche schon Kohlhernie aufgetreten, sollten Kreuzblütler dort mindestens 7 Jahre pausieren.
Warum eignen sich Hülsenfrüchte als Vorfrucht für Weißkohl?
Weißkohl hat einen hohen Stickstoffbedarf. Im ökologischen Kohlanbau gelten Leguminosengemenge und Leguminosen-Zwischenfrüchte als Vorfrüchte zur Stickstoffversorgung, und zu den Leguminosen zählen auch Erbsen und Bohnen. Wie viel Stickstoff vor der Pflanzung tatsächlich im Boden steckt, zeigt eine Bodenanalyse, wenn du den löslichen Stickstoff gesondert beauftragst.
Was kann ich nach der Weißkohlernte noch anbauen?
Das hängt davon ab, wann das Beet frei wird. Auf einem rechtzeitig geräumten Beet säst du von Anfang August bis Mitte September Feldsalat. Räumst du später, kannst du bis Oktober noch Winterroggen als Gründüngung säen, sofern du das Beet erst ab Ende April wieder brauchst. Als Folgekulturen passen Möhren, Kopfsalat und Spinat, während Rucola, Radieschen und Gelbsenf als Kreuzblütler zur Kohlpause zählen.
Worin unterscheiden sich Weißkohl und andere Kohlarten in der Fruchtfolge?
Alle Kohlarten gehören zu den Kreuzblütlern und werden in der Anbaupause gemeinsam gezählt. Für die einzelnen Arten sind unterschiedlich lange Pausen genannt, für Weißkohl sind es 3 Jahre. Für dein Beet zählt deshalb, wann dort zuletzt irgendein Kreuzblütler stand, nicht nur der letzte Weißkohl.
Wie lässt sich eine Bodenanalyse praktisch im Gemüsegarten durchführen?
Stich über das Beet verteilt 10 bis 15 Teilproben und mische sie zu einer Mischprobe. Die Teilproben stammen aus den oberen 30 cm des Bodens. Etwa 500 g der Mischprobe schickst du ans Bodenlabor. Nimm die Probe im Herbst bis Frühjahr oder nach der Ernte, aber nicht direkt nach einer Düngung.
Welche Rolle spielt der pH-Wert beim Weißkohl?
Neben Stickstoff und Schwefel kommt es beim Weißkohl auf einen passenden Boden-pH an. Der Zielbereich hängt von der Bodenart ab und liegt auf Sand niedriger als auf Lehm. Ob du kalkst, entscheiden Bodenart und Bodenuntersuchung; oberhalb des passenden Zielbereichs wird nicht gekalkt.
Wie unterscheidet sich Zwischenkultur von Gründüngung beim Gemüsebeet?
Eine Zwischenkultur ist eine kurzlebige Kultur, die geerntet wird, bevor sie die länger stehende Hauptkultur bedrängt. Gründüngung säst du für den Boden, denn sie kann leichte Böden wasserspeichernder und schwere Böden durchlässiger machen. Vor Weißkohl eignen sich dafür Phacelia und Buchweizen, während Gelbsenf, Ölrettich und Raps als Kreuzblütler ausscheiden.
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