Gemüse · Salate & Blattgemüse · Anbau

Feldsalat anbauen im Klimawandel: Saatfenster verschieben, Winterschutz planen

Zuletzt geprüft: Lesezeit: 5 Min.Von der samen.live Redaktion
Kurz & knappDie Antwort in 20 Sekunden
  • Feldsalat säst du von Juli bis September, in heißen Wochen eher zum Ende des Fensters hin.
  • Als obere Keimtemperatur gelten 18 bis 20 °C, miss deshalb vor der Saat im Boden nach.
  • Etwas Schatten und ausreichend Wasser können im Sommer das Schossen verzögern.
  • Bei milder Witterung erntest du Feldsalat den ganzen Winter über im Freiland.
  • Frosthart ist Feldsalat bis etwa −15 °C, späte Saaten stehen trotzdem geschützt und sonnig.
Nahaufnahme von frischem Feldsalat mit zahlreichen Wassertropfen auf den grünen Blättern
Foto: AndreasAux · Pixabay Content License · Quelle ↗

Wird der Spätsommer heiß, der Herbst nass oder der Winter streng, betrifft das den Feldsalat in jeder Phase. Er wird im Spätsommer gesät, wächst im Herbst heran und wird bis in den März geerntet. Ich plane meine Feldsalat-Saaten deshalb nach dem Wetter der jeweiligen Woche und nicht nach einem festen Datum. So passt du Saatzeit und Schutz an, ohne das bewährte Saatfenster zu verlassen.

Feldsalat anbauen: die Werte, nach denen du planst

Feldsalat (Valerianella locusta) ist eine einjährige Rosettenpflanze aus der Familie der Geißblattgewächse. Kopfsalat gehört dagegen zu den Korbblütlern. Wie die Salatarten zusammenhängen und welche Arten kühl und welche warm wachsen, zeigt der Überblick zu Salaten und Blattgemüse.

Für die Planung im Garten zählen vor allem diese Richtwerte:

Was Richtwert
Aussaat Juli bis September
Saattiefe bei Direktsaat etwa 0,5 bis 1 cm, in Rillen
Reihenabstand bei Direktsaat 10 bis 15 cm
Abstand in der Reihe 3 bis 15 cm
Mindest-Keimtemperatur 10 bis 15 °C
Obere Keimtemperatur 18 bis 20 °C
Keimdauer 7 bis 30 Tage
Kulturdauer 42 bis 112 Tage
Wachstum auch bei 5 bis 10 °C noch
Ernte Oktober bis März
Blüte April bis Mai
Frosthärte bis etwa −15 °C
Licht sonnig oder halbschattig
Wuchshöhe 5 bis 15 cm
Anbaupause auf demselben Beet 4 Jahre

Die Anbaupause behältst du im Beetplaner für dein ganzes Beet im Blick. Ich gehe hier von der Direktsaat in Rillen aus. Ob Direktsaat oder Vorkultur besser zu deinem Garten passt, klärt ein eigener Ratgeber.

Empfehlungen für den Garten

Standort und Boden

Standort

Sonniger bis halbschattiger Platz auf gut durchlässigem Boden; bei sehr rauer Witterung Schutzhauben verwenden.

Bodenart

Kalkhaltige, tonige, lehmige und sandige Böden sind geeignet.

Bodenreaktion

Saure, neutrale und alkalische Böden sind geeignet.

Substrat

Der Boden sollte gut durchlässig sein.

Anbauort

Je nach Sorte ist die Kultur im Freiland, im Gewächshaus, im Hochbeet oder im Kübel möglich.

Aussaat und Vermehrung

Saattiefe

Die angebotenen Sorten etwa 1-2 cm tief säen.

Pflege

Pflege

Etwas Schatten im Sommer und ausreichende Wasserversorgung können das Schossen verzögern. Späte Saaten profitieren von geschützter, sonniger Lage und gegebenenfalls Winterschutz.

Düngung

Keine besondere Düngung erforderlich; hohe Stickstoffreste aus der Vorkultur vermeiden.

Lebensform und Verwendung

Lebensform

Die Pflanze ist einjährig und bildet Rosetten.

Verwendung

Die Pflanze eignet sich für Terrassen- und Gefäßbepflanzung.

Aussaatkalender Feldsalat
GartenkalenderAussaat: Juli, August, September; Ernte: Januar, Februar, März, Oktober, November, Dezember; Pflanzung: Juli, August, SeptemberJFMAMJJASONDAussaatAussaat: JuliAussaat: AugustAussaat: SeptemberErnteErnte: JanuarErnte: FebruarErnte: MärzErnte: OktoberErnte: NovemberErnte: DezemberPflanzungPflanzung: JuliPflanzung: AugustPflanzung: SeptemberAussaatErntePflanzung

Heißer Spätsommer: wann du Feldsalat säst

Das Saatfenster reicht von Juli bis September, und genau das gibt dir Spielraum. Als obere Keimtemperatur gelten 18 bis 20 °C. Fällt der Juli oder August heiß aus, rückst du die Hauptsaat deshalb ans Ende des Fensters, Richtung September. Ich stecke vor jeder Saat ein Bodenthermometer in die Rille und lese ab, wie warm es in Saattiefe ist.

Bei der Direktsaat liegt die Saat nur etwa 0,5 bis 1 cm tief. Bis sie keimt, können 7 bis 30 Tage vergehen. Die oberste Bodenschicht muss also über diese ganze Zeit feucht bleiben. Prüf die Rille mit dem Finger und gieß nach, sobald die Oberfläche abgetrocknet ist.

Im Sommer kommt das Schossen dazu. Etwas Schatten und ausreichend Wasser können es verzögern. Frühe Sätze im Juli bekommen deshalb einen Platz, der in der Mittagshitze im Schatten liegt.

Ich säe Feldsalat in mehreren kleinen Sätzen über das Fenster verteilt, statt das ganze Beet an einem Tag einzusäen. Für Salate gelten kleine Sätze im Abstand von etwa 10 bis 14 Tagen als Richtmaß für eine fortlaufende Ernte. Läuft ein Satz in einer Hitzewelle schlecht auf, bleibt dir der nächste. Alle Saattermine hast du mit dem Aussaatkalender für Salate zum Ausdrucken auf einem Blatt.

Häufiger Fehler

Die ganze Feldsalat-Saat an einem heißen Augusttag ausbringen. Liegt der Boden über der oberen Keimtemperatur, läuft die Saat womöglich lückenhaft auf, und kein späterer Satz gleicht das aus.

Für Salate, die mitten im Sommer im Beet stehen, lohnt der Blick darauf, wie du Romanasalat vor Hitzestress und Wassermangel schützt.

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Milder Herbst und Winter: bringt die längere Saison mehr Ernte?

Feldsalat wächst auch bei 5 bis 10 °C noch weiter, und bei milder Witterung erntest du ihn den ganzen Winter über im Freiland. Die Erntezeit reicht von Oktober bis März. Ab April blüht Feldsalat. Das Saatfenster endet trotzdem im September, und daran halte ich mich auch in einem milden Herbst.

Mythos-Check

Eine längere warme Saison bringt automatisch mehr Feldsalat? Nicht unbedingt. In warmen Spätsommerwochen kann die Keimung leiden, weil 18 bis 20 °C als obere Keimtemperatur gelten, und im Sommer kommt das Schossen dazu. Ein milder Winter kann dir dagegen eine Ernte im Freiland über den ganzen Winter ermöglichen.

Passt dazu

Ist im Oktober noch ein Beet frei, kommt Winterportulak in Frage. Er wird meist von Ende August bis Oktober gesät und keimt erst unter 12 °C.

Nässe und strenger Frost: so schützt du die späten Reihen

Feldsalat ist winterhart und bis etwa −15 °C frosthart. Späte Saaten profitieren trotzdem von einem geschützten, sonnigen Platz und bei Bedarf von Winterschutz. Bei sehr rauer Witterung setzt du Schutzhauben ein. An milden Tagen nimmst du die Abdeckung ab und legst sie abends wieder auf.

Marias Erfahrung

Die letzte Feldsalat-Reihe des Jahres säe ich an den sonnigsten, geschütztesten Platz im Garten, bei mir vor der Hauswand. Das Vlies lege ich schon bei der Saat daneben, damit ich es bei einer Frostwarnung sofort zur Hand habe.

Noch geschützter stehen späte Sätze im Frühbeet. Wie du Feldsalat im Frühbeet bis in den Winter hinein erntest, beschreibt ein eigener Ratgeber.

Bleibt dein Gartenboden nach Regen lange nass, kommen Hochbeet, Kübel oder Gewächshaus als Ausweichfläche in Frage, denn Feldsalat lässt sich auch dort ziehen. Mehr zu den Anbautechniken für Salate steht im Überblick zu Salaten und Blattgemüse.

Boden, Wasser, Dünger und Schädlinge in Kürze

Boden: Feldsalat braucht einen gut durchlässigen Boden, auf dem Regenwasser abziehen kann. Als Richtwert gilt ein ausgeglichener pH-Wert bei guter Kalkversorgung. Wie du Boden und Saatbett für Feldsalat vorbereitest, zeigt ein eigener Ratgeber; die Grundlagen stehen im Überblick zu Salaten und Blattgemüse unter Standort und Boden.

Wasser: Bis zum Auflaufen hältst du die Saatreihe gleichmäßig feucht, danach gießt du nach Bedarf und am besten morgens. Wie Salate insgesamt gegossen werden, erklärt der Überblick zu Salaten und Blattgemüse unter Gießen und Pflegen.

Dünger: Auch in einem milden Herbst braucht Feldsalat keine besondere Düngung. Wichtiger ist, dass die Vorkultur keine hohen Stickstoffreste im Beet hinterlässt. Wie du Salate nach Art düngst, steht im Überblick unter Düngen.

Schädlinge: In nassen Wochen fressen Schnecken nicht nur nachts, sondern auch tagsüber; Absammeln und Schneckenzäune können den Befall begrenzen. Ein Boden-pH unter 6,5 begünstigt bei Feldsalat den Erreger Fusarium oxysporum, deshalb kontrollieren Erwerbsanbauer den pH-Wert vor Anbaubeginn. Vorbeugen und Kontrollieren erklärt der Überblick unter Krankheiten und Schädlinge.

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Häufige Fragen

Wie beeinflusst der Klimawandel den traditionellen Feldsalatanbau?
Wechselndes Wetter trifft Feldsalat in jeder Phase, von der Saat im Spätsommer bis zur Ernte im Winter. Hitze bei der Saat kann über der oberen Keimtemperatur von 18 bis 20 °C liegen. In nassen Wochen zählen ein gut durchlässiger Boden und der Blick auf Schnecken, die bei feuchter Witterung auch tagsüber fressen. Frosthart ist Feldsalat bis etwa −15 °C, späte Saaten profitieren trotzdem von einem geschützten Platz und Winterschutz.
Welche Anpassungsstrategien helfen beim Feldsalatanbau unter veränderten Klimabedingungen?
Verteile die Saat in mehreren kleinen Sätzen über das Fenster von Juli bis September und verschiebe sie in heißen Wochen Richtung September. Halte die flache Saatreihe gleichmäßig feucht und gib frühen Sätzen etwas Schatten, weil Schatten und ausreichend Wasser im Sommer das Schossen verzögern können. Späte Saaten setzt du an einen geschützten, sonnigen Platz und hältst Winterschutz wie Vlies oder Schutzhauben bereit.
Führt eine verlängerte Vegetationsperiode automatisch zu besseren Erträgen beim Feldsalat?
Nein, nicht automatisch. In warmen Spätsommerwochen kann die Keimung leiden, weil 18 bis 20 °C als obere Keimtemperatur gelten. Ein milder Winter kann dagegen helfen: Feldsalat wächst auch bei 5 bis 10 °C noch und lässt sich bei milder Witterung den ganzen Winter über im Freiland ernten.
Wie unterscheiden sich die Anbauzeiten für Feldsalat in verschiedenen deutschen Klimazonen?
Den Rahmen bildet überall das Saatfenster von Juli bis September, den genauen Termin wählst du nach dem Wetter vor Ort. Wo es im August noch heiß ist, säst du eher im September, weil 18 bis 20 °C als obere Keimtemperatur gelten. In rauen Lagen profitieren späte Saaten von einem geschützten, sonnigen Platz und Winterschutz.
Welche Unterschiede bestehen zwischen Feldsalat und anderen kälteresistenten Pflanzen?
Feldsalat ist bis etwa −15 °C frosthart. Zuckerhut verträgt im Freiland Frost bis etwa −6 °C. Chinakohl kann bereits bei −4 °C Frostschäden erleiden. Dazu wächst Feldsalat auch bei 5 bis 10 °C noch weiter und lässt sich bei milder Witterung den ganzen Winter über im Freiland ernten.
Worin unterscheidet sich Feldsalat von anderen Blattgemüsen und Salaten?
Botanisch gehört Feldsalat (Valerianella locusta) zu den Geißblattgewächsen, während Kopfsalat zu den Korbblütlern zählt. Feldsalat erntest du von Oktober bis März. Kopfsalat hat seine Erntezeit dagegen von Mai bis September. Eine besondere Düngung braucht Feldsalat nicht, wichtig ist nur, dass die Vorkultur keine hohen Stickstoffreste hinterlässt.
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