Porree selbst anbauen: säen, pikieren, abhärten, auspflanzen
- Die Gruppe bestimmt den Kalender: Sommerporree säst du von Mitte Januar bis Ende Februar unter Glas, Herbst- und Winterporree später ins Frühbeet.
- In der Anzucht sollte die Temperatur vor allem beim Sommerporree nicht unter 16 °C fallen, sonst droht vorzeitige Blütenbildung.
- Pikiere, sobald sich die Sämlinge am Blatt fassen lassen, und setze sie etwas tiefer als zuvor.
- Härte die Jungpflanzen schrittweise ab; vorgezogener Sommerporree ist pflanzreif, wenn er ungefähr bleistiftdick ist.
- Gepflanzt wird in Reihen mit 10 bis 20 cm Abstand in der Reihe und 30 bis 50 cm Reihenabstand.
- Kürze die Wurzeln vor dem Pflanzen nicht ein, das kann das Anwachsen verzögern.

Porree aus eigener Anzucht braucht in zwei Phasen besondere Aufmerksamkeit: in der Anzucht selbst und beim Umzug der Jungpflanzen ins Beet. Wird es beim Sommerporree in der Anzucht zu kalt, droht vorzeitige Blütenbildung. Beim Pikieren und Auspflanzen sollen Stängel und Wurzeln heil bleiben. Ich ziehe Sommerporree deshalb auf der warmen Fensterbank vor, fasse jeden Sämling nur am Blatt an und setze die Pflanzen mit ungekürzten Wurzeln ins Pflanzloch.
Porree, auch Lauch genannt, gehört zu den Amaryllisgewächsen und ist botanisch zweijährig. Ob du ihn im Haus vorziehst oder draußen säst, hängt vor allem davon ab, welche Porree-Gruppe du anbaust.
Welcher Porree wann gesät wird
Beim Porree legt die Gruppe den Kalender fest. Sommerporree startet früh unter Glas, Herbst- und Winterporree säst du später ins FrühbeetEin Frühbeet, auch Frühbeetkasten genannt, ist ein Beetkasten, der die Wachstumsbedingungen für Gemüse verbessert. Darin kannst du früher aussäen und ein bis drei Wochen früher ernten als im offenen Beet.. Die Tabelle zeigt die Zeitfenster für Aussaat, Pflanzung und Ernte.
| Gruppe | Aussaat | Pflanzung | Ernte |
|---|---|---|---|
| Sommerporree | Mitte Januar bis Ende Februar, unter Glas | Anfang April bis Mitte Mai | Ende Juni bis Ende August |
| Herbstporree | Mitte März bis Anfang April, im Frühbeet | Ende Mai bis Ende Juni | Ende August bis Ende Dezember |
| Winterporree | April, im Frühbeet | Anfang Juli bis Anfang August | Anfang Januar bis Mai des Folgejahres |
Herbst- und Winterporree bilden kürzere, dickere Stangen und schmecken intensiver als die früheren Gruppen. Plane Geduld ein: Die Kulturdauer von Porree liegt bei 140 bis 210 Tagen. Bei Termin und Abstand hat die Angabe auf der Packung deiner Sorte Vorrang. Alle Saat- und Pflanztermine der Zwiebelgewächse findest du im Aussaatkalender für Zwiebeln, Lauch und Knoblauch zum Ausdrucken.
Bevor du säst: Platz und Boden einplanen
Porree steht sonnig bis halbschattig, am liebsten in einem Boden, der reich an organischer Substanz, feucht und gut durchlässig ist. Wie viel Wasser er braucht, hängt auch von Sonne und Wind am Standort ab; liegt dein Beet sehr offen, plane einen Windschutz ein. Als Starkzehrer gedeiht Porree besonders gut auf einem Beet, das schon für die VorfruchtDie Vorfrucht ist die Kultur, die vor der aktuellen Kultur auf derselben Fläche stand, in der Fruchtfolge meist im Vorjahr. Sie kann Boden, Nährstoffe und Krankheitsdruck für die nachfolgende Kultur positiv oder negativ beeinflussen. gut mit Nährstoffen versorgt wurde, mehr dazu im Abschnitt über Standort, Boden und Düngen bei Zwiebeln, Lauch und Knoblauch.
Direktsaat oder Vorkultur: zwei Wege zur Jungpflanze
Bei der Vorkultur ziehst du die Sämlinge in Schalen vor, pikierst sie und härtest sie vor dem Auspflanzen ab. Bei der Direktsaat säst du draußen in Reihen und sparst dir beides. Für Sommerporree empfehle ich die Vorkultur, denn seine Aussaat fällt mitten in den Winter.
| Vorkultur | Direktsaat | |
|---|---|---|
| Ort | Fensterbank, Gewächshaus oder Frühbeet | Saatbeet oder endgültiger Platz im Freiland |
| Arbeitsschritte | säen, pikieren, abhärtenAbhärten heißt, drinnen vorgezogene Jungpflanzen vor dem Auspflanzen schrittweise an das Wetter im Freien und an die volle Sonne zu gewöhnen. Dafür stehen sie zunächst tagsüber draußen im Schatten., auspflanzen | säen, dann verpflanzen oder vereinzelnVereinzeln heißt, zu dicht aufgegangene Sämlinge in der Saatreihe auszudünnen, damit die übrigen Pflanzen genug Platz, Wasser und Nährstoffe haben. Manchmal ist auch das Pikieren gemeint, also das Umsetzen junger Sämlinge in einzelne Töpfe. |
| Stärke | früher Start, die Wärme lässt sich steuern | kein Pikieren, kein Abhärten |
| Schwäche | braucht bis zum Abhärten einen warmen, hellen Platz | die Bodenwärme hängt vom Wetter ab |
Vorkultur: Porree im Haus oder unter Glas säen
Für die Vorkultur füllst du eine Anzuchtschale oder eine Multitopfplatte mit lockerer, nährstoffarmer Aussaaterde. Porree ist kein Lichtkeimer, die Samen kommen also unter die Erde. Drück die Erde nach dem Säen leicht an und halte sie gleichmäßig feucht, aber nicht nass. Eine durchsichtige Abdeckung hält die Feuchte, und du siehst trotzdem, wann die ersten Keimlinge erscheinen.
Porree säst du 1 cm tief. Die Keimtemperatur hat eine Untergrenze von 15 bis 16 °C und eine Obergrenze von 18 bis 20 °C. Bis die Keimlinge erscheinen, vergehen 10 bis 21 Tage.
Sommerporree kannst du schon ab Januar im Haus vorziehen. Während der ganzen Anzucht sollte die Temperatur vor allem beim Sommerporree nicht unter 16 °C fallen, sonst droht vorzeitige Blütenbildung. Ein ungeheiztes Gewächshaus ist bei stärkerem Frost nicht einmal zuverlässig frostfrei. Für die Saat im Januar brauchst du deshalb einen beheizten, hellen Platz, etwa die Fensterbank im Wohnraum. Was beim Porree sonst für den Anbau unter Glas und was für das Beet draußen spricht, liest du im Ratgeber dazu, wie sich Porree im Gewächshaus und im Freiland anbauen lässt.
Aussaat im Frühbeet für Herbst- und Winterporree
Herbstporree säst du von Mitte März bis Anfang April ins Frühbeet, Winterporree im April. Unter der Frühbeetabdeckung erwärmen sich Boden und Luft rasch, und die Keimtemperatur hat ihre Obergrenze bei 18 bis 20 °C. Heb die Scheiben deshalb an sonnigen, frostfreien Tagen zum Lüften an. Eine seitliche Ummantelung des Kastens mit Stroh oder Laub vermindert Wärmeverluste. Säe in Reihen, dann kannst du die Sämlinge später gut ausheben und ins Beet setzen.
Direktsaat ins Freiland
Draußen säst du Porree von April bis Juni. Zieh Saatrillen und leg die Samen 1 cm tief. Als Richtwert für die Saatdichte gelten 25 Korn je laufendem Meter. Weil die Keimtemperatur eine Untergrenze von 15 bis 16 °C hat, wartest du mit der Saat, bis sich der Boden spürbar erwärmt hat.
Ich säe draußen in ein Saatbeet und setze die Jungpflanzen später an ihren endgültigen Platz. Dort kommen sie genauso ins tiefe Pflanzloch wie vorgezogene Pflanzen. Säst du gleich am endgültigen Platz, vereinzelst du die Reihe auf den Pflanzabstand und bleichst die Schäfte später durch Anhäufeln.
Porree pikieren: wann und wie
Pikieren heißt, dicht aufgelaufene Sämlinge zu vereinzeln und einzeln in eigene Töpfe oder Zellen einer Multitopfplatte zu setzen. Bis zum Auspflanzen hat dann jede Pflanze ihren eigenen Platz.
Pikiere, sobald die Sämlinge in der Schale eng stehen und sich mit den Fingern am Blatt fassen lassen. Säst du von Anfang an einzeln in Multitopfplatten, entfällt dieser Schritt. So gehst du vor:
- Füll Töpfe oder Multitopfplatten mit AnzuchterdeAnzuchterde ist eine nährstoffarme, feinkrümelige Erde für die Aussaat und das Vorziehen junger Pflanzen. Die geringe Nährstoffmenge regt die zarten Wurzeln zum Wachsen an. und stich mit dem PikierstabDer Pikierstab ist ein Werkzeug zum Pikieren: Mit ihm bohrst du Pflanzlöcher in die Erde, hebst Sämlinge vorsichtig aus dem Aussaatgefäß und drückst ihre Wurzel ins neue Loch. für jede Pflanze ein Loch vor.
- Gieß die Saatschale vorher an.
- Heb den Sämling mit dem Pikierstab von unten heraus und nimm die Wurzeln möglichst vollständig mit.
- Fass ihn dabei nur am Blatt an, nie am empfindlichen Stängel.
- Führ lange Wurzeln senkrecht ins Loch und setz den Sämling etwas tiefer, als er in der Schale stand.
- Drück die Erde rundum leicht an und gieß vorsichtig an.
Nach dem Pikieren bleiben die Jungpflanzen hell und warm stehen. Auch jetzt gilt beim Sommerporree, dass die Temperatur nicht unter 16 °C fallen sollte. Halte die Erde gleichmäßig feucht, bis die Pflanzen ins Abhärten gehen.
Ich pikiere Porree an einem Tisch am Fenster, damit ich die feinen Wurzeln gut sehe. Jede Platte beschrifte ich sofort mit Gruppe und Saatdatum. Bevor ich den nächsten Sämling aushebe, ist das Loch für ihn schon vorgestochen.
Abhärten: Jungpflanzen an draußen gewöhnen
Jungpflanzen aus dem Haus sind Wind und volle Sonne nicht gewohnt. Bevor sie ins Beet kommen, gewöhnst du sie deshalb schrittweise an die Bedingungen draußen.
- Stell die Platten zuerst nur stundenweise an einen geschützten, halbschattigen Platz.
- Verlängere die Zeit draußen Schritt für Schritt, erst danach kommen die Pflanzen in die volle Sonne.
- Hol sie wieder herein, wenn Frost angekündigt ist.
- Prüf die Erde in den Platten öfter, denn draußen bestimmen Sonne und Wind den Wasserbedarf mit.
Mit einem Frühbeet geht das Abhärten bequemer. Ich stelle die Platten hinein, hebe die Scheiben an sonnigen, frostfreien Tagen an und lasse sie später ganz offen. Schau dabei auf die Blätter: Hellen sie auf oder knicken sie weg, kann das auf zu viel Sonne oder Wind hindeuten. Dann stellst du die Pflanzen wieder geschützter. Abgehärtet sind sie, wenn sie einen ganzen Tag draußen stehen und dabei frisch bleiben.
Vor dem ersten Tag draußen prüfst du:
- Der Platz ist windgeschützt und halbschattig.
- Die Erde in den Platten ist feucht.
- Der Wetterbericht meldet keinen Frost.
- Eine Kiste zum schnellen Hereintragen steht bereit.
Auspflanzen: Pflanzreife, Abstand und Pflanzloch
Vorgezogener Sommerporree ist pflanzreif, wenn die Jungpflanzen ungefähr bleistiftdick sind. Den Termin für deine Gruppe liest du in der Tabelle zum Kalender ab. Bearbeite das Beet erst, wenn der Boden nicht mehr zu feucht ist.
Porree pflanzt du in Reihen. In der Reihe hältst du 10 bis 20 cm Abstand, zwischen den Reihen 30 bis 50 cm. Als Pflanztiefe gelten 20 cm.
So setzt du die Jungpflanzen:
- Spann für jede Reihe eine Schnur.
- Stich mit dem Pflanzholz entlang der Schnur Löcher für die volle Pflanztiefe.
- Stell je eine Jungpflanze senkrecht ins Loch, die Wurzeln bleiben ungekürzt.
- Schütte das Loch nicht zu, sondern gieß nur an.
- Achte darauf, dass keine Erde ins Herz der Pflanze fällt.
Wurzeln vor dem Pflanzen einkürzen, damit sie besser ins Loch passen? Das Einsetzen wird damit bequemer, dem Porree hilft es nicht. Gekürzte Wurzeln können das Anwachsen verzögern und Ertragseinbußen verursachen.
Reihen, Abstände und Nachbarn kannst du vorab im Beetplaner auf deine Beetfläche legen.
Nach dem Auspflanzen: Pflege, Schutz und Ernte in Kürze
Ab dem Pflanzen gelten für Porree die Grundlagen aller Zwiebelgewächse, die der Überblick zu Zwiebeln, Lauch und Knoblauch ausführlich erklärt.
Gießen, Düngen und Anhäufeln
Porree braucht gleichmäßig feuchten Boden; wie viel du gießt, richtet sich nach Witterung, Boden, Sonne und Wind. Als Starkzehrer profitiert er von einem gut versorgten Beet, und Anhäufeln dient dazu, die Schäfte zu bleichen. Ausführlich steht das im Grundlagen-Abschnitt Pflege und Gießen, und wie du Porree nach Bio-Grundsätzen düngst und pflegst, zeigt ein eigener Ratgeber.
Netze gegen Lauchmotte und Lauchminierfliege
Lauchmottenraupen schädigen Porree in zwei Generationen zwischen Mai und Oktober. Ein KulturschutznetzEin Kulturschutznetz, auch Gemüsefliegennetz genannt, ist ein engmaschiges Kunststoffnetz, das du locker über Gemüsebeete legst. Es hält Gemüsefliegen wie Möhren-, Kohl- und Zwiebelfliege von den Pflanzen fern, außerdem Vögel und Kaninchen., das du gleich nach der Pflanzung auflegst und an den Rändern gut befestigst, kann den Befall bremsen. Gegen die Herbstgeneration der Lauchminierfliege sollte es von Mitte August bis Oktober besonders lückenlos liegen; Maschenweiten und Netzschutz erklärt der Grundlagen-Abschnitt Krankheiten und Schädlinge.
Hochbeet und Kübel
Ein klassisch mit Reisig, Kompost und Gartenerde gefülltes Hochbeet setzt im ersten Jahr viel Stickstoff frei und bietet damit einem Starkzehrer wie Porree günstige Bedingungen. Was im erhöhten Beet sonst zählt, zeigt der Ratgeber dazu, wie du Porree im Hochbeet anbaust. Im Kübel kann ein größeres Substratvolumen mehr Wasser speichern und die Gießintervalle verlängern, mehr dazu im Grundlagen-Abschnitt Im Topf und Balkonkasten.
Fruchtfolge und Mischkultur
Porree eignet sich als FolgekulturEine Folgekultur ist das Gemüse, das auf einem Beet als Nächstes angebaut wird, sobald die vorige Kultur abgeerntet ist – noch im selben Gartenjahr oder im nächsten. nach Erbsen oder Bohnen, nach ihm passt Wurzelgemüse. Als Nachbarn werden Kohl, Möhren, Petersilie, Salat, Sellerie, Spinat und Tomaten empfohlen; Mischkultur unterstützt, einen sicheren Schutz vor Schädlingen bietet sie nicht. Weitere Nachbarn für dein Beet findest du im Mischkultur-Planer, Anbaupausen erklärt der Grundlagen-Abschnitt Fruchtfolge und Mischkultur.
Ernte, Lagerung und Winter
Geeignete Winterporreesorten bleiben im Beet stehen und werden bei ungefrorenem Boden nach Bedarf geerntet. Auch Winterporree kann bei Kahlfrost Schaden nehmen, starke Wintersonne lässt die Blätter dann leichter austrocknen. Frischer Porree hält im Gemüsefach ungefähr 5 Tage, und wie du Porree schonend erntest und länger lagerst, zeigt ein eigener Ratgeber.
In der Küche
Porree isst du roh oder gegart. Zum Waschen halbierst du die Stange längs und spülst eingeschlossene Erde gründlich heraus. Verschimmelte Stangen entsorgst du, denn Wegschneiden macht sie nicht verzehrsicher; Verwendung und Nährwerte stehen im Grundlagen-Abschnitt zur Küche.





