Birnenmelonen schützen: Krankheiten und Schädlinge an Pepino erkennen und eindämmen
- Als Schädlinge der Pepino gelten Weiße Fliegen, Blattläuse und Spinnmilben; du findest sie an Blattunterseiten und jungen Trieben.
- Rußtau auf klebrigen Blättern kann auf Blattläuse hindeuten, denn die Pilze siedeln sich auf ihrem Honigtau an.
- Welke trotz feuchter Erde kann auf faulende Wurzeln hindeuten: erst die Feuchte unter der Oberfläche prüfen, dann gießen.
- Grauer, pelziger Belag kann auf Grauschimmel hindeuten, weißer, mehlartiger auf Echten Mehltau; befallene Teile entfernst du früh.
- Während der Blüte kann Hitze über 30 °C zum Abwerfen der Blüten führen, ein Schaden ganz ohne Erreger.
- Chemische Mittel bleiben das letzte Mittel: nur mit Zulassung für den Haus- und Kleingarten, nach Gebrauchsanweisung und mit Wartezeit.

Klebrige Blätter, helle Pünktchen, weiße Tierchen beim Gießen: Dann bringt dich an der Birnenmelone ein genauer Blick weiter als ein schnelles Mittel. Ich drehe in so einem Fall zuerst ein paar Blätter um und schaue mir die Unterseiten an. Hier findest du die Schadbilder an der Pepino, ihre möglichen Ursachen und die Handgriffe, die du ohne Spritze erledigen kannst.
Die Birnenmelone heißt auch Pepino oder Melonenbirne, botanisch Solanum muricatum. Die Pflanze gehört zu den NachtschattengewächsenNachtschattengewächse sind eine Pflanzenfamilie, zu der im Gemüsegarten Kartoffeln, Tomaten, Paprika und Auberginen gehören. Weil sie für dieselben Krankheiten anfällig sind, sollen sie nicht direkt nacheinander auf demselben Beet stehen., stammt aus Südamerika und ist nicht winterhart. Was sie sonst auszeichnet, erklärt der Ratgeber, wie du Birnenmelonen im Garten oder Gewächshaus anbaust.
Welches Schadbild steckt dahinter?
Ein Symptom ist ein Hinweis, keine Diagnose. Die Tabelle ordnet zu, was du an der Pflanze siehst, und nennt den ersten Handgriff.
| Was du siehst | Möglicher Auslöser | Erster Handgriff |
|---|---|---|
| Kleine weiße Tiere fliegen bei Berührung auf | Weiße Fliegen | Blattunterseiten absuchen |
| Weißliche Punkte auf den Blättern, später feine Gespinste | SpinnmilbenDie Spinnmilbe ist eine winzige, etwa 0,5 Millimeter große Milbe, die vor allem auf Blattunterseiten lebt und dort feine Gespinste bildet. Befallene Blätter färben sich fahlgrün bis gelb und vertrocknen bei starkem Befall. | Unterseite mit der Lupe prüfen, stark befallene Blätter entfernen |
| Junge Blätter gekräuselt oder verkrüppelt, klebriger Film | Blattläuse | Triebspitzen absuchen, Kolonien abstreifen |
| Rußtau auf klebrigen Blättern | Rußtaupilze auf dem HonigtauHonigtau ist die zuckerhaltige Ausscheidung von Blattläusen, die die Blätter verklebt. Auf ihm können sich schwarze Rußtaupilze ansiedeln, außerdem fressen Ameisen ihn. von Blattläusen | nach Blattläusen suchen |
| Pflanze welkt trotz feuchter Erde | faulende Wurzeln durch zu viel Wasser | Feuchte unter der Oberfläche prüfen, Wasserabzug kontrollieren |
| Grauer, pelziger Belag, weiche Stellen | Grauschimmel | befallene Teile herausschneiden, lüften |
| Weißer, mehlartiger Belag auf den Blättern | Echter Mehltau | befallene Blätter früh entfernen |
| Wässrige Flecken auf der Frucht, später braun und weich | Fruchtfäule | Frucht abnehmen, nicht essen |
| Blüten fallen ab | Hitze während der Blüte | Temperatur messen, lüften |
| Viel Laub, wenig Früchte | zu viele Nährstoffe | Düngung zurücknehmen |
So gehe ich den Kontrollgang an der Pepino an.
- Blattunterseiten umdrehen und nach Weißen Fliegen und Milben suchen
- Triebspitzen und jüngste Blätter auf Läuse, Kräuselungen und klebrigen Film prüfen
- Erde unter der Oberfläche fühlen und nachsehen, ob der Kübel im Wasser steht
- Früchte auf wässrige, weiche Stellen und Beläge ansehen
- im Gewächshaus Thermometer und HygrometerEin Hygrometer ist ein Messgerät für die Luftfeuchtigkeit. Beim Gärtnern zeigt es dir, wie feucht die Luft im Gewächshaus, unter der Anzuchthaube oder bei deinen Zimmerpflanzen ist. ablesen
Empfehlungen für den Garten
Aussaat und Vermehrung
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Die Samen 0-0,5 cm tief säen.
Welche Schädlinge befallen die Birnenmelone?
Als Schädlinge der Pepino werden Weiße Fliegen, Blattläuse und Spinnmilben genannt. Du findest sie an den Blattunterseiten und an den jüngsten Trieben.
Weiße Fliegen: Auffliegen bei Berührung
Weiße Fliegen sitzen an der Pepino vor allem auf den Blattunterseiten. Berührst du die Pflanze, fliegen sie auf. Das kannst du als schnellen Test nutzen.
Ich tippe vor dem Gießen an einzelne Triebe. Fliegt etwas auf, drehe ich die Blätter um und suche die Unterseiten nach weiteren Tieren ab.
Pepino-Stecklinge lassen sich geschützt im Gewächshaus für das Folgejahr überwintern. Schneide sie nur von Trieben, auf deren Blattunterseiten du keine Tiere findest. So sinkt das Risiko, Weiße Fliegen mit den StecklingenEin Steckling ist ein junger, von der Mutterpflanze abgeschnittener Trieb, der in Erde oder Wasser eigene Wurzeln bildet. So entsteht eine neue Pflanze mit denselben Eigenschaften wie die Mutterpflanze. weiterzutragen. Für die Pflanze selbst soll das Winterquartier hell und frostfrei sein, mehr dazu im Ratgeber, wie du Birnenmelonen im Kübel hältst und überwinterst.
Blattläuse: Kräuselungen, Honigtau und Rußtau
Blattläuse können an Gemüse besonders die jüngsten Blätter und Triebe schädigen. Die Blätter kräuseln sich dann oder verkrüppeln. An der Pepino scheiden die Läuse Honigtau aus, einen klebrigen Film, auf dem sich Rußtaupilze ansiedeln können. Findest du Rußtau auf den Blättern, lohnt deshalb die Suche nach Blattläusen an den jüngsten Trieben.
Kleine Kolonien streifst du ab, stark befallene Triebspitzen schneidest du heraus. Im Gewächshaus kommen gegen Blattläuse an der Pepino die Nützlinge Chrysoperla carnea und Aphidoletes aphidimyza in Frage. Die Pepino selbst gilt als nützlingsfreundliche Pflanze.
SchmierseifeEine Schmierseifenlösung ist in Wasser aufgelöste Schmierseife, die als altes Hausmittel auf Pflanzen gesprüht wird. Sie legt sich als flüssiger Film über Schädlinge wie Blattläuse, die dadurch ersticken. und PflanzenjauchenPflanzenjauche ist ein selbst angesetzter Flüssigdünger aus Pflanzen wie Brennnessel, Beinwell, Löwenzahn oder Giersch, die in Wasser gären. Ihre Nährstoffe stehen den Pflanzen schnell zur Verfügung. werden gegen Blattläuse oft genannt. Der Seife wird nachgesagt, die Tiere zu benetzen, den Jauchen eine abschreckende Wirkung. Verlassen kannst du dich auf beides nicht. Bedenke bei Jauchen außerdem, dass sie vor allem als Dünger dienen.
Spinnmilben: helle Punkte, später Gespinste
Spinnmilbenbefall an der Pepino beginnt mit weißlichen Punkten auf den Blättern. Bei starkem Befall können sich feine Gespinste bilden. Die Milben selbst sind winzig, du suchst sie auf der Blattunterseite. Auch an der verwandten Aubergine verraten sich Spinnmilben durch Gespinste und Milben auf der Blattunterseite; mehr dazu im Ratgeber, wie du Schadbilder an Auberginen erkennst.
Ich halte im Gewächshaus eine Lupe bereit und schaue mir verdächtige Blätter von unten an. Stark befallene Blätter entferne ich. Spinnmilben gelten als Schädlinge warmer, trockener Bedingungen. Das oft empfohlene Besprühen der Blätter macht allerdings das Laub nass. Bei der verwandten Aubergine begünstigen dauerhaft nasses Laub und unzureichender Luftaustausch im Gewächshaus Pilzerkrankungen. Unter Glas wäge ich das Besprühen deshalb ab.
„Duftende Kräuter oder Tagetes neben der Pepino halten Schädlinge fern.“ Eine Garantie ist das nicht, denn wie gut eine Mischkultur wirkt, hängt von Standort, Licht, Boden und Pflege ab. Ein Zwischenanbau von Tagetes kann bestimmte freilebende NematodenNematoden sind mikroskopisch kleine Fadenwürmer im Boden. Verschiedene Gattungen können viele Pflanzenarten schädigen; bestimmte andere Arten werden dagegen gezielt als Nützlinge gegen Schädlingslarven im Boden eingesetzt. reduzieren; gegen andere Bodenschädlinge bleibt eine weite Fruchtfolge nötig. Welche Nachbarn zur Pepino passen, prüfst du mit dem Planer für Mischkulturen.
Welche Krankheiten treten an der Birnenmelone auf?
Bei Krankheiten der Pepino helfen dir zwei Fragen weiter: Wo sitzt der Schaden, und wie nass war es zuletzt? Fäulnis an Wurzeln und Früchten sowie graue Beläge können mit Nässe zusammenhängen. Den Echten Mehltau erkennst du dagegen am weißen Belag.
Faulende Wurzeln: Welke trotz feuchter Erde
Welkt deine Pepino, obwohl die Erde feucht ist, können faulende Wurzeln dahinterstecken. Welke entsteht nicht nur bei Trockenheit, sondern auch dann, wenn Wurzeln bei zu viel Wasser faulen. Die Pepino braucht wegen ihrer großen Blattfläche ausreichend Wasser. Bei einer welken Pflanze liegt der Griff zur Gießkanne deshalb nahe, er ist aber nicht automatisch richtig.
Gut drainierter Boden ist die Grundlage. Im Kübel gehört ein Wasserabzug dazu, und der Topf darf nicht im Wasser stehen, um Wurzelfäule vorzubeugen. Fühl vor dem Gießen auch unter der Oberfläche nach. Bei torffreier Topferde kann eine trockene Oberfläche feuchtes Substrat darunter verdecken. Erde mit Wurzelfäule-Erregern verwendest du nicht wieder.
Die Pepino hängt schlaff, also wird gegossen. Steht der Kübel aber schon im Wasser oder ist die Erde unten nass, kann jede weitere Gabe die Lage verschlimmern. Leere dann zuerst den Untersetzer und prüf, ob der Wasserabzug frei ist.
Wie viel Wasser die Pepino in welcher Phase braucht, steht im Ratgeber, wie du Birnenmelonen je nach Wachstumsphase bewässerst. Schon bei den Sämlingen hältst du die Erde gleichmäßig feucht, aber nicht nass, und prüfst vor dem Gießen mit dem Finger. Den Weg vom Samen zur Jungpflanze beschreibt der Ratgeber, wie du Birnenmelonen aussäst und die Sämlinge heranziehst.
Grauschimmel: grauer, pelziger Belag
Grauschimmel zeigt sich als grauer, pelziger Belag auf Blättern, Stängeln und Früchten. Befallene Teile werden weich und faulen. Der Erreger Botrytis cinerea gilt als Schwächeparasit und geht vor allem an geschwächte oder verletzte Pflanzenteile. Hohe Luftfeuchte und kühle Temperaturen gelten als begünstigend.
Befallene Teile schneidest du heraus, und bei der Pflege vermeidest du Verletzungen an Trieben und Früchten. Pepinos sollten vor Regen geschützt stehen. Gieß bevorzugt sehr früh am Morgen, damit die Pflanzen abtrocknen können, besonders nach kühlen Nächten.
Im Kleingewächshaus sollte sich mindestens ein Viertel der Fläche zum Lüften öffnen lassen. Ein Minimum-Maximum-Thermometer und ein Hygrometer zeigen dir, wie Temperatur und Luftfeuchte verlaufen. Ich lese beides morgens ab und lüfte, bevor ich gieße.
Früchte mit sichtbarem Schimmel isst du nicht mehr, du entsorgst sie direkt. Das gilt auch für Pepinos aus dem Lager.
Echter Mehltau: weißer, mehlartiger Belag
Echter Mehltau zeigt sich als weißer, mehlartiger Belag auf den Blättern. Anfangs sind es kleine Flecken, später können die Blätter vergilben und absterben. Befallene Blätter entfernst du früh, denn die Sporen verbreiten sich leicht mit dem Wind. Achte außerdem darauf, dass Luft durch die Pflanze ziehen kann.
Fruchtfäule: wässrige Flecken auf der Frucht
Fruchtfäule beginnt mit kleinen, wässrigen Flecken auf der Frucht. Die Stellen werden braun bis schwarz, das Fruchtfleisch wird weich. Manchmal wächst ein weißlicher oder grauer Belag darauf. Hohe Luftfeuchte, Staunässe und Verletzungen der Schale gelten als begünstigend.
Faulende Früchte nimmst du ab, sobald du sie entdeckst. Beim Ernten gehst du vorsichtig mit der Schale um. Gelagerte Früchte schaust du ebenfalls durch, die Lagerwerte stehen in der Tabelle im nächsten Abschnitt.
Warum wirft die Pepino ihre Blüten ab?
Fallen die Blüten ab, schau zuerst aufs Thermometer. Während der Blüte kann Hitze über 30 °C zum Abwerfen der Blüten führen. Als Obergrenze im Sommer werden 28 °C genannt. Ein Minimum-Maximum-Thermometer hält den Temperaturverlauf fest; so siehst du auch abends, ob eine Hitzespitze als Ursache in Frage kommt.
Diese Werte behältst du bei der Pepino im Blick:
| Was | Wert |
|---|---|
| Hitze während der Blüte | über 30 °C kann zum Abwerfen der Blüten führen |
| Obergrenze im Sommer | 28 °C |
| Gewerblicher Anbau im Gewächshaus | etwa 18 °C angestrebt, Lüftungseinstellung 24 °C bei viel Licht |
| Lüftungsfläche im Kleingewächshaus | mindestens ein Viertel der Gewächshausfläche |
| Ganze Früchte lagern | bei 12 °C höchstens 2 bis 3 Wochen |
Wie beugst du vor, und wann sind Mittel ein Thema?
Vorbeugen beginnt bei Platz und Dünger: Die Pepino will Sonne, gut drainierten Boden und Schutz vor Regen und Wind. Sehr fruchtbarer Boden fördert bei ihr das Laub zulasten der Früchte, deshalb düngst du mit Maß. Die Grundlagen dazu stehen im Überblick zu Exoten und Gemüse-Raritäten, in den Abschnitten Standort und Boden, Gießen und Düngen sowie Krankheiten und Schädlinge: vorbeugen und absammeln.
Biologischer Pflanzenschutz heißt bei der Pepino vor allem: früh hinschauen, Läuse abstreifen, befallene Teile entfernen und Nützlinge schonen. Die allgemeinen Grundsätze dazu findest du im selben Abschnitt des Überblicks.
Chemische Mittel bleiben das letzte Mittel und kommen nur mit Zulassung für den Haus- und Kleingarten in Frage. Anwendungsbedingungen, Dosierung und Wartezeit bis zur Ernte gibt die Gebrauchsanweisung vor, dazu gehören Schutzkleidung und eine Entsorgung nach Vorschrift. Bedenke, dass solche Mittel auch Nützlinge treffen können.



