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Maisernte: So erkennst du den richtigen Zeitpunkt bei Zucker-, Silo- und Körnermais

Zuletzt geprüft: Lesezeit: 6 Min.Von der samen.live Redaktion

Grundlagen: Gemüse ernten und lagern: Reifezeichen erkennen und Vorräte richtig aufbewahren · Alle Ratgeber zu Ernten, Lagern & Haltbarmachen

Kurz & knappDie Antwort in 20 Sekunden
  • Zuckermais ist erntereif, wenn die Fäden braun werden und ein angeritztes Korn milchigen Saft gibt.
  • Für die Küche erntest du Zuckermais in der Milchreife, solange die Körner noch weich sind.
  • Körnermais erntest du, wenn die Körner ausgereift und hart sind und sich nicht mehr eindrücken lassen.
  • Silomais gilt bei mindestens 55 % Trockenmasse im Kolben und 23 bis 25 % in der Restpflanze als siloreif.
  • Mais hat seine Erntezeit von August bis Oktober; den genauen Tag bestimmt die Probe am Korn.
  • Hüllblätter und Seidenfäden bleiben nach der Ernte zunächst am Kolben, damit er sich besser hält.
Ein teilweise geschälter Maiskolben mit gelben Maiskörnern ist aus der Nähe zu sehen
Foto: Couleur · Pixabay Content License · Quelle ↗

Beim Zuckermais entscheidet der Tag des Pflückens, ob die Körner weich und saftig sind oder schon hart werden. Ich gehe deshalb ab August mit dem Daumennagel durch meinen Maisblock und prüfe die Kolben, deren Fäden braun werden. Welcher Moment der richtige ist, hängt davon ab, was du mit dem Mais vorhast. Zuckermais ist für die Küche gedacht, Körnermais für trockene Körner und Silomais für die Verwertung der ganzen Pflanze.

Wann Mais ernten? Die Reifezeichen im Überblick

Mais hat seine Erntezeit von August bis Oktober. Innerhalb dieses Zeitraums richtest du dich nach dem Kolben, nicht nach dem Kalender. Jeder Maistyp hat dafür sein eigenes Erntestadium und eigene Zeichen:

Maistyp Erntestadium Woran du es erkennst Was geerntet wird
Zuckermais Milchreife Fäden braun und eintrocknend, angeritztes Korn gibt milchigen Saft einzelne Kolben, häufig von Hand
Körnermais ausgereifte, harte Körner Korn lässt sich nicht mehr eindrücken nur die trockenen Körner
Silomais Siloreife mindestens 55 % Trockenmasse im Kolben, 23 bis 25 % in der Restpflanze die gesamte oberirdische Pflanze, grün

Für Mais wird eine Kulturdauer von 90 bis 110 Tagen angegeben. Wie früh die ersten Kolben so weit sind, hängt auch an der Sorte. Einen Vergleich mit den Erntefenstern anderer Arten findest du im Überblick zu Ernte und Lagern bei Exoten und Gemüse-Raritäten.

Empfehlungen für den Garten

Standort und Boden

Standort

Ein warmer Standort ist geeignet.

Bodenart

Für Zuckermais nährstoffreichen Boden wählen und vor der Kultur gut verrottetes organisches Material wie Gartenkompost einarbeiten oder bei Kultur ohne Umgraben als Mulch aufbringen.

Bodenreaktion

Böden mit pH 5,5–6,8 werden bevorzugt.

Substrat

Geeignet ist nährstoffreicher, gut durchlässiger Boden.

Anbauort

Die angebotenen Sorten lassen sich im Hochbeet und im Kübel ziehen.

Pflege

Pflege

Während der Wachstumszeit ausreichend Feuchtigkeit bereitstellen.

Düngung

Für Zuckermais: Bodenuntersuchung, Vorfrüchte und bisherige Nährstoffgaben zur Düngeplanung heranziehen. Bei sandigen Böden helfen aufgeteilte Stickstoffgaben, Auswaschung zu verringern.

Lebensform und Verwendung

Lebensform

Die Pflanze ist einjährig.

Verwendung

Die angebotenen Sorten eignen sich als Schnittblume.

Aussaatkalender Mais
GartenkalenderVorkultur: März, April, Mai; Aussaat: April, Mai, Juni, Juli; Blüte: Juni, Juli, August, September; Ernte: August, September, Oktober; Pflanzung: MaiJFMAMJJASONDVorkulturVorkultur: MärzVorkultur: AprilVorkultur: MaiAussaatAussaat: AprilAussaat: MaiAussaat: JuniAussaat: JuliBlüteBlüte: JuniBlüte: JuliBlüte: AugustBlüte: SeptemberErnteErnte: AugustErnte: SeptemberErnte: OktoberPflanzungPflanzung: MaiVorkulturAussaatBlüteErntePflanzung

Woran erkennst du die Milchreife bei Zuckermais?

Für die Küche erntest du Zuckermais in der Milchreife. Die Körner sind dann noch weich und geben beim Anritzen milchigen Saft. Zwei Zeichen gehören dabei zusammen: die Fäden an der Kolbenspitze und der Saft im Korn.

Erstes Zeichen: braune Fäden an der Kolbenspitze

Jeder Kolben steckt in Hüllblättern, die oft auch Lieschblätter heißen. Oben schaut ein Büschel Fäden heraus, botanisch die Griffel, auch Seidenfäden genannt. Werden diese Fäden braun und trocknen ein, ist das dein Signal, genauer hinzuschauen. Allein reicht das Zeichen nicht: Erntereif ist der Kolben erst, wenn zusätzlich das Korn milchigen Saft gibt.

Marias Erfahrung

Ich ritze je Kolben nur ein Korn an und drücke die Hüllblätter danach wieder fest über die Spitze. Kolben, deren Fäden noch nicht braun sind, öffne ich gar nicht erst.

Zweites Zeichen: milchiger Saft bei der Ritzprobe

Schieb an der Kolbenspitze die Hüllblätter so weit zurück, dass du Körner siehst. Ritz ein Korn mit dem Daumennagel an und schau dir an, was austritt. Kommt milchiger Saft, ist der Kolben in der Milchreife und bereit zum Pflücken. Bleibt der milchige Saft aus und das Korn ist noch weich, legst du die Hüllblätter wieder an und lässt den Kolben hängen. Ist das Korn dagegen schon hart und lässt sich kaum eindrücken, ist der Kolben über die Milchreife hinaus.

Mini-Checkliste

Fäden braun und eingetrocknet? Hüllblätter an der Spitze zurückgeschoben? Korn angeritzt und milchiger Saft ausgetreten? Körner noch weich? Dann ist der Kolben erntereif.

Warum beim Zuckermais der Zeitpunkt zählt

Im Maiskorn wird eingelagerter Zucker zu Stärke umgewandelt. Bei Zuckermais läuft das langsamer ab als bei landwirtschaftlich genutztem Mais. Die Süße, für die du Zuckermais anbaust, nutzt du deshalb am besten in der Milchreife, bevor das Korn hart wird.

Damaun, Mezdi und Tramunt sind samenfeste Sorten des extrasüßen sh2-Typs, Tatonka F1 ist eine extrasüße Hybride. Bei solchen Sorten spielt auch der Nachbar im Garten eine Rolle.

Häufiger Fehler

Extrasüßer Zuckermais steht neben normalsüßem Zuckermais oder in der Nähe von landwirtschaftlichem Mais. Wird er von dort fremdbestäubt, kann das die Ausbildung seines hohen Zuckergehalts unterdrücken, selbst wenn du die Milchreife genau triffst. Zu Feldmais wird deshalb ein Abstand von mindestens 500 m empfohlen.

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Wann ist welche Sorte reif?

Die Sorte bestimmt mit, wann die ersten Kolben so weit sind. Für drei samenfeste, extrasüße Zuckermaissorten werden diese Reifezeiten angegeben:

Sorte Typ angegebene Reifezeit
Damaun samenfest, extrasüß (sh2) 85 bis 95 Tage
Mezdi samenfest, extrasüß (sh2) 90 bis 100 Tage
Tramunt samenfest, extrasüß (sh2) 100 bis 105 Tage

Tatonka F1 wird als mittelfrüh reifend beschrieben. Frühe Zuckermaissorten eignen sich für den Hausgarten, weil ihre Kolben zuverlässig ausreifen sollen. Die Tage zeigen dir, welche Sorte früher und welche später so weit ist. Ob ein Kolben wirklich reif ist, entscheidet trotzdem die Ritzprobe am Korn.

Ich schreibe Aussaatdatum und angegebene Reifezeit auf das Schild jedes Maisblocks. Daran sehe ich, an welchem Block ich zuerst nach braunen Fäden schaue.

Mais säst du von April bis Juli. Wie du den Termin passend zu Bodentemperatur und Region wählst, erklärt der Ratgeber, wann du Mais im Hausgarten aussäst. Mehr zur Sortenwahl findest du im Vergleich, worin sich Zuckermais und Futtermais unterscheiden.

Wann erntest du Körnermais?

Körnermais erntest du erst, wenn die Körner ausgereift und hart sind. Die Probe ist dieselbe wie beim Zuckermais, nur mit umgekehrtem Ziel. Lässt sich das Korn mit dem Daumennagel nicht mehr eindrücken, ist es erntereif. Geerntet werden dann nur die trockenen Körner, im Feldbau mit dem Mähdrescher.

Wofür die Körner taugen, hängt am Maistyp. Aus Hartmais wird Grieß, aus Zahnmais, auch Dent-Mais genannt, wird Mehl.

Auch Futtermaiskolben musst du nicht stehen lassen, bis die Körner hart sind. In der Milchreife, solange die Körner noch weich sind, kannst du sie als Speisemais verwenden.

Für die Einlagerung von landwirtschaftlichem Körnermais gilt eine Kornfeuchte von etwa 14 bis 15 %. Wie du Körner nach der Ernte trocknest und aufbewahrst, zeigt der Ratgeber, wie du geernteten Mais trocknest und lange haltbar lagerst.

Wann ist Silomais siloreif?

Bei Silomais zählt nicht der einzelne Kolben. Geerntet wird die gesamte oberirdische Pflanze, solange sie grün ist. Körner, Kolbenspindeln, Blätter und Stängel werden zusammen gehäckselt und durch Milchsäuregärung konserviert.

Den Zeitpunkt bestimmt die Trockenmasse, getrennt betrachtet für Kolben und Restpflanze.

Zahl im Blick

Als Kriterien der Siloreife gelten mindestens 55 % Trockenmasse im Kolben und 23 bis 25 % Trockenmasse in der Restpflanze.

Beide Werte sind Messgrößen. Mit der Ritzprobe am Korn liest du sie nicht ab.

Was beeinflusst Reife und Kolben?

Wärme und Sonne

Mais braucht einen warmen Standort in voller Sonne. Bei hoher Sonneneinstrahlung liegt das Temperaturoptimum für Zuckermais bei 24 bis 29 °C.

Wasser, während sich die Körner füllen

Blüte und Kornfüllung sind beim Mais die kritischen Phasen für die Wasserversorgung. Haben die Blätter ein stumpfes Grün, rollen sich ein und stehen starr nach oben, kann das auf Trockenstress hindeuten. Weil sich die Körner in der Zeit vor der Ernte füllen, achtest du gerade dann auf solche Blätter. Wie viel Wasser ankommt, hängt neben dem Regen vom Wasserspeicher- und Durchwurzelungsvermögen des Bodens und von der Luftfeuchte ab.

Bestäubung im Block

Mais wird vom Wind bestäubt, deshalb setzt du ihn in einen Block aus mehreren Reihen statt in eine einzelne lange Reihe. Standort, Boden und Pflege über die ganze Saison erklärt die Anleitung, wie du Mais von der Saat bis zur Ernte anbaust.

Was tun, wenn am Kolben etwas nicht stimmt?

Später reifende Kolben schützt du bei Bedarf mit Schutzbeuteln vor Vogelfraß. Entdeckst du am Kolben silbrig glänzende Wucherungen, die später aufreißen und schwarzes Sporenpulver freisetzen, kann das auf Maisbeulenbrand hindeuten.

Achtung

Sichtbar verschimmelte Kolben isst du nicht mehr, sondern entsorgst sie direkt.

Wie erntest und lagerst du frische Kolben?

Im Garten pflückst du jeden Kolben einzeln von Hand, so wie Zuckermais auch im Erwerbsanbau häufig geerntet wird. Damit er sich länger hält, bleiben Hüllblätter und Seidenfäden zunächst dran, im Kühlschrank liegt er in einem feuchten Tuch einige Tage. Handgriffe, Aufbereitung und Küche zeigt der Ratgeber, wie du Maiskolben erntest und vom Beet bis auf den Teller verarbeitest.

Was kommt nach der Maisernte aufs Beet?

Räumst du den Mais erst Ende September oder Anfang Oktober, eignet sich Winterroggen als robuste Gründüngung. Mais selbst kommt erst nach einer Anbaupause von 3 Jahren wieder auf dieselbe Fläche, die Folge über mehrere Jahre ordnest du im Beetplaner für deine Fruchtfolge. Mehr zu Fruchtfolge und Mischkultur steht im Überblick zu Exoten und Gemüse-Raritäten.

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Häufige Fragen

Woran erkennt man, dass Mais erntereif ist?
Das hängt vom Maistyp ab. Zuckermais ist erntereif, sobald die Fäden an der Kolbenspitze braun werden und ein angeritztes Korn milchigen Saft abgibt. Körnermais erntest du, wenn die Körner ausgereift und hart sind und sich nicht mehr eindrücken lassen. Bei Silomais entscheidet die Trockenmasse in Kolben und Restpflanze über die Siloreife.
Was ist der Daumennageltest bei der Maisernte?
Beim Daumennageltest schiebst du an der Kolbenspitze die Hüllblätter zurück und ritzt ein Korn mit dem Daumennagel an. Tritt milchiger Saft aus und sind die Fäden braun, ist Zuckermais in der Milchreife und erntereif. Bei Körnermais zeigt dieselbe Probe das Gegenteil an: Lässt sich das Korn nicht mehr eindrücken, ist es ausgereift.
Was bedeutet Milchreife bei Zuckermais?
Milchreife ist das Stadium, in dem die Körner noch weich sind und beim Anritzen milchigen Saft abgeben. In diesem Stadium wird Zuckermais für die Küche geerntet. Danach wird der Zucker im Korn weiter zu Stärke umgewandelt, bei Zuckermais allerdings langsamer als bei landwirtschaftlich genutztem Mais. Auch Futtermaiskolben lassen sich in der Milchreife als Speisemais verwenden.
Worin unterscheiden sich Zuckermais und Silomais bei der Ernte?
Zuckermais wird Kolben für Kolben in der Milchreife geerntet, im Erwerbsanbau häufig von Hand. Bei Silomais wird die gesamte oberirdische Pflanze grün geerntet und gehäckselt, also Körner, Kolbenspindeln, Blätter und Stängel zusammen. Das Häckselgut wird durch Milchsäuregärung konserviert. Als Kriterium der Siloreife gilt unter anderem eine Trockenmasse von mindestens 55 % im Kolben.
Welche Faktoren beeinflussen den optimalen Erntezeitpunkt bei Mais?
Zuerst der Verwendungszweck: Zuckermais erntest du in der Milchreife, Körnermais mit harten Körnern und Silomais nach der Trockenmasse. Dann die Sorte, denn für Zuckermaissorten werden unterschiedliche Reifezeiten angegeben, und frühe Sorten eignen sich für den Hausgarten. Für die Entwicklung zählen außerdem Wärme und Wasser: Bei hoher Sonneneinstrahlung liegt das Optimum für Zuckermais bei 24 bis 29 °C. Blüte und Kornfüllung sind die kritischen Phasen für die Wasserversorgung.
Was passiert bei der Umwandlung von Zucker zu Stärke im Maiskorn?
Im Maiskorn wird eingelagerter Zucker zu Stärke umgewandelt. Bei Zuckermais läuft das langsamer ab als bei landwirtschaftlich genutztem Mais, für die Küche erntest du ihn trotzdem in der Milchreife, solange die Körner weich sind. Körnermais bleibt dagegen stehen, bis die Körner ausgereift und hart sind. Bei extrasüßen Sorten kann Fremdbestäubung durch normalsüßen Zuckermais oder landwirtschaftlichen Mais die Ausbildung des hohen Zuckergehalts unterdrücken.
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