Maisernte: So erkennst du den richtigen Zeitpunkt bei Zucker-, Silo- und Körnermais
- Zuckermais ist erntereif, wenn die Fäden braun werden und ein angeritztes Korn milchigen Saft gibt.
- Für die Küche erntest du Zuckermais in der Milchreife, solange die Körner noch weich sind.
- Körnermais erntest du, wenn die Körner ausgereift und hart sind und sich nicht mehr eindrücken lassen.
- Silomais gilt bei mindestens 55 % Trockenmasse im Kolben und 23 bis 25 % in der Restpflanze als siloreif.
- Mais hat seine Erntezeit von August bis Oktober; den genauen Tag bestimmt die Probe am Korn.
- Hüllblätter und Seidenfäden bleiben nach der Ernte zunächst am Kolben, damit er sich besser hält.

Beim Zuckermais entscheidet der Tag des Pflückens, ob die Körner weich und saftig sind oder schon hart werden. Ich gehe deshalb ab August mit dem Daumennagel durch meinen Maisblock und prüfe die Kolben, deren Fäden braun werden. Welcher Moment der richtige ist, hängt davon ab, was du mit dem Mais vorhast. Zuckermais ist für die Küche gedacht, Körnermais für trockene Körner und Silomais für die Verwertung der ganzen Pflanze.
Wann Mais ernten? Die Reifezeichen im Überblick
Mais hat seine Erntezeit von August bis Oktober. Innerhalb dieses Zeitraums richtest du dich nach dem Kolben, nicht nach dem Kalender. Jeder Maistyp hat dafür sein eigenes Erntestadium und eigene Zeichen:
| Maistyp | Erntestadium | Woran du es erkennst | Was geerntet wird |
|---|---|---|---|
| Zuckermais | Milchreife | Fäden braun und eintrocknend, angeritztes Korn gibt milchigen Saft | einzelne Kolben, häufig von Hand |
| Körnermais | ausgereifte, harte Körner | Korn lässt sich nicht mehr eindrücken | nur die trockenen Körner |
| Silomais | Siloreife | mindestens 55 % TrockenmasseTrockenmasse ist das Gewicht eines Materials, etwa von Erntegut oder Futter, nach Abzug des enthaltenen Wassers. Sie macht Vergleiche möglich, die nicht davon abhängen, wie feucht das Material gerade ist. im Kolben, 23 bis 25 % in der Restpflanze | die gesamte oberirdische Pflanze, grün |
Für Mais wird eine Kulturdauer von 90 bis 110 Tagen angegeben. Wie früh die ersten Kolben so weit sind, hängt auch an der Sorte. Einen Vergleich mit den Erntefenstern anderer Arten findest du im Überblick zu Ernte und Lagern bei Exoten und Gemüse-Raritäten.
Empfehlungen für den Garten
Standort und Boden
- Standort
Ein warmer Standort ist geeignet.
- Bodenart
Für Zuckermais nährstoffreichen Boden wählen und vor der Kultur gut verrottetes organisches Material wie Gartenkompost einarbeiten oder bei Kultur ohne Umgraben als Mulch aufbringen.
- Bodenreaktion
Böden mit pH 5,5–6,8 werden bevorzugt.
- Substrat
Geeignet ist nährstoffreicher, gut durchlässiger Boden.
- Anbauort
Die angebotenen Sorten lassen sich im Hochbeet und im Kübel ziehen.
Pflege
- Pflege
Während der Wachstumszeit ausreichend Feuchtigkeit bereitstellen.
- Düngung
Für Zuckermais: Bodenuntersuchung, Vorfrüchte und bisherige Nährstoffgaben zur Düngeplanung heranziehen. Bei sandigen Böden helfen aufgeteilte Stickstoffgaben, Auswaschung zu verringern.
Lebensform und Verwendung
- Lebensform
Die Pflanze ist einjährig.
- Verwendung
Die angebotenen Sorten eignen sich als Schnittblume.
Woran erkennst du die Milchreife bei Zuckermais?
Für die Küche erntest du Zuckermais in der Milchreife. Die Körner sind dann noch weich und geben beim Anritzen milchigen Saft. Zwei Zeichen gehören dabei zusammen: die Fäden an der Kolbenspitze und der Saft im Korn.
Erstes Zeichen: braune Fäden an der Kolbenspitze
Jeder Kolben steckt in Hüllblättern, die oft auch Lieschblätter heißen. Oben schaut ein Büschel Fäden heraus, botanisch die Griffel, auch Seidenfäden genannt. Werden diese Fäden braun und trocknen ein, ist das dein Signal, genauer hinzuschauen. Allein reicht das Zeichen nicht: Erntereif ist der Kolben erst, wenn zusätzlich das Korn milchigen Saft gibt.
Ich ritze je Kolben nur ein Korn an und drücke die Hüllblätter danach wieder fest über die Spitze. Kolben, deren Fäden noch nicht braun sind, öffne ich gar nicht erst.
Zweites Zeichen: milchiger Saft bei der Ritzprobe
Schieb an der Kolbenspitze die Hüllblätter so weit zurück, dass du Körner siehst. Ritz ein Korn mit dem Daumennagel an und schau dir an, was austritt. Kommt milchiger Saft, ist der Kolben in der Milchreife und bereit zum Pflücken. Bleibt der milchige Saft aus und das Korn ist noch weich, legst du die Hüllblätter wieder an und lässt den Kolben hängen. Ist das Korn dagegen schon hart und lässt sich kaum eindrücken, ist der Kolben über die Milchreife hinaus.
Fäden braun und eingetrocknet? Hüllblätter an der Spitze zurückgeschoben? Korn angeritzt und milchiger Saft ausgetreten? Körner noch weich? Dann ist der Kolben erntereif.
Warum beim Zuckermais der Zeitpunkt zählt
Im Maiskorn wird eingelagerter Zucker zu Stärke umgewandelt. Bei Zuckermais läuft das langsamer ab als bei landwirtschaftlich genutztem Mais. Die Süße, für die du Zuckermais anbaust, nutzt du deshalb am besten in der Milchreife, bevor das Korn hart wird.
Damaun, Mezdi und Tramunt sind samenfeste Sorten des extrasüßen sh2-Typs, Tatonka F1 ist eine extrasüße Hybride. Bei solchen Sorten spielt auch der Nachbar im Garten eine Rolle.
Extrasüßer Zuckermais steht neben normalsüßem Zuckermais oder in der Nähe von landwirtschaftlichem Mais. Wird er von dort fremdbestäubt, kann das die Ausbildung seines hohen Zuckergehalts unterdrücken, selbst wenn du die Milchreife genau triffst. Zu Feldmais wird deshalb ein Abstand von mindestens 500 m empfohlen.
Wann ist welche Sorte reif?
Die Sorte bestimmt mit, wann die ersten Kolben so weit sind. Für drei samenfeste, extrasüße Zuckermaissorten werden diese Reifezeiten angegeben:
| Sorte | Typ | angegebene Reifezeit |
|---|---|---|
| Damaun | samenfest, extrasüß (sh2) | 85 bis 95 Tage |
| Mezdi | samenfest, extrasüß (sh2) | 90 bis 100 Tage |
| Tramunt | samenfest, extrasüß (sh2) | 100 bis 105 Tage |
Tatonka F1 wird als mittelfrüh reifend beschrieben. Frühe Zuckermaissorten eignen sich für den Hausgarten, weil ihre Kolben zuverlässig ausreifen sollen. Die Tage zeigen dir, welche Sorte früher und welche später so weit ist. Ob ein Kolben wirklich reif ist, entscheidet trotzdem die Ritzprobe am Korn.
Ich schreibe Aussaatdatum und angegebene Reifezeit auf das Schild jedes Maisblocks. Daran sehe ich, an welchem Block ich zuerst nach braunen Fäden schaue.
Mais säst du von April bis Juli. Wie du den Termin passend zu Bodentemperatur und Region wählst, erklärt der Ratgeber, wann du Mais im Hausgarten aussäst. Mehr zur Sortenwahl findest du im Vergleich, worin sich Zuckermais und Futtermais unterscheiden.
Wann erntest du Körnermais?
Körnermais erntest du erst, wenn die Körner ausgereift und hart sind. Die Probe ist dieselbe wie beim Zuckermais, nur mit umgekehrtem Ziel. Lässt sich das Korn mit dem Daumennagel nicht mehr eindrücken, ist es erntereif. Geerntet werden dann nur die trockenen Körner, im Feldbau mit dem Mähdrescher.
Wofür die Körner taugen, hängt am Maistyp. Aus Hartmais wird Grieß, aus Zahnmais, auch Dent-Mais genannt, wird Mehl.
Auch Futtermaiskolben musst du nicht stehen lassen, bis die Körner hart sind. In der Milchreife, solange die Körner noch weich sind, kannst du sie als Speisemais verwenden.
Für die Einlagerung von landwirtschaftlichem Körnermais gilt eine Kornfeuchte von etwa 14 bis 15 %. Wie du Körner nach der Ernte trocknest und aufbewahrst, zeigt der Ratgeber, wie du geernteten Mais trocknest und lange haltbar lagerst.
Wann ist Silomais siloreif?
Bei Silomais zählt nicht der einzelne Kolben. Geerntet wird die gesamte oberirdische Pflanze, solange sie grün ist. Körner, Kolbenspindeln, Blätter und Stängel werden zusammen gehäckselt und durch Milchsäuregärung konserviert.
Den Zeitpunkt bestimmt die Trockenmasse, getrennt betrachtet für Kolben und Restpflanze.
Als Kriterien der Siloreife gelten mindestens 55 % Trockenmasse im Kolben und 23 bis 25 % Trockenmasse in der Restpflanze.
Beide Werte sind Messgrößen. Mit der Ritzprobe am Korn liest du sie nicht ab.
Was beeinflusst Reife und Kolben?
Wärme und Sonne
Mais braucht einen warmen Standort in voller Sonne. Bei hoher Sonneneinstrahlung liegt das Temperaturoptimum für Zuckermais bei 24 bis 29 °C.
Wasser, während sich die Körner füllen
Blüte und Kornfüllung sind beim Mais die kritischen Phasen für die Wasserversorgung. Haben die Blätter ein stumpfes Grün, rollen sich ein und stehen starr nach oben, kann das auf TrockenstressTrockenstress entsteht, wenn eine Pflanze mehr Wasser verdunstet, als sie aus dem Boden nachholen kann. Sie welkt zuerst, bei anhaltendem Mangel werden Blattränder braun und die Wurzeln können dauerhaft geschädigt werden. hindeuten. Weil sich die Körner in der Zeit vor der Ernte füllen, achtest du gerade dann auf solche Blätter. Wie viel Wasser ankommt, hängt neben dem Regen vom Wasserspeicher- und Durchwurzelungsvermögen des Bodens und von der Luftfeuchte ab.
Bestäubung im Block
Mais wird vom Wind bestäubt, deshalb setzt du ihn in einen Block aus mehreren Reihen statt in eine einzelne lange Reihe. Standort, Boden und Pflege über die ganze Saison erklärt die Anleitung, wie du Mais von der Saat bis zur Ernte anbaust.
Was tun, wenn am Kolben etwas nicht stimmt?
Später reifende Kolben schützt du bei Bedarf mit Schutzbeuteln vor Vogelfraß. Entdeckst du am Kolben silbrig glänzende Wucherungen, die später aufreißen und schwarzes Sporenpulver freisetzen, kann das auf Maisbeulenbrand hindeuten.
Sichtbar verschimmelte Kolben isst du nicht mehr, sondern entsorgst sie direkt.
Wie erntest und lagerst du frische Kolben?
Im Garten pflückst du jeden Kolben einzeln von Hand, so wie Zuckermais auch im Erwerbsanbau häufig geerntet wird. Damit er sich länger hält, bleiben Hüllblätter und Seidenfäden zunächst dran, im Kühlschrank liegt er in einem feuchten Tuch einige Tage. Handgriffe, Aufbereitung und Küche zeigt der Ratgeber, wie du Maiskolben erntest und vom Beet bis auf den Teller verarbeitest.
Was kommt nach der Maisernte aufs Beet?
Räumst du den Mais erst Ende September oder Anfang Oktober, eignet sich Winterroggen als robuste GründüngungGründüngung ist eine Bodenpflegemaßnahme: Auf freie Beete säst du Pflanzen, die den Boden schützen und verbessern sollen. Sie werden meist nicht geerntet, sondern abgemäht, als Mulch liegen gelassen oder flach eingearbeitet.. Mais selbst kommt erst nach einer AnbaupauseDie Anbaupause ist die Zeit, die vergehen sollte, bevor dieselbe Pflanzenart oder eine Art derselben Pflanzenfamilie wieder auf demselben Beet wächst. Sie beugt Krankheiten und Schädlingen vor, die sich im Boden anreichern. von 3 Jahren wieder auf dieselbe Fläche, die Folge über mehrere Jahre ordnest du im Beetplaner für deine Fruchtfolge. Mehr zu FruchtfolgeFruchtfolge ist die geplante Reihenfolge, in der verschiedene Gemüsearten über die Jahre auf demselben Beet wachsen. Wechselst du jedes Jahr die Pflanzenfamilie, sinkt das Risiko für Krankheiten und Schädlinge, und die Nährstoffe im Boden werden besser genutzt. und MischkulturMischkultur bedeutet, dass verschiedene Gemüsearten nebeneinander auf einem Beet wachsen. So nutzt du die Fläche besser aus, und der Boden bleibt während der Saison weitgehend bedeckt. steht im Überblick zu Exoten und Gemüse-Raritäten.





