Gemüse · Kohl · Anbau

Rosenkohl im Jahresverlauf: Anbaukalender von der Aussaat bis zur Winterernte

Zuletzt geprüft: Lesezeit: 6 Min.Von der samen.live Redaktion
Kurz & knappDie Antwort in 20 Sekunden
  • Aussaat von März bis Mai, im Saatbeet im Freiland oder geschützt unter Glas.
  • Für die Winterernte pflanzt du von Mai bis Anfang Juni.
  • Abstand: 50 cm in der Reihe, 60 cm zwischen den Reihen.
  • Neben der Grunddüngung folgen Kopfdüngungen nach 6 und nach 12 Wochen.
  • Entgipfeln: Mitte September bei Pflanzung Anfang Juni.
  • Ernte von Oktober bis in den Februar, bei starkem Frost Vlies auflegen.
Rosenkohlröschen sitzen dicht an dicht an abgeschnittenen Stängeln, gestapelt im Sonnenlicht
Foto: Natalia S · Pexels License · Quelle ↗

Rosenkohl begleitet dich durch das ganze Gartenjahr: Gesät wird im Frühjahr, geerntet bis in den Februar. Wer die Termine kennt, pflanzt rechtzeitig, entgipfelt zur passenden Zeit und hat das Vlies bereit, bevor starker Frost kommt. Ich trage mir die Rosenkohl-Termine deshalb schon im Winter in meinen Gartenkalender ein.

Die Röschen sind verdickte Blattknospen am Stängel, und bis du sie erntest, vergehen viele Monate. Hier geht es um den Zeitplan beim Rosenkohl und um die Handgriffe, die im Herbst anstehen. Die Grundlagen für alle Kohlarten stehen in meinem Kohl-Ratgeber, auf den ich an den passenden Stellen verweise.

Der Rosenkohl-Kalender auf einen Blick

Die Tabelle zeigt dir, welche Arbeit wann ansteht.

Zeitraum Was ansteht Worauf du achtest
März bis Mai aussäen, im Saatbeet im Freiland oder geschützt unter Glas Saattiefe 0,5 bis 1 cm, Keimdauer 7 bis 14 Tage
ab April Saaten und Jungpflanzen regelmäßig ansehen Kohlerdflöhe meist ab April, Kleine Kohlfliege im April oder Anfang Mai
Mai bis Anfang Juni auspflanzen für die Winterernte 50 cm in der Reihe, 60 cm Reihenabstand, vorher Kompost einarbeiten, Netz gleich auflegen
Sommer gießen, hacken, nachdüngen Kopfdüngung nach 6 und nach 12 Wochen, neue Käfergeneration der Erdflöhe ab Juli
Mitte September Triebspitze entfernen gilt für Rosenkohl, der Anfang Juni gepflanzt wurde
Herbst vergilbte untere Blätter abnehmen Blattunterseiten dabei auf Raupen ansehen
Oktober bis Februar Röschen ernten, von unten nach oben Vlies bei starkem Frost auflegen
nach der letzten Ernte Beet räumen, Fruchtfolge planen Wurzeln mit Wucherungen in den Restmüll, Bodenprobe nicht direkt nach einer Düngung
Zahl im Blick

Die Kulturdauer von Rosenkohl liegt je nach Sorte bei etwa 160 bis 250 Tagen ab der Pflanzung. Das sind rund 5,5 bis 8 Monate im Beet.

Weil du von Mai bis Anfang Juni pflanzt und bis in den Februar erntest, bleibt das Beet den ganzen Winter über belegt. Wann Weißkohl, Grünkohl und die anderen Arten gesät werden, zeigt dir der druckbare Aussaatkalender für alle Kohlarten.

Marias Erfahrung

Ich schreibe das Pflanzdatum auf das Beetschild neben dem Rosenkohl. Im September sehe ich dann sofort, wann der Satz ins Beet kam, und plane das Entgipfeln danach.

Aussaatkalender Rosenkohl
GartenkalenderVorkultur: März, April, Mai; Aussaat: März, April, Mai; Ernte: Januar, Februar, Oktober, November, Dezember; Pflanzung: April, Mai, JuniJFMAMJJASONDVorkulturVorkultur: MärzVorkultur: AprilVorkultur: MaiAussaatAussaat: MärzAussaat: AprilAussaat: MaiErnteErnte: JanuarErnte: FebruarErnte: OktoberErnte: NovemberErnte: DezemberPflanzungPflanzung: AprilPflanzung: MaiPflanzung: JuniVorkulturAussaatErntePflanzung

Frühjahr: Rosenkohl von März bis Mai aussäen

Gesät wird Rosenkohl von März bis Mai. Üblich ist die Vorkultur im Saatbeet im Freiland, eine geschützte Anzucht unter Glas geht ebenso. Lass die Sämlinge nicht zu dicht stehen, sonst werden sie lang und schwach. Pikieren und Abhärten für alle Kohlarten erklärt mein Kohl-Ratgeber im Abschnitt Aussaat, Anzucht und Pflanzung.

Die Einzelheiten für Rosenkohl zeigt dir die Anleitung zur Rosenkohl-Anzucht Schritt für Schritt. Welcher Saattermin zu deiner Wunsch-Ernte passt, liest du im Beitrag, wann du Rosenkohl säst, damit er vor dem Frost erntereif ist.

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Mai bis Anfang Juni: Rosenkohl pflanzen

Für die Ernte im Winter pflanzt du Rosenkohl von Mai bis Anfang Juni. In der Reihe setzt du die Pflanzen mit 50 cm Abstand. Zwischen den Reihen lässt du 60 cm frei, und an jede Pflanzstelle kommt eine einzelne Pflanze. Das Einsetzen und die Pflege bis zur Ernte beschreibt die Anleitung, wie du Rosenkohl-Setzlinge pflanzt und pflegst.

Rosenkohl braucht einen vollsonnigen Platz und fruchtbaren, gut durchlässigen Boden, am liebsten mittelschwer bis schwer und kalkhaltig. Empfohlen wird ein Boden-pH von 6,5 bis 7,5. Vor dem Auspflanzen arbeite ich reifen Kompost ins Beet ein; Boden, pH und Düngung vertieft der Kohl-Ratgeber unter Standort und Boden sowie unter Düngen.

Überwinterte Kohlerdflöhe erscheinen meist ab April, und weil du erst ab Mai pflanzt, kommen deine Jungpflanzen in ein Beet, in dem die Käfer schon unterwegs sind. Ich lege deshalb direkt nach dem Pflanzen ein Kulturschutznetz mit 0,6 bis 0,8 mm Maschenweite auf und beschwere die Ränder rundum. Vorbeugen, Kontrollieren und Eingreifen beschreibt der Kohl-Ratgeber unter Schädlinge und Pflanzenschutz.

Sommer: gießen, hacken und zweimal nachdüngen

Neben der Grunddüngung bekommt Rosenkohl eine Kopfdüngung nach 6 Wochen. Nach 12 Wochen folgt die zweite.

Die Bayerische Gartenakademie schätzt es als sinnvoller ein, Gemüse eher einmal pro Woche gründlich zu gießen als täglich in kleinen Mengen. Gemeint sind dabei rund 14 Liter je Quadratmeter. Wie du nach Bedarf und an die Wurzel gießt, steht im Kohl-Ratgeber unter Gießen.

Regelmäßiges flaches Hacken unterdrückt auf ungemulchten Beeten Beikräuter und vermindert die Verdunstung. Mulchst du mit angetrocknetem Rasenschnitt, bringst du ihn nur dünn bodendeckend aus und ergänzt ihn öfter. Was du darüber hinaus für den Ertrag tun kannst, sammelt der Beitrag, wie du den Ertrag von Rosenkohl steigerst.

September: die Triebspitze entfernen

Entgipfeln heißt, dass du die Triebspitze oben aus der Pflanze nimmst. Für Rosenkohl, den du Anfang Juni gepflanzt hast, ist das Entgipfeln Mitte September vorgesehen.

Ich knipse die Spitze mit dem kleinen Blattschopf oben mit den Fingern aus. Ist der Stängel dort schon hart, nehme ich ein sauberes Messer.

Häufiger Fehler

Den Septembertermin auf jede Pflanzung übertragen. Mitte September gilt für Rosenkohl, der Anfang Juni ins Beet kam. Hast du früher oder später gepflanzt, notiere dir das Pflanzdatum und entscheide im September mit Blick auf deine Pflanzen, statt stur nach dem Kalender zu schneiden.

Herbst: die unteren Blätter abnehmen

Im Herbst nehme ich unten am Stängel die Blätter ab, die gelb werden oder auf dem Boden aufliegen. Ich ziehe sie dicht am Stängel mit einem kurzen Ruck seitlich nach unten ab. So sehe ich die Röschen und komme bei der Ernte gut heran. Dabei drehe ich die Blätter um und schaue auf den Unterseiten nach Raupen, etwa denen des Kohlweißlings. Grüne, gesunde Blätter weiter oben lasse ich stehen.

Herbst und Winter: Rosenkohl vor Frost schützen

Rosenkohl steht zur Ernte bis in den Februar im Beet und erlebt damit den ganzen Winter. Eine Vliesabdeckung kann überwinterndes Gemüse vor starker Kälte schützen, ebenso vor Wintersonne. Ist starker Frost angesagt, lege ich das Vlies locker über die Pflanzen und beschwere die Ränder. Steigen die Temperaturen danach stark an, nimmst du es wieder ab, damit darunter kein Hitzestau entsteht.

Auch im Kübel lässt sich Rosenkohl ziehen. Dort friert der Wurzelballen schneller als im Gartenboden, und Wurzeln reagieren empfindlicher auf Minusgrade als die Pflanzenteile darüber. Ich isoliere deshalb Topfwände, Oberfläche und Boden und achte darauf, dass Gießen und Wasserabfluss möglich bleiben.

Frost-Richtwerte je Kohlart und die Frage, wie Kälte den Zuckergehalt beeinflusst, behandelt der Kohl-Ratgeber unter Sorten und Jahreszeiten.

Mini-Checkliste

Vor dem ersten starken Frost

  • Vlies liegt griffbereit neben dem Beet.
  • Steine oder Erdnägel zum Beschweren der Ränder sind da.
  • Bei stark steigenden Temperaturen kommt das Vlies wieder herunter.
  • Kübel sind an Topfwänden, Oberfläche und Boden isoliert, der Abfluss bleibt frei.

Oktober bis Februar: Rosenkohl ernten

Rosenkohl erntest du von Oktober bis in den Februar; die Erntezeiten der anderen Kohlarten stehen im Kohl-Ratgeber unter Ernte und Lagerung. Ich ernte die Röschen von unten nach oben und lasse die Pflanze dabei stehen. Woran du reife Röschen erkennst und wie du sie sauber abdrehst, zeigt dir der Beitrag, wann Rosenkohl erntereif ist und wie du ihn erntest. Putzen, Lagern und Einfrieren erklärt der Ratgeber, wie du geernteten Rosenkohl lagerst und haltbar machst.

Nach der letzten Ernte: Beet räumen und das nächste Jahr planen

Beim Räumen sehe ich mir die Wurzeln an, denn Wucherungen daran können auf Kohlhernie hindeuten. Solche Pflanzen holst du samt Wurzeln heraus, gibst sie in den Restmüll statt auf den Kompost und reinigst danach die Geräte. Die Dauersporen des Erregers können bis zu 20 Jahre im Boden überdauern; mehr dazu steht im Kohl-Ratgeber unter Krankheiten.

Rosenkohl ist ein Kreuzblütler, und Kreuzblütler baust du vorbeugend nur alle 3 bis 5 Jahre am selben Platz an. Zur Kohlpause zählen auch Radieschen, Rettich und die Gründüngungen Gelbsenf, Ölrettich und Raps; als günstige Vorfrüchte für Rosenkohl gelten Porree, Zwiebeln, Zucchini, Getreide und Mais. Den Wechsel planst du im Beetplaner, die Grundregeln stehen im Kohl-Ratgeber unter Fruchtfolge und Mischkultur.

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Häufige Fragen

Wann säst du Rosenkohl im Frühjahr aus?
Rosenkohl säst du von März bis Mai. Üblich ist die Vorkultur im Saatbeet im Freiland, eine geschützte Anzucht unter Glas geht ebenso. Die Samen legst du 0,5 bis 1 cm tief. Nach 7 bis 14 Tagen keimen die Samen.
Welchen Standort und Boden braucht Rosenkohl?
Rosenkohl braucht einen vollsonnigen Platz und fruchtbaren, gut durchlässigen Boden. Am liebsten sind ihm mittlere bis schwere, kalkhaltige Böden. Empfohlen wird ein Boden-pH von 6,5 bis 7,5, und vor dem Auspflanzen arbeitest du reifen Kompost ein.
Wann und wie köpfst du Rosenkohl im September?
Für Rosenkohl, der Anfang Juni gepflanzt wurde, ist das Köpfen oder Entgipfeln Mitte September vorgesehen. Dabei nimmst du die Triebspitze oben aus der Pflanze, bei hartem Stängel mit einem sauberen Messer. Hast du zu einem anderen Termin gepflanzt, übernimm den Septembertermin nicht einfach, sondern notiere dir das Pflanzdatum und entscheide mit Blick auf deine Pflanzen.
Wie lange steht Rosenkohl von der Pflanzung bis zur Ernte im Beet?
Je nach Sorte rechnest du mit etwa 160 bis 250 Tagen ab der Pflanzung. Das sind rund 5,5 bis 8 Monate. Für die Winterernte pflanzt du von Mai bis Anfang Juni und erntest von Oktober bis in den Februar.
Wie pflegst du Rosenkohl während der Wachstumsphase?
Neben der Grunddüngung bekommt Rosenkohl eine Kopfdüngung nach 6 Wochen. Nach 12 Wochen folgt die zweite. Gieße lieber seltener und gründlich als täglich in kleinen Mengen, und hacke ungemulchte Beete regelmäßig flach.
Wie schützt du Rosenkohl vor Kohlschädlingen?
Überwinterte Kohlerdflöhe erscheinen meist ab April, und die Kleine Kohlfliege tritt im April oder Anfang Mai auf. Ein Kulturschutznetz mit 0,6 bis 0,8 mm Maschenweite legst du direkt nach der Pflanzung auf und hältst es bis zur Ernte geschlossen. Ab April schaust du regelmäßig nach Saaten und Jungpflanzen, später auch nach Raupen etwa des Kohlweißlings.
Welche Rolle spielt die Fruchtfolge beim Rosenkohl?
Rosenkohl ist ein Kreuzblütler, und Kreuzblütler baust du vorbeugend nur alle 3 bis 5 Jahre am selben Platz an. Ihre Verwandtschaft kann die Kohlhernie begünstigen, deren Dauersporen bis zu 20 Jahre im Boden überdauern können. Zur Kohlpause zählen deshalb auch Radieschen, Rettich sowie Gelbsenf, Ölrettich und Raps als Gründüngung. Als günstige Vorfrüchte für Rosenkohl gelten Porree, Zwiebeln, Zucchini, Getreide und Mais.
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