Rosenkohl anbauen: Wachstum vom Setzling bis zur Ernte im Zeitraffer
- Die Aussaat läuft von März bis Mai, für die Winterernte pflanzt du von Mai bis Anfang Juni.
- Ab der Pflanzung braucht Rosenkohl je nach Sorte etwa 160 bis 250 Tage bis zur Ernte.
- In der Reihe bekommt jede Pflanze 50 cm Platz. Zwischen den Reihen planst du 60 cm ein.
- Zur Grunddüngung mit Kompost kommen im Lauf der Kultur zwei Kopfdüngungen.
- Bei einer Pflanzung Anfang Juni entgipfelst du Mitte September.
- Geerntet wird von Oktober bis Dezember und weiter im Januar und Februar.

Rosenkohl steht ab der Pflanzung je nach Sorte etwa 160 bis 250 Tage im Beet. Pflanztermin und Abstände legst du im Frühjahr fest, und bis zur Ernte lässt sich daran kaum noch etwas ändern. Ich plane Rosenkohl deshalb vom Erntewunsch aus rückwärts: Für die Winterernte kommen die Jungpflanzen von Mai bis Anfang Juni ins Beet.
Botanisch ist Rosenkohl zweijährig, im Garten kultivierst du ihn einjährig. Seine Röschen sind verdickte Blattknospen, die in den BlattachselnDie Blattachsel ist der Winkel zwischen Blattstiel und Zweig oder Stängel, also die Stelle, an der ein Blatt am Spross ansetzt. Aus ihr wachsen häufig Seitentriebe, bei Tomaten etwa die Geiztriebe. am Stängel sitzen. In seiner heutigen Zuchtform ist er zuerst in Belgien aufgetreten.
Rosenkohl-Wachstum im Zeitraffer: von der Saat bis zur Ernte
Vom Samenkorn bis zum ersten reifen Röschen durchläuft Rosenkohl mehrere Phasen. Die Tabelle zeigt, was in jeder Phase an der Pflanze passiert und wann es so weit ist.
| Phase | Zeitpunkt oder Dauer | Was passiert |
|---|---|---|
| Aussaat | März bis Mai | Die Samen liegen 0,5 bis 1 cm tief in der Erde. |
| Keimung | nach 7 bis 14 Tagen | Die Keimlinge erscheinen. Die Mindest-Keimtemperatur liegt bei 15 bis 18 °C, die Höchst-Keimtemperatur bei 20 bis 22 °C. |
| Anzucht | bis zur Pflanzung | Aus dem Sämling wird eine abgehärtete Jungpflanze. |
| Pflanzung | für die Winterernte Mai bis Anfang Juni | Der Setzling kommt mit 50 cm Abstand in der Reihe und 60 cm Reihenabstand ins Beet. |
| Wachstum | ab der Pflanzung | Der aufrechte Stängel kann bis zu 120 cm hoch werden, die Pflanze wird 40 bis 50 cm breit. |
| Kopfdüngung | nach 6 und nach 12 Wochen | Je eine Nachdüngung ergänzt den Kompost aus der Grunddüngung. |
| Entgipfeln | Mitte September, bei Pflanzung Anfang Juni | Die Triebspitze wird entfernt. |
| Ernte | Oktober bis Dezember, Januar und Februar | In den Blattachseln sitzen die erntereifen Röschen. |
Ab der Pflanzung rechnest du je nach Sorte mit etwa 160 bis 250 Tagen bis zur Ernte. Das entspricht rund 5,5 bis 8 Monaten. Eine Übersicht, welche Arbeiten beim Rosenkohl in welchem Monat anstehen, hilft dir bei der Jahresplanung.
Ich schreibe Aussaat- und Pflanztag auf das Beetschild. Kulturdauer und Entgipfeltermin beziehen sich auf den Pflanztag, deshalb will ich ihn im September sofort ablesen können.
Wie ziehst du Rosenkohl vor?
Rosenkohl säst du von März bis Mai im Freiland-Saatbeet, eine geschützte Anzucht unter Glas geht ebenfalls. Lass die Sämlinge nicht zu dicht stehen, sonst werden sie lang und schwach. Vor dem Auspflanzen härtest du die Jungpflanzen ab, indem du sie tagsüber zuerst schattig ins Freie stellst und allmählich an direkte Sonne gewöhnst.
AnzuchterdeAnzuchterde ist eine nährstoffarme, feinkrümelige Erde für die Aussaat und das Vorziehen junger Pflanzen. Die geringe Nährstoffmenge regt die zarten Wurzeln zum Wachsen an., Pikieren und den Schutz vor vergeilten Sämlingen erklären die Kohl-Grundlagen zu Anzucht, Standort und Boden, Gießen, Düngen und Pflanzenschutz. Alle Saattermine der Kohlarten zusammen zeigt dir der Aussaatkalender für Kohl zum Ausdrucken.
Welches Beet passt zu Rosenkohl?
Rosenkohl braucht einen vollsonnigen Platz und fruchtbaren, gut durchlässigen Boden, am liebsten mittelschwer bis schwer und kalkhaltig. Für den Boden-pH wird ein Bereich von 6,5 bis 7,5 empfohlen. Wie du Boden und pH prüfst, steht im Kohl-Ratgeber im Abschnitt Standort und Boden, und speziell um den Platz für Rosenkohl geht es im Beitrag darüber, welchen Standort und Boden Rosenkohl braucht.
Vorfrucht und Anbaupause
Gute Vorfrüchte für Rosenkohl sind Porree, Zwiebeln, Zucchini, Getreide und Mais. Zur KohlpauseDie Kohlpause ist eine mehrjährige Anbaupause, in der auf einem Beet weder Kohl noch andere Kreuzblütler wie Radieschen, Rettich oder Rucola wachsen. Sie beugt der Kohlhernie vor, einer Wurzelkrankheit dieser Pflanzenfamilie. zählen alle Kreuzblütler, neben Kohl also auch Radieschen, Rettich, Rucola, Senf, Ölrettich und Raps. Für die vorbeugende Pause zwischen zwei Kreuzblütlern auf demselben Beet reichen die Empfehlungen von 3 bis 6 Jahren. Gelbsenf als Gründüngung vor dem Rosenkohl passt deshalb nicht: Er ist selbst ein Kreuzblütler und steht genau auf dem Beet, das Pause haben soll.
Als Gründüngung vor Kohl eignen sich Phacelia oder Buchweizen. Phacelia ist mit keiner gängigen Gemüseart verwandt und fügt sich deshalb gut in eine Kohlfruchtfolge ein.
Damit du die Jahre nicht im Kopf behalten musst, trägst du deine Kohlbeete in den Beetplaner für deinen Garten ein.
Wann und wie pflanzt du die Setzlinge aus?
Für die Winterernte pflanzt du Rosenkohl von Mai bis Anfang Juni. Vorher arbeitest du reifen Kompost ins Beet ein. Plane die Abstände als Ganzes, also Reihe, Reihenabstand und Wuchsform zusammen:
| Maß | Wert |
|---|---|
| Abstand in der Reihe | 50 cm |
| Reihenabstand | 60 cm |
| Wuchsbreite der Pflanze | 40 bis 50 cm |
| Wuchshöhe | bis zu 120 cm |
| Wuchsform | ein aufrechter Stängel je Pflanze, frei stehend, an windigen Stellen mit Stützstab |
Säst du direkt ins Beet, gelten dieselben Abstände von Anfang an. Ich hebe für jede Pflanze ein Loch aus, das etwas größer ist als der Wurzelballen. Dann setze ich sie mit ungebogenen Wurzeln ein, drücke die Erde rundum fest und gieße gründlich an.
Kompost eingearbeitet · Jungpflanzen abgehärtet · Abstände abgesteckt · Wurzeln beim Einsetzen nicht umgebogen · Erde angedrückt · gründlich angegossen
Zwischen den jungen Pflanzen ist im Frühsommer noch viel Boden frei. Nutzt du ihn für eine kurzlebige ZwischenkulturEine Zwischenkultur ist eine schnell wachsende Gemüsekultur, die gleichzeitig mit einer langsam wachsenden Hauptkultur auf dem Beet steht, meist in Reihen dazwischen. Sie ist geerntet, bevor die Hauptkultur den ganzen Platz braucht., erntest du sie ab, bevor sie den Rosenkohl bedrängt. Günstige Wirkungen zwischen Beetnachbarn lassen sich schwer nachweisen, eine Nachbarliste ist also Planungshilfe und kein Versprechen. Welche Kulturen zusammenpassen könnten, prüfst du im Mischkultur-Planer für Beetnachbarn.
Wie pflegst du Rosenkohl bis zur Ernte?
Gießen und Düngen in Kürze
Rosenkohl mag einen feuchten, aber gut durchlässigen Boden. Nach Einschätzung der Bayerischen Gartenakademie gießt du Gemüse besser eher wöchentlich und gründlich als täglich in kleinen Mengen. Für so einen gründlichen Gießgang nennt sie rund 14 Liter pro Quadratmeter, der tatsächliche Bedarf hängt aber von Wetter, Boden, Sonne und Wind ab.
Kompost allein deckt den Stickstoffbedarf von Gemüse nicht. Zur Grunddüngung mit Kompost bekommt Rosenkohl deshalb nach 6 Wochen eine erste Kopfdüngung. Nach 12 Wochen folgt die zweite. Wie du Kohl nach Bedarf gießt und nach Art düngst, vertiefen die Abschnitte Gießen und Düngen im Kohl-Ratgeber.
Hacken und Mulchen
Solange der Boden zwischen den Reihen offen liegt, hacke ich regelmäßig flach. Das hält Beikräuter zurück und bremst die Verdunstung. Später mulche ich mit angetrocknetem Rasenschnitt, lege nur so viel aus, dass der Boden gerade bedeckt ist, und ergänze lieber öfter. Im Sommer schützt die Mulchschicht vor Verdunstung und vor VerschlämmungVerschlämmung bedeutet, dass sich die oberste Bodenschicht nach starkem Regen dicht zusetzt. Die Oberfläche verliert ihre offenen Poren, nimmt Wasser schlechter auf und kann beim Abtrocknen verkrusten..
Stützen an windigen Stellen
Rosenkohl kann bis zu 120 cm hoch werden. An windigen Stellen stecke ich deshalb einen Stab neben jede Pflanze und binde den Stängel locker an.
Entgipfeln im September
Beim Entgipfeln entfernst du die Triebspitze der Pflanze. Für Rosenkohl, der Anfang Juni ins Beet kam, gilt Mitte September als Termin dafür. Ich breche die Spitze mit der Hand aus und lasse die Blätter darunter stehen. Welche weiteren Maßnahmen für mehr Ertrag bei Rosenkohl infrage kommen, liest du in einem eigenen Beitrag.
Welche Schädlinge und Krankheiten solltest du kennen?
KohlerdflöheErdflöhe sind winzige, sprungstarke Blattkäfer, die Blätter von Kohlgewächsen wie Radieschen, Rucola und Kohl siebartig durchlöchern. Am häufigsten sind Kohlerdflöhe, kleine Käfer mit gelben Streifen an der Seite., die überwintert haben, tauchen meist ab April auf, ihre neue Generation ab Juli. Dazu kommen die Kleine KohlfliegeDie Kohlfliege (Kleine Kohlfliege) ist ein Schädling an Kohl, Rettich und Radieschen. Ihre weißlichen Maden sitzen im Wurzelbereich junger Kohlpflanzen, die dann welken; in Rettich und Radieschen verursachen sie Fraßgänge. und die Raupen des Kohlweißlings. Gegen Kohlerdflöhe legst du direkt nach der Pflanzung ein Kulturschutznetz mit 0,6 bis 0,8 mm Maschenweite auf und hältst es bis zur Ernte geschlossen.
Bei der Kohlhernie sind die Wurzeln befallen, und ihre DauersporenDauersporen sind mikroskopisch kleine Sporen, mit denen manche Krankheitserreger im Boden überdauern, etwa der Erreger der Kohlhernie. Sie bleiben über mehrere Jahre lebensfähig und können dann erneut Pflanzen infizieren. können sich bis zu 20 Jahre im Boden halten. Du beugst vor, indem du Staunässe vermeidest, die Anbaupause einhältst und befallene Pflanzen samt Wurzeln in den Restmüll gibst, nicht auf den Kompost. Wie du dem Falschen Mehltau vorbeugst, Pflanzen kontrollierst und Symptome einordnest, zeigt der Kohl-Ratgeber in den Abschnitten Schädlinge und Pflanzenschutz sowie Krankheiten.
Wann erntest du, und wie geht es danach weiter?
Die Erntezeit für Rosenkohl reicht von Oktober bis Dezember und weiter durch Januar und Februar. Du nimmst die Röschen am Stängel von unten nach oben ab. Woran du reife Röschen erkennst und wie du sie sauber erntest, erkläre ich in einem eigenen Beitrag. Wie du die Ernte putzt, lagerst und einfrierst, steht im Beitrag über das Lagern und Einfrieren von Rosenkohl.
In der Küche werden die Röschen aus dicht geschichteten Blättern gedämpft, gedünstet oder gekocht. Ideen dafür findest du in den Rosenkohl-Rezepten für die kalte Jahreszeit. Nährwerte im Vergleich zu anderen Kohlarten stehen im Kohl-Ratgeber im Abschnitt Küche und Nährwerte.




