Gemüse · Kohl · Anbau

Rosenkohl anbauen: Wachstum vom Setzling bis zur Ernte im Zeitraffer

Zuletzt geprüft: Lesezeit: 6 Min.Von der samen.live Redaktion
Kurz & knappDie Antwort in 20 Sekunden
  • Die Aussaat läuft von März bis Mai, für die Winterernte pflanzt du von Mai bis Anfang Juni.
  • Ab der Pflanzung braucht Rosenkohl je nach Sorte etwa 160 bis 250 Tage bis zur Ernte.
  • In der Reihe bekommt jede Pflanze 50 cm Platz. Zwischen den Reihen planst du 60 cm ein.
  • Zur Grunddüngung mit Kompost kommen im Lauf der Kultur zwei Kopfdüngungen.
  • Bei einer Pflanzung Anfang Juni entgipfelst du Mitte September.
  • Geerntet wird von Oktober bis Dezember und weiter im Januar und Februar.
Rosenkohlröschen sitzen dicht an dicht an abgeschnittenen Stängeln, gestapelt im Sonnenlicht
Foto: Natalia S · Pexels License · Quelle ↗

Rosenkohl steht ab der Pflanzung je nach Sorte etwa 160 bis 250 Tage im Beet. Pflanztermin und Abstände legst du im Frühjahr fest, und bis zur Ernte lässt sich daran kaum noch etwas ändern. Ich plane Rosenkohl deshalb vom Erntewunsch aus rückwärts: Für die Winterernte kommen die Jungpflanzen von Mai bis Anfang Juni ins Beet.

Botanisch ist Rosenkohl zweijährig, im Garten kultivierst du ihn einjährig. Seine Röschen sind verdickte Blattknospen, die in den Blattachseln am Stängel sitzen. In seiner heutigen Zuchtform ist er zuerst in Belgien aufgetreten.

Rosenkohl-Wachstum im Zeitraffer: von der Saat bis zur Ernte

Vom Samenkorn bis zum ersten reifen Röschen durchläuft Rosenkohl mehrere Phasen. Die Tabelle zeigt, was in jeder Phase an der Pflanze passiert und wann es so weit ist.

Phase Zeitpunkt oder Dauer Was passiert
Aussaat März bis Mai Die Samen liegen 0,5 bis 1 cm tief in der Erde.
Keimung nach 7 bis 14 Tagen Die Keimlinge erscheinen. Die Mindest-Keimtemperatur liegt bei 15 bis 18 °C, die Höchst-Keimtemperatur bei 20 bis 22 °C.
Anzucht bis zur Pflanzung Aus dem Sämling wird eine abgehärtete Jungpflanze.
Pflanzung für die Winterernte Mai bis Anfang Juni Der Setzling kommt mit 50 cm Abstand in der Reihe und 60 cm Reihenabstand ins Beet.
Wachstum ab der Pflanzung Der aufrechte Stängel kann bis zu 120 cm hoch werden, die Pflanze wird 40 bis 50 cm breit.
Kopfdüngung nach 6 und nach 12 Wochen Je eine Nachdüngung ergänzt den Kompost aus der Grunddüngung.
Entgipfeln Mitte September, bei Pflanzung Anfang Juni Die Triebspitze wird entfernt.
Ernte Oktober bis Dezember, Januar und Februar In den Blattachseln sitzen die erntereifen Röschen.

Ab der Pflanzung rechnest du je nach Sorte mit etwa 160 bis 250 Tagen bis zur Ernte. Das entspricht rund 5,5 bis 8 Monaten. Eine Übersicht, welche Arbeiten beim Rosenkohl in welchem Monat anstehen, hilft dir bei der Jahresplanung.

Marias Erfahrung

Ich schreibe Aussaat- und Pflanztag auf das Beetschild. Kulturdauer und Entgipfeltermin beziehen sich auf den Pflanztag, deshalb will ich ihn im September sofort ablesen können.

Aussaatkalender Rosenkohl
GartenkalenderVorkultur: März, April, Mai; Aussaat: März, April, Mai; Ernte: Januar, Februar, Oktober, November, Dezember; Pflanzung: April, Mai, JuniJFMAMJJASONDVorkulturVorkultur: MärzVorkultur: AprilVorkultur: MaiAussaatAussaat: MärzAussaat: AprilAussaat: MaiErnteErnte: JanuarErnte: FebruarErnte: OktoberErnte: NovemberErnte: DezemberPflanzungPflanzung: AprilPflanzung: MaiPflanzung: JuniVorkulturAussaatErntePflanzung

Wie ziehst du Rosenkohl vor?

Rosenkohl säst du von März bis Mai im Freiland-Saatbeet, eine geschützte Anzucht unter Glas geht ebenfalls. Lass die Sämlinge nicht zu dicht stehen, sonst werden sie lang und schwach. Vor dem Auspflanzen härtest du die Jungpflanzen ab, indem du sie tagsüber zuerst schattig ins Freie stellst und allmählich an direkte Sonne gewöhnst.

Anzuchterde, Pikieren und den Schutz vor vergeilten Sämlingen erklären die Kohl-Grundlagen zu Anzucht, Standort und Boden, Gießen, Düngen und Pflanzenschutz. Alle Saattermine der Kohlarten zusammen zeigt dir der Aussaatkalender für Kohl zum Ausdrucken.

Anzeigen

Welches Beet passt zu Rosenkohl?

Rosenkohl braucht einen vollsonnigen Platz und fruchtbaren, gut durchlässigen Boden, am liebsten mittelschwer bis schwer und kalkhaltig. Für den Boden-pH wird ein Bereich von 6,5 bis 7,5 empfohlen. Wie du Boden und pH prüfst, steht im Kohl-Ratgeber im Abschnitt Standort und Boden, und speziell um den Platz für Rosenkohl geht es im Beitrag darüber, welchen Standort und Boden Rosenkohl braucht.

Vorfrucht und Anbaupause

Gute Vorfrüchte für Rosenkohl sind Porree, Zwiebeln, Zucchini, Getreide und Mais. Zur Kohlpause zählen alle Kreuzblütler, neben Kohl also auch Radieschen, Rettich, Rucola, Senf, Ölrettich und Raps. Für die vorbeugende Pause zwischen zwei Kreuzblütlern auf demselben Beet reichen die Empfehlungen von 3 bis 6 Jahren. Gelbsenf als Gründüngung vor dem Rosenkohl passt deshalb nicht: Er ist selbst ein Kreuzblütler und steht genau auf dem Beet, das Pause haben soll.

Tipp

Als Gründüngung vor Kohl eignen sich Phacelia oder Buchweizen. Phacelia ist mit keiner gängigen Gemüseart verwandt und fügt sich deshalb gut in eine Kohlfruchtfolge ein.

Damit du die Jahre nicht im Kopf behalten musst, trägst du deine Kohlbeete in den Beetplaner für deinen Garten ein.

Wann und wie pflanzt du die Setzlinge aus?

Für die Winterernte pflanzt du Rosenkohl von Mai bis Anfang Juni. Vorher arbeitest du reifen Kompost ins Beet ein. Plane die Abstände als Ganzes, also Reihe, Reihenabstand und Wuchsform zusammen:

Maß Wert
Abstand in der Reihe 50 cm
Reihenabstand 60 cm
Wuchsbreite der Pflanze 40 bis 50 cm
Wuchshöhe bis zu 120 cm
Wuchsform ein aufrechter Stängel je Pflanze, frei stehend, an windigen Stellen mit Stützstab

Säst du direkt ins Beet, gelten dieselben Abstände von Anfang an. Ich hebe für jede Pflanze ein Loch aus, das etwas größer ist als der Wurzelballen. Dann setze ich sie mit ungebogenen Wurzeln ein, drücke die Erde rundum fest und gieße gründlich an.

Mini-Checkliste

Kompost eingearbeitet · Jungpflanzen abgehärtet · Abstände abgesteckt · Wurzeln beim Einsetzen nicht umgebogen · Erde angedrückt · gründlich angegossen

Zwischen den jungen Pflanzen ist im Frühsommer noch viel Boden frei. Nutzt du ihn für eine kurzlebige Zwischenkultur, erntest du sie ab, bevor sie den Rosenkohl bedrängt. Günstige Wirkungen zwischen Beetnachbarn lassen sich schwer nachweisen, eine Nachbarliste ist also Planungshilfe und kein Versprechen. Welche Kulturen zusammenpassen könnten, prüfst du im Mischkultur-Planer für Beetnachbarn.

Anzeigen

Wie pflegst du Rosenkohl bis zur Ernte?

Gießen und Düngen in Kürze

Rosenkohl mag einen feuchten, aber gut durchlässigen Boden. Nach Einschätzung der Bayerischen Gartenakademie gießt du Gemüse besser eher wöchentlich und gründlich als täglich in kleinen Mengen. Für so einen gründlichen Gießgang nennt sie rund 14 Liter pro Quadratmeter, der tatsächliche Bedarf hängt aber von Wetter, Boden, Sonne und Wind ab.

Kompost allein deckt den Stickstoffbedarf von Gemüse nicht. Zur Grunddüngung mit Kompost bekommt Rosenkohl deshalb nach 6 Wochen eine erste Kopfdüngung. Nach 12 Wochen folgt die zweite. Wie du Kohl nach Bedarf gießt und nach Art düngst, vertiefen die Abschnitte Gießen und Düngen im Kohl-Ratgeber.

Hacken und Mulchen

Solange der Boden zwischen den Reihen offen liegt, hacke ich regelmäßig flach. Das hält Beikräuter zurück und bremst die Verdunstung. Später mulche ich mit angetrocknetem Rasenschnitt, lege nur so viel aus, dass der Boden gerade bedeckt ist, und ergänze lieber öfter. Im Sommer schützt die Mulchschicht vor Verdunstung und vor Verschlämmung.

Stützen an windigen Stellen

Rosenkohl kann bis zu 120 cm hoch werden. An windigen Stellen stecke ich deshalb einen Stab neben jede Pflanze und binde den Stängel locker an.

Entgipfeln im September

Beim Entgipfeln entfernst du die Triebspitze der Pflanze. Für Rosenkohl, der Anfang Juni ins Beet kam, gilt Mitte September als Termin dafür. Ich breche die Spitze mit der Hand aus und lasse die Blätter darunter stehen. Welche weiteren Maßnahmen für mehr Ertrag bei Rosenkohl infrage kommen, liest du in einem eigenen Beitrag.

Welche Schädlinge und Krankheiten solltest du kennen?

Kohlerdflöhe, die überwintert haben, tauchen meist ab April auf, ihre neue Generation ab Juli. Dazu kommen die Kleine Kohlfliege und die Raupen des Kohlweißlings. Gegen Kohlerdflöhe legst du direkt nach der Pflanzung ein Kulturschutznetz mit 0,6 bis 0,8 mm Maschenweite auf und hältst es bis zur Ernte geschlossen.

Bei der Kohlhernie sind die Wurzeln befallen, und ihre Dauersporen können sich bis zu 20 Jahre im Boden halten. Du beugst vor, indem du Staunässe vermeidest, die Anbaupause einhältst und befallene Pflanzen samt Wurzeln in den Restmüll gibst, nicht auf den Kompost. Wie du dem Falschen Mehltau vorbeugst, Pflanzen kontrollierst und Symptome einordnest, zeigt der Kohl-Ratgeber in den Abschnitten Schädlinge und Pflanzenschutz sowie Krankheiten.

Wann erntest du, und wie geht es danach weiter?

Die Erntezeit für Rosenkohl reicht von Oktober bis Dezember und weiter durch Januar und Februar. Du nimmst die Röschen am Stängel von unten nach oben ab. Woran du reife Röschen erkennst und wie du sie sauber erntest, erkläre ich in einem eigenen Beitrag. Wie du die Ernte putzt, lagerst und einfrierst, steht im Beitrag über das Lagern und Einfrieren von Rosenkohl.

In der Küche werden die Röschen aus dicht geschichteten Blättern gedämpft, gedünstet oder gekocht. Ideen dafür findest du in den Rosenkohl-Rezepten für die kalte Jahreszeit. Nährwerte im Vergleich zu anderen Kohlarten stehen im Kohl-Ratgeber im Abschnitt Küche und Nährwerte.

Passendes Saatgutaus dem samen.live Shop
Kiepenkerl Rosenkohl Roodnerf
Kiepenkerl Rosenkohl Roodnerf
Zum Shop
Kiepenkerl Rosenkohl Cryptus F1
Kiepenkerl Rosenkohl Cryptus F1
Zum Shop
Sperli Rosenkohl Roodnerf
Sperli Rosenkohl Roodnerf
Zum Shop

Häufige Fragen

Wie lange dauert es, bis Rosenkohl erntereif ist?
Ab der Pflanzung braucht Rosenkohl je nach Sorte etwa 160 bis 250 Tage bis zur Ernte. Das sind rund 5,5 bis 8 Monate. Die Aussaat fällt in die Monate März bis Mai, die Ernte läuft von Oktober bis Dezember und weiter im Januar und Februar.
Wann ist der beste Zeitpunkt für die Aussaat von Rosenkohl?
Rosenkohl säst du von März bis Mai. Vorgezogen wird er im Freiland-Saatbeet, geschützt unter Glas geht es ebenfalls. Die Samen keimen nach 7 bis 14 Tagen, und für eine Winterernte kommen die abgehärteten Jungpflanzen von Mai bis Anfang Juni ins Beet.
Welche Standortbedingungen benötigt Rosenkohl für optimales Wachstum?
Rosenkohl braucht einen vollsonnigen Platz und fruchtbaren, gut durchlässigen Boden, am liebsten mittelschwer bis schwer und kalkhaltig. Für den Boden-pH wird ein Bereich von 6,5 bis 7,5 empfohlen. Gut passt ein feuchter, organisch gedüngter Boden, der trotzdem durchlässig bleibt.
Worin unterscheidet sich Rosenkohl von anderen Kohlarten wie Weißkohl und Brokkoli?
Weißkohl schließt seinen Kopf aus Blättern, bei Brokkoli isst du Blütenstiele, Blütenknospen und Blätter. Rosenkohl bildet dagegen viele kleine Röschen am aufrechten Stängel. Die Röschen sind verdickte Blattknospen aus dicht geschichteten Blättern und kommen üblicherweise gegart auf den Tisch.
Was ist der Unterschied zwischen Grünkohl und Rosenkohl beim Anbau?
Rosenkohl säst du von März bis Mai, Grünkohl später, von Mai bis Juli. Bei Grünkohl erntest du Blätter, meist vom Herbst bis ins späte Frühjahr. Beim Rosenkohl sind es die Röschen am Stängel, und die Ernte läuft von Oktober bis Februar.
Welche Rolle spielen Starkzehrer-Eigenschaften bei der Düngung von Sprossenkohl?
Rosenkohl, auch Sprossenkohl genannt, zählt wie anderer Kohl zu den starkzehrenden Kulturen. Vor dem Auspflanzen arbeitest du deshalb reifen Kompost ins Beet ein, der allein den Stickstoffbedarf von Gemüse aber nicht deckt. Nach 6 Wochen folgt eine erste Kopfdüngung. Nach 12 Wochen gibst du die zweite.
Zuletzt geprüft:
↑